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4.0 von 5 Sternen Mit Knarren gegen das Patriarchat..., 20. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Girls with Guns. Rape & Revenge Movies: Radikalfeministische Ermächtigungsfantasien? (Broschiert)
„Rape`n Revenge“-Filme, also Streifen in denen zumeist weibliche Figuren Opfer von sexueller Gewalt werden und sich danach nicht minder grausam an ihren vorwiegend männlichen Peinigern rächen, ist ein Genre, dass selbst unter einschlägigen Filmfreunden immer wieder kontrovers und heiß diskutiert wird und manche Leutchen in den Augen der anderen in Erklärungsnotstände bringt. Das Thema ist aber auch ein Minenfeld aus persönlichen Befindlichkeiten und Background und auch wenn es bei einem Großteil dieser Werke um derbe Exploitation-Ware handelt, die ja mit dem Ausbeuten kontroverser Themen ohnehin nicht für zarte Gemüter und die breite Masse entstanden sind, muss man sich bei dieser Diskussion auch immer vor Augen halten, dass es um fiktive Filmwerke geht und dass es sich bei den Konsumenten dieser Filme nicht automatisch um frauenfeindliche Subjekte handelt, die sich daheim im stillen Kämmerlein an Gewalt gegenüber Frauen ergötzen. Vielmehr haben die meisten einschlägigen Horror- und Thrillerfans, Hetero- und Homosexuelle, Frauen und Männer einen durchaus unterschiedlichen Zugang zu dem Genre „Rape'n Revenge“, der oft so unterschiedlich ausfällt wie die Filme selbst.

Julia Reifenberger setzt sich in dem Büchlein „Girls with Guns – Rape & Revenge Movies: Radikalfeministische Ermächtigungsfantasien“ mit dem Thema auseinander und beleuchtet in unterschiedlichen Kapiteln und ausgehend von höchst unterschiedlichen Werken wie „Die Jungfrauenquelle“ von Ingmar Bermgan, dessen Quasi-Remake „Last House on the left“ von Wes Craven bis hin zu neueren und neuzeitlichen Werken vom B-Movie und Remake bis zu Oscar-prämierten Filmen wie Jonathan Kaplans „Angeklagt“ aus vorwiegend amerikanischer Produktion die unterschiedlichsten Aspekte dieser Filme, hinterfragt zum Beispiel Geschlechterrollen und Charakter-Entwicklungen und bietet so einen recht interessanten Einblick in das oftmals gescholtene Genre. Im ersten Kapitel „Battle of the Sexes“ geht es um die Kollision der Geschlechter und inspiriert vom Finale des berüchtigten „I spit on your grave“ von Regisseur Meir Zarchi geht Reifenberger der Frage nach, inwieweit diese Filme herkömmliche Geschlechtergrenzen und –normen aushebeln, wenn die Frau als vermeintlich schwaches Geschlecht zum Gegenschlag ausholen. Dabei werden durchaus interessante Aspekte beleuchtet ehe es im zweiten Kapitel die Geschichte des Genres grob umrissen wird und ein Kapitel später die Täterrollen etwas genauer unter die Lupe genommen werden.

Auch die weiteren Kapitel des kleinen Büchleins beschäftigen sich mit interessanten Fragen zum Thema der Darstellung von sexualisierter Gewalt, ZuschauerInnen-Lust und Selbstreferenz, sowie der durchaus interessanten Wandlung, denen diese Filme trotz vermeintlich eingeschränkter Thematik und Dramaturgie unterliegen. Dabei ist das im Bertz+Fischer-Verlag als Nr. 5 der Serie „Sexual Politics" erschienene Werk weniger eine Aufzählung von Titeln und Inhalten oder gar eine Enzyklopädie misogyner Filme, sondern beschäftigt sich wie am Backcover angegeben auch eher mit kulturellen und filmhistorischen Themen wie z.B. ob „Rape`n Revenge“ jetzt bloß gewaltverherrlichend oder doch eher moralisch sind und geht dieser und noch zahlreicher anderen Fragen anhand von ca. 50 Filmen aus dem Genre nach, die jedoch im Verlauf des längeren Textes nur kurz umrissen oder erwähnt werden. Trotz knapp 115 kleinformatiger Seiten, auf denen auch zahlreiche Bilder aus den besprochenen Filmen abgedruckt wurden ist man mit dem Büchlein mit dem üblichen Preis/Leistungsverhältnis auch relativ rasch durch und eignet daher sich in Tagen wie diesen auch ideal für den nachmittäglichen Ausflug in den Park. Wie bei dem Verlag üblich, richtet sich „Girls with Guns“ auch eher an Film-Interessierte mit entsprechenden Kenntnissen, die auch nichts gegen einen gehobeneren Schreibstil einzuwenden haben und gerne mal über den eigenen Tellerrand hinwegblicken um die ein oder andere neue Facette über ein kontroverses Thema zu erfahren. Ich empfand den Inhalt und die Ausführungen des im April 2013 erschienenen Werkes jedenfalls sehr spannend und auch wenn ich persönlich vielleicht manchmal etwas weniger feministische Tendenzen in die größtenteils von Männern hergestellten Werke hineininterpretieren würde, so ist Julia Reifenbergers Essay doch sehr interessant und daher auch empfehlenswert ausgefallen.
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Girls with Guns. Rape & Revenge Movies: Radikalfeministische Ermächtigungsfantasien?
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