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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lehrreich und Inspirierend
Der Mainzer Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger ist einer der umtriebigsten Spurensucher in den dunklen Randgebieten des Kinos. In diesem Büchlein widmet er sich dem derzeit wohl umstrittensten Genre überhaupt, dem sog. torture porn (schon die Bezeichnung selbst ist ein Kampfbegriff): Filme wie die "Saw"- und die "Hostel"-Serie also, in denen mit nie gekannter...
Veröffentlicht am 30. Juni 2010 von F. Krickel

versus
14 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Peinlich
Ich möchte ganz ausdrücklich feststellen, dass diese Rezension sich NICHT auf den Inhalt dieses "Buches" bezieht. Stiglegger ist einer der versiertesten deutschen Filmtheoretiker und sein kurzer Essay "Terrrorkino" ist gut und informativ.
Wirklich deprimierend ist die Aufmachung dieses "Buches". Man erhält ein Büchlein was vom Format einem...
Veröffentlicht am 18. Juni 2010 von T. Hohe


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lehrreich und Inspirierend, 30. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror (Broschiert)
Der Mainzer Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger ist einer der umtriebigsten Spurensucher in den dunklen Randgebieten des Kinos. In diesem Büchlein widmet er sich dem derzeit wohl umstrittensten Genre überhaupt, dem sog. torture porn (schon die Bezeichnung selbst ist ein Kampfbegriff): Filme wie die "Saw"- und die "Hostel"-Serie also, in denen mit nie gekannter Drastik gezeigt wird, wie Menschen gefoltert und gequält werden. Bisheriger Gipfelpunkt dieser Entwicklung ist für Stiglegger der französische Film "Martyrs", dem der Schlussteil des Buches gewidmet ist.
Stiglegger tritt als kritischer Anwalt dieser Filme auf. Dass es sich um ernstzunehmende Kunstwerke handelt, lässt er ebenso wenig außer Frage, wie er sie gegen Diffamierung und Zensur verteidigt. Den Nachahmungs-Diskurs streift er allerdings nur am Rande. Vorwiegend interessiert ihn, worin der Reiz dieser Filme liegt, warum so grausamer Stoff überhaupt ein Publikum findet. Wie der Untertitel bereits andeutet, liegt für Stiglegger dieser Reiz in der Möglichkeit einer körperlichen und psychischen Grenzerfahrung. Seiner Ansicht nach kann sich ein Zuschauer beim Betrachten solcher Szenen in die Position sowohl des Täters, der sich zum Souverän erhebt, wie des sich in Angst und Schmerz windenden Opfers versetzen. Die Annahme beider Rollen als ein "genießbares" Spiel setzt beim Zuschauer Reflexion und Distanz voraus.
Trotz des überschaubaren Umfangs ist der Essay ausgesprochen faktenreich. Zur Einordnung des besprochenen Genres schlägt Stiglegger einen weiten historischen Bogen - eine Tour de Force von den Anfängen des Horrorfilms durch die trashigsten Regionen des Exploitation-Kinos bis hin zum Avantgardefilm. Allein das macht die Lektüre schon lehrreich und inspirierend.
Argumentativ konnte mich das Buch nicht überall überzeugen. Der Aufhänger des Essays, die sehr ausführliche Beschreibung eines realen Mordfalls in den 60er Jahren, lässt eine deutlich gesellschaftskritischere Richtung der Argumentation erwarten. Doch Stigleggers Anmerkungen zur unter der bürgerlichen Fassade schlummernden Bestialität bleiben recht flüchtig, ebenso die Frage, inwiefern die besprochenen Filme als Spiegelbild gesellschaftlicher Verwerfungen zu lesen sind. Da bleibt mir vieles zu schlagwortartig. Nächster Punkt: Dafür, dass Stiglegger sich mit vielen seiner Thesen - allem voran mit der Unterstellung eines sadomasochistischen Verhältnisses zwischen Film und Zuschauer - im Grunde auf das Feld der Rezeptions- und Wirkungsforschung begibt, hat er m.E. kein genügend scharfes theoretisches Konzept vom Zuschauer. Und schließlich bekommen seine Ausführungen zum Heiligen und zur Transzendenz in "Martyrs" für mich eine zu esoterische Schlagseite. Allerdings: Ich gehöre zu den Lesern, die eine Lektüre als virtuelles Streitgespräch mit dem Autor ohnehin reizvoller finden denn als Common-Sense-Veranstaltung, von daher passt das alles schon.
Und bei allen Einwänden: Das größte Verdienst dieses Textes ist, dass es ihn überhaupt gibt. Dass ein unterschlagenes (häufig auch: beschlagnahmtes) Genre des Gegenwartskinos endlich die Diskussionsplattform bekommt, die ihm gebührt. Dafür trotz mancher Kritikpunkte gerne die Höchstnote.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein schmaler Band mit reichlich Inhalt, 25. Februar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror (Broschiert)
Marcus Stiglegger legt hier ein schmales, jedoch durch und durch gelungenes Bändchen vor, das sich mit den neueren Entwicklungen in den diversen Subgenres dessen beschäftigt, was einst der "Horrorfilm" generell war. "Body Cinema" - Terrorkino. IN Filmen wie "Saw" (2004) oder "Hostel" (2006) erreicht das Maß des (Un)Erträglichen ganz neue Levels. Folter als Unterhaltungsmerkmal, wie es das zuletzt in den 70er Jahren ind en diversen Nazi-Camp-Filmen gegeben hatte, wurde hier, in den neueren Filmen, zu einer Qualität an sich.

Stiglegger wendet sich diesen Filmen mit einem neutralen Gestus zu und untersucht deren subversive Kraft ebenso, wie ihre Zersetzungsmöglichkeiten. Dabei - und das sei ihm grundlegend gedankt - weißt er auf einige Mißverständnisse einerseits hin, nimmt aber andererseits vor allem die Metaebene dieser Filme, nämlich ihre Wirkung/Wechselwirkung mit dem Zuschauer, sehr ernst.

"Sadomasochismus" ist das eine große Mißverständnis dieser Filme: Denn der "Masochismus" existiert seltenst AUF der Leinwand - in den beiden als Referenz genannten Filmen sitzen die Opfer der Folter alles andere als freiwillig auf den Folterstühlen, also mitnichten aus Masochismus - sondern in der Wechselwirkung zwischen der Leinwand/dem Film und den Zuschauern. Letztere nämlich sind diejenigen, die sich der Folter, die der Film als Film selbst darstellt, aussetzen. Sie, die Zuschauer, leben also in gewissem Sinne "ihren" Masochismus aus, wenn sie diese Filme anschauen. Warum auch immer sie das letztendlich tun – aus Lust am Ekel, am Schrecken oder als Mutprobe.

Anders ist es bei der Begrifflichkeit des "Terrors". Terror findet natürlich auf der Leinwand statt. Wenn in „Saw“ immerzu ethische Entscheidungen getroffen werden müssen, abgewägt gegen den Verlust diverser Körperteile, dann kann man wohl von Terror sprechen. Doch üben diese Filme auch enormen Terror aus – und zwar auf den Zuschauer. Das geht, so Stiglegger, bis zur Auflösung, bzw. der Aufgabe der Narration und Dramaturgie. In einem Film wie „Martyrs“ (den der Rezensent bei allem Bemühen in Deutschland nicht einmal in einer geschnittenen Fassung begutachten konnte) sieht Stiglegger schließlich sogar den Versuch, Transzendenz herzustellen.

Dieser schmale Band geht also der Genese dieser modernen Form des Horrorfilms ebenso auf den Grund, wie er die Wechselwirkung und den Bezug sogenannten „Kunstkinos“ – also Filmen wie Pasolinis „Saló oder die 120 Tage von Sodom“ – zu Schmuddelfilmen wie Lucio Fulcis „Der New York Ripper“ herstellt und verdeutlicht. Stiglegger geht der Frage auf den Grund, was der Zuschauer als Gewinn ziehen kann aus der Betrachtung dieser Filme und stellt dem Ganzen ein entsprechendes Zitat aus Susan Sontags Essay „Das Leiden anderer betrachten“ voran. Dabei geht er auch auf die von Laura Mulvey einst aufgeworfene Frage ein, ob Terrorkino – ähnlich wie Hardcore-Pornographie – einem männlichen, „souveränen“ weil herrschenden Blick Vorschub leistet und wie sich allerdings in den allerjüngsten – meist aus Japan und aber auch aus Frankreich stammenden – Werken (eben „Martyrs“ als Beispiel) diese genderspezifischen Zusammenhänge wenn icht auflösen, so doch zumindest zusehends dekonstruiert werden.

Ein lohnender kleiner Band, den Marcus Stiglegger hier vorlegt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intelligent und informativ, 7. Mai 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror (Broschiert)
Kleines, aber feines Büchlein mit sehr viel Gehalt. Alle, die Horrorfilme mögen, müssen sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass diese Filme nur für Perverse sind. Stiglegger lässt sich davon nicht beeindrucken und gibt tolle Analysen und Sichtweisen zu Papier. Spannender Autor, dessen Filmartikel in diversen Zeitungen immer lesenswert sind.
Unbedingt zu empfehlen!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Klein aber fein", 24. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror (Broschiert)
Merkwürdig, dass sich die Rezensionen meiner Vorredner vor allem um das Buch-Format dreht. Was spricht dagegen, Stigleggers Aufsatz als Buch zu veröffentlichen? Für eine Zeitschrift ist er zu lang, und anstatt darauf zu warten, ihn in einem Sammelband zu veröffentlichen, bringt man ihn in einem kleineren Format zügig heraus. Und so kurz ist der Text nun auch wieder nicht, immerhin mit Fotos 100 Seiten.

Abgesehen von den Reclam-Bänden (über deren Größe sich auch niemand beschwert) habe ich noch nie eine wissenschaftliche (und zugleich unterhaltsame) Publikation als buchstäbliches "Taschenbuch" gesehen. Daher war ich über die Größe vor allem positiv überrascht! An diejenigen, die das übersehen haben sollten: Die Größe des Buches ist oben unter Produktinformationen angegeben. Format hin oder her, der Text ist wirklich sehr gut geschrieben und der Autor kennt sich in der Materie bestens aus. Auch die Fotos sind sehr gut ausgewählt.
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4.0 von 5 Sternen Ein Werk, das Erklärungen über psychologische Vorgänge im Rezipienten gibt, 5. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror (Broschiert)
Das Buch spricht an, aus welchem Grunde Menschen Horrorfilme schauen; Es ist also weitestgehend auf die psychologische Rezeptionsforschung aus, gibt jedoch auch Erklärungen zu Splatter-Effekten und der Rezipienten/Protagonisten-Bindung innerhalb von Filmen.

Ein großer Vorteil des Buches ist seine Kürze, sodass man es als Sekundärliteratur nebenher lesen kann.
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14 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Peinlich, 18. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror (Broschiert)
Ich möchte ganz ausdrücklich feststellen, dass diese Rezension sich NICHT auf den Inhalt dieses "Buches" bezieht. Stiglegger ist einer der versiertesten deutschen Filmtheoretiker und sein kurzer Essay "Terrrorkino" ist gut und informativ.
Wirklich deprimierend ist die Aufmachung dieses "Buches". Man erhält ein Büchlein was vom Format einem Reclam-Heft entspricht. Allerdings auf besserem Papier und in einer peinlich großen Schrifttype gesetzt. So macht Bertz & Fischer aus einem 10 Seiten Essay ein "Buch".

Ich bin in der glücklichen Lage Englisch zu sprechen und zu lesen, und daher nicht auf deutsche Publikationen angewiesen zu sein. Die Produktion von deutscher Filmliteratur / Filmkritik ist ein düsteres und deprimierendes Kapitel - wenige Titel, absurde Preise... Gäbe es nicht Autoren wie Seeßlen, Stiglegger, Koebner oder Marschall könnte man das ganze getrost vergessen.

Das sich aber nun einer der zwei größten Filmbuchverlage solch eine Charade erlaubt und aus einem Miniessay ein "Buch" macht, und noch dazu von einem ihrer renommiertesten Autoren ist wirklich bitter.

Dem Verlag Bertz & Fischer sei ein zB. ein Blick nach England empfohlen wo man Filmreihen wie BFI Classics bekommen kann, die zu einem ähnlichen Preis wirklich etwas zu bieten haben.
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6 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen überteuert!, 18. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror (Broschiert)
Ich habe das "Werk" heute erhalten und war sofort über die äußeren Abmessungen erstaunt,
da ich "Broschiert" nicht automatisch mit "Mini" gleichsetze.
Für diesen Preis hätte ich etwas mehr erwartet.
Ansonsten brauche ich jetzt hier nichts mehr schreiben, da von T. Hohe "olbias" schon alles ausführlich dargelegt wurde.
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Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror
Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror von Marcus Stiglegger (Broschiert - Mai 2010)
EUR 9,90
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