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"Die Krim. Goldene Insel im Schwarzen Meer: Griechen - Skythen – Goten" ist das Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung, die derzeit noch bis zum 19. Januar 2014 im "LVR-LandesMuseum Bonn" präsentiert wird. Der Untertitel "Goldene Insel" ist wohl eine poetisch verklärte Beschreibung, denn die Krimi ist tatsächlich eine Halbinsel, die mit mit dem ukrainischen Festland über die fünf bis acht Kilometer breite Landenge von Perekop verbunden ist.

timediver® hatte die heutige Awtonomna Respublika Krym auf krimtatarisch Qırım Muhtar Cumhuriyeti genannt, im Spätsommer 2012 bereist. Da ich zudem im März 2013 die Ausstellung "Graben für Germanien: Archäologie unterm Hakenkreuz" im Bremer "Focke-Museum" besucht und hierbei auch von den Plünderungen krimgotischer Artefakte im geplanten "Gotengau" durch das, der "Waffen-SS Panzergrenadierdivison Wiking" unterstellte, "Sonderkommando Jankuhn" erfahren hatte, war mein Interesse für die Bonner Ausstellung geweckt....

....die ich schließlich am 27. Oktober 2013 unter Mitführung des im Darmstädter Primus Verlag erschienenen Begleitbandes besuchen konnte.

Bereits kurz nach dem Betreten des Museum LVR-LandesMuseum Bonn stand ich bereits im Erdgeschoss mitten in der Sonderausstellung auf einer riesigen Karte des Balkans, des bis nach Nordafrika reichenden östlichen Mittelmeers, Kleinasiens und der Küsten des schwarzen Meeres. Auf und neben dieser Karte der Karte hatte man vornehmlich römische Exponate, aber auch das Modell einer griechischen Triere aufgestellt. Vitrinen und Kulissen waren hier in blauer Farbe gehalten. Da die beschriebene Karte auch in "Griechen und Barbaren" (S. 38/39), dem ersten von insgesamt 15 Essays zu finden ist, nahm ich zunächst an, dass das Begleitbuch der Konzeption und einer chronologischen Reihenfolge der Ausstellung folgt....

....wurde jedoch des Gegenteils davon belehrt, denn als ich den ersten Stock erreicht hatte, wurde ich von Texttafeln auf diesmal rotem Grund, begrüßt, welche neben einem "Epilog" die "tetraxitischen Goten", also die Krimgoten im 5. nachchristlichen Jahrhundert, zum Gegenstand hatten. Auf einer Karte der Krim waren jene Orte aus dem 6./7 Jahrhundert markiert, an denen die hierzu ausgestellten Artefakte wie Schmuck- und Trachtenembleme, Schnallen etc. in gotischen Nekropolen gefunden wurden. Gleich im Anschluss wurde "Die Krim als vielgestaltiger Naturraum und Grundlage kultureller Vielfalt" und "Das Schwarze Meer mit seinem Fischreichtum und lebensfeindlichen Tiefen" vorgestellt. Gleich daneben, ebenfalls auf diesmal grünen Untergrund, wurden aus gold gefertigte skythische Artefakte exponiert, die aus dem 4. - 6. vorchristlichen Jahrhundert stammen. Dazu gab es großflächige Wandmalereien mit der Darstellung von Kurganen. Unmittelbar daneben ging es weiter mit einer wiederum in blau gehalten Abteilung "Griechenland auf der Krim - Chersonesos". Hierzu bietet das Begleitbuch kein Essay, die entsprechenden Ausführungen zur 422 v. Chr. beim heutigen Sewastopol gegründeten griechischen Kolonie finden sich, ebenso wie die gezeigten Ausstellungsstücke im Katalogteil (S 243 ff.) des Begleitbuches! Die griechische Abteilung wird jedoch durch ein kurzes Intermezzo mit skythischen -auf grünen Grund – und Hinweisen auf die Einflüsse von Kelten, Thrakern, Sarmaten und dem Ende der skythischen Vorherrschaft unterbrochen. Die griechischen Exponate werden dann wieder abrupt von gotischen aus dem 4./5. nachchristlichen Jahrhundert abgelöst, die auf grünem Grund drapiert wurden. Dann geht es unter Beibehaltung der grünen Grundfarbe zeitlich wieder zurück über die Römer bis zu dem König von Pontos Mithridates VI. Eupator (ca. 134 v. Chr.- 63 v. Chr.). An einem ionischen Kapitell aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert angelangt, meinte timediver® das Ende der Ausstellung erreicht zu haben, sah jedoch – im wahrtsten Sinne des Wortes „rot“ und eine ganze Reihe von Lackschatullen, die offenbar aus China stammen. Ich musste jedoch feststellen, dass die gesamte „Lack-Abteilung“ noch zur Ausstellung gehört, der das Begleitbuch zudem fünf (!) Essays gewidmet hat. Da die Archäologen Lackschatullen chinesischer Herkunft in spätskythischen Gräbern gefunden hatte ist auch die Seidenstraße ein Thema der Ausstellung und eines Essays. Ein weiteres Thema ist "Der Austausch und die Kommunikation durch die eurasischen Steppen". Den Abschluss der Ausstellung bilden u. a. Stücke aus den Palästen von Neo Skythike sowie Grabinventare aus Ust'-Al'ma und anderen vorchristlichen Nekropolen.

Sowohl die Bonner Ausstellung als auch das Begleitbuch bieten trotz ihres wissenschaftlichen Anspruchs ein heilloses Durcheinander, das jedwedes strukturelle Konzept vermissen lässt. Während die Ausstellung von einer "chronologischen Springprozession" bestimmt wird, bieten die Essays des Begleitbuches eine akzeptable historische Reihenfolge. Der über 200seitige "Katalog", kann jedoch strenggenommen nicht als solcher bezeichnet werden, denn die Seiten mit den guten Farbfotos werden immer wieder von mehreren Textseiten unterbrochen. Der Katalogteil gliedert sich in die Abschnitte Städte, Heiligtümer, Gräberfelder 2. - Jh. v. Chr. - 4. Jh. n. Chr., Gräberfelder ab dem späten 4. Jh. n. Chr. Und nördliches Schwarzmeergebiet, die wiederum in verschiedene Fundorte untergliedert sind. Während in der Ausstellung keinerlei Nummerierung der Exponate vorhanden ist, wurden diese anhand der verschiedenen Fundorte katalogisiert (Kat I.1 – Kat XX.5).

Ein Anhang mit Glossar, einer z. T. kyrillischen Bibliographie, Bildnachweis, Abkürzungsverzeichnis und 15 internationalen Leihgebern, schließt das Begleitbuch ab, dass jedoch eine Vorstellung der Autoren vermissen lässt. Ebenso fehlen Anmerkungen und ein Register, was jede Suche zu einem langen Hin- und Herblättern ausarten lässt.

Sowohl Ausstellung als auch ihr Begleitband erscheinen timediver® zudem nicht ausgewogen. Während weder auf die seit der NS-Zeit verschollenen Artefakte noch auf krimgotische Siedlungen, wie Mangup Kale eingegangen wird, wird der chinesische "Lack-Komplex" unverhältnismäßig breit dargestellt. Auch fragt sich der Ausstellungsbesucher, warum die im Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte aufbewahrte "Gotenkrone von Kertsch" auch nicht als Replik oder auf einem Foto exponiert wird.

Die Texte an sich und die Fotos (in der Ausstellung ist das Fotografieren erlaubt!) sind recht brauchbar, so dass das Begleitbuch noch mit 3,5 Amazonsternen bewertet werden kann.

Bonn, den 27. Oktober 2013
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am 15. Januar 2014
Meinem Vorredner, der von Konzeptlosigkeit spricht, kann ich nicht beipflichten. Die Ausstellung ist hervorragend beschrieben, überschaubar und verständlich gegliedert. Die Farbgebungen in der Ausstellung, die leicht zwischen griechischen Kultur, solcher der Steppenvölker, unter die hier auch die Goten eingereiht sind, und Kontakten nach China unterscheiden, ist hilfreich. Die wissenschaftliche Sensation der Auffindung von chinesischen Lackarbeiten in Gräbern in der Nähe des heutigen Simferopol' hat allerdings in dem gedruckten Katalog, durchaus verständlich, übertrieben viel Raum erhalten. Wer sich über die Krim und die dort wichtigen Kulturen der Griechen, Goten und Skythen informieren will, mag sich über ein Buch, in dem chinesische Lackarbeiten derartig viel Raum einnehmen, ärgern und sich eher, wie ich, nicht zum Kauf entschließen; wer die archäologische Sensation zu würdigen vermag, wird da anders entscheiden. Allerdings ist der Katalog im Landesmuseum in Bonn bereits ausverkauft, was ja auch nicht gerade gegen die Qualität des Buches spricht, hier aber ja glücklicherweise noch erhältlich.
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