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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen35
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am 7. April 2016
Mehrere, am Beginn teils recht abstruse Handlungsstränge beginnen sich innerhalb der entstehenden Sowjetunion zu entspinnen.
Deutlich wird recht schnell dass dieses riesige Land kaum zentral zu verwalten ist, zu groß die regionalen Unterschiede, Sprachen, Glauben, Lebensumstände, Wetter und Klimazonen, etnische Herkunft.
Trotzdem glauben viele, in diesem Buch alle Protagonisten an das Gelingen des Experiments 'Sowjetunion', der neue Mensch, die neue Gesellschaft, das Abschaffen des Egoismus und eine ganzheitlich denkende und handelnde Gesellschaft.
Wunderbar die Geschichte vom Engel der die Menschen verstehen will, und die Menschen die das Paradies suchen.
Pawel Dobrynin als Hauptheld stellt sehr schön das Bemühen dar, und gleichzeitig die fast unüberwindbaren Widerstände, auch kämpfend mit seiner eigenen Leisungsfähigkeit und Bildungsniveau. (auch dem anderer)
Ein wunderbares Buch für alle, die in heiteren, teils tragigkomischen Geschichten unterhalten werden wollen und dabei der Sowjetunion und dem Grundgedanken des Sozialismus näher kommen möchten.
Litaratur abseits des Mainstream, ab und an (leider zu selten) recht lyrisch, manchmal recht schlicht geschrieben. Meiner Meinung nach als Stilmittel, um die verschiedenen Menschen und deren sozialen Hintergrund und Bildung zu zeichnen.
Ich freue mich auf Band zwei und drei...
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Ein abgesprungener Engel begleitet eine Reige von Russen in eine neue Art von Gelobten Land. Ein sehr ehrlicher Mann wird mit dem machtvollen Amt des Volkskontrolleurs versehen und wird nach und nach unmerklich von den Menschen, denen er begegnet korrumpiert, ohne, dass er es wirklich selbst merkt und steigt so immer weiter auf. Ein Schulleiter muss überaus seltsame Direktiven erfüllen und sucht gleichzeitig einen Ausgleich zu seiner kriegerischen Vergangenheit und die Liebe. Und ein Mann zieht mit einem Gedichte aufsagenden Papagei durch die Gegend bis er einem überaus unerwartetem MEnschen zum Geburtstag aufspielt.

Das ist in vielerlei Hinsicht zunächst amüsant und rührend, aber je länger die Geschichten fortschreiten, umso mehr dümpeln sie vor sich hin und am Ende werden sie auch alle nicht wirklich beendet - als ob der Autor der Leserschaft diese Arbeit überlassen wollte - oder als ob er irgendwie auch nicht wirklich weiter wusste. Irgendwie enttäuschend, wenn es am Anfang auch sehr interessant gewesen ist.
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am 1. Februar 2013
In dem Märchen spürt man die russische langsame Bürokratieseele. Ein Ordnungsliebender soll mehr Ordnung in die Bevölkerung bringen und wird deshalb vom Kolchosbauern befördert und reist durch das ganze Land.
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am 8. Juli 2012
Zuerst einmal muss ich sagen, dass Dobrynin diese Figuren überhaupt nicht trifft - dies sind alles einzelne Handlungsstränge, die nicht miteinander verknüpft werden, was ich sehr enttäuschend fand. Auch den schwarzen Humor, den ich normalerweise sehr liebe, habe ich hier vergeblich gesucht. Auch Spannung kam nur einmal kurz auf, sonst war es eher eine dahinplätschernde Erzählung. Die Idee des Romans war sehr gut, nur die Umsetzung lässt zu wünschen übrig.
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am 2. Mai 2012
Nun, dieses Buch hat mir so einiges abverlangt. Allein der Einstieg war doch recht verwirrend. Die Erzählstränge an sich sind zwar verständlich, aber dafür muss man erst einmal herausfinden, in welchem man sich eigentlich befindet. Zudem treffen die Erzählstränge nicht aufeinander. Als erfahrener Leser will man aber unbedingt einen Zusammenhang auftun und findet sie in diesem Fall nicht. Am Ende bleibt man als Leser hier und da in der Luft hängen. Fertig? fragt man sich zwangsläufig und bleibt verwirrt.

Das Buch hat was. Es ist teilweise mit schwarzem Humor versehen, die Charaktere herrlich skuril, doch das Land, für Aussenstehende nicht greifbar. Man möchte etwas an die Hand bekommen. Ich möchte ja verstehen! Und doch fehlen elementare Informationen, um sich identifizieren zu können.
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am 18. April 2012
Die Handlung spielt in der Sowjetunion der 1930er-Jahre. In dem Dorf Kroschkino lebt der Bauer Pawel Dobrynin mit seiner Frau und seinen Kindern. Er arbeitet in einer Kolchose. Dort ist er unbeliebt, weil er ehrlich ist. Eines Tages wird er zum Volkskontrolleur in der gesamten Sowjetunion auf Lebenszeit gewählt. Das ist eine Ehre für ihn ' und er reist mit einer Axt im Rucksack mit dem Zug nach Moskau, von wo aus er diesen Job antreten wird. Seine Aufgabe ist es, Betriebe in der Sowjetunion zu besuchen und zu kontrollieren.

In Moskau wird er von einer Staatskarosse abgeholt und bezieht eine neue Wohnung. Auch eine so genannte 'dienstliche Ehefrau', ausgewählt von den obersten Sowjets (Führern der Sowjetunion), wird ihm zur Seite gestellt. Das ist befremdlich für ihn ' aber richtig für seine Arbeitgeber. Finanziell geht es ihm ebenso gut. Als Volkskontrolleur muss er nur noch seinen Ausweis vorzeigen ' und darf sich in Geschäften das aushändigen lassen, was er will, ohne es bezahlen zu müssen. Denn er kann ja sagen, dass er die Waren kontrolliert.

Mit seinem Pferd Grigorij, ein Geschenk des Genossen Kalinin (einer der direkten Vorgesetzten Pawels), wird Pawel im Flugzeug in die Nähe seines ersten Einsatzortes geflogen. Aber ' bis er endlich dorthin kommt, gibt es zahlreiche Pannen. Es ist bitterkalt, meterhoch liegt Schnee ' und Pawel braucht Glück und Freunde, um vorwärts zu kommen'

Aber nicht nur um Pawel Dobrynin geht es in dem Buch. Der Leser wird auch bekannt gemacht mit den Geschichten um einen Engel, der aus dem Paradies geflohen ist, um zu prüfen, warum nicht ein Mensch aus der Sowjetunion bisher nach dem Tod in den Himmel gekommen ist. Gibt es in der Sowjetunion etwa keine Gerechten? Der Engel will das überprüfen ' und schließt sich einer Gruppe Deserteuren (Leute, die aus der Roten Armee geflüchtet sind) und Kolchosen-Flüchtlingen (entflohene Bauern) an, die auf der Suche nach dem 'gelobten Land' sind. Also einem Land, das sie besiedeln können ' und in dem sie schalten und walten können, wie sie wollen.

Der Engel sucht einen Gerechten, mit dem er ins Paradies zurückkehren kann.

Weiterhin erzählt Kurkow Ereignisse rund um den Genossen Wasilij Wasiljewitsch Banow, Direktor einer Moskauer Schule, der gerne auf dem Dach seiner Schule sitzt, weil er von dort aus den Kreml sehen kann. Als er den Aufsatz eines Schülers liest, dessen Vater als Anhänger der Bolschewisten vergiftet wurde, lernt er dessen Mutter Klara kennen und verliebt sich in sie. Gemeinsam wagen sie einen Fallschirmabsprung.

Immer wieder tauchen der Künstler Mark Iwanow und sein Papagei Kusma auf. Miteinander treten sie auf Veranstaltungen auf, während derer Kusma Gedichte vorträgt ' Gedichte, die Lenin und die Sowjetunion in einem positiven Licht zeigen.

Ich habe dieses Buch gerne gelesen, obwohl ich oft die Spannung vermisste. Aber die Personen sind so liebenswert, so skurril. Und so sind auch die Situationen. Man tut alles für die Sowjetunion, spendet beispielsweise als Erwachsener einen Liter Blut. Gefühle haben in diesem System keinen Platz ' aber dennoch gibt es sie. Es gibt Liebe in dem Buch, es gibt Freundschaften, es gibt Leute, die einander helfen.

Während des Lesens habe ich mir viele Gedanken gemacht über Russland und die Sowjetunion. Sicherlich schildert das Buch Personen und ihre Erlebnisse aus den 1930er-Jahren aus dem Einparteienstaat Sowjetunion ' aber könnten nicht Situationen, die in dem Buch geschildert sind, auch heute noch passieren? Ich denke schon ' und wer wissen will, ob sie/er meine Meinung teilt, sollte dieses Buch lesen.

Ich vergebe auf jeden Fall vier Sterne und eine Leseempfehlung.
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am 13. April 2012
Als Pawel Dobrynin, ein Kolchosbauer, zum Volkskontrolleur der Sowjetunion auf Lebenszeit gewählt wird, beginnt für ihn eine aufregende Reise durch sein Land. Das er dabei seine Frau und die Kinder zurücklassen muss, spielt für ihn eine hintergründige Rolle.
Zur gleichen Zeit verlässt ein Engel den Himmel, um herauszufinden, warum kein Sowjetbürger nach seinem Tod in den Himmel kommt. Auf seiner Flucht tauscht er sein Gewand mit einem Deserteur der Armee- was nicht ohne Folgen bleibt. Ziel: Das gelobte Land.
Der Künstler Mark Iwanow bereist mit seinem Papagei Kusma das Land und lässt seinen Vogel patriotische Texte vortagen.
Und dann ist da noch der Schuldirektor Banow, der neben der Umsetzung des kommunistischen Grundgedankens in seiner Schule versucht Klara beizubringen 'wieder zu träumen und glücklich zu sein (...).' (S.120)

Alle Akteure suchen nach Sinn in ihrem Dasein, treffen in der Geschichte aber niemals zusammen. Das Konzept verschiedener Akteure, deren Geschichten nach und nach erzählt werden, gefällt mir gut. Dabei sind die Charaktere alle etwas skurril und naiv. In das Innenleben bekommt man leider nur oberflächlich Einblick, was das Verstehen der Handlung erschwert.
Die Geschichte ist von Anfang bis Ende verwirrend und undurchschaubar. So wird von den einzelnen Personen erzählt, die ihren Platz in der kommunistischen Sowjetunion haben und in diesen Engen Grenzen leben. Mir fehlt bei dem Ganzen eine Rahmenhandlung, was 'das runde Ganze' ausmachen würde.
Beim Lesen des Buches habe ich mich mit dem unaufhörlichen Auftauchen von Personen an das Märchen 'Die Goldene Gans' erinnert gefühlt, wo nach und nach auch eine Masse an Menschen auftaucht.
Auffallend an dem Roman ist zum Einen der märchenhaft anmutende, naive, an "Francois Lelord"- erinnernde Schreibstil. Andeutungen und eine bildhafte, leicht verständliche Sprache erinnern an ein Märchen. In anderen Kapiteln ist die Sprache eher nüchtern, klar und informativ. Und dann gibt es plötzlich Kapitel, deren Sprache gehoben, kompliziert und poetisch ist, sodass ich als Leser nur umso verwirrter bin. Einen Zusammenhang zwischen der Sprache und dem Inhalt kann ich nicht immer herstellen.
Die Geschichte ist langatmig, das Lesen ist mühsam, ich habe nach 160 von 430 Seiten ein dauerhaftes Motivationsproblem. Spannung fehlt mir durchgängig, vielleicht wäre das Buch dann nicht so zäh.
Das Absurde an den Geschichten ist der Patriotismus. So lautet eine Stelle im Buch als Pawel bei der Untersuchung ist, die ihm zur Erinnerung verhelfen soll, wie folgt: 'Was war schon dieser Schmerz, wenn er ihm doch dazu verhalf, sich tatsächlich an so viel Nützliches (') zu erinnern? Wieder schoss der unsichtbare Pfeil durch seinen Körper.' (S. 383) Dieser Gedanke zieht sich durch alle Geschichten, es wird klar, dass die Personen leben, um sich dem Kommunismus hinzugeben.
Wo 'das Buch hin will' bleibt zu vermuten. Vielleicht ist das Ziel des Buches erreicht, indem der Leser nachdenklich und verwirrt zurückbleibt?!
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am 15. März 2012
Da ich ein großer Fan von Kurkows Büchern bin, war dieses Buch für mich ein Pflichtkauf. Und meine Erwartung wurde nicht enttäuscht. Das Buch hebt sich von Kurkows anderen Romanen ab, es hat einen ernsteren Hintergrund, ist kritischer angelegt. Kenntnis der sowjetischen Geschichte erhöht den Lesereiz sicherlich, ist aber keine Voraussetzung, da die liebenswerten, etwas tollpatschigen Helden des Romans (typisch für Kurkow) Abenteuer durchleben, die auf jeden Fall spannend, skurril und mit einem Augenzwinkern zu genießen sind.

Fazit: Der wahrhaftige Volkskontrolleur ist ein sehr ansprechender, langsamer Roman mit subtilem, schwarzem Humor - genau, wie ich es mag.
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am 11. November 2011
Mischa, der Pinguin steht in der Ecke, zur Wand gedreht. Er lächelt:
Kurkow hat wieder eine Geschichte geschrieben.
Nein, nicht über ihn.
In 'Der wahrhaftige Volkskontrolleur' begibt sich der in Petersburg geborene und in Kiew lebende Autor auf Erkundungsfahrt durch die Sowjetunion der Dreißiger Jahre und zeigt, dass er viel mehr kann, als humorvoll skurrile Geschichten über die Ukraine zu erzählen.
Unterschiedliche Protagonisten, die einander nicht kennenlernen, bevölkern das Buch.
Da ist einmal als Hauptfigur der Bauer Pawel Dobrynin, der zum Volkskontrolleur für die gesamte Sowjetunion ernannt wird und nachschauen soll, ob im Land alles zum Wohle seiner Bürger geschieht. Ehrerbietig wird er von den politisch Verantwortlichen nach Moskau geleitet. Dort findet er eine Dienstwohnung mit Dienstfrau vor. Er wird im Kreml empfangen, lernt in den Kellergewölben den geheimnisvollen Kremlträumer kennen und wird anschließend nach Sibirien geschickt, wo er seinen ersten Auftrag erfüllen soll.
Dann gibt es einen Engel, der nicht glauben will, dass es in der Sowjetunion keine Gerechten gibt und heimlich das Paradies verläßt um sich selbst davon zu überzeugen. Er tauscht sein Gewand mit einem Deserteur, wird von Rotarmisten aufgegriffen, die Deserteure und flüchtige Bauern in Gefangenschaft führen sollen. Unterwegs sieht einer der Bauern einen Stern und überzeugt die anderen, dass er den Weg zum Gelobten Land weise. Alle miteinander machen sich auf die Suche. Sie finden diesen Ort und richten sich ein in kommunistischer Gemeinschaft dort zu leben.
Ein Moskauer Schuldirektor taucht auf, dessen Lieblingsplatz auf dem Dach seiner Schule ist, von dem aus er den Kreml sehen und über das Land nachdenken kann. Er verliebt sich in die Mutter eines störrischen Schülers und erfüllt ihr den lebenslangen Traum eines Fallschirmabsprunges.
Schließlich gibt es noch einen Artisten, der mit seinem Papageien Kusma (wenn das mal nicht eine Anspielung auf den früheren ukrainischen Präsidenten Kutschma ist) durch die Lande reist und den gelehrigen Vogel sozialistische Aufbaugedichte sprechen und vortragen läßt.
Ein buntes Spektrum von Menschen und Situationen, ein dichtes und humorvolles Zeit- und Lebensbild des großen Landes der 30er Jahre entstehen. Keineswegs nostalgisch, doch liebevoll im Umgang mit Details und Personen.
Kurkow gibt Einblick in den Alltag, in die Verhältnisse der Menschen zueinander. Er erzählt Freude und Schrecken, Hoffnung und Traum. Er zeigt dass Scheitern von Utopie nicht Scheitern von Menschen ist.
Ihm gelingt eine Innensicht auf Land und Leute ohne vordergründig politischen und bedauernden Blick. Kurkow läßt ihnen so ihre Würde.
In weiser Gelassenheit berichtet er in diesem Roman viel mehr als tausend soziologische und historische Studien es können.
Dieser Roman ist Dichtung ganz eigener Art. Vergleichbar vielleicht mit den Büchern Lesskows, der Anfang des 19. Jahrhunderts ganz ähnlich von seinen Landsleuten erzählte und Weltliteratur schrieb.
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am 9. November 2011
Andrej Kurkow begleitet in seinem Roman "Der wahrhaftige Volkskontrolleur" insbesondere vier Hauptfiguren für einen kurzen Teil ihres Lebens und lässt den Leser spüren, wie diese Menschen leben, denken und fühlen. Erstens Pawel Dobrynin, der nach der Ernennung zum Volkskontolleur der Sowjetunion auf Lebenszeit Heimat und Familie zurücklässt und zu einer Reise ins Ungewisse aufbricht. Zweitens ein aus dem Paradies entflohener Engel, der zusammen mit weltlich Desertierten das Gelobte Land auf Erden sucht und mit dem überraschenden und ungekannten Gefühl der partnerschaftlichen Liebe dem Paradies ein kleines Stückchen näher rückt. Drittens der pflichtbewusste und vereinsamte Schuldirektor Banow, der die "Mutter" eines Schülers und sich selbst wieder zum Träumen bringt. Und schließlich der Künstler Mark, der mit seinem sprechenden Papagei Kusma die Führungselite der Sowjetunion zum Weinen bringt.

Vier Geschichten, getrennt voneinander abschnittsweise abwechselnd erzählt und doch miteinander eng verwoben. Sie erzählen dem Leser von Treue und Verrat, Kontrolle und Vertrauen, Leben und Tod, Annehmen und Hinterfragen, Vernunft und Gefühl. Doch Andrej Kurkow spricht die Problematik der einzelnen Geschichten nicht offen an, sondern überlässt das Deuten dem Leser, der zwischen den Zeilen den Hauptfiguren etwas näher kommt. Es ist ein außergewöhnliches Buch, das die ganze Aufmerksamkeit des Lesers fordert, aber dem es gelingt, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Entscheidend ist dabei nicht, was und wie der Autor erzählt, denn dies geschieht in einer fast nüchtern deskriptiven Weise, sondern was diese Geschichten im Leser auslösen und wie dies geschieht. Insgesamt ein Buch, das mich noch eine Weile beschäftigen wird und noch einige Fragen offen lässt.
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