Kundenrezensionen

303
4,3 von 5 Sternen
Die Frauen, die er kannte: Ein Fall für Sebastian Bergman
Format: BroschiertÄndern
Preis:14,95 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

45 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Dezember 2012
Das Autorenduo Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt hat mit "Der Mann der kein Mörder war" den Auftakt zu einer Krimireihe geschaffen, die vor allem um den ebenso genialen wie soziopathischen Kriminalpsychologen Sebastian Bergman aufgebaut ist. Nachdem das Erstlingswerk in vielen Ländern die Bestsellerlisten im Sturm erobert hat, war es folgerichtig, dass zeitnah ein zweiter Band erscheinen musste. Mit "Die Frauen, die er kannte" halte ich diesen nun in den Händen. Und was soll ich sagen? Das Autorenduo hat in meinen Augen nicht nur den guten (aber nicht hervorragenden) Auftakt reproduziert, sondern sogar überflügelt.

Der Klappentext warnt: "Sein Gegner ist ihm ebenbürtig". Und schnell erfährt der Leser worum es geht: Eine Reihe von Morden erschüttert Stockholm. Die Reichsmordkomission unter Torkel Höglund - den wir schon aus dem ersten Teil als Protagonisten kennen gelernt haben - ist ratlos: Die Morde tragen allesamt die exakte Handschrift des genial-gestörten Serienmörders Edward Hinde. Doch der sitzt seit vielen Jahren bestens bewacht in einem Hochsicherheitstrakt...
Mehr oder weniger zufällig schlittert Sebastian Bergman aus privatem Interesse in die Ermittlung. Besonders pikant: Er war es, der Hinde damals hinter Gittern gebracht hat. Ist Hinde in die Morde involviert? Und wird es dem Team gelingen, weitere Taten zu stoppen?

Zugegeben, das klingt nicht sonderlich originell. Genau wie im Vorgängerband ist die Geschichte mehr oder weniger aus Versatzstücken des Genres zusammengesetzt. Bei "Die Frauen die er kannte" ist das sogar noch deutlicher. Sebastian Bergman schwimmt offenkundig auf der Welle der "genialen, aber sozial unfähigen" Ermittler, Mediziner, Detektive etc., die uns in Buch, Fernsehen und Kino in letzter Zeit so oft begegnen. Hinzu kommt Edward Hinde, der mit seiner berechnenden Intelligenz und seinem Charisma deutliche Anleihen bei Hannibal Lecter aufweist.
Die gute Nachricht ist: Die wenig originelle Idee fällt deshalb nicht sonderlich in's Gewicht, weil sie einfach herausragend gut erzählt ist. Wie bei vielen "skandinavischen" Krimis üblich wird der Leser nicht (nur) durch krasse Plottwists, sondern vor allem durch Atmosphäre, authentische Charaktere und deren Interaktion gebunden.
Besonders gut gefällt mir vor diesem Hintergrund, dass die Autoren viele "offene" Fäden des Vorgängerromans aufgreifen und geschickt weiter erzählen. Mehr noch: Viele Elemente, die vorher im Hintergrund standen, werden konsequent weiterentwickelt und in die Haupthandlung dieses Buches eingeflochten. Gleichzeitig führt das Autorenduo aber auch neue Aspekte ein. Man hat wirklich den Eindruck, dass die Charaktere eine Entwicklung durchmachen und dadurch eine gewisse Lebendigkeit erhalten. Das betrifft nicht nur Sebastian Bergman, sondern auch die anderen Mitglieder des Ermittlerteams. Egal ob Billy um seine neue Stellung im Team kämpft oder Ursula mit Torkel an ihrer Beziehung zueinander hadern - die Charaktere erhalten Farbe und Tiefe.
Die Entwicklung des Spannungsbogens gefällt mir hierbei ebenfalls. Man könnte bemängeln, dass der Anfang des mit gut 700 Seiten ordentlich langen Buches etwas schleppend verläuft... mich hat das allerdings insofern nicht gestört, als dass die Autoren sich hier ausreichend Zeit für die erwähnte Charakterentwicklung nehmen und somit die späteren Motivationen klar vorzeichnen. Und wenn es dann erst einmal "losgeht", ist auch ordentlich Geschwindigkeit in der Geschichte. Konserviert haben die Autoren auch den flüßigen und zweckmäßigen Schreibstil. Wieder ist für mich kein offensichtlicher Stilbruch/Stilkonflikt zwischen den beiden Autoren erkennbar. Prima!

Natürlich ist auch bei diesem Buch nicht alles perfekt. Wie schon im Vorgänger ist mir die Dualität der Hauptfigur Sebastian Bergman nicht ausdifferenziert genug. In meinen Augen wird weder seine angebliche Genialität deutlich (die meißten seiner Ermittlungsbeiträge wirken trivial oder zumindest nicht komplex genug, dass nur ein Mann in ganz Schweden auf sowas kommen könnte), noch ist er wirklich das Ekelpaket, zu dem er immer auf Klappentexten, Vorworten etc. hochstilisiert wird. Im Gegenteil: "Die Frauen die er kannte" bemüht sich diesmal noch umfangreicher, die menschliche, zuweilen fast weinerliche Seite Bergmans zu betonen. Unter dem Strich ist er selten gemein, und wenn, dann ist das Buch bemüht, dem leser zu erklären, wieso das so ist.

Möglicherweise könnten sich auch die Geister an der neuen Richtung des Romans scheiden: Während der Vorgänger den eigentlichen Kriminalfall fokussierte und das Privatleben der Ermittler nur Nebensache war, rückt nun vor allem Bergman in den Vordergund. Bergman ermittelt nicht nur am Fall - er IST in gewisser Weise der Fall, nicht nur wegen seiner besonderen Beziehung zu Hinde. Das kann zwar ein gewisses Potential in der Charakterentwicklung offenbaren, wird aber auch ein Stück unplausibel. Ich persönlich betrachte dieses Experiment als gelungen.

FAZIT:

Hjorth und Rosenfeldt haben mit "Die Frauen die er kannte" die Stärken des Vorgängers konserviert und viele Schwächen ausgemerzt. Sie haben sich nicht auf dem Ruhm des Erstlingswerkes ausgeruht, sondern ihre Charaktere und damit auch ihre Geschichte konsequent weiterentwickelt. Obwohl noch kleinere Baustellen bestehen, ist "Die Frauen die er kannte" in meinen Augen ein rundum gelungener Schwedenkrimi. Ich kann dieses Buch vorbehaltslos jedem empfehlen, der am Vorgänger gefallen gefunden hat. Den sollte man allerdings auch gelesen haben, denn sonst wird es schwierig, die ein oder andere Facette des Buches voll zu erfassen.
Sicherlich ist dies nicht das letzte Abenteuer von Sebastien Bergman, da wir auch hier schon wieder einige Nebenschauplätze auf dem Weg zur Hauptrolle ausgemacht haben... ich werde mir das kommende Buch sicherlich zulegen. Also unter dem Strich: 5/5 Sterne, tolles Buch, zugreifen!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wie schon beim Auftakt der Serie habe ich mich auch beim zweiten Fall des Ermittler-Teams um Torkel Höglund für die UNGEKÜRZTE Hörbuch-Fassung des Audiobuch-Verlages mit einer Spieldauer von satten 1174 Minuten (also rund 19,5 Stunden) entschieden. Gepackt ist das Ganze auf zwei mp3-CDs in einer handlichen Papphülle. Man benötigt daher eine mp3-taugliche Abspielmöglichkeit (CD-/mp3-Player, Smartphone, Tablet o.ä.).

Zur Handlung: Ein Serientäter ermordet Frauen zu Hause in ihren Wohnungen. Er kopiert dabei bis ins Detail die Vorgehensweise des seit Jahren im Gefängnis einsitzenden Edward Hinde, der seinerzeit nicht zuletzt durch die Unterstützung des Profilers Sebastian Bergman überführt werden konnte. Doch gibt es – wie der Titel schon erahnen lässt – noch eine weitere Verbindung zwischen Sebastian Bergman und den aktuellen Mordfällen. Torkel Höglund bleibt somit schon fast keine andere Wahl, er nimmt Sebastian trotz einiger Bedenken wieder in sein Team auf, um dem Mörder auf die Spur zu kommen.

Die Handlung kommt nur langsam in Schwung, erst etwa ab der Mitte nimmt die Erzählung Fahrt auf. Viel Raum nehmen die Beziehungen der Ermittler untereinander und die Veränderungen in deren Privatleben ein. Manche Details wirken leider ein wenig arg konstruiert. Allen voran der neue Aufgabenbereich von Haraldson und vor allem wie übertrieben tölpelhaft er dabei agiert … wegen mir hätte man es auch bei seinem Auftritt im ersten Teil der Reihe belassen können.

Warum habe ich dennoch – und sogar mit wachsender Begeisterung – das Hörbuch bis zum Ende gehört? Wohl vor allem deswegen, weil die eigentlichen Mordfälle und deren Auflösung nicht so sehr im Vordergrund stehen wie in manch anderen Krimis. Die Ausführlichkeit, mit der die privaten Seiten der Ermittler beleuchtet werden, ihre Befindlichkeiten und Unzulänglichkeiten, hat mir wie schon im ersten Teil der Reihe gut gefallen. Nicht alles, was da ans Tageslicht kommt, weckt Sympathien. Bei mir aber auf jeden Fall den Wunsch, zu erfahren, wie es mit jedem einzelnen Mitglied der Reichsmordkommission weitergeht, wie sich diese Menschen und ihre Familien entwickeln, beruflich und privat.

Hierin liegt denke ich auch eine Stärke des Autorenteams Hjorth & Rosenfeldt. Sie haben ein interessantes Ermittlerteam mit sehr unterschiedlichen Charakteren ins Leben gerufen. Es macht einfach Spaß, sie – fallübergreifend – bei der Arbeit zu begleiten.

Man muss allerdings auch die erforderliche Zeit mitbringen und bereit sein, sich auf fast 20 Stunden Erzählung, in denen es naturgemäß nicht immer Schlag auf Schlag geht, einzulassen. Wer Krimi-Fast-Food sucht, ist hier definitiv falsch.

Von der Story her würde ich gute 4 Sterne vergeben, den fünften Stern gibt’s nur für die ungekürzte Hörbuchfassung, insbesondere für den erneut souveränen und sehr angenehm anzuhörenden Sprecher Douglas Welbat.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Oktober 2012
Den ersten Teil habe ich in kurzer Zeit verschlungen und freute mich auf Teil 2, doch das, was am Anfang spannend und abwechslungsreich war, verkam hier zu teils völlig umotiviertem, unwahrscheinlichem und mühseligem Geschwätz - hoffentlich nicht, um die vielen Seiten zu füllen. Der Leser war nun zur Genüge über Bergmans Sexsucht informiert, das Tsunami-Trauma war hinreichend bekannt, die Dummheit des Anstaltschefs (Person bereits aus Band 1 bekannt) nahm geradezu groteske Ausmaße an und das Team erschien an vielen Stellen unfähig, sinnvoll zu ermitteln. Spannend gezeichnet waren die Figuren der Täter, der Plot war teils temporeich und führte den Leser immer wieder in die Irre. Schade, dass einige angefangene Geschichten nicht zu Ende erzählt wurden.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Januar 2015
4,5 Sterne

Meine Meinung

Der erste Band hat mir ja schon sehr gut gefallen und da ich den zweiten schon auf dem SuB hatte, musste ich gleich weiterlesen. Zum Glück, denn der zweite toppt den ersten sogar noch. Trotzdem musste ich einen halben Stern abziehen, weil sich der Anfang hier etwas hingezogen hat. Was aber danach kam, war einfach nur genial!

Es geht einige Monate nach dem ersten Fall in Väseras weiter - und man sollte die Bände wirklich der Reihenfolge nach lesen, denn auch wenn die Mordfälle in sich abgeschlossen sind, stehen hier auch vor allem die Protagonisten, ihre Gefühlswelt und Beziehungen zueinander im Vordergrund. Es gibt natürlich kleine Rückblicke und Hinweise, was im ersten Teil vorgefallen ist, aber das ganze ist so ineinander aufgebaut, dass man es nicht so gut nachvollziehen kann, wenn man die vorherigen Umstände nicht kennt.

Während im ersten Band der Fokus auf Sebastian Bergman, Vanja Lithner und Torkel Höglund lag, erfährt man hier auch mehr über die beiden anderen im Ermittlerteam: Ursula und Billy. Aber auch Thomas Haraldsson ist wieder mit von der Partie, der im vorigen Fall eine etwas unglückliche Rolle gespielt hat und der auch hier wieder eine etwas unglückliche und ungewollt komische Figur abgibt. Er macht irgendwie immer alles verkehrt, egal, was er anpackt.
Sebastian Bergmans Verhalten wird immer abstruser, aber immer noch glaubwürdig. Sein Leben ist so völlig aus dem Ruder gelaufen und ich hab mit Staunen und Bestürzung verfolgt, auf welche grotesken Ideen er kommt!
Vanja ist sich ihrer Linie treu und dieses Mal wird ihr freundschaftliches Verhältnis mit Billy mehr unter die Lupe genommen. Billy ist ja bei den Ermittlungen immer etwas im Hintergrund, aber seine neue Freundin My gibt ihm den Auftrieb, sich zu profilieren und seinen Stand im Team mehr herauszufordern.
Ursula war für mich im ersten Band noch eher eine Randfigur und je mehr sie jetzt in den Vordergrund tritt, desto weniger kann ich sie einschätzen. Einerseits hat sie sich mit einigen Ansichten meine Sympathie verwirkt, andererseits kamen aber auch Hintergründe ans Licht, die mich ihr wieder näher gebracht haben.

Der Fall an sich ist noch komplexer aufgebaut und hat keinerlei Ähnlichkeit mit dem ersten - die Autoren haben hier kein Muster, nach dem sie vorgehen, es ist überraschend und nach dem etwas trägen Anfang nur fesselnd! Abgründe der menschlichen Psyche tun sich hier auf und wieder spielt die Vergangenheit eine große Rolle. Es wird sehr gekonnt dargestellt, welche Päckchen jeder Mensch aus seiner eigenen Geschichte mit sich trägt und wie jeder anders darauf reagiert und damit umgeht. Eine Charakterstudie der ganz besonderen Art.
Die kleinen Cliffhanger am Ende der Kapitel haben mich einfach nur weitergetrieben, die Perspektiven haben auch hier wieder oft gewechselt - ein Stil, der mich immer mehr begeistert! Überhaupt ist die Schreibweise sehr mitreißend, geradlinig und nur an sehr wenigen Stellen, eben am Anfang, etwas ausschweifend.
Am Ende gibt es wieder eine böse Überraschung, eine Entwicklung, auf die ich jetzt schon so gespannt bin, dass ich sicher bald den dritten Band lesen werde.

Fazit

Trotz des etwas langgezogenen Anfangs ein Highlight, denn der Fall und die persönlichen Verwicklungen sind einfach genial durchdacht und so fesselnd geschrieben, dass es mich einfach nicht losgelassen hat! Bisher kann ich die Reihe für jeden Krimifan empfehlen!

© Aleshanee
Weltenwanderer

Sebastian Bergman Reihe

1 - Der Mann, der kein Mörder war
2 - Die Frauen, die er kannte
3 - Die Toten, die niemand vermisst
4 - Das Mädchen, das verstummte
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Mai 2013
Sebastian Bergman ist eine der interessantesten Romanfiguren, über die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Wenn man sich manchmal überlegt, den Menschen böse Wahrheiten ungeschminkt ins Gesicht zu schleudern, seine gemeinen und gehässigen Gedanken einfach mal in die Tat umzusetzen oder sich über Konventionen und Rücksichten hinwegzusetzen und nur nach seinen eigenen Interessen zu leben – dann kann man bei Sebastian Bergman nachlesen, wie das geht.
Dummerweise ist er auch ein bedauernswerter, vom Schicksal gebeutelter Mensch, einsam, von Alpträumen verfolgt, unfähig zu vertrauensvollen zwischenmenschlichen Bindungen, der dies aber mit schneidend scharfem Verstand erkennt und sich nur selbst dabei im Weg steht, sein Verhalten zu ändern. Im Laufe des Buches lässt er gelegentlich seine menschliche Seite durchblitzen und man darf hinter die Fassade schauen. Das macht ihn als Charakter hoch interessant und lässt einen alleine schon seinetwegen weiter lesen, denn seine Unfähigkeit zu reden oder im Team zu arbeiten wirkt sich auch negativ auf die Mordermittlungen aus und erhöht gehörig die Spannung.
Das Autorenteam nimmt sich Zeit für seine Charaktere. Nicht nur Sebastian wird bis in die dunkelsten Winkel ausgeleuchtet, auch die anderen Ermittler und sogar Nebenfiguren bekommen Eigenheiten, Tiefe und Charakter. Dadurch, dass sich Hjorth und Rosenfeldt nicht nur auf die Mordermittlungen focussieren, sondern viel Raum lassen für interessante Blicke in die Seelen der Handelnden, haben wir für einen Krimi ungewöhnliche 726 Seiten vor uns, auf denen aber nicht ausschweifend geschwafelt, sondern brillant und kurzweilig erzählt wird. Im letzten Drittel bahnt sich dann neben den Psychospielchen zwischen Bergman und Serienmörder Hinde noch ein handfester Showdown an, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt.
Band 1 “Der Mann, der kein Mörder war”, hat mir schon sehr gut gefallen, wird aber durch den zweiten Band noch übertroffen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2013
Nachdem ich den 1.Band von Hjorth & Rosenfeldt "Der Mann, der kein Mörder war" gelesen habe und sowas von begeistert war, habe ich mir sofort den 2. Band bestellt. Mit entsprechend hoher Erwartung bin ich an dieses Buch heran gegangen. Zum Inhalt selbst will ich nicht viel schreiben, denn jeder Leser sollte nicht schon im vornherein wissen, was genau der gesamte Prolog hergibt. Nur so viel, das erste Drittel des 2. Bandes hat sich gezogen, wie ein Kaugummi und ich hatte wirklich Mühe vorwärts zu kommen. Mir war die Figur des "Sebastian Bergmann" viel zu prägnant, ich hatte zu Anfang leider das Gefühl, ich lese einen Lebensroman des Hauptdarstellers! Da ich jedoch vom 1. Band so begeistert war, kämpfte ich mich durch dieses erste Drittel und wurde für meine Geduld mehr als belohnt! Ab dem 2. Drittel des Buches steigerte sich die Spannung und Handlung so derartig, dass ich doch tatsächlich teilweise mit Herzklopfen gelesen habe und das lesen konnte nicht so schnell gehen, wie ich wissen wollte, wie es weitergeht! Fantastisch, ab dem zweiten Drittel habe ich jede freie Minute mit lesen zugebracht und das fast ganze fünf Stunden am Stück. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen bzw. eine Pause einlegen! Einziges Manko ist der Darsteller "Thomas Haraldsson", welcher als kompletter Vollidiot dargestellt wird und durch seine Blödheit auch der Leser etwas für dumm verkauft wird...denn in welchem Hochsicherheitstrakt kann ein Gefängnisdirektor einfach mal so einen Schwerstverbrecher (4-facher Mörder) in seiner Zelle auf einen "Ratsch" besuchen! Hier wünsche ich mir von den Autoren, dass auch ihre Leser als vollwertige gedanklich klare Menschen wahrgenommen werden. Alles in allem vergebe ich trotz kleiner Schwächen zu Beginn des Buches "fünf Sterne", ein geniale Fortsetzung mit einer genialen nervlichen Hochspannung! Schon heute freue ich mich auf den 3. Band der Autoren! Mit ein bisschen Geduld zu Beginn des 2. Bandes ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch für jeden Krimi/Psychothriller-Fan!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. November 2012
Mein Fazit: Auch der zweite Teil der Krimi-Reihe um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman kann überzeugen.

Der neue Fall schließt ohne größeren Übergang an den ersten Fall ”Der Mann der kein Mörder war” an. Sebastian Bergman ist nicht mehr bei Polizei und verbringt seine Zeit damit, seine Tochter zu verfolgen, die allerdings nicht weiß, dass er ihr Vater ist. Die Tochter arbeitet in der Mordkommission mit Kommissar Höglund zusammen und so kommt Bergman auf die Idee, seine Dienste bei seinem alten Freund Höglund anzubieten. Dem kommt dieses Angebot sehr zugegen, weil er es mit einer Reihe von Mordfällen im sommerlichen Schweden zu tun hat, welche die Handschrift eines in Haft sitzenden Serienmörders tragen. Wie es der Zufall will, hatte damals Sebastian Bergman diesen Serienmörder hinter Gitter gebracht und mit dem Kriminalteam beginnt er nun, den Täter zu suchen.

Soweit die Geschichte – insgesamt nichts neues oder besonderes. Was die Geschichte aber interessant und sehr kurzweilig macht, ist der Charakter des Sebastian Bergmans. In der Inhaltsangabe ist er mit dem Adjektiv “eigenwillig” beschrieben. Das ist sehr untertrieben. Er ist ein sehr schwieriger Charakter, der keine Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten oder Umgangsformen nimmt. Interessanterweise finde ich den Charakter aber gar nicht so unsympathisch. Die Autoren verstehen es sehr geschickt, die Waage zu halten, zwischen unmöglichen Verhalten und dem nachvollziehbaren Enthusiasmus bei der Aufklärung eines Falles.

Ein besonderes Lob gibt es für das Ende des Buches. Nicht für die Aufklärung des Falles, sondern für den Prolog. Mit wenigen Sätzen gelingt es den Autoren, einen Cliffhanger einzubauen, der es mich kaum erwarten lässt, den dritten Teil um Sebastian Bergman zu hören. Da merkt man, dass die beiden Autoren viel für das Fernsehen arbeiten. Das ist dann im nachhinein auch ein kleines Problem. Die ganze Geschichte ist sehr glatt und ohne Ecken und Kanten. Perfekt also für das Fernsehen geschrieben, quasi ist das Drehbuch schon vorgelegt. Das kann natürlich auch daran liegen, dass das Hörbuch bislang nur als gekürzte Fassung vorliegt. Aber Rettung ist in Sicht. Für November 2012 hat audible.de eine vollständige Lesung des ersten Teils in ihrer Programmvorschau.

Das Hörbuch wird sehr gut und routiniert von Douglas Welbat gelesen, der eine wirklich sehr angenehme Stimme hat.

Meine Wertung: Vier von fünf Sterne. Auch der zweite Teil der Reihe um Sebastian Bergman ist Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt sehr gelungen. Spannend und interessant bis zum Schluss. Ich freue mich schon auf den dritten Teil und dann sind bestimmt auch mal fünf Sterne für diese tolle Krimi-Reihe fällig.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Format: BroschiertVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Die Story hat im Prinzip viel Potenzial. In Stockholm werden mehrere Frauen ermordet. Alles deutet auf einen Serienmörder hin,zumal die Inszenierung der Morde bis ins Detail an jene erinnert, die der inzwischen im Hochsicherheitstrakt sitzenden Massenmörder Edward Hinde vor etlichen Jahren begangen hat. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass nach so langer Zeit Nachahmungstäter auftreten gering erscheint, deutet doch die Identität der Ereignisse darauf hin. Hinde wurde damals vom Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann überführt. Die Autoren konstruieren einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Opfern und Bergmann, weil alle Ermordeten zeitweise eine intime Beziehung zu ihm hatten. Diese Verbindung ist der Hauptgrund, warum ihn der Leiter der Reichsmordkommission in die Ermittlungen mit einbezieht. Bergmann soll angeblich ein "genialer" Profiler sein, de facto ist er ein völlig zerrütteter Mensch. Arrogant, egoistisch, unfreundlich, sexbesessen zudem dem Alkohol nicht abgeneigt. Kurz ein Egomane par Excellence. Ein Mensch mit solchen Charakterstrukturen ist naturgemäß niemals in ein Team zu integrieren, noch ist es schwer vorstellbar, dass er gute und effektive Polizeiarbeit leistet. Das tut er m.E. in diesem Fall auch nicht.
Ein Großteil des Buches befasst sich in epischer Breite mit der Charakterisierung der anderen Ermittler inclusive der präzisen Erörterung ihrer persönlichen Probleme. Fast alle sind irgenwie gestört. Gehören solche inensiven Charakterstudien in einen Krimi? Wenn sie der Handlung dienen schon, ansonsten kommt bei solchen überflüssigen Passagen bei mir der Drang auf, das Buch "quer" zu lesen. Die Autoren begehen zudem einige schwere handwerkliche Fehler. Besonders aufgefallen ist mir, dass sie zumindest eine Person charakterisieren, die für die Handlung völlig bedeutungslos ist. Figuren in ein Werk einzufügen, die nur einmal auftauchen, geht gar nicht! Effektive Polizeiarbeit kommt in dem Buch kaum vor. Fahndungen, Durchsuchungen und das Ziehen von Schlüssen scheinen den Ermittlern fremd zu sein. Polizeiarbeit ist oftmals das "Bohren dicker Bretter". Die Autoren versuchen in dem langen Werk, dem Leser vorzugaukeln, dass es sich hier um einen besonders schwierigen Fall handelt mit vor Intelligenz strotzendem Täter. Dabei ist die Lösung simpel und unglaubwürdig. Der Fall wird lediglich durch die stümperhafte Polizeiarbeit verkompliziert. Die Kompetenz der Ermittler beschränkt sich auf Reaktion, nie ergreifen sie Initiative, geschweige denn ermittlungstechnische Phantasie. Der Leser ist mental den Handlungen der Polizei immer mindestens einen Schritt voraus!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 31. August 2012
Format: BroschiertVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )Verifizierter Kauf
"Die Frauen, die er kannte" ist der 2. Band des schwedischen Autoren-Duos Hjorth & Rosenfeldt um den gebeutelten, aber unsympathischen Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann. Den 1. Band habe ich nur unter Zwang zu Ende gelesen, da die Person Bergmann wirklich unerträglich agierte und mir die (eigentlich recht spannende) Story gründlich verlitten hat.

Zum Glück -muss ich sagen- habe ich mich trotzdem überwunden, und diesen Band begonnen - er ist wirklich um Längen besser als der Vorgänger, und kann auch ohne Fall-Kenntnis gelesen werden. Anscheinend haben die Autoren selber bemerkt, dass bestimmt nicht viele Krmi-Fans bereit gewesen wären, sich mit einem Dauer-Unsymphat, der weder Freund noch Feind kennt und einfach jeden schlecht behandelt, über viele Bände zu "begleiten". Bergmann ist zwar nicht über Nacht zu Mr Nice Guy mutiert, aber wird dem Leser in diesem Buch westentlich sympathischer, sein Schicksal - und seine Trauer - werden dem Leser näher gebracht. Die Entwicklung der Person Begrmann nimmt daher auch einen gewissen Raum in diesem mit fast 730 Seiten eh nicht schmalen Buch ein; dies empfand ich aber nicht als störend. Es dauert einige Seiten, bis die eigentliche Story - die brutale Ermordung von Frauen in Stockholm; der Modus Operandi der Taten deutet auf einen Serienmörder hin, den Bergmann einst hinter Gitter brachte, und der nun im Hochsicherheitstrackt einsitzt; zudem scheint es, dass alle ermordeten Frauen gewisse Kontake zu Bergmann hatten (auch wenn er sich nicht an alle erinnern kann) - in Fahrt kommt, aber ab rund der Hälfte des Buches, dessen Story einen durch ein recht brutales, aber gut geschriebenes Eingangs-Kapitel schnell gefangen nimmt, wirds doch rasant. Die Autoren verknüfen durchaus geschickt die Erzählstränge zu einem echten "Page-Turner", der fast schon amerikanische Qualiäten hat.

Ich denke, nicht zu viel zu verraten, wenn ich sage, dass Bergmann am Ende aber durchaus am Leben ist, und weiteren Bänden, die hoffentlich diesen positven Trend fortführen, nichts im Wege steht.

Dies ist sicher keine hohe Literatur, aber beste, spannende, recht kurzweilige Krimikost, für Fans von Mankell UND z.B. Michael Connelly. Volle Kaufempfehlung!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 31. August 2012
Der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman steht auch im zweiten Roman des Autorengespanns Hjorth & Rosenfeldt im Mittelpunkt. Vor 14 Jahren hat Bergman den Serienmörder Edward Hinde hinter Schloss und Riegel gebracht, der mehrere Frauen vergewaltigt und getötet hat.
Seitdem hat sich in Bergmans Leben viel geändert: er hat bei dem Tsunami 2004 seine Frau und Tochter verloren und ist zu einem richtigen egozentrischen, zynischen Ekel mutiert, der wahllos mit allen möglichen Frauen Sex hat und sie dann wie heiße Kartoffeln fallen lässt.

Plötzlich werden neue Morde an Frauen begangen, die Taten verlaufen genau wie seinerzeit die Morde von Edward Hinde. Dieser sitzt jedoch in einem Hochsicherheitstrakt ein und hat keinerlei Verbindung zur Außenwelt. Woher kann der Nachahmungstäter die detaillierten Informationen über die Mordserie von 1996 haben?
Als Sebastian Bergman erkennen muss, dass die Opfer der neuen Mordserie allesamt ehemalige Eroberungen von ihm sind, muss die Reichsmordkommission wohl oder übel erneut mit ihm zusammenarbeiten, obwohl er sich dort bereits beim vergangenen Fall ("Der Mann, der kein Mörder war") sehr unbeliebt gemacht hat. Vom Mordfall abgesehen, hat Bergman aber auch noch seine ganz persönlichen Gründe, warum er unbedingt wieder im Team von Torkel Höglund mitarbeiten will...

Wie der erste Roman ist auch dieses Buch sehr spannend zu lesen und bietet unterhaltsame Stunden. Die Charakterisierung einiger Figuren war mir hier allerdings viel zu unglaubwürdig: Der Protagonist ist der größtmögliche Unsympath, dessen Benehmen an und für sich schon unglaubwürdig ist. Noch unrealistischer ist aber seine Verwandlung, als es um eine Person geht, die ihm nahe steht. Plötzlich ist der gnadenlose Egomane bereit, für einen anderen Menschen sogar sein Leben zu geben.
Auch der inkompetente Polizist Thomas Haraldsson aus dem ersten Roman taucht wieder auf. Schon im Vorgängerroman war dieser Haraldsson wegen seiner Dummheit aufgefallen. Er hat inzwischen die Arbeit bei der Polizei aufgegeben und leitet nun die Haftanstalt, in der Edward Hinde einsitzt. Wie kommt ein solcher Mensch zu einem solchen Führungsposten? Niemand in seiner Position würde sich einem hochintelligenten Serienmörder gegenüber so naiv und leichtsinnig verhalten wie er.
Auch die Figur der Ellinor, einer Bettbekanntschaft von Bergman, die sich nicht so einfach "ablegen" lassen will, scheint mir sehr unrealistisch gezeichnet zu sein. Sie bringt allerdings Humor in die Geschichte und sorgt auch für einen kleinen Cliffhanger am Ende...
Die Motive der beiden Täter sind nur teilweise nachzuvollziehen: im Fall von Edward Hinde ist dies noch möglich, im Fall des Nachahmungstäters kann ich mir kein anderes Motiv vorstellen als dessen Bewunderung für den "Meister" Edward Hinde. Ansonsten sind seine Taten unlogisch.

"Die Frauen, die er kannte" ist ein unterhaltsamer und streckenweise sehr spannender Kriminalroman, der aber wegen der schwachen Charakterisierung der Figuren nicht an den ersten Band heranreicht. Trotz der Tatsache, dass ich vieles als unglaubwürdig empfunden habe, werde ich auch den nächsten Band lesen, hoffe aber, dass die Autoren dann nicht ganz so dick auftragen.
Ich empfehle, die beiden Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, weil Bergmans Hauptmotivation für die Zusammenarbeit mit der Reichsmordkommission auf einer Tatsache beruht, die erst am Ende des ersten Bandes offensichtlich wurde.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Der Mann, der kein Mörder war: Ein Fall für Sebastian Bergman
Der Mann, der kein Mörder war: Ein Fall für Sebastian Bergman von Michael Hjorth (Taschenbuch - 2. Januar 2013)
EUR 9,99

Die Toten, die niemand vermisst: Ein Fall für Sebastian Bergman
Die Toten, die niemand vermisst: Ein Fall für Sebastian Bergman von Michael Hjorth (Broschiert - 1. Juli 2013)
EUR 14,99

Das Mädchen, das verstummte: Ein Fall für Sebastian Bergman
Das Mädchen, das verstummte: Ein Fall für Sebastian Bergman von Michael Hjorth (Gebundene Ausgabe - 15. Oktober 2014)
EUR 19,95