newseasonhw2015 Hier klicken mrp_family lagercrantz Cloud Drive Photos WHDsFly Learn More praktisch Kühlen und Gefrieren Fire HD 6 Shop Kindle Artist Spotlight Autorip SummerSale

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. März 2014
Mittlerweile ist das mein vierter Roman von Elisabeth Herrmann und der zweite Roman um den Anwalt Joachim Vernau. Und man könnte sagen, dass ich inzwischen zum Fan geworden bin. Jeder Roman der Autorin versprüht einen besonderen Charme, ist hervorragend recherchiert und geschrieben.

Im vierten Teil um Joachim Vernau ist zunächst seine ehemalige Partnerin Marie-Louise spurlos verschwunden. Wie sich dann herausstellt, wird sie gemeinsam mit Vernaus Freund Jacek in Polen des Mordes verdächtigt. Vernau reist über die Grenze und ermittelt gemeinsam mit einer polnischen Anwältin. Er stößt dabei auf verschollene Briefe, einen alten Friedhof, Weinberge an den Ufern der Oder und auf alte Familientragödien.

Von Beginn an zieht die Handlung in den Bann. Auch wenn der Anfang zunächst noch träge dahinplätschert, lauert dahinter bereits die Tragödie. Die Spannung baut sich bis zum Ende kontinuierlich auf. Eingeschoben werden dabei immer wieder historische Rückblicke an das Kriegsende. Wie sich die Menschen damals arrangieren mussten und wie daraus die Geschichte von Flucht, Vertreibung und Familienbesitz entstand. Dabei wird nie moralisiert. Vielmehr verschwimmen die Grenzen zwischen Opfern und Tätern. Großartig. Und ganz nebenbei bekommt man Lust auf eine Reise zu den Weinbergen Polens.

Sprachlich bewegt sich der Roman auf einem durchaus ansprechenden, aber immer lesbaren Niveau. Die Autorin versteht ihr Handwerk. Entscheidend tragen aber auch die Figuren dazu bei. Man versteht die Ängste und Nöte der Polen. Jeden Charakter reibt sein eigenes Schicksal an. Ob Vernau selbst in seiner eigenen Art, ob die Anwältin der Armen Marie-Lousie, ob Jacek oder Vernaus Mutter mit ihrer Freundin Frau Huth – man gewinnt sie alle irgendwie lieb.

Und den ganzen Roman durchzieht eine feine Prise Humor. Eine Art von Komik und Zynismus, die leider in den Verfilmungen der Romane nicht gänzlich auszumachen ist. Wenn Vernau in den Kreisen der Reichen ermittelt, klingt oft genug eine ironische Distanz durch. Gerade in den Gegensätzen zu den einfachen und ärmlichen Lebensläufen der anderen Hauptdarsteller. Großes Kino.

Fazit: Ein äußerst lesenswertes, unterhaltsames Buch, das den notwendigen Ernst der Geschichtsaufarbeitung nicht vermissen lässt. Mehr davon!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 29. Dezember 2013
Vor zwei Jahren hatten Joachim Vernau und seine Partnerin Marie-Luise beschlossen, eine Auszeit zu nehmen - privat, beruflich, voll umfänglich. Zwei Jahre hatten sie nichts voneinander gehört, bis die polnische Anwältin Zuzanna Makowska bei Joe Vernau auftaucht und ihn zum derzeitigen Aufenthaltsort Marie-Luises befragt. Vernau folgt ihren Spuren nach Polen, wo - für ihn völlig unfassbar - für Marie-Luise ein Haftbefehl existiert wegen des Verdachts auf Beteiligung bei einem Raubmord. Auch der Hauptverdächtige entpuppt sich mit Jacek Zielinski als alter Freund. Was war nur passiert? Woher kannten sie den Toten?
Joachim Vernau macht sich auf die Suche und stößt auf ein altes Geflecht von Schuld und Verrat. Und er kommt einem Täter in die Quere, der an der Vergangenheit ein so großes Interesse hat, dass er auch vor Mord nicht zurückschreckt - und schon gar nicht davor, für seine Verbrechen zwei Unschuldige büßen zu lassen...

Und mein Fazit:
Jeder der Romane von Elisabeth Herrmann, den ich bisher gelesen habe, war ein Leseerlebnis. Auch VERSUNKENE GRÄBER hat sich als Highlight entpuppt, sowohl als Krimi als auch als Roman. Ein fesselnder Fall, bei dem weniger das WHO DONE IT? im Mittelpunkt steht als die Ermittlung der zunächst erzwungenen Zweckgemeinschaft Vernau/Makowska. Fast nebenbei erfährt man eine Menge über Land und Leute, polnischen Wein und historisches Leid auf beiden Seiten, trotz des immer heiklen Hintergrunds ohne Schuldzuweisungen oder erhobenen Zeigefinger. Und es beweist das Erzähltalent Elisabeth Herrmanns, dass sie es schafft, den Spannungsbogen derart straff zu halten, dass ich den Roman für zwei Tage (oder eigentlich Nächte) bis zum Lesen der letzten Zeilen nicht aus der Hand legen konnte, aber dabei auch mit einigen Szenen schallendes Gelächter provozieren kann. Der chancenlose Schlafwandler war klasse.

Hier noch ein kurzer Überblick zur Reihe um den Anwalt Joachim Vernau:
Das Kindermädchen
Die siebte Stunde (Ein Joachim-Vernau-Krimi)
Die letzte Instanz: Kriminalroman (Ein Joachim-Vernau-Krimi)
VERSUNKENE GRÄBER
22 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Januar 2014
Elisabeth Herrman schreibt wirklich gute Krimis. Ich bin normalerweise kein wirklicher Freund von Krimis, aber als meine Mutter mir das Buch empfohlen und praktisch "aufgedrückt" hatte, zog es mich schnell in den Bann. Am Abend, an dem ich es anlas, ging ich jedenfalls nicht mehr schlafen. Vernau ist ein Charakter, mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann. Und stellenweise kam bei mir sogar ein wenig "Silent Hill"-Feeling auf!( eins der Must-Plays was Horror und Krimi Computerspiele angeht)
Das Beides zusammen ist mir bei einem deutschen Autoren noch nicht begegnet, also kann ich das Buch nur weiterempfehlen!
Ich werde mir jetzt erst mal die anderen Vernaus holen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. November 2014
Dieser Krimi gehört mit zu den Besten die ich in letzter Zeit gelesen habe!!! Das würde ich definitiv auch über das 3. Buch der Serie um Joachim Vernau "Die letzte Instanz" sagen. Und doch hat die Autorin es geschafft, sich selber noch einmal zu überbieten. Hut ab!!!

Denn dieses Buch beinhaltet Spannung pur in vielerlei Hinsicht:

Die Krimigeschichte in sich ist sehr spannend geschrieben: sie beginnt mit dem Mord an Horst auf einem Weingut in Polen, auf das sich Jacek - der frühere Berliner Autohändler - zurückgezogen hat und wegen Mordverdacht verhaftet wird. In Folge dessen rückt auch Marie-Louise ins Zentrum der Ermittlungen und weitere Taten folgen. Joachim Vernau erfährt hiervon und will den Freunden mit seinen Recherchen und seinem Einsatz tatkräftig helfen.

Die Hintergründe der Taten, die in die geschichtliche Vergangenheit reichen, wurde so spannend, sensibel und bewegend geschrieben, dass alleine dies schon viel zur Klasse des Buches beiträgt.

Darüber hinaus verfolgt man gebannt das Aufleben und die Entwicklung der seit dem letzten Fall "Die letzte Instanz" eingeschlafene Beziehungen zwischen den bisherigen Protagonisten Jochim Vernau, seiner Mutter und deren Freundin "Hüthchen", Marie-Louise und Jacek. Toll ergänzt wird dies durch die polnische Anwältin Zuzanne, ohne dass es konstruiert wirkt.

Ein super spannender Krimi, der mir lange in Erinnerung bleiben wird und ich jeden nur empfehlen kann!!!!!!

p.s. für Elisabeth Herrmann: ich finde Vorworte oder Danksagungen als Leser nicht überflüssig, sondern lese diese nach über 1.500 Büchern immer noch interessiert und gerne!!! Wer etwas Negatives in Rezensionen darüber schreibt, kann wohl die Arbeit, die hinter einem gelungenen Buch steckt, nicht schätzen. Viele andere jedoch schon!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Joachim Vernau, seines Zeichens mehr oder minder erfolgreicher Anwalt, wird beim Essen mit seinem Kollegen von einer polnischen Anwältin nach Marie-Luise, ebenfalls Anwältin, ebenso erfolgreich wie Vernau, befragt. Der Kontakt ist schon länger abgebrochen, doch als Vernau seine ehemalige Kollegin weder telefonisch erreicht noch persönlich antreffen kann, beginnt er sich Sorgen zu machen. Und die Sorgen werden noch größer, als er erfährt, weswegen Marie-Luise gesucht wird...

"Versunkene Gräber" ist der 4.Band der Joachim-Vernau-Reihe und hat mich sehr gut unterhalten. Elisabeth Herrmann schafft es immer wieder mich in ihren Bann zu ziehen.

Die Geschichte spielt in Deutschland und Polen und dreht sich um die gemeinsame Vergangenheit der beiden Länder. Die Story ist von Anfang an spannend und die Autorin führt ihren Leser so gekonnt an der Nase rum, dass mir bis zum Schluß nicht klar war, worauf sie eigentlich hinaus will. Zwar fügten sich nach und nach die einzelnen Puzzleteile aneinander, aber das Gesamtbild wurde erst auf den letzten Seiten deutlich. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte wird abwechselnd von Joachim Vernau selbst und aus der Erzählerperspektive erzählt. So ist man als Leser direkt in die Ermittlungen eingebunden, hat aber zeitgleich einen kleinen Wissensvorsprung.

Der Stil von Elisabeth Herrmann ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, ohne Schnörkel und bewahrt dennoch genug Geheimnisse, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Fazit: ein sehr gut durchdachter Krimi,der Lust auf mehr macht. Eine klare Leseempfehlung.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Juli 2014
Als Joachim Vernau während der Mittagspause von der polnischen Anwältin Zuzanna Makowska überrumpelt und auf seine Ex-Partnerin Marie-Luise angesprochen wird, klingeln bei ihm die Alarmglocken. Seit fast zwei Jahren hat er sich nicht mehr bei der Berlinerin gemeldet, doch nun soll sie gemeinsam mit einem Bekannten in einen heimtückischen Mordfall auf einem alten, polnischen Friedhof verwickelt sein und sich seitdem vor der Polizei verstecken. Vernau ist entsetzt und setzt alle Hebel in Bewegung, doch die Indizien verdichten sich und kurz hinter der Deutsch-Polnischen-Grenze gehen auch noch fast 70 Jahre nach Kriegsende die Geister der Hinterbliebenen um, welche nachts aus den versunkenen Gräbern steigen und die Lebenden um den Verstand bringen.

Als ich den Krimi gekauft habe, wusste ich nicht, dass der neue Herrmann der vierte Teil einer Reihe ist und treue Leser auf alte Bekannte treffen. Joachim Vernau war für mich also erst einmal ein Fremder, dessen Freundeskreis ebenso im Dunkeln lag wie der mysteriöse Todesfall in dem beschaulichen Zielona Góra. Mit dem Protagonistin bin ich dann aber ziemlich schnell warm geworden, da er vergangene Erlebnisse mit Marie-Lou & Co. im Geiste Revue passieren ließ und er trotz einer eher unrosigen beruflichen Lage ohne zu zögern für Menschen in Not alles stehen und liegen lässt. Auch sein weiblicher Gegenpart aus dem Nachbarland ist ein interessanter Charakter, da Zuzanna aus anfänglicher Skepsis ihrem Pflichtmandanten gegenüber doch noch zur eigentlich unwahrscheinlichen Unschuldsvermutung umschwenkt und Fehler mit weiblichem Charme ausbügelt.

Der Schreibstil der Autorin ist insgesamt wirklich frei jeder Kritik, da sie schnörkellos und dennoch treffend die wunderschöne, aber erst in den letzten Jahrzehnten vernachlässigte Region um das schlesische Weinanbaugebiet beschreibt und mir als völligem Weinlaien doch Lust auf ein Glas des edlen, vollmundigen Tropfen macht.
In kursiv gedruckten Zeilen lässt sich uns auch an den Liebesworten des ehemaligen Gutsherren Walther Hagen gerichtet an seine gute Rosa teilhaben, die das Leid der Hinterbliebenen auf beiden Seiten der Oder greifbar machen und den schwierigen Grad von Menschlichkeit gegenüber den Feinden und schlichter Überlebensangst völlig unparteiisch und ungeschönt projizieren. Das Thema einer möglichen legalen, aber schmerzlichen Rückführung von Vertriebenen in ihre Geburtsorte wird für meinen Geschmack behutsam und mit dem nötigen Wissensstand der Recherchen abgerundet, der Platz für die eigene Wertung lässt. Ein Nebencharakter sagte dazu recht passend: „Ihre moralische Empörung endet doch dort, wo der eigene Vorteil beginnt.“ (S.390) und deshalb gibt es hier wohl keine einheitlich richtige oder falsche Meinung, sondern nur persönliche Schicksale.
Einzig zu Beginn der Lektüre haben mich häufige Erzählperspektiven etwas aus der Bahn geworfen, da Elisabeth Herrmann auch hier besonders kunstvolle Einleitungen für die neuen Kapitel wählte, die Vernau Neulinge wie mich dann doch verwirrten.

Die versunkenen letzten Ruhestätten haben mich auch in den Krimi für zwei spannende Tage versinken lassen und gezeigt, dass im Krieg und in der Liebe vermeintlich alles erlaubt ist, aber nach Kriegsende vieles doch wieder aus der Gruft mit einem modrigen Geruch aufsteigt.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Januar 2014
"Versunkene Gräber" ist der vierte Krimi in der Reihe mit dem Anwalt Joachim Vernau. Zu Beginn des Romans erfährt Joachim, dass sein Freund Jacek in Polen im Gefängnis sitzt, da er - reichlich betrunken - auf dem Friedhof eines polnischen Dorfes einen Hamburger Gelegenheitsarbeiter erschlagen haben soll. Damit nicht genug: Die Polizei fahndet nach der untergetauchten Marie-Luise, Joachims ehemaliger Freundin und Anwaltskollegin. Man bezichtigt sie, Jacek Beihilfe zum Totschlag bzw. Mord geleistet zu haben. Joachim eilt sofort nach Polen, wo er auf Zuzanna, die junge Pflichtverteidigerin Jaceks, trifft. Zu Anfang können sie sich nicht sonderbar leiden, raufen sich dann aber bald zusammen, um Jacek und Marie-Luise zu helfen und die weiteren auftauchenden Todesfälle zu lösen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive Joachims und der Perspektive Zuzannas erzählt. Außerdem tauchen immer wieder Briefe eines deutschen Soldaten aus dem Jahr 1945 auf, der von der Front geflüchtet ist und sich in dem Dorf versteckt gehalten hat, in dem der Mord geschehen ist, der Jacek und Marie-Luise zur Last gelegt wird. Bald wird klar, dass die Todesfälle der Gegenwart irgendwie mit dem Schicksal dieses geflohenen Soldaten zusammenhängen.

Elisabeth Hermann ist mit "Versunkene Gräber " ein raffinierter Krimi gelungen, der abwechselnd in der Großstadt Berlin und in dem polnischen Dorf spielt. Man erfährt bei der Lektüre viel über die Geschichte der Deutschen und Polen zur Zeit des Endes des Zweiten Weltkriegs, über wechselseitige Verfolgungen und Vertreibungen sowie um die Besitzverhältnisse der verlassenen Ländereien aus der damaligen Zeit.

Joachim Vernau ermittelt gewohnt unortodox. Besonders originell fand ich, wie er seine Mutter über ein Wochenende in eine luxuriöse Seniorenresidenz einschleust, um für seine Ermittlungen Sachen in Erfahrung zu bringen. Insgesamt ist es ein sehr komplexer Fall, der sich durchwegs spannend liest und eine plausible Lösung bereit hält. Die polnische Anwältin Zuzanna stellt eine Bereicherung dar und ich würde mich freuen, wenn sie beim nächsten Fall mit Joachim Vernau und seinen Freunden auch wieder mit von der Partie ist.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Januar 2014
Der Berliner Rechtsanwalt Vernau bekommt Besuch einer Anwältin aus Polen, die Vernaus Ex-Kollegin sucht. Diese war Zeugin eines Mordes auf einem alten deutschen Friedhof östlich der Oder, dem Friedhof der versunkenen Gräber. Nun ist die Ex verschwunden. Vernau erfährt, dass sein Kumpel Jacek des Mordes verdächtigt wird. Jacek hatte in Berlin eine Autowerkstatt betrieben, sich aber auf das ehemalige Weingut zurückgezogen, das seit 1945 im Besitz seiner Familie ist. Dort wollte er den Weinbau wieder aufleben lassen, nun sitzt er im Gefängnis in Posen. Fingerabdrücke auf der Tatwaffe lassen für die Pflichtverteidigerin Zuzanna keinen anderen Schluss zu, als dass Jacek es war, der einen Deutschen auf dem Friedhof erschlagen hat. Jacek zeigt sich wenig kooperativ und verlangt von Zuzanna, Vernaus Ex-Kollegin zu finden, die offenbar in der Nacht der Tat auch auf dem Friedhof war.

Eine verzwickte Angelegenheit mit viel Misstrauen auf allen Seiten! Und die Situation wird für keinen der Agierenden leichter, als zunächst in einer noblen Berliner Seniorenresidenz unerwartet einer der Bewohner stirbt und kurz darauf seine Pflegerinnen, eine Polin, durch einen Treppensturz zu Tode kommt.

Die Todesfälle auf dem polnischen Friedhof und der noblen Residenz sind verknüpft, das erfährt der Leser schon auf den ersten Seiten, mit den Ereignisse der Vertreibung der Deutschen aus Schlesien und der „Westverschiebung“ Polens und der Neubesiedelung der Gebiete nach dem II. Weltkrieg.

Einige Briefe eines deutschen Soldaten, der sich gegen Kriegsende wieder in seine Heimat nach Schlesien – jenes bereits erwähnte Weingut – an seine Jahre zuvor bereits in den Westen geflüchtete Frau, legen Zeugnis von dieser turbulenten, unseligen Zeit ab. Auch heute, fast 70 Jahre nach Kriegsende, keimen noch immer wieder Konflikte wieder auf, die ihren Ursprung in jenen Wirren haben.

Und so ist Fiktion in diesem Buch verknüpft mit geschichtlicher Realität, auf der dieser Kriminalroman von Elisabeth Herrmann aufbaut. Mit den sorgfältigen und ausführlichen Recherchen über die Zeit zum Ende des Krieges, die politischen und eigentumsrechtlichen Verwicklungen durch die Neubesiedlung des damals deutschen Gebietes und die Geschichte sowie das Wiederaufleben des Weinbaus im ehemaligen Grünberg , heutigen Zielona Góra, hat Elisabeth ein Buch geschrieben, im dem mehr erzählt wird als ein Fall mit Mord oder Todschlag und der Suche nach den Verbrechern. Es ist auch – bei allem Fiktiven – ein Stück Zeitgeschichte, das da beschrieben wird. Ein spannender aber auch bewegender und informativer Stoff.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Beim Mittagessen hat Rechtsanwalt Joachim Vernau ein seltsames Zusammentreffen mit einer polnischen Anwältin. Zuzanna Makowska vertritt Vernaus Freund Jacek, der in der Nähe von Poznań einen Mann getötet haben soll. Zuzanna ist nun auf der Suche nach Vernaus Ex-Partnerin Marie-Luise, die möglicherweise Zeugin der Tat geworden sein könnte, doch Marie-Luise ist spurlos verschwunden. Vernau ist entschlossen, die Unschuld seines alten Freundes zu beweisen und reist kurzerhand nach Polen. Eine erste Spur ergibt sich auf einem alten Friedhof und bald muss Vernau erkennen, dass der Grund für den Mord in der Vergangenheit zu finden ist.

Mit dem erschütternden Liebesbrief eines geflohenen Soldaten, welcher die ganzen Gräuel der letzten Tage des 2. Weltkriegs wiederspiegeln, beginnt Elisabeth Herrmann ihren Kriminalroman. Inwieweit der Schreiber des Briefes mit dem heutigen Mord in Verbindung steht, bleibt lange Zeit im Dunkeln. Im Verlauf des Romans kehrt die Autorin immer wieder zum Schicksal dieses Mannes zurück und so ganz langsam erkennt man die Zusammenhänge der damaligen Geschehnisse zu dem ungelösten Fall. Und je länger die Geschichte andauert, umso vielschichtiger wird sie. Elisabeth Herrmann hat das Thema des Buches akribisch recherchiert und ihre Informationen darüber bringt die Autorin äußerst anschaulich, interessant und sehr eindringlich in den Krimi ein.

Zumeist verfolgt man die Recherchen von Joachim Vernau, der seine Erlebnisse selbst schildert. Fest von der Unschuld seines alten Freundes Jacek wie auch von Marie-Luise überzeugt, schlägt Vernau gerne auch einmal recht unkonventionelle und manchmal auch nicht ganz legale Wege ein, um dies auch zu beweisen und vor allem die Wahrheit über den rätselhaften Mord zu erfahren. Rätselhaft deswegen, da Opfer und der mutmaßliche Täter ganz offensichtlich absolut keine Berührungspunkte haben und sich somit nie begegnet sind. Und dann gibt es noch den geheimnisvollen Friedhof am Rande von Jaceks Weingut, aus dessen versunkene Gräber des Nachts ein Geist steigen soll.

Oftmals begleitet man aber auch Zuzanna Makowska bei ihrer Arbeit in Polen. Anfangs ist die junge Rechtsanwältin von der Schuld von Jacek fest überzeugt, die Indizien sind einfach zu eindeutig. Entsprechend genervt reagiert sie auf Vernaus ständige Anrufe und dessen Sturheit. Doch je mehr sich Zuzanna mit dem Fall beschäftigt, umso mehr Zweifel treten auch bei der energischen wie zielstrebigen Anwältin auf. Somit wechselt auch die Geschichte regelmäßig die Handlungsorte und man findet sich mal im quirligen, lebendigen Berlin, mal in der ruhigen ländlichen Idylle rund um Jaceks Weinberg in Polen und den umliegenden Ortschaften und Städten wieder.

Wie erwähnt entwickelt sich der Krimi äußerst vielschichtig und absolut unvorhersehbar. Dabei versteht es Elisabeth Herrmann hervorragend in einer ruhigen, eingängigen Schreibweise ihre Geschichte von Anfang an sehr spannend und fesselnd zu erzählen. Und trotz der Ernsthaftigkeit des Themas blitzt immer wieder ein wunderbar spitzfindiger Humor auf. Gerade die Szene als Vernau seiner Mutter schmackhaft machen möchte, dass ein Wochenende in einer Seniorenresidenz durchaus seinen Reiz haben könnte, regt immer wieder zum Schmunzeln an.

Fazit: Hochspannender Krimi mit einer sehr komplexen Story und äußerst sympathischen, detailreich beschriebenen Charakteren.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 14. Dezember 2013
Elisabeth Herrmann ist eine der wenigen AutorInnen, deren Bücher ich, einmal in die Hand genommen, am Stück durchschmökern muss, koste es, was es wolle. Einfach weil sie einen nach dem ersten Drittel so sehr gefangen nehmen, dass man unbedingt wissen muss, wie die Geschichte sich auflöst. 'Versunkene Gräber' - der vierte, in sich abgeschlossene Krimi um den unkonventionellen, notorisch in Geldnöten steckenden Anwalt Joachim Vernau macht da keine Ausnahme.
Leise und unspektakulär beginnt er mit den Briefen eines deutschen Deserteurs kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs, der in die Trümmer seines schlesischen Weinbergs zurückkehrt und sich verstecken muss, während um ihn alle Deutschen entweder erschlagen oder vertrieben werden.
Dann, im Hier und Heute, taucht eine junge polnische Frau bei Joachim Vernau auf, der sich in der Anwaltskanzlei eines Studienfreundes mehr schlecht als recht mit durchschlägt. Sie teilt ihm mit, dass sie die Pflichtverteidigerin seines alten Freundes Jazek sei, der in Polen wegen Mordverdacht einsitzt, und ist auf der frenetischen Suche nach Marie-Louise, Vernaus und Jazeks gemeinsamer Freundin, ihres Zeichens ebenfalls Anwältin, schwer linksradikal und seit etlichen Monaten von der Bildfläche verschwunden.
Als Vernau nachhakt, stellt sich etliches an der Tat als mehr als mysteriös heraus. Die Suche nach einem Motiv führt weit in die Vergangenheit und in ein immer undurchdringlicheres Geflecht von Intrigen. Jeder scheint etwas zu verbergen, die Spuren sind siebzig Jahre alt. Bei seiner Recherche reißt er alte Wunden wieder auf, die zu den Kriegsverheerungen '45 zurückreichen und tief in das Leid, das unzählige Vertriebene beider Seiten - Polen wie Deutsche - ereilte.
Ganz in der Tradition der ersten Joachim-Vernau-Romane setzt auch dieses Buch nicht auf vordergründige Schock- und Splattereffekte, sondern auf eine ungeheuer gut recherchierte und vielfach ineinander verschlungene Geschichte mit zahlreichen falschen Spuren, in denen immer ein Körnchen Wahrheit ruht und die zum Spekulieren einladen. Wunderbar glaubwürdige und lebendige Figuren bevölkern Schauplätze, die so authentisch geschrieben sind, dass man sich sofort dorthin versetzt fühlt: In ein trotz Sommer regnerisch-kühles Berlin, in polnische Dörfer im Morgennebel, in das schlesische Kaff Johannishagen mit seinem Weinberg, den versunkenen Gräbern eines alten deutschen Friedhofs und den halb verfallenen Gebäuden, in denen einem der Schleifstaub von den aufzuarbeitenden Türen in die Nase steigt.
Und mittendrin der Berliner Anwalt Vernau, geradlinig und sympathisch unverschämt, arm aber sexy, stur und wenn's sein muss hart am Rande der Legalität.
"Versunkene Gräber' ist ein gelungener Ermittlerkrimi, der nicht nur unterhaltsam und atmosphärisch ist, sondern nach dem ersten Drittel auch so rasend spannend wird, dass man ihn am besten mit Zeit nach hinten zu lesen beginnen sollte. Einmal angefangen, ist er nämlich schwer wieder aus der Hand zu legen. Ganz nebenbei führt der Roman durch ein aufwühlendes Stück deutsch-polnischer Geschichte - und an faszinierende Schauplätze, die viel näher liegen, als man gemeinhin glaubt.
Unbedingt empfehlenswert!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Das Kindermädchen
Das Kindermädchen von Elisabeth Herrmann (Taschenbuch - 1. November 2007)
EUR 9,99

Das Dorf der Mörder: Kriminalroman
Das Dorf der Mörder: Kriminalroman von Elisabeth Herrmann (Taschenbuch - 11. August 2014)
EUR 9,99

Schattengrund
Schattengrund von Elisabeth Herrmann (Taschenbuch - 14. Juli 2014)
EUR 9,99