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5.0 von 5 Sternen Ein ganz Großer erhält die verdiente Würdigung, 30. Januar 2014
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wilhelm Deffke: Pionier des modernen Logos (Gebundene Ausgabe)
Am 28. August 2014 werden es 64 Jahren sein, seit der deutsche Gestalter Wilhelm Deffke in Berlin starb. Und da dieser Werbegrafiker zu den Größten seines Fachs gehörte, ist es doch erstaunlich, dass eine Monografie wie diese bisher fehlte. Zu verdanken ist diese schöne Würdigung vor allem Torsten Bröhan, der in seiner Einleitung gesteht, erst spät auf das spannende Gebiet der Gebrauchsgrafik gestoßen zu sein. Doch diese Grauzone zwischen Kunst und Handwerk hat ihn offenbar so begeistert, dass er im Jahr 2005 in Berlin die „Bröhan Design Foundation“ gründet. Stiftungsziel ist es, zukünftigen Generationen ein grundlegendes Verständnis von ästhetischer Gestaltung zu vermitteln.

Da öffentliche Kulturinstitutionen viele Themen vernachlässigten oder unzureichend erforschten, sind solche private Initiativen umso wichtiger. Zumal es die Überzeugung des Stiftungsgründers ist, „dass sich mit Beginn des 20. Jahrhunderts gesellschaftliche Entwicklungen und künstlerische Leistungen in einzigartiger Weise im Design manifestieren. Als kulturbildendes Phänomen besitzt Design gleichzeitig wertsetzende, politische, aufklärende und pädagogische Wirkung.“ Dieses Bekenntnis von Torsten Bröhan lässt erahnen, dass dieser Bildband nichts für Leser ist, die Werbung und Marketing pauschal zu den Kräften des Bösen zählen.

Es geht oft vergessen, dass weltberühmte Künstler wie Toulouse-Lautrec, Charles Rennie Mackintosh oder Kurt Schwitter keine Berührungsängste gegenüber der Werbegrafik hatten. Doch richtigerweise lässt sich der Herausgeber dieses Buches nicht auf die Fragen ein, ob Gebrauchsgrafik als Kunst bezeichnet werden darf und welche moralischen Grenzen gesetzt werden sollten. Torsten Bröhan hält in seiner Einleitung lediglich fest, dass ein Freigeist wie Wilhelm Deffke sich niemals der NS-Ideologie unterworfen hätte. Wer ihm dies unterstelle, vergesse auch, dass Wilhelm Deffke fast unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 seine Position als Direktor der Kunstgewerbeschule in Magdeburg verloren hat.

Das schön gestaltete und gedruckte Buch ist in vier Teile gegliedert, dem ein umfangreicher Anhang mit den biografischen Daten, Abbildungskatalog, Auftraggeber- und Literaturverzeichnis, Register, Copyright- und Fotonachweis sowie Kurzbiografien der verschiedenen Autoren folgt.

Das Kapitel „Vom Buch zum Plakat“ beleuchtet die Ausbildungszeit Wilhelm Deffkes und die auf ihn einwirkenden künstlerischen Einflüsse. Zudem wird seine Tätigkeit im Atelier von Peter Behrens dargestellt, in deren Verlauf er Kontakt mit Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Adolf Meyer hatte. Weitere Artikel behandeln Deffkes Lehrtätigkeit an der Schule Reimann, sein Mitwirken am Deutschen Werkbund und seine Stellung als Plakatgestalter.

Der Hauptschaffensbereich von Wilhelm Deffke wird im zweiten Kapitel „Vom Logo zum Corporate Design“ dargestellt, wobei die Entwürfe aus der Zeit des Wilhelmwerks besondere Beachtung finden. Wer sich für die Geamtkonzeption eines Corporate Designs interessiert, wird im dritten Kapitel „vom Werbeauftritt zur Architektur“ fündig. Und was Wilhelm Deffke als Architekt leistete, zeigt das vierte und letzte Kapitel „Von der Architektur zur Lehre“.

Mein Fazit: Dieser schön gestaltete und gedruckte Bildband zeigt das Lebenswerk eines Gestalters, der zu den prägenden Persönlichkeiten der Moderne gehört. Diese reich bebilderte Monografie macht auch verständlich, warum Wilhelm Deffke in den USA als „Father of the Modern Logo“ angesehen wird. Verlag und Herausgeber haben dafür gesorgt, dass die Gestaltung des Buches auch den hohen Ansprüchen gerecht wird, die der Geehrte an sich und seine Mitarbeiter gestellt hat.
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Wilhelm Deffke: Pionier des modernen Logos
Wilhelm Deffke: Pionier des modernen Logos von Bröhan Design Foundation (Gebundene Ausgabe - Januar 2014)
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