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Kundenrezensionen

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Habt ihr von Thomas Bernhard gehört?
Nicolas Thomas Bernhard war ein österreichischer Schriftsteller. 1970 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Seit den 80er Jahren rechnet man ihn zu den international bedeutendsten österreichischen und deutschsprachigen Autoren.

Ich fand ja die Idee super und die Umsetzung ebenso – eigentlich hatte ich mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt, aber ich bin nicht enttäuscht oder negativ aufgelegt – ich fand das Buch mit seinen parodistischen Zügen wirklich gelungen.

Das Witzige ist, dass man so viel Bernhard in den Geschichten erlesen kann – auch zwischen den Zeilen …

Die eigentliche im Buch zu lesende Geschichte ist die vom Journalisten Alexander Schimmelbusch, dem Aufzeichnungen Siegfried Unseld (Verleger Bernhards) in die Hände kommen.Darin ist zu lesen, dass der Autor noch lebt. Schimmelbusch begibt sich also auf die Suche nach Bernhard – ganz Journalist – möchte er ihn interviewen. Eine abenteuerliche Suche beginnt und Schimmelbusch kommt dabei nach New York und Mallorca. Die Aufzeichnungen des Verlegers kann man dazwischen immer wieder lesen.
Am Ende der Geschichte kann man wirklich „das Interview“ mit Bernhard lesen – wirklich tolle Idee …
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am 24. März 2014
„Ist das jetzt ein Buch über Thomas Bernhard?“, fragte ich die mir nur flüchtig bekannte Dame, die uneingeladen zu meinem Abendessen erschienen war und mir das Buch mitgebracht hatte. „Sollt ich dann nicht lieber erst mal die Bücher von Bernhard selber lesen?“ – „Nein“, sagte sie, schlug das Buch vorne auf und fing an zu lesen. „Alle hier beschriebenen Personen und Ereignisse sind frei erfunden beziehungsweise mit den Mitteln der Kunst in Szene gesetzt. Das gilt insbesondere für jene Figuren, die bekannten Persönlichkeiten nachgezeichnet oder nach ihnen benannt wurden.“ – „Dann ist’s ja gut“, sagte ich. „Ich bin nämlich alles andere als ein Bernhard-Experte, aber immerhin hab ich ja „Holzfällen“ und „Ja“ gelesen.“ Die Dame schien sich zu wundern, offensichtlich hatte ihr jemand erzählt, ich sei durchaus ein Bernhard-Experte, und deswegen hatte sie mir auch dieses Buch geschenkt, aber wenn ich von irgendwas ein Experte bin, dann höchstens ein Beckett-Experte, also wahrscheinlich hat dieser Jemand, der ihr erzählt hat, ich sei ein Bernhard-Experte, Beckett und Bernhard verwechselt, oder sie hat die beiden dann verwechselt. Wie auch immer.

Der Roman funktioniert jedenfalls ein bisschen so wie „Die große Sause“ oder „Tote tragen keine Karos“, das heißt, man kann das auf zwei Arten lesen, nach der ersten die ganzen Zitate aufdröseln, Anspielungen auseinanderfieseln und Bezüge entschlüsseln oder nach der zweiten das alles sein lassen, wobei: Wenn man nun ganz ohne Bernhard-Kenntnisse rangeht, ist man doch ein bisschen auf dem falschen Dampfer, denn dass man die Motive und Requisiten aus den Bernhard-Romanen irgendwie identifiziert, gehört ja schon zum Witz an der Sache, das ist die Wahrheit.

Ohne Bernhard liest sich das Ganze so: Dem Kulturjournalisten Alexander Schimmelbusch werden Aufzeichnungen des Bernhard-Verlegers Siegfried Unseld in die Hände gespielt, aus denen hervorgeht, dass der Schriftsteller noch unter den Lebenden weilt, für Schimmelbusch Anlass, sich auf die Suche nach Bernhard zu begeben, er würde gern ein Interview mit ihm ergattern. Die Suche führt Schimmelbusch nach New York und Mallorca, und das war’s eigentlich schon, allzu plot driven sollte der geneigte Leser nicht sein, zwischendrin kommen immer wieder die Aufzeichnungen des Verlegers, der eine zweite Erzählerfigur abgibt, die aus ähnlichem Holz wie die erste (also Schimmelbusch) geschnitzt ist, Sex, Saufen und Schreiben, das ist das Triptychon, das die Herren umtreibt, ich dachte eigentlich, diese Art von Literatur hätte bei Henry Miller oder so aufgehört, aber schön, dass so was heutzutage auch noch verlegt wird. Zum Schluss gibt’s tatsächlich das Interview mit Bernhard, ein Schluss, fast so genial wie Houellebecqs Elementarteilchen-Schluss.

„Die Murau-Identität“ ist ein finsteres Schelmenstück, ein Abgesang im Plusquamperfekt, aber SEHR unterhaltsam, vorgetragen mit einer Verve, die sich gewaschen hat, typisch österreichisch irgendwie, ein Hauch von Thomas Bernhard eben, und bindet einem einen gewaltigen Bären auf, so ähnlich wie die Geschichte, dass Paul McCartney 1966 ums Leben gekommen ist, nur umgekehrt ;-)
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am 30. Januar 2016
Mir ging es bereits bei den beiden vorangegangen Büchern von Alexander Schimmelbusch so, insbesondere bei Blut im Wasser - nun auch bei der Murau - Identität : der sachliche Ton, die unterkühlt wirkende Sprache und die detaillierte Zeichnung von Orten und Personen.

Das Buch war für mich wieder sehr kurzweilig und unterhaltsam und hat mich geradezu animiert, wieder mal ein Buch von Bernhard in die Hand zu nehmen - Empfehlung!
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am 16. Februar 2014
Auch das noch: Thomas Bernhard alias Murau lebt! Wieso hat er dann keinen Roman mehr geschrieben? Klare Antwort des Kulturkritikers Schimmelbusch: Er hatte zwischendurch Frau und Sohn - sollte er etwa einen Familienroman schreiben? Ein Alptraum, nicht nur für Österreicher. Niemand könnte sich Thomas Bernhard als Vater vorstellen.
Die besser Pointe ist aber: Er arbeitet an der "Auslöschung" der Literatur, deswegen ist ja ein Roman (Arbeitstitel: "Anima negra") eine Art contradictio in adjectu. Heute kann man mit "iMind" Literatur so zelebrieren, dass Salman Rushdie mit der "leiernden Stimme" Ayatolla Khomeinis vorgelesen wird. Kann danach überhaupt noch jemand irgendetwas schreiben?
Nette Intellektuellen-Comedy auf mittlerer Flughöhe der Feuilleton-Surfer zwischen Süddeutscher, Zeit, faz-net.online und New York Times. Alles was an Orten und literarischen Luftmenschen Rang und Namen hat, taucht dabei auf, sogar Hollebecq - der sogar ausgestopft.
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am 9. April 2014
Falls Sie, so wie ich, in einer Buchhandlung über dieses "Büchlein" stolpern und sich vom Klappentext und dem Namen Thomas Bernhard verführen lassen, noch dazu Bernhard Fan sind, so werden Sie bei der Lektüre dieses "Büchleins" sehr enttäuscht sein. Die Idee zum Buch ist ganz gewiss toll, verführt und soll wohl auch verführen. Literarisch vollkommen wertfrei und noch dazu eine Story, welche uninteressant und einfach nur langweilig ist. Nur die Namen von Bernhard, Unseld und Co., sowie NATURGEMÄSS sind dann wohl doch zuwenig für ein gelungenes Buch. Der Autor sollte sich stattdessen vielleicht als Restaurantkritiker versuchen. Eine in diesem "Büchlein" angedeutete Weinkenntnis scheint er ja schon einmal zu besitzen.
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Die Idee ist ganz witzig aber auch nicht gerade neu. Ein Toter, der gar nicht tot ist. Eigentlich ein Klassiker für den Boulevard, für das Ohnsorg-Theater und turbulente Verwechslungskomödien bei ARD und ZDF. Der tot geglaubte Stiefsohn, Erbonkel, die Ex-Frau, die verstoßene Geliebte - wer auch immer - taucht plötzlich wieder auf und sorgt für jede Menge Aufregung.

Wenn man dem Ganzen ein wenig mehr Anspruch geben will, lässt man einen Intellektuellen wie den östererischen Schriftsteller Thomas Bernhard wieder auferstehen. Also wie gesagt, nicht ganz neu, aber irgendwie witzig und lesenswert. Lesenswert, weil ich neugierig geworden bin. Nicht unbedingt auf Schimmelbusch, sondern eher auf Thomas Bernhard. Der war für mich bisher nur ein Name aus den Achtzigern. Einer der Autoren, die man kennt, aber nie gelesen hat. Langweilige Pflicht-Lektüre aus dem Deutsch-Leistungskurs, verstaubtes Kulturgut wie Peter Handke, Arno Schmidt, Ingeborg Bachmann. Die Murau-Identität hat mein Interesse geweckt und ich hab mir jetzt mal einen Werk von Bernhard bestellt.

Generell freue ich mich immer, wenn mich ein Buch auf neue Bücher bringt. Das allein ist schon eine Empfehlung für die Murau-Identität. Ansonsten ist der Roman leichte Kost. Erinnert vom Stil ein wenig an Bret Easton Ellis, ein wenig an Christian Kracht und auch ein wenig an Houellebecq. Da ich all diese Autoren gerne mag, hat mir auch Schimmelbusch gefallen. Er ist ein sehr cooler Vertreter der jungen, intellektuellen Avantgarde.

Gefallen tut mir auch der Verlag dieses Buches. Bei Metrolit finden sich jede Menge wirklich interessante Autoren abseits des Mainstreams, die es für mich noch zu entdecken gilt.
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