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Kurt Kotrschal ist Wolfsexperte und "Wissenschaftler des Jahres 2011". In dem von ihm mitbegründeten Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn (Österreich) finden einzigartige Verhaltensvergleiche zwischen gleichartig aufgezogenen Wölfen und Hunden statt. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Erkenntnisse nicht nur beispielsweise über die Intelligenz von Wölfen, sondern auch über unsere Beziehung zum Hund. "Wolf – Hund – Mensch" befasst sich mit allen Aspekten der Wolfs- und Hundeforschung von Domestikation über Kultur und Politik bis zur Einstellung der Menschen zum Wolf. Hier lobt der Autor übrigens die Wolfspolitik in Sachsen (Lausitz). Die Problematik von Wolfshybriden wird ebenso angesprochen wie Probleme mit der Rassezucht bei Hunden. Ein Schwerpunkt des Buches ist die experimentelle Forschung an Wolf und Hund.
Über eine Aussage im Buch habe ich mich besonders gefreut:
Es ist die Warnung vor dem sogenannten "Wolfsexperten" Shaun Ellis und seinen Büchern. Welchen Schaden dieser Mann an der Aufklärungsarbeit über Wölfe anrichtet, kann man erahnen, wenn man auf Seite 103 von "Wolf – Hund – Mensch" einige "Wolfsweisheiten" von Shaun Ellis liest. Wir, die wir immer wieder vor den Büchern von Ellis warnen, sind oft von seinen Fans angefeindet und beschimpft worden, weil wir den "wahren Wolfsexperten Shaun Ellis" nicht zu würdigen wüssten, der alleine Ahnung von Wölfen habe. Ich bin sehr froh, dass ein anerkannter Wissenschaftler wie Kurt Kotrschal in seinem Buch auf die katastrophalen Aussagen von Ellis hinweist!
"Wolf – Hund – Mensch" ist ein wichtiges Buch, das ich jedem empfehlen möchte, der sich mit Wölfen und Hunden beschäftigt.
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am 30. Dezember 2012
Wer an Wölfen und Ihrer Geschichte interessiert ist, findet in diesem Buch eine Vielzahl interessanter Fakten. Das Buch ist eine in weiten Bereichen gelungene Synthese aus Wissen und Unterhaltung. Der Inhalt wirkt gut recherchiert und der Autor ist offenbar ein Fachmann. Er gibt Wissen aus erster Hand weiter. Die knapp 200 Seiten Text und einige Bilder enthalten einen guten, ersten Überblick zum Thema Wolf. Die Diskussion der Argumente für und gegen eine Wiederansiedelung des Wolfs in Westeuropa sind ebenso spannend wie schlüssig dargestellt.
Leider gibt es auch einige Schwachpunkte, die erwähnt werden sollten. So ist für ein derartiges Buch völlig unangemessen, wiederholt und im Kontext mit wissenschaftlichen Inhalten, Werbung für ein bestimmtes Hundefutter zu machen, im Text und im Bilderteil. Dem Leser wird suggeriert, dass besagtes Hundefutter eine exzellente Ernährung für Hund und Wolf darstellen soll. Hängt das Wolfsforschungszentrum Wolfsbrunn wirklich so stark am finanziellen Tropf der Industrie? Das wirkt leider abstoßend. Weiterhin wirkt der Text an einigen Stellen so, als ob ein Buch aus mehreren Einzeltexten zusammengestellt worden wäre. So wird zum Beispiel der Hinweis auf den "Wolf als Totemtier" des Menschen immer wieder verwendet um einen neuen Abschnitt einzuleiten. Ein "Deja-vu" stellt sich oftmals beim Lesen ein. Meine unmaßgebliche Meinung ist, das einige Seiten weniger oder ein paar Fakten mehr, diesem Buch sehr gut getan hätten.
Der gute Ansatz des Buches wird leider durch die dargestellten Kritikpunkte verwässert und führt zu meiner Bewertung mit nur 3 Sternen.
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am 25. Oktober 2012
Es sind weit mehr als 10.000 Jahre vergangen, seit der Hund aus seinem Vorfahren, dem Wolf (Canis lupus), einem jungen Mitglied der Familie der Canidae ("Hundeartige"), hervorgegangen ist und durch Domestikation zum unzertrennlichen Partner, Jagd- und Weggefährten des Menschen wurde. Viele Verhaltens- und Reaktionsweisen des Wolfes lassen auch nach derart langer Zeit immer noch aufschlussreiche Rückschlüsse auf das Instinktleben unserer Haushunde zu.

Professor Kurt Kotrschal von der Universität Wien leitet als Nachfolger von Konrad Lorenz (1903-1989) die Konrad-Lorenz-Forschungsstelle (KLF) in Grünau im österreichischen Almtal und ist Mitbegründer des im Juni 2008 ebendort entstandenen einzigartigen Wolf Science Center (Wolfsforschungszentrum), das im Juni 2009 zunächst mit vier Timberwölfen (Canis lupus lycaon) in den Wildpark Ernstbrunn (Bezirk Korneuburg), inmitten des etwa 40 Kilometer von Wien entfernten Naturparks Leiser Berge, umgezogen ist. Der am 10. Januar 2011 vom "Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten Österreichs" zum "Wissenschaftler des Jahres 2010" ernannte Wolfsexperte betreibt mit seinen Mitarbeitern unter anderem vergleichende Verhaltensforschung an weitgehend gleichartig aufgezogenen Wölfen und Hunden, die sich in ständigem Kontakt zu ihren Aufziehern befinden und daher sehr menschenvertraut als sogenannte "Handaufzuchten" aufwachsen.

Um erfolgreicher größere Tiere jagen zu können, mussten sich die Wölfe zu Rudeln zusammenschließen. Deshalb zeigen einzeln gehaltene Hunde häufig Verhaltensstörungen aus Mangel an Sozialkontakten. Die "Sprache" der Wölfe und der Hunde besteht in erster Linie aus Körpersignalen (Mimik, Gestik, Rutenhaltung usw.), mit deren Hilfe die meisten Auseinandersetzungen - trotz ihrer gut ausgebildeten Waffen - relativ glimpflich beigelegt werden. So dienen Dominanz- und Drohgebärden wie die Unterwürfigkeit dem Zusammenleben und der Arterhaltung durch Kampfvermeidung. Kommt es doch einmal zu einem Kampf, so zeigt meistens bereits nach kurzer Zeit einer der Kontrahenten die Signale der Unterwerfung, indem er sich winselnd oder fiepend mit angelegten Ohren auf den Rücken wirft (Demutsgeste) und seine Rute zwischen die Beine klemmt, während der Sieger drohend mit aufgestellter Rute über dem Verlierer steht oder dessen Genitalien untersucht. - Zu Missverständnissen kommt es häufiger bei solchen Hunderassen, die durch ihr äußeres verzüchtet degeneriertes Erscheinungsbild (Körpergröße, Haarlänge, Ohrenhaltung, Kupierungen etc.) von anderen Artgenossen nicht mehr richtig verstanden werden.

Auch der Mensch sendet seinem Hund des Öfteren falsche Signale, wenn er ihn zum Beispiel zu sich ruft und ihm bei Nichtbefolgung durch seine Körperhaltung und seine Mimik droht, was den Hund letztlich zum Fernbleiben animiert. So kann schon das Anstarren eines Hundes erhebliche Aggressionen auslösen. Deshalb sollte man bei einem wütenden Hund ruhig stehen bleiben und das Gesicht leicht abwenden. - Einem fremden Hund als Mensch aufrecht gegenüberzutreten oder sich gar über ihn zu beugen (starke Dominanz), zu lächeln (Zähne zeigen) und die Hand von oben herab nach ihm auszustrecken (Angriff), wird ihn in den meisten Fällen enorm provozieren.

Selbstsicherheit und Wesensstärke drückt der Hund - je nach Intensität der Drohung - dadurch aus, dass er sein Kinn zur Brust neigt, das Nacken- und Rückenfell sträubt, die Oberlippe hochzieht und die Ohren sowie die Rute aufrichtet. - Angelegte Ohren, eingeklemmte Rute und ein zusammengekrümmter Körper weisen auf Unsicherheit, Unterwerfung oder Angst hin.

Das Heulen der Wölfe, Kojoten, Schakale sowie vieler Wild- und Haushunde dient der Reviermarkierung und dem Zusammenhalt des Rudels. Wenn ein Hund einer Sirene oder läutenden Glocken instinktiv mit Heulen "antwortet", so hat dies also nichts damit zu tun, dass er Gehörschmerzen empfindet.

Ein Hund, der beim Spielen einen Lappen mit seinem Fang extrem schüttelt, verhält sich wie seine wölfischen Vorfahren, die auf die gleiche Weise ihrer Jagdbeute damit das Genick brechen. Dreht sich ein Haushund vor dem Hinlegen auf seiner Decke mehrfach um die eigene Achse, so imitiert er ein Instinktverhalten, das ursprünglich dem Niedertreten von Gras oder Schnee diente. - Wälzt sich ein Hund in stark riechenden Dingen (z. B. Mist oder Jauche), versucht er dadurch entweder seinen eigenen Geruch zu überdecken, um sich leichter unbemerkt an Beute heranpirschen zu können, oder - falls er sich in toten Tieren wälzt - den anderen Rudelmitgliedern einen Futterfund mitzuteilen.

Das Wohlbefinden, das ein Hund beim Streicheln auf dem Rücken oder am Bauch empfindet, erinnert ihn an die Berührungen während des Paarungsaktes. - Eine Scheinträchtigkeit (Pseudogravidität) wird bei einem im Haus lebenden Hund im Allgemeinen als störend empfunden, während es in der Wolfsnatur notwendig ist, dass sich mehrere erwachsene Weibchen um den Nachwuchs kümmern und daher scheinträchtig werden.

Je mehr wir Menschen vom Verhalten unserer geliebten "Wölfe im Wohnzimmer" verstehen, die für ein paar Hundert Gramm Futter bereit sind, dem Menschen alles zu geben, um so konfliktfreier wird sich das Zusammenleben gestalten. - Der am 5. Mai 1953 in Linz geborene Kurt Kotrschal ist ausgewiesener Verhaltensbiologe und Autor von mehr als 60 wissenschaftlichen Publikationen. Umso unverständlicher bleibt der von ihm fehlerhaft gewählte Buchtitel "Wolf - Hund - Mensch", denn korrekterweise müsste der Mensch zwischen Wolf und Hund stehen, denn andernfalls gäbe es diese domestizierte Spezies nicht!

Dr. Bernd A. Weil
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am 7. März 2014
Der Titel des Buches hält, was er verspricht: der Autor vermittelt auf sehr gut lesbare Weise die mannigfaltigen Aspekte der Mensch-Wolf- Hund-Beziehung, sowohl in historischer als auch geografischer Hinsicht. Als Biologe, der mit Hunden und Wölfen arbeitet, gelingt es ihm, dem Laien einen hochinteressanten Einblick in seine tägliche Arbeit zu geben, und diese mit der jahrtausendealten Beziehung des Menschen zum Wolf und seinen Hunden in eine nachvollziehbare Beziehung zu setzen. Dabei betrachtet er "seine" Wölfe und Hunde nicht als "Forschungsobjekt", sondern begegnet diesen mit viel Respekt und Empathie.

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.
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am 9. Oktober 2012
Zugegeben: Das Werk von Kurt Kotrschal kann am Anfang schon nach einer rein trockenen "wissenschaftlichen Abhandlung" über die
Entwicklungsgeschichte von Wölfen und Hunden klingen! Doch wer sich einlässt erhält- trotz der wissenschaftlicher Komponente des Werks- nicht nur harte Fakten vorgelegt, sondern vielmehr faszinierende Einblicke in eine jahrtausendalte Hassliebe zwischen Wolf/Hund und Mensch, durch die der Leser letztendlich noch einiges über "den richtige Umgang mit dem besten Freund des Menschen, dem Hund" lernen kann.

Kurz gesagt: Eine interessante Lesemischung aus empirischem Hintergrundwissen und emotionaler Erfahrung des Autors! Sehr empfehlenswert!
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am 11. August 2014
Sehr interressantes und Aufschlussreiches Buch von einem der bedeutensten Naturforscher unserer zeit!
kann ich nur jedem empfehlen der sich für Mensch Wolf und Hund interressiert!
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TOP 1000 REZENSENTam 14. April 2016
Wenn der Hund, wie Kotrschal vermutet, den Menschen seit 50.000 Jahren begleitet, dann hat nicht nur der Mensch den Wolf verändert, sondern auch der Wolf den Menschen. Viele Arten können nur in Symbiosen überleben (z.B. zeigt die Korallenbleiche, was passiert, wenn die schönste Symbiose im Meer durch den Menschen gestört wird). Vielleicht brauchen wir ja die Beziehung zum Tier, damit das Mensch-Umwelt-Habitat nicht völlig entgleist. Um mit der Stimme meiner Cocker-Hündin zu sprechen: Ein Leben ohne Mensch ist denkbar, aber sinnlos.
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am 10. Oktober 2012
Der bekannte Verhaltensbiologe und Autor verschiedenster Publikationen Kurt Kotrschal skizziert hier die sehr lange Beziehung des Wolfs zum Menschen sowie seines domestizierten Nachfahren – den Hund. Viel neues Material und Daten wurde dafür zusammengetragen.
Die Wissenschaften befinden sich selbst in einer gewissen Veränderung und im Fluss, der Autor trägt diesem Fakt hier auch Rechnung.
Er beschreibt in diesem Buch einerseits Erfahrungen aus der Wolfs- und Hundeforschung sowie mancherlei Anekdoten aus dem weltweit größten, neuartigen Wolf Science Center (kurz WSC, inmitten des Wildpark Ernstbrunn in Niederösterreich).
Das Verhältnis des Menschen zum Wolf veränderte sich aber auch immer wieder, beispielsweise ist er menschenähnlicher Sozialkumpan, Gott-gleich in diversen Mythen verschiedener Völker, Konkurrent (vor allem der Jäger und Bauern, heutzutage unter anderem auch in Österreich sehr aktuell), klassisches Angsttier und Vorurteilstier (Stichwort: „böser Wolf“). Vielfältige „freudsche“ Projektionen musste der Wolf über sich ergehen lassen, oftmalig auch zu seinem letalen Schaden.
Es ist dieses Werk eine moderne, neuartige Aufrollung der menschlichen Beziehung zu unserem wilden „ökologischen Verwandten“ in einem Versuch einer ganzheitlichen Sichtweise. Die social brain theory oder biophilie theory findet Anwendung in diesem thematischen Kontext. Sogar eine mögliche frühe Einflussnahme des Wolfs auf andere Haustiere wie Pferde, Hirsche und andere Fluchttiere sind hier neuartig verknüpft. Es hatte möglicherweise auch gerade der Wolf viel mehr Einflussnahme auf die menschliche Entwicklung, welche in diesem Werk abgehandelt wird.
Es sind aktuelle Daten von verschiedenen Kontinenten verglichen sowie manche kulturell unterschiedliche Perspektiven der Menschen zu Wölfen und zu Hunden. Der heutige Mensch wäre nicht der selbe Mensch, wenn es nicht seit frühen Zeiten den Wolf und später den Hund, als ältestes Haustier, gegeben hätte.
Spannend und informativ (dank der Ergebnisse und Kundmachung neuer Datenlagen sowie Forschungsergebnisse) wurde dieses neue Beziehungsbuch zum „Canis lupus“ und „Homo sapiens“ gestaltet und sehr gut verständlich formuliert. Aufgrund der exzellenten Verständlichkeit des Schreibstiles könnten es sogar ältere Kinder und Jugendliche, insbesondere eifrige Leseratten, durch studieren.
Wir sehen im Wolf Science Center ein hohes Interesse durch unaufhaltsam großen Zulauf zu unseren Wölfen aus der jüngeren Generation aber auch Älterer und vieler Pensionisten. Selbst für viele „Kenner“ von Hunden wird neue Information garantiert zu finden sein. Man kann dem Autor und Verlag Brandstätter danken, dass dieses Werk die diesbezügliche Literatur nun erweitert.
Viele neue Forschungsfragen werden ebenso gestellt, die beantwortet werden sollten..
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am 12. Oktober 2015
Tolles allgemeines Buch über Wölfe, Hunde und Menschen. Für mich fast ein wenig zu oberflächlich, ich kenn mich in der Thematik aber auch gut aus. Wer sich jedoch über Hunde und Wölfe schlau machen möchte, dem kann ich das Buch nur empfehlen, da es auf wissenschaftliche Befunde beruht. Auch für Nicht-Hundebesitzer zu empfehlen ;)
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am 3. Oktober 2012
Ich habe mich sehr über das Buch gefreut - zunächst. Im Moment muss ich sagen, bin ich erschreckt, wie oberflächlich das Buch recherchiert wurde. Obwohl ich Prof. Dr. Kotrschal schätze und ihn auch persönlich kennen gelernt habe, hätte ich mehr erwartet - nämlich den aktuellen Stand der Wissenschaft zu verarbeiten. Der Autor versucht nahezu alles abzuarbeiten, was mit dem Wolf, Hund und Mensch zu tun hat. Es braucht nicht viel Fantasie, um festzustellen, dass das auf knapp 220 Seiten nicht gelingen kann.

1. Ein Wolfsrudel ist keine Kriegergemeinschaft sondern immer noch eine Familie, bestehend aus dem Vater und der Mutter, 2 - 3 Jährlingen (Kindern aus dem Jahr davor) und den aktuellen Welpen (im Durchschnitt 6). Aber auch im Yellowstone Park liegt die Rudelgröße im 17 Jahres Durchschnitt seit Wiederansiedlung 1995/96 bei 10 Tieren pro Rudel - aktuell max. 19 und minimal 3 Tiere.
Es verwundert, dass der Autor, obwohl er die gute Arbeit in der Lausitz erwähnt, die dortigen Forschungsergebnisse, was Wolfsrudel sind und wie sich verhalten in seinem Buch nicht einbezieht. Denn dort leben gut 12 Rudel (und damit aktuell mehr als im Yellowstone Park, indem nur 10 leben) und es gab in 12 Jahren Null "kriegerische" Auseinandersetzungen! Es wurde lediglich einmal ein Wolfsvater - Rolf - "vertrieben", der kurz danach verstarb - er war also krank und damit schwach. "Kämpfe" zwischen den "Rudeln" gab es nicht, obwohl sie auf 50 km x 50 km leben und damit ebenfalls eng. Wenn der Autor ausführt, dass 60 % der Wölfe durch andere Wölfe sterben, sollte man aber auch erwähnen, dass 2011 10 Wölfe von 98 gestorben sind und davon 6 durch andere Wölfe. Das hört sich dann schon etwas anders an - 6 von 98, als 60 %! Man könnte glauben der Autor möchte seine Alpha, Krieger - = böser Wolf? - Nummer verkaufen. So macht es denn Anschein. Ich weiß, dass es nicht so ist. Prof. Dr. Kotrschal liebt Wölfe und ist von ihnen genauso fasziniert wie ich - und viele Menschen. Aber er hilft nicht gerade, ihr Image richtig zu stellen bzw. aufzupolieren mit seinen eingeschränkten Darstellungen, die nur von Menschen verstanden werden, die die gesamten Fakten kennen.
2. Es gibt keinen Alpha im Wolfsrudel, trotzdem wird dieser Begriff in dem Buch überstrapaziert. Prof. Dr. L. David Mech hat das schon 1999 in einem 15 seitigen Paper nachvollziehbar dargelegt und sehr schön in seinen Buch "Der weisse Wolf".
3. Die Forschungsergebnisse im Yellowstone National Park sind zwar wichtig, aber sie stellen die Ausnahme von der Regel dar. Nirgends leben Wölfe so dicht bei einandern. Nirgends gabe es so unterschiedliche Populationen von Wölfen, mit Spitzenzahlen von 174 Wölfen und einem Rudel von 37 Tieren, aber eben nur 1 Jahr in 2001. Im Moment leben dort nur noch 98 Wölfe. Das legendäre Druid Rudel gibt es gar nicht mehr - Der Autor erwähnt es.
4. Der Hund stammt nicht vom Wolf aus China ab, dass betrifft lediglich die Südostasiatischen Tiere, nein, unsere gesamten europäischen, russischen usw. Hunde stammen allesamt vom Arabischen Wolf im Mittleren Osten ab. Wolfsgenetiker Robert K. Wayne hat dies in 2010 anschaulich nachgewiesen und die Forschungsergebnisse von Peter Savolainen überholt werden lassen.
5.Gerade das mehrfach angesprochen Buch "Der Zorn der Wölfe" bzw. "Wolftotem" stellen (die mongolischen) Wölfe nicht überhöht dar. Wölfe haben eine mit Hunden nicht vergleichbare praktische Intelligenz. Selbst der Rasse Wolfshund Tschechoslowakischer Wolfshund (Karpartenwolf x Deutscher Schäferhund), 6. Generation nach dem Wolf und mit gut 32 % Wolfsblutanteil, lässt erahnen zu was Wölfe in der Lage sind, wenn es darum geht, Probleme zu lösen. Nicht nur das gezielte Öffnen von Fenstern an der Olive oder das Ausbrechen aus einem abgeschlossenen Auto sind vergleichbar mit dem was Jiang Rong in Wolftotem schildert, sondern der Wolfsfilmtiertrainer Andrew Simpson - Wolves Unleashed -, der gerade aktuell Wolftotem in China dreht, hat mir geschildert, wie viel schwieriger und unterschiedlicher die Mongolischen Wölfe zu den Amerikanischen sind, die Prof. Dr. Kotrschal allein kennt. Wobei die ernsthafte Frage besteht, ob die Wölfe des WSC wirklich Wölfe und nicht doch "nur" Wolfshunde der F 1 Generation sind, wie einige Züchter von Wölfen und Wolfshunden glaubhaft ausführen - und meinem persönlichem Eindruck bestätigt im Vergleich zu meinen eigenen Tieren, als ich die Tiere im November 2010 besucht habe.
6. Shaun Ellis hat ein für alle, die mit diesen Tieren dauerhaft zusammen leben, ein sehr anschauliches Buch geschrieben, Der mit Wölfen lebt. Allerdings mag nicht alles erlebte richtig interpretiert sein, sondern aufgrund seiner speziellen Kindheit hat er einiges auch entsprechend interpretiert. Aber im Großen und Ganzen ist es nachvollziehbar. Ihn also pauschal zu verurteilen wegen des Fotosbuches ist falsch.
7. Es gibt eine weitreichende Umfrage über die Einstellung der Deutschen zum Wolf aus 2006, die bei dem ersten Wolfssymposium 2007 in Berlin präsentiert wurde. Städter lieben Wölfe, Ländliche Einwohner sehen sie differenzierter.
8. Aufregen tut mich die Aussage, Wolfshybriden - die es nicht gibt, da Wolf und Hund zu 99,96 % die selbe nuklear DNS haben und Nachwuchs zeugen können - würden doppelt so häufig wie Hunde beißen. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall, sie beißen nur halb so oft zu wie Hunde. Darüber gibt es mindestens 3 valide Untersuchungen!
9. Wolfshunde der 1. bis 4. Filialgeneration sind auch nicht in Deutschland verboten. Verboten ist die Haltung von wilden Wolfshunden! Wolfshunde, die domestiziert sind, fallen nicht unter die Gesetzgebung!
10. Auch die Aussage, in Nordamerika habe es keinen Fall von Tötung von Menschen durch Wölfe gegeben, ist falsch. Insbesondere zeigt diese sehr anschaulich, wie oberflächlich der Autor das Buch recherchiert hat. Am 8. März 2010 wurde eine Lehrerin von 2 -4 Wölfen in Alaska am frühen Abend beim Joggen getötet. Es gibt einen sehr interessanten Abschlussbericht darüber. Aber nicht nur das, dieser Fall ging nun wirklich durch alle Medien.
Am 22. November 2005 wurde in Canada, Sasketchewan, der 22 jährige Maschinbaustudent Kenton Carnegie von 4 Wölfen getötet. Auch hierüber gibt es sehr anschauliches wissenschaftliches Material - und findet man auch in Wikipedia mit weiteren Nachweisen.

Teil 2 ab S. 130:

Der Autor beschreibt auf S. 153, wie Wolf Kaspar durchaus mal die Trainer testet, die ihn nicht von klein auf groß gezogen haben. Mir macht das Angst, weil jetzt erst die Tiere erwachsen werden. Nachdem Kotrschal sich das ganze Buch durchziehend Wölfe als "Krieger" bezeichnet und damit dem Wolfsschutz einen "Bärendienst" erweist, weil er all das zu Nichte macht, was wir Wolfsschützer seit Jahren versuchen, den Menschen, die dem Wolf kritisch gegenüber eingestellt sind, klar zu machen, dass es eben keine Krieger, Söldnertruppen oder U-Bahn Gangs sind, gießt er noch Öl in das Feuer, indem er schildert, dass die eigenen Leute nicht mit den Hand aufgezogenen Wölfen klar kommen. Den Eindruck hatte ich während meines 3tägigen Aufenthalts allerdings auch,weil man die Wölfe doch zu sehr wie Hunde aufzieht und behandelt - obwohl man durchaus den notwendigen unterschiedlichen Umgang erkannt hat. Das Ganze gipfelt dann darin, dass der Autor schildert, wie ein eigentlich Menschen gegenüber netter Wolf, Kenai, ihn mit 2 Jahren dann in den Arm beißt. Kritisiert wir die Distanzlosigkeit des Tieres. Leider hat der Autor trotz seiner nunmehr fast 5jährigen Arbeit mit Wölfen diese Tiere leider immer noch nicht ganz verstanden. Denn Distanzlosigkeit meint Unterwürfigkeit. Verwehre ich meinem Gast, Freund, Familienmitglied die dargebotene Hand zu schütteln, verändert sich im Kopf die Haltung des Gegenübers mir gegenüber. Soll heißen, der Wolf merkt sich das und zahlt es demjenigen irgendwann heim. Der Autor sagt zwar mehrfach, dass er das weiß, handelt aber nicht entsprechend in letzter Konsequenz - übrigens ein großes Problem von Hundetrainer und der klassischen Schäferhundleute, die auf den Wolf(shund) gekommen sind. Dadurch bekommt man wieder einen starken Negativeindruck vom Wolf, der allein selbst verschuldet ist.

Auch Shaun Ellis wird mehrfach erwähnt. Der Autor hat nicht verstanden, dass jeder "etwas Recht hat" und erst aus dem großen Ganzen ein rundes Bild wird. Ellis gehört gerade nicht zu den Dominanz Verfechtern, wie er es schreibt, sondern er hat gelernt, sich von Wölfen sogar testen zu lassen mit Zwicken usw. Das Leben mit dem wilden Wolfsrudel, wo es ca. 9 Monate gedauert hat, bis er Kontakt hatte, hat ihm bei dem Umgang mit Gehegewölfen dann sehr geholfen. Vgl. "Der mit Wölfen lebt" - eine Autobiographie.

Es war nicht Robert Wayne, der rausgefunden hat, dass das Schwarz im Wolf vom Hund kommt, sondern in 2008 Prof. Dr. Greg Barsh von der Stanford University in Los Angeles! Auch ist das nicht 35.000 zurück passiert, sondern max. 1.000 Jahre, wie er mir schrieb - im wiss. Paper wird sogar um die 700 Jahre ausgeführt. Man nehme nur die italienischen Wölfe, wovon es etwa 1.000 wilde gibt, wovon ca. 250 schwarz sind. Dort ist das Schwarz etwa vor 40 Jahren das erste Mal festgestellt worden - von einem der 1 Millionen Straßenhund. Auch in Russland gibt es schwarze Wölfe. Dieses Beispiel zeigt wieder - leider - das manche Themen aus der "Erinnerung" niedergeschrieben worden sind - die Fakten aber eine andere Sprache sprechen.

Sehr freuen tut mich dann aber, dass der Autor herausfindet, dass Wolf = Hund ist und Hund = Wolf. Seine Beispiele auf S. 178 machen das mehr als deutlich. Ein Ferrari ist ein Sportwagen und kein VW Golf, der ein Familienwagen ist. Beide Fahrzeuge sind aber Autos, haben aber unterschiedliche "Bedürfnisse" und stehen in einer Skala weit auseinander, aber dennoch nebeneinander. Der Autor arbeitet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Wolf und Hund sehr gut anhand seiner eigenen Erfahrungen heraus. Dafür allein lohnt sich der Kauf des Buches!

Amüsant und ich kann das voll unterstreichen, sind die scharfzüngigen Beschreibungen mancher Hunde- (und Wolfs) Kritiker. Die ganz wichtige Kernaussage, dass Gesellschaft ohne Hund (und Wolf, weil wir ihm zu viel verdanken) nicht mehr kann, weil durch die Überalterung und Versingelung der Gesellschaft, der Hund der wichtigste Sozialpartner des Menschen geworden ist bzw. am werden ist, machen das Buch unter dem Strich sehr wichtig. Auch wenn ich nach Lektüre des Buches immer noch zwiegespalten bin, so gehört es doch in jeden Bücherschrank.

Verschmerzen kann man, dass ein paar fachliche Aussagen leider überholt sind, aber in der Gesamtschau trifft das Werk die wichtigen Kernaussagen: Der Hund stammt nicht nur vom Wolf ab, sondern der Wolf ist nicht mehr und nicht weniger ein Wildhund. Allerdings hat das schon Prof. Dr. N.A. Iljin in seiner wissenschaftlichen Ausarbeitung, die er von 1923 - 30 durch die Zucht von 101 Wolfshunden der 1. - 4. Generation nach dem Wolf und dem Vergleichstraining der nicht(!) handaufgezogenen Moskauer Zoowölfe und gefangener wilder junger aber auch erwachsener Wölfe 90 Jahre vorher rausgefunden und 1941 veröffentlicht mit Wolf-Dog Genetics.

Fuer jemand, der nicht tief in der Materie ist, scheint das Buch auf den ersten Blick sehr umfassend und informativ.

Der Verfasser ist Volljurist und lebt mit 6 Wolfshunden zusammen - und zwar in seinem Haus! Für alle meine Ausführungen liegen die wissenschaftlichen Untersuchungen vor. Bei vernünftiger Recherche hätte der Autor Kotrschal, sie auch finden können - nicht zu letzt ein Blick auf meine homepage hätte genügt - zumal er diese kennt.
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