Kundenrezensionen

91
3,9 von 5 Sternen
Kim und Struppi: Ferien in Nordkorea
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50 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ich bin ja ein ziemlicher Reisebericht-Junkie, aber über Nordkorea habe ich bisher noch nichts gelesen. Das mag daran liegen, dass dieses Land für Journalisten tabu ist und Reisen dorthin eher in die Kategorie "Katastrophentourismus" gehören. Irgendwo scheint dem perfekten Überwachungsstaat Nordkorea aber ein Fehler unterlaufen zu sein, denn Christian Eisert durfte mit seiner Kollegin und Freundin Sandra Schäfer (deren Name nicht auf ihre vietnamesische Herkunft schließen lässt) tatsächlich eine Privatreise antreten. Dass Kollegin Schäfer sich anfangs ziemlich pampig den Anweisungen ihrer "Reiseleiter" widersetzt, wenn ihr eine Entscheidung nicht passt, oder dass sie sich nicht an Absprachen bei der Tarnidentität hält, das schreibe ich mal Eiserts dichterischer Freiheit zu, denn so viel Dummheit täte fast schon weh. Nordkorea ist nun mal nicht Winzenbutzhausen und solche Fehler können schnell lebensgefährlich werden. Im Lauf der Reise entwickelt Eiserts Reisegenossin dann echte Zickenqualitäten und irgendwann verläuft die demilitarisierte Zone geradewegs zwischen den beiden. Nordkorea färbt ab.

Eisert ist mir bisher eher im Genre der Haudrauf-Komik aufgefallen, aber diesmal hält er sich angenehm zurück. Kein Schenkelklopfer-Humor, sondern die Zwischentöne dominieren. Er beschreibt pointiert seine Beobachtungen und vor den Augen des Lesers entstehen teilweise vollkommen surreale Situationen. Eisert braucht meist gar nicht zu erklären, welche Motivation hinter den jeweiligen staatlichen Aktionen steckt, das versteht auch der Tumbste. Die "Reiseleiter" stellen sich teilweise dermaßen naiv an und halten ihre Gäste offenbar für so grenzdebil, dass es schmerzt. Ein Land, das quasi keine Sehenswürdigkeiten hat, konstruiert ein Sightseeing-Programm der Extraklasse. Triumphbögen, Staatsmonumente, labyrinthische Geschenkesammlungen, Mustersiedlungen. Ein einziges, riesiges potemkinsches Dorf, errichtet nur für die Reisegäste und in der Hoffnung, damit "Vorurteile" und "Falschinformation" aus dem Westen zu widerlegen. Die staatlich kontrollierten "Reiseleiter" werden anfangs unterstützt von einem jovialen Deutschen, zweifellos ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter, der mittlerweile im Land lebt und als muttersprachlicher Geheimagent die Motivation und Gesinnung der Reisenden ausspioniert. Die beiden Reisenden müssen permanent auf der Hut sein. Ihr Hotelzimmer in Pjöngjang wird selbstverständlich auch 24 Stunden am Tag überwacht.

Ein anderer Rezensent hat den kindischen Titel "Kim und Struppi" als deplatziert kritisiert und dem schließe ich mich an. Die Reise war weder lustig, noch waren es ansatzweise "Ferien", wie der Untertitel suggeriert. Insofern erzeugt der Titel eine völlig falsche Erwartungshaltung beim Leser. Der Autor nutzt auch keine unangemessenen satirischen Mittel, um das menschenverachtende Regime vorzuführen. Es sind letztlich die absurden Situationen, die unfassbare Diskrepanz zwischen dem, was die Reiseleiter den Gästen ins Hirn zu trichtern versuchen und dem, was diese tatsächlich sehen und wissen, die eine Art Komik entwickeln. Nordkorea ist ein völlig ruiniertes Land, dessen Bewohner in einem Zustand permanenter Gehirnwäsche leben. Fragen, deren Antworten auch nur den Verdacht eines negativen Eindrucks begründen, ignorieren die "Reiseleiter" konsequent und reden stattdessen von völlig anderen Dingen. Alle Menschen, denen Eisert begegnet, haben ihre eigene Schere im Kopf. Sie achten peinlich genau darauf, was sie tun oder sagen, jeder überwacht jeden und alle haben vor Allen Angst. Sie funktionieren vollkommen willenlos, wie Ameisen in einer Kolonie. Das ist gruselig und gar nicht lustig. Aber in der Absurdität liegt eben immer auch etwas Komik. Sie ist meist unfreiwillig und Eisert macht nie Witze auf Kosten der Opfer. Letztlich blieb bei mir ein tiefes Entsetzen darüber, wie brutal ein System auch den allergeringsten Widerstand brechen kann und dass sich dieser Zustand über 60 Jahre aufrechterhalten lässt. Vordergründig mag Eiserts Bericht komisch sein, in Wirklichkeit ist dieses Absurdistan aber zutiefst abstoßend - und das Buch ein sehr ungewöhnlicher und spannender Reisebericht.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Über Nordkorea habe ich schon einiges an Büchern und Berichten gelesen. Mit Sicherheit auch aus der Faszination am Bösen heraus. Wie können die Menschen dort so leben, wieso erheben sie sich nicht und zetteln eine Revolution an? Diese Fragen blieben mir trotz vielfältiger Lektüre weiterhin im Kopf.
Eisert schafft es nun mit seinem Buch, diese Frage für mich nachvollziehbar zu erklären, auch wenn das vielleicht nicht seine Hauptabsicht gewesen sein mag.
Er und eine Freundin buchen eine Touristenreise, innerhalb eines lockeren Reiseverbandes. Natürlich gibt es zuhauf Schwierigkeiten, Eisert hat hier einen wunderbaren und sehr humorvollen Schreibstil, mit welchem er alle Vorkommnisse flüssig beschreibt.
Sein Blick für die Absurditäten des nordkoreanischen Alltags ist es, der mir bisher in allen anderen Büchern abgeht. Die meisten Bücher über Nordkorea sind aus der Warte des mitleidigen Westlers geschrieben, der die ach so furchtbaren Lebensbedingungen beschreibt. Da bleibt natürlich aber kein Raum für Nordkoreaner, die auch mal lachen, Witze machen und ihr Leben nicht immer als komplette Hölle empfinden.
Eisert beschreibt das Leben in Nordkorea so, wie es ist. Ohne etwas dazu zu tun, ohne etwas zu verschweigen. Ein direkter nackter Blick. Seiner Freundin ist diese Sichtweise oft etwas zu naiv. Auch ihr Blickwinkel wird geschildert, und wie es ihr oft nicht möglich ist, das was sieht, zu ertragen.

Fazit: unbedingt lesen. Toller Humor, mit einer sehr persönlichen Komponente. In meinen Augen mit das beste Buch über Nordkorea. Ich habe nach der Lektüre endlich begriffen, warum dieses Land und diese Diktatur immer noch bestehen. Das hat kein anderes Buch über Nordkorea geschafft.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. August 2014
Ein Pärchen, das eigentlich kein Pärchen ist, reist durch Nordkorea. Was sie dort erleben, das erzählt uns Christian Eisert in einer zurückgenommenen Sprache, die nie auftrumpft, denn die äußeren Umstände sind extrem genug: ein paranoider Überwachungsstaat, der die beiden Reisenden in Situationen bringt, die so grotesk sind, dass man sie als Leser kaum glauben mag. Das Misstrauen gegenüber den Fremden ist so groß, dass die nordkoreanischen Bewacher fast gefühllos erscheinen, doch Christian Eisert schafft es hinter diesen Masken immer wieder die Menschen zu sehen, die in ihrer Angst einfach nur erstarrt sind. Damit der Leser eine Ahnung davon bekommt, warum das Land so ist, wie es ist, (unabhängig vom Größenwahn seines Führers) wird in einzelnen Passagen der historische und politische Hintergrund erläutert. Das ist hilfreich, denn nur so kann der Leser begreifen, dass es nie eine Revolution von unten geben wird - die Menschen haben nicht mehr die Kraft für eigene Wünsche in einem System, das keine eigenen Wünsche zuläßt. Ein lehrreiches und doch auch unterhaltsames Buch - unterhaltsam aber nur in dem Sinne, dass einem das Lachen im Halse steckenbleibt.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 4. Juli 2014
Was ist das? Ein Roman? Ein Sachbuch? Oder Comedy? Schwer zu sagen!

Auf alle Fälle ist Christian Eiserts Buch "Kim und Struppi" vergnügliche Lektüre, auch wenn einem das Lachen manchmal im hals stecken bleibt.

Und darum geht es: In jungen Jahren, als es die DDR noch gab, war der Autor Schüler an einer Schule, die sich der deutsch-koreanischen Freundschaft... pardon... der Freundschaft mit der KDVR (Koreanischen Demokratischen Volksrepublik) verschrieben hatte. Eines Tages sah er Fotos aus jenem fernen Land, unter anderem Bilder einer paradiesisch anmutenden riesigen regenbogenfarbenen Wasserrutsche. Ein Traum, der ihn fortan nicht mehr los ließ. Auch nicht, als 1989 die Mauer fiel. Deshalb beschloss er viele Jahre später - mittlerweile war es 2013 - gemeinsam mit Thanh - einer Freundin mit asiatischen Wurzeln - nach Nordkorea zu reisen und sich dort auf die Suche nach jener fantastischen Rutsche zu machen. So ganz wohl ist es ihm nicht dabei, denn so recht trauen mag er den Nordkoreanern nicht.

Beschrieben werden vergnüglich und leicht zu lesen die Erlebnisse der beiden auf der Reise durch Nordkorea, angereichert mit ein bisschen Hintergrund über Land, Leute und koreanische Geschichte. Ein humorvolles Sachbuch in Form eines Romans, das sich zu lesen lohnt - nicht nur für Leute, die mehr über Nordkorea wissen möchten.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. August 2014
Das Cover und der Titel haben mich gleich angezogen, die ersten Seiten ihr Übriges getan: habe das Buch an einem Wochenende ausgelesen. Wie schon in anderen Kommentaren beschrieben, schildert der Autor, wie er unter strengster Bewachung mit seiner Freundin von einer fragwürdigen Sehenswürdigkeit zur anderen gekarrt wird und dem Großen Führer seine Referenzen erweisen muss. Ich persönlich würde keinen Urlaubstag in so eine Reise investieren und ehrlich gesagt, könnte ich auf die Bildersammlung von Plattenbauten u. ä. verzichten. Das Faszinierende, Bedrückende sind aber die Dinge, die mehr oder ausgelassen werden (müssen). Übrig bleiben die Menschen, welche mit diesen Lebensumständen zu recht kommen müssen: ob es nun die Bewacher sind, die mit ihrem Leben für die ordentliche Reiseabwicklung garantieren, oder die Reisbauern, die anscheinend km um km jeden Tag abspulen müssen, die (Zwangs)arbeiter, die ohne Maschinen eine Autobahn bauen, die Soldaten, Politessen .... und und und... Und man denkt an diese Menschen, wenn man das Buch schließlich zur Seite legt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Januar 2015
Gleich zuerst DEN Fehler: ich habe das Buch Kim&Struppi nicht vor, sondern erst nach meiner Reise nach Nordkorea ( im September 2014, s. Bild 1 ) gelesen. Dafür dann aber mit größtem Vergnügen in kürzester Zeit.
Verblüffender Weise fand ich bis auf die Anreise und Unterschiede in ganz wenigen kleineren Details ( die meisten stimmen ) genau meine Reise, auch im Verlauf, die Eindrücke und Gefühle wieder, die Techtelmechtel mit Frau Than mal ausgenommen. Aber die daraus resultierenden unterschiedlichen Ansichten hatten wir auch in unserer kleinen Gruppe.
Die hin und wieder eingeflochtenen Hintergrundinformationen sehe ich als gut gelöst, tiefer gehend, als ein Außenstehender das Anhieb erkennen kann ( alte Häuser in Kaesong ) und ausreichend an. Wer da noch mehr erwartet hat: mehr ist da nicht möglich! Ich könnte ja noch ein paar Details ergänzen, Christian Eisert sicher auch. Zum Beispiel wie viel ein neues Auto kostet, welches man aber nicht kaufen kann sonder für große Verdienste als Künstler oder Wissenschaftler vom Staat "geschenkt" bekommt ( Bild 2). Oder dass die Olympischen Spielstätten nicht mehr so genutzt werden, wie auf den Probagandabildern zu sehen ist ( das ist wahrscheinlich allgemeingültig ). Oder dass das Frühstück in Kaesong noch bescheidener ausfiel, als beschrieben. Aber ob das einen entscheidenten Wissenszuwachs bringen würde, bezweifle ich. Zwei Bilder zu den primitiven Arbeitsbedingungen ( reine Handarbeit ) hänge ich auch noch an.
Abschließend kann ich sagen, dass Christian Eisert das beschrieben hat, was ein normaler Tourist zu sehen und zu erleben bekommt, daher meine Überschrift.
Ich bin über den lockeren und angemessen humorvollen Stil von Christian Eisert zu diesem Thema sehr angetan und kann dieses Buch allen Interessenten nur empfehlen!

P.S.: Einen Fehler im Buch habe ich entdeckt: das Bild vom Kim auf dem Deckblatt ist seitenverkehrt, die Abzeichen sind immer auf der linken Brustseite ;-)
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Mai 2014
Wer schon so manches über das groteske und skurrile Land gelesen hat, erlebt hier eine Ergänzung.
Ansonsten hat man nicht den Eindruck, dass der Bericht anders ist bei einem getarnt eingereisten
Journalisten (denn diesen wird die Einreise verwehrt).

Stattdessen erlebt man die Kabbeleien und Streitereien eines ungleichen Paares mit: zweier guter Bekannter, jedoch nicht miteinander Liierter Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie, asiatisch-stämmig, knapp fünfzig, störrisch, unsensibel fremden Kulturen und vor allem Gefahren (in einer streng kommunistischen Diktatur) gegenüber, sie reagiert manchmal, als wäre sie in Mallorca. Und er, Ende zwanzig, sich dessen bewusst, dass man auch als Tourist durchaus in einem Straflager landen könnte, wenn man sich einfach nur dumm verhält.

Manchmal wird einem beim Lesen das Beobachten des "Herumgiftens" überdrüssig, sodass man denkt: Hätten sie das nicht vorher klären können, bevor sie so eine Reise tun? Fazit: Wie ein jahrzehntelang verheiratetes keifendes Ehepaar.
Dass sich das ganze in Nordkorea abspielt, ist manchmal nur beiläufig.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. April 2014
Vorweg die Bilanz: Ich finde das Buch sehr gelungen!
Es ist eine ganz andere Seite der Berichterstattung, und ich denke, dass genau das mit dem Buch bezweckt wurde. Es gibt bereits unzählige Berichte/Dokumentationen/Filme etc. über die nordkoreanischen Verbrechen gegen die Menschheit; die Medien sind voll davon und es ist beinahe unmöglich beim Thema Nordkorea vorbeizukommen ohne in irgendeiner Form entsetzt über dessen System zu sein. Das Buch von Herrn Eisert hingegen ist ein Bericht über seine Reise, über die Menschen, mit denen er dort zu tun hatte, über seine Eindrücke und über das, was man ihm gestattete zu sehen. Seinem Buch nun mangelnden Respekt und zu viel Humor zu unterstellen, wo er nicht sei sollte, ist in meinen Augen falsch. Vor allem in der ***-Rezension aus der Schweiz erkennt man deutliche Vorwürfe; der Titel wird als peinlich beschrieben. Ehrlich gesagt finde ich das nicht. Der Vergleich das braun uniformierte Wachpersonal erinnert tatsächlich an Anstands-Wau-Waus. (Im Übrigen sollte man bei Hergé, den Autor von Tim und Struppi auch einmal genau hinsehen. Sowjets sind dort offensichtlich Bobenleger, die jeden Westler aus heiterem Himmel schon bei der Anreise im Zug in die Luft sprengen wollen, und Tims Umgang mit den Kongolesen lässt auch zu wünsche übrig.)
Ich denke gewisse Rezensenten sollten sich nicht daran versuchen, hier bei Amazon in Kurzfassung die nordkoreanischen Verbrechen anzuführen um zu zeigen, was in Eiserts Buch angeblich fehlt. Erstens gibt es dazu genug andere Literatur, und bei genauem Lesen wird klar, dass Eisert bestens informiert ist. Hätte er ein Geschichtsbuch schreiben wollen, sähe sein Werk anders aus. Das Ziel war aber offensichtlich ein anderes: nämlich die Dokumentation seiner Erlebnisse, und das ist ihm hervorragend gelungen. Einziger Kritikpunkt: Das stetige Genörgel und absoluten Sturheit seiner Reisegefährtin, die beide mitunter in sehr brenzlige Situationen bringt. Ihr hat auf der gesamten Reise wohl rein gar nichts gefallen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Oktober 2014
Ich habe die Angewohnheit, mir in jedem Buchladen, in den ich gehe, das Regal mit der Spiegel Beststellerliste anzuschauen. Auf Platz 3 hält sich kostant das Buch “Kim & Struppi – Ferien in Nordkorea”, dessen Cover mich sofort in seinen Bann zog.

Nordkorea ist grausam, Nordkorea wird von einer Tyrannen-Dynastie geknechtet, in Nordkorea spielt der dicke Diktator mit Atomwaffen, geht mit Dennis Rodman zum Basketball und lässt sein Volk verhungern und hinrichten. All das ist Nordkorea (zu Recht?) in der breiten öffentlichen Wahrnehmung. Nordkorea ist aber eben auch geheimnisvoll, bizarr, skurill, wild romantisch und ein faszinierendes Land. Vielleicht gerade deshalb, weil für ausländische Journalisten ein strenges Einreiseverbot herrscht und sämtliche Informationen außer Landes geschmuggelt oder und doppelt und dreifach recherchiert werden müssen. So mussten auch Comedytexter und Autor Christian Eisert und seine platonische Fotografenfreundin Than mit einem gefälschten Lebenslauf in das Land einreisen. Wie in Nordkorea üblich, bekommen sie zwei Reiseleiter an die Seite gestellt, die ihnen streng durchorganisiert Land und auch ein paar ausgewählte Leute zeigen. Christian Eisert und Than führen ein Reisetagebuch, machen heimlich Fotos und Videoaufnahmen von zahlreichen Kuriositäten, aber auch von einer wunderschönen Landschaft und emotionalen Begegnungen. Sie bringen sich in die ein oder andere brenzliche Situation und stoßen an die Grenzen ihrer Freundschaft und dessen, was man als “Tourist” ertragen möchte. Im Gedächtnis bleiben ihnen und auch mir als Leser vor allem Menschen , die unter widrigsten Umständen Autobahnen bauen, auf denen keine Autos fahren, die auf einer Blumenausstellung Blumenbeete mit echten Waffen dekorieren oder die in der Haupstadt Pjöngjang in halbfertigen Hochhäusern ohne Fahrstuhl und ohne fließend Wasser leben müssen.

Nach ihrer Rückkehr ist ein mit unterhaltsamen und zum Teil komischen Anekdoten gespickter Reisebericht entstanden, der bei allem Unterhaltungswert aber auch dank der vielen Farbfotos informativ ist und vor allem nachdenklich stimmt. Wer etwas über Nordkoreas bisher eher unbekannten Seiten erfahren möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Durch Zufall kam ich auf dieses Buch. Da ich nicht nach Nordkorea reisen werde, fand ich dieses Buch mit der Kinderrutsche als Anlass interessant. Die Leseprobe machte mich noch neugieriger, also für den Kindle ruck zuck bestellt.
Am liebsten hätte ich es gleich nochmals gelesen, da man die Erlebnisse gar nicht alle sofort begreifen kann. Also für Interessierte nur zu empfehlen. Auch für Hintergründe zu empfehlen: "Nordkorea, Einblicke in ei rätselhaftes Land". Danach versteht man einiges besser !
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