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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hardboiler aus Nordirland !
Schon die Vita des Autors würde genügend Stoff für einen Thriller liefern: IRA-Terrorist mit zig Gefängnisaufenthalten und verantwortlich für einen der größten Raubüberfälle der amerikanischen Geschichte, den Überfall bei Brinks, bei dem er und sein Komplize über 7 Millionen Dollar erbeuten. Es folgt wieder...
Vor 15 Monaten von Hamlet veröffentlicht

versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zerrissener irish hardboiled detective Karl Kane
Blurbs warnen Zartbesaitete und Bluthochdruckleidende in grellem Gelb und Weiß auf dem Retro-Cover vor. Sozusagen "Lesen auf eigene Gefahr"! Entsprechend zaghaft entfernte ich die Schutzfolie der schmalbrüstigen, mit schwarzem Schnitt (irish NOIR eben) versehenen Klappenbroschur und lauschte dem erregenden Knistern der druckfrischen Seiten beim Aufschlagen der...
Vor 13 Monaten von DieBuchpiraten veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hardboiler aus Nordirland !, 22. Mai 2013
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Schon die Vita des Autors würde genügend Stoff für einen Thriller liefern: IRA-Terrorist mit zig Gefängnisaufenthalten und verantwortlich für einen der größten Raubüberfälle der amerikanischen Geschichte, den Überfall bei Brinks, bei dem er und sein Komplize über 7 Millionen Dollar erbeuten. Es folgt wieder Gefängnis, und nach der Entlassung beginnt Millar zu schreiben.

"Die Bestien von Belfast" ist der erste Band der Reihe um den irischen Privatdetektiv Karl Kane. Handlungsort ist, wie bereits der Titel vermuten lässt, die nordirische Hauptstadt Belfast. Und zukünftige Leser seien vorgewarnt: hier sind starke Nerven gefragt!

Bereits der Prolog verlangt dem Leser einiges ab, schildert der Autor doch in direkter und unmissverständlicher Ausdrucksweise die Vergewaltigung einer jungen Frau durch eine Gruppe Jugendlicher. Und der Leser ahnt bereits, dass dieses Verbrechen im weiteren Verlauf der Dreh- und Angelpunkt für einen Rachefeldzug sein wird. Nach zwanzig Jahren taucht im Stadtpark eine männliche Leiche auf und PI Karl Kane soll herausfinden, warum der Mann ermordet wurde. Der Fall wird immer undurchsichtiger, als weitere Männer tot aufgefunden werden und Kane nicht mehr weiß, wem er überhaupt noch trauen kann.

Millars Thriller ist ein klassischer Hardboiler mit einem Protagonisten, der im Laufe seines Lebens schon sehr viel Gewalt gesehen und erlebt hat. Natürlich wird dadurch sein Verhalten beeinflusst, aber er ist trotz allem ein umgänglicher Mensch geblieben, der Gewalt ablehnt. Ganz anders die Kreise, in denen er sich im Zuge seiner Ermittlungen bewegt.

Der Autor beschreibt das Milieu ungeschönt, seine Wortwahl ist drastisch und teilweise recht derb, aber absolut passend und stimmig für diese rabenschwarze Rachegeschichte, in der Gewalt immer Gewalt nach sich zieht. Die Geschichte ist gut geplottet, das Erzähltempo von Anfang an hoch und zieht sich auf diesem Niveau auch bis zum Ende durch. Atmosphärisch dicht, sehr spannend und mit einer sympathischen Hauptfigur - ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Serie, die im Oktober unter dem Titel Die satten Toten" im Atrium Verlag erscheinen wird.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zerrissener irish hardboiled detective Karl Kane, 21. Juli 2013
Von 
DieBuchpiraten - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Blurbs warnen Zartbesaitete und Bluthochdruckleidende in grellem Gelb und Weiß auf dem Retro-Cover vor. Sozusagen "Lesen auf eigene Gefahr"! Entsprechend zaghaft entfernte ich die Schutzfolie der schmalbrüstigen, mit schwarzem Schnitt (irish NOIR eben) versehenen Klappenbroschur und lauschte dem erregenden Knistern der druckfrischen Seiten beim Aufschlagen der ersten Seiten.

Rund 290 Seiten später (mein Blutdruck blieb übrigens normal - nur der Magen brachte sich zuweilen unangenehm ins Gedächtnis) hatte ich einen recht ambivalenten Eindruck von Karl Kane, dem Detektiv aus Belfast und seinem ersten Fall gewonnen. Ja, hart ist die Story, denn sie geht bis an die Grenzen des guten Geschmacks und auch weit darüber hinaus. Sie ist ekelerregend, abstoßend und so unglaubwürdig in ihren zufälligen Ereignissen, dass es schon wieder beruhigt. Die Sprache ist die der Gosse und der Unterwelt und wer sich daran nicht stößt, findet allen Kapiteln vorangestellt Zitate aller nur erdenklichen Quellen der Weltliteratur. Darüber hinaus haben die bekannten Guten offensichtlich einen Rollentausch mit den klassischen Bösen vorgenommen. Das sind Brüche und die findet der Leser gemeinhin interessant und durchaus spannend; erklärbar könnten sie mit der "einschlägigen" Biografie des Autors Sam Millar sein, aber das ist nur eine stümperhafte, laienpsychologische Vermutung.

Mir gefiel aus diesem Grund das Eingangszitat zu Kapitel 18 ganz besonders: "Die SeelŽ in der sich Böses eingenistet, kennt fürdahin nichts Gutes mehr." (Sophokles, Philoktet)

Viele Wendungen, kernig gezeichnete Bilder und intensive menschliche Annäherungen offenbaren ein Schreibtalent, das gut kontrastiert zu "Mitbewerbern" dieses Genres und es typisch macht. Einzig die Einsicht, das überzeichnete Schockeffekte und derbe, opportune Fäkalsprache sich sicher gut verkaufen lässt, aber keinen Weg zeigen, den man als Autor lange gehen kann, wäre für mich wünschenswert. So zwischen Baum (nicht schlecht) und Borke (gefällt mir nicht) sitzend, runde ich die Bewertung auf und werde Kanes bald erscheinenden zweiten Fall auch noch unter die Lupe nehmen; vielleicht gibt es eine Entwicklung zu entdecken?.

Schlussanmerkung:
Für eine Klappenbroschur mit so schlechter Klebebindung ist der zu entrichtende preisgebundene Obolus nach meinem Dafürhalten schon fast unverschämt. Sollte es am schwarzen Schnitt liegen, möchte ich lieber ein preiswerteres Exemplar erwerben und male es mir dann gerne selber an. Die vom Autor geöffneten Zeitfenster und Zeitsprünge zeigen erst am Ende die Panorama-Aussicht und es gelingt dem Leser auch den Zeitangaben zu folgen. Da ich jedoch immer wieder an einem Datum und dem Ablauf irritiert hängen blieb, vermute ich, dass Kapitel Eins (Montag, 24. Januar) und Kapitel Sechs (Mittwoch, 24. Januar) ein und der selbe Tag sind. (Bei dem Preis hätte das, vorausgesetzt ich liege nicht falsch, auch das Lektorat bemerken müssen, oder?)

(T)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knallharte Spannung, 23. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Cover
Rot und schwarz besticht in diesem Cover und macht bei diesem Krimi schon gleich Laune auf mehr, da kommt die wilde Bestie die
gezeichnet ist, besonders gut rüber.
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Schreibstil & Spannung

Spannend, knallhart und direkt ist dieser Auftakt zu dieser neuen Krimi Reihe zu Karl Kane. Sam Millar hat einen Schreibstil der geradeaus und klar verständlich ist. Trotz der Härte konnte man sich gut einfinden, denn ein spritziger Humor begleitete den Privatdetektiv stehts in den verschiedensten Situationen.
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Die Charaktere

Karl Kane wurde hier zwar gut beschrieben, dennoch blieb er mir auch in viellerlei Hinsicht ein Geheimnis, eines das ich aber unbedingt gerne erkunden möchte, denn die kleinen Wehwehchen machten die Privatermittler soch irgendwie liebenswert.
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Meine Meinung

Präzise Wortwahl, ein sympatischer Ermittler mit Hämoriden, mit einer Spürnase, die beängstigend ist. Auch, wenn einem das Buch unglaublich brutal erscheint, ist es doch das, was diesen Krimi besonders macht, ich meine, wenn im realen Leben jemand ermordet wird, dann passiert das in den seltensten Fällen ohne Panik, Schweißausbrüchen und viel Blut, oder?
Für mich war die Seite sehr interessant zu lesen, ansonsten kamen mir immer Polizisten oder andere Ermittler offizieller Einrichtungen unter die Augen. deswegen fand ich dieses Buch überaus fesselnd, spannungsgeladen bis zur letzten Seite und unglaublich erfrischend mal eine andere Sichtweise eines Krimis kennenzulernen.
Krimifans, sollten sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
Absolute Leseempfehlung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut überzeugender Auftakt, 9. Juni 2013
Von 
SabrinaK1985 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Karl Kane verdient sein Geld als Privatermittler. Doch lange schon ist kein Geld mehr in die Kasse gekommen und die Rechnungen türmen sich. Was für ein Glück scheint es zu sein, als er von dem geheimnisvollen Mr. Munday einen gutbezahlten Auftrag erhält. Doch welche Ausmaße dieser Auftrag annehmen wird konnte keiner ahnen…

„Die Bestien von Belfast“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe von Sam Miller, die er mit dieser absolut spannenden und grauenerregenden Geschichte startet.

Der Schreibstil von Sam Miller ist wunderbar zu lesen. Er schafft es den Leser schon auf den ersten Seiten, allein durch den Prolog, in das Buch hineinzuziehen. Sein Schreibstil ist sehr sachlich und dennoch schafft er es eine komplett neue Welt um einen herum aufzubauen. Die des ein wenig abgewrackt und ausgebrannt wirkenden, aber dennoch sympathischen Privatermittlers Karl Kane.

Sehr gekonnt bindet der Autor Handlungsstränge aus der Vergangenheit ein, die uns zu Beginn ein wenig seltsam vorkommen, doch je mehr Puzzleteile man schon beisammen hat, umso logischer und konsequenter wirkt dieses perfekt aufgebaute Gebilde.

„Die Bestien von Belfast“ ist ein Buch, bei dem ich fast nichts über den Inhalt schreiben will, weil es für mich als Leserin, einfach eines der besten Abenteuer war, dass ich seit langem gelesen habe – und dieses Vergnügen will ich keinem anderen Krimifreund nehmen!

Wenn ihr spannungsgeladene und anspruchsvolle Krimis mögt, werdet ihr „Die Bestien von Belfast“ lieben! Eine absolute Leseempfehlung – und auch optisch ist das Buch wirklich ein Hingucker! Mir bleibt nichts mehr als zu sagen, dass ich mich schon total auf den zweiten Band um Karl Kane freue!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Menschen sind schon lange keine Menschen mehr.", 17. November 2013
Von 
Heike Werner (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Belfast, 1999: Karl Kane, ein Privatermittler mit zu vielen offenen Rechnungen und zwielichtigem Freundeskreis, biestiger Ex-Frau und sexy Freundin, bekommt einen Fall auf den Tisch, der äußerst vielversprechend und lukrativ zu sein scheint: Ein gewisser Mr. Munday, so schwer durchschaubar wie offensichtlich gut betucht, beauftragt ihn mit der Aufklärung der Identität eines Mordopfers, dessen Leiche im Belfaster Botanischen Garten gefunden wurde.
Allerdings bleibt es nicht bei dem einen Toten und der Auftrag Mr. Mundays fängt an, aus allen Poren nach jeder Menge Schwierigkeiten zu stinken. Als Kane die Erweiterung des Auftrags und den zweiten gut gefüllten Umschlag ablehnt, hat er jedoch bereits Kreise gestört, die er nicht hätte stören dürfen und hängt viel zu tief drin, um aussteigen zu können...

Und mein Fazit:

DIE BESTIEN VON BELFAST ist der Auftakt einer Detektiv-Serie von Sam Millar, zu der mit Die satten Toten: Ein Fall für Karl Kane (Band 2) im Oktober 2013 schon der zweite Teil erschienen ist. "Held" der Serie ist Karl Kane, ein abgewrackter Privatermittler - mit seinem Zynismus, dem bärbeißigen Humor und seinen sonstigen Schwächen eher der Antiheld-Typ und trotzdem symphatisch.
Der Roman startet mit einem brutalen Prolog im Jahr 1978; setzt aber bereits mit dem 1. Kapitel 20 Jahre später ein. Und ein zweiter Handlungsstrang lässt irgendwann vermuten, dass auch Mr. Kane einige tiefschwarze Stellen in seinem Lebenslauf hat.

Genau wie im übrigen der Autor, denn Sam Millar - selber in Belfast geboren - war in den 70er Jahren aktiv in der IRA und dafür einige Jahre hinter Gittern. Nach seiner Freilassung ging er in die USA, wo er 1993 an einem der schwersten Raubüberfälle in der US-amerikanischen Geschichte beteiligt war. Jetzt allerdings verdient er - mehrfach ausgezeichnet - seine Brötchen als Autor dieser Reihe ebenso tiefschwarzer Detektiv-Romane, an der ich definitiv dranbleiben werde - trotz einiger Klischees, Logikschwächen und des doch nicht abschließenden Endes von Teil 1.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr forciert!, 20. September 2013
Von 
Heino Bosselmann "Heino Bosselmann" (Rützenfelde, Mecklenburg-Vorpommern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Man nehme: einen existentialistisch angelegten Privatdetektiv von giacomettischer Dürrheit, aber von respektabler Potenz und festem Hieb, dabei gezeichnet mit allerlei gesundheitlichen Sollbruchstellen des riskant lebendes Endvierzigers, natürlich Kettenraucher, natürlich pleite, dies aber zum einen kompensierend mit dem gängigen zynischen Branchenhumor, der bekanntlich nur das wunde Herz und frühe Traumata überdeckt, zum anderen geschmückt mit einer mandeläugigen Schönen, die nicht nur als Mitarbeiterin, sondern gleichfalls als Geliebte fungiert. Dazu dann eine Horde brutalisierter Polizisten, selbstverständlich korrupt und in männerbündischer Amoral verschworen, sämtlich schlimmster Herkunft. Schließlich Verbrechen von solcher Widerlichkeit, daß die Reizschwelle des abgebrühten Publikum mindestens gekitzelt wird. Dann hat man – neben einer Mafia von Knastwärtern – alle Klischees beieinander, die hier erfüllt werden.

Aber selbstverständlich erwartet man von einem Krimi doch genau diese Klischees! Nicht nur vom comichaft-reißerischen Cover dieses Taschenbuchs her.

Die Personage gilt manchen Rezensenten als unübersichtlich. Sie ist es für den schnellen Leser, der den Faden halten kann, nicht; dieser Eindruck rührt eher von kurzen Kapiteln bzw. schnellen Schnitten. Ein paar Perspektivwechsel sollte man schon durchstehen, will man doch hier und da verwirrt sein und falschen Erwartungen folgen.

Nein, es wird sogar vergleichsweise geradlinig erzählt, der Mode nach kalendarisch – mit einstimmenden weltliterarischen Gruselzitaten vorweg. Am Ende bleibt nichts offen, mit Ausnahme eines Anschlußstücks. Sam Millar nimmt teilweise sogar Anleihen am klassischen Detektivroman, dem es darum ging, schließlich alle offen hingelegten Stränge endwärts doch noch zu verknüpfen. Man wartet auf die näselnden Plädoyers Hercule Poirots, an dessen Noblesse hier freilich nichts erinnert.

Ja, die Handlung soll spannend und dabei schockierend sein, aber hier wird mit einfachen Effekten ziemlich übertrieben. Die eigentlich Kunst läge im Subtilen, aber subtil ist dieses Buch gar nicht. Auch wenig psychologisch, also bei aller Action leider ebensowenig echt dramatisch, wenngleich Hirn durch die Luft fliegt und gehäutet und geblutet wird. Eher ein richtig gutes Filmskript, denkt man, das dem Gegenwärtigen cineastischen Populärgeschmack entgegenkommt und dem Kino überhaupt den Blick, die Optik entleiht.

Kurzer Vergleich: Adrian McCinty ist spannender, psychologisch genauer und dabei sogar irischer. Millars Krimi spielt in Belfast, hätte sich aber auch eine andere Stadt suchen können. William Gay und Donald Ray Pollock sind horrender und starren vor echtem Dreck, der hier Staffage bleibt; und David Peace ist mit seiner Staccato-Sprache literarischer – um nur bei den unmittelbaren Zeitgenossen vom Fach zu bleiben.

Aber Schluß mit der altklugen Beckmesserei des Lesers: Man hat schon einen ordentlichen Krimi in der Hand, einen, der durchaus funzt. Etwas für die U-Bahn und überhaupt für den literarischen Nahverkehr, etwas in Farbe, aber doch ohne den Sog starker Unterströmung. Im Resümee wieder diese beladenen Sätze: „Alles stimmt nicht. Die ganze Welt stimmt nicht. (…) Du bist der große Gleichmacher, Gevatter Tod. Keine Entschuldigungen, keine Ausreden. (…) Du machst einfach deine Arbeit, ob es sich um einen Prinzen, einen Bettler oder einen Privatdetektiv handelt.“ – Ist nicht neu, weiß man alles, aber genau deswegen liest man ja dergleichen. Immer wieder. Auch den Folgeband. Klar.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Bestien von Belfast, 19. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Was ein geiler Scheiss...mehr, mehr, mehr davon...
Nach Bruens, Jack Taylor, ein neuer Stern am irischen hardboiled Himmel...
Irish Noir at its best...
Ich erspare scheiss langweilige Inhaltsangaben und gefasel über den Autor...sogar meine Katze kann sowas googlen...
Wolle geiles Buch lesen? Kaufen !!

Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane 1
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karl Kanes erster Fall, 14. Oktober 2013
Von 
Kleeblatt "Monika" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
1978: Eine Frau liegt im Gras, schwer verletzt, misshandelt und vergewaltigt. Zurückgelassen, weil man annahm, dass sie tot ist. Wilde Hunde wittern den Blutgeruch und schleichen sich langsam an sie heran...

Heute: Der Privatdetektiv Karl Kane bedient viele Klischees eines TV-Privatdetektivs - schwere Kindheit, wenig Aufträge, Schulden.
Als ihm eines Tages ein Klient den Auftrag erteilt, ihm Auskünfte über einen kürzlich gefundenen Toten zu bringen und ihn dafür gut bezahlt, nimmt er den Auftrag an. Es bleibt nicht bei dem einen Toten. Weitere grausame und bizarre Morde geschehen, die alle miteinander verknüpft sind, bis auch er und seine Freundin in den Fokus von Gewalt und Verbrechen geraten. Aber Kane hat sich in dem Fall verbissen und er gibt keine Ruhe, bis er weiß, was sich hinter all den Morden verbirgt ...

Sam Millar, der Autor, der selbst in der kriminellen Szene kein Unbekannter in Nordirland ist, hat mit diesem Buch die Reihe um den Privatdetektiv Karl Kane gestartet.
Der Protagonist ist ein Detektiv, der anfangs alle Klischees bedient, die man so von einem Privatdetektiv hat, der sich aber dann in den Fall verbeißt und selbst in Gefahr gerät.
Es wird von Beginn an Spannung aufgebaut, indem man einen Rückblick auf ein Ereignis hat, das im Jahr 1978 spielt.
Auch an anderer Stelle gibt es Rückblicke aus den Jahren 1978 und 1966, deren Zusammenhang dem Leser sich zum Ende erklären.
Die Spannung steigert sich mit jedem Mord und die Ereignisse überschlagen sich. Lange Zeit bleibt der Leser im Unklaren um die Zusammenhänge, auch wenn man schon eine Ahnung hat.

Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, so dass man sich sehr schnell beim Lesen reinfindet. Ein paar Probleme hatte ich mit der Vielzahl der Akteure, die vorkamen, so dass ich schon mal dachte, ich verliere den Überblick. Aber das legt sich recht schnell.
Sehr gut gefallen hat mir der schnodderige Humor des Protagonisten Karl Kane, der sich nichts gefallen lässt und mit seiner Meinung auch nicht hinter dem Berg hält. Die Schlagabtausche zwischen ihm und den Kollegen von der Polizei sind lesenswert, so dass man trotz dem ernsten Themas zwischendurch schon mal schmunzeln kann.

Dem Autor ist es gelungen, mich durchgängig mit seinem Roman zu fesseln. Für die einzelnen Morde hat er sich immer etwas neues einfallen lassen, so dass es nicht langweilig wurde. Man kann das Buch gar nicht aus der Hand legen, ich zumindest konnte es nicht, weil ich wissen wollte, wie es letztendlich ausgeht.
Das Ende ist so ausgelegt, dass noch ein paar Dinge offen sind, die einer Lösung bedürfen. Das heißt dann für mich, sich auf den kommenden Band zu freuen.
Ein Buch von einem Autoren zu lesen, dem selbst Gewalt und Verbrechen nicht fremd sind und der seine eigenen Erlebnisse mit in das Buch hat einfließen lassen, finde ich schon sehr interessant. Er hat hier selbst seine Kindheit ein wenig mit eingebracht, denn auch er verlor seine Mutter in frühen Jahren.

Krimifans empfehle ich dieses Buch sehr gern weiter.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brutal und bewegend, 2. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Meine Meinung:
Nicht nur das Äußere, auch der Inhalt des Buches überzeugt. Aber was will man von einem Autor eines Krimis/Thrillers mit solch einer Lebensgeschichte auch anderes erwarten...?

Der Schreibstil gefällt mir, es lässt sich flüssig und schnell lesen und auch an Spannung mangelt es nicht, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Zu Beginn musste ich mich erst einmal an die vulgäre, brutale und teils rassistischen Ausdrucksweise von Kane und seiner ehemaligen Polizeikollegen gewöhnen, die sich bei jeder Gelegenheit gegenseitig Sprüche reinwürgen. Das ganze Buch trieft vor Brutalität, doch genau das macht es für mich besonders schockierend und bewegend. Schonungslos schildert Sam Millar von der ersten Seite an ein ungeheuerliches und kaltblütiges Verbrechen, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Der Protagonist Karl Kane ist genau das Gegenteil von einem smarten und erfolgreichen Privatdetektiv. Mit seinen vielen Kanten und seinem losen Mundwerk eckt er regelmäßig an und macht sich dadurch keine Freunde. Geprägt von den schrecklichen Ereignissen in seiner Kindheit, hat er sich dem Kampf gegen das Verbrechen verschrieben, dem er unnachgiebig nachgeht. Aber Kane hat auch einen weichen Kern, so würde er für seine Freundin Naomi vermutlich alles tun. Und im Gegensatz zu seinen ehemaligen Kollegen von der Polizei begegnet er den Leuten wie z.B. Chris Brown, einem früheren Auftragskiller, der seit einem Schuss in den Rücken im Rollstuhl sitzt, ohne Vorbehalte und –urteile und objektiv. Nicht zuletzt deshalb ist er am Ende der einzige, der die schreckliche Wahrheit erkennt. Auch wenn er ein unausstehlicher Zeitgenosse sein mag, ist er mir mit seiner störrischen und ruppigen Art einfach ans Herz gewachsen.

Es gibt einige Zeitsprünge innerhalb der Geschichte, was hauptsächlich darin begründet liegt, dass das ausschlaggebende Verbrechen bereits vor vielen Jahren passiert ist. Obwohl ich nie die über jedem Kapitel angegebenen Datumangaben gelesen habe (die überspring ich immer da ich meist so gefesselt bin^^), hatte ich kein Problem der Handlung zu folgen, sondern wusste spätestens nach den ersten paar Sätzen, an welchem Zeitpunkt ich mich wohl befinde. Demnach haben mich die Sprünge nicht gestört, ich fand eher toll erst nach und nach immer ein Stückchen mehr zu erfahren. Doch im Allgemeinen sind die Angaben sind schon recht sinnvoll und auch hilfreich.

Bis zum letzten Moment wusste ich nicht, wie die verschiedenen Verbrechen zusammenhängen könnten und bin vor Spannung schier wahnsinnig geworden. Die Aufklärung am Ende war für mich schockierend, bewegend und überraschend zugleich und hat mich noch Stunden später beschäftigt.

Fazit:
Der spannende und beängstigende Auftakt zur neuen Krimireihe rund um den Privatermittler Karl Kane. Ein Garant für schlaflose Nächte und wirklich nichts für schwache Nerven. Mich hat Sam Millar mit seinem Buch begeistern können und ich freu mich schon jetzt auf die Fortsetzung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das hier ist das Leben und Sterben in Belfast, 2. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 (Broschiert)
Eine unbekannte Frau erwacht unter grausamen Schmerzen. Ein Knochen ragt aus ihrem Bein, zahlreiche ihrer Zähne fehlen, die Glieder schmerzen und sie kann sich kaum bewegen. Nur langsam erinnert sie sich daran, was geschehen ist. Von einer Gruppe junger Männer wurde sie schwer misshandelt, vergewaltigt und anschließend wie eine zerbrochene Puppe weggeworfen. Doch das ist noch nicht das schlimmste das geschehen ist, denn in der Nähe treibt ein dem Zoo entflohenes Rudel wilder Hunde sein Unwesen - und es folgt dem Blutgeruch schneller, als der Verletzten lieb sein kann.

Viele Jahre später begegnen wir Privatermittler Karl Kane, dessen Leben immer wieder an das der Film noir Detektive erinnert: Eine gebrochene Existenz mit angeschlagener Gesundheit, begleitet von einer Femme fatale (in diesem Fall seine Sekretärin und Geliebte Naomi, die deutlich jünger als Kane ist). Es geschehen Morde in Belfast und Karl Kane wird von dem seltsamen Mister Munday angeheuert, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Dafür lockt eine reichliche Belohnung, die es Karl ermöglichen soll, nicht nur seine ausstehenden Rechnungen, sondern auch die Wettschulden zu bezahlen. Weitere Morde geschehen und es dauert nicht lange, bis Karl selbst in einem Strudel der Gewalt gefangen ist. Doch es lässt ihm keine Ruhe: Haben alle diese Morde einen Zusammenhang?

Der Ire Sam Miller hatte keine einfache Kindheit. Seine Mutter war psychisch krank und verschwand, als er acht Jahre alt war. Den nordirischen Bloody Sunday hat er mit seinem Bruder hautnah miterlebt, woraufhin er sich der IRA anschloss. Danach wurde er immer wieder straffällig und verbrachte viele Jahre in verschiedenen Gefängnissen. Später hatte er maßgeblichen Anteil am größten Gefängnisausbruch der irischen Geschichte, als 1983 insgesamt 38 Häftlinge die Flucht aus dem Maze Prison gelang. 1984 wanderte Sam Millar in die USA aus, wo seine Karriere als Verbrecher weiterführte und Geldtransporter überfiel. Schließlich wurde er aber erneut gefasst und saß seine Strafe bis 1997 ab.

Ein Autor, der viel zu erzählen hat. Die Filmrechte zu seiner Biografie hatte sich Warner Brothers, das Unternehmen machte aber einen Rückzieher, als die Bush-Regierung Sam Millar später Verherrlichung von Terrorismus vorwarf.Sam Millar selbst hat den letzten Gefängnisaufenthalt dazu genutzt, sein bisheriges Leben zu überdenken. Heute lebt er wieder in Belfast, schreibt so lange er Lust hat und zieht den Rest des Tages durch die Straßen, um mit den Menschen zu reden und diese Erlebnisse in seine Krimis einfließen zu lassen.

Die Parallelen zwischen Karl Kane und Sam Millar sind ausgeprägt. Beide mussten sehr früh den Verlust ihrer Mutter bewältigen und litten unter körperlicher Gewalt und Polizeiwillkür. "Die Bestien von Belfast" ist ein harter Thriller, der schonungslos mit den Nerven der Leser spielt. Manchmal gelang es mir fast nicht, den Überblick zu wahren zwischen all' den Opfern und vermeintlichen Tätern. So führt Millar die Leser auch eine Weile an der Nase herum und verliert niemals den Blick auf Authentizität. So erschreckend seine Schilderungen sind, so grausam und unmenschlich, ja manchmal auch ekelerregend - so greifbar und real sind sie. Das hier ist nicht nur ein bisschen Sex & Crime. Das hier ist viel mehr. Das hier ist das Leben und Sterben in Belfast.
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Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1
Die Bestien von Belfast: Ein Fall für Karl Kane, Bd. 1 von Sam Millar (Broschiert - April 2013)
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