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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ambivalente Sympathie, 22. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Israel verstehen - in 60 Tagen oder weniger (Gebundene Ausgabe)
Ein gut gemachter Comic, der ziemlich genau die Erfahrungen schildert, die ich selber bei verschiedenen geführten Israel-Reisen gemacht habe. Propaganda hat sich da durchaus mit kontrastierenden Erlebnissen und differenzierten Schilderungen und wichtigen historischen Erinnerungen vermischt. Und dabei ist auch mir klarer geworden, dass einfache Antworten in dieser Region nicht weiter helfen.

Die Autorin kommt mit den Vorurteilen nach Israel, die im liberalen Mainstream der US-amerikanischen Ostküste auch unter Juden verbreitet sind, und muss zur Kenntnis nehmen, dass Ihr - Nachfahrin von Ostjuden, die nach Amerika ausgewandert sind - Israel mehr bedeutet als sie gedacht hat, eben mehr als nur eine Studienreise. Das teilt sie mit anderen Mitreisenden, unter denen sie aber als Kritikerin eine akzeptierte Außenseiterrolle einnimmt. Sie hat viele Fragen, muss aber realisieren, dass auch in Israel die Konfliktlinien nicht so schematisch verlaufen, wie sie glaubt. Vor allem trifft sie auch auf Menschen aus einenm eher linksliberalen Milieu - ihrem eigenen, die in diese Konflikte verstrickt sind und selber da heraus möchten, aber nicht um den Preis, für ihren Staat die Sicherheit aufzugeben. Ihre Stimmung wandelt sich von neugierig israelkritisch zu ambivalent. Ich glaube deshalb, dass das Zitat "Sei nicht für Israel, sei nicht für Palästina, sei für den Frieden" den Kern dieser Grafiknovelle nicht trifft. Die Sympathie der Autorin für Israel entwickelt sich, enthält aber bis zum Ende viele Gegenreden. Zu einer eigenen Position wird sie erst auf der letzten Seite veranlasst als sie auf einer Zwischenstation ihrer Heimreise in einer Istanbuler Jugendherberge mit freundlichen Menschen aus aller Welt konfrontiert ist, die sich nicht trauen würden, in dieses "Kriegsgebiet" zu fahren. Was sie denen auf die Frage geantwortet haben könnte "Wie ist es denn so in Israel?" bleibt allerdings der Phantasie des/der Lesers/Leserin überlassen.

Zwei formale Anmerkungen noch. Die Schrift ist durchgehend in Versalien gehalten und leider recht klein geraten. Da die Schriftsprache im Deutschen nach Groß- und Kleinschreibung differenziert, erschweren Versalien das Lesen. Die kleine Schriftgröße macht's noch mühseliger. Außerdem fehlen im Sprechblasentext an zwei/drei Stellen einzelne Wörter.

Von solchen Hürden abgesehen gefällt mir dieser dicke Comic (206 Seiten) aber außerordentlich, weil er einen fairen ersten Eindruck von Israel vermittelt und ein guter Einstieg zu einer eigenen Augenscheinnahme ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Israel verstehen - in 60 Tagen oder weniger, 7. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Israel verstehen - in 60 Tagen oder weniger (Gebundene Ausgabe)
Sarah Glidden nimmt an einer Birthright Israel-Tour teil. Die Birthright Israel-Tour wird durch eine jüdisch-israelische Organisation ermöglicht. Es ist eine 10-tägige Rundreise durch Israel wobei jüdische Herkunft, Geschichte und Kultur vermittelt werden.

Sarah Glidden ist ein Mädchen, daß alle Ausflüge und Reden auf dieser Tour skeptisch gegenübertritt und versucht, ihre eigene Meinung zu bilden. Ihr ist bewusst, daß sie hier nur die eine Seite des Konfliktes hört.

Was mir in diesem Buch sehr, sehr gut gefallen hat ist, daß man viele wichtigen Hintergrundinformationen und viel von der Geschichte des Landes und der Menschen anhand von Comics erklärt bekommt. Glidden versucht die Sache möglichst neutral zu schildern.

Die Autorin hat sich wahnsinnig viel Mühe mit den Zeichnungen und Informationsbeschaffungen gemacht! Ein sehr schönes Buch, sowohl inhaltlich als auch das Format!
Ich bin der Meinung: das Buch sollte eine Pflichtlektüre an höheren Schulen sein!
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kritischer und sehr sensibler Blick auf Israel, 20. Juni 2011
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Israel verstehen - in 60 Tagen oder weniger (Gebundene Ausgabe)
Die US-Amerikanerin Sarah Glidden hat mit der vorliegenden Graphic Novel ihr Debüt vorgelegt. Sie ist die Autorin und Zeichnerin dieses Buches, in dem sie ihre erste Reise nach Israel beschreibt. Jüdische Autoren haben in der Geschichte des Comics eine grosse Tradition, der bekannteste und erfolgreichste Held jüdischer Künstler dürfte dabei Superman sein. Aber auch Stan Lee hat jüdische Wurzeln und seine Familie kommt aus Osteuropa, genau wie es bei Glidden der Fall ist. Anders als bei den sehr ernsten Werken von Will Eisner und Art Spiegelman bringt Glidden sehr viel Leichtigkeit und eine erfrischende weibliche Note, auch durch die Wasserfarben, in ihre Erzählung ein. Wer Persepolis mag sollte auch dieser Graphic Novel eine Chance geben.

Die deutsche Übersetzung der Graphic Novel stellt die Autorin im Juni in München vor.

Sarah Glidden reiste 2007 im Rahmen einer Birthright-Tour mit anderen Twens nach Israel. Oder nach Palästina. Die kritische Glidden ist völlig überfordert von all den Fragen den dieser uralte Konflikt aufwirft. Birthright-Reisen sind gesponsorte Trips, die die Reisenden nichts kosten. Deshalb befürchtet die junge Künstlerin, dass sie einer Gehirnwäsche unterzogen werden soll und eine treue, unkritische Fürsprecherin des jüdischen Staates werden soll. Stationen wie Jerusalem, Masada, Totes Meer usw. Wer nun ein weiteres Maus erwartet liegt völlig falsch. Das düstere Kapitel wird am Rande thematisiert, im Mittelpunkt aber steht das heutige Israel.

Auch wenn die Graphic Novel der Ligne Claire (Tim & Struppi) verpflichtet ist gibt es mehrere schöne optische Einfälle der Autorin, etwa wenn sie in einem Tagtraum Gericht mit sich selbst hält und abwägt, welche denn nun die einzig wahre Wahrheit über Israel ist. Vielleicht geht es ja gar nicht wirklich um Religion, sondern um Land und Macht?

Für mich zeigt dieses Buch wie eine Reise idealerweise aussehen sollte. Und das nicht etwa weil es ins Heilige Land geht, sondern weil Glidden mit Neugier, kritischem Verstand und offenen Augen all die vielfältigen Eindrücke aufnimmt. Mir persönlich leuchtet es nicht ein, wieso Menschen nach Ägypten reisen und die Pyramiden auslassen, dafür dann nur am Strand liegen und sich am Büffet laben. Nach der Lektüre von Glidden brillantem Debüt mag man Israel zwar noch nicht gänzlich verstanden haben, aber ein gutes Stück weiser als zuvor ist man definitiv.
Es sind sehr viele nachdenklich stimmende Szenen, die nach der Lektüre dieser Graphic Novel im Gedächtnis bleiben. Wofür springst du morgens aus dem Heuhaufen? Das ist eine dieser starken Momente. Die Bildungstouristen bekommen eine Einführung in die mühsame Arbeit der Siedler, die ihr neues Land fruchtbar machten und sich auch damit motivierten, dass sie etwas von echtem Wert und großer Bedeutung schufen.

Fazit? Dazu zitiere ich aus dem Comic: "Seid nicht für Israel! Seid nicht für Palästina! Seid für den Frieden!".

208 Seiten, Hardcover, Farbe, Autorin & Zeichnerin: Sarah Glidden, Übersetzung: Gerlinde Althoff, Extra: Glossar, Bibliographie und Zeitachse des Staates Israel, Vertigo/Panini 2011
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnetes Debüt, 20. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Israel verstehen - in 60 Tagen oder weniger (Gebundene Ausgabe)
Israel verstehen

Sarah Glidden ist Amerikanerin jüdischen Herkunft. Zusammen mit einer Freundin beschließt sie, eine sog. 'Birthright Israel' Tour durchzuführen. Das bedeutet, daß der Staat Israel für Juden mit ohne israelische Staatsbürgerschaft eine Reise nach und in Israel durchführt, um ihnen das Heilige Land näher zu bringen. Die Finanzierung übernimmt Israel komplett.
Die liberal erzogene Sarah hat Befürchtungen, daß auf diesen Touren eine Gehirnwäsche versucht werden soll, aber die Neugier ist stärker.
So macht sie sich auf um Israel im Bus zu durchqueren, und besichtigt die Golan Höhen, Tel Aviv, Jerusalem, Masada und andere wichtige Stätten. Dabei erfährt sie viel über die Geschichte, aber auch die Menschen des Landes.
Wer dabei aber eine schwarzweiß Welt mit Schublandendenken erwartet, wird (wie Sarah selbst) überrascht werden. Ihre vorgefaßte Meinung muß die Autorin dabei mehrfach revidieren, und ist von der Komplexität des Themas, von dem sie eigentlich dachte es zu durchschauen, komplett verwirrt.
Auch zeichnerisch beweist Sarah Glidden viel Talent. So werden Details und Ansichten der Reise visualisiert, die nur jemand zeigen kann, der selbst vor Ort war und genau hingesehen hat. Die weiche Kolorierung zwischen Wasserfarbe und Aquarell betont dabei die Sichtweise und Gefühlswelt der Autorin.

Fazit:
Ausgezeichnete, informative Graphic Novel von Vertigo, ohne den weit verbreiteten belehrenden Zeigefinger, stattdessen mit tiefen Einblicken in Israel. Man kann nur hoffen, in Zukunft mehr von dieser Künstlerin sehen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Debüt, 30. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Israel verstehen - in 60 Tagen oder weniger (Gebundene Ausgabe)
"Israel verstehen" ist eine rundum gelungene Reflektion einer jungen amerikanischen Jüdin über ihr schwieriges Verhältnis zu Israel.

Der Rezension von H. Katlewski ist meinerseits nur noch Ergänzendes hinzuzufügen:
leider hat Sarah Glidden es nicht vermocht - oder vielleicht hat sich auch (noch) nicht die Gelegenheit ergeben - ihre Vorurteile gegenüber dem orthodoxen Judentum zu überwinden. Vermutlich wird sie eine weitere Reise machen müssen, die sich explizit mit diesem Thema beschäftigt, um beispielsweise haredische Juden nicht grundsätzlich als sexbesessene Monster darzustellen, die grundsätzlich nichts anderes im Sinn haben, als hilfsbereiten jungen Damen an die Unterwäsche zu gehen (S. 14). Diese Szene hat doch arg an Stürmersche Propaganda erinnert. Nicht daß es solcherlei nicht auch in der frommen Welt geben mag, aber dieser Eindruck bleibt dem (vorwiegend) nichtjüdischen Publikum und es erfolgt leider nicht die wohltuende Wandlung zu einer differenzierteren Sicht der Dinge, wie sie sie auf dem Feld des israelisch-palästinensischen Verhälnisses im Laufe des Buches entwickelt.

Zur Übersetzung: streckenweise etwas holperig. Auch hätte etwas mehr Recherche über spezifische Ausdrücke im Vorfeld gutgetan: warum beispielsweise Schabbat immer noch im deutschsprachigen Raum mit "Sabbat" - und dann in kuriosen Verbindungen wie "Sabbat Schalom"- übersetzt werden muß, bleibt rätselhaft.

Gliddens Zeichenstil ist auf jeden Fall fantastisch und die Geschichte gelungen.
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Israel verstehen - in 60 Tagen oder weniger
Israel verstehen - in 60 Tagen oder weniger von Sarah Glidden (Gebundene Ausgabe - 21. Juni 2011)
EUR 24,95
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