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"Je größer der Kult, desto größer der Trash, seine Fragwürdigkeit und Gefahren."
(timediver®)

Wohl keine andere Aussage wird in der heutigen Zeit und Medienwelt so häufig strapaziert, wie die Behauptung "Das ist Kult!" oder ihre umgangssprachliche, neudeutsche Form "Das ist kult(ig)". Nicht nur die Werbebranche versucht auf diese Weise, alles mögliche an die zahlenden Konsumenten zu bringen. Nicht wenige Zeitgenossen lassen sich blenden und verleihen mit ihrem Verhalten dem Besagten den postulierten "Kultstatus"....

....bedenken hierbei jedoch nicht, dass der Terminus "Kult" nichts mit Kultur zu tun hat, sondern sich aus dem lateinischen "cultus deorum" (Götterverehrung), im Sinne der Hingabe im Rahmen einer streng geregelten Liturgie, herleitet. Mit dem Objekt, um das sich der Kult dreht und einer Personengruppe die denselben ausführt, bedarf es hierzu immer derselben Elemente. Das seit der Antike gebräuchliche Pejorativum "Götzendienst" ist auch heute noch alleiniger Ausfluss eines subjektiven religiösem oder weltanschaulichem Glaubens, Nonkonformismus oder gar Intoleranz....

....wobei Letzteres aber im Hinblick auf die Gefahren die mit einer "Kultfigur" verbunden sind, sogar ethisch geboten sein kann, wie bei vielen politischen „Führern“. Ganz besonders bei allen Formen von Gongorismus, wie sie Demagogen, Verführern und Verbrechern entgegengebracht wird. Die Anrede "geliebter Führer" ist nur eine der Huldigungen, die nicht nur Adolf Hitler zuteil wurden, sondern wurde 1994 beim Amtsantritt von Kim Jong-il (1941 – 2011) auch zu einem offiziellen Titel.

Folgerichtig wählten die Verantwortlichen des Berliner Ch. Links Verlages für das Cover des nur um „Oh Du“ ergänzten, gleichnamigen Buches zwei Fotos, die den "Kult" um dies beiden Diktatoren versinnbildlichen. Mit Hon. Prof Dr. Thomas Kunze und dem schweizerischen Journalisten Thomas Vogel haben sich zwei Experten für den ehemaligen Ostblock zusammengefunden, die sich in diesem Zusammenhang bereits für mehrere Publikationen verantwortlich zeichnen. Für die Beiträge zu mehr als 20 Personen konnten Kunze und Vogel 21 weitere renommierte Autoren gewinnen, von Reinhart Bindseil (ehem. Botschafter im "Zentralafrikanischen Kaiserreich" in Ruanda und Usbekistan), Peter Böhm (Tamerlans Erben: Zentralasiatische Annäherungen), Vera Lengsfeld (Bürgerrechtlerin und Landesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in Berlin-Brandenburg) und Prof Dr. Nikolaus Werz (Lateinamerika: Eine politische Landeskunde) exemplarisch zu nennen sind. Das Buch, welches sich sowohl als Nachschlagewerk, als auch als durchgehende Lektüre empfiehlt, gliedert sich in einen größeren, ersten bestimmten Personen gewidmeten Teil und einem zweiten, welcher sich mit dem Phänomen befasst. Teil I. Weist eine Untergliederung in die Kapitel "Die großen Diktatoren", "Kommunistische Nachahmer", "Populisten und Kultfiguren", „Nationalisten, Militärkarrieristen und religiöse Führer“ sowie "Monarchen und selbsternannte Kaiser" vor. Während hierbei mit Nelson Mandela auch eine weltweit als Lichtgestalt angesehene Person betrachtet und die "Personenkulte in der parlamentarischen und konstitutionellen Monarchie" betrachtet werden, beschäftigt sich das erste Kapitel des zweiten Teils mit dem Zusammenhang "Personenkult, Massenmedien und Demokratie". Weitere Kapitel analysieren die "Führermonumente im Sozialismus", Kunst und Personenkult in Deutschland. Zum Abschluss gehen die beiden Herausgeber der Frage nach "Warum Personenkult nicht aussterben wird".

Während den Kapiteln des ersten Teils jeweils ein kurzes Porträt der vorangestellt ist, unterstreichen die nummerierten Anmerkungen zum Abschluss jedes Beitrages den wissenschaftlichen Charakter des Buches. Als schonungslose Entlarvung pseudoreligiöser Heilsbringer, ihrer Hybris und die Massen verblendenden Machenschaften, kollektiven Wahnsinns und individuellem Opportunismus, ist das mit einer sechzehnseitigen Farbfotostrecke und Schwarzweißfotos ausgestattete Buch mit fünf Amazonsternen zu bewerten.
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Der Sammelband bietet einen aufschlussreichen und gut lesbaren Einblick in den Personenkult des 20. und 21. Jahrhunderts. Besonders gelungen ist hierbei, dass häufig anhand von konkreten Beispielen die Auswüchse des jeweiligen Personenkults aufgezeigt werden. Nicht selten gerät der Leser dabei aufgrund so mancher Absurdität ins Schmunzeln, welches freilich schnell wieder erstarrt, wenn ins Bewusstsein gerät, dass viele dieser Personen Diktatoren waren. Neben diesen Ausprägungen thematisieren die Verfasser zwar immer wieder auch die Mechanismen, wie ein solcher Personenkult gefördert und am Leben gehalten wird, doch lassen manche Aufsätze trotz vieler interessanter Einzelheiten eine tiefer gehende Analyse vermissen. So ist der Beitrag zu Nelson Mandela mehr eine Hommage als eine strukturierte Herausarbeitung des Personenkults um den Friedensnobelpreisträger von 1993. Ähnlich zeigen auch die Ausführungen zu Fidel Castro und Hugo Chávez keine durchgehende Argumentationslinie.

Wie im Untertitel angesprochen richtet sich die konzeptionelle Ausrichtung des Bandes ganz auf das 20. und 21. Jahrhundert. Hinzu kommt, dass lediglich der politisch motivierte Personenkult thematisiert wird, während der Starkult um Schauspieler oder Musiker keine Rolle spielt. Erfreulicherweise haben die beiden Herausgeber neben den weithin bekannten Herrscherpersönlichkeiten wie Hitler, Stalin oder Mao Zedong auch solche aufgenommen, die gerade im westlichen Kulturkreis kaum bekannt sind. Beispiele hierfür sind der albanische Diktator Enver Hodscha sowie Jean-Bédel Bokassa, der selbst ernannte Kaiser Zentralafrikas. Dadurch wird deutlich, dass Personenkult nicht nur ein interkulturelles Phänomen ist, sondern auch ein globales.

FAZIT: ein perspektivenreicher Blick auf ein breit gefächertes Phänomen, der trotz der fehlenden tiefer gehenden Analysen Lesern dennoch eine anregende Lektüre bietet, da durch zahlreiche Beispiele auf plastische Art und Weise die Auswüchse des Personenkults offenbar werden.
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