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66 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amerikanischer Pragmatismus
Sol Stein war länger als dreieinhalb Jahrzehnte als Autor, Lektor und Verleger tätig. Seinen während dieser Zeit angehäuften Erfahrungsschatz reicht er in diesem Buch an die schriftstellerisch arbeitenden Leser und Leserin weiter. Es ist demgemäß ein Buch aus der Praxis und richtet sich an Praktiker.
Sein Inhalt lässt sich grob in...
Veröffentlicht am 3. Februar 2006 von Mike Link

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81 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verkaufszahlen als das Maß aller Dinge?
Doch, ja, zugegeben, das Buch enthält einige nützliche Aussagen zum Schreiben von Büchern, von fiktionalen und nichtfiktionalen Texten. Und es enthält einige interessante Erkenntnisse: daß der an Filme gewohnte Leser mit den Beschreibungen, wie sie im 19. Jahrhundert üblich waren, nur noch wenig anfangen kann (was mit dem Schreiben...
Veröffentlicht am 13. Juni 2009 von Beatrice Berger


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66 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amerikanischer Pragmatismus, 3. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Gebundene Ausgabe)
Sol Stein war länger als dreieinhalb Jahrzehnte als Autor, Lektor und Verleger tätig. Seinen während dieser Zeit angehäuften Erfahrungsschatz reicht er in diesem Buch an die schriftstellerisch arbeitenden Leser und Leserin weiter. Es ist demgemäß ein Buch aus der Praxis und richtet sich an Praktiker.
Sein Inhalt lässt sich grob in fiktionale und nichtfiktionale Literatur teilen. Stein geht folglich sowohl auf die speziellen Bedürfnisse der Roman- als auch der Sachbuchautoren ein. Dabei legt er dar, dass auch Sachbücher keinesfalls „trocken“ geschrieben sein müssen und ihnen die Techniken aus der Unterhaltungsliteratur gut bekommen, ohne an Seriosität zu verlieren.
Die Themenbreite reicht von der „Erschaffung faszinierender Menschen“ (Sol Stein) über Handlungsaufbau und Dialoggestaltung bis hin zur Wahl der Perspektive. Besonders interessant finde ich einige Methoden Steins (z.B. die des „Actors Studio“), denen ich sonst bei keinem anderen Autor begegnet bin.
Stein rundet den Text mit vielen eingeflochtenen Beispielen und Anekdoten aus seinem (Berufs-)Leben ab. Sein Schreibstil ist frisch und der Satzbau einfach. So liest sich das Buch beinahe wie ein Roman und dient selbst als gute Vorlage für den Aufbau eines Buchs.
Stein weist darauf hin, dass das angeborene Talent sich durch Worte ausdrücken zu können, nur die eine Seite des wirklichen Schriftstellerlebens ausmacht. Die andere Seite ist die Handwerkliche. Wie man sich das nötige „Handwerkszeug“ aneignen kann, ist klar gegliedert und übersichtlich dargestellt. Stein meint, es setze tägliches Üben und viel Fleiß bei der wiederholten Überarbeitung der eigenen Texte voraus, was aber gern übersehen würde.
Ein Wermutstropfen ist die Kürze der einzelnen Kapitel. Stein kann die Themen nur anreißen, ansonsten würde die Darstellung schnell ausufern und den Rahmen dieses Buch sprengen. Zur Vertiefung muss man darum zu weiterführender Literatur greifen, deren Auswahl nach der Lektüre von „Über das Schreiben“ aber erheblich erleichtert wird. Denn mit den gesammelten Grundkenntnissen, fällt es leichter, sich in dem unkrautig wuchernden Dickicht der Literatur über kreatives Schreiben zurechtzufinden.
Der zweite Wermutstropfen ist die Zielrichtung hin zur Veröffentlichung der eigenen Texte, die sich meines Erachtens nach zu sehr an dem herrschenden Lesergeschmack orientiert und allzu amerikanisiert daher kommt. Letztendlich bleibt es glücklicherweise jedem selbst überlassen, das Niveau der eigenen Texte zu bestimmen.
Fazit: ein empfehlenswertes Buch mit großer Themenbreite, das nicht nur für Anfänger geeignet ist.
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84 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kann ich wirklich einen Roman schreiben!? Einfach so?, 15. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Gebundene Ausgabe)
Nun, einfach so wohl nicht! Man kann ja auch nicht "einfach so" ein Auto zusammenschrauben, ohne vorab sich das nötige Wissen anzueignen. Gleich ist es mit dem Schreiben mit Literatur oder Sachtexten - und dafür benötigt man einfach das gewisse Know-how. Und Sol Stein kann es liefern. Aber fangen wir mal von vorne an ...

Sol Stein hat jahrelang als Lektor, Schriftsteller und Lehrer für angehende Schrifsteller gearbeitet. Er weiß also von was er spricht. Was ihn aber von anderen Schrifstellern abhebt, die genauso behaupten sie könnten das nötige Wissen liefern, um erfolgreich einen Roman zu schreiben, ist, dass er bereits erfolgreiche Bücher geschrieben hat - aber dies ist nun auch Jahre her.

Das Buch an sich: enthält Basiswissen und Antworten zu folgenden Fragen: Welche Perspektive sollte ich wählen für meinen Roman? Was macht überhaupt einen Roman zu einem guten Roman? Wie strukturiere ich meine Dialoge? Wie kreiere ich Spannung? Wie werden Protagonist und Antagonist am besten aufgebaut (Charakterstudien)? Show don't tell? Was ist damit gemeint? Wie überarbeite ich mein Werk?, etc. etc.

Was aber fehlt in diesem Buch? Zum Beispiel folgendes: Wie strukturiere ich meinen Roman? Was ist der Unterschied zwischen einen Drei- und Vier-Akter? Was ist ein Beat? Welches Genre sollte ich für meinen Roman wählen?

FAZIT: Das Buch ist ein Basiswissentext, das jeder angehende Schrifsteller unbedingt kaufen sollte, um in das Thema hinein zu schnuppern. Aber es reicht nicht aus nur ein Buch zu kaufen und zu erwarten den nächsten Weltbestseller zu schreiben. Dafür sollte man schon tiefer in die Materie hineinlesen - oder einfach nur Glück haben.

EMPFEHLUNG: Kauf das Buch! Solltest du aber mehr wissen wollen, bzw. dein Wissen ausbauen und vertiefen wollen, dann empfehle ich gleichfalls folgende Bücher:

Robert McKee - Story (eigentlich für angehende Drehbuchautoren gedacht, aber es eignet sich hervorragend um seinen Roman zu strukturieren)

Frey - Wie man einen verdammt guten Roman schreibt (Vor allem für Krimiautoren geeignet, aber auch alle anderen Autoren können ihr Wissenskuchen aus diesem Stück herausschneiden - Die Antwort zu der Frage: Welches Genre sollte ich wählen? wird ausführlich beantwortet)

Syd Field - Drehbuchschreiben (Struktur und Akte werden in leicht verständlicher Sprache erklärt)

Fritz Gesing - Handwerk und Techniken des Erzählens (Kompaktwissen - sehr gutes Buch, auch wenn der Autor nicht so bekannt ist)

... einfach mal weiterstöbern ;)
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40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DAS Standardwerke für alle, die schreiben wollen, 13. Mai 2009
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Taschenbuch)
Ich sitze vor meinem Text. Irgend etwas stimmt nicht, ich kann aber nicht sagen was. Der Bleistift, extra scharf gespitzt, tritt nicht in Aktion. Wie zum Teufel kann ich den verdammten Text verbessern, wenn ich nicht weiß, was ihm fehlt? Kommt euch dieses Gefühl bekannt vor? Dann solltet ihr euch Soll Steins Buch anschauen.

Aus seiner Arbeit als Herausgeber und Lektor bringt Sol Stein eine Fülle von Beispielen, wie Texte verbessert werden können und vor allem: welche Texte verbessert werden müssen. Sein Buch liest sich spannend und oft habe ich nach einem Kapitel meinen Text hervorgekramt, weil ich Lust hatte, ihn zu verbessern. Meist fielen mir auch die Stellen auf, die ich ändern mußte.

Wer alle Regeln über das Schreiben kennt, kann sowenig schreiben, wie einer mit allen Regeln des Fahrradfahrens im Kopf radfahren kann. Übung gehört in beiden Fällen dazu und zum Üben bietet das Buch viele Beispiele.

Personen haben gute und schlechte Seiten, starke und schwache. Ein Protagonist, der nur edel, ein Schurke, der nur gut ist, sind keine Personen sondern Maschinen. Niemand interessiert sich, was Maschinen zustößt, es sei denn, sie entwickeln wie Frankenstein menschliche Züge. Geschichten entwickeln sich aus Personen, was dem blonden Siegfried zustieß, hätte Odysseus nicht passieren können - die Nibelungensage wie die Odyssee entwickeln ihre Handlung aus den unterschiedlichen Charakteren ihrer Helden. Einfach nur einen Plot entwickeln, um dann Personen einzustreuen, bringt bestenfalls drittklassige Actionfilme hervor. Sol Stein beginnt den Hauptteil des Buches deshalb mit der Charakterisierung der Personen und wie ein Autor es erreichen kann, dass seine Figuren Leben bekommen.

"Spannungsaufbau" und "Szenenfolge" behandelt er nicht abstrakt, wie viele anderen Schreibbücher, sondern anhand zahlreicher Beispiele, wie ein vorhandener Text verbessert werden kann.

Jeder weiß, ein Autor soll zeigen, nicht beschreiben. Sol Stein zeigt auch, wie das geht und wie ein beschreibender Text in einen zeigenden geändert wird. Er ist Fanatiker des Streichens, führt eine Unzahl von Beispielen an, Texte durch Streichen von Wörtern, Satzteilen oder auch ganzer Szenen spannender zu gestalten. "Wie wird man überflüssiges Fett los" ist denn auch eines der wichtigsten Kapitel seines Buches.

Er beschreibt die häufigsten Fehler von Autoren - zuviele Adjektive und Adverbien, ("Wenn Sie ein Adjektiv finden, bringen Sie es um" zitiert er Mark Twain), zusammenfassende ("narrative") Schilderungen des Autors, mit denen Szenen verbunden werden sollen, statt mit hartem Schnitt von Szene zu Szene zu gehen, blasse Charaktere und was sich dagegen tun läßt.

Am Ende des Buches zeigt er, wie sich die Arbeit des Korrigierens so aufteilen läßt, dass der Autor nicht alles gleichzeitig machen muss und vor allem nicht jedesmal das gesamte Manuskript neu lesen muss. Von diesem Teil habe ich am meisten gelernt - wie ich meinen Text korrigieren kann, wieviel der Text dadurch gewinnt und dass die mühsame Arbeit des Korrigierens eine Menge Spass bringen kann.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Handwerkzeug des Profis, 8. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Gebundene Ausgabe)
Welche Handwerkzeuge (erlernbare Techniken) stehen einem Autor zur Verfügung und wie kann er sie erfolgreich einsetzen? Wer eine Antwort auf diese Frage sucht, der sollte unbedingt "Über das Schreiben" lesen. Sol Steins Buch richtet sich dabei nicht nur an die Autoren einer "Fachrichtung". Er untergliedert in die Hauptkategorien "fiktionale Literatur" und "nicht fiktionale Literatur". Innerhalb dieser Gruppen legt er keine weiteren Grenzen fest. Die dargestellten Techniken sind beispielsweise genauso gut auf eine Kurzgeschichte wie auf einen Roman anwendbar.

Sol Stein schreibt sehr unterhaltsam, man könnte fast sagen mitreißend, und erläutert regelmäßig anhand markanter Beispiele. Er schreibt nicht nur über das Handwerkzeug des Autors, sondern er beherrscht dessen Anwendung auch selbst. Die verschiedenen Techniken - vom mitreißenden Anfang über die einfühlsame Charakterisierung der Figuren, den spannenden und konfliktgeladenen Dialog bis zur mühsamen Nacharbeit - sind didaktisch hervorragend präsentiert und leicht nachzuvollziehen. Dennoch erfordert das Lesen hohe Konzentration, um auch den gewünschten Nutzen und Lerneffekt zu erzielen.

Das erstaunlichste Werkzeug aus Sol Steins Meisterschmiede ist für mich das "Actors Studio". Ein kleines Werkzeug, das leider in vielen anderen Büchern fehlt, obwohl es so einfach zu handhaben und dabei so wirkungsvoll ist. Selbst ein ungeübter Anfänger schafft es mit Hilfe dieser Technik aus einem völlig verunglückten Dialog eine packende Szene mit Konflikt und Spannung zu erzeugen.

Dennoch ist dieses Buch meiner Meinung nach eher für den fortgeschrittenen Autor geeignet. Einige Dinge werden einfach vorausgesetzt und es geht in diesem Werk vor allen Dingen um die konkrete Umsetzung. Vorarbeiten, von der Idee bis zum fertigen Plot, werden etwas vernachlässigt oder nur gestreift.

Buch-Tip: Blutigen Anfängern im Bereich fiktionaler Literatur empfehle ich als "Vorspeise" zu Sol Stein das Buch "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" von James N. Frey.

FAZIT: Das Buch eines Profis über die Handwerkzeuge der Schreib-Profis, auch für Laien und Amateure mit einem soliden Grundwissen wärmstens zu empfehlen.
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81 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verkaufszahlen als das Maß aller Dinge?, 13. Juni 2009
Von 
Beatrice Berger (Oberfranken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Taschenbuch)
Doch, ja, zugegeben, das Buch enthält einige nützliche Aussagen zum Schreiben von Büchern, von fiktionalen und nichtfiktionalen Texten. Und es enthält einige interessante Erkenntnisse: daß der an Filme gewohnte Leser mit den Beschreibungen, wie sie im 19. Jahrhundert üblich waren, nur noch wenig anfangen kann (was mit dem Schreiben von Büchern nur bedingt was zu tun hat, aber immerhin eine Erkenntnis ist).

Und, nein, ich will keinen Verriß schreiben. Aber ich fürchte, ich muß.

Die Liste der Mängel ist lang: ungeordnet und ohne Gewähr der Vollzähligkeit sind es die folgenden:

1. Die Verkaufszahlen eines Buches in den Vereinigten Staaten im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts sind nicht das Maß aller Dinge. Daß ein Buch in einen amerikanischen Buchclub aufgenommen wurde (kein Qualitätsmerkmal) und Millionenauflagen erreichte (vielleicht eine Folge des Buchclubs?) hat für die Qualität von Text und Inhalt nur eine sehr bedingte Aussagekraft.

2. Im letzten Drittel dachte ich, ich werde verrückt, wenn ich noch einmal eine Wendung lesen muß, die sich so anhört: "Als ich den Roman ... schrieb, kam mir der unglaublich geniale Gedanke, das dritte Kapitel wie folgt zu beginnen: ..." (kein wörtliches Zitat, könnte es aber sein). Ich habe mal gelernt, Eigenlob habe einen strengen Geruch. Der Verfasser dieses Buches scheint dies nicht zu wissen.

3. Schon in der letzten Hälfte hat Herr Stein die eigenen Regeln gebrochen: es zieht sich nämlich, einem ausgelutschten Kaugummi gleich; um interessant zu sein, wäre die zweite Hälfte besser ein Drittel, noch besser ein Viertel geworden.

4. Die Welt, Herr Stein, ist nicht schwarz und weiß. Er glaubt, nur Bücher verkaufen zu wollen, in dem die Antagonisten "nicht nur ein bißchen boshaft, sondern richtiggehend bösartig" (S. 422) sind, denn "im allgemeinen ist ein durch und durch verderbter Charakter für den Leser interessanter" (S. 423). Das ist möglich, der Realismus bleibt dabei halt ein wenig auf der Strecke. Scheint aber egal zu sein.

5. Für den Protagonisten gilt das gleiche: "Im allgemeinen empfiehlt es sich aber für einen Autor, seine Figuren nicht als gewöhnliche Menschen zu zeichnen, sondern als Personen, die sich so deutlich wie möglich vom Mittelmaß abheben." (S. 98) Abgesehen davon, daß er in der Zeile vorher Stephen King erwähnt, der mit der gegenteiligen Einstellung auch ein paar Millionen Bücher verkauft hat: der Rat ist gut, wenn ich eine Biographie über Einstein schreiben will, sonst nicht.

6. Es wird aber noch besser: "Nehmen wir zunächst einmal den Helden, der nicht heldenhaft ist, dem die notwendige Energie und Willensstärke zur Verfolgung seiner Ziele fehlt. Seien wir ehrlich, die Leser interessieren sich nicht für solche Schwächlinge. Ihr Interesse gilt der selbstbewußten Person, die etwas will, die es unbedingt und auf der Stelle will." (S.94) Willkommen im amerikanischen Traum.

7. "Seit Menschengedenken werden Geschichten um einen Helden gesponnen, der allen Widrigkeiten und mächtigen Feinden zum Trotz schier unüberwindliche Hindernisse meistert. Sofern Sie einen anderen Kurs eingeschlagen haben, ist Ihr Handlungsgerüst vielleicht nicht tragfähig genug, um das Interesse des Lesers bis zum Schluß aufrechtzuerhalten" (S.424) - Oh weh, dem Land, das Helden nötig hat, möchte ich dem etwas plakativ entgegensetzen, und etwas differenzierter: wenn das alles ist, dann lesen wir die Odyssee und lassen es damit gut sein. Ich wiederhole mich: wenn das die Lösung ist, bleibt der Realismus dabei halt ein wenig auf der Strecke...

8. Die Handlungsanweisungen, die der Autor zur Verwendung von Vergleichen und Metaphern gibt, kommen mir am Ende doch vor wie aus einer anderen Dimension entsprungen. Die Handlungsanweisung, damit sparsam umzugehen, unterschreibe ich, die gegenteilige, sie doch zur Steigerung des allgemeinen Ausdrucks wirkungsvoll einzusetzen, führt, sorry, in aller Regel zu unerträglich platten Texten. Die sich vielleicht gut verkaufen mögen, aber, siehe oben.

9. "Ein Autor muß den Mut haben, das zu sagen, was andere Menschen manchmal denken, aber nicht aussprechen. Oder was sie vielleicht nicht einmal zu denken wagen." (S. 245) und "Er hat die Aufgabe, das zu schreiben, was andere Menschen denken, aber nicht aussprechen." (S.117) Hat er? Muß er? Das Apodiktische daran ist das erste, was mich stört. Müssen tut keiner was. Und sollte nicht ein Autor in erster Linie das aussprechen, was er selbst denkt? Sofern "andere Menschen" etwas anderes denken, mögen sie es selbst sagen, oder etwa nicht?

Ich habe, reiner Zufall, parallel mit diesem Buch (wenn es mir mal wieder ein paar Fragezeichen zu viel rausgehauen hat) Erich Kästner gelesen. Der was zu sagen hatte und der das nie anders als treffend gesagt hat. Sol Steins Kriterien an den "Fabian" angelegt, haben wir ein komplett unverkäufliches und vollkommen unmögliches Buch. Nur so als Beispiel.

Was ich damit sagen will? Es kommt auf das Ziel an. (Auch) die amerikanische Literatur zwischen dem Ende des zweiten Weltkriegs und dem 11.September 2001 hat einiges hervorgebracht, was schon lange zu Recht als unlesbar in den Bücherschränken vor sich hin staubt, damals aber modern und angesagt war. Könnte es sein, daß der Autor einen Teil der Entwicklung verpasst oder einfach ignoriert hat. Möglich wäre es. Ich weiß es nicht.

Aber eines weiß ich: ich will nicht hin, wo Herr Stein hin will. Weder als Lesende noch als Schreibende. Dessen bin ich mir sicher.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Basiswerk, 17. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Taschenbuch)
Generell ist zu sagen: viele Creativ-Schreiben Bücher sind Müll.

Vom ewigen Bücher lesen wird man kein Autor.
Meiner Meinung nach braucht man 3 Bücher, um Schreiben zu lernen:

-Sol Stein: Über das Schreiben - ein Basiswerk,damit man lernt, dass ein Buch aus mehr besteht als Zellulose und den ein oder anderen Satz. Wie macht man aus seiner Idee ein fundiertes, raffiniertes Werk? Wenn man eine Idee (oder einen Abklatsch davon) im Kopf rumgeistern hat, sich denkt "gegen diese Geschichte sind Kehlmann, Glavinic und Mungan eingängige Trivialliteratur auf dem Niveau von seichten Modezeitschriften", aber absolut nicht weiß, wo man mit dem Schreiben anfangen soll. Sol Stein weiß es, er ist immerhin aus der Branche...

-Robert McKee: Story - wie mache ich aus meinem Buch großes Kino? Wie bringe ich echte Gänsehaut auf das Papier? Absolute Traumwelten, die den granitgrauen Wrestlingkämpfer-Coach zum Bettnässer machen! So richtiges Drama also, ich meine so "richtig" richtig!

-Alexander Steele: Romane und Kurzgeschichten schreiben - Wie treibe ich die literarische Qualität meines Buches an die Spitze? Wie komponiere ich den Text so, dass nicht nur die Handlung sondern auch das Wort selbst die Luft zum Vibrieren bringt?
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für alle, die gut schreiben wollen, 29. Mai 2005
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Gebundene Ausgabe)
"Gut schreiben können" besteht nicht nur aus dem Talent. Wie in jedem Beruf gehören dazu gewisse Techniken, die man kennen soll. Sol Stein erzählt in einer einfachen, zugänglicher Sprache mit vielen Beispielen und Tips, wie man diese Techniken einsetzt.
Jeder, der sich ernsthaft fürs Schreiben interessiert, sollte dieses Buch gelesen haben.
Mir hat "Über das Schreiben" viele Dinge vereinbart, die ich bisher vielleicht intuitiv wusste, hatte aber keine Ahnung, wie man das umsetzt. Einige Tips von Sol Stein waren mir ganz neu. Ich muss sagen, dass ich aus diesem Buch viel gelernt habe. Es ist für mich sogar zu einer Art Nachschlagwerk geworden.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Texte optimieren, 13. Juli 2007
Von 
Heike Thormann "kreativesdenken.com" (Warendorf, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Gebundene Ausgabe)
Schöngeistige Literatur kann Sachtexte bereichern - das ist die Überzeugung von Sol Stein. Entsprechend richtet er sich mit seinem Buch "über das Schreiben" - anders als üblich - an beide, Romanautoren wie Sachbuchautoren.

Und in der Tat können von Elementen wie einer glaubwürdigen Charakterisierung, der goldenen Autorenregel "zeigen, nicht beschreiben", Konflikten als Urstoff des Erzählens, Spannungsbogen und Sprachreichtum beide Seiten nur profitieren. Geht es doch immer darum, lebendig zu schreiben und den Leser für sich, oder besser, sein Buch zu gewinnen. ;-)

Wie das geht, zeigt Stein mit vielen Textauszügen, hilfreichen Vorher-Nachher-Beispielen und Insidertipps aus seiner Praxis als Autor, Lektor und Verleger. Schön auch die checklistenartigen Fragen am Schluss vieler Kapitel, anhand derer man das Gelernte am eigenen Text nachvollziehen kann. Dabei zwar hochkonzentriert, aber locker und leicht verständlich geschrieben.

Ich persönlich hätte vielleicht auf die Zweiteilung in fiktionale und nicht-fiktionale Literatur verzichtet. Zum einen führt sie zu Doppelungen. Zum anderen ist sie m.E. nicht wirklich notwendig, da sich nur wenige Kapitel ausschließlich auf Romane und Co. beziehen.

Steins Anliegen ist ein anderes: Es ist ein persönlich gehaltener Aufruf zu anspruchsvoller Literatur, die dem Leser Freude macht und ein Erlebnis bietet. Mit kreativem Schreiben und einer nimmermüden Überarbeitung. *schmunzel*

Wer seine Texte optimieren will, ist hier goldrichtig.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unentbehrliches Handwerkszeug, spannend dargeboten, 8. Januar 2008
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Gebundene Ausgabe)
Ich sitze vor meinem Text. Irgend etwas stimmt nicht, ich kann aber nicht sagen was. Der Bleistift, extra scharf gespitzt, tritt nicht in Aktion. Wie zum Teufel kann ich den verdammten Text verbessern, wenn ich nicht weiß, was ihm fehlt? Kommt euch dieses Gefühl bekannt vor? Dann solltet ihr euch Soll Steins Buch anschauen.

Aus seiner Arbeit als Herausgeber und Lektor bringt Sol Stein eine Fülle von Beispielen, wie Texte verbessert werden können und vor allem: welche Texte verbessert werden müssen. Sein Buch liest sich spannend und oft habe ich nach einem Kapitel meinen Text hervorgekramt, weil ich Lust hatte, ihn zu verbessern. Meist fielen mir auch die Stellen auf, die ich ändern musste.

Wer alle Regeln über das Schreiben kennt, kann sowenig schreiben, wie einer mit allen Regeln des Fahrradfahrens im Kopf Rad fahren kann. Übung gehört in beiden Fällen dazu und zum Üben bietet das Buch viele Beispiele.

Personen haben gute und schlechte Seiten, starke und schwache. Ein Protagonist, der nur edel, ein Schurke, der nur gut ist, sind keine Persone,n sondern Maschinen. Niemand interessiert sich, was Maschinen zustößt, es sei denn, sie entwickeln wie Frankenstein menschliche Züge. Geschichten entwickeln sich aus Personen, was dem blonden Siegfried zustieß, hätte Odysseus nicht passieren können - die Nibelungensage wie die Odyssee entwickeln ihre Handlung aus den unterschiedlichen Charakteren ihrer Helden. Einfach nur einen Plot entwickeln, um dann Personen einzustreuen, bringt bestenfalls drittklassige Actionfilme hervor. Sol Stein beginnt den Hauptteil des Buches deshalb mit der Charakterisierung der Personen und wie ein Autor es erreichen kann, dass seine Figuren Leben bekommen.

"Spannungsaufbau" und "Szenenfolge" behandelt er nicht abstrakt, wie viele anderen Schreibbücher, sondern anhand zahlreicher Beispiele, wie ein vorhandener Text verbessert werden kann.

Jeder weiß, ein Autor soll zeigen, nicht behaupten(show, don't tell). Sol Stein zeigt auch, wie das geht und wie ein beschreibender Text in einen zeigenden geändert wird. Er ist Fanatiker des Streichens, führt eine Unzahl von Beispielen an, Texte durch Streichen von Wörtern, Satzteilen oder auch ganzer Szenen spannender zu gestalten. "Wie wird man überflüssiges Fett los" ist denn auch eines der wichtigsten Kapitel seines Buches.

Er beschreibt die häufigsten Fehler von Autoren:
- Zu viele Adjektive und Adverbien ("Wenn Sie ein Adjektiv finden, bringen Sie es um" zitiert er Mark Twain)
- zusammenfassende ("narrative") Schilderungen des Autors, mit denen Szenen verbunden werden sollen, statt mit hartem Schnitt von Szene zu Szene zu gehen
- blasse Charaktere und was sich dagegen tun lässt.

Am Ende des Buches zeigt er, wie die Arbeit des Korrigierens so aufgeteilt wird, dass der Autor nicht alles gleichzeitig machen muss und vor allem nicht jedes Mal das gesamte Manuskript neu lesen muss. Jeder, der schreibt, sollte dieses Buch im Bücherschrank haben.

(C) Hans Peter Roentgen
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grundstein zum Schreiben für alle, 9. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Über das Schreiben (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch richtet sich an alle, die gerne und gut schreiben (wollen). Da Sol Stein viele Jahre selbst Lektor und Verleger war und selbst Bücher schreibt, hat er Praxiserfahrung nicht nur von der Seite der Schreibenden und nicht nur von denen, die dafür sorgen, dass die Bücher veröffentlicht werden (oder auch nicht).

Anders als bei vielen Büchern, die man sonst kennt, richtet sich das Buch sowohl an Schriftsteller, die Sachliteratur schreiben, als auch Romanschreiber. Entsprechend ist auch schon das Inhaltsverzeichnis gegliedert (erst eine Basis für beide und später für die fiktionale und nicht-fiktionale Literatur).

Das Buch enthält viele Anekdoten und kleine Geschichten, die Sol Stein selbst erlebt hat. Er gibt immer wieder viele Beispiele aus Romanen, Sachbüchern und Zeitungsartikeln. Sein Schreibstil ist frisch und das Buch lässt sich leicht lesen. Ich persönlich habe mich beim Lesen manchmal gefühlt, als ob er neben mir sitzt und das alles erzählt und nicht, als ob ich das (ein) Buch lesen würde.

(Wer sich für Romane schreiben interessiert bzw. schon schreibt, dem sei auch Sol Steins Buch "Aufzucht und Pflege eines Romans" wärmstens empfohlen.)
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Über das Schreiben
Über das Schreiben von Sol Stein (Taschenbuch - Februar 2011)
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