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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringliche Erinnerung und stets aktuelle Mahnung, 22. Dezember 2013
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die letzten Tage der Menschheit: Der Erste Weltkrieg in Bildern. Mit Texten von Karl Kraus (Gebundene Ausgabe)
"Es ist doch etwas Schönes um den Krieg...."
(Ein Frontjournalist im V. Akt, 55. Szene)

Von den vielen Publikationen, die im zeitlichen Vorfeld zur 100. Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges erschienen sind, ist der im Darmstädter "primus verlag" herausgegebenen Band "Die letzten Tage der Menschheit“ sicherlich etwas ganz Besonderes....

….denn mit dem in Südtirol geborenen Fotohistoriker, Publizisten und Ausstellungskurator, Dr. Anton Holzer, zeichnet sich ein Herausgeber verantwortlich, der sich nicht nur mit der Geschichte der Fotografie befasst und zu fotohistorischen und kulturgeschichtlichen Themen forscht, sondern auch an der Universität Wien zu Thema Kriegsfotografie im Ersten Weltkrieg promoviert hat. In einer einzigartigen Weise ist es ihm gelungen, kritische Texte des österreichischen Publizisten, Satiriker und Dramatiker Karl Kraus (1874 – 1936) mit über 130 Fotos in eine Form zu bringen, welche die Chronologie des Ersten Weltkrieg bild- und wortgewaltig vermitteln kann. Der für den Band gewählte Titel ist identisch mit "Die letzten Tage der Menschheit. 2 Bände. Band 5,1: Tragödie in fünf Akten mit Vorspiel und Epilog. Band 5,2: Materialien und Kommentare.", die Kraus in den Jahren 1915 - 1922 als Antwort auf den Ersten Weltkrieg geschaffen hat. Es sind Aphorismen, Gedichte und andere Texte aus diesem Werk des Herausgebers der satirischen Zeitschrift "Die Fackel", die von Holzer als Kommentare für die Bilder auswählt wurden.

Holzer bezeichnet in seinem Vorwort das 1922 erschienene monumentale Antikriegsdrama zu Recht als Chiffre für Kriegsjahre, bittere und sarkastische Abrechnung und eines der bekanntesten Antikriegsbücher überhaupt. Als leidenschaftlicher Bildersammler hatte Kraus Ansichtskarten, Fotografien, Plakate und vor allem Zeitungsbilder beim Schreiben als Anschauungsmaterial vor Augen. Der als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geborene, zum Katholizismus konvertierte Kraus hatte mit seiner Darstellung den von nationalem Pathos triefenden Hetzjournalismus der Journaille, wie er es nannte, entlarvt und wurde dafür von nicht wenigen seiner Zeitgenossen als Defätist und Vaterlandsverräter denunziert. Holzer erweckt mit mit seinem Wechselspiel von Texten und Bildern das Drama und seine dokumentarische Absicht zu neuem Leben. Das erste von insgesamt acht Kapitel vermittelt unter der treffenden Überschrift "Photografische Zitate der Wirklichkeit" eine anschauliche Einführung zu Karl Kraus und dem Ersten Weltkrieg, die mit einem Doppelporträtfoto der in Nibelungentreue verbundenen Kaiser Franz Joseph I. und Wilhelm II. Ihren Anschluss findet.

Gleichwohl Holzer ein Österreicher ist und Kraus ein einer war, dessen Texte zudem Eingang in "Der Große Krieg: Österreich im Ersten Weltkrieg 1914-1918. Der Weg in den Untergang - Die Katastrophe im Osten - Der Krieg im Gebirge - Das Ende der Monarchie", gefunden haben, der im Innsbrucker Tyrolia Verlag erschienen ist, beschränkt sich der "Primus Band" keinesfalls auf eine österreichische Sicht. Neben dem Titelbild des "Tyrolia Bandes" mit den "Lustigen Landsturmmännern auf der Fahrt zur Front" auf Seite 23 stehen die meisten Fotos und Abbildungen, wie Titelseiten von Zeitungen, Proklamationen etc. zwar in einem Zusammenhang mit der Donau-Doppelmonarchie, einer kleiner Teil der widmet sich jedoch auch den Ereignissen im Deutschen Kaiserreich und an den Kampflinien des Deutschen Heeres, vornehmlich an dessen Westfront. Der Bogen der Chronologie spannt sich vom Attentat in Sarajevo und dem anschließenden Hurra-Geschrei zum Kriegsbeginn und "lustigem Einrücken ins Feld" über die unmenschlichen Materialschlachten, dem Massensterben und Not und Elend bis zum katastrophalen Zusammenbruch.

Vierzig Anmerkungen/Fußnoten bilden zusammen mit einem Verzeichnis ausgewählter Literatur und einem Text- und Bildnachweis den Abschluss einer eindringlichen Erinnerung an den Krieg und stets aktuellen Mahnung zum Frieden, die sowohl inhaltlich als auch in ihrem Layout mit 5 Amazonsternen zu bewerten ist.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührend und intelligent, 17. November 2013
Von 
Jimmy K. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die letzten Tage der Menschheit: Der Erste Weltkrieg in Bildern. Mit Texten von Karl Kraus (Gebundene Ausgabe)
Anton Holzer kombinierte in diesem berührendem und sehr intelligentem Werk die Texte von Karl Kraus aus "Die letzten Tage der Menschheit" mit Bildern aus dem Ersten Weltkrieg und schuf so ein Panorama des Europäischen Konfliktes, das den Leser bereichert - aber trotzdem kopfschüttelnd - zurücklässt.

Karl Kraus, der zur Zeit des Ersten Weltkrieges Journalist war, war, Holzer zufolge, ein sehr akribischer und genauer Zeitungsleser. Er sammelte viele Artikel und die dazugehörenden Fotos und verarbeitete sie in seinem Drama über den Krieg.

Besonders interessant ist, dass Holzer immer wieder auf die Manipulationen der Presse durch die Obrigkeit aufmerksam macht, die während des Krieges stattfanden: Gestellte, pseudoheroische Fotographien, Bilder von Gefallenen ausschließlich der Gegenseite oder Aufnahmen von einem vermeintlich sauberen Krieg - all diese Fotos zeigen, wie gleichgeschaltet Medien und Presse zur damaligen Zeit wirklich waren.

Das Buch selbst ist nicht besonders dick - es erreicht nicht einmal 150 Seiten. Die gelungene Textauswahl sowie die beklemmenden, manchmal bestürzenden Fotos lassen das Lesen aber sehr leicht fallen. Ich für meinen Teil habe bei der Lektüre des Buches sehr, sehr viel gelernt und empfehle es allen am Ersten Weltkrieg interessierten, am Besten in Kombination mit Ernst Friedrichs Klassiker Krieg dem Kriege.

Fünf Sterne für ein lehrreiches, intelligentes und enthüllendes Buch voller Wahrheit.
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Die letzten Tage der Menschheit: Der Erste Weltkrieg in Bildern. Mit Texten von Karl Kraus
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