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5.0 von 5 Sternen Ein „Klassiker der modernen brasilianischen Literatur“, 15. November 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Es waren viele Pferde (Gebundene Ausgabe)
Einen „Klassiker der modernen brasilianischen Literatur“ hat der kleine in Berlin und Hamburg ansässige linke Verlag Assoziation A mit dieser Übersetzung von Michael Kegler den deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht.

„Es waren viele Pferde“ ist nach einem debütierenden Erzählungsband der erste Roman des 1961 geborenen Luiz Ruffato, der in einer armen Migrantenfamilie aufwuchs. Dieser Roman wurde von der brasilianischen Kritik begeistert aufgenommen. Man attestierte Ruffato, mit seinem Erstling die brasilianische Literatur regelrecht revolutioniert zu haben und Ruffato erhielt dafür den Premio Machado de Assis der brasilianischen Nationalbibliothek.

Der Roman besteht aus 69 shortcuts, mit denen der Autor ein Bild der großen Stadt Sao Paulo geben will mit all ihren Licht- und Schattenseiten. Man liest diese Geschichten, die sich am Ende zur Geschichte eines Landes voller Gewalt und Entwurzelung zusammenfügen, mit dem Gefühl, als sitze man vor einer Art Bildschirm und zappe sich durch die Programme. Aus den einzelnen Stimmen, die man da hört, aus den Schicksalen, denen man da kurz, aber umso eindrücklicher begegnet, wird eine Art Film. Man kann die Farben regelrecht sehen, die Gerüche riechen. Jede einzelne Person, jede einzelne Stimme aus diesen 69 Geschichten hat ihren eigenen Charakter.

Lutz Taufer wies in einer Besprechung in der taz darauf hin, dass die Armen (vielleicht nicht nur in Brasilien) ihr „Lebensschicksal narrativ bewältigen, nicht analytisch“.

Wenn man als Leser in diese narrative Welt einsteigt, begreift man etwas von der Wirklichkeit des Landes, seiner Menschen und seiner Gesellschaft.

Luiz Ruffato hat dem für ihn wohl überraschenden Erfolg seines ersten Romans zwischen 2005 und 2011 den fünfbändigen Zyklus „Provisorische Hölle“ geschrieben, deren Bände ab 2013 bei Assoziation A erscheinen werden. Man darf mit Recht darauf gespannt sein.
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4.0 von 5 Sternen Die Ambivalenz der Megastadt São Paulo, 9. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Es waren viele Pferde (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich selbst bereits zweimal in São Paulo war und viele Eindrücke von der bevölkerungsreichsten Stadt der Südhalbkugel gewinnen konnte, war ich auf "Es waren viele Pferde" sehr gespannt, zumal der Roman bei der letztjährigen Frankfurter Buchmesse, erschienen im kleinen Verlag Assoziation A, auch einem breiteren deutschen Publikum vorgestellt und allgemein sehr gelobt worden war. São Paulo ist eine Stadt mit unendlich vielen Gegensätzen. Arm und reich, Glanz und Elend, Freud und Leid treffen in einer schlaflosen und von Kriminalität beherrschten Metropole aufeinander, Millionen von Schicksalen, ohne gegenseitige Anteilnahme. Luiz Ruffato nähert sich daher der Stadt auch nicht mit einem Plot mit Anfang und Ende und nur einem einzigen Protagonisten, sondern lässt in 69 kleinen Geschichten, oder besser: Sprenkeln und Splittern, scheinbar zufällig unterschiedlichste Personen, sogar Hunde und auch Dinge sprechen, wendet den Blick in eines von Millionen von Bücherregalen, zählt Titel und Autoren auf, gibt Einblick in eine Plattensammlung eines unbekannten Paulistanos, pendelt lakonisch feststellend scheinbar schwerelos zwischen Wohnblöcken, Stadtautobahnen und Favelas. Ruffato lässt Personen verschiedenster Herkunft und mit vielfältigen Ambitionen und Zielen zu Wort kommen, so dass sie wie Passanten in einem Metaraum erscheinen, denen man kurz begegnet und danach nie wieder sieht, Geschichten, die zu einer Klage oder wie zu einer Beichte anheben und danach wieder abreißen, ohne einen jedoch unberührt zurückzulassen. In jeder dieser Perspektiven schafft Ruffato eine ungeheure Intimität, und durch das Eintauchen in seine Akteure entsteht das Bild einer zutiefst ambivalenten Stadt und auch Gesellschaft, in der sich oft jeder selbst der nächste ist, sich ein besseres Leben erhofft. Mich hat "Es waren viele Pferde" sehr beeindruckt, und ich hoffe, dass der Verlag Assoziation A mit Blick auf die in Deutschland nach wie vor eher wenig beachtete brasilianische Literatur weiter "am Ball" bleibt.
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5.0 von 5 Sternen Tolles Buch!, 4. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Es waren viele Pferde (Gebundene Ausgabe)
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Entspannen Geschichte.
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Es waren viele Pferde
Es waren viele Pferde von Luiz Ruffato (Gebundene Ausgabe - Oktober 2012)
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