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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie kann man sich schützen? Rettungs-Vorschläge auch für den Normalbürger.
Es werden noch einmal die Grundtatsachen der augenblicklichen Währungspolitik dargestellt. Dem auch überregionale Tages- oder Wochenzeitungen lesendem Betrachter sind diese fatalen Fehlhandlungen bekannt. Sie müssen zu einem katastrophalen Ende führen. Die Logik, die Mathematik und die Naturgesetze können auch durch Banken und ihre Lobbyisten...
Vor 1 Monat von Dr. Volker Hoeper veröffentlicht

versus
195 von 234 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine wirkliche Lösung - außer Silbermünzen, Streuobstwiese und Single Malt
Die Autoren sind Meister im Aufzählen der vielen Probleme, die früher oder später unweigerlich zum Crash führen. Allerdings verraten sie relativ wenig darüber, was man konkret tun könnte. Und eben auch nicht wann.

"Der Crash wird kommen." So die These der Autoren. Diese Endzeitprognose findet sich derzeit ja in vielen Büchern...
Vor 4 Monaten von Niklas Morgan veröffentlicht


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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie kann man sich schützen? Rettungs-Vorschläge auch für den Normalbürger., 3. August 2014
Von 
Dr. Volker Hoeper "Asmodino" (Schortens, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)
Es werden noch einmal die Grundtatsachen der augenblicklichen Währungspolitik dargestellt. Dem auch überregionale Tages- oder Wochenzeitungen lesendem Betrachter sind diese fatalen Fehlhandlungen bekannt. Sie müssen zu einem katastrophalen Ende führen. Die Logik, die Mathematik und die Naturgesetze können auch durch Banken und ihre Lobbyisten nicht außer Kraft gesetzt werden.

Erschütternd ist zu lesen, wie infam Banken ihre Kunden betrügen. Es wird dargelegt, dass Banken ihre Berater bewusst anhalten sollen, schlechte Aktien, die die Bank selbst abstoßen möchte, ihren Kunden zu empfehlen. So werden sie also einerseits ihren Schrott los, anderseits kassieren sie dafür noch Gebühren. Es ist unerträglich.

Das alles wissen wir. Wir verdrängen es und stecken den Kopf in den Sand. Diese Dinge sind nicht neu. Sie werden noch einmal klar dargestellt.

Was soll der einfache Bürger tun? Wie kann er sich retten? Das ist die entscheidende Frage.
Die Autoren haben laut eigenem bekunden die Katastrophen und Staatspleiten des letzten Jahrhunderts analysiert. Viele Möglichkeiten habe der Bürger nicht. Folgendes wird unter anderem empfohlen:

1.) Vertraue dein Geld nicht der Bank an. Wenn das Geld auf der Bank liegt, besitzt du nichts. Es gehört der Bank. Dein Stück Papier ist wertlos. Man sollte also, so die Autoren, auf seinem Sparbuch oder sonstigen Konten eher einen kleinen Betrag seines Vermögens lagern. Im Katastrophenfall ist das Geld einfach weg.

2.) Die Autoren raten dem Leser, eine begrenzte Menge Bargeld zur schnellen Verfügung zu horten. Am Tag X sind die Banken geschlossen, die Automaten zahlen nur begrenzt aus. (Siehe Zypern). Lagern irgendwo, aber nicht unbedingt im Banksafe, da im Falle einer Bankenpleite diese gesperrt werden könnten, sondern im Prinzip zuhause im eigenen Tresor, irgendwo im Keller, notfalls im Garten vergraben. Die Autoren denken an etwa den Bedarf für 3 Monate. Dabei raten sie dazu, Deutsche Euroscheine zu nehmen. Diese haben die Landeskennung X, auf den neuen Scheinen die Landeskennung R, W, X vor der Seriennummer. Mit diesem Geld kann man sich zunächst helfen.
3.) Von Immobilien halten die Autoren nicht so sehr viel. Sie sollten nicht mehr als 30% des Vermögens ausmachen. Natürlich ist die eigengenutzte Immobilie schon von Vorteil. Sie sollte allerdings unbedingt schuldenfrei sein. Im Falle eines Zusammenbruches wird Guthaben stark entwertet, Schulden jedoch in der Regel nicht, wie die Autoren berichten. Also: Eine eigengenutzte Immobilie, schuldenfrei, gut gepflegt, gut ausgestattet. Der Öltank (falls vorhanden) sollte voll sein. Holz sollte gelagert sein, falls Kamin oder Ofen vorhanden sind. Fremd genutzte Immobilien bewerten die Autoren nicht so günstig. Dies ist allerdings kaum einzusehen. Eine vermietete, gut in Stand gehaltene Immobilie behält ihren Wert. Allerdings sagen die Autoren, dass im Falle eines Zusammenbruches der Staat sich das Geld von seinen Bürgern wie schon immer üblich zurückholen werde. Dazu würde er eine Immobilie stark besteuern, zumal man sie nicht wegtransportieren oder verstecken kann. Die Autoren raten dazu ggf. Wald, Ackerland oder Wiesen zu kaufen und diese an entsprechende Interessenten zu verpachten. Im Gegenzug könnten bei Bedarf Nahrungsmittel vom Landwirt bezogen werden. Das ist vertraglich natürlich etwas schwierig zu gestalten.

4.) Gold und Silber sind die großen Favoriten der Autoren. Diese Metalle haben jeden Crash überstanden. Sie behalten ihren Wert. Man sollte also einen gewissen Anteil seines Vermögens in Gold und Silber anlegen. Dies soll man jedoch nach Meinung der Autoren nicht unbedingt im Banksafe aufbewahren, da, wie gesagt, diese im Crashfall geschlossen werden könnten. Allerdings sagen die Autoren auch ganz eindeutig, dass der Inhalt eines Schließfaches immer im Besitz des Eigentümers bleibt, der Inhalt kann also von Bank oder Staat nicht genommen werden. Auch im Konkursfall bleibt der Inhalt des Bankfaches Eigentum des Mieters. Die Autoren schlagen vor, öffentlich zugängliche Safes (so etwas gibt es z.B. bei Edelmetallhandelshäusern) zu benutzen oder zumindest nicht alles bei einer einzigen Bank zu deponieren. Das betrifft aber wohl eher richtig große Vermögen.
Gold und Silber sollten nicht in zu großen Stückelungen genommen werden. Goldbarren bis 100 g oder Münzen um eine Unze. Gut sind gültige Zahlungsmittel wie Krügerrand oder Mappleleaf. Auch der Wiener Philharmoniker" ist nicht schlecht. Keine Sonderprägungen , Medaillen oder ähnlichen Dingen. Silber wird sehr favorisiert. Es ist industriell noch wertvoller als Gold. Hier könnte man ebenfalls Münzen nehmen, die im Katastrophenfall gut als Zahlungsmittel verwendet werden können. Allerdings muss auf Silber Mehrwertsteuer gezahlt werden.
Man sollte diese Dinge bei einem renommierten Unternehmen kaufen, sagen die Autoren. Gekauft wird anonym im Ladengeschäft. Das ist bis zu einem Betrag von 15.000 pro Tag und Person legal. Nicht über die Bank kaufen oder schicken lassen, so sagen die Autoren. Dort wird es registriert und im Crashfall wie üblich irgendwie besteuert oder mit Abgaben belegt. (Es gab schon eine so genannte Goldsteuer"). Also anonym kaufen.
5.) Von Diamanten halten die Autoren nicht so sehr viel. Man müsse sehr aufpassen. Ohne Zertifikate geht ohnehin nichts. Aber das alles kann gefälscht sein. Wenn die Autoren richtig verstanden wurden, muss die Nummer des Zertifikates auf dem Stein eingraviert sein. Insgesamt raten die Autoren eher ab.
Schmuck hat nur den Wert des reinen Gold- oder Silbergehaltes. Die Kunst dabei zählt nicht.
6.) Ernst gemeint ist der Vorschlag (zum Beispiel) guten und hochwertigen Single Malt Whisky einzulagern. Die Autoren führen an, dass dieser hochwertige Whisky nicht verderben kann und im Wert steigt. Die Flaschen sind nummeriert. Jede Whiskyflasche, die irgendwo in der Welt geöffnet wird, mache den eigenen Whisky wertvoller.
Dies soll nur ein Beispiel von vielen sein

7.) Es wird vorgeschlagen, die eigengenutzte Wohnimmobilie eventuell nach Prüfung der Rentabilität durch Fotovoltaik aufzuwerten. Somit kann der Strom auf jeden Fall für den eigenen Bedarf produziert werden. Auch Windräder im Garten oder auf dem Dach werden vorgeschlagen. Das wird jedoch möglicherweise Probleme mit Genehmigungen geben.

Soweit die Meinungen der Autoren. Der Fantasie sind somit keine Grenzen gesetzt, wie man sein Hab und Gut wenigstens halbwegs sichert und nicht ganz unvorbereitet in einen möglichen Crash läuft. Die Vorschläge sind schon etwas abseits des Üblichen und vielleicht eher als Denkanstoß zu werten. Einige Dinge, wie z.B. die strikte Ablehnung der Aktien, sind schwer nachvollziehbar. Auch die Aufbewahrung des Vermögens im eigenen Hause ist problematisch, unsicher und nervenaufreibend.
Der Schreiber dieser Zeilen möchte hinzufügen, dass Ausbildung und Wissen ein Gut sind, welches nicht vergeht. Also: Wenn man in die Ausbildung seiner Kinder oder auch in die eigene Ausbildung oder Weiterbildung investiert, ist das sicherlich auch eine gute Anlage.
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73 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren.", 2. Juni 2014
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)
Dieses Zitat stammt von der russisch-amerikanischen Philosophin Ayn Rand, wird von den Autoren in diesem Buch im Kapitel über die desolate finanzielle Lage der EU-Staaten verwendet und beschreibt in einem Satz genau die Essenz der Situation. Es gibt keinen Ausweg mehr aus ihr als einen finalen Crash. Nach Lage der Dinge kann er nur sehr heftig ausfallen, denn noch nie gab es eine vergleichbare Schuldenhöhe und noch nie war die Verkettung der Industriestaaten so stark wie heute.

Am Ende des Buches kann man den Eindruck bekommen, als würden die Autoren diesen Crash am liebsten selbst herbeiführen, damit endlich ein Neustart möglich werden kann. Zu befürchten ist allerdings, dass genau das Gegenteil eintreten wird. Bis zum Äußersten werden die Mächtigen dieser Welt versuchen, dieses finale Ereignis hinauszuschieben. Und das sagen sie auch ganz offen, jedenfalls für die, die es verstehen. Die Fallhöhe wird dadurch immer größer.

Das Buch verfolgt drei Ziele: Zunächst beschreiben seine Autoren die Lage recht detailliert, dann erörtern sie mögliche Wege, um eventuelles Vermögen zu retten, und schließlich machen sie Vorschläge für den Neustart. In den ersten fünf (von acht) Kapiteln wird die verschleppte Dauerkrise von verschiedenen Seiten intensiv beleuchtet. Zunächst befassen sich die Autoren mit den (deutschen) Banken. Wenn man naiv genug ist, müsste man glauben, dass wenigstens der Gesetzgeber als Verwalter der von den Bürgern erpressten Steuern seine Lehren aus der Krise von 2008 gezogen hat. Die Autoren zeigen, dass im Grunde jedoch nichts passiert ist. Die unsterblichen (weil zu großen) Banken sind nun noch größer, also noch unsterblicher geworden. Und sie haben sich als Verursacher des ganzen Desasters auch noch auf Kosten der Steuerzahler bereichert.

Die im Grunde lächerlich geringe Erhöhung des Eigenkapitals von Banken wird weit in die Zukunft verschoben und bereits jetzt mit allen Mitteln bekämpft. Helfen wird diese Maßnahme sowieso nicht, weil sie nur kosmetisch ist. Was bleibt, ist die von der Politik und auch merkwürdigerweise von den Autoren gefeierte Finanztransaktionssteuer. Wie jede Verbrauchssteuer wird auch diese wieder den Letzten (also den Bankkunden) treffen, der sich nicht wehren kann, weil sie natürlich (offen oder verschleiert) weitergegeben werden wird. Wer das nicht versteht, hat den Kern des Steuersystems nicht begriffen.

Was die Autoren hingegen gut beschreiben, ist die Bruderschaft zwischen dem Bankensystem und der Politik. Die Abhängigkeit der Schuldenstaaten von den Banken ist so enorm, dass man keine wirklichen Bereinigungen erwarten kann und stutzig werden müsste, wenn etwas als eine solche Maßnahme gefeiert wird.

Im dritten Kapitel geht es um die ökonomische Lage Deutschlands. Dort erfährt man unter anderem, dass unsere Exporte und unsere scheinbar krisenfeste Lage über die wirkliche Situation hinwegtäuschen. Die europäischen Südländer kaufen bei uns und lassen anschreiben, wie man früher sagte. Und diese Schulden werden sie niemals begleichen. Also bezahlen wir den größten Teil der Exporte dorthin letztlich selbst. Dass wir dieses und anderes Geld niemals wiedersehen werden, begreift man spätestens, wenn man liest, dass auch Deutschland bisher noch nie Staatsschulden wirklich bezahlt hat, sondern immer nur mit neuen Schulden alte beglich. Leider transportieren die Autoren an dieser und an anderen Stellen den Mythos, dass der Zins zu exponentiellem Wachstum zwingen würde. Nicht der Zins, sondern dieses Schnellballsystem der Verschuldung ist dafür ursächlich.

Im vierten Kapitel beschreiben die Autoren die traurige Wirklichkeit der europäischen Staaten, im fünften die Lage der USA, Japans und Chinas. Das Bild ist überall sehr ähnlich, was also auch keinen Grund für irgendeinen Optimismus liefert.

Dann folgt im sechsten Kapitel die Vorstellung der Folterinstrumente für den kommenden Ernstfall. Alles war schon einmal da. Nur diesmal wissen die Mächtigen sehr lange im Voraus, was passieren wird. Und wenn man sich damit genauer befasst, dann sieht man, dass hinter vielen (ganz anders verkauften) Maßnahmen der letzten Jahre genau die Vorbereitung für Enteignungen steht. Anders als mit Enteignungen ist die verfahrene Lage schließlich nicht zu bereinigen.

Im siebten Kapitel versuchen die Autoren dann ihre Leser dann darauf vorzubereiten. Wenigstens nähren sie dabei nicht die Illusion, dass es davor einen wirklichen Schutz geben wird. Das Netz ist im Zeitalter weltweiter elektronischer Überwachung von Kommunikation und Geldflüssen inzwischen zu eng für ein Durchkommen. Die im Buch enthaltenen Vorschläge sind zum Teil recht ungewöhnlich, denn sie laufen darauf hinaus, Geld in die zukünftige Eigenversorgung zu investieren. So vernünftig das ist, so wenig wird das für alle möglich sein.

Nachhaltigkeit ist modern. Und deshalb folgen im letzten Kapitel auch Vorschläge für "erste Schritte zu einem nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystem". Dort erklärt ein Gastautor das sogenannte "Vollgeld". Der entscheidende Punkt dabei ist, dass den Banken die Geldschöpfung aus dem Nichts entzogen und in eine Zentralbank verfrachtet wird. Das wäre immerhin ein erster Schritt, um die Geldvermehrung zu drosseln. Aber wie schon an mehreren anderen Stelle bleibt auch hier der Eindruck einer gewissen Angst der Autoren, das angefangene Denken konsequent bis zum Ende zu führen.

Denn auch bei einem solchen System besitzt der Staat immer noch das Monopol über das Geld. Was sollte ihn hindern, so viel davon herzustellen, wie er für seine Pläne benötigt? Gesetze oder Verträge? Das ist lächerlich, weil gerade die jüngste Geschichte zeigt, dass sich kein Staat an Verträge hält, wenn diese ihm nicht mehr passen. Die Aufkündigung des letzten Goldstandards durch Nixon und der Bruch des Maastrichter Vertrages durch alle Vertragspartner sollten eigentlich doch Lehren genug sein. Und warum sollten Politiker auf eine noch so mächtige Zentralbank hören? Hat irgendjemand auf die Bundesbank gehört als es ernst wurde? Die Autoren wissen das auch, weil es schließlich in diesem Buch steht. Warum sie dennoch glauben, dass beim nächsten Mal alles anders werden wird, hat sich mir nicht erschlossen.

Alles in allem ist dies ein sehr informatives Buch, das seine Stärken in der Beschreibung der Situation hat. Allerdings ist es auch nicht frei von Widersprüchen (etwa bei der Beschreibung der deutschen und der französischen Situation, wo etwas für Deutschland etwas gefordert wird, was in Frankreich zu nichts Gutem geführt hat, wie die Autoren selbst bemerken) und führt einige der eigenen Gedanken nicht zu einem konsequenten Ende.
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195 von 234 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine wirkliche Lösung - außer Silbermünzen, Streuobstwiese und Single Malt, 21. Mai 2014
Von 
Niklas Morgan "History Reader" (Berlin, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)
Die Autoren sind Meister im Aufzählen der vielen Probleme, die früher oder später unweigerlich zum Crash führen. Allerdings verraten sie relativ wenig darüber, was man konkret tun könnte. Und eben auch nicht wann.

"Der Crash wird kommen." So die These der Autoren. Diese Endzeitprognose findet sich derzeit ja in vielen Büchern. Hier gehen die Autoren einen Schritt weiter, in dem sie einen gängigen Spruch (es muss alles noch schlimmer werden bis es besser werden kann) als Lösung für alle Finanzprobleme propagieren. Sie tun das in drei Teilen. 1. Bestandsaufnahme des Ruins, 2. Rettung des Vermögens, 3. Neues (besseres) Finanzsystem nach dem Crash

Lohnt sich die Lektüre?

Die ersten Kapitel sind eine schonungslose Analyse der Finanzprobleme auf der Welt. Dieser Teil ist der bessere Teil. Man erfährt viele Details über Bankenkrisen, steigende Schulden der Länder, Immobillienblasen etc. Viele Diagramme (die qualitativ besser sein könnten) verdeutlichen den unaufhaltsamen Weg in den finanziellen Kollaps. Dabei werden alle wichtigen Länder mit ihren spezifischen Problemen einzeln aufgeführt. Die gute Nachricht: Deutschland geht es noch mit am besten. Die schlechte Nachricht: Es wird uns nichts nutzen, da alle um uns herum (inclusive USA, Japan, China) de facto pleite sind. Was etwas irritiert (wenn man aufmerksam liest): Die Autoren listen akribisch Zahlen und Fakten aus den jeweiligen Ländern auf. Doch ihre Anklagepunkte unterscheiden sich stellenweise diametral.

So wird beispielsweise für Deutschland ein ziemlich "linker" Standpunkt vertreten. Die Rot/Grüne Agenda 2010 führte zu sozialer Verelendung, Mindestlohn muss her, Sozialsysteme könnten besser sein, Steuern hoch. Selbst Gregor Gysi würde da erröten. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Beim Blick nach Frankreich findet man auf einmal komplett den "neoliberalen" Standpunkt. Verrückt hohe Staatsquote, aufgeblähter Beamtenstaat, ruinöse Sozialleistungen (35 Stundenwoche, zu frühe Rente, 9 Wochen Urlaub etc), höchster Mindestlohn in Europa (knapp unter 10 Euro) ruiniert die Wirtschaft etc. Für den Durchschnittsleser tun sich auch eine Menge Widersprüche auf, und irgendwie bekommt man den Eindruck, dass es mit dem Auflisten der Probleme in den unterschiedlichen Ländern halt nicht getan ist. Oder salopp gesagt, das ganze so oder so den Bach runtergehen wird, egal ob man da jetzt noch bei uns einen Mindestlohn einführt oder in Frankreich wieder die 40 Stundenwoche. Dennoch, spätestens wenn man mit allen anderen Ländern durch ist, ist man heilfroh, dass man in Deutschland lebt, trotz aller Kritikpunkte hier.

Ok, nach dieser frustrierenden Bestandsaufnahme wartet man auf Lösungen. Doch leider können die Autoren, wie sie selbst als erste zugeben, natürlich keine zeitlichen Prognosen abgeben. So nach dem Motto. Der Crash wird kommen, aber wir wissen nicht genau wann. Und damit beginnt natürlich für den Leser ein Problem. Denn die Tatsache, dass irgendwann das Finanzsystem auf der Welt zusammenbricht ist als Horrorvision zwar wohl schon oft diskutiert worden, doch was konkret kann man als "Kleinsparer" dagegen tun?

Hier fällt das Buch hinter die Erwartungen des Lesers (zumindest was mich betrifft) zurück. Die Autoren besprechen alle möglichen Geldanlagen (Staatsanleihen, über Aktien, Immobilien, Wertanlagen etc.) und kommentieren sie. So richtige Empfehlungen geben sie allerdings nicht. Schlecht weg kommt alles was irgendwie mit "Papier" oder noch schlimmer "Daten" zu tun hat, also Geld auf der Bank (Giralgeld), Staatsanleihen, Bausparverträge, Lebensversicherungen, aber auch neue Exoten wie Bitcoins. Lieber Bargeld im Schließfach oder im heimischen Safe. Von Aktien halten sie auch nichts, da das billige Geld derzeit eine Aktienblase verursacht hat.

Etwas besser weg kommt die selbstgenutzte Immobilie (wenn man sie nicht nur abzahlen kann, sondern auch genug in der Hinterhand hat für Instandsetzung, mögliche neue Steuern, etc.), aber auf keinen Fall als Spekulationsobjekt in der Münchner Innenstadt oder am Berliner Gendarmenmarkt.
Gold und Silber schneiden eigentlich am besten ab, auch wenn sie als (einzigen) Nachteil keine Zinsen bringen. Idealerweise anonym kaufen, und verstecken (Bankschließfach, Safe im Keller, aber auch zur Not im Garten oder in der Kühltruhe, kein Witz!)
Dann wird die Luft aber schon dünner. Irgendwelche Kunstsammlungen, oder teure Uhren fallen genau so durch wie Briefmarken oder andere Liebhaberobjekte. Als Sachwerte werden jedoch Streuobstwiesen, Wälder oder Ackerland (zum Verpachten an Bauern) vorgeschlagen, sowie Investitionen in die eigene Energieversorgung (Windrad im Garten, Holz aus dem Wald für Ofen). Dann gibt es noch ein paar Exoten, wie Crowd Funding, oder Direktdarlehen an den benachbarten Bauern zum Austausch für dessen Produkte. Schließlich auch noch Single Malt Whiskeys (so man sich denn auskennt). Spätestens hier fragte ich mich, warum nicht auch französische Rotweine oder Cognac Gnade finden.

Leider war es das! Wer also hofft, da noch irgendwelche Geheimtips zu lesen, den muss ich enttäuschen. Mehr gibt es nicht. Die klare Botschaft lautet daher auch "Rendite war gestern! Alle werden Vermögen verlieren. Wer 50, 60 oder gar 70 % über den Crash rettet gehört zu den Gewinnern. Die Verlierer werden 90 % oder mehr verlieren."

Nun könnte man diese Investitionstips unter dieser pessimistischen Grundeinstellung einer "Welt komplett am Abgrund" ja akzeptieren. Allerdings stellt sich zumindest mir die Frage, WANN ich denn anfangen soll meine Aktien zu verkaufen, und mir ein Wäldchen kaufen oder Silbermünzen bunkern soll? (Silbermünzen haben inzwischen den Nachteil einen "Ausgabeaufschlag" in Form der Mehrwertsteuer zu haben. Also knapp 20 % der Kohle sind dann schon mal futsch). Abgesehen davon, dass es wohl kaum genug Ackerland und Obstwiesen geben wird, wenn alle Leser den Vorschlägen folgen sollten, so will man ja selber nicht zu den "Voreiligen" gehören. Der Schwabe in einem denkt vielleicht, dass man die nächsten zwei, drei, vier oder gar 10 Jahre "Aktienblase" noch schnell mitnehmen sollte, statt auf einem Vorrat von Brennholz und Single Malts sitzend auf den Crash zu warten. Mal ehrlich, lieber Anlagefreund, jetzt alles verkaufen?

Der letzte Teil beschäftigt sich dann mit dem "System" nach dem Crash. Also wie man ehrlich und fair in Zukunft miteinander umgeht. Das liest sich sehr klug und alles klingt auch anständig. Mir fehlt da allerdings das Fachwissen, um beurteilen zu können, ob das nun geniale Vorschläge oder nur Träume sind. Soll jeder selbst entscheiden.

Fazit: Wer das erste Buch kennt, muss das hier nicht auch noch lesen, auch wenn es besser geschrieben ist. Wer das erste Buch nicht kennt, kann sich hier in schonungsloser Offenheit die ganze Situation erklären lassen. Danach braucht er aber erst mal einen kräftigen Schluck Laphroig. Wer hofft irgendwelche neuen Anlagetips zu bekommen, könnte etwas enttäuscht werden. Es sei denn, er versteht unter "Anlage" das Aussitzen einer globalen Wirtschaftskatastrophe. Nicht vergessen: Rendite war gestern!
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Größte Insolvenzverschleppung der Geschichte, 28. Juli 2014
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Amüsiert wunderte sich die NZZ vor einiger Zeit in einer kurzen Rezension, wie "Der größte Raubzug der Geschichte" es im Nachbarland auf die Bestsellerlisten schaffen konnte. Dies hänge wohl "mit der mangelnden Bildung der deutschen Bundesbürger in Finanzfragen zusammen."

Natürlich weiß niemand, welche Crashs und Krisen die Zukunft noch für uns bereit hält. Doch eins ist sicher: Würden nur genügend Leute den Empfehlungen der Autoren dieses Buches folgen, ihr Geld von Banken abheben, aus dem Aktien- und Wertpapiermarkt abziehen und in Gold, Silber und Scotch Whisky anlegen; würde die Politik zudem das Geldsystem den Vorstellungen der Autoren gemäß umgestalten: den Banken die Giralgeldschöpfung untersagen, Vollgeld und Goldstandard einführen usw. wäre das Chaos tatsächlich perfekt.

Was die Investmenttipps betrifft wundert man sich zunächst: Wenn die Autoren so sicher sind, dass der Crash auf allen Ebenen kommt, wäre der einzig konsequente Tipp, alles was man hat zu verkaufen, auf fallende Aktienkurse, Kreditausfälle etc. zu wetten, und der Stunde zu harren, in der man mit mathematischer Sicherheit in die Millionärsriege einrückt! Bis einem klar wird, dass sie bei Crashs nicht etwa an Black Friday 1927, Black Thursday 1929, nicht an 1987, 9/11 oder 2007 dachten – Kurseinbrüche von 10-30% - und bei Staatsbankrotts nicht an Kreditschnitte von 10-50%, nicht an 40 Mrd. USD wie im Fall Russland 1998, oder 100 Mrd. USD wie in Argentinien 2002 – in ihrem Szenario findet der Super Gau statt, bei dem so gut wie jeder Sparer und Anleger in die Röhre gucken wird. Neun von zehn Menschen würden wohl 90% ihrer Rücklagen verlieren, sofern sie nicht früh genug auf Sachwerte umstellen.

Die Folgen die dgl. in weltpolitischer Hinsicht hätte, so es dazu überhaupt auch nur theoretisch kommen könnte, bereiten ihnen dabei kein Kopfzerbrechen. Im Gegenteil – gut vorversorgt durch Obstwiese mit Kaninchenzucht, einem Fass Rum im Keller und einer im Vorgarten vergrabenen Schatztruhe lässt sich gut abwarten, bis die Welt durch die Katastrophenerfahrung geläutert endlich zur Besinnung kommt, denn der Crash ist ja die Lösung.

Würde man den Banken die Giralgeldschöpfung verbieten würde logischerweise die gesamte kreditbasierte Wirtschaft einbrechen. Die Giralgeldschöpfung ist keine Guthabens- oder Vermögenschöpfung. Weder bekommen Banken Geld geschenkt, noch verschenken sie Geld. Was sie an Krediten vergeben, muss auch wieder zurückgezahlt werden. Genau deshalb kommt es bei umfangreichen Kreditausfällen auch zu Bankenkrisen. Würden wir in der von den Autoren geschilderten Märchenwelt leben („auf Knopfdruck aus einem Euro hundert Euro machen“), hätte es die Turbulenzen seit 2008 nicht gegeben, statt dessen aber eine galoppierende Inflation.

Im von den Autoren favorisierte Vollgeldsystem würden die Zentralbanken das nötige Geld ausgeben. Das System würde zentralistischer und könnte weniger präzise an den tatsächlichen Liquiditätsbedarf adaptieren, bliebe aber nichts desto trotz von A-Z kreditbasiert. Geschäftsbanken könnten genauso ins Straucheln geraten, wie jetzt auch, denn sie müssen ja an die Notenbanken verzinst zurückzahlen. Kreditausfälle schlagen zu Buche – ob das Geld nun vor der Vergabe vorlag oder nicht. Von Bedeutung für die Stabilität einer Bank ist vielmehr die Eigenkapital-, insbesondere die Kernkapitalquote, d.h. der Anteil, der nicht durch ev. Fehlinvestitionen oder Kreditausfälle angreifbar ist. Dass hier seit der Krise nichts geschehen sei – wie im Buch beklagt – ist so nicht richtig. Mit Basel III gab es sehr wohl Veränderungen. Ob umfänglich genug steht freilich auf einem anderen Blatt.

Vollgeld-Befürworter gehen i.d.R. davon aus, dass die Zentralbank die Geldmenge im Nachhinein an das Wirtschaftswachstum anpassen würde. Doch Wirtschaftswachstum setzt ausreichende Liquidität voraus, nicht umgekehrt. Die reale Geldmenge wird letztlich immer durch die Nachfrage bestimmt, egal wer das Geld generiert. Um auf dem schmalen Pfad zwischen zu hoher Inflation und Liquiditätsengpässen zu bleiben, bedarf es deshalb beidem – einer klugen Geldpolitik und einer große Nähe zum Markt.

Nicht totzukriegen und auch in diesem Buch transferiert: die Idee der Wiedereinführung des Goldstandards. So könne man dem Geld einen „intrinsischen Wert“ verleihen und die angebliche Geldmengenexplosion vermeiden. Davon abgesehen, dass auch Gold nur einen kulturell bedingten Wert besitzt - die Goldreserven des gesamten Euro-Systems liegen bei etwa 11.000 Tonnen - Ende 2013 rund 350 Mrd. Euro oder 6,5 % der Geldmenge M1 (Bargeld plus Sichteinlagen). Bestenfalls wäre also ein Proportionalsystem denkbar. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass in einem Währungssystem mit Goldstandard eine kontra-zyklische Geldpolitik nicht mehr möglich wäre.

Muss denn aber ein durch rückhaltlose Liquiditätszufuhr aufgeblasener Kapitalmarkt nicht zwangsläufig in einer Katastrophe enden? Wie verhält es sich denn mit den astronomischen Zahlen, die immer wieder ins Spiel gebracht werden, wenn die Rede vom Aktien- oder gar Derivatehandel ist? Wie kommt es überhaupt, dass wir noch nicht einer gigantischen Geldentwertung gegenüberstehen, wo doch allein der Derivatemarkt mit 700 Bio. USD zu Buche schlägt?

Wenn der weltweite CDS-Volumen 50% des Welt-BIP umfasst oder der Börsenwert von SAP den gemeinsamen Wert von Lufthansa, Daimler und BASF überragt, handelt es sich um rein fiktive Größen, die sich schnell in Luft auflösen würde, wenn – theoretisches Szenario - die Versicherungen fällig würden bzw. sich nur genügen Halter der entsprechenden Papiere auszahlen lassen wollten. Deshalb halten sich die realwirtschaftlichen Auswirkungen platzender Blasen auch in Grenzen. Die immer wieder diskutierte Frage, wo die in der Krise verlustig gegangenen Milliarden denn nun eigentlich abgeblieben seien, ist leicht zu beantworten: Nirgends! Es stellt sich nur heraus, dass es sie nie gegeben hat.

Probleme ergeben sich dann, wenn die Akteure der Finanzindustrie Papiere nach gegenwärtigem Marktwert ohne angemessene Risikobewertung in ihre Geschäftsbilanzen einpreisen. Hier setzen die immer wieder zu Recht vorgebrachten Forderungen nach mehr Transparenz, Verbesserung der Bankenaufsicht, die Risiken isolierenden Bilanzregeln, Größenbegrenzung der Institute, Trennung von Investment- und Publikumsbanking, Neuaufstellung der Ratingagenturen, eine konsequente Personalisierung bzw. Institutionalisierung der Risiken auf Seiten der Finanzmarktakteure, weitere Erhöhung der Eigenkapitalquote der Banken usw. an.

Und die Hals über Kopf verschuldeten OECD-Staaten? In den letzten 5 Jahren ist in Deutschland die Staatsschuldenquote um 4% gefallen. Der IWF prognostiziert, dass sie bereits 2020 wieder Maastricht-gerecht unter 60% liegen wird. In den US ist die Lage weniger rosig, doch auch dort liegt die Staatsschuldenquote noch immer ca. 15% unter der der Nachkriegszeit. Etwa die Hälfte der US-Staatschuld entfällt auf die FED. Würde es je einen US-Schuldenschnitt geben, dann sicher zuerst hier. Das würde den Dollarkurs vorübergehend signifikant drücken, vielmehr aber sicherlich nicht. - Und das von den Autoren als hoffnungslosester Fall überhaupt gebrandmarkte Japan? Führt es denn mit seinen gigantischen 8 Bio. Euro (Schuldenquote rd. 240%) nicht die Weltrangliste an? Doch – nur hat der japanische Staat fast ausschließlich bei denen geliehen, an die er auch austeilt – den inländischen Sparern. Deshalb hat Japan auch nicht wie Griechenland Probleme, seine Anleihen abzusetzen. Deren Verzinsung lag 2013 bei lächerlichen 1,26%.

Das eigentliche Problem wird auch an dieser Stelle nicht herausgearbeitet – es ist ganz unfiskalischer Natur und betrifft die Bevölkerungsentwicklung. Die Autoren, die so gern an allen Ecken exponentielle Entwicklungen ausmachen, übersehen die vielleicht brisanteste überhaupt: Von 1982-92 alterte die Bevölkerung in D um 1 Jahr, im darauf folgenden Jahrzehnt um 3 Jahre, von 2002-2012 bereits um 4 Jahre (Durchschnittsalter 2012 45 Jahre). Derzeit kumuliert so auch viel Vermögen, doch früher oder später ist auch hier abgeschöpft, was abzuschöpfen ist. Dann wird sich das Schrumpfen des gebärfähigen, erwerbstätigen, steuerzahlenden Teils der Bevölkerung bei gleichzeitiger Zunahme des unterstützungs- und pflegebedürftigen Teils immer bedrohlicher bemerkbar machen. Derzeit kompensieren Migranten noch den demografischen Schwund, doch ist weltweit mit der derzeitigen durchschnittl. Fertilitätsrate (2,0 - Tendenz fallend) der „Peak Child“ (Hans Rosling) bereits überschritten. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung aufgrund weiter steigender Lebenserwartung noch zu-, dann jedoch kontinuierlich abnehmen. Insofern könnte die These von der größten Insolvenzverschleppung der Geschichte tatsächlich Gestalt annehmen. Doch dies wäre eher ein kulturell zu bearbeitendes Thema.

Die staatliche Zinslastquote bewegt sich in D, US und Japan seit Jahren um die 3%, im Vgl. zum Stand 2000 ist sie in allen drei Staaten sogar leicht gesunken. Man kann – wie von den Autoren vorgeschlagen – den Zinseszins abschaffen. Doch auch Kreditinstitute müssen sich irgendwie finanzieren und zudem die jährliche Geldentwertung berücksichtigen. Bei den von Staaten gehaltenen Krediten kommt ein weiterer Aspekt dazu. Auch Wirtschaftswachstum ist kumulativ und somit ebenso die Steuereinnahmen. Last but not least: In einer Marktwirtschaft wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt, auch der Preis von Krediten. Würden per Gesetz der Zinseszins abgeschafft, würden mit Sicherheit die Zinsen ansteigen. Belohnt würde damit eine verzögerte Kreditrückzahlung, bestraft eine schnelle.

Würden die USA tatsächlich pleite gehen, würde der Dollarkurs in den Boden rauschen. Die Sozialsysteme und das Gesundheitssystem würden kollabieren. Der Inlandskonsum würde einbrechen, was fatal für die Länder – auch Schwellen- und Entwicklungsländer – wäre, deren Wirtschaft stark vom Export in die Staaten abhängig ist. Ein Gigant wie die USA würde insbesondere viele ärmere Länder mit in den Strudel reißen. Politische Unruhen, Hungerkrisen und -aufstände wie 2008 wären die Folge. In Europa wären die Auswirkungen besonders für sehr exportorientierte Länder wie D auch deshalb fatal, weil der Euro stark aufwerten würde. Ähnliche Kettenwirkungen würde ein Staatsbankrott großer EU-Länder nach sich ziehen, nur in entsprechend geringerem Umfang. Niemand, der halbwegs verantwortlich denkt, kann dgl. also wollen oder gar herbeisehnen, weil es angeblich „die Lösung“ wäre. Sowohl die Zentralbanken als auch die Regierungen werden alles tun, um dem entgegenzuwirken. Würde die Situation sich zuspitzen, würde zudem der Druck hinsichtlich international konzertierter Maßnahmen steigen. Möglicherweise würde man sich endlich einigen, Steueroasen auszutrocknen, den Finanzsektor – wie oben angedeutet - stärker zu regulieren, Spekulationsgewinne abzuschöpfen, Superreiche angemessen zu besteuern etc.

So unglaublich es klingen mag: es gibt kaum etwas im gegenwärtigen System, dass nicht irgendwie auch Sinn macht und kaum Alternativen, die – so schön sie auch im ersten Moment klingen mögen – nicht wiederum anders geartete Nachteile und Risiken bergen. Das gilt selbst für den Derivatehandel. CDSs oder Long/Short-Kombinationen der Hedgefonds können gute Absicherungen darstellen, Termingeschäfte ebenso. Kreditausfälle und Kurseinbrüche könnten ohne diese Instrumente weniger gut abgepuffert werden. - Das regelmäßig in Bausch und Boden verdammte Private Equity kann Unternehmen i.d.T. ausweiden und zerstören. Es kann diese aber auch retten. - CDOs können Risiken auf mehrere Schultern verteilen und so Investitionsbereitschaften erhöhen usw.

Die Exzesse und Fehlentwicklungen, welche die Autoren zu recht kritisieren, rühren eher von Missbräuchen innerhalb des Systems her, als vom System selber. Nun gilt es genau hinzuschauen, und solchen Missbrauch politisch einzugrenzen, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Lobenswert ist, dass die Autoren auf die grundlegenden Fragen hinweisen, die sich im Zusammenhang mit dem Krisengeschehen der letzten Jahre eben auch ganz neu stellen. Fragen die u.a. Wirtschaftsnobelpreisträger J. Stiglitz nicht müde wird, ins öffentliche Bewusstsein zu rufen. Welche Ethik und Moral wird im Wirtschafts- und Finanzsektor kultiviert? Was tragen die Wirtschaftswissenschaften dazu bei, dass Verantwortungsbewusstsein ausgehöhlt wird? Was macht eigentlich ein erfülltes Leben aus? Woran bemisst sich der Entwicklungsstand einer Gesellschaft? Gleicht das gegenwärtige fieberhafte Höher-Schneller-Besser-Weiter nicht der Jagd nach einer Fata Morgana, die immer weiter in die Wüste führt?

Fazit: Sicherlich enthält das Buch viele richtige Hinweise, Analysen und Kritikpunkte. Vieles ist jedoch unausgegoren und nicht zu Ende gedacht. Vieles wird übertrieben reißerisch und völlig unausgewogen dargestellt. Natürlich - mit ein wenig Weltuntergangs- und Verschwörungsthrill lassen sich Bestsellerlisten eher erobern als mit nüchternen, sauber recherchierten Sachbüchern. Wer sich solide zu den angeschnittenen Themen informieren möchte, sollte sich aber besser an Autoren wie Sinn, Otte, Sarrazin (sein Euro-Buch) oder auch Stiglitz, Krugman, Piketty halten. Wer über Alternativen zu unserer gegenwärtigen Wirtschaftsweise und unseren Konsummustern nachdenkt, kann dies möglicherweise besser mit Welzer, Skidelsky oder auch Felber tun.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie man dem Big Bang vorbeugt, 8. August 2014
Von 
Lenin, einer der wohl größten Kapitalismus-Kritiker, hat in seiner Schrift »Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus« anschaulich den Prozess des verfaulenden Kapitalismus beschrieben: »Monopole, Oligarchie, das Streben nach Herrschaft statt nach Freiheit, die Ausbeutung einer immer größeren Anzahl kleiner oder schwacher Nationen durch ganz wenige reiche oder mächtige Nationen – all das erzeugte jene Merkmale des Imperialismus, die uns veranlassen, ihn als parasitären oder in Fäulnis begriffenen Kapitalismus zu kennzeichnen. Immer plastischer tritt als eine Tendenz des Imperialismus die Bildung des „Rentnerstaates“, des Wucherstaates hervor, dessen Bourgeoisie in steigendem Maße von Kapitalexport und „Kuponschneiden“ lebt. Es wäre ein Fehler, zu glauben, dass diese Fäulnistendenz ein rasches Wachstum des Kapitalismus ausschließt; durchaus nicht, einzelne Industriezweige, einzelne Schichten der Bourgeoisie und einzelne Länder offenbaren in der Epoche des Imperialismus mehr oder minder stark bald die eine, bald die andere dieser Tendenzen. Im großen und ganzen wächst der Kapitalismus bedeutend schneller als früher, aber dieses Wachstum wird nicht nur im allgemeinen immer ungleichmäßiger, sondern die Ungleichmäßigkeit äußert sich auch im besonderen in der Fäulnis der kapitalkräftigsten Länder.«

Dieses Buch bestätigt Lenin. Auf den ersten zweihundert Seiten legen die Autroen Weik und Friedrich mittels Zahlen qualifiziert dar, dass die Wirtschaftsordnung, in der wir leben, keine Zukunft hat und vom Untergang bedroht ist. Dies entspricht dem Eindruck weiter gesellschaftlicher Schichten, die auch ohne analytische Fähigkeiten ahnen, dass die guten Jahre gezählt sind und eine Periode des Heulens und Zähneknirschens bevorsteht. Und wie einst Jesus in seiner Sterbestunde am Ölberg beten sie heimlich »Lass diesen Kelch an mir vorüber gehen …«.

Die Autoren halten dem Stillstand ein fundiertes »Watt kütt, dat kütt« entgegen und zeigen auf, dass auch Deutschlands Fundamente bröckeln, die Zeit der Rendite vorbei ist und wir alle Wohlstand verlieren werden oder an andere abgeben müssen. Längst gehe es ausschließlich um Vermögenserhalt und Vermögenssicherung. Der Staat, diese große, gierige Räuberbande, bereite sich längst auf einen Generalangriff auf unser Geld und unser Vermögen vor. Schließlich ginge nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger. Inflation, Deflation und Hyperinflation seien längst gängige Szenarien. Der Chrash, so die Autoren, sei unausweichlich. Ausgelassen wird dabei die historische Erfahrung, dass die imperialistische Staatengemeinschaft ihren Hals mehrfach mit dem Anzetteln verheerender Weltkriege aus der Schlinge zog. Es ist ein Mangel der Veröffentlichung, diesen Aspekt ausser Acht zu lassen.

Nach umfangreicher Analyse und langer Vorrede kommen die Autoren schließlich auf ihre eigentliche Fragestellung, wie Otto Normalverbraucher denn sein Vermögen schützen könne. Dass dabei jemand, der schuldenfrei ist, freier agieren kann als eine Melkkuh der Banken, wird vorausgesetzt. Kapitallebens- und Rentenversicherungen seien ebenso wie Bausparverträge Auslaufmodelle. Bargeld – ob unter der Matratze oder im Schließfach – hingegen bedeute »Freiheit, Unabhängigkeit, Flexibilität und Mündigkeit«. Investitionen in Sachwerte, die man anfassen könne, seien ebenso sinnvoll. Aktien hingegen seien kein Instrument, um sein Vermögen effektiv vor dem Zugriff des Staates zu schützen. Silber und das mehrwertsteuerfreie Gold hingegen seien global akzeptierte Sachwerte zur Vermögenssicherung. Auch hochwertiger Whisky vom Originalabfüller sei ein langfristiges Investment.

Ob diese Tipps ausreichen, dem Big Bang vorzubeugen und damit möglichst zu denjenigen zu zählen, die nicht alles verlieren, sei dahingestellt. »Der Crash ist die Lösung« gibt jedenfalls Anregungen, sich mit dem Thema zu befassen, und das ist auf jeden Fall besser, als wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren. Der Rezensent empfiehlt zum Thema das Schreiben von Ratgebern. Dies kann in Krisenzeiten eine ausgezeichnete Investition sein, um sein Geld zu retten und zu mehren. Quod erat demonstrandum.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Autoren empfehlen eine Revolution, 29. Mai 2014
Von 
Jouvancourt (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)
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Die beiden Autoren des "Der größte Raubzug der Geschichte" haben nochmals nachgelegt und einige der Leitgedanken ihres ersten Bestsellers weiter ausgeführt. Dieses Buch ist nun drängender geschrieben, es wird jetzt noch eindringlicher gewarnt und es werden wertvolle Tipps gegeben, wie man sich auf den kommenden Systemkollaps vorbereiten kann!

Jeder einigermaßen gebildete Mensch hat spätestens seit der weltweiten Finanzkrise von 2008 verstanden, dass wir uns über Jahre hinweg weltweit von Rettungspaket zu Rettungspaket hangeln und es immer weniger um "echte Werte", wie Arbeitskraft oder Unternehmenserträge geht, sondern es ist der Tanz auf einem wildgewordenem Karussell, das 0,1 % der Menschheit in unerhörter Proportion zugute kommt und für die große Masse der Menschen nur Armut und sinkende Lebensqualität bedeutet. Kurz gesagt: die wenigen Reichen werden extrem reich und der übrigen Menschheit fehlt dieses Geld, um ein anständiges Leben führen zu können! Unternehmen und Banken werden weltweit verstaatlicht, Bürger und Aktionäre enteignet, Staatsapparate ins Grenzenlose aufgebläht. Alle Regierungen verschärfen und vervielfachen Gesetze, die sie wiederum selbst am laufenden Band brechen. Das Finanzsystem, obwohl es schon lange klinisch tot ist, soll am Leben gehalten werden, und die Bevölkerung durch perverse Gängelei und falsche Versprechungen ruhig gehalten werden! Sparkassen, Postbanken oder Banken spielen alle das selbe verwerfliche Spiel, vergeben an sich selbst exorbitante Gehälter und erfinden - genau wie vor der Krise - immer wieder neue Namen für "" nachhaltige"" Finanzprodukte, die sich irgendwann in Luft auflösen werden!

Das Buch führt durch die diversen Stadien der Systemrelevanz von Banken und Sparkassen. Niemand hat aus dem Crash von 2008 gelernt, ganz im Gegenteil! Die von realen Werten abgedeckte Geldmenge ist weit von volkswirtschaftlich gesunden Werten entfernt, denn es wird auf Teufel komm raus Geld gedruckt, dessen Wert heutzutage alleine durch den Glauben der Bürger in diese bunten Papierchen abgesichert ist. Es werden Versprechungen gegeben, sogenannte Stresstests abgehalten und die Banken geloben Besserung. Und doch ist jetzt alles noch schlimmer als vor der Lehman-Pleite!

Im Kapitel 4 werden die einzelnen europäischen Staaten vorgeführt: das ehemals starke Frankreich vor dem Abgrund, England vor einer gewaltigen Immobilienblase, das völlig kaputte Italien, das unheilbare Spanien, die insolventen Niederländer, Griechenland, der bereits aufgegebene Staat, und Zypern, das große Beispiel für das, was uns auch im restlichen Europa blühen kann. Nämlich die Enteignung von 50% aller Guthaben über 100.000 Euro und das Einstehen der "normalen" Bürger für die Missgeschicke der Banken! Wie in Zypern werden in anderen europäischen Ländern auch die Guthaben von den Reichen einige Tage vor dem Crash wunderbarerweise gerettet werden, Milliarden werden verschoben und die Bürger Europas werden für die heutigen exorbitanten Gehälter der Beamten, deren Sicherheitsmannschaften, Hofpersonal und Überwachungsdienste tief in die eigene Tasche greifen müssen. Sollte der tönerne Riese Europa ins Taumeln kommen, wird die Schuld auf die Bürger abgewälzt werden, die dieses Europa gewählt haben, die in ihrer grenzenlosen Naivität daran geglaubt haben und die über Generationen diesen Wahnsinn eines führungslosen Kontinents und dessen finanzielles Fiasko abbezahlen müssen!

Alle südlichen Staaten des Staatengebildes Europa sind de facto bankrott und werden nur noch künstlich durch Gelddruckmaschinen am Leben erhalten. Diese Staaten können ihre Schulden niemals zurückzahlen und werden zum Untergang ganz Europas beitragen. Europa hat sich verspekuliert, hat sich weit von den Bürgern entfernt und ist eine blasse Institution geworden, die unkontrolliert und verantwortungslos handelt! Dieses Europa hat kein Gesicht, keine Namen und gleicht einem Hofstaat des 17. Jahrhunderts! Es ist realitätsfremd, arrogant und aufgeblasen geworden. Während in Brüssel tausende von kleinen EU Beamten demonstrieren, weil sie nur 5000 Euro netto verdienen, bringen sich am Mittelmeer reihenweise Familienväter um, weil sie ihre Familie nicht mehr ernähren können! Die Restriktionen, die dem Land Griechenland aufgelegt werden, sind ebenso wirklichkeitsfremd wie das Prassen der EU Führung!

Kapitel 7: wie schütze ich mein Vermögen? Hier werden alle bekannten Anlagemodelle verteufelt und nur sehr wenige Werte bleiben als sichere Werte zurück, darunter auch Alkohol in konzentrierter Form. Ein Witz oder ist es gar ein ernsthafter Rat? Auf jeden Fall fehlen hier wirklich sehr viele Hinweise und seriöse Ratschläge, die entweder tatsächlich vergessen worden sind oder aus rechtlichen Gründen nicht behandelt worden sind!

Kapitel 8 führt die Lösung des Crashes an. Wir benötigen ein neues System, eine Art Marshallplan nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht... Die Autoren bringen es auf den Punkt: unsere alte Welt hat ausgedient. In einer Welt, in der nur noch Korruption und zwielichtige Geschäfte finanziell und moralisch belohnt werden, kann sich der Mensch nicht mehr entfalten. In Frankreich riecht es stark nach Revolution und auch in anderen Ländern ist ein starkes Volksbegehren gegen den heutigen politischen und wirtschaftlichen Kurs zu spüren.

Ist die Revolution der Ausweg? Zumindest ist der Crash unausweichlich und wird zweifelsohne in der nächsten Zeit eintreten. Dass man diesen Kollaps dann als Lösung ansieht, ist auch evident, denn als ein ökonomisch-politisches Desaster will ihn natürlich keiner betiteln. Für die Tipps zur Vermögensrettung werden viele Allgemeinplätze verwendet, für mich fehlen essentielle Ratschläge. Aber für wen sollen die auch gedacht sein? Was soll man Menschen raten, die seit Jahrzehnten ihre Ledersessel abwetzen und in Schiffsbeteiligungen, in Aktien, in Betongold oder in die Ausbeutung von Arbeitskräften investieren? Die Anhäufung von materiellen Werten wird meines Erachtens überbewertet und ist auch der Schlüssel zur jetztigen Finanzkrise und zur Schädigung unserer Umwelt. Die menschliche Gier nach "immer mehr" und die Erziehung zum Egoismus sind das Verderben unserer Zivilisation. Die Musik spielt nicht nur auf Finanzplätzen, in Banktresoren oder auf Gehaltszetteln, sondern es gibt viel wichtigere Werte, menschlichere Werte, die hier unter den Tisch gekehrt worden sind. Aber das war auch auch nicht das Leitmotiv des Buches. Und trotzdem möchte ich dieses Manko nochmals angeführt haben!

Alles in allem ein gut geschriebenes Buch, das vielen Leuten die Augen öffnen kann und vielleicht als "Brandbeschleuniger" zur Abkehr vom Euro dienen wird!
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35 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Crashmodus – keine Rettung in Sicht, 27. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)
Der Crash ist die Lösung zeigt ganz klar auf, warum es keine Lösungsmöglichkeiten für unser Finanzsystem mehr gibt. Zu Beginn beschreiben die Autoren, dass in der Finanzbranche keinerlei Umdenken stattgefunden hat und die großen Banken noch größer und noch systemrelevanter geworden sind, aber auch, dass Sparkassen und Volksbanken keineswegs die besseren Banken sind, wie sie immer von sich behaupten, sondern die größten Zinswucherer unseres Landes. Im Anschluss wird die volkswirtschaftliche Lage Deutschlands unter die Lupe genommen welche keinesfalls so rosig ist, wie sie und immer vorgegaukelt wird. Ausgiebig wird faktenbasiert beschrieben in was für einem maroden Zustand sich unsere Infrastruktur befindet und das der Großteil der Deutschen eben nicht vom Euro profitiert und die EZB mit ihren niedrigen Zinsen unsere Altersvorsorge zerstört.
Daraufhin erfolgt eine detaillierte Analyse der wichtigsten Länder Europas sowie der USA, Japan und China, welche verheerende Daten und Fakten aufzeigen. Im letzten Teil wird beschrieben, was uns noch alles blühen wird und wie uns der Staat die Taschen leeren wird und wie man sein Erspartes in Sachwerten anlegen kann, sowie Alternativen zu unserem gegenwärtigen Finanzsystem aufgezeigt. Zu guter Letzt kommen die Autoren darauf zu sprechen, dass wir nicht nur mit einer Finanzkrise konfrontiert sind, sondern mit einer menschlichen Krise – mit einer Welt in der Werte und Moral nichts mehr und Gier und Profit alles bedeuten. Auch in diesem Punkt stimme ich mit den Autoren vollkommen überein, dass auch hier ein gravierendes Umdenken stattfinden muss.
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53 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig und überraschend, 16. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)
Die Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik haben mit ihrem ersten Buch „Der größte Raubzug der Geschichte“ einen Bestseller geschrieben. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013 in Deutschland. Nun haben sie ihr zweites Buch veröffentlicht, und natürlich ist das Interesse groß, ob dieses Nachfolgewerk auf eine ähnlich große Resonanz bei den Lesern stoßen wird wie ihr erstes Buch. Man kann die beiden in viele Schubladen stecken: Ökonomen, Finanzexperten, Schwarzseher, Redner oder Bestsellerautoren. Meiner Meinung nach wird man ihnen wohl am besten gerecht, wenn man sie als Querdenker bezeichnet, die im Einheitsbrei der Mainstream-Ökonomie eine gänzlich andere und politisch überhaupt nicht korrekte Gegenmeinung zum Ausdruck bringen.

Es kommen schwere Zeiten

Fast will es scheinen, dass die beiden Schwaben mit dem Titel ihres neuen Buches „Der Crash ist die Lösung“ eine Umschreibung der am Anfang zitierten Verse des schwäbischen Klassikers Friedrich Schiller für das 21. Jahrhundert finden wollten. Mit dem Untertitel „Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ machen sie jedenfalls klar, dass ihrer Meinung nach schwere Zeiten auf unsere Gesellschaft zukommen werden, vor allem auf die Menschen der Mittelschicht. Das Finanzsystem ist gescheitert, wir befinden uns aus Sicht der Autoren in einer Endzeit. Die Frage ist nicht, ob der endgültige Zusammenbruch kommt, sondern wann. Dies im Gedächtnis zu behalten, ist für das Verständnis des neuen Sachbuchs und der Ziele, die Weik und Friedrich damit verfolgen, unerlässlich. Und die Höllenfahrt unseres Finanzsystems muss nicht völlig vergebens sein, so behaupten die Autoren, es kann auch zu einer Chance werden. Erst wenn das Alte völlig zusammengefallen ist, kann etwas Neues aus den Ruinen erwachsen.

Der Begriff „finaler Kollaps“ bezieht sich vor allem auf unser Finanz- und Währungssystem und kann in diesem Zusammenhang auch schon bei einem der bedeutendsten Ökonomen der Österreichischen Schule, Ludwig von Mises, nachgelesen werden. Der schrieb, dass man den „finalen Kollaps“ eines durch Kreditexpansion ausgelösten Booms nicht vermeiden könne. Gebe man diese nicht freiwillig auf, werde es unvermeidlich zu einer Wirtschaftskrise zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen.

Diese Sichtweise ist sicherlich auch in das Buch eingeflossen, aber die beiden Autoren sind, soweit ersichtlich, keine „Austrians“, also keine reinen Vertreter deren Theorien. Das kann man schon daran erkennen, dass die Deregulierung der nationalen und internationalen Finanzmärkte seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts scharf kritisiert wird und von den Autoren als eine der Ursachen für die Finanzkrise angesehen werden. Neben der Chicagoer Schule Milton Friedmans wird auch der „Austrian“ Friedrich August Hayek mit seinen „marktradikalen Lehren“ als Vordenker der Deregulierung genannt (Der Crash ist die Lösung, in der Folge „CidL“, S. 21). Die Autoren sind hier klare Verfechter von gesetzlichen Vorgaben und Einschränkungen der Finanzmärkte (siehe dann auch ihre Lösungsvorschläge für eine Bankenwelt nach dem Crash).

Staat und Teufel

Eine eventuelle Nähe zu eher libertären Positionen könnte man eventuell auch durch das einstimmende Leitzitat am Anfang des neuen Buches vermuten, es ist einem Werk der amerikanischen Schriftstellerin und Philosophin des freien Marktes Ayn Rand entnommen ist. Deren Roman „Atlas shrugged“ (in deutsch auch als „Der Streik“ erschienen) ist eine seltsame Mischung aus ökonomisch-politischem Thriller, libertärer Utopie und philosophischer Abhandlung. In „Atlas shrugged“, frei übertragen etwa „Atlas wirft hin“, räumt die Elite, durch immer größere Eingriffe des Staates in die Wirtschaftsaktivitäten mürbe gemacht, gewaltlos alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Positionen und führt so einen beschleunigten ökonomischen Zusammenbruch herbei. Eine der Hauptpersonen des Romans lässt Ayn Rand in einer langen Rede eine vehemente Anklage gegen staatliche Umverteilung und Bevormundung führen, darunter sind auch folgende Worte, die von Weik und Friedrich anfangs zitiert werden:

„Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen, dass Geschäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang, dass man um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht, die nichts produzieren, dass das Geld denen zufließt, die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, dass Menschen durch Bestechung und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, dass die Gesetze Sie nicht vor diesen Leuten schützen, sondern diese Leute vor Ihnen, dass Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen Sie, dass Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.“
Für Ayn Rand sind Einmischungen des Staates in jegliche Bereiche der Wirtschaft per se des Teufels. Das ist aber, wie oben schon erwähnt, nicht unbedingt die Meinung unserer Autoren, die als Grund dafür, dass sich unser Finanzsystem auf der Fahrt in den Untergang befindet, eher zu wenig Regulierung sehen. In diesem Leitzitat ist aber mit „Moral“ ein Thema angesprochen, dass den Autoren ebenfalls sehr wichtig ist, so dass hier eher ein Zusammenhang mit einer Gesellschaft besteht, deren aktuelle Entwicklung einen immer weiteren Verlust an Moral und Anstand aufzeigt.

“Der Absturz wird gewaltig sein”

Weik und Friedrich fragen sich, wie weit die Politik der Vertragsbrüche, Halb- und Unwahrheiten in Sachen Finanzkrise eigentlich noch geführt werden soll. Eigentlich, so schreibt das Autorengespann am Anfang des Buches, hätten sie nicht die Absicht gehabt, ein zweites Buch zu schreiben, aber die unglaublichen Ereignisse und Entwicklungen seit 2012 sowie das Versagen von Politik und Finanzwirtschaft zwängen sie regelrecht dazu (CidL, S. 17), um die zahllosen Lügen, Betrügereien, Abzock- und Enteignungsarten der „Verantwortlichen“ (das ist die schmeichelhafte Bezeichnung der Autoren für die Funktions- und Machtelite des Finanzmarkts, der Wirtschaft und der Politik) aufzudecken.

Die beiden Autoren haben keine Illusionen mehr, es könnte den Regierungen und den hochbezahlten Managern der Finanzwelt noch auf irgendeiner Weise gelingen, das Ruder herumzuwerfen, ja sie haben eher die Überzeugung, dass man es – um im Bilde zu bleiben – auf der Brücke gar nicht mehr herumreißen will:

„Wir erleben, seit 2008 einen epochalen Wandel! Weltwirtschaft und globales Finanzsystem sind aus den Fugen geraten. Ohne einen grundlegenden Paradigmenwechsel rasen wir nahezu ungebremst auf einen Abgrund zu. Alle ahnen dunkel, dass der Absturz gewaltig sein wird. Aber nur wenige haben eine etwas genauere Vorstellung davon, auf welchem Grund wir am Ende aufschlagen werden. In diesem Buch analysieren wir, wer da eigentlich am Steuer sitzt. Warum diese Leute fahren wie die Irren. Wo die Reise unserer Meinung nach hinführen wird.“ (CidL, S. 11)
Bis jetzt wurde durch Herumdoktern an den Symptomen nur versucht, Zeit zu gewinnen und eine „Dauerkrise“ weiter in die Zukunft zu schieben. Und so bekennen die Autoren, dass auf sie als Ökonomen die bisher durchgeführten Versuche zur Lösung der Finanzkrise und ihrer verheerenden Auswirkungen wie ein endloser Horrorfilm wirke (CidL, S. 14.). Nötig sei aber eine tiefgreifende Reform des Bank- und Finanzwesens an Haupt- und Gliedern, es gebe aber keine Lösung innerhalb des bestehenden Systems. Aber genau deshalb passiert gar nichts, und der Crash rückt immer näher. Denn eine Systemänderung ist für die „Verantwortlichen“ einfach undenkbar. Und so kommen die Autoren zu ihren unerbittlichen Einschätzungen:

„Der Crash wird kommen. Wir sind keine Hellseher, sondern Ökonomen. Daher wissen wir nicht, wann er kommt und wie viele Krisen in welchen Teilsystemen des Finanzsystems ihm noch vorausgehen werden. Aber dass er kommt, ist keine dunkle Prophetie. Der finale Kollaps ist eine logische Konsequenz unbestreitbarer wirtschaftlicher Grundregeln. Was wir momentan erleben, wird in die Geschichtsbücher eingehen. Noch nie war mehr ungedecktes Geld im System wie derzeit. Noch nie wurden die Bilanzen der Notenbanken stärker aufgebläht, und noch nie waren die Zinsen so niedrig. Wir alle wissen, dass man einen Ballon nicht ewig aufblasen kann. Irgendwann muss entweder Luft herausgelassen werden – oder der Ballon platzt. Unsere begründete Vermutung ist, dass es zum Luftablassen längst zu spät ist.“ (CidL, S. 17)

„Der Crash ist die Lösung! Das ist eine heftige Aussage. Aber wir zeigen auf, warum er im Endeffekt sogar gut und notwendig ist. Für die Finanzwelt, deren Macht gebrochen werden muss. Für die Gesellschaft, die wieder gerechter werden muss. Und für jeden Einzelnen, der in einer wahrhaft sozialen Marktwirtschaft vom vernünftigen Eigennutz aller profitieren soll, statt für den irrationalen Reichtum sehr weniger zur Kasse gebeten zu werden.“ (CidL, S. 19)
Bildung eines monetären Zwischenreichs

Die Zusammenfassung der Gründe für den unabwendbaren Zusammenbruch lautet wie folgt (CidL, S. 299 ff.):

Wir wirtschaften mit einem Papier- und Geldsystem ohne jegliche Deckung. Damit kann die Geldproduktion ins Unendliche gehen, ohne dass es eine reale Deckung dafür gibt.
Die Zentralbanken sind bei der Geldschöpfung längst entmachtet, denn die Geschäftsbanken schöpfen heute fast alles neue Geld.
Der Zins- und Zinseszins ist das Musterbeispiel eines exponentiellen Wachstums und darum zum Scheitern verurteilt. Es führt zu immer größeren Vermögen auf der einen Seite und immer größerer Verschuldung auf der anderen, bis der Schuldner nicht mehr zahlen kann. Spätestens dann bricht das System zusammen.
Ebenso ist die Erwartung eines ständigen exponentiellen Wirtschaftswachstums irreal.
Die Globalisierung begünstigt die weltweite Deregulierung der Märkte. Damit wurden und werden die Grundbedingungen jeglicher marktwirtschaftlicher Ordnungspolitik weggefegt. Außerdem ist die Folge eine globale Aufspaltung fast aller Wertschöpfungs- und Konsumketten, was zu einer immensen Ausweitung der Geldflüsse und zur Bildung eines monetären Zwischenreichs führte. Auf dieser Basis ist im Laufe der Zeit eine Monsterwelle aus „Derivaten“, meistens Wetten auf Marktbewegungen, geworden. Volumen 2013: 700 Billionen Dollar, das Zehnfache des Welt-BIP. In diesem Zwischenreich kann es zu nicht mehr beherrschbaren Kettenreaktionen kommen.
Es besteht keine Verbindung mehr zwischen Risiko und Haftung. Stattdessen werden die Risi-ken, also die Kosten bei Scheitern von Investitionen, auf die Allgemeinheit abgewälzt: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Das Resultat ist die Abschaffung der freien Marktwirtschaft.
Weitere „Brandbeschleuniger“: viel zu expansive Notenbankpolitik, kaum noch kontrollierter Lobbyismus, eine ungesunde Nähe zwischen Politik und Finanzindustrie, Gier, Maßlosigkeit und Überheblichkeit in der Bankenbranche.
Die Misere, in die die eben aufgeführten Faktoren geführt haben, wird im neuen Buch der beiden Schwaben genauer durchleuchtet. Das Buch hat acht Kapitel mit zahlreichen Unterkapiteln. Lässt man das Einführungskapitel einmal beiseite betreffen allein vier Kapitel die Analyse der gegenwärtigen Krise, ein Kapitel beschreibt die wahrscheinlichen „Lösungsansätze“, die die „Verantwortlichen“ sich für uns ausdenken könnten bzw. eventuell schon ausgedacht haben, ein weiteres Kapitel gibt Ratschläge zur Vermögenssicherung und im letzten Kapitel werden u.a. auch Alternativen zum bestehenden Finanzsystem skizziert.

In den Kamikazemodus umgeschaltet

In ihren vier Analyse-Kapiteln sprechen die Autoren folgende Themen an: die kranken Banken, der auf tönernen Füßen stehende Exportriese Deutschland, die brüchige Eurozone bzw. die EU mit ihren über-schuldeten und wirtschaftlich nicht wettbewerbsfähigen Staaten, die kritische Situation bei den wichtigsten außereuropäischen Marktteilnehmern (USA, China, Japan). Gerade aus dem letzten Analyseteil, dem 5. Kapitel, soll hier nur beispielhaft das Unterkapitel zum japanischen Patienten vorgestellt werden, da dieses Land uns in mancher Hinsicht viel voraus hat (und das ist leider nichts Positives).

Japan ist nur eine weitere mögliche Bruchstelle des globalen Finanzsystems, das, so zeigen die Autoren beharrlich auf, an Bruchstellen wirklich keinen Mangel hat. Eine Verschärfung der Krise in Japan würde nicht ohne Folgen bleiben. Spöttisch merken die Autoren an, dass Regierung und japanische Notenbank wohl seit Neuestem in den Kamikazemodus umgeschaltet hätten. Anders könne man die Tatsache, dass ein Land, das eine Staatsverschuldung (Stand März 2014) von jedes Maß übersteigenden 12 Billionen US-Dollar (= 238% des Bruttoinlandprodukts) aufweise, einen mittels weiterer Verschuldung und Abwertung des Yen gegenüber den anderen Währungen geprägten Wirtschaftskurs fahre.

Die „Abenomics“ genannte Wirtschaftspolitik hat nur zeitweilig Erfolg gebracht, Japans Wirtschaft kann durch Wachstum das Schuldenproblem nicht lösen und das Land bleibt das am höchsten verschuldete Land in der Welt. Das Ganze ist bis jetzt nicht völlig aus dem Ruder gelaufen, weil das Land zu 92 Prozent im Inland verschuldet ist: „Gegenwärtig akzeptieren die system- und obrigkeitstreuen Japaner noch einen durchschnittlichen Zinssatz von rund 1,3 Prozent und eine Rendite von etwa 0,7 Prozent.“ (CidL, S. 200). Angesichts der demographischen Entwicklung des Landes, die zu einer Überalterung führt, wird diese Inlandsverschuldung zukünftig nicht aufrecht zu erhalten sein. Das Fazit von Weik und Friedrich ist:

„Japan steht vor einer rabenschwarzen Zukunft. Die Verschuldung nimmt immer abstrusere Ausmaße an und wird zwangsläufig zu einem wirtschaftlichen Kollaps führen. Zusätzlich fehlen junge Menschen, die das Land nach dem Crash wieder nach vorne bringen könnten. Schließlich sind die ökologischen und wirtscahftlichen Schäden des Desasters von Fukushima noch keineswegs abzusehen.“ (CidL, S. 201)
Wir alle werden Wohlstand verlieren

Im Kapitel 6 geht es dann ans Eingemachte, es geht um Enteignung, Zwangsabgaben und Inflation („Wir hoffen, Sie sitzen. Aber vielleicht haben Sie es ohnehin schon geahnt, und wir müssen Ihnen ‚nur‘ noch erklären, warum Ihre Ahnungen tatsächlich zutreffen“; CidL, S. 203):

„Erstens: Die Zeit der Rendite ist vorbei.
Zweitens: Wir alle werden Wohlstand verlieren – oder an andere abgeben müssen.“
Die Staaten und Notenbanken der Welt, so Weik und Friedrich, hätten seit 2008 das bestehende todgeweihte Finanzsystem vor dem sicheren Exitus bewahrt und sich selbst dafür durch Verschuldung an den Rand des finanziellen Kollapses manövriert. Die nächste große Banken- und Finanzkrise, die kommen werde, würden die Länder nicht mehr aus eigener Kraft stemmen können. Oder anders ausgedrückt: irgendwann muss die Rechnung ja bezahlt werden, irgendwann helfen keine Haftungen und weitere Aufschuldungen mehr, sondern es muss das Geld fließen oder die Schulden erlassen werden. Es geht nur noch darum, welchen Weg man einschlagen will, um die Bürger zu Kasse zu bitten und „dem System noch ein wenig mehr Lebenszeit zu ermöglichen“ (CidL, S. 210).

Um das Thema „Zwangsabgabe und Enteignung“ zu illustrieren, müssen Matthias Weik und Marc Friedrich nur die schon stattfindende Diskussion um Schuldensteuern und Vermögensabgaben schildern (CidL, S. 204 ff.):

Im Herbst 2013 bringt der IWF eine einmalige Schuldensteuer von 10 Prozent auf alle Vermögen (Sparvermögen, Wertpapiere und Immobilien) ins Gespräch.
Im Dezember 2013 empfehlen die Ökonomen Reinhart und Rogoff in einem IWF Arbeitspapier ein Bündel an Maßnahmen zur Lösung der Krise: höhere Inflation, Kapitalkontrollen, Schuldenschnitte, Zwangsabgaben, eine Steuer auf Ersparnisse. „Alle bisherigen Aktionen werden als nicht ausreichend beschrieben und die Autoren legen dar, dass es wesentlich radikalere und härtere Schritte erfordert, um eine Besserung herbeizuführen – und zwar weltweit!“ (CidL, S. 205).
In die gleiche Richtung wie der IWF im Herbst geht der Vorschlag der Bundesbank im Januar 2014 über eine Vermögensabgabe. Der Vorschlag ist hier noch auf die Vermögenden der Euro-Krisenstaaten bezogen.
Im Februar 2014 wird gemeldet, dass die EU-Kommission, um die Finanzierungslücke für Unternehmen zu schließen (da die Banken sich ja leider verweigern), über ein Gesetz nachdenkt, mit dem sich die Pensionsgelder der 500 Millionen EU-Bürger für langfristige Projekte anzapfen lassen. Weik und Friedrich fragen zu recht: „Darf man sich dem Zugriff auf die eigenen Pensionen verweigern? Wer trägt das Risiko, wenn die Investition schiefläuft?“ (CidL, S. 208).
Zugriff auf die Altersvorsorge von Millionen

Seit 2013 ist bereits ein europäisches Gesetz zur CAC-Klausel (Collective Action Clause) installiert. Alle, die Staatsanleihen direkt als Anlageform gewählt haben oder die Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Rentensparverträge oder Anteile an konservativ aufgestellten Fonds besitzen, sind betroffen. Alle Staatsanleihen, die seit 2013 ausgegeben werden, enthalten diese Klausel über das kollektive Handeln. Die Klausel besagt: Alle Besitzer von Staatsanleihen können gegen ihren Willen im Notfall rückwirkend enteignet werden. Das heißt, falls die Euro-Rettung wieder so richtig in Schwung kommt, könnte die private Altersvorsorge von Millionen Menschen dabei völlig legal in Mitleidenschaft gezogen werden. Koste es, was es wolle … ….

Es ist jedenfalls auffallend, dass inzwischen so intensiv über alternative Wege der Schuldenbeseitigung durch Vermögenssteuern nachgedacht wird. Der Grund könnte auch darin liegen, dass einigermaßen klardenkende Ökonomen die Handlungsmöglichkeiten im bestehenden System als ausgereizt sehen, also im Grunde derselben Meinung sind wie unsere Autoren.

Eine in der Geschichte der Staatswesen immer wieder erprobte Enteignungsmaßnahme ist natürlich die Inflationierung der Währung. Allerdings sind die Dinge in einer global vernetzten Wirtschaft unübersichtlicher und komplexer als z. B. zur Zeit der Inflation im Deutschland der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts. Die Autoren schildern das „Dilemma der Notenbanken“ der entwickelten Staa-ten, die, um auch den kleinsten Wirtschaftseinbruch zu vermeiden, seit Jahren einen verhängnisvollen Kurs der dauernden Zinsverbilligung fahren, der das Finanzsystem mit Geld geflutet hat und damit auch gewährleistet hat, dass die Anleihen der Staaten weiter abgekauft wurden und sie sich weiter verschulden konnten. Jede Erhöhung der Zinsen würde die Wirtschaft abwürgen und auch die Möglichkeiten zur Schuldenaufnahme der Staaten, so dass durch Staatsbankrotte das Finanzsystem zusammenbrechen würde.

Notenbanken spekulieren auf Inflation

Weik und Friedrich neigen zu der Ansicht, dass die Notenbanken versuchen werden, die Verschuldung der Staaten durch weitere Inflationierung abzubauen, in der Hoffnung damit den großen Crash zu vermeiden. Diese Hoffnung – und das ist keine Überraschung für den Leser, der ihnen bis dahin gefolgt ist – teilen die Schwaben allerdings nicht. Zurzeit tobt noch der Meinungskampf darüber, wie die aktuell ohne Zweifel vorhandene negative Realverzinsung einzuschätzen ist. Die niedrigen Zinsen für konservativ angelegte Spargelder können nicht einmal mehr die niedrige offizielle Inflationsrate ausgleichen. Um hier noch einen Ausgleich zu schaffen müsste man in Risikoanlagen gehen. Allerdings misstrauen Weik und Friedrich der offiziell ermittelten Inflationsrate und halten die echte, nicht über statistische Tricks ermittelte Teuerungsrate für sehr viel höher:

„Ein Maßstab für die ‚echte Inflation‘ könnte vielleicht die Erhöhung der Diäten unserer Politiker der letzten Jahre sein. Obwohl die Kassen leer sind, wurden diese im Jahr 2012 um 3,8 Prozent, 2013 um 3,66 Prozent und im Februar 2014 um satte 10 Prozent auf nunmehr 9082 Euro pro Monat angehoben.“ (CidL, S. 224)
Es gibt also schon eine höhere Inflation, nur das könnte erst der der Anfang sein. Angesichts der aktuellen Geldflutpolitik der Notenbanken zur Rettung von Staaten und Banken halten die beiden Autoren einen Zusammenbruch der Währungen, der schließlich in eine Hyperinflation münden wird, für unvermeidbar:

„Wenn die Geldflut die Realwirtschaft dann doch unter Wasser setzt – und irgendwann muss und wird das passieren – dann ist auch beim Letzten das Vertrauen in die fatale monetäre Rettungspolitik zerstört. Alle Hoffnungen der Zentralbanken, sie könnten ihr billiges Geld irgendwann wieder ‚einsammeln‘, sind pure Illusion. Wir werden daher im Anschluss an eine deflationäre Phase eine Inflation erleben, die schließlich in einer Hyperinflation enden wird. Danach werden ein Währungsschnitt und eine Währungsreform durchgeführt. Wer Augen hat zu sehen, kann dies heute schon erkennen.“ (CidL, S. 216)
Alle Bürger werden enteignet…

Beim Thema „Währungsreform“ hätten die Autoren noch etwas deutlicher werden können, denn man kann noch in Ergänzung zu den Aussagen der Autoren anmerken: Nach einer Währungsreform, in der mit großer Wahrscheinlichkeit die Sparvermögen rasiert werden, werden dann Konzepte für den Zugriff auf sonstige Vermögenswerte auf den Tisch gelegt, wie sie – z. B. von IWF oder Bundesbank – schon weiter oben aufgeführt wurden. Denn Vermögen, die nicht der Geldentwertung anheim fallen, sind für den Staat dann als Objekt von Ausgleichsmaßnahmen und zur Befriedung der Gesamtsituation unerlässlich. Vielleicht nennt man das Ganze wie nach 1945 erneut Lastenausgleich oder erfindet kreativ neue Begriffe wie Sozialausgleichsbeitrag, Vermögensabgeltungszahlung, Entschuldungssteuer, Solidaritätsabgabe oder anders, aber es wird darauf hinauslaufen, dass alle Bürger mit Vermögenswerten in einer gewissen Form enteignet werden.

Für die Autoren ist ganz klar, dass die Bürger große Verluste erleiden werden, und wer sich nicht vorbereitet, könnte alles verlieren:

„Wenn Sie es schaffen, 50, 60 oder sogar 70 Prozent Ihres Vermögens über die Krise zu retten, werden Sie zu den Gewinnern gehören. 90 Prozent der Menschen oder sogar mehr werden 80, 90 und mehr Prozent ihrer Rücklagen verlieren, sofern sie in der einen oder anderen Form in Papierwerten angelegt sind. So war es in der Vergangenheit immer bei großen Wirtschaftskrisen, und so wird es auch dieses Mal der Fal sein. Einer muss schließlich die Zeche bezahlen. Bitte bedenken Sie immer: Nicht der Staat geht pleite, sondern seine Bürger. (…). Der eine wird mehr bezahlen müssen und der andere weniger, aber wir werden alle abgeben und unseren Beitrag leisten müssen – ob wir wollen oder nicht.“ (CidL, S. 211)
Fast 70 Seiten ihres Buches versuchen die Autoren im Kapitel 7, den Lesern deshalb Tipps zur Vermö-genssicherung zu geben. . Es werden viele Asset-Klassen angesprochen bis hin zum flüssigen Gold Schottlands, dem Whisky. Ob die Vorschläge für die eigene Vermögenssicherung taugen, diese Einschätzung muss der Leser selbst vornehmen. Nur die beiden ganz globalen Ratschläge der Autoren seien hier genannt: Keine Schulden machen, und von den Papierwerten hin zu den Sachwerten umschichten.

Als kleine Anmerkung zu diesem Teil des Buches wäre nur noch zu sagen, dass hier offensichtlich wird, Weik und Friedrich sind Finanzexperten, haben aber vom Pokern keine Ahnung. Aber das ist ja in Ordnung. Man muss ihnen deshalb auch nachsehen, dass im Zusammenhang mit der Schilderung des Klumpenrisikos bei Immobilien der Vergleich mit dem Pokerspiel misslingt, denn es ist im Falle eines normalen Kartendecks beim Pokern unmöglich, alle Chips auf ein Pärchen mit Kreuz-Zwei zu setzern (CidL, S. 266).

“Öffentlich-rechtliche Monetative”

Im abschließenden 8. Kapitel, das wie der Titel des Buches benannt wurde, wird diskutiert, welche grundlegende Maßnahmen durchgeführt werden müssten und welche Alternativkonzepte zum bestehenden System die Autoren bevorzugen würden. Als wichtige Schritte zu einem nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystem „nach dem unvermeidlichen finalen Kollaps“ sehen Weik und Friedrich u. a. Folgendes an (CidL, S. 306 ff.): Die unkontrollierte Geldschöpfung sei zu verhindern. Die Notenbanken hätten zurzeit nur begrenzte Möglichkeiten, die Geldschöpfung zu steuern. Die unkontrollierte Giralgeldschöpfung aus dem Nichts durch private Banken müsse daher gestoppt werden. Die Autoren schlagen in diesem Zusammenhang als „vierte Gewalt“ neben Legislative, Exekutive und Judikative eine „öffentlich-rechtliche, strikt unabhängige, transparente, direkt oder indirekt gewählte ‚Monetative‘“ (CidL, S. 307) vor.

Banken müssten viel strenger reguliert werden. Die Eigenkapitalquoten von Banken müssten massiv erhöht werden, die Banken selbst außerdem drastisch geschrumpft werden. Durch gesetzliche Regelungen dürften Banken künftig nur noch eine Bilanzsumme haben, die sie gesamtwirtschaftlich nicht zum Problemfall werden lässt. Banken müssten außerdem, wie jedes Unternehmen, pleitegehen können, ein „Too big to fail“ dürfe es nicht mehr geben. Auch über die Einführung eines Trennbankensystems wäre nachzudenken. Eigenhandel und Leerverkäufe müssten den Banken schlicht verboten werden. Durch Eindämmung der Spekulationen über eine Finanztransaktionssteuer könnten die Banken weiters gezähmt werden. Und last but not least: Es habe sich aus Sicht der Autoren klar erwiesen, dass erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile bei Spitzenmanagern ein Unternehmen nicht erfolgreicher machen, sondern es langfristig ruinieren würden. Das heißt, es müssen Boni, Abfindungen und Erfolgsprovisionen für Topmanager abgeschafft oder gedeckelt werden, nicht nur bei Banken.

Wer Risiken eingehe, müsse haften. Die Entscheidungsträger in Politik, Finanzbranche und Großunter-nehmen hätten in Zukunft die Folgen ihres Handelns persönlich tragen. Originalton der Autoren hierzu: „Wir sind felsenfest überzeugt, dass exzessive Spekulationen, riskante, fragwürdige Entscheidungen, Vetternwirtschaft und auch Steuergeldverschwendung größtenteils von ganz alleine verschwinden würden, wenn die Verantwortlichen mit Haus und Hof dafür gerade stehen müssten.“ (CidL, S. 310)

Wiederherstellung der Steuergerechtigkeit

Lobbys seien offenzulegen und zu kontrollieren. Ohne strenge Kontrollen untergrabe Lobbyismus die Demokratie. Wo Interessenvertretungen wahrgenommen wurden, muss das auch transparent gemacht werden. Spenden im Umfeld der Politik seien bis auf den letzten Cent offenzulegen. Indirekten Spenden über Privilegien und Vergünstigungen seien deshalb zu verbieten. Außerdem seien lange Sperrfristen beim Wechsel von der Politik in die Wirtschaft einzuhalten.

Das Steuersystem müsse vereinfacht und gerechter gemacht werden. Denn diese Aussage der Autoren ist leider wahr: „Mehr als die Hälfte aller steuerrechtlichen Bestimmungen der Welt sind in einer einzigen Sprache verfasst: Deutsch.“ (CidL, S. 312) Eine Vereinfachung des Steuersystems zur Wiederherstellung der Steuergerechtigkeit gehöre deshalb mit auf die Agenda für ein besseres Finanzsystem.

Einen Marshallplan für Krisenstaaten müsse es geben, aber auch ein Abschied von der Weltwährung sei nötig. Die Autoren plädieren für einen Schuldenerlass mit anschließender Wiederaufbauhilfe für die Südeuropäischen Staaten. Auf jeden Fall – das wird schon in einem Vorkapitel klar – muss z. B. Griechenlands aus der Eurozone austreten, um wirtschaftlich überhaupt noch auf die Beine zu kommen. Die Frage, in welcher Währung welche Nord- oder Südstaaten der Eurozone sein werden, stellt sich für die Autoren nach dem „Big Bang“ allerdings gar nicht mehr, denn es ist für sie kaum vorstellbar, dass nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems die Eurozone noch so aussieht, wie sie heute ist, bzw. dass sie überhaupt noch ist. Eine Rückkehr zu nationalen Währungen mit freien Wechselkursen ist für Weik und Friedrich unabdingbar. Nationale Währungen und eine strenge Regulierung des Devisenhandels, die Spekulation nicht zulässt, müsste die zügellose Globalisierung der Finanzmärkte ablösen.

Den Autoren ist klar, dass die moderne arbeitsteilige Wirtschaft ohne Kredit nicht funktionieren würde. Sie halten jede Art von Zinsverbot deshalb für völlig utopisch, allerdings sollte man sich Gedanken darüber machen, ob man den Zinseszins nicht begrenzen kann. Eine der der wichtigsten Forderung ist für Weik und Friedrich, die Ablösung des bisherigen Papiergeldsystems. Die Autoren plädieren für die Rückkehr zu einem von realen Werten gedeckten Geldsystem. Verschiedene Optionen böten sich da an: Golddeckung, Deckung durch rare Rohstoffe oder z. B. das Vollgeldsystem. Die Einführung eines neuen Goldstandards halten Weik und Friedrich in unserer arbeitsteiligen Wirtschaft allerdings nicht mehr für realistisch.

Am Anfang dieses Beitrags wurde schon angemerkt, dass die Autoren das globale Finanzsystem in einer Endzeit sehen. Wie immer, wenn man das Alte im Absturz sieht und etwas Neues, das es ersetzen könnte oder sollte, zu umreißen versucht, ist die Beschreibung der schlimmen Wirklichkeit immer sehr viel dankbarer als die Schilderung eines eher ungefähren Bildes der Zukunft, in der dann all die guten Lösungskonzepte zum Tragen kommen, falls man sich entschließen könnte, sie umzusetzen.

Wer den Autoren nicht vollständig in ihrer rabenschwarzen Sicht auf die künftige Entwicklung des bestehenden Finanzsystems folgen will, muss es ja nicht tun und kann weiter auf einen glimpflichen Ausgang hoffen nach dem uralten Beruhigungsmantra, dass ja nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Zumindest wird kein Leser des Buches überrascht sein, wenn das nächste Mal in Politik und Bankenwelt wieder laut über eine Besteuerung von Spareinlagen oder eine Vermögenssteuer nachgedacht wird. Oder wenn Politiker plötzlich ganz neue Maßnahmen zur Stabilitätssicherung fordern, eventuell in Verbindung mit einer „kleinen“ Währungsreform. Wer das Buch gelesen hat, ist gewarnt.
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53 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoffen wir mal, dass es "nur" eine Währungsreform wird!, 13. Mai 2014
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)
Nach ihrem Bestseller „Der größte Raubzug der Geschichte“ lieferten die Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich im April 2014 ein weiteres Buch zum "finalen Kollaps" ab: "Der Crash ist die Lösung". [1] Vorab eine Bemerkung zu den Verlagsleistungen: Gegenüber dem Vorgänger hat sich hier einiges getan - Satz, Layout und vor allem auch die Sprache geben keinen Anlass zu Beanstandungen.

Im ersten Teil des Buches werden – anschließend an den „Raubzug“ – neuerliche Verfehlungen des weltweiten Finanzsystems skizziert. Aber auch die verschiedenen Politik-Löcher, durch welche Milliarden von noch nicht realisierten Steuergeldern bereits verschwunden sind, werden akribisch aufgezählt. Man muss – wieder einmal – starke Nerven haben, um den unfassbaren Strom von Betrügereien unserer Institutionen und Regierungen ertragen zu können.

Wieder einmal wird gezeigt, dass unser Geld im Wesentlichen in den Taschen krimineller Bänker versickert. Für viele Wahlwerbungs-Gläubige könnte aber auch der Hinweis nützlich sein, dass "Exportweltmeister" ein zweifelhafter Titel ist, wenn man befürchten muss, dass ein großer Teil unserer Forderungen niemals gezahlt werden dürfte.

Was für mich neu war, ist der umfassende Nachweis, dass unsere Nachbarländer - soweit das überhaupt möglich ist - noch "kränker" sind als wir.

Einen merkwürdigen Bogen schlagen die Autoren um das Problemfeld der Islamisierung. Diese enorm dramatische Entwicklung betrifft ja keineswegs nur die Frage, ob Deutschland in wenigen Jahren eine Provinz der Türkei bilden wird – es geht auch ganz konkret um gewaltige Summen von Geld, das wir für diesen zweifelhaften Zweck aufwenden. So errechnen sich bereits für 2007 jährliche Kosten der islamischen Migration alleine über die Sozialtransfers in Höhe von knapp 80 Milliarden Euro jährlich! [2] Fachleute gehen davon aus, dass im Umfeld der Migration, angefangen von entsprechenden Instituten über die Kosten der Betreuung bis zu Verwaltungskosten, Polizei, Rechtsverfolgung und Strafvollzug mindestens nochmal der gleiche Betrag anfällt.

Seit 2007 dürften sich diese Kosten mehr als verdoppelt haben. Wenn man sich also mit Geldverschwendung von Regierungen in Europa befasst, steht die Islamisierung mit Sicherheit mit jährlichen Kosten, die heute eher bei 250-300 Milliarden Euro im Jahr liegen dürften, ganz oben auf der Ursachenliste; insbesondere, da unsere europäischen Nachbarn von diesem hausgemachten [3] Problem mit leichten Abweichungen ebenso betroffen sind wie wir.

Weik und Friedrich zählen sicher nicht zu den Unaufgeklärten und Naiven, denen solche Vorgänge nicht bewusst sind – entsprechend fragt man sich, welche Motive hinter dem Verschweigen dieser Zusammenhänge liegen.

Der zweite Teil befasst sich mit einer Analyse der Möglichkeiten, die der betroffene Bürger hat, wenigstens einen Teil seines Vermögens über einen Crash hinüber zu retten.

Man muss den Autoren zugestehen, dass sie hier nicht leichtfertig Hoffnung verbreiten, sondern relativ nüchtern und ehrlich die Probleme aufzählen, die mit einzelnen, hier und da genannten Vorkehrungen verbunden sind. Insbesondere wird durchgängig davor gewarnt, sich auf Abenteuer zu stürzen, von denen man wenig oder keine Ahnung hat.

So mag es für einen Experten durchaus sinnvoll sein, sein Haus auf regenerative Energiegewinnung aufzurüsten; insbesondere, wenn es gelingt, die Investition mit einer Autarkie für den Krisenfall zu kombinieren, kann man auf diesem Weg einen Mehrfachnutzen erreichen – aber eben nur, wenn man genug davon versteht, sich nicht auf ineffiziente Technologien einzulassen. Technischer Durchblick ist da ebenso gefragt wie nüchternes kaufmännisches Kalkulieren. Dieses Beispiel zeigt, dass den Autoren durchaus Vorsorgemöglichkeiten eingefallen sind, von denen man nicht überall schon gelesene hat.

Ganz besonders wichtig finde ich die ernüchternde Aufklärung zu Immobilien – das ist schließlich die meistverbreitete Hoffnung von Krisen-Taktikern. Jeder, der gelegentlich Gespräche über das Thema führt, erlebt, wie naiv viele Menschen hinsichtlich des Einfallsreichtums und der Skrupellosigkeit von Regierungen agieren.

Dennoch muss man sich im Klaren darüber sein, dass alleine schon durch die Begrenztheit des zur Verfügung stehenden Raumes der Ratgeberteil, der sich mit Vorsorge beschäftigt, weder in Breite noch in der Tiefe mit spezialisierten Büchern messen kann. Er sollte aber durchaus einen ersten Überblick bieten und - wenn man seine persönlichen Optionen überprüft hat - zum Kauf weiterführender Literatur Hilfestellung bieten. 38(!) Seiten Anmerkungen mit unzähligen Referenzen und Links bieten da reichlich Anregungen.Im letzten Kapitel gehen die Autoren dann auf mögliche Lösungswege ein - die, um nicht missverstanden zu werden, natürlich nur nach einem Crash begangen werden könnten. Sie hoffen dabei im Wesentlichen auf eine Rückbesinnung auf menschliche Werte.

Auch wenn im oben ausführlich dargestellten Problemfeld der Islamisierung beim Rezensenten etwas Unverständnis zur Abstinenz der Autoren besteht, kann man das Buch eindeutig zur Lektüre empfehlen. Es birgt sicher nicht die Brisanz und auch nicht die Bedeutung eines "Deutschland schafft sich ab", sollte jedoch auch hartnäckige Optimisten davon überzeugen können, dass es Zeit wird, seine Finanzen zur Abwehr des unvermeidlichen Jahrhundertsturms so gut es noch geht festzuzurren.

Ob die Auflösung des größten Schuldenbergs der Geschichte tatsächlich über eine Währungsreform erfolgt - andere Autoren wie Janne Jörg Kipp fabulieren ja sogar von der möglichen Einführung einer Weltwährung -, wird viel davon abhängen, ob es zum von den USA betriebenen dritten Europakrieg kommen wird oder nicht. [4] Die wenigsten von uns werden sich in einem solchen Fall noch Sorgen um ihre Ersparnisse machen dürfen.

Was man jedenfalls aus dem Buch lernen kann - und das ist für mich die wesentliche Erkenntnis, die "Der Crash ist die Lösung" präsentiert: Die Dinge liegen, insbesondere auch bei unseren Nachbarn, noch viel schlimmer, als man so schon befürchtet hat. Wer noch etwas unternehmen will, sollte sich sputen.

Meine ganz persönliche Hoffnung liegt darin, dass wenigstens ein paar von uns Hunden endlich mal die Hand beißen, die sie ertränkt.

print-jury 5* A1206 © 11.5.2014 ABR Rezensionsexemplar

[1] [...]

[2] Ermittlung der Sozialkosten deutscher Migranten (nach Mannheimer):

Sozialleistungen 2007 insgesamt: 707 Milliarden Euro
Pro Kopf: 8.593 Euro
Anzahl der Migranten und Personen mit Migrationshintergrund: 15,2 Millionen
Einkünfte ohne Sozialleistungen von Migranten: 53 Milliarden Euro
Pro Kopf: 3.486,21 Euro
Unterdeckung im Sozialsystem pro Kopf: 5.106,79
Wahre Kosten der Migration, auf den Durchschnitt bezogen, somit: 77,62 Milliarden Euro.

[3] Kein Staat der Welt ist verpflichtet, Armuts-Einwanderung zuzulassen oder gar mit der Sozial-Gießkanne massiv zu fördern. In traditionellen Einwanderungsländern wie den USA zum Beispiel erhalten Einwanderer 5 Jahre lang überhaupt keine Sozialunterstützung.

[4] Solange keine Bomben auf die USA fallen, beinhaltet das Wort "Weltkrieg" eine Falschfärbung der Geschehnisse, die man nicht mittragen sollte.
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31 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum lassen wir uns das noch bieten?, 19. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)
Das Warten auf dieses zweite Buch der Autoren hat sich gelohnt.

Die beiden Ökonomen schildern in Kapitel 2 überaus deutlich, dass wir aus der letzten Finanzkrise nichts gelernt haben. Die Banken zocken wieder mit unserem Geld. Die Hoffnung auf die Wiederkehr des "ehrbaren Kaufmanns" wird sich wohl auch erst erfüllen, wenn wir als Gesellschaft die Geiz-ist-geil-Mentalität endlich ablegen und Werte wieder achten.

Spätestens Kapitel 3 und 4 machen wütend auf Politiker, Lobbyisten und Banker. Die Rettungspakete für andere Staaten oder für Banken werden mit Niedriglöhnen und zunehmender Kinderarmut finanziert. Banken statt Bildung! Treffender hätten die beiden Autoren es nicht formulieren können. Sie stellen zurecht die Frage: Wie blöd sind wir eigentlich? Wie lange glauben wir noch den Aussagen, dass alles so sein muss wie es momentan ist, dass Euro und EU nur zu unserem Vorteil sind? Oder dass Deutschland reicher ist als andere Länder. Der Vergleich des Netto-Geldvermögens pro Kopf beschert uns im europäischen Vergleich nur Platz 8.

Im Kapitel Enteignung, Zwangsabgabe und Inflation machen Weik & Freidrich klar, was noch kommen kann - die Zinssenkung in Richtung Null ist bereits eingetreten. - Wir alle werden Wohlstand verlieren.

Wie schütze ich mein Vermögen? Die Frage, die jeden betrifft. Die Analyse der einzelnen Anlageformen ist hier für jeden verständlich und zeigt auch die damit verbundenen Risiken und Schwachstellen auf. Ein Leitfaden für die ganz persönlichen Überlegungen.

Neben den fünf Sterne würde ich Zusatzpunkte vergeben:
1.
hochkomplexe finanzwirtschaftliche Themen (z. B. Target2, Libor) werden auch für Laien verständlich und nachvollziehbar erklärt, die abgebildeten Diagramme sprechen für sich und vermitteln jedem Leser anschaulich die derzeitige Lage.
2.
der Schreibstil ist locker, teilweise ironisch und einfach fesselnd
3.
das umfassende Quellenverzeichnis - für jeden im Internet recherchierbar

Ich hoffe, dass auch dieses Buch viele Menschen erreichen wird.
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Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten
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