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VINE-PRODUKTTESTERam 16. November 2008
Hermann Kesten, Jahrgang 1900, gestorben 1996 in Basel, gilt selbst als einer der prominentesten Vertreter der literarischen "Neuen Sachlichkeit" - die hier vorgestellten 13 Kolleginnen und Kollegen hat er direkt erlebt, deren unterschiedlichen Arbeitsweisen waren ihm vertraut, er konnte sie zudem im Umgang miteinander beobachten.

Wer wäre also besser geeignet, Bericht zu erstatten? Kesten hat hier keine trockene Datensammlung zu Papier gebracht, ganz im Gegenteil - vorliegendes Buch ist äußerst lebendig und informativ, so hat der Autor mitunter Schlüsselsätze aus den jeweiligen Werken entnommen, um so Entwicklung von Werk und Mensch interessant und kurzweilig zu beschreiben.

Irmgard Keun, Stefan Zweig, Thomas Mann, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Joseph Roth, Erich Kästner, Andrè Gide, Heinrich Mann, Luise Rinser, Annette Kolb, Klaus Mann und Kurt Tucholsky.

Nach Kestens Buch werden Sie nicht nur wissen, was Sie von Kästner & Co. zu erwarten haben, vielmehr zeigt Hermann Kesten auf, welch Geistes Kinder seine Kolleginnen und Kollegen waren, d.h., welche Schriftsteller und welche Ereignisse die Arbeit der oben genannten Personen beeinflusst haben.
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TOP 100 REZENSENTam 12. Oktober 2013
Hermann Kesten kannte sie alle - Irmgard Keun, Stefan Zweig, Thomas Mann, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Joseph Roth, Erich Kästner, Andrè Gide, Heinrich Mann, Luise Rinser, Annette Kolb, Klaus Mann und Kurt Tucholsky – und skizziert diese Persönlichkeiten auf eine ureigene, gelungene, nie bösartige, verständnisvolle Art.

Mehr als bei Auto- oder Biografien sind hier emotionale, zugewandte Momente festgehalten, die mich ob ihrer gelungenen Herangehensweise, einer klaren, klugen Sprache beeindruckt haben, nie langweilig, bei jedem der Freunde ganz anders gelagert, je nach Charakter und Persönlichkeit. Man liest schnelle Abfolgen der Werke (sehr gelungen bei Thomas Mann) ebenso wie beste Werk-Zitate und auch über persönliche Animositäten sowie Probleme - immer aber mit Respekt, ja Liebe.

Sehr gelungen, mehr als lesenswert! Bleibend.

3 Beispiele

"Als Hitler die Gewaltherrschaft über Deutschland antrat, telefonierten die klugen Kinder von Thomas Mann, Erika und Klaus, aus München mit dem Papa, der gerade auf Vortragsreise in der Schweiz war, und teilten ihm mit, "das Wetter sein unerfreulich". Thomas Mann blieb im Ausland."

"Erich Kästner war ein Augenzeuge der tiefsten Erniedrigung Deutschlands, von 1933 bis 1945. Er ist darüber ein Epigrammatiker geworden und ein zorniger Pamphletist."

Über Irmgard Keun schreibt Kesten: " Diese Dichterin, die mit ihren schönen blauen Augen dich so unschuldig anschaut, spießt mit ihrer spitzen Feder ganze Sprachbrocken ihrer Zeitgenossen und Kompatrioten auf, die vom Ausverkauf einer verlotterten Sprache und Seele leben."

Hermann Kesten selbst über dieses Buch: "Es ist ein Buch der Liebe und der Freude an guten Büchern und Menschen, ein Buch der Freunde und Poeten: nichts mehr, nichts weniger." (Motto des Buches zu Beginn)

Im September 33 trifft Kesten Thomas und Heinrich Mann im Exil. Thomas Mann erklärte, nie habe er ein Volk gesehen wie die Deutschen, die so tief herabstürzen. Die Entgegnung von Kesten:
"Nein, sagte ich, und für einen Romancier gebe es nichts Neues in der Welt. Und die Menschen standen immer moralisch neben dem Abgrund, und jede Zivilisation sei höchst artifiziell und von äußerer Gebrechlichkeit, und es sei wahr, nun seien wir dran, ... und da wir nicht mehr unser Glück rühmen könnten, übertrieben wir unser Unglück."
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