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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. August 2010
Mit der deutschen Übersetzung von Andrew Ports Dissertation erscheint ein Buch, das sich weitgehend objektiv mit der Frage nach dem Bestehen der DDR beschäftigt. Port erklärt hier, wie ein Staat, der schon zu Beginn bröckelt, zu einer der am längsten bestehenden deutschen Volksgemeinschaften werden konnte. Sein Erklärungsmodell geht hierbei über das typische Argument der Unterdrückung durch die Stasi hinaus. Er beleuchtet einen wesentlichen gesellschaftlichen Aspekt, der oftmals hintergründig bleibt: die Entsolidarisierung des Volkes durch Privilegien Einzelner. Fußen die meisten Erklärungen auf Angst vor Repressionen durch die Stasi, zeigt Port hier ein umsichtigeres und vielschichtigeres Modell. In seiner differenzierten Untersuchung präsentiert er exemplarisch den Aufstand der Wismut-Arbeiter in Saalfeld, der bereits 1951 stattfand. Hieran wird aufgezeigt, wie durch eine Politik von Zuckerbrot und Peitsche" die Arbeiter zur Ruhe gebracht wurden. Die Gesellschaft, die sowieso schon geteilt ist in unter anderem Arbeiter und Intelligenz, Männer und Frauen, wird durch gezielte soziale Fürsorge und Privilegien weiter zerklüftet. Der so von ihm bezeichnete Schichtegoismus", der (wohl gänzlich unintendiert) dadurch entsteht, führt letztlich dazu, dass das Volk sich eben nicht solidarisiert und gemeinsam protestiert.
Ports Analyse bringt die verschiedenartigen Stützen der DDR-Gesellschaft einleuchtend zusammen und ist durch einen flüssigen Schreibstil sehr ansprechend. Eine empfehlenswerte andere Lektüre im Kontext der DDR-Forschung.
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