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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen24
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am 2. November 2009
Ein Spiegel-Interview mit Alaa al Aswani machte mich auf seinen Bestseller aufmerksam. Der ägyptische Zahnarzt richtet nicht über die handelnden Personen, die er in dem allmählich an Glanz verlierenden Jakubijan-Gebäude angesiedelt hat und die alle für eine Denk- und Lebensweise im heutigen Ägypten stehen. Belustigt und leicht ironisch blickt er durch seine Personen in die wenig homogene Entwicklung der heutigen ägyptischen Gesellschaft. Seine Ausdrucksweise verbirgt sich nicht hinter orientalischen Verschnörkelungen, sie verdunkelt nichts und nennt auch die in moslemischen Ländern bigott unterdrückten sexuellen Verstrickungen beim Namen. Hier zeigt sich der Mediziner, der in westlichen Ländern studiert hat, ohne aber einseitig deren Parteigänger zu werden. Aber auch der kongeniale Schweizer Übersetzer Hartmut Fähndrich hat Anteil daran, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will, wenn man es einmal begonnen hat. Aus der leichten Verstimmung heraus, dass al-Aswani gegenüber einigen Figuren mit einem zwischen den Zeilen durchschimmernden Wohlwollen begegnet und die für die abschließende Wertung durch den Leser vorteilhafte Neutralität aufgibt, habe ich dem Buch nicht die volle Zahl der Bewertungssterne gegeben. Trotzdem ist der Jakubijan-Bau jedem zu empfehlen, der das heutige Ägypten verstehen will, und nicht belehrt, sondern dabei auf beste Weise unterhalten werden möchte.
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am 8. April 2010
Beeindruckender Roman über die Menschen und Gesellschaft des heutigen Ägyptens. Am Beispiel von Lebensgeschichten der höchst unterschiedlichen Bewohner dieses Hauses werden auch verschiedene Tabuthemen wie Homosexualität, Terrorismus, Religion, Bestechung, Frauenrechte etc. dargestellt. Sehr lehrreich, dabei sehr spannend zu lesen.

Interessant auch der Hintergrund zu diesem Roman, der im Nachwort des Herausgebers und Übersetzers Hartmut Fähndrich erklärt wird (Auszüge):
'Der Roman machte seit seines Erscheinens in Ägypten 2002 viel von sich reden und über sich zetern und führte in 2002 und 2003 mit großem Abstand Bestsellerlisten an. Er wurde gepriesen als offen, ehrlich, mutig, als gelungener Wurf über die zeitgenössische ägyptische Gesellschaft. Er wurde beschimpft und verurteilt als bösartige Verunglimpfung Ägyptens, ja als ehrverletzend für die ägyptische Gesellschaft und die islamische Religion.
Seine Kindheit und Jugend erlebte der Autor in einem Ägypten, das geprägt war von dem sich immer rascher abzeichnenden Scheitern des säkularen, 'sozialistischen' Projekts Nasserscher Prägung. Nach 1973 habe sich das bisher offene und tolerante Ägypten stark verändert, so der Autor in einem Interview. Ignorante, ägyptische Analphabeten seien auf der Suche nach Arbeit ins petrodollargetränkte Saudi-Arabien gegangen und von dort mit Geld und reaktionären, intoleranten religiösen Vorstellungen zurückgekommen. Mit der Verhärtung innerhalb der Gesellschaft ging eine allmähliche Verknöcherung und Vergreisung der Staatsführung einher, wie sie nicht nur Ägypten, sondern auch viele andere arabische Staaten erlebt haben bzw. erleben.
Dies alles ist in diesem Roman deutlich zu spüren, jener Geschichte eines realexistierenden riesigen Wohnhauses in der Kairoer Innenstadt. Es ist das Haus, in dem Alaa Al-Aswanis Vater sein Büro und er selbst seine erste Zahnarztpraxis hatte. Ein Haus, das von einer vielfältigen Mischung von Menschen bewohnt wird ' armen und reichen, alten und jungen, sanften und aggressiven, ehrgeizigen und gleichgültigen, herrschenden und beherrschten, progressiven und konservativen.
Der Jakubijan-Bau ist also ein Haus, das zum Spiegel nicht nur der heutigen ägyptischen Gesellschaft, sondern auch zu einer Art Geschichtsbuch Ägyptens in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wird.'

Ich teile die Meinung des Nahostwissenschaftlers Gilles Kepel: 'Der Jakubijan-Bau ist ein Meisterwerk des zeitgenössischen arabischen Romans. Es ist auch ein Buch, das man lesen sollte, um zu verstehen, was sich in den Tiefen mittelöstlicher Gesellschaften in Zeiten von al-Kaida abspielt.' (Le Monde, 28.04.2006)
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am 22. August 2010
Da ich eine enge Beziehung zu Ägypten und den dort lebenden Menschen habe, habe ich dieses Buch natürlich lesen 'müssen', v.a. auch, weil es in Ägypten selber zu teilweise heftigen Diskussion führte. Ich bin dankbar, dass Alaa al-Aswani das Leben und die Leute so beschreibt, wie die Realität heute aussieht. Klar, dass all diese Menschen gerade im selben Haus leben ist eher unwahrscheinlich, aber er verknüft die Schicksale der Akteure sehr gut und sämtliche Schicksale werden jeden Tag in Kairo oder auch anderswo in Ägypten erlebt. Al-Aswani spricht Themen an, die leider in der Gesellschaft immer noch tabuisiert werden. Es freut mich, dass ein ägyptischer Schriftsteller den Mut fand, über solche Themen zu schreiben. Das Buch wurde verfilmt und gewann auch Auszeichnungen. Ich wünsche mir, dass Al-Aswani noch viele weitere spannende Bücher zum heutigen Leben oder der Gesellschaft schreiben wird.
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am 22. Oktober 2010
Wie kann man sich einem fremden unbekannten Land nähern? Indem man es bereist, indem man Sachbücher liest, oder einen sehr ehrlichen ungeschönten Roman, wie ihn Alaa al-Aswani geschrieben hat.

Mithilfe eines Hauses (welches wohl tatsächlich exisitiert) wird der Alltag im zeitgenössischen Kairo beschrieben. Geschickt werden unterschiedliche Ebenen, die Armen die in Blechhütten auf dem Dach des Hauses leben, und die Reichen in den Etagen darunter, miteinander verwoben.
Es ist kein schönes Ägypten welches dem Leser hier präsentiert wird, geht es doch um das tägliche Überleben, um Gier, Korruption, Macht, Sexualität, Homosexualität und Terrorismus.
Dennoch ist der Roman in all seiner Härte nicht abstoßend, sondern interessant, beklemmend, aber auch unterhaltend, geschrieben. Einige Figuren sind mir sogar regelrecht ans Herz gewachsen, zumal einige der Handlungen auch hier im Westen keine Unbekannten sind, wenn auch hoffentlich nicht so dominant wie im vorliegenden Roman, aber wer weiß das schon genau.
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am 11. März 2009
Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen und war zu Beginn etwas skeptisch, ob es mir gefallen würde. Doch ich würde eines Besseren belehrt.
Alaa Al Aswani versteht es uns diese fremde Kultur nahezubringen. Er hat mich neugierig auf arabische Literatur gemacht. Das Buch zeigt uns, dass die Probleme der Menschen in dem Jakubijân- Bau ähnlich den unseren sind. Doch es ist nicht nur ein Roman, der Geschichten erzählt, sondern auch ein politisches und geschichtliches Buch, das uns ein Ägypten zeigt, welches sich durch Korruption, sozialer Ungerechtigkeit und Dikdatur verändert hat. Es zeigt z.B. wie ein junger Mensch aus Ungerechtigkeit heraus zu einem "Gotteskrieger" wird.
Alaa Al Aswani berichtet, ohne zu werten. Er zeigt somit ein realistisches, unverschrobenes Bild Ägyptens. Es wundert daher nicht, dass dieses Buch in Ägypten für soviel Furore gesorgt hat.
Obwohl das Buch bereits in 15 Sprachen übersetzt ist, war es unmöglich es in einem Bücherladen zu finden. Das muss sich ändern.
Ich kann Jedem nur empfehlen dieses Buch zu lesen.
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am 3. Mai 2016
Wer wissen will, wie Ägypten tickt, findet hier einen steilen Einstieg. Al-Aswani schreibt modern und spannend, lässt dabei kaum ein aktuelles Thema - Politik, Korruption, Frauen, Armut, Islamismus, Homosexualität, Alkohol, Polizei - aus, verpackt aber alles unaufdringlich und sehr einfühlsam in eine unterhaltsame Geschichte, die einen das Leben in Kairo nachvollziehen lässt. An der Übersetzung gibt's auch nichts zu mäkeln. Kann diesem Buch nur wünschen, dass es von viel mehr Leuten gelesen wird - überall.
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am 26. Juli 2012
Der Rezension von leheva kann ich mich nur anschließen. Auch ich hatte mir das Buch aus Interesse an Ägypten bestellt, da ich (hauptsächlich von Deutschland aus) seit 7 Jahren in einem Projekt dort mitarbeite. Das Buch lies mich jede Nacht weit länger lesen, als was für das notwendige Schlafpensum gut gewesen wäre. Und tagsüber verfolgten mich die Figuren und Handlungen bis zum Weiterlesen. Was mich am meisten beeindruckt hat war, dass es selbst Ägyptenkennern noch manche Augen öffnet und eigene Erfahrungen bestätigt. Erstaunlich ist auch der Mut von Alaa al-Aswani und ich wünsche Ägypten, dass mehr Menschen wie er mittels Öffentlichkeit für eine bessere Zukunft dieses Landes mitarbeiten!
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am 3. April 2016
Interessant zu wissen: Al Aswani beschreibt nicht nur die himmelschreienden Zustände in seinem Land, er engagiert(e) sich darüber hinaus diese zu verändern, seine gesellschaftliche Kritik mündete in aktive, oppositionelle Arbeit.
Ich zitiere überwiegend aus Wikipedia: "Al-Aswani ist Wortführer der schon 2004 gegründeten ägyptischen Graswurzelbewegung Kifaya, übersetzt: 'Es ist genug'. Getragen wird die Bewegung von einem breiten Bündnis, dem Linke und Bürgerliche, Säkulare und Mitglieder der Muslimbruderschaft angehören. Als Wortführer gilt der bekannte ägyptische Schriftsteller Ala al-Aswani."
Schon im Dezember 2004 forderte die Bewegung ein Ende des Mubarak-Regimes. Sie gilt aber als ein wesentlicher Vorläufer der Revolution von 2011. Viele der Revolutionäre von damals werden heute unter dem Präsidenten Al-Sisi 'vorsichtshalber' wieder weggesperrt.

Es gibt kein gesellschaftsrelevantes Thema, das Al-Aswani ausspart: Korruption, Heirat, Pilgerreise, Märtyrertod, Aberglauben, Politik, geheuchelte Sexualmoral, alltägliche Gewalt oder die unüberwindbaren Klassenschranken. Auf wohlwollende Weise werden die Menschen trefflich charakterisiert ' verpackt in für Ägypten typische Geschichten, spannend, unterhaltsam, bewegend.

Er kritisiert nicht das Verhalten seiner Personen in seinem Buch, sondern systemisch übergeordnet das Regime, Politik, Polizei, Geheimdienste, Gesellschaft, Religion, Tradition... Geradezu ganz beiläufig entlarvt das Verhalten der Menschen, ohne den eigentlichen Vorwurf auszusprechen. So viel zwischen den Zeilen versteckte gesellschaftliche Kritik kann nur von einem Einheimischen kommen. Die ganze zwangsläufige Doppelbödigkeit, Bigotterie, Scheinheiligkeit wird aufgezeigt und wie zur Bestätigung führt deren Verhalten zum Scheitern.

"Erst wenn man Land und Leute kennt, erschließen sich viele Details. 'Reichtum sichert in unvorstellbarem Ausmaß Einfluss. Wenn du ein armer Schlucker bleibst, wird man ewig auf dir rumtrampeln'" (Seite 93). Das Land gehört den Leuten, die Kohle haben. Wer Geld hat macht Unmögliches möglich, bringt Fernes in Reichweite, bekommt den Job, den Parlamentssitz, die Konzession für die Schwulenbar, das illegale Bauland, den Mietvertrag, den Freispruch.
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am 19. Juni 2012
Was liegt näher, als auf einer Ägyptenreise ein Buch aus Ägypten zu lesen. Das Haus, das der "Jakubijan-Bau" genannt wird steht in Kairo. Es wurde schon zu einer Zeit gebaut, als noch viele Europäer in der Stadt gelebt haben. Nach und nach haben die Europäer, die Juden und Aramäer die Stadt verlassen und andere Menschen sind in die Stadt gezogen. Menschen vom Lande, die ihre eigenen Wünsche, Hoffnungen und Verhaltensweisen mit in die Stadt bringen. Von diesen Menschen erzält Al-Aswani. Er rückt den Menschen dabei so nahe, dass man versteht, warum sie lügen, wen sie hassen und wie sie versuchen ihre Chancen für ein besseres Leben zu ergreifen.
Die Bedingungen unter denen dies geschieht werden deutlich aufgezeigt: Eine starre Bürokratie, eine soziale Hierachie, die z.B. den Sohn eines Türstehers keinerlei Möglichkeit gibt in eine Beamtlaufbahn aufzusteigen, sexuelle Frustration und Tabuiisierung von Sexualität, und gleichzeitig die widerwärtige Heuchelei der frommen Männer, die sich alles nehmen, was sie brauchen dabei in der Öffentlichkeit als Saubermänner und echte Vertreter des Islams dastehen.
So liebenswürdig die Männer in Ägypten auch sind - mit Frauen hatte ich keinelei Kontakt - das Buch macht deutlich wie die Gewalt von Diktatur und Islam alle Poren dieser Gesellschaft durchdringt und wie Menschen darunter leiden. Was kann ein Roman mehr leisten? Das Buch ist spannend und was wichtiger ist: die Menschen und ihre Schicksale wirken glaubwürdig.
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am 15. Oktober 2010
"Der Jakubijan-Bau" schildert die Geschichten der Einwohner eines traditionsreichen Wohnhauses in Kairo. Da gibt es den alternden Lustmolch, den wohlhabenden Homosexuellen mit Hang zu derben Liebhabern, den jungen Mann, der wegen seiner niederen Abstammung nicht auf die Polizeischule gehen darf und daher islamistischer Terrorist wird, das arme Mädchen, das sich für wenig Geld an Männer verkauft, der Kleinganove, der sich eine rechtschaffene Fassade mit einem Gewerbe im Jakubijan-Bau verschaffen möchte etc. etc. Die Geschichten sind für arabische Verhältnisse spektakulär, und al-Aswanis Darstellung ist mutig und subversiv: Korruption, Sexualität und Alkohol sind allerorten, und die scheinheilige Doppelmoral der Kairoer Gesellschaft wird in all ihren Schichten böse entlarvt. Für Leser, die Sozialkritik schätzen und/oder an einer Darstellung von Kairo/Ägypten in der heutigen Zeit interessiert sind, ist "Der Jakubijan-Bau" eine wahre Fundgrube.

So sehr ich diese sozialkritischen Elemente schätze, so hat mich der Roman dennoch nicht so mitgerissen wie erhofft. Ich konnte mich mit keiner der Figuren identifizieren; jede Figur wird zwar differenziert dargestellt, doch keine ist mir ans Herz gewachsen (außer vielleicht auf den letzten Seiten Saki Bey und Buthaina). Dadurch musste ich mich ziemlich abmühen, durch den Roman zu kommen, weil mein Herz nicht wirklich dabei war. Ich hatte das Gefühl, dass auch der Autor seine Figuren nicht sonderlich mag, sondern lieber ihre Verfehlungen mit einer gewissen Distanziertheit herausarbeitet. Aus diesem Grund kann ich dem Roman leider nur 3 Sterne geben.
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