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am 13. Juni 2013
Dieses Buch ist etwas vollkommen Neues.

Liest man den Titel, denkt man vielleicht an ein weiteres einseitiges Länderporträts, das Japan als total funkiges, verrücktes und gleichzeitig als traditionelles und mystisches Land darstellt:
Japan als Land wo überall und den ganzen Tag Geishas mit Handys in den Händen rumlaufen, wo sich hübsche Tempel an Hochhäuser reihen und die Menschen allesamt zutiefst spirituell sind; ein Land, das man allein durch Sushi und Kirschblüten darstellen könnte und wo jahrtausende alte Kultur einvernehmlich mit modernster High-Tech einhergeht. Die Menschen sind immer höflich, unterwürfig und sagen prinzipiell immer "hai", selbst wenn sie "nein" meinen. Ach ja, und es ist für uns als "Westler" einfach unmöglich, "die Japaner" zu verstehen.
Hatten wir doch alles schon so oft..

Aber Christian Tagsolds "Länderportät" von Japan sticht unter all diesen gedruckten Aneinanderreihungen von Stereotypen deutlich hervor.

Tagsold behandelt in seinem Buch zunächst all die Themen, die auch in anderen Länderporträts vorkommen: Essen, Alltagskultur, Geografie. Das war es dann aber auch, die anderen Themen sind mit Bedacht gewählt: u.a. (vermeintliche) Traditionen und "Moderne", der Mythos von der "homogenen japanischen Gesellschaft", das Problem der raschen Alterung des Landes und zu guter Letzt Fukushima bzw. die Dreifachkatastrophe von 2011.

Tagsold beschreibt Japan fundiert, mit Hintergrundwissen und interessanten Fakten. Dabei greift er die gängigen Klischees über Japan auf und erklärt ihren Ursprung und vor allem warum diese Klischees überhaupt entstanden sind und warum sie zum Teil stimmen oder eben oft nicht. Warum erscheint uns Japan eigentlich immer als das total spirituelle, geheimnisvolle, gleichzeitig verspielte und unverständliche Land? Warum erweckt es den Eindruck, als würden "wir Westler" "die Japaner" nie ganz verstehen können?
Tagsold erklärt an Hand von Geschichte, Politik, eigenen Erfahrungen und lebhaften Beispielen woher diese Japanbilder überhaupt kommen, wo man sie im japanischen Alltag wiederfindet, was eigentlich dahinter steht und was vielleicht gar nicht stimmt.
Dass beispielsweise Sushi im japanischen Alltag keinesfalls zur Dauernahrung gehört, sondern allenfalls Gästen vorgesetzt wird, da es zu teuer ist und dass viel mehr der so gar nicht "japanisch"-wirkende Curry-Reis heutzutage das beliebteste Essen der Japaner ist, ist nur eines der vielen Beispiele, die ein völlig neues, entspannteres, vielleicht teilweise kritischeres aber in jedem Fall verständlicheres Bild von Japan geben.

Dabei sei zu sagen, dass Tagsolds Buch auf keinen Fall ein "Miesmacher" ist. Es geht nicht darum, Japan zu entblößen, einem "allen Spaß" zu nehmen an diesem vielfältigen Land oder an der Erniedrigung Japans. Es geht auch nicht darum, nur die gängigen Klischees zu erläutern. Viel mehr liegt der Fokus darauf, Japan als Land von innen heraus zu beleuchten und mit wirklich funiderten Argumenten und Wissen zu erklären, sodass für den Leser verständlich wird, warum Japan so ist wie es ist..oder eben nur so wirkt.

Dazu gehört auch Geschichte, Politik und manchmal ein wenig Theorie aber dies ist auch nötig, denn man kann kein Land der Welt in 100 Seiten 'Beschreibung der "verrückten Eigenheiten"' erklären. Durch interessante Anekdoten aus seinen eigenen Japanerfahrungen und einem flüssigen Schreibstil ist das Buch immer interessant und schweift nie zu sehr ins "wissenschaftliche" ab.

Besonders gelungen ist das Kapitel über die Tsunami-Katastrophe von 2011, da es sehr aktuell ist und sich vor allem endlich mal jemand kritisch mit der deutschen Medienwelt auseinandersetzt. Man merkt einfach, dass Tagsold Wissenschaftler ist und Ahnung von dem hat, worüber er redet, wenn er erklärt, woran es eigentlich liegen könnte dass die Japaner, nach Fukushima, zum stoischen und gefühlskalten "unglaublichen Volk" stilisiert wurden, was eigentlich die Gründe dafür sind, und warum es auch immer eine Frage der Darstellung ist.

Fazit: Dieses Buch könnte getrost so manchen stereotypen Band auf dem Markt der Länderbeschreibenden Bücher ersetzen. Wer sich für Japan interessiert, egal ob Student, Schüler, Wissenschaftler, Mangafan usw., sollte dieses Buch lesen. Es ist meiner Meinung nach das beste Buch, dass bis jetzt im Genre der Länderportät-Bücher über Japan gibt.
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am 11. November 2013
Dieses Buch ist eine Wohltat von der ersten Seite an. Christian Tagsold räumt mit nahezu allen Japan-Klischees auf, informiert die Leser/innen auf anspruchsvolle dabei jedoch kurzweilige Art und braucht dafür nicht einmal 200 Seiten. Die Lektüre regt zum Nachdenken, teilsweise Schmunzeln an. Er stellt viele unbequeme Fragen und beleuchtet unsere herkömmliche Sicht auf Japan in allen Details kritisch. In einem besonderen Kapitel am Ende seines Buches widmet er sich dem Thema Beben/Tsunami/Fukushima und stellt klar, dass wir mit fragwürdigen Informationen aus der Unglückszone(ob nun beabsichtigt oder unbeabsichtigt) versorgt wurden. Breiten Raum nehmen auch seine Betrachtungen über die demografische Entwicklung Japans ein, mithin die schnelle Alterung der dortigen Bevölkerung. Am Beispiel des fernöstlichen Staates zeigt Christian Tagsold, wohin auch der Zug in Deutschland fahren könnte. Uabhängig vom sehr interessanten Thema, verpackt der Autor seine Schilderungen in eine modern-unverkrampfte Sprache und rundet damit das Lesevergnügen um ein Weiteres angenehm ab. Vielen Dank, Herr Tagsold, für dieses außerordentlich gelungene Japan-Buch.
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Wenn man das Buch in einem Satz zusammenfassen wollte, dann würde dieser in etwa so lauten: Ganz so einfach ist die Sache nicht. Christian Tagsold hat Japanologie studiert, einige Jahre im Land gelebt und dabei festgestellt, dass sich bei näherer Betrachtung viele Japanmythen als nur teilweise oder sogar überhaupt nicht zutreffend erweisen. Diese Missverständnisse, Verkürzungen und Verklärungen findet man interessanterweise nicht nur im Westen, sondern genauso oft in Japan selbst. Tagsold nennt diese besondere Form "Japanertheorien", eine Art Selbstbetrug, der meistens dafür benutzt wird, um die Einzigartigkeit des japanischen Volkes zu begründen. Gängige Japanertheorien reichen von wissenschaftlich absurden Behauptungen (das Verdauungssystem der Japaner ist grundlegend anders als das von Nichtjapanern) bis hin zu kulturellen Fehleinschätzungen (Sushi ist ein traditionelles japanisches Gericht).

Von außen betrachtet ist Japan ein Land voller Widersprüche. Das abgedroschene "Zwischen Tradition und Moderne" trifft den Zustand aber nicht wirklich, denn vieles von dem, was wir als althergebracht empfinden, hat nur eine verhältnismäßig kurze Tradition: 1868, mit der Meiji-Restauration wird Japan zu dem, was wir heute als Japan wahrnehmen. Unter dem Meiji-Kaiser wird der Shintoismus Staatsreligion (und viele seiner Riten überhaupt erst erfunden), wird die sprichwörtliche japanische Höflichkeit zum Allgemeinstandard und Sushi serviert man sogar erst 100 Jahre später in der heute gebräuchlichen Form. Dennoch empfinden auch Japaner alle diese Errungenschaften als urjapanisch. Christian Tagsold öffnet die Augen für die Komplexität der Gesellschaft und der Kultur, ohne zu trivialisieren oder unnötig zu vereinfachen. Kein Zweifel bleibt daran, dass in Japan viele auf den ersten Blick unvereinbare Gegensätze gleichzeitig existieren. Dieses "sowohl als auch" charakterisiert Japan daher viel besser als "Zwischen Tradition und Moderne", denn es ist kulturell zunächst einmal indifferent. Es wertet nicht. Und ebenso wertneutral beobachtet Tagsold den japanischen Alltag, das japanische Selbstverständnis, den Umgang mit Schuld (Stichwort 2. Weltkrieg) und Konflikten. Sehr eindrücklich wird vermittelt, wie stark die Zwänge innerhalb der Gesellschaft sind, dass aber der demografische Wandel und auch die Wirtschaftskrise alte Strukturen bröckeln lassen. Unveränderliche Gesetze gelten plötzlich nicht mehr (wobei sich auch hier oft herausstellt, dass viele "traditionelle" Regeln nur wenige Generationen alt sind). Japan ist im Umbruch und es wird sich zeigen, ob die japanische Gesellschaft die Herausforderungen der Zukunft meistern wird. Es wäre äußerst bedauerlich, wenn auch Japan in dem Ausmaß entsolidarisiert würde, wie es in den USA bereits geschehen und in Europa wohl "alternativlos" ist.

Christian Tagsold schreibt anschaulich und vermittelt viele Fakten und Details, die man sonst kaum irgendwo liest. Es ist ein sehr differenziertes Bild von Japan, das sich von anderen Publikationen vor allem dadurch auszeichnet, dass es sowohl die Sicht von innen als auch von außen darstellt. Ein "gaijin" kann das natürlich gut, aber Tagsold bemüht sich auch erkennbar um Neutralität in jede Richtung. Manchmal betont er etwas aufdringlich seinen akademischen Hintergrund, indem er immer wieder Floskeln der Art "wie ich meinen Studierenden immer wieder sage..." einflicht, aber sein Stil ist keineswegs abgehoben oder dozierend. Der Text liest sich flüssig und es sind die vielen Details, die Tagsolds Darstellung ungewöhnlich und spannend machen. Ich habe wirklich sehr viel über Japan gelesen (und war auch schon viele Male im Land unterwegs), aber dieses Länderportrait ragt aus vergleichbaren Publikationen deutlich heraus. Wer wirklich etwas über die japanische Seele erfahren und ein aktuelles Bild vom modernen Japan bekommen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.
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am 22. April 2016
Das war ein Tipp einer Bekannten und ein sehr guter Tipp. Japan wird fachlich gut und auch sehr verständlich erklärt. Speziell für mich als Japan - Business Neuling eine sehr große Hilfe
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am 13. April 2014
Wo "Länderportrait" drin steht, ist leider häufig nicht Länderportrait, sondern ein zusammengeworfener Zettelkasten von zurückkehrenden Auslandskorrespondenten oä drin.

Hier nicht - das Buch wird dem Untertitel exzellent gerecht. Der Autor hat es sehr gut vermocht, eine sehr gut lesbare, aber zugleich tiefgründigen Überblick zu geben -> ideal als erster Start, z.B. wenn man eine Reise plant, beruflich nach Japan entsendet wird oder aus sonstigen Gründen mehr über Japan wissen möchte...
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am 27. August 2014
Da ich mich seit einiger Zeit für Japan interessiere und viel mit der Bahn unterwegs bin - habe ich dieses Buch auf meinem Handy runtergeladen. Die Vorschau die ich mir bei Kindle ansehen konnte, fand ich schon sehr ansprechend. Das "Buch" selber hat mich nicht enttäuscht. Es ist ein bemerkenswerter Versuch diese so andersartige Gesellschaft, die so ist wie wir Europäer scheint und es noch nicht so ist ... , im Zusammenhang mit dem historisch-geschichtlichen Hintergrund und den rasanten gesellschaftlichen Veränderungen seit den 50ger Jahren zu erklären. Dabei räumt dieses "Buch" auch mit Tatsachen auf, die hier für Wahrheiten gehalten werden (alle können Karate und sind Buddhisten) und zeichnet japanische Eigenarten auf, die überraschend zu lesen waren :-)
Bemerkenswert fand ich die Artikel wie sich die Reszission auf die Gesellschaft ausgewirkt hat (Insbesondere auch das Land -Stadtgefälle). Und der Artikel zur Überalterung der Bevölkerung war geradezu zukunftweisend - denn diese Probleme stehen uns in Deutschland noch bevor. Auch die privaten Versuche, damit um zu gehen (zum Teil gegen die Administration) sind interessant.
Alles in Allem ein "Buch" jenseits von Sehenswürdigkeiten, das einem die Menschen und ihre Eigenarten - und ein bisschen die Gesellschaft und ihre Strukturen - sehr viel näher bringt.
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am 25. Februar 2015
Dieses Buch ist weder ein Reisebericht, noch ein Reiseführer, sondern eine niveauvolle Auseinandersetzung eines sachkundigen Autors mit einem Teil unserer Welt, seiner Geschichte, seiner Bevölkerung. Klischees werden vermieden, auf Romantik wird verzichtet, Fakten werden berichtet, persönliche Erfahrungen runden alles ab ...
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am 26. Oktober 2014
Sehr informativ, kritisch und unterhaltsam. Eine Empfehlung für alle, die wie ich über eine Reise nach Japan nachdenken und sich jenseits der üblichen Reiseführer informieren wollen.
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am 5. Mai 2015
Spannende Infos, die gut aufbereitet und eingängig zu lesen sind, ohne dass grobe Verallgemeinerungen nötig wären - sehr empfehlenswert für alle, die mehr über Japan wissen wollen!
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. Dezember 2013
Wir haben das Buch zweimal gelesen: Vor der Japan-Reise und während unserer 6 Wochen dort und sehr davon profitiert. Es ist nüchtern geschrieben. Autor vermeidet, als Japanologe stets spürbar um Korrektheit bemüht, jegliche Bedienung von Vorurteilen oder "Japanertheorien". Dadurch kommt das Buch nicht unterhaltsam, sondern rein informativ daher, obwohl man über "die Japaner" schon kräftig lästern könnte, was aber einem Professor aus der deutschen Japan-Haupttstadt Düsseldorf nicht zusteht und nicht Sinn dieses Buches ist. Wir wünschten uns erweiterte Auflagen...!
Das Japan-Problem: Je weniger man darüber weiß, desto klarer sind die Vorurteile. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr entzieht sich "der Japaner" dem Wirklich-verstehen! Dazu muss man wohl dort lange leben. Und auch dann, so scheint es, bleibt der tiefe Kern verschlossen.
Ein Basis-Buch für Japan-Interessierte also, - aber unbedingt durch eine Reise dorthin zu ergänzen!

Und wenn wir schon beim Japan-Bücher sammeln sind, gehört dazu auch die Lektüre:
Florian Coulmas: "Hiroshima".
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