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am 27. Juni 2015
Vom Kauf der Ausgabe des Marix-Verlags ist abzuraten. Aus folgenden Gründen:

1. Der Text basiert auf einer uralten Übersetzung aus dem Jahre 1807, die heute längst überholt ist und nur einen Vorteil bietet: sie ist gemeinfrei und hat den Marix-Verlag keinen Groschen gekostet.

2. Diese uralte Übersetzung wurde leider neu gesetzt. Besser wäre ein Faksimile-Druck gewesen. Denn das heutigen Lesegewohnheiten entsprechende, schnörkellose Schriftbild hat zwei Nachteile: a) es passt stilistisch nicht zu der schwülstigen Sprache des Übersetzungstexts, und es ist b) eine Bleiwüste entstanden, die einem selbst bei einem zeitgemäßeren Übersetzungs-Text die Freude an der Lektüre verderben würde.

3. Das Inhaltsverzeichnis ist, wie schon ein anderer Rezensent monierte, unbrauchbar, obwohl es gerade für die Lektüre des Diogenes wichtig ist.

4. Gäbe es auf dem Büchermarkt nur die Marix-Ausgabe, könnte man mit den Fehlern vielleicht leben; was einem dieses Buch aber vollends vergällt, ist das Wissen, daß es handwerklich sehr gute Ausgaben gibt, die auch noch weniger kosten:

Hervorzuheben ist die Reclam-Ausgabe, die den heutigen Gepflogenheiten einer Klassiker-Publikation entspricht: a) Übersetzung in ein zeitgemäßes Deutsch, b) wissenschaftliche Kommentierung und Einleitung, c) in akademischen Zusammenhängen zitierfähig.

Daneben gibt es auch eine brauchbare Ausgabe bei Meiner, die ebenfalls wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, aber auf einer älteren Übersetzung beruht. Sie ist etwas teurer als die Reclam-Ausgabe, kostet aber weniger als das wertlose Marix-Produkt.

Fazit: Die Marix-Ausgabe ist eine reine Mogelpackung: billigste Herstellung, höchster Preis.
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am 28. April 2015
Mich über den Inhalt des Buches zu äußern, erspare ich mir, denn das haben meine Vorrezensenten schon positiv erledigt. Mir geht es hier einzig und allein um die Ausgabe des "Marix-Verlages". Was ich hier zu bemängeln habe, ist folgendes: Das Inhaltsverzeichnis ist ungenügend, da es nur nach Kapitelnummern und Seitenzahlen gegliedert ist. Also:
Erstes Kapitel: .....Seite 29
Zehntes Kapitel: ...Seite 66, etc.
Nun behandelt aber jedes einzelne Kapitel einen bestimmten Philosophen, was im Inhaltsverzeichnis der "Marix-Ausgabe" eben nicht ersichtlich ist. Ich bin weder Mitarbeiter, noch Fan des "Felix Meiner-Verlages", aber dort ist zu jedem Kapitel noch der jeweilige Philosoph mit entsprechender Seitenzahl aufgeführt. Also, um bei dem oberen Beispiel von Kapitel 1 und 10 zu bleiben:
01. "Thales"...........Seite 12
10. "Epimenides" ...Seite 56
Das ist mehr als hilfreich wenn ich einen bestimmten Philosophen nachschlagen will. Wie will ich das denn aber bei der "Marix-Ausgabe" machen?
Soll ich mir etwa merken, welcher Philosoph in welchem Kapitel behandelt wird? Oder soll ich mir Merkzettel ins Buch legen um mir die Seiten zu merken, auf denen die Philosophen zu finden sind, über die ich gern noch einmal nachlesen würde?
Nur zur Verdeutlichung: Die Gesamtausgabe verfügt über insgesamt 82 Kapitel, in denen natürlich dementsprechend auch diese Anzahl an Philosophen behandelt werden.
Nein, hier hat der ansonsten recht gute "Marix-Verlag" einfach an der falschen Stelle gespart. Das Inhaltsverzeichnis hätte man sich so, wie es gestaltet ist, gleich ganz schenken können. Fünf Sterne würden dem Inhalt des Buches gerecht, aber wegen des unbrauchbaren Inhaltsverzeichnisses muss ich zwei Sterne abziehen. Aus diesem Grund würde ich auch die Ausgabe des "Felix Meiner-Verlages" auf jeden Fall vorziehen.
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Der griechische Philosoph Diogenes Laertius hat das vorliegende Buch um 220 n. Chr. geschrieben. Ins Deutsche übertragen wurden die Texte von Prof. Dr. L. Aug. Borheck (1751-1816).

Es handelt sich bei dem Buch um kein wissenschaftliches Werk, sondern um biographische Nachrichten, anekdotenhafte Geschichten und sentenzenartige Meinungsäußerungen, die dem Leser antike Denker und Philosophen näher bringen sollen.
Man liest über Charakter, Lebenslauf, Werke, Todesumstände, sogar über die Testamente der dargestellten Personen
Eine Vielzahl von Exzerpten und Zitaten aus dritter und vierter Hand lassen die Frage aufkommen, wozu sollte das Buch vormals dienen?

Was bringt dem Leser ein Werk, das mit eine Vielzahl von biographisches und sonstigen Ungereimtheiten aufwartet?
Für Leute, die anderen gerne Fehler nachweisen ist solch ein Buch ein gefundenes Fressen, an dem sie sich jahrelang abarbeiten können.

Mich haben diese Ungereimtheiten nur insofern interessiert, weil sie Rückschlüsse auf die Überlegungen Laertius zulassen, einem offenbar sehr humanistisch denkenden Menschen, der sich an Kleinigkeiten nicht aufhielt, sondern wohl eher an großen philosophischen Zusammenhängen interessiert war, aber gleichzeitig gerne intellektuellen "Smalltalk" betrieb.
Sicher ein amüsanter Gesprächspartner auf antiken Feten, natürlich nicht so kurzweilig wie der von mir hochgeschätzte Plutarch.
Die 10 Bücher des Philosophen Laertius vom Leben und den Meinungen berühmter Philosophen enthalten: Seine Philosophietheorie , die " Sieben Weisen", Anaximander, Anaxagoras, Sokrates und die sog. kleinen Sokratiker, Platon, die Schüler Platons, Antisthenes und die Kyniker, Zenon, Kleanthes und Chrysippos, Pythagoras, Empedokles und andere Pythagoreer, Heraklit, Xenophanes, Paramenides, Zenon von Elea, Leukippos, Demokrit, Protogoras von Elis und Timon, sowie Epikur.
Wer sich ernsthaft mit Philosophiegeschichte befassen möchte ist mit anderen Werken, wie etwas Bertrand Russels " Philosophie des Abendlandes ", besser beraten. Wer sich hingegen dafür interessiert, welche Denkergebnisse sich aus betont subjektiven Sichtweisen ergeben, wird Freude an diesem umfangreichen Text finden.

Empfehlenswert!
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