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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantasy mit Tiefgang und eigener Handschrift
"Die Verborgenen" ist der erste Band der neuen romantischen Fantasyreihe "Schattenblüte", die wie jedes gute Jugendbuch LeserInnen jeden Alters begeistern könnte. Dazu zähle ich auch Leser, weil die Themen des Romans nicht nur Frauen ansprechen können, obwohl es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Das Buch hat ein richtiges Ende und kann deshalb...
Veröffentlicht am 3. November 2010 von Solaris

versus
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Melancholische Werwölfe
Nachdem Luisas Eltern nach dem Tod ihres Sohnes Fabian überstürtzt nach Berlin ziehen, zieht es Luisa immer wieder in den Grunewald, weil sie dort ganz alleine ist und das ist genau das, was sie zurzeit will. An ihrem 17 Geburtstag geht sie wieder dort hin und steht kurz davor, Selbstmord zu begehen als ihr Thursen über den Weg läuft und sie rettet. Er...
Veröffentlicht am 3. November 2010 von Astrid "Letannas Bücherblo...


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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantasy mit Tiefgang und eigener Handschrift, 3. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
"Die Verborgenen" ist der erste Band der neuen romantischen Fantasyreihe "Schattenblüte", die wie jedes gute Jugendbuch LeserInnen jeden Alters begeistern könnte. Dazu zähle ich auch Leser, weil die Themen des Romans nicht nur Frauen ansprechen können, obwohl es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Das Buch hat ein richtiges Ende und kann deshalb auch unabhängig von der Reihe gelesen werden. Als Urban Fantasy spielt es an realen Schauplätzen, und zwar in der deutschen Hauptstadt, so dass Berliner LeserInnen die Schritte der Figuren im Roman ziemlich genau verfolgen werden können. Sie erscheinen einem so plastisch vor den Augen, dass man fast überrascht wäre, sie nicht an den beschriebenen Orten zu treffen.

Die 17-jährige Luisa hat ihren kleinen Bruder verloren. Die Eltern versuchen den Tod des Kindes zu vergessen und ziehen fluchtartig von Hamburg nach Berlin um. Aber das löst die Probleme nicht: Die Familie droht zu zerfallen, Luisa hält es zu Hause nicht mehr aus, fühlt sich in der neuen Stadt schrecklich, vernachlässigt die Schule und entwickelt langsam eine Essstörung. Sie sucht die Stille des Waldes, wo sie um ihren Bruder trauern kann. Als sie einmal mit dem Gedanken spielt, sich das Leben zu nehmen, wird sie von einem geheimnisvollen Jungen aufgehalten. Thursen ist ein Werwolf, der sie schon lange beobachtet hat, und nicht der einzige seiner Art in Grunewald. Aber die Zeit, in der er auch in seiner Menschengestalt leben kann, ist um, und jede neue Verwandlung fällt immer schwerer. Er muss bald endgültig zum Wolf werden. Aus einem alten Gedicht erfährt Luisa, wie sie ihren Geliebten retten könnte - aber die Lösung könnte Thursen auch töten.

Die Geschichte überrascht zunächst nicht: Das junge Mädchen in einer schwierigen Phase trifft einen geheimnisvollen Jungen und beide verlieben sich auf den ersten Blick, aber die Ähnlichkeiten mit anderen Fantasyreihen enden hier. Der Fremde ist diesmal weder der strahlende Held, noch der neue Mädchenschwarm in der Klasse mit den Markenklamotten und dem teuren Auto, der sich als Vampir/Engel/sonstiger Unsterblicher erweist. Es sind gerade die früheren Opfer, die Trauernden, die Verängstigsten, die Gemobbten und die Verlierer, die in "Schattenblüte" im Mittelpunkt stehen und dort Gleichgesinnte finden. Sie sind nicht unsterblich, sondern verletzbar - und brauchen nicht erst von einem Wolf gebissen zu werden, um zu "Verborgenen" zu werden. Was ich damit andeuten möchte, ist - dieser Roman ist eigentlich literarisch und mit einer wunderschön zärtlichen, aber genau so dramatischen Liebesgeschichte, in der keine der beiden Figuren dominiert. Zunächst ist Thursen derjenige, der der untröstlichen Luisa einen neuen Lebenssinn schenkt, aber bald ergreift sie die Initiative, um ihrerseits den Geliebten zu retten.

Das Buch ist aus der Sicht der Ich-Erzählerin Luisa in Präsens geschrieben. Die Sprache ist wunderschön reduziert. Ich war zunächst etwas skeptisch, lernte aber die Unmittelbarkeit und poetische Schönheit des Stils schnell schätzen. Er glänzt durch eine sehr scharfe Beobachtungsgabe, wirklich großartige Sprachbilder, eigene Wortschöpfungen ("Einkaufsmenschen", "Trauerballerina") und an einzelnen Stellen sogar durch recht gelungenen Humor. Für mich wird dieses eines der Lieblingsbücher werden, die man immer wieder in die Hand nimmt und dort neue Perlen entdeckt, bis man sie irgendwann fast auswendig gelernt hat. Die Innerlichkeit des Stils bedeutet aber auf keinen Fall einen langsamen und unspannenden Roman. Luisas Emotionen fügen sich nahtlos in eine straffe, temporeiche Handlung mit immer neuen Wendungen. Keine Szene ist überflüssig und keine Nebenfigur blass, sogar wenn sie nur kurz in der Handlung auftaucht und mit wenigen Strichen charakterisiert wurde.

"Schattenblüte" ist ein traumhaftes Buch: Es verwandelt die Realität in ein Wunder und das Phantastische in Metapher, ist anspruchsvoll und spannend, romantisch, atmosphärisch und originell, über die Notwendigkeit, mit dem eigenen Trauma weiterleben zu lernen, aber auch über das Recht zu trauern.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein klassischer Werwolf, 9. November 2010
Von 
MacBaylie (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
Kurzbeschreibung:
Luisa hat ihren Halt verloren. Vor 4 Monaten ist ihr jüngerer Bruder Fabian an Krebs gestorben. Und als wenn das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, haben ihre Eltern ihr zusätzlich die Wurzeln ihrer Heimat Hamburg gekappt und sie nach Berlin verschleppt, um zu vergessen. Sie haben ihr nicht die Zeit gelassen, die sie gebraucht hätte, um einigermaßen mit dem Verlust zurechtzukommen. Vollkommen überfordert von der Situation, kapselt sie sich in der ungewohnten Umgebung von allem ab, was ihr aber auch nicht schwer gemacht wird. Die Eltern, mit ihrer eigenen Art den Verlust zu verarbeiten, haben keine Zeit für Luisa, und um neue Freundschaften zu schließen ist sie noch nicht bereit. So streift sie einsam durch sie Wälder von Berlin. Der Aussichtsturm im Grunewald kommt kommt ihr daher gerade gelegen, um ihrem Elend ein Ende zu bereiten. Wenn da nicht dieser Junge aus dem Nichts aufgetaucht wäre ...

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, wenn mich das Cover nicht so fasziniert hätte, hätte ich dieses Buch wahrscheinlich gar nicht gelesen - was sehr schade gewesen wäre. Die Leseprobe hatte mir vom Schreibstil her nämlich nicht so gut gefallen. Immer nur kurze, einfache Sätze, die mir das Gefühl gaben, durch die Geschichte gehetzt zu werden. Nach einigen Seiten konnte ich mich jedoch damit arrangieren, und als dann auch noch einige sehr schöne Sätze, Metaphern und Wortschöpfungen auftauchten, konnte ich vorbehaltlos in die Story eintauchen. Dass der Handlungsort Deutschland ist und dann auch noch eine bekannte Gegend, war sicherlich auch sehr hilfreich, irgendwie fühlt man sich als Leser damit noch ein bisschen mehr verbunden.

Wer hier einen Werwolfroman im klassischen Sinne erwartet, könnte allerdings enttäuscht werden. Hier geht es mehr um die Gefühlswelt von Jugendlichen, als um reißerische, blutrünstige Bestien.
Das Aufzeigen, der vielen unterschiedlichen Weisen, wie mit Trauer, Verlust, Kränkungen, Demütigungen und Liebe umgegangen werden kann, hat mir gut gefallen. Eben nicht nur schwarz-weiß. Hier werden auch die vielen Graustufen dazwischen deutlich gemacht. Nora Melling geht äußerst sensibel und verantwortungsvoll mit den vielen schwierigen Themen um, regt zum Nachdenken an ohne mit erhobenem Zeigefinger zu wedeln oder gar Patentlösungen anzubieten.
Das Agieren der Protagonisten lässt einen zwischenzeitlich zwar Augenrollend zurück und man hat den Drang sie kräftig zu schütteln, jedoch ist das auch genau das, was die Geschichte sehr authentisch wirken lässt. Gefühle sind nun mal nicht einfach oder einschätzbar.

Auch der Schluss hat mir sehr gut gefallen. Natürlich hat man als Leser immer eine Ahnung, wie alles enden könnte, Nora Melling überrascht hier positiv. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die viel bewirken.

Fazit:
Eine sehr emotionale Geschichte in relativ einfacher Schreibweise, die jedoch eine Menge an Tiefgang zu bieten hat. Wer gerne etwas länger nachdenken möchte nachdem er ein Buch beendet hat, macht mit 'Schattenblüte' sicher nichts falsch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So mitreißend und fesselnd, absolut genial!, 8. Januar 2011
Von 
Sandra Budde "BuchZeiten" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
Luisa ist todunglücklich, seit ihr kleiner Bruder verstarb. Sie lebt nicht mehr, sie funktioniert nur noch. Und das auch nicht mehr richtig. Ihre Eltern versuchen sie aus allem rauszuhalten und machen es damit eigentlich nur noch schlimmer. Immer wieder streift Louisa durch die Parks und Wälder Berlins, auf der Suche nach Einsamkeit. Und dann fühlt sie sich verfolgt, von einem großen, schwarzen, zotteligen Hund. Aus Angst, aber auch weil sie des Lebens überdrüssig ist, klettert sie auf einen hohen Turm, um sich das Leben zu nehmen. Und plötzlich taucht Thursen auf und hindert sie daran. Und er ringt ihr das Versprechen ab, sich nichts anzutun.

Danach verschwindet Thursen erst einmal und läßt Louisa allein zurück. Immer noch tief versunken in ihrem Schmerz. Aber nun ist etwas neues hinzugekommen. Sie muß Thursen wiedersehen und sucht ihn. Solange - bis sie ihn tatsächlich findet. Ihn und ein paar andere Jugendliche und ein Rudel Wölfe.

Aber sind es wirklich Wölfe und sind die Jugendlichen wirklich Menschen? Und warum haben sie so unbekannte Namen? Und Louisa erfährt die Wahrheit - sie sind Werwölfe. Und mit jeder Verwandlung wird es schwieriger, sich in einen Menschen zurückzuverwandeln. Einige von ihnen können es schon gar nicht mehr.

Louisa bangt um Thursen. Sie will nicht auch noch ihn verlieren. Und auch Thursen versucht alles, um für Louisa länger Mensch zu bleiben. Doch beide Wissen, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis es ihm nicht mehr gelingen wird - und dann wird er für immer für Louisa verloren bleiben. Und dann entdeckt Louisa einen Ausweg, aber will sie diesen Weg wirklich gehen. Ist es richtig oder falsch? Oder wird sie ihn so oder so verlieren?

Wow .. dieses Buch hat es wirklich in sich. Schauplatz der Geschichte ist Berlin. Und kleine Begebenheiten, wie das Geld sammeln auf den Straßen Berlins oder das fahren mit U-Bahnen, lassen auch diese Geschichte ein bißchen realitätsnah wirken. Eigentlich unterstreichen sie noch das Unmögliche, was hier in diesem Buch geschieht.

Louisa ist zu Beginn des Buches etwas anstrengend. Trotzig, wütend auf sich und die Welt gibt es für sie nur ihren eigenen Kummer. In ihrer Welt meint sie, daß niemand so leidet wie sie. Auch auf ihre Eltern ist sie wütend, die sie aus ihrer Heimatstadt Hamburg kurz nach dem Tod ihres Bruders weggezerrt haben. Die alles vernichtet haben, was an ihren Bruder erinnern könnte. Sie ist gefangen in ihrer Trauer bis sie Thursen begegnet. Er versucht ihr in ihrer Trauer zu helfen. Doch seine eigenen Probleme sind viel zu groß. Und doch lenkt er Louisa von ihren eigenen Problemen mehr und mehr ab und stürzt sie damit in neue.

Schattenblüte fesselt den Leser. Man kann nicht erwarten, wie es weitergeht, wie es endet und doch fürchtet man gleichzeitig, daß es endet. Und vor allem wie es endet. Weist einen das Buch doch direkt zu Anfang darauf hin, daß es der Auftakt zu einer Serie ist. Wird auch dies wieder ein Buch ohne Ende sein? Und doch war ich am Schluß überrascht. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es weitergehen soll. Und dennoch kann ich es kaum erwarten.

Schön fand ich, daß hier das Klischee des Werwolfes nicht wie gewohnt beibehalten wird. Keine menschenzerreissenden, unkontrollierbaren Wesen. Aber dennoch sollte man auch keine Schoßhunde erwarten - sie sind und verhalten sich wie Tiere. Und trotzdem hat man das Gefühl, man muß einfach mit ihnen leiden, sie trösten und behüten.

Schattenblüte ist der Debüt-Roman von Nora Melling, einer deutschen Autorin, die in Berlin lebt. Und das mag man kaum glauben. Es bleibt zu hoffen, daß noch viele Werke von ihr folgen werden, die einen genau so einfangen. Ihr Schreibstil ist einfach fesselnd, ihre Beschreibungen so lebensecht, daß sie genaue Bilder entstehen lassen, ohne dabei langatmig oder ausartend zu sein.

Ich hatte ein bißchen Schwierigkeiten, mit nach diesem Buch wieder in die Realität zu begeben. Aber das mit einem durchaus positiven Gefühl.

Auch aus diesem Buch hab ich Euch einen Satz mitgebracht, der hängen geblieben ist:

"Sein Lächeln kommt mir vor wie ein schmaler Sonnenstrahl, der nach langem Regen über den nassen Boden huscht. Ein Hauch Frühling nach dem Winter. Zu wenig, sich daran zu erwärmen, aber mit Hoffnung auf mehr."
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn der Schmerz zu mächtig wird, 22. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
Luisas kleiner Bruder Fabian ist an Krebs gestorben. Sie vermisst ihn, möchte an seinem Grab um ihn trauern, über ihn sprechen und ihn in ihrem Herzen am leben erhalten. Doch ihre Eltern leugnen den Schmerz, sie ziehen mit Luisa von Hamburg nach Berlin und tun so, als hätte es Fabi nie gegeben. Ein Sprung vom Grunewaldturm soll Luisas Trauer endlich beenden, doch bevor sie springen kann, wird sie von Thursen aufgehalten. Der seltsame, farblose Junge nimmt Luisa ein Versprechen ab- sie darf nie wieder versuchen sich das Leben zu nehmen. Nachdem Thursen wieder verschwunden ist, fühlt Luisa sich genauso einsam wie zuvor. Sie sucht Thursen und findet ihn im Wald, dort lebt er mit seinem Rudel. Schon bald offenbart er ihr sein Geheimnis und Luisa muss erkennen, dass sie ihn bald für immer an seine andere Seite verlieren wird. Doch wie soll sie ohne ihn weiterleben? Kann sie Thursen vielleicht doch retten und wenn ja, möchte er überhaupt gerettet werden? Immerhin ist er vor seinem alten Leben davon gelaufen. Was hat er schreckliches erlebt und ist er bereit sich dem Schrecken vergangener Tage erneut zu stellen, um bei Luisa bleiben zu können? Gibt es noch Hoffnung für diese unglückliche Liebe?

Die Personen:

Luisa ist ein junges Mädchen, das sich in einem sehr traurigen Lebensabschnitt vollkommen alleine fühlt. In Thursen findet sie einen Seelenverwandten. Er gibt ihr die Möglichkeit um Fabi zu trauern, ganz anders als ihre Eltern, die beide sehr unehrlich mit ihren eigenen Gefühlen umgehen und Luisa ständig Vorwürfe machen. In Thursens Rudel leben ebenfalls ein paar sehr interessante Personen, die man nach und nach besser kennenlernt. Die Nachbarin Anja und deren kleine Tochter Lotti lockern die Geschichte etwas auf, da sie von Natur aus fröhlich und herzlich sind.

Meine Meinung:

Nora Mellings Debüt ist beeindruckend! Ihr Stil ist klar, modern und sehr intensiv- perfekt für diesen düsteren Roman. Besonders gut hat mir die Szene gefallen, in der Luisa das Rudel mal "böse" erlebt. Diese Szene ist gruselig und zeigt, dass "Schattenblüte" kein Buch über Kuschelwerwölfe ist. Auch interessant fand ich die Erklärung, die hinter den Namen der Wölfe steckt, denn diese Namen wirken doch etwas komisch. Mit dem Ende der Geschichte bin ich zufrieden, nach all den traurigen Seiten ist es sehr versöhnlich. Diese Werwolfgeschichte ist wirklich anders und sie macht nachdenklich.

Das Cover:

Dunkel und mysteriös wie die Geschichte die sich dahinter verbirgt. Von der schwarzen Schattenblüte heben sich glänzende Tropfen ab- sieht toll aus und fühlt sich auch toll an. Ein Blickfang mit Tiefgang.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man muss nicht erst zum Wolf werden..., 3. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
Ich habe "Schattenblüte" von einer Bekannten bekommen, die mit dem Buch leider nicht so viel anfangen konnte. Ihr war die Grundstimmung zu depressiv, dementsprechend skeptisch habe ich mich an die Geschichte herangewagt.

Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, muss ich ihr Recht geben: Das Buch ist traurig und die Stimmung depressiv. Ich denke aber, dass jeder der ähnliche Erfahrungen gemacht hat, der in irgendeiner Weise, aus was für einem Grund auch immer, traumatisiert, depressiv, verängstigt ist, in "Schattenblüte" eine wunderschöne, melancholische Geschichte findet, die zum Nachdenken anregt und einen auch nachdem man das Buch zur Seite gelegt hat, für lange Zeit nicht mehr loslässt. Mich hat die Geschichte sehr berührt.

Es geht nicht um ein durchschnittliches Mädchen, dass von einem Wolf fasziniert ist und blindlings in ihr Unglück stürzt weil es so romantisch ist (so schön das ja manchmal auch sein mag). Es geht auch nicht darum, dass Luisa um jeden Preis zum Werwolf werden möchte, um dazuzugehören. Es geht um die verschiedenen Möglichkeiten, mit seiner Trauer umzugehen und um schwerwiegende Entscheidungen, die jeder der Jugendlichen für sich treffen muss, die einen hohen Preis erfordern und die den Leser selbst manchmal vor die Frage stellen, wie man selbst entscheiden würde, wenn man die Wahl hätte.

Erstmal finde ich, dass Nora Mellings Schreibstil hervorragend zum Thema des Buches passt. Die Sätze sind einfach gehalten, kurz und ohne unnötige Schnörkel, was für mich Luisas depressive Gedankengänge an einigen Stellen noch authentischer gemacht hat. Auf der anderen Seite steckt das Buch voll mit Metaphern, die einen auf so manchen Seiten nachdenklich zurücklassen und dem Thema den nötigen Tiefgang geben.

Sowohl Luisas Leiden als auch das der anderen Jugendlichen kam mir sehr echt und ungeschönt vor. Dabei wagt sich Nora Melling an so manches Thema heran, das sehr viel Sensibilität erfordert und schafft es meiner Meinung nach trotzdem, niemandem vor den Kopf zu stoßen. Sie zeigt die verschiedenen Wege, mit denen sowohl Luisa als auch ihre Eltern, sowie die Wölfe mit ihren eigenen Schicksalen, mit ihrer Trauer und ihren Verletzungen umgehen, ohne darüber zu urteilen oder einen Weg als besser oder schlechter darzustellen. Als Leser ist man sich stellenweise selbst nicht mehr sicher, welcher Weg der sinnvollste und was richtig und was falsch ist. Anders als in anderen Büchern, in denen man schnell auch mal 2-3 Seiten überblättern kann wenn es zu langatmig wird, ist hier jede Seite, jede Wendung in der Handlung wichtig und sinnvoll.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Luisa und Thursen ist alles andere als oberflächlich. Beide stehen zwischendurch immer wieder vor der Frage, wie weit sie für den anderen gehen, welche Versprechen sie bereit sind einzuhalten und wie viel Leid sie für den anderen ertragen würden, ohne dass es dabei zu kitschig wird. Gut gefallen hat mir auch, dass Luisa nicht alles widerspruchslos hinnimmt, sondern bis zum Schluss ihren eigenen Kopf behält.

Für mich ist "Schattenblüte" eines der wenigen Bücher, die ich sicherlich noch ein zweites Mal lesen werde und ich hoffe, dass man in Zukunft noch mehr von der Autorin hören wird.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Melancholische Werwölfe, 3. November 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
Nachdem Luisas Eltern nach dem Tod ihres Sohnes Fabian überstürtzt nach Berlin ziehen, zieht es Luisa immer wieder in den Grunewald, weil sie dort ganz alleine ist und das ist genau das, was sie zurzeit will. An ihrem 17 Geburtstag geht sie wieder dort hin und steht kurz davor, Selbstmord zu begehen als ihr Thursen über den Weg läuft und sie rettet. Er lebt mit seinem "Rudel" im Grunewald, zurückgezogen und unerkannt von der Außenweld. Das erfährt Luisa aber erst später, nachdem sie sich bereits in Thursen verliebt hat. Alle aus dem Rudel waren irgendwann einmal in ihrer Situtation und haben den Wandel in einen Werwolf gewählt, weil man hierdurch seine Vergangenheit vergisst. Über diese Neuigkeit ist Luisa natürlich überhaupt nicht begeistert und sie kämpft un Thursen.

Die Idee, dass es im Grunewald Werwölfe gibt, fand ich sehr amüsant. Leider war der Roman ansonsten überhaupt nicht amüsant und nicht wirklich nach meinem Geschmack. Ich würde jetzt nicht sagen, dass er schlecht war, aber das Thema war nicht wirklich mein Fall. Der Tod von Luisas Bruder war das Grundthema des Buches und wie Luisa diesen verarbeitet. Dementsprechend traurig und depressiv war das Buch, was nicht wirklich nach meinem Geschmack war. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Sprache ist sehr einfach, die Sätze sehr gut, was es einfach macht, es zu lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tiefgründig, aber teilweise zu depressiv, 26. Februar 2012
Von 
Wolkentreiber "Bücherjunkie²" (Vicus Plawe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach dem Tod ihres kleinen Bruders hat Luisa jeglichen Lebensmut verloren, selbst der Umzug in das anonyme Berlin konnte ihr nicht wieder auf die Beine helfen - sie beschließt ihrem Leben ein Ende zu setzen und trifft dabei auf den geheimnsivollen Thursen. Bald schon erfährt sie, was er ist und wie er lebt. Seine Freunde, die Verborgenen, sind Werwölfe, die sich verwandeln um ihren Schmerz zu vergessen. Luisa taucht immer tiefer in ihre Welt ein, bis sie feststellen muss, dass sie auch hier nicht glücklich werden kann.

Die Geschichte um Luisa ist zum einen sehr herzergreifend und das Schicksal, das sie hart getroffen hat, wünscht man keinem anderen. Andererseits ist mir das Ganze an manchen Stellen einfach zu depressiv, sogar so sehr, dass ich manchmal einfach nur noch denken konnte "jetzt mach bitte deinem Leben ein Ende, dass ich meine Ruhe vor dir habe!". Diese extrem düstere und depressive Stimmung, die im übrigen hauptsächlich von Luisa ausgeht, hat es mir sehr schwer gemacht, mich mit der Protagonistin anzufreunden, zumal sie einen sehr dickköpfigen Charakter hat.

Trotzdem muss man sagen, dass die düstere Stimmung auch etwas spezielles ist, was so in anderen Jugendbüchern eher weniger vorkommt. Nora Melling hat einen ganz besonderen Schreibstil, der durch kurze, prägnante Sätze gekennzeichnet ist und dem Leser so einen sehr dichten Lesefluss ermöglicht - wenn man einmal in der Geschichte drin ist, kommt man so schnell nicht mehr davon los.
Die Romanze um Luisa und Thursen, die sich nach und nach entwickelt, ist hingegen von der typischen Sorte - mal vertragen sie sich nicht, dann haben sie sich wieder ganz doll lieb. Das war mir leider viel zu klischeehaft und ist schon zu oft dagewesen, wobei man natürlich zugeben muss, dass diese Art und Weise der Romanze bisher immer ein Quotengarant war!

Leider ist die Geschichte über große Strecken recht öde, es gibt einige Abschnitte, da passiert rein gar nichts, was irgendwie wichtig für die Story wäre, sondern plätschert eben nur so vor sich hin. Das ist auf Dauer sehr ermüdend.
Was mir, trotz einiger nerviger Passagen, sehr gut gefallen hat, waren letztlich doch die Charaktere. Trotz der depressiven Stimmung, sind sie allesamt sehr tiefgehend ausgearbeitet und vermitteln einen durchaus lebhaften Eindruck von einem Jugendlichen bzw. einem Mensch in so einer Situation.

Für mich hat dieses Buch neben der Fantasy und der Romantik auch eine tiefere Bedeutung: Die "Verborgenen" leben mit ihren Problemen wie Aussätzige der Gesellschaft völlig isoliert im Wald, vor allem deshalb, weil sich vorher niemand ihrer Probleme angenommen hat und diese reichen von Mobbing bishin zu Selbstmord in der Familie.
Die an einigen Stellen übertrieben düstere Stimmung und die zähen Abschnitte der Geschichte haben mir das Buch leider ein wenig verdorben, nichtsdestotrotz handelt es sich um solide und jugendliche Fantasy gewürzt mit Romantik.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahnsinnig bewegend, 27. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich das Buch lesen möchte, weil ich mag einfach keine Geschichten mit Werwölfen. Seid Twilight kann ich diese und Vampire nicht mehr sehen.
Letztendlich war es nur die Stadt Berlin, die mich überzeugt hat.

Zum Glück habe ich das Buch gelesen und zum Glück erst jetzt ... nun muss ich nicht mehr allzu lange auf den nächsten Teil warten.

Ich kann nicht sagen, dass ich mir das Buch Lesevergnügen bereitet hat. Das wäre einfach das falsche Wort, denn beim Lesen war ich wütend, traurig und habe mich immer wieder hilflos gefühlt. Auch wenn ich eine Pause gemacht habe, hat mich die Handlung trotzdem noch beschäftigt.

Nora Melling schafft es durch ihre Sprache Gefühle zu transportieren, dass man auf jeder Seite mitleidet. Besonders hilfreich dabei sind kurzen, teilweise abhackten Sätze. So konnte man sehr gut Luisas Gedanken nachvollziehen.
Gleichzeitig finde ich es erstaunlich, wie Personen allein durch ihr Verhalten und Auftreten charakterisiert werden. Die Autorin kommt weitesgehend ohne Beschreibungen der Äußerlichkeiten aus und trotzdem entsteht ein klares Bild vor Augen.

Die Geschichte ist einfach unsagbar traurig. Luisa hat ihren kleinen Bruder verloren. Das Leben der gesamten Familie ist auf den Kopf gestellt, aber anstatt, dass die Eltern zusammen mit ihrer noch lebenden Tochter trauern, bauen diese eine Mauer um sich auf. Sie ziehen von Hamburg nach Berlin, werfen alle Sachen von Luisas Bruder weg. Anstatt Hilfe gibt es nur Vorwürfe.
Wie oft wollte ich ihre Eltern schütteln.

Den Gegensatz dazu bilden Thursen und seine Freunde, aber auch Lotti. Diese helfen Luisa auf eine andere Art und Weise mit ihrer Trauer umzugehen.
Ich finde es wahnsinnig spannend zu verfolgen, wie sich die Beziehungen Luisas zu den Charakteren entwickeln. Vor Allem die Liebesgeschichte zwischen Luisa und Thursen ist etwas Besonderes. Die Autorin schafft es ohne jeglichen Kitsch die Gefühle der beiden dem Leser zu vermitteln.

Das Werwolfthema hat durchgehend eine Rolle gespielt, aber es war niemals störend - ganz im Gegenteil. Melling hat dies so geschickt in die Handlung eingebaut, dass es sogar richtig spannend war.

Nun möchte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Fazit:
Schattenblüte - Die Verborgenen ist ein wahnsinnig emotionales Buch. Realität werden mit einigen Fanatsyelementen zu einer bewegenden Geschichte vereint. Absolut lesenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ihr werdet sehen, die Sonne scheint auch auf der Schattenseite des Lebens!, 16. Dezember 2010
Von 
Clees Bücherwelt - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
Weiterleben?
Wozu? Geht das denn überhaupt?
Nein' nein. Das kann jetzt wirklich keiner von Luisa erwarten, nachdem ihr kleine Bruder Fabi an Krebs gestorben ist - und wo es doch so viel einfacher ist, den letzten Schritt zu tun. Einen Schritt und Luisa ist frei, endlich erlöst von all dem Kummer und Schmerz, das einzige, das sie noch an Fabi erinnert.
Doch da ist etwas, jemand, der sie aufhält. Ein Junge, dessen Name Thursen ist.
Thursen, der Luisa schon länger dabei beobachtet, wie sie allein durch den Wald streift, und der nicht will, dass sie stirbt. Thursen, der ihr das Versprechen abnimmt, weiterzumachen' durchzuhalten.
Und das erste Mal seit langer Zeit bekommt Luisa das Gefühl, dass das vielleicht sogar geht, wenn Thursen nur an ihrer Seite bleibt. Mit ihm zusammen kann sie den Kampf, der sich Leben nennt, wieder aufnehmen, mit ihm zusammen will sie es wagen.
Doch den beiden bleibt nicht mehr viel ihrer gemeinsamen Zeit, denn was Luisa nicht weiß ist, dass Thursen schon lange kein Mensch mehr ist'
Jetzt, durch ihn der einzigen Möglichkeit beraubt, ihrer Qual ein Ende zu bereiten, bleibt Luisa nur noch eines: ihren einzigen Halt zu retten!
Wird sie es schaffen oder muss sie erneut hilflos dabei zusehen, wie der Tod seinen Arm nach einem geliebten Menschen streckt?

Der Debütroman 'Schattenblüte. Die Verborgenen' von Nora Melling hat mich wirklich positiv überrascht, ging ich doch zunächst von einer dieser seichten Romantasy-Geschichten aus, wie man sie momentan zu Hunderten auf dem Markt findet.
Weit gefehlt!
Wie in vielen anderen Fantasyromanen wird zwar auch hier die Kreatur 'Werwolf' aufgegriffen, doch wird sich nicht des altbekannten Klischees bedient ' ein Biss und du wirst selbst zum Ungeheuer. Nein, vielmehr präsentiert Nora Melling hier ihre eigene und mir vollkommen neue Auffassung dieser halbmenschlich- halbtierischen Wesen.
Der Entschluss, zu einem Werwolf zu werden, wird hier ganz allein von den Betroffenen selbst gefasst ' es gibt keinen Wolf, der plötzlich einen Menschen angreift und ihn somit ebenso zu einem Leben als Wolf verdammt. Vielmehr ist die Verwandlung der letzte Rettungsanker für Menschen, die längst mit dem Leben abgeschlossen haben und einfach keinen Grund mehr sehen, weiterzuleben. Denn als Wolf beginnt man nach und nach die Erinnerungen an sein menschliches Leben zu vergessen und damit auch all den Schmerz, den Hass, die Angst, die man darin erfahren hat. Man kann sagen: Nora Mellings Wolfsrudel, das verborgen in einem Wald in Berlin umherstreift, ist eine Selbsthilfegruppe für selbstmordgefährdete Menschen.

Selbstmord ist nun wirklich kein einfaches Thema, aber ich muss sagen, dass Nora Melling sehr behutsam an dieses herangegangen ist und man sich als Leser nie überfordert gefühlt hat. Natürlich war es sehr aufwühlend, zumal die Protagonistin Luisa sich ebenfalls das Leben nehmen wollte und das ja normalerweise die Person in einem Buch ist, mit welcher der Leser sich zu identifizieren versucht.
Doch auch wenn man die Trauer über Luisas Verlust stets selbst zu spüren glaubte, bemitleidet man sie nicht ' vielmehr bewundert man sie für ihre innere Stärke, zu der sie wohl dank Thursen wieder zurückgefunden hat.

Der Umstand, dass Nora Melling ihr Debüt im Präsens geschrieben hat, war sowohl ungewöhnlich, als in seiner Wirkung faszinierend, denn so durfte man alles genau gleichzeitig mit Luisa zu erleben und es war, als wäre man hautnah dabei gewesen ' im Wald, in Berlin. Am Anfang waren die Sätze zwar relativ kurz, fast abgehakt, aber das passte wiederum zu Luisas Verfassung in diesem Moment, und da die Sätze gegen Ende hin auch immer länger wurden, sehe ich das nicht als Kritikpunkt an. Zumal ich viele der Bilder und Vergleiche Nora Mellings auch wirklich sehr schön fand, ebenso wie die bedrückende, düstere und melancholische Stimmung, die sie zu erzeugen wusste.
Es war wirklich ein bisschen so, als liefe man durch den Wald: überall um einen herum ist es dunkel, doch hier und da stehlen sich ein paar Sonnenstrahlen durchs dichte Blätterdach ' Strahlen der Hoffnung, möchte ich sagen.

Was ich an diesem Buch besonders gut finde, ist, dass Luisa sich nicht vorbehaltlos Thursen an den Hals geworfen hat ' für mich ist sie eine der wenigen Protagonistinnen, die sich wirklich realistisch verhält. Wenn einem der Freund sagt, er ist ein Werwolf, dann ist doch gewiss die logische Reaktion Angst zu haben (vorausgesetzt natürlich, man ihm das auch)und das Weite suchen zu wollen, oder? Ich finde schon und Luisa offensichtlich auch. Kluges Mädchen.
Natürlich kommt sie wieder zu ihm zurück (sonst wäre das Buch ja schon zu Ende), aber auch dafür liefert Frau Melling dem Leser eine Erklärung, die nichts damit zu tun hat, dass der Kerl einfach nur unglaublich gut aussieht und einen 'magisch anzieht'. An dieser Stelle kann ich der Autorin nur sagen: vielen, vielen Dank dafür!
Es gab zwar schon öfters dieses Hin und Her zwischen den beiden Protagonisten, was zwar ein klein wenig genervt hat, aber auch das sei hier entschuldigt, weil es einfach passte. Und die Gründe waren für mich wieder allesamt nachvollziehbar.

Als Kritikpunkt kann ich deshalb nur sagen, dass ich Luisas eifersüchtige Reaktion auf die noch menschliche Zrrie (selbst ich habe ihren Namen vergessen) ziemlich übertrieben fand, aber wer weiß, vielleicht hätte ich auch so reagiert' Und dass die Geschichte im Mittelteil auch kurzzeitig ein wenig langatmiger war, doch auf keinen Fall langweilig!
Ich finde es zwar erstaunlich, wie ein verletzter Junge zwei Mädchen hochziehen kann, aber das schreibe ich einfach mal der Werwolfstärke zu.

Wie man vielleicht gemerkt hat, war ich wirklich begeistert von 'Schattenblüte. Die Verborgenen', da sich das Buch einfach von vielen anderen abhebt. Ich kann es nur jedem empfehlen, der Werwölfe einmal anders interpretiert sehe möchte und sich nicht davor zurückschreckt einen Blick auf die düstere Seite des Lebens zu werfen.
Toller Auftakt zu einer Trilogie! Ich freue mich auf das zweite Buch!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Luisa und Thursen, 24. November 2010
Von 
arwen008 "arwen008" - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Schattenblüte. Die Verborgenen (Gebundene Ausgabe)
Luisas Bruder ist an Krebs gestorben und sie möchte am liebsten auch sterben. Doch als sie sich gerade von einem Turm in den Tod stürzen will, wird sie zurückgehalten von Thursen. Thursen , der im Wald mit Wölfen lebt. Die 17 jährige Luisa ist alleine, ihre Eltern haben in Hamburg alle Zelte abgebrochen, das Haus verkauft. Nun lebt die Familie in einer kleinen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Berlin. Die Eltern sind kaum da und kümmern sich nicht um Luisa. Luisa schwänzt die Schule und streift im Wald umher und immer wieder trifft sie Thursen, mit dem sie über ihren Bruder sprechen kann, der ihr Halt gibt und in den sie sich verliebt.
Luisas Trauer, ihre Gefühle werden so authentisch dargestellt, dass man sich in Teilen wiedererkennt. Erinnerungen daran, wie es war, als man selbst 17 Jahre alt war. Dieses Hin und Her in der Gefühlswelt kennt man nur zu gut. Thursen, der sie davon abgehalten hat zu springen, ist ein Werwolf. Er kann sich zwischendurch immer wieder in einen Menschen verwandeln, aber irgendwann wird es nicht mehr gehen. Dann bleibt er für immer ein Wolf. Luisa hat sich in Thursen verliebt. Am Anfang war sie nur von ihm angezogen, ein Gefühl der Geborgenheit, jemand der für sie da war, mit dem sie sprechen konnte. Doch eigentlich ist es Liebe, auch wenn es ihr nicht direkt bewußt ist. Auch das etwas, dass man meistens kennt. Man begegnet einem Menschen und fühlt sich von ihm angezogen und man weiß, dieser Mensch ist für einen etwas ganz Besonderes. Man kann es auch Liebe auf den ersten Blick nennen.
Thursen und seine Gefährten sind Wolf geworden, weil sie in einer bestimmten Situation nicht mehr zurechtkamen und sich umbringen wollten. Ich habe mich öfters gefragt, ob manch einer der Wölfe sich anders entscheiden würde, stünde er nochmal vor der Entscheidung. Vielleicht war nur gerade niemand da, der ihnen helfen konnte und wenn jemand dagewesen wäre, der ihnen beigestanden hätte, dann hätten sie diese Entscheidung vielleicht nie getroffen ?
Luisa möchte für immer mit Thursen als Mensch zusammen sein, aber sie erfährt, dass es für Thursen sehr schmerzhaft wäre. Ja, es gibt da eine Möglichkeit ! Sie verzichtet aus Liebe darauf und dann kommt die Situation, da beweist Thursen seine Liebe.
Ja, das Buch hat mir sehr gut gefallen. Vor allem, da sehr viel über die Gefühlswelt von Luisa, Thursen und auch den anderen Personen /Wölfen geschrieben wird. Es ist wie ein Film, der vor dem inneren Auge abläuft. Natürlich sind die Gedanken, die sich um Tod, Trauer und ähnliches drehen traurig, aber immer wieder schaut die Hoffnung hervor.
Das Buch ist der erste Band einer Triologie und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Im Moment sieht es so aus, als würde die Geschichte mit Freude weitergehen. Ich bin gespannt, auch ob man noch etwas aus dem Leben der anderen Wölfe erfährt ?
Ja, es werden viele ernste Themen angesprochen und es wird gezeigt wie wichtig der einzelne Mensch doch ist und wie schnell und gedankenlos man das Leben von anderen Menschen zerstören kann. Dadurch was man tut (Mobbing z.B.) oder das was man sagt. Seelische Verletzungen sind schlimm und besonders wichtig sind Freunde und die Familie, die einen auffangen. Aber es geht auch um Liebe, um große Liebe. Dies alles und noch mehr kann man in diesem Buch entdecken
Ein ganz tolles Erstlingswerk !
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Schattenblüte. Die Verborgenen
Schattenblüte. Die Verborgenen von Nora Melling (Gebundene Ausgabe - 1. November 2010)
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