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Erleuchtung gefällig? Ein esoterischer Selbstversuch
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Mai 2013
"Erleuchtung gefällig?" ist in vielerlei Hinsicht ein gelungenes Buch: Physisch ist es, im Sinne einer schönen handwerklichen Verarbeitung, gut gelungen. Inhaltlich besticht es durch eine hohe Informationsdichte und einen angenehmen Stil. Das Buch weist keine Längen auf. Die 200 Seiten lassen sich gefällig an einem Tag runterlesen". Das spricht (gerade bei einem Debattenbuch mit klar festgelegter Meinung des Autors) für sich. Die esoterischen Selbstversuche des Autors werden durchsetzt durch kleine Exkurse, nebenher eingestreute Zahlen, die die Selbsterfahrung in Bezug zum gesellschaftlichen Phänomen Esoterik setzen sowie gelegentliche Reflexionen über die Meinung einiger Klassiker (Kant, Cicero etc.) zu vergleichbaren Phänomenen (Magie, Wahrsagerei etc.). Für Interessierte am gesellschaftlichen Phänomen Esoterik ist das Buch eine reichhaltige Fundgrube an Informationen und Anekdoten. Für Esoteriker ist das Buch vielleicht kein Lesespaß, aber sicher ein super Mittel um dualistisches Denken zu überwinden. Für alle anderen bietet das Buch aufgrund des gefälligen Stils und der hohen aber leichtverdaulichen Informationsdichte ein schönes Lesevergnügen. Sehr zu empfehlen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juni 2013
Bernd Kramer erzählt in diesem Buch die Geschichte von einem Selbstexperiment: Er versucht in die Esoterik-Szene einzutauchen und nachzuvollziehen, was so viele am Übernatürlichen fasziniert. Besonders interessant fand ich dabei, wie er versucht seinen rationalen Standpunkt auf ein Minimum zu reduzieren, um möglichst echt über das Gefühl und die Anziehung der Szene berichten zu können.
Er schreibt dabei kurzweilig und amüsant, ohne die nötige Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit des Themas zu vernachlässigen. Dabei stellt er mit leichter Hand Bezüge zu Religion, Geschichte und den großen Europäischen Denkern her.
Besonders schockierend fand ich die Beschreibung des Kommerz-Sektors, der der Szene anhängt. Die Situation vieler Leute, die sich meist in schweren Phasen ihres Lebens befinden, werden hier ausgenutzt, indem ihnen für viel Geld von selbsternannten Wahrsagern „geholfen“ wird. Hier werden teilweise so absurde Situationen beschrieben, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Eine Satire ist es aber nicht, denn die Situationen sind nicht ausgedacht!
Insgesamt ein gutes Buch, mit viel Witz, Verstand und Herz geschrieben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Juli 2014
...für alle, die jemals mit Esoterik, Pseudo- und Parawissenschaft konfrontiert wurden. Nicht so lustig, wie das Cover vermuten lässt; eher bleibt einem das Lachen oft - im Angesicht der tragischen Einzelschicksale - im Halse stecken. Eine gelungene Mischung aus diskreter Ironie und fundiert recherchierter Information.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Juni 2013
Zunächst war ich skeptisch, ob ein junger Journalist (Jahrgang 1984) komplexe Themen wie Spiritualität und Esoterik überhaupt (schon) durchdringt. Vor allem, ob er diese beiden Dinge auch sorgsam voneinander trennt! Nach der Lektüre muss ich sagen ja, er tut es. Das Buch ist nicht allzu polemisch, wenngleich komische Situationen (z.B. die Geschichte mit dem »Transzendenzzapfen« oder die Session bei einer Reinkarnationstherapeutin) natürlich nicht ausbleiben. Das ist auch gut so. Das Buch liest sich dadurch angenehm kurzweilig und an 2-3 Stellen hat das Zugabteil, in dem ich bei der Lektüre zeitweilig saß, auch etwas davon gehabt ;-) Der Autor fügt neben seinen Selbstversuchen geschickt kleinere Exkurse von Platon über Thomas Mann bis hin zu Adorno ein. Insgesamt ein Buch, welches sich kritisch mit dem Esoterikmarkt auseinandersetzt. Vor allem mit dessen Heilsversprechen und der enormen Kommerzialität. Ich werde das Buch auf alle Fälle auch an »esoterisch angehauchte« Familienmitglieder verschenken. Mal sehen, was die dazu sagen ...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Juni 2014
Manchmal zum Lachen, was da passiert, wenn es nicht auch tragische Seiten hätte.
Sehr gut beobachtet und beschrieben, wie mit Humbug viel Geld verdient wird.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Januar 2015
...dass es im Bereich der Esoterik die absurdesten Verirrungen gibt, ist wohl unbestritten. Und auch, dass in diesem Umfeld ein kommerzieller Markt enstanden ist, bei dem die Hauptintention schlicht und ergreifend schnödes Geldverdienen ist, steht für mich außer Frage. In diesem Buch werden aber viele Bergiffe vermischt bzw. gleichgesetzt (Esoterik, Spiritualität, Erleuchtung) und auf jegliche Differenzierung verzichtet (so würden sich wohl beispielsweise ein Wahrsager auf der Esoterikmesse, ein sibirischer Schamane, ein Franziskanermönch, ein Sufiderwisch und der Dalai Lama gleichermassen als spirituell bezeichnen).
Hier ein Pauschalurteil zu fällen, scheint mir dann doch etwas gewagt. Deshalb bietet das Buch für mich keinerlei Erkenntnisgewinn.
Da auch auch der Schreibstil trocken-nüchtern bis langweilig daherkommt leider nur 2 Sterne.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Bernd Kramer ist gelernter und praktizierender Journalist. Was liegt es also näher, als einmal die Königsdisziplin zu erproben, die durch Günter Wallraff populär wurde, die verdeckte Recherche oder Undercover-Ermittlung? Hierzu bedarf es eines abgegrenzten Feldes der Beobachtung und eines konkreten Verdachts. Das Gebiet ist der esoterische Markt und der Verdacht soll wohl der sein, dass Wahrsagerei und esoterisches Coaching Betrug am Kunden sei, da deren Wirkung und Begründung die wissenschaftliche Bestätigung fehle. Zweifellos ist dort manches recht schräg, was ja auch schon durch andere Schwarzbücher aufgezeigt worden ist.
Das Buch von Bernd Kramer liefert jedoch kein staubtrockenes besserwisserisches Schwarzbuch, sondern eine selbst erlebte Geschichte, in der sich der Autor aufmacht, esoterische Techniken zu lernen, ohne an sie zu glauben, was ihm recht gut gelingt, wenn er sich gar mit einem Rückenkratzer und einem silbernen Christbaumzapfen erfolgreich auf eine Esoterik-Messe begibt, um an einem eigenen Stand sogenannte Aura-Reinigung zu praktizieren. _Allen Klientinnen (ja, Männer fehlten darunter) geht es anschließend subjektiv gefühlt besser und sie geben ihm Geld, obwohl er selbst kein Honorar verlangt hat. Doch für dieses Engagement auf der Messe musste Bernd Kramer zuvor eine Ausbildung als esoterischer Berater machen, wobei er das Channeling, den direkten Kontakt zur geistigen Ebene zu seinem Schwerpunkt machte. Die Erfahrung der späteren Beratung zeigt, dass viele Anruferinnen bewusst danach fragen, was die geistige Ebene auf ihr Anliegen als Antwort geben kann. Daraufhin konnte er sich als Berater bei einer Hotline anmelden, hat aber damit bei einem durchaus wachsenden Kundenkreis kaum mehr als 20 Euro verdient, einen geringeren Anteil als die Betreiberfirma der Hotline.

Das Buch legt über die praktische Recherche eine zweite, historische Schicht der inhaltlichen Recherche zum Thema Wahrsagen und Okkultismus von Cicero über Immanuel Kant bis Thomas Mann. Was es letztlich beweist, ist, dass man, wie der Autor selbst, esoterische Methoden anwenden kann, ohne daran zu glauben. Doch dem eigentlichen Phänomen der geistigen Unterstützung zur Selbstheilung kommt er darum weniger auf die Spur, vielleicht weil er sich bewusst auf die Beraterperspektive konzentriert. Die Menschen fühlen sich nach solchen Beratungen besser, obwohl, wie gezeigt, objektiv im Sinn naturwissenschaftlicher Kriterien nichts dran ist. Warum also fragen sich Menschen heute: "Wie bekommt man das Denken aus dem Kopf?" (S. 117) Ist Esoterik also doch nichts anderes als eine Form säkularer Religion und liegt nicht darin schon die Antwort, wenn mit den Worten einer Seminarleiterin heißt: "Je mehr Lebenserfahrung wir haben, desto stärker decken sich die Botschaften der geistigen Welt mit unserem gelebten Selbst." (S. 117)? Was wäre, wenn sowohl Klient_innen als auch Berater_innen eben genau darum wüssten, dass sie eine (quasi religiös-) symbolische Sprache gebrauchen und Inhalte einer geglaubten Erfahrung kommunizieren? Was ist zuletzt schlimm daran, dass Heilungserfahrungen in esoterischen Behandlungen mit dem Plazeboeffekt verglichen werden können? Symbolisiert die geistige Welt nicht zuletzt die Ebene des Gefühls, das in der rationalen Marktgesellschaft auf der Strecke bleibt? Und was hat es damit auf sich, dass Beraterinnen und Berater um alles in der Welt versuchen, keine Verantwortung für die Probleme der Klient_innen zu übernehmen, sondern sie zur Übernahme von Selbstverantwortung ermutigen und, wenn es gut geht, auch ermächtigen? Was ist schlimm daran, wenn die Botschaft einer Beratung zuletzt schlicht lautet: "Du kannst das!"? Um es auf den Punkt zu bringen: Der Autor zeigt im Grunde am Beispiel der eigenen Rolle im esoterischen Sprachspiel, dass hier der Erfolg auf einem Muster von Vertrauen und Kommunikation beruht, wofür die esoterische Technik das Medium ist. Die gemeinsame Vertrauensbasis der Berater- und Klientenseite besteht darin, an die "geistige Welt" im Moment der Beratung zu glauben. Insofern ist der kritische Text diese Buches der Nachweis dafür, dass sich solches Vertrauen missbrauchen lässt und, dass es ggf. missbraucht wird.

Diese Kritik soll nicht vergessen machen, dass das Buch von Bernd Kramer insgesamt gut zu lesen und informativ ist, auch wenn er sich in der Auswahl der Texte auf die Seite der Esoterik-Kritiker geschlagen hat. Die Pro-Argumente kommen zuletzt ein wenig zu kurz. Klassiker wie Rainer Maria Rilke, Annette von Droste-Hülshoff oder Johann Wolfgang von Goethe werden nicht erwähnt. Es ist wohl schwierig, im Bereich der Esoterik Zustimmung und Kritik in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Das Thema Esoterik wie auch das Thema Religion scheinen auf ähnliche Art polarisieren. Fragen offen zu lassen, hat noch keinem Buch geschadet. Die journalistische Arbeit ist gelungen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Durch die Lektüre erfährt man wieder einmal, wie schwachsinnig die gesamte Esoterik-Branche ist und wie leicht es ist, Mensche hinters Licht zu führen, ohne dass sie es merken. Eine herrliche Lektüre!!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. März 2014
Es war mir ein echtes Vergnügen dem Selbstversuch des Autoren zu Folgen, ob als Suchender oder als Guru. Dieses Buch kann ich uneingeschränkt weiter empfehlen.
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