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Kundenrezensionen

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am 8. März 2011
Hans Fallada beschreibt in diesem Roman das Schicksal der stillen Eheleute Otto und Anna Quangel, typische "kleine Leute", die im Berlin der beginnenden Vierziger Jahre nach einem herben Schicksalsschlag ihre ganz eigene Variante von Widerstand gegen das Nazi-Regime entwickeln: sie hinterlassen gefährliche Botschaften auf Karten, die sie nach und nach in der Stadt verteilen. Gestapo-Kommissar Escherich ist ihnen mit perfiden Methoden auf der Spur.

Das jetzt als schön gestalteter Hardcover-Band im aufbau-Verlag erschienene Buch ist ein wertvolles Zeitzeugnis und dazu spannend zu lesen wie ein Krimi.
Das Buch zeigt den Roman erstmals in der ungekürzten Originalfassung; insbesondere ist das 17. Kapitel erstmals vollständig enthalten, aber auch früher veranlaßte Streichungen und Textveränderungen (vor allem politisch motivierte Tilgungen) sind nun wieder aufgehoben worden. Die von Fallada (1893-1947) im Herbst 1946 geschriebene Geschichte vermittelt uns auf über 700 Seiten einen authentischen Eindruck von der Stimmung der Zeit, gewährt Einblicke in das von Mißtrauen und Angst, Feigheit und Verrat geprägte Miteinander der Zeitgenossen, die Fallada in unvergleichlicher Weise charakterisiert. Das Wirken des Unrechtsystems wird am Beispiel der keinem Recht unterworfenen, willkürlich agierenden Staatsmacht und ihrer Zuträger in beklemmender Eindringlichkeit demonstriert.

Der aufbau-Verlag bereichert uns hier um ein besonderes Stück Literaturgeschichte. Die Deckelinnenseite zeigt einen schön und informativ gestalteten Stadtplan (Wohnort der Quangels, Fundort der ersten Karte, Gestapo-Zentrale usw.), ein kurzer Anhang vermittelt die biografischen Daten des Autors, zeigt aber auch einige Fotos und Aktenauszüge des realen Falls, an den sich der Roman entfernt anlehnt.

Wer verstehen möchte, wie aus biederen Bürgern ein Heer an Wegduckern und Wegguckern werden konnte, wird hier - vor allem im fast unerträglichen Schlußteil des Buches, der sich mit dem befaßt, was der Festnahme der Quangels folgte - die Antwort finden.
Ich kann das Buch jedem - nicht nur dem historisch interessierten - Leser uneingeschränkt empfehlen. Es handelt sich um einen literarischen Hochkaräter, der im Ton vielleicht ein wenig an Döblins "Berlin - Alexanderplatz" erinnert, aber natürlich eine gänzlich andere Story fesselnd erzählt. Zu einem Lesevergnügen ganz besonderer Art kommt ein Zweites: das überaus angemessene Preis-/Leistungsverhältnis.
11 Kommentar| 193 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Das hatte ich schon lange nicht mehr. Beim Lesen so vereinnahmt zu werden, dass man völlig in die Handlung eintaucht, alles miterlebt und mitfühlt. Dass man sich fragt, wie man sich wohl verhalten hätte, damals im dritten Reich. Ob man wohl den Mut gehabt hätte, sich zu wehren, gegen den Stumpfsinn, die kulturlose Barbarei? Ob man es gewagt hätte, dem schreienden Nazi einfach mit der Faust ins Gesicht zu schlagen? So wie ich es mir beim Lesen tausendmal gewünscht habe - im Jahr 2011, sicher und bequem auf meinem heimischen Sofa.

Nein, das passiert einem nicht oft, dass man solch ein Buch in die Hände bekommt. Von einem begnadeten Erzähler, der einem zwar vom Namen her seit vielen Jahren bekannt ist, von dem ich aber noch nie ein Werk gelesen habe. Da müssen erst die Amerikaner kommen, mit ihrem Faible für spannende Geschichten aus der Nazizeit, damit wir Deutschen einen unserer ganz großen Autoren wieder lesen und würdigen.

Auch ohne ihn zu kennen, hatte ich eine Meinung zu Fallada. Für mich war er so etwas wie der Simmel oder Konsalik der deutschen Kriegsjahre. Gepflegte Unterhaltung auf durchschnittlichem Niveau. Aber weit gefehlt. Dieser Roman Falladas ist ganz große Literatur. Da stimmt wirklich alles. Unterhaltung, Anspruch, literarisches Niveau. Ich wüsste nicht, was man bei diesem Roman hätte anders, besser machen können. Das Werk ist perfekt, spannend wie ein Thriller und aufgrund des realen Hintergrundes der Geschichte emotional sehr aufwühlend. Immer wieder musste ich beim Lesen zu den im Anhang abgedruckten Gestapo-Fotos des Ehepaares Quangel/Hampel blättern. Lange habe ich in die Gesichter gesehen, die einen mit jeder Seites des Romanes immer vertrauter erschienen. So vertraut und ans Herz gewachsen, dass ich zum tragischen Ende der Geschichte, den Tränen nahe war.

Das hatte ich schon lange nicht mehr. Das ist Lesevergnügen auf ganz hohem Niveau. Das kann ich nur jedem weiterempfehlen.
55 Kommentare| 87 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Januar 2000
Ein Plädoyer für die Menschlichkeit und gegen die Verzweiflung, für Zivilcourage auch in kleinen Dingen, auch im geringfügigen Versuch, sich gegen das Verderben aufzulehnen. Hans Fallada wollte mit diesem Buch ausdrücklich die Verantwortung der Kollektivschuld, der Schuld aller Deutschen am Zweiten Weltkrieg und am Holocaust relativieren. Er ist erneut Anwalt der kleinen Leute, ein verständnisvoller Beobachter, der sich gegen die pauschalisierende Verurteilung wehrt. In seiner mitfühlenden Geschichte eines wahren Falles lässt er das Ehepaar Quangel als aufrechte und sich nur ihrem Gewissen verantwortliche Menschen erscheinen, die ihr Möglichstes tun, um ihrem Misstrauen und ihrer Verzweiflung gegenüber dem Hitlerregime Ausdruck zu verleihen. In ihren bescheidenen Mitteln hoffen sie, mit ausgelegten Karten die anderen Menschen zum Nachdenken zu bewegen, die Menschen aufzurütteln aus ihrer verzweifelten Lethargie, ohne zu ahnen, dass ihr kleines Aufbegehren in der angstvollen Atmosphäre jener Zeit ungehört verpufft, einzig registriert von einem unerbittlichen und unmenschlichen Staatsapparat, trotzdem man hier dem Menschenfreund Fallada zugute halten muss, dass er kein Freund der Schwarz-Weiß-Zeichnung war, denn auch der Kripobeamte besitzt menschlich-sympathische Züge, trotzdem er die Staatsgewalt vertritt. Auch in ihrer Todesangst stehen sie wacker zueinander und zu ihren Taten, sie sollen ein Vorbild sein und sind. Mitfühlend, wie vom Autor geschildert, beendet auch der Leser das Buch, um eine schmerzliche, aber notwendige Erfahrung reicher. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 25. November 2014
Der Roman ist unverzichtbar, wenn man wissen - nein, wenn man spüren will - wie das Leben während der Nazizeit in Deutschland war. Keine Fernsehsendung, kein KZ-Besuch, kein anderes Buch, kein Gedicht hat mich dies so hautnah miterleben und fühlen lassen. Somit ist es über viele Seiten auch kaum erträglich, auch wenn es eben gerade nicht die großen Ereignisse, sondern vielmehr das Leben der kleinen Leute schildert. Trotzdem ist es ein Buch, das man ausliest, das ich Nacht für Nacht stundenlang bis in die frühen Morgenstunden weitergelesen habe. Ein Jahrhundertwerk, vielleicht die herausragendste Prosa des 20.Jahrhunderts. Zusammen mit "Kleiner Mann - was nun?"gibt Falladas letzter Roman einen Einblick in die Entstehung und das Wesen des Nationalsozialismus und in das Leben der 30er und 40er Jahre wie kein anderer Roman. Absolut empfehlenswert, auch und gerade unbedingt als Schullektüre. Auch in diesem Werk bleibt sich Fallada treu, was seine Erzählweise anbetrifft: seiner klaren, einfachen Sprache, seinen lebensnahen Schilderungen. Über das, was man heute über die Entstehung des Romans weiß, gibt es nochmal ein extra-Buch. Meine Seele konnte jedenfalls nicht ruhen, bis ich mir alles über die lebendigen Vorbilder dieses Romans zusammengelesen hatte. Wer sich irgendwelche Illusionen über das 3.Reich macht, wer dafür plädiert, daß das heute alles ja nicht mehr so wichtig sei - dem sei es geraten zu lesen und so zu spüren, wie es wirklich war. Und gleichzeitig lernen wir durch Fallada so viele Facetten der Wirklichkeit unter Hitler kennen, auch des Widerstands. Falladas Verdienst ist die Chronik des Im-Land-Gebliebenen: Was er sich vorwarf, daß er im Land geblieben und am Leben geblieben war, war für diesen Roman ein Riesenglück: Wäre er emigriert oder wäre er umgekommen, hätte er so nicht geschrieben werden können.
Nebenbei, wer Fallada mag: Ein Besuch in Carwitz im Fallada - Museum lohnt sich! Dort gibt es eine wunderschöne Landschaft, alle seine Bücher, viele Bücher über ihn und einen wundervollen Einblick in den Familienalltag in Carwitz.
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am 29. Dezember 2009
Fast steht der Inhalt der Story dem Gefühl, das in die Beschreibung und Ausformung der Charaktere gesteckt wurde, nach. In einzigartiger Weise wird Otto Quangel in seinem sinnlosen Unterfangen, Widerstand gegen Hitler zu leisten, beobachtet. Man fühlt Mitleid mit seinem Kampf gegen Windräder und der damit verbundenen Gefahr. Seine Umgebung wird ebenso gnadenlos beleuchtet und für die Nachwelt festgehalten. Die Tragik der Geschichte ist vorhersehbar und bleibt bis zuletzt unausweichlich. Die Grausamkeit der Beschreibung hält sich gemessen an dem, was da vorgeht, fast noch in Grenzen. Zu sehr ist man zum Schluss mit dem Charakter von Otto Quangel verwoben, zu sehr empfindet man seinen Gefühle und geht aufrecht mit ihm dem Ende entgegen. Ein geniales Stück Literatur!
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Es liest sich en wenig holprig, dieses Werk. Es scheint, als habe sich der Autor angestrengt. Und aus einem Guss ist es irgendwie auch nicht. Trotzdem fünf Sterne? Ja, unbedingt, denn die Geschichte ist aus verschiedensten Aspekten ein Meisterwerk, ein ganz grosses Thema wird gut verdaulich aufbereitet. Neben Spannung erlebt man den Horror der menschlicher Abgründe.

Fallada hat das Buch kurz nach dem Krieg als Auftragswerk geschrieben, was meiner Ansicht nach spürbar ist. Ich glaube er musste sich dieser Thematik mit viel Arbeit annähern und sich intensiv mit den Zusammenhängen auseinandersetzen. Dies finde ich dem Thema angemessen. Und so erklärt sich für mich auch der Aufbau des Buches in vier durchaus unterschiedliche Teile.

In Teil eins wird das Milieu Berlin Prenzlauer Berg mit seiner Arbeiterklasse, seinem Kleinganoventum, seinen Kleinfunktionären vorgestellt. Man wird in die Stadt mitgenommen, noch erahnt man keine grossen Dinge - weder literarisch noch von der gesamten Geschichte her. Das Arbeiterehepaar Quangel verliert seinen Sohn im Feld. Diese einfachen Leute beschliessen, einen stillen Widerstand einzugehen, indem sie Postkarten mit Hitlerkritiken in Berlin verteilen. Die erste Postkarte wird abgelegt, man beginnt Falladas Stärke zu ahnen. Zum Ende des ersten Teils baut er eine erste unsagbare Spannung auf - die Hoffnung des Ehepaares auf die Wirkung der Karten und die riesengrosse Anspannung, als sie ausgelegt wird haben mich als Leserin endgültig gepackt.

Teil zwei erweckt Assoziationen an John LeCarre und Dürrenmatt. Kommissar Escherich von der Gestapo verbeisst sich in den Fall und sieht von Anfang an klar und deutlich was passieren wird. Hier trumpft Fallada in psychologischer Grösse auf. Der Komissar ist die handelnde Hauptperson und Opfer zugleich. Er ist im Dienste einer Sache unterwegs, die er lösen wird, ungeachtet aller Kosten und ohne sich über gut oder böse Gedanken zu machen. Escherich ist ein literarischer Bluthund, der seine Fährte wittert und sie verfolgt.

Teil Drei - Die Falle schnappt zu. In diesem Teil geschehen die überraschendesten Wendungen, es werden die traurigsten Wahrheiten erkannt. Die Hoffnungslosigkeit einer jeden menschlichen Handlung in so einem System werden mit brutaler Schärfe gezeichnet. Es ist einem nur noch kalt beim Lesen mit dem Wissen, dass das keine Geschichte ist sondern gelebte und erlebte Wahrheit. Damals, heute, hier und an vielen Orten.

Teil Vier habe ich wie ein sehr grosses Postskriptum empfunden. Die Quangels bereiten sich in Plötzensee auf ihre Exekution vor. Sie warten lange, sie haben sehr viel Zeit nachzudenken, zu reflektieren. Sie können noch Entscheidungen treffen, jetzt und hier lernen sie auch noch das Gute kennen. Und trotz des traurigen Endes einer grausamen Geschichte schafft Fallada den Spin zum happy End. Hut ab.

Fünf Sterne für die Überwindung, die es Fallada gekostet hat, diesen Auftrag anzunehmen und für das beeindruckende Ergebnis, das er geliefert hat.
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am 23. Juli 2012
Kurt Schumacher hat 1932 den Nationalsozialisten vorgeworfen, einen "dauernden Appell an den inneren Schweinehund im Menschen" zu richten, er bescheinigte diesen zudem die "restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit". Was diese Freilegung der niedrigsten menschlichen Instinkte tatsächlich im Großen und im Kleinen bedeutete, das zeigt uns Falladas Roman sehr genau. Was es bedeutet, wenn ein Staat plötzlich Boshaftigkeit, Neid und Hass erlaubt und sogar unterstützt, das zeigt uns Fallada sehr genau. Was ein Rechtssystem, in welchem das "gesunde Volksempfinden" das Sagen hat (nämlich Stammtisch statt Gerechtigkeit), für die Gesellschaft bedeutet, auch das zeigt uns Fallada sehr eindringlich. Das Werk lebt zudem davon, dass er es schon 1946 schrieb, er war also noch sehr nah dran an den Geschehnissen, seine Beschreibung lebt noch von dem Erlebten und Gesehenem und wohl auch von der eigenen Scham, nicht genug protestiert oder gemacht zu haben. Dies macht für mich dieses Buch zu einer sehr wichtigen Quelle, Fallada ist übrigens auch "nah dran" an sehr modernen historischen Theorien (vgl. z.B. die Thesen des Historikers Götz Aly, der von einer "Wohlfühldiktatur" spricht), welche die Bereicherung der deutschen Bevölkerung als wichtige Triebfeder, um auch Unrecht mitzumachen oder selbst zu begehen, beschreiben. Am Handlungsverlauf selbst lässt sich sicher leicht einige Kritik üben, wie das ja auch schon passiert ist. Da sind die Brüche und Unwahrscheinlichkeiten in der Handlung, da sind die holzschnittartigen Charaktere, da sind manchmal zu einfache Erklärungsmuster und da merkt man eben auch, dass dieses dicke Werk in so unglaublich kurzer Zeit geschrieben wurde (knapp einen Monat schrieb der Schriftsteller daran) und dass Fallada den Roman nicht mehr überarbeiten konnte. Diese Kritikpunkte sind berechtigt, sie nehmen meines Erachtens diesem Werk aber nicht die innere Wahrheit, die große Nähe gerade zu dem beschriebenen "inneren Schweinhund", der wohl in uns allen steckt, den die Nazis freigelegt haben und den selten ein Schriftsteller so deutlich herausgearbeitet hat. Nicht der beste Fallada also, aber dennoch ein großes Werk und eine wichtige Quelle dieser Zeit. Unbedingt lesen!
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am 7. Januar 2000
In diesem Buch beschreit Hans Fallada die wahre Geschichte des Ehepaares Quangel im II. Weltkrieg. Die Quangels verloren den eigenen Sohn im Krieg, woraufhin sich die an sich unpolitischen Eltern zum Widerstand gegen das Regime Hitlers entschlossen. Auf anonymen Postkarten rufen sie auf zum Widerstand gegen Hitler und seine Verbrechen und müssen hierfür mit dem Leben bezahlen. Sie wurden von der Gestapo verhaftet und mussten durch die Hölle der Verhöre und Gefängnisse gehen und bezahlten zum Ende mit dem eigenen Leben für ihren Kampf. Fallada schrieb den Roman im Jahre 1945 nach den Tatsachenaufzeichnungen einer ihm zugespielten Gestapo-Akte und verfasste damit sein letztes Werk im Kampf gegen die Unterdrückung und gegen Not und Elend. Ein beklemmendes aber zeitlos aktuelles und sehr nachdenklich machendes Werk. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 5. Juli 2007
In diesem Buch wird sehr einfühlsam die Geschichte eines einfachen Ehepaares beschrieben, welches im 2. Weltkrieg ihren einzigen Sohn verloren hat.
Diese Eltern wehren sich und schreiben politische Karten, die sie dann in Häusern mit großem Publikumsverkehr auslegen.
Sie beweisen dabei Mut, Organisation und politischen Scharfsinn und begeben sich dabei in höchste Lebensgefahr. Ihr ganzer Lebensinhalt ist nun auf diese Karten gerichtet.
Durch eine detaillierte Beschreibung der in diesen Roman handelnden Personen und deren Lebensumstände, wird der Leser zu einem guten Beobachter. Schnell lassen sich Zusammenhänge erkennen und nachvollziehen.
In diesem Buch geht es um Mut, der über menschliche Grenzen hinaus geht, um Verrat, Feigheit und auch um Schmarotzertum. Es zeigt wozu Menschen in verschiedenen Situationen fähig sind.
Durch eine geschickte Erzählweise macht Hans Fallada dieses Buch zu einem spannenden und nachhaltigen Leseerlebnis.
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Es kommt wirklich ganz selten vor, dass ich ein Buch an einem Wochenende durclese. Aber diese Buch ist so spannend, aufrührend geschrieben, dass es sich wie ein Krimi liest. Hans Fallada beschreibt in seinem Buch das Berlin der kleinen Leute, ähnlich wie Zille in seinen Zeichnungen. Das Buch beruht auf der Lebens- und Todesgeschichte der Familie Hampel. Fallada ändert lediglich den Namen. Das stille Ehepaar Quangel, ganz einfache Leute, verliert im Krieg wie so viele seinen Sohn. Sie waren nie Nazis, aber dieses Ereignis verändert ihre zunächst durchaus von Opportunismus geprägte Einstellung zum Regime von Grund auf. Sie werden zu Gegnern. Die Art ihres Widerstandes ist naiv und letztlich wirkungslos. Aber sie sind wenigstens anständig geblieben. Sie schreiben Karten, in denen sie das verbrecherische Regime anprangern. Diese Karten legen sie zumeist in öffentlichen Gebäuden aus. Das ist Hochverrat und sie sind sich der Gefahr ihres Handelns durchaus bewusst. Wenn sie gefasst werden, wird es sie den Kopf kosten. Diese Karten setzen die Maschinerie der Gestapo in Gang. Dennoch dauert es über zwei Jahre und es bedarf eines Zufalls, dass sie gefasst werden. Das Meisterwerk von Hans Fallada vermittelt uns einen Eindruck von der Stimmung der Zeit, geprägt von Misstrauen, Angst Denunziantentum und Fanatismus. Einmal in der Mühle des Systems, das keinerlei Gesetz unterworfen ist, zieht Frau Quangel durch eine Unachtsamkeit die ehemalige Verlobte ihres gefallenen Sohnes und deren Mann mit in den Kreis der Verdächtigen ein. Einmal in den Fängen der Gestapo gibt es kein Entrinnen, das wissen die Quangels. Sie werden sterben müssen.
Berührend und aufwühlend ist besonders der Teil, der sich nach der Festnahme der Quangels abspielt,denn hier wird die ganze Unfassbarkeit des Geschehens offenbart.Der Boshaftigkeit und dem Verbrecherischen setzt Fallada immer literarisch gekannt das Gute entgegen. Zum einen in der Gestalt des Gefängnispfarres als auch in der Gestalt des alten, pensionierten Landgerichtrates Fromm. Diese beiden zeigen Barmherzigkeit jeder auf ihre Art und durchaus unter Einsatz ihres Lebens. Das Gute im Menschen ist selbst in dieser unbarmherzigen Zeit noch vorhanden.
Alle Protagonisten gehen ihren Weg in den Tod für sich allein, aber keiner bleibt verschont. Im Tode ist das Ehepaar Quangel wieder vereint. Ein Meisterwerk deutscher Literatur. Unbedingt lesenswert.
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