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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur die Rückkehr des Karl Schmidt....
...sondern auch des Klasseautoren Sven Regener, den ich beim kleinen Bruder und Hamburg-Heiner nicht richtig gefunden habe. Der Inhalt des Buches wurde von den anderen Rezensenten ja bereits ausführlich geschildert, das Buch ist witzig, bräsig, bedrückend, warmherzig, durchgeknallt, einfallsreich, tröstend und vieles mehr und einfach nur schön...
Vor 9 Monaten von g_o_g45 veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider erneut enttäuschend
Ich fand den Anfang sehr gelungen, also die Darstellung von Karls WG- und Arbeitsleben in Altona. Aber als es mit der Techno-Knallchargentruppe auf Tour geht, nahm auch meine Begeisterung mit jeder Station mehr ab. Das endlose Gelaber ist austauschbar und stellenweise einfach nur nervig. Man kann nach dem ersten Gig in Bremen direkt zum Schluß springen, ohne viel zu...
Vor 6 Monaten von knutzelspecht veröffentlicht


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur die Rückkehr des Karl Schmidt...., 7. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Magical Mystery oder Die Rückkehr des Karl Schmidt (Audio CD)
...sondern auch des Klasseautoren Sven Regener, den ich beim kleinen Bruder und Hamburg-Heiner nicht richtig gefunden habe. Der Inhalt des Buches wurde von den anderen Rezensenten ja bereits ausführlich geschildert, das Buch ist witzig, bräsig, bedrückend, warmherzig, durchgeknallt, einfallsreich, tröstend und vieles mehr und einfach nur schön. Die Hörbuchfassung besticht dadurch, das der Autor selber liest, und das ist phänomenal: wenn man sich erst an das schnoddrige, norddeutsche Idiom gewöhnt hat, kann man gar nicht mehr weghören, es ist erstaunlich, wie Regener durch kleine Modulationen seiner rauhen Stimme sowohl "das dunkle Gefühl" wie auch die glücklichen Momente des Protagonisten den Hörer eindringlich spüren lässt, genauso wie die unendlichen Quasseleien des handelnden Personals, einer inhomogenen Truppe, die trotz Zwistigkeiten und Verstimmungen fest und geradezu fürsorglich zusammen hält. Ich empfehle, das Buch zu lesen und sich im Abstand dann noch das Hörbuch anzuhören (oder umgekehrt), es gibt wirklich dabei viel zu entdecken
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tour de Trance, 17. September 2013
Von 
Felix Richter - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was für eine Auferstehung! Am Ende von Sven Regeners Erstlingswerk "Herr Lehmann" war Karl "Charlie" Schmidt noch pünktlich zum Mauerfall in der Klapse gelandet, mit einer dem Konsum diverser bewusstseinsverändernder Substanzen geschuldeten Psychose, jetzt, fünf Jahre später, finden wir ihn als Drogen-WG-ler in Hamburg-Altona wieder, clean, normal und bestens integriert im Berufsleben als Hilfshausmeister und Zoowärter eines Kinderkurheims.

Doch da möchte das Schicksal wieder zuschlagen und schickt ihm einen seiner alten Raver-Kumpels über den Weg, der es inzwischen als Produzent richtig zu was gebracht hat. Der beabsichtigt nämlich, mit seiner Truppe auf eine 10-tägige Deutschlandreise zu gehen: Die Magical Mystery Tour. Allerdings fehlt ihm ein Fahrer, der im Gegensatz zu den Mitreisenden einigermaßen klar im Kopf und in der Lage ist, die Herrschaften, wenn nötig, auch mal vor sich selbst zu schützen, und wer eignet sich da besser als einer, der nichts mehr nehmen darf? Natürlich niemand, und schon geht's los, im randgefüllten Mercedes Sprinter im Zickzack durchs Land: Berlin, Bremen, Köln, München, Hamburg, Essen und zurück, und dazwischen die neueste Attraktion auf Deutschlands Literaturlandkarte: Schrankenhusen-Borstel mit seiner behindertengerechten Agrardisco.

Die 500 Seiten "Laber-Flash" lesen sich weg wie nichts. Hin und her geht es zwischen philosophisch-szenekulturellen Tiefenbohrungen (eher selten) und pillen-induziertem, zirkulierendem Hohlgeschwätz (eher meistens), man bewundert die Gelassenheit, mit der Charlie, unter verbaler und musikalischer Dauerbeschallung, die Kapriolen seiner Freunde erträgt und deren Folgen notfalls in Ordnung bringt, "kontaktstoned" und passivkiffend, immer im Gravitationsfeld von Bier, Koks und Pillen. Charlies Kämpfe mit der Versuchung gehören dann auch zu den eindrucksvollsten Abschnitten des Buches, genauso wie die kurzen Höllenfahrten, wenn die Psychose doch mal wieder leise anklopft und Zweifel nährt, ob sie damals tatsächlich nur durch den exzessiven Drogenmix ausgelöst wurde.

***Schlimmer Spoiler***
Fans von Herrn Lehmann seien noch darauf hingewiesen, dass dieser fast einen Kurzauftritt gehabt hätte, aber den hat Charlie leider verschlafen.
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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen EINE ECHTE KRATZBOMBE, 9. September 2013
Von 
Ja, das ist gut, sehr gut. Besser als der letzte Roman Regeners, das etwas einfallslahme Lehmann-Sequel-Prequel „Der kleine Bruder“. Wieder geht es um eine Abzweigung des großen, liebenswürdigen Lehmann-Kosmos. Um Karl Schmidt, in „Herr Lehmann“ der zupackende Skulpturen-Künstler, der dann des Wahnsinns fette Beute wurde.

Jahre in der "Klapper" folgten, erfahren wir jetzt, dann das Leben in Clean Cut 1, einer betreuten WG mit Drogenkranken. Und nebenbei Beschäftigung als Hilfs-Hausmeister in einem Kinderheim. Ein Leben auf dem Abstellgleis, das Karl doch zunehmend zu schaffen macht. Als ihm ein neuer, ungemein beflissener, sich überall einschleimender Hausmeister vorgezogen wird, wächst der Charlie-Frust.

Aber dann kommt der entscheidende Anruf, mitten in einem komischen WG-Plenum: Ein Kumpel aus seiner alten Experimentalband "Glitterschnitter" meldet sich. Karl soll einen Tourbus fahren. Zehn Techno-DJs auf „Magical-Mystery-Tour“ quer durch Deutschland, bis hinauf nach Schrankenhusen-Borstel (ich schlage vor, schnellstmöglich in der norddeutschen Provinz eine Gemeinde mit diesem Namen zu gründen). Es ist eine Mischung aus Hippie-Traum und Promotion-Tour für die Labels Bumm-Bumm-Records und Kratzbombe. Der deutsche Dance, Bretter wie „Hallo Hillu“ müssen unters Partyvolk - und der "Hit mit der Flöte", die ja eigentlich ein Saxophon ist.

Die Idee ist: nur ein zwangsweise nüchterner Mann wie Karl Schmidt kann diese Chaos-Truppe zusammenhalten, chauffieren und zwischendrin für ein bisschen Schlaf sorgen. Der cleane Karl kehrt nicht nur zurück ins Leben, er muss gleich einen Parcours der Versuchungen (Drogen! Alkohol! Feiern! Euphorie! Immerzu!) bewältigen. Er begibt sich in die Höhle des Löwen – ein gefährliches Spiel, ein Abenteuer. Das ist eine Erzählidee, die aus den manchmal klamaukhaften Beschreibungen des durchgeknallten Techno-Trosses einen großen Roman macht, lustig und bewegend zugleich.

Herrlich die verzwirbelten, um möglichst nichtige Themen rotierenden Dialoge wie sie nur Sven Regener schreibt. Viele tolle Szenen gibt es, bis hin zu einer großen Meerschweinchen-Debatte. Es ist sehr viel Erfahrung, Menschenkenntnis und Lebensklugheit in diesem Buch. Sehr amüsant die Perspektive des Softrockers Regener auf die große ballernde Techno-Kirmes. Kulturgeschichte der Neunziger, ganz leichthändig erzählt.

Dieses Buch hätte unbedingt auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis gehört.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melancholie, 13. November 2013
Ich mag Sven Regeners Sprache in seinen Romanen und in diesem im Speziellen. Die Sätze sind locker mal eine Seite lang und spiegeln die Gedankenwelt des Karl Schmidt. Verworren, intelligent und auf der Suche nach einer Lebensstrategie nach einer Vergangenheit von Drogen und Psychischen Erkrankungen. Was ist wohl Ursache und was die Folge? Ein intelligentes, unterhaltendes, tiefgehendes Buch, das nicht mit dem Finger zeigt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hemmungslose Sinnbefreitheit, 25. September 2013
Von 
olli2308 (Halfing) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Endlose innere Monologe und absurde Dialoge in Perfektion bietet Sven Regener im ersten Band nach der Lehman-Trilogie, und ich habe mich kein bisschen gelangweilt. Die 500 Seiten lesen sich in einem Stück weg und sind größtenteils hemmungslos sinnbefreit, entbehren aber nicht einer gewissen Komik und sind eine Milieuschilderung der 90iger Jahre Techno-House-Ambient-Rave-Szene vom Feinsten.

Eine zentrale Rolle spielen die größtenteils unter Drogenkonsum stehenden Dialoge und die inneren Monologe von Karl Schmidt, dem besten Freund von Frank Lehmann, der nach einem Drogenmissbrauch in der Klapse gelandet war und die Schnauze voll hat von der ganzen Drogen-WG Sozipäd-Laberei. Da kommt das Angebot seiner ehemaligen Freunde gerade Recht, als nüchterner Fahrer eine Horde dauerbekiffter Raver mit einem Tourbus durch Deutschland zu kutschieren.

Die Laberflashs haben schon was Absurdes wie bei "Warten auf Godot", oszillieren zwischen Blödsinn auf hohem Niveau und intellektuellem Kauderwelsch, füllen aber die langen Wartezeiten zwischen den Auftritten, die die Raver-Gruppe auf der Magical Mystery Tour in so illustre Orte wie Schrankenhusen-Borstel führt, wo die Absurdität auf den Höhepunkt zusteuert, weil die Raver ihre Techno-Hits "HostiBrosti" und "Ballon, Ballon – der Hit mit der Flöte" in einer behindertengerechten Agrardico vor lauter Rollstuhlfahrern spielen.

Unterwegs werden nicht nur jede Menge Kaffee, Bier, Koks, Joints und Zigaretten vernichtet, es stirbt auch ein Meerschweinchen, der Coffee to go wird erfunden und Karl Schmidt hantiert mit einem der ersten funkgesteuerten Handys herum. Im zweiten Teil lebt der Roman von der Spannung, ob Karl Schmidt den Drogenversuchungen widerstehen kann, mit der Raverin Rosa eine Beziehung wagt und ob er seinen ehemaligen Freund Frank Lehmann wieder trifft.

Persönlicher literarischer Höhepunkt für mich als Theodor Storm Fan und Schleswig-Holsteiner und Panikattacken-Erfahrenen ist die Szene, wo Karl Schmidt auf Schrankenhusen-Borstel zufährt und mit einer aufkommenden Paranoia zu kämpfen hat: "Die Paranoia schaukelte sich hoch, stieg höher und höher wie das Wasser vor dem Deich beim Schimmelreiter, …ich hatte mich in die Bierfluten geworfen wie einst der Deichgraf sich in die hereinstürzenden Wassermassen…und während der Komabrettwagen bockte und schwankte wie ein besoffenes Pferd, wurde die Paranoia schlimmer und schlimmer, ich traute mir selbst nicht mehr, ich wurde zum Monster meines eigenen Paranoia-Albtraums, ich war nicht mehr nur der Deichgraf, der Scheiße gebaut hatte, …ich war auch zugleich die Bauernmeute, die ihm misstraute…, Paranoia bei gespaltener Persönlichkeit, eine üble Mischung…"

Am Schluss bricht Karl Schmidt, der von seinen neuen Freunden jede Menge positives Feedback bekommt und zu einem von allen Ravern respektierten Tourmanager mutiert, in ein neues Leben auf, und so hat das Psychogelaber dann doch etwas von einem Entwicklungsroman und auch etwas von einem Liebesroman.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut, das Buch? Auf jeden! Aber sowas von!, 17. September 2013
Hm .... ich fang ja schon an, selber so zu labern wie Karl Schmidt, der alte Multitox, und Ferdi, der Techno-Methusalem, und all die anderen Gestalten aus Sven Regeners neuestem Werk. Das Buch ist durchgehend witzig, ohne jemals in flachen Klamauk abzugleiten. Im Gegenteil, die Handlung und die Dia- und Monologe sind, bei aller Abgedrehtheit, wenn überhaupt, dann nur um Nuancen absurder als das auch das richtigen Leben vorkommen kann und bei Ravern in den Neunzigern vermutlich auch vorgekommen ist. Gut finde ich auch, dass das Geschehen diesmal, anders als bei der Frank-Lehmann-Trilogie, von einem Ich-Erzähler geschildert wird, nämlich von Karl "Charlie" Schmidt, der als ehemals tatsächlich "Irrer" nun sozusagen die personifizierte Vernunft unter den von ihm betreuten und durch die Lande gefahrenen, mehr oder minder bekloppten Techno- und Drogen-Freaks darstellt, auch wenn er gelegentlich vom "dunklen Gefühl", nämlich von Depressionsanfällen heimgesucht wird. Die werden genau so eindrucksvoll beschrieben wie der Alltag in der therapeutischen "Drogen-WG", in der Karl vor seinem Aufbruch zur Magical-Mystery-Tour zusammen mit anderen Multitoxen und natürlich mit Werner, dem alten Sozpäd-Titanen und Leiter der WG, gelebt hat, dem Karl auf dem Höhepunkt der Magical-Mystery-Tour unverhofft wiederbegegnen wird.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein 500-Seiten-Buch so schnell durchgelesen zu haben wie dieses. Man kann es gar nicht euphorisch genug preisen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Versuch auf die eigenen Beine zu kommen., 8. Juni 2014
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Mit seinem Debütroman „Herr Lehmann“ der eine Millionenauflage erreichte wurde Sven Regener berühmt. Jetzt ist bereits mit „Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt“ sein vierter Roman erschienen, bei dem sein Held aus den vorigen Romanen nur marginal auftaucht. Wahrscheinlich kennen im Moment mehr Menschen den Schriftsteller Sven Regener, der von Haus eigentlich seit drei Jahrzehnten eher Texter und Sänger der Rockband „Element of Crime“ ist.

Mit dem Fall der Mauer hat sich Sven Regener von seinem Protagonisten Lehmann im Kreuzberger Idyll verabschiedet, danach erschien Lehmann in „Neue Vahr Süd“ und „Der kleine Bruder“. In all diesen Büchern hat Lehmanns bester Freund Karl Schmidt schon eine wichtige Rolle gespielt. Der Künstler Schmidt hatte schließlich einen Zusammenbruch erlitten und war in der Nervenanstalt gelandet. „Dort wollte er ihn nicht lassen“, so Regener kürzlich in einem Interview. Mitte der 90 er Jahre taucht er wieder auf, lebt jetzt in Hamburg Altona in einer Selbsthilfe Drogen-WG mit dem wohl klingenden Namen „Clean Cut 1“. Dieser Karl arbeitet nebenbei als Tierpfleger und „Aushilfshausmeister“ in einer Kinderkuranstalt. Natürlich hat er Angst vor einem Rückfall in Drogenabhängigkeit und ein seelisches Tief. Dann kommt in dem Roman die Vergangenheit wieder in den Fokus, als Karl eines Tages einen Anruf von einer Gruppe Berliner Techno-DJs erhält. Er soll diese fast immer unter Alkohol stehenden Jungs durch Deutschland chauffieren, denn er muss ja als einziger immer nüchtern bleiben. In diesem nun folgenden abenteuerlichen Roadmovie gerät unser Protagonist in die unterschiedlichsten bedrohlichen Situationen. Hier weiß Regener wovon er schreibt, denn als Musiker hat er die eine oder andere Situation sicher auch erlebt.

Karl Schmidt ist ein depressiver Mensch von dem man eigentlich nie weiß wie er sich in der einen oder anderen Grenzsituation verhält. Er riskiert viel, in dem er auf eine doch sehr exzentrische Art und Weise von einem bisher betreuten Leben, nun mit Leuten die eher durchs Leben torkeln, in ein nicht mehr betreutes Leben überwechselt. Er betreut die Berliner Raver und befindet sich dabei in der Rolle die seine bisherigen Betreuer hinter Klinikmauern inne hatten. Auffällig dabei, dass die DJs ihn überhaupt nicht als einen Menschen sehen der voller Probleme steckt. Der Autor spiegelt viele Momente der Promotiontour, und das macht ihm sicher auch beim Schreiben Spaß, mit einer Prise Humor. Zum Schluss beim Techno-Happening in Essen spielt auch Lehmann einen Part, wobei sich allerdings die Freunde aus früherer Zeit nicht begegnen.

Komik, großartige Subtilität und Abenteuer wohnen diesen Erzählsträngen inne. Ein gutes Buch ist, eine gute Geschichte, gut erzählt. Es ist ein lesenswertes Buch, weil man sich auch nach der Lektüre darüber freut, dass man es gelesen hat. Vielleicht darf man hoffen, dass sich Lehmann und Schmidt eines Tages wiedersehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider erneut enttäuschend, 29. Januar 2014
Ich fand den Anfang sehr gelungen, also die Darstellung von Karls WG- und Arbeitsleben in Altona. Aber als es mit der Techno-Knallchargentruppe auf Tour geht, nahm auch meine Begeisterung mit jeder Station mehr ab. Das endlose Gelaber ist austauschbar und stellenweise einfach nur nervig. Man kann nach dem ersten Gig in Bremen direkt zum Schluß springen, ohne viel zu verpassen (Charakterentwicklung=Fehlanzeige). Ich hätte es besser gefunden, wenn uns Regener aus Karls Zeit bei "Glitterschnitter" an der Bohrmaschine erzählt hätte (Einstürzende Neubauten lassen grüßen), aber das kann ja noch werden.
Fazit: Technojünger werden an dem Werk eventuell ihren Spaß haben, alle anderen sollten lieber den vielzitierten Canetti (Masse und Macht) lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehsucht nach Herrn Lehmann, 8. Januar 2014
Von 
Apefred "Fred Ape" (Dortmund Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Sven Regener habe ich tatsächlich über Herr Lehmann" kennengelernt. Erst später dann über eine der außergewöhnlichsten Deutsch-Rock- Indie-Folk, was weiß ich, Gruppen, die sich wohltuend von allem unterschied und noch unterscheidet. Element of crime braucht keine Hitparaden, keine Medieneinsätze. EoC hatte und hat immer ihre fans. Und womit? Mit Recht. Sven Regener, ist der Vorzeigelyriker, der Prosaist unter den Songwritern, der Anti Liedermacher - Liedermacher. Und er hat verdammtes Schreibtalent. Man könnte vor Neid erblassen, grad, wenn man - wie ich - auch in dieser Suppe schwimmt, von Kreativität und Songwriting gewürzt. Wie gesagt, Herr Lehmann, paar Jahre her, so lange, dass man es vielleicht wieder lesen sollte. Denn wer mit Magical Mystery bei Regener einsteigt, erwischt ihn, und somit auch sich, auf dem falschen Fuß. Hochachtung, um es gleich vorwegzunehmen, vor der Beschreibung des Entzugs, von was immer für Drogen oder Alkohol. Karl Schmidt, damals schon im Berliner Dunstkreis von Franki Lehmann, lebt seit fünf Jahren in einem Altonaer Wohnprojekt mit dem Ziel, clean zu werden, bzw. zu bleiben. Aufgabe der Sozialarbeiter: Tagesstruktur für Ex-Junkies, Ex-Alkis, etc... Der Zufall will es, dass er gefunden wird, von den alten Jungs, die ihn brauchen, und er gleich wieder in die Szene einsteigen soll, so als Tourfaktotum, hier allerdings geht es um rave. Also Mayday und so Sachen. Bumm, Bumm in Endlosschleifen. Um die Aufleger, mit dem einem Ohr immer am Kopfhörer. Das ist alles teilweise lustig, aber auch manchmal langatmig, weil sich der Tourstress immer wiederholt und irgendwann fängt man an, zu überlesen. Es gibt auch kein wirkliches Ende. Es plätschert dahin. Aber genial, die Beschreibung von Karl, wie er erklärt, wenn und wie die Persönlichkeit austickt, wegdriftet, sich im freien Fall befindet. Man wartet auf einen Aufprall den wir normal Abhängige, ja oft genug schmerzhaft erleben - aber die pathologisch abhängigen (Juhnke winkt aus dem Himmel) prallen nicht auf. Sie fallen permanent. Wie auf einem Kettenkarussell, bei dem sich eine Gondel löst und dann abgeht, aber nie aufknallt. Unbehaglich richtig beschrieben. Eins will ich in meinem Leben allerdings nicht mehr kennenlernen: Fluxihotels. Vor allem nicht in Schrankenhusen - Borstel.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tour ohne Plan (aber mit Meerschweinchen), 12. Dezember 2013
Von 
Peer Sylvester "peerchen" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Mitte der Neunziger ist Karl Schmidt aus der Klapsmühle, in die er von Frank Lehmann gebracht wurde, entlassen und lebt ein Leben auf Entziehungskur. Da trifft er einen alten Kumpel wieder, der ihn (da er nüchtern bleiben muss) als Fahrer für die namensgebende Technotour anheuert.

Nein, viel Handlung im engeren Sinne gibt es tatsächlich nicht. Der Tourbus fährt hierhin und dorthin und die Truppe hat überhaupt keinen Plan und alles passiert mehr oder minder einfach so. Oder wie es einer der Figuren ausdrückt "So gleichzeitig schlau und dumm, das ist lustig.". Ich kann daher verstehen, wenn man die mangelnde Romanhandlung kritsiert - aber ehrlich, dass war genaugenommen auch bei "Herr Lehmann" so (Neue Vahr Süd und Der kleine Bruder hatten imho deutlich mehr Handlung). Auch dort lief der Protagonist mehr von Kneipe zu Ereigniss, ohne groß etwas geplant zu haben.
Ein fehlender Handlungsbogen ist auch nicht schlimm - für mich verstärkt dies nur das Chaosgefühl (wenn einer der Raver z.B. Meerschweinchen einpackt und es dann vergisst). Es passt auch zum unverwechselbaren Regenerstil, der auch hier wieder dominiert. Normalerweise nerven mich Bücher, die geschrieben sind, als würde einer locker was von Pferd erzählen, aber hier gelingt das so witzig und authentisch, dass ich die Magical Mystery Tour regelrecht verschlungen habe. Ausgesprochen gut gelungen ist in meinen Augen übrigens das Ende.

Man muss übrigens die anderen Bücher nicht kennen, es hilft aber ein wenig, wenn man Herr Lehmann gelesen hat. Nötig ist das aber nicht.
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Magical Mystery oder Die Rückkehr des Karl Schmidt
Magical Mystery oder Die Rückkehr des Karl Schmidt von Sven Regener (Audio CD - 19. August 2013)
EUR 28,99
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