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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Federleichter Trip um den Globus
Eine Journalistin um die 50 gewinnt eine halbe Million und macht wahr, worüber sehr viele sehr viel reden, ohne es je zu tun: Sie unternimmt eine Art immobile Weltreise, verbringt 12 Monate in 12 Städten und legt darüber sehr persönlich Zeugnis ab.

Wer über dieses Buch spricht, muss über den Menschen Winnemuth reden - anders klappt...
Vor 13 Monaten von FG veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Belanglos und oberflächlich
Ich hatte Frau Winnemuths Auftritt bei Herrn Jauch gesehen. Sie war mir recht sympathisch und ihre Idee, ein Jahr auf Weltreise zu gehen und darüber ein Buch zu schreiben, interessierte mich sehr. Allein die Umsetzung hat mich total enttäuscht. Bereits nach 100 Seiten habe ich aufgegeben. Kaum ein Erlebnis, das bei mir im Gedächtnis blieb, eine...
Vor 7 Monaten von MrsSippi veröffentlicht


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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Federleichter Trip um den Globus, 30. Juli 2013
Von 
FG "fg" (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Eine Journalistin um die 50 gewinnt eine halbe Million und macht wahr, worüber sehr viele sehr viel reden, ohne es je zu tun: Sie unternimmt eine Art immobile Weltreise, verbringt 12 Monate in 12 Städten und legt darüber sehr persönlich Zeugnis ab.

Wer über dieses Buch spricht, muss über den Menschen Winnemuth reden - anders klappt es nicht, denn hier geht es nicht um Politik oder Religion, nicht um die Weltwirtschaft, Kinderarbeit, Umweltzerstörung oder was immer. Es geht einfach darum, was Winnemuth vom Leben/ Reisen hält, wie sie versucht, mit sich ins Reine zu kommen, dabei eine Menge Spaß zu haben und, hoffe ich doch, dem Leser eine vergnügliche Zeit bei der Lektüre zu verursachen.

Sie werden es erraten haben, wir haben es hier nicht mit messerscharfen Analysen von Menschheitsproblemen oder einem literarischen Großereignis zu tun. Sondern mit einer doch sehr kurzweiligen Reflektion darüber, was sich dieser Mensch beim Reisen vornimmt und wie es ihm gelingt: offen bleiben, ohne langes Zaudern Ungewohntes tun, den Mut aufbringen, Leute anzuquatschen, ohne falsche Scheu auch mal Touri-Blödsinn mitmachen, unvoreingenommen sein, genuin entspannt sein, sogar mal die guten Seiten am lieben Deutschland entdecken in der Fremde.
Klingt alles banal? Stimmt. Tricky wird es erst, wenn man es auch durchziehen will. Insofern ist das große Los ein Ei des Kolumbus: Klar, wussten wir alles, war uns alles vorher klar, nichts Neues unter der Sonne. Blöd nur, wie wenige es letztendlich durchziehen. Sie hat`s gemacht und schreibt unterhaltsam drüber (Ja, geschenkt, die Dame ist wohlhabend - wen das Geld anderer Leute um den Schlaf bringt, sollte sich ein anderes Buch erwählen).

Ich jedenfalls fand die leicht zu verdauenden Appetithäppchen von Kapiteln humorvoll und locker-flockig heruntergeschrieben, die ideale 30-Grad-Plus-Lektüre. Hätte ich die rettungslos grundpositive Weltsicht von Frau Winnemuth nur halb so charmant gefunden, wäre das Buch bei mir durchgefallen. So aber tröstet mich der Gedanke, dass es die richtige Haltung schon richten wird und man überall eine gute Zeit haben kann.
Anything goes. Nach 12 Kapiteln Winnemuth glaub ich auch langsam dran.
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100 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Menschen mit Neugierde auf die Welt, Humor und Mitgefühl, Mut und Gelassenheit. Nix für Neidhammel, 24. März 2013
Ich habe 2011 schon begeistert Meike Winnemuths Blog [...] gelesen, und ich war damals schon beeindruckt von Meikes tollem Schreibstil, ihrem Mut, ihrer Freundlichkeit, ihrer Neugierde, die immer bereit ist, Vorurteile zu revidieren. Das Buch intensiviert diese Eindrücke, und es ist spannend zu lesen und berührend in seiner Ehrlichkeit. Und auch wenn ich in früheren Jahren selbst viel gereist bin und im Ausland gelebt habe, und obwohl ich einige Jährchen älter als Meike Winnemuth bin: Ich habe viele Anregungen in ihrem Buch bekommen, habe sogar viel gelernt. Meike lässt nämlich Lebensweisheit durchschimmern.
Wer "nur" einen Reiseführer um die Welt sucht, sollte besser die touristischen Führer mit abzuhakenden Sehenswürdigkeiten lesen.
Wer aber ein echtes REISEbuch sucht, eines das davon handelt, wie vielseitig und interessant und schön diese Welt mit ihren Menschen ist, und wer darüber lesen möchte, was das Reisen mit einem macht, wie verschiedene Städte verschiedene Eigenschaften in einem selbst zum Vorschein bringen - der hat hier eine faszinierende Lektüre in einer wunderbaren Sprache. Meike schreibt persönlich und ehrlich, ohne dass sie Bauchnabelschau betreibt, und ihr herrlicher (hanseatischer?) Humor sorgt für gesunde Selbst-Ironie.
Ich finde, es ist ein sehr kluges Buch, und über manche eher gehässige Rezensionen hier kann ich mich nur wundern. Über Geschmack lässt sich streiten, aber ehe man einen Verriss schreibt, sollte man sich das Objekt des Verrisses vielleicht doch ausführlicher ansehen als nur den Klappentext.
Und dass eine solche Reise nicht mit jedem Beruf machbar ist, wenn man parallel Geld verdienen muss, ist klar, - sagt aber nichts über die Qualität dieses Buches aus.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ich habe die tollsten, längsten und weitesten Reisen meines Lebens in Zeiten gemacht, als ich sehr wenig Geld hatte. Natürlich nicht mit allem Komfort, natürlich vieles in der "Holzklasse" - aber auch damals gehörte eben nicht ein dickes Portemonnaie als wichtigste Zutat ins Reisegepäck, sondern Mut und Gesundheit, Vertrauen in den Zufall und Freundlichkeit anderen Menschen gegenüber, die oft mit Gastfreundschaft belohnt wurde.
Ich wünsche diesem Buch jedenfalls viele Leserinnen und Leser - und wenn nur ein Bruchteil davon sich berühren lässt, trägt dieses Buch dazu bei, dass diese Welt freundlicher wird. Klingt vielleicht bombastisch, ist aber von mir genau so gemeint. Und wer weiterhin seinen Neid auf eine erfolgreiche "Gewinnerin" und Buchautorin pflegen möchte, kann vielleicht für sein eigenes unzufriedenes Leben etwas mit dem Spruch "Love it, change it, oder leave it" anfangen?
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83 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rausch der Freiheit und Glück des Zufalls, 15. März 2013
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Wer hat nicht schon davon geträumt, einfach mal ein Jahr auszusteigen und durch die Welt zu reisen? Die Autorin hat es getan und 12 Städte in allen Kontinenten besucht.

Schon solche Reiseziele wie Addis Abeba in Äthiopien oder Mumbai in Indien zeigen, dass sie sich bewusst von den üblichen Touristenpfaden entfernen und wirklich was erleben wollte. Keine Reiseführer, kein Abhaken von Kirchen und Museen, kein Logieren in Hotels - sondern stattdessen sich dem Zufall hingeben, planlos durch eine Stadt streifen, sich wirklich auf Menschen einlassen, erfahren wie freundlich sie sein können.

Und indem sie andere Menschen kennen gelernt hat, hat sie auch sich selbst besser kennen gelernt. Die Reise wurde für sie zu einer Art Inventur des Lebens, ein Nachdenken darüber, was man wirklich will. Und als sie nach den 12 Städten und dem einem Jahr wieder nach Hause kam, hat sie auch ihre Heimatstadt Hamburg ganz neu gesehen, kam die Stadt ihr sogar vor, wie eine neue Reisestation.

Fazit: Eine faszinierende Erfahrung, an der uns die Autorin im Buch teilhaben lässt. Am Ende stellt sie sogar fest, dass sie den Geldgewinn bei Günter Jauch, der ja der äußere Anstoß für die Reise war, gar nicht gebraucht hätte, sondern ihre Weltreise schon viel früher hätte machen können und sollen. Eine Aufforderung an den Leser, auch seine Träume nicht ewig aufzuschieben.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das große Los, 15. Mai 2013
Nach dem Gewinn einer halben Million bei "Wer wird Millionär" erfüllte sich Meike Winnemuth den Traum einer Weltreise. 12 Städte in 12 Monaten sollten es sein. Aus jedem Land hat sie einen Brief geschrieben an einen Verwandten, einen Freund, eine Reisebekanntschaft. Diese Briefe sind hier zusammengefasst mit einigen Tipps für Weltreisende und vielen schönen Fotos.

Meike Winnemuth hat ohnehin einen Hang zu Experimenten, so hat sie zum Beispiel ein Jahr lang jeden Tag das selbe Kleid getragen. Auch dieses Reisejahr sieht sie als großes Experiment, in dem sie viel Neues ausprobiert und allen Wünschen und Neigungen nachgeht. Einmal Ukulele spielen oder Tauchen lernen? Alles scheint möglich in diesem Jahr der grenzenlosen Freiheit.

Einen reinen Reisebericht darf man allerdings nicht erwarten. Meike Winnemuth hat während ihrer Reise einen Blog geführt [...] in dem es viele Fotos und alle Reiseberichte zum Nachlesen gibt. Die Briefe – und somit das Buch – sind viel persönlicher. Man erfährt viel über ihr Innenleben, ihre Gefühle und die Veränderungen, die sie dank der Reise durchlebt.

Sehr sympathisch lässt die Autorin uns Leser an allem teilhaben. Dabei bleibt sie immer fröhlich und positiv, auch wenn die Situation gerade eher zum Verzweifeln ist. Es hat mir so viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, dass ich mir nur ein Kapitel pro Tag erlaubt habe, um länger etwas davon zu haben. Ich habe mich bestätigt gefühlt in meinen Eindrücken von Mumbai, dafür aber Lust auf andere Orte bekommen (Tel Aviv, Äthiopien, mal wieder Kopenhagen) und darauf, vielleicht auch mal ein Experiment zu wagen. Es muss ja nicht gleich ein ganzes Jahr sein.

Viele ihrer Erkenntnisse haben auch meinen Alltag bereichert, gerade wenn es darum geht, mit weniger Ballast und einer kleineren Wohnung zurechtzukommen oder offener gegenüber fremden Menschen und Neuem im allgemeinen zu sein. Ein bisschen Reisefieber und Fernweh schleicht sich beim Lesen natürlich auch ein, aber das ist auch mein einziger – nicht sehr ernst zu nehmender – Kritikpunkt. Ansonsten eine absolute Leseempfehlung!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der etwas andere Reisebericht, 4. März 2014
„Das große Los“ von Meike Winnemuth ist der interessante Reisebericht einer Journalistin, die 2010 bei „Wer wird Millionär“ fünfhunderttausend Euro gewann und daraufhin eine Weltreise der etwas anderen Art machte.
Zwölf Monate in zwölf Städten, verteilt über die ganze Erde, in denen Winnemuth sich jeweils eine Wohnung mietete, um dort so normal wie möglich zu leben und nicht nur auf den üblichen Pfaden der Touristen zu wandeln.

Die Berichte über ihre Erlebnisse in diesen verschiedenen Städten, fasste die Journalistin nicht nur in diesem Buch, sondern bereits während der Reise in einem Blog zusammen. Das Buch schreibt sie bei jeder Etappe in Form von Briefen an die Daheimgebliebenen – persönlich und emotional -, gespickt mit schönen Fotos von unterwegs, die das Buch als Anschauungsmaterial und Farbtupfer bereichern.

Neben interessanten Reiseerlebnissen verbindet Winnemuth den Trip in die verschiedensten Winkel der Welt mit der eigenen Selbstfindung, die ebenfalls einen beachtlichen Teil des Inhalts von „Das große Los“ einnimmt. Die Gewichtung variiert allerdings sehr. Während gerade bei exotischeren Orten mehr unterhaltsame Anekdoten über das Leben dort zu finden sind, zeigen die Berichte über andere Reiseetappen deutliche Länge, es kam sogar ein leicht anstrengendes Gefühl einer akuten Luxusproblemeritis auf, die hin und wieder ausgiebig bejammert wurde. Allerdings hielt sich dies in Grenzen, denn die Autorin zeigte einen bissigen, selbstironischen Humor und mit insgesamt sehr sympathischen Zügen auch ganz andere Seite von sich, die unterhaltsam, aber auch persönlich, emotional und menschlich war.

Die Aufgeschlossenheit, mit der Winnemuth ihre Reise begeht, ist bewundernswert, oft sind aber gerade die Momente, an denen diese Aufgeschlossenheit und Neugierde an ihre Grenzen stößt, die menschlichsten und beeindruckendsten. Wie beispielsweise umgehen mit der erschlagenden Armut mancher Orte? Ist Hingehen und Hinschauen angemessen? Oder ist es ein Begaffen von Armut, ein ungebetenes Eindringen in die Privatsphäre? Ist Abstandhalten Wegschauen? Ein Augenverschließen vor der Realität? Wie verhält sich die so deplatziert wirkende Westeuropäerin hier richtig – mitfühlend, aber nicht anmaßend, aufmerksam, aber nicht aufdringlich? Diese Ehrlichkeit, auch die Unbeholfenheit in einigen Situationen klar zu thematisieren, lässt das Buch mehr werden, als einen entdeckungsreichen Reisebericht.

Durch die Briefform und die persönliche, auch witzige Art der Autorin, ist „Das große Los“ eine schöne Leseunterhaltung – ob es als Vorbild für eine eigene Reise taugen kann, muss man wohl mit einem Fragezeichen versehen. Eine Frage, die nur jeder für sich selbst beantworten kann. Immerhin ist „Meike Winnemuth aus Hamburg, 50, ledig, Single, keine Kinder“, wie Günther Jauch sie in seiner Show vorstellte, zum Zeitpunkt ihrer Reise ungebunden und beruflich flexibel. Auch nur so lässt sich ihr Fazit erklären, dass sie den Gewinn aus der Quizsendung kaum gebraucht habe. Sie arbeitete von unterwegs weiter.

Fazit: Ein sehr persönlicher Bericht über eine ganz besondere Weltreise. Interessante Beobachtungen, Selbstfindung, ungewöhnliche Orte – Meike Winnemuth gelingt in „Das große Los“ eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und selbstironischem Humor, der sich trotz kleiner Längen als Lektüre lohnt. 4 Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Belanglos und oberflächlich, 6. Januar 2014
Von 
MrsSippi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Ich hatte Frau Winnemuths Auftritt bei Herrn Jauch gesehen. Sie war mir recht sympathisch und ihre Idee, ein Jahr auf Weltreise zu gehen und darüber ein Buch zu schreiben, interessierte mich sehr. Allein die Umsetzung hat mich total enttäuscht. Bereits nach 100 Seiten habe ich aufgegeben. Kaum ein Erlebnis, das bei mir im Gedächtnis blieb, eine Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten: ein Spanisch-Kurs in Buenos Aires, ein kleiner Tanzlehrer, billiges Essen…Aus Sydney ist mir gar nichts im Gedächtnis geblieben.
Vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen. Ich hoffte, auf die Länder neugierig zu werden, etwas über die Menschen dort zu erfahren, über Sitten, Gebräuche und die Art zu leben. Davon ist mir bis Seite 100 leider nichts begegnet und ich wollte meine Zeit nicht weiter mit einem Buch verbringen, das mir nicht mehr zu sagen hat als das was man so gemeinhin aus dem Urlaub auf Postkarten schreibt.

Selbst die Fotos sagen nur wenig aus. Sie zeigen in erster Linie die Autorin selbst in verschiedenen Outfits und Situationen. Für meinen Geschmack zu viel "ich", zu wenig Fremde-Länder-Fremde-Sitten.

Jeder Ort auf der Welt wird als Brief an einen ihrer Freunde geschrieben. Aus Sicht der Autorin und des Freundes vielleicht eine schöne Idee, für den Leser aber nervig. Z.B. schreibt sie "Wie du weißt, gehe ich gerne alleine auf Partys". Nein, weiß ich nicht, schließlich kenne ich die Autorin nicht und finde es befremdlich, die Briefe an andere zu lesen.
Wie ich gelesen habe, will Frau Winnemuth in diesem Jahr Deutschland bereisen. Wieder eine tolle Idee! Ich hoffe nur, dass sie diesmal mehr die Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht sich selbst, ihre Reisekleidung und das Essen.

MEIN FAZIT:
Für meinen persönlichen Geschmack etwas zu viel Nabelschau. Leider ist es der Autorin nicht gelungen, mich neugierig auf die Städte zu machen. Ich hoffe, das gelingt ihr bei ihrer Deutschlandreise besser.
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72 von 86 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch, das Reiselust weckt, aber die Welt nur rosarot erträgt ..., 15. Juni 2013
Meike Winnemuths "Das große Los" ist sicher ein Buch, das Lust auf Reisen macht. Durch die Texte kann der Leser den Tatendrang und die Reisefreude der Autorin mitfühlen. Sie trifft Menschen und Kulturen und geht ein Jahr darin auf. Allerdings strotzt das Buch auch vor Naivität und teilweise fragt sich ein kritischer Leser, was Frau Winnemuth von der Welt, die sie bereist, weiß.

Zunächst vom Konzept der Reisenden. Sie will nicht einfach in Hotels leben. In den meisten Städten mietet sie für einen Monat ein Appartment und will möglichst einen normalen Alltag haben. So arbeitet sie auch in der Ferne so weit sie kann in ihrem Beruf weiter. Ansonsten plant sie so wenig wie möglich und lässt sich einfach treiben, eine Bekanntschaft ergibt die nächste. Da die Autorin zweifelsohne keine schüchterne Person ist, funktioniert das sehr gut. Sie erlebt viel und hat eine Menge zu erzählen. Das mündet in ihren Ratschlägen, unter anderem dass man so wenig planen sollte wie möglich, damit eine solche Reise spannend wird.

Da fragt sich der Leser durchaus welche Maßstäbe Winnemuth mitbringt. Wer eine halbe Million Euro auf dem Bankkonto hat und sich so ziemlich jedes Apartment in den Metropolen der Welt für einen Monat leisten kann, muss auch nicht viel planen. Jede Eventualität kann finanziell aufgefangen werden. Gänzlich naiv wirkt dann ihre Schlussfolgerung, dass sie das viele Geld von Jauch gar nicht gebraucht habe. Ihre Lebenshaltungskosten für ein Jahr, das sie unter anderem in Entwicklungsländern verbracht hat, betrugen tatsächlich nicht 500.000 Euro. Welch Überraschung ...

Diese schiefen Maßstäbe schlagen sich auch in den teilweise sehr idealistischen und idyllischen Schilderungen des Lebens in vielen der Städte nieder. Selbst in Buenos Aires erzählt sie keine Silbe von Armut oder sozialen Problemen, es geht nur um Spanisch lernen, gutes Essen und Tango tanzen. Die günstigen Preise für gutes Essen und einfache Dienstleistungen lobt sie sogar ohne auch nur einen kritischen Gedanken über die sozialen Hintergünde zu verschwenden. In Mumbai scheint die Armut dann aber so unübersehbar zu sein, dass sie in dem Kapitel von viel schlechter Laune spricht. Sie mag diese Stadt nicht und wird nicht warm mit ihr, sie findet keinen Anschluss und kann kein Netzwerk aufbauen, in dem sie von Erlebnis zu Erlebnis treiben kann. Was hat sie erwartet? Und was wollte sie von der Welt sehen, wenn sie solche Städte in ihrer Liste aufnimmt?

Es bleibt ein Buch, das Lust aufs Reisen und Entdecken macht. Es bietet einige Anregungen für eigene Reisepläne. Aber zu oft krankt es an weltfremden Maßstäben und führt immer dann zu Kopfschütteln, wenn nur Sonnenschein und Idylle gefunden oder gesucht werden, wo die soziale Realität es eigentlich nicht zulässt. Für Reiselustige mit einem kritischen Blick auf die Welt und mit einer kleineren Reisekasse bietet Meike Winnemuth leider wenig Informatives!
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Macht Laune, 20. März 2013
"Das große Los" hat mir gut gefallen. Es ist ein sehr persönliches, sympathisches und liebevoll gestaltetes Buch (da lohnt sich auch der Kauf der gebundenen Ausgabe!).

Was ich persönlich am meisten daran mochte, waren gar nicht mal unbedingt die Beschreibungen einzelner Begebenheiten oder der Eigenheiten des jeweils besuchten Ortes. Vielmehr fand ich klasse, was die Autorin gewissermaßen auf der Metaebene über ihre Aufenthalte in den verschiedenen Städten bzw. über die Reise insgesamt schreibt. Deshalb hat mir gerade auch der Abschnitt gut gefallen, der sich auf die Zeit nach ihrer Rückkehr bezieht.

Beim Lesen habe ich mich immer wieder dabei ertappt, die Erfahrungen der Autorin auf mich selbst zu beziehen: Hätte ich diese Stadt als Teil meiner persönlichen Weltreise gewählt? Warum ja, warum nein? Wie hätte ich mich in verschiedenen der geschilderten Situationen verhalten?
Das Buch bringt frischen Wind in die eigene Gedankenwelt.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele gute Gedanken, aber ..., 30. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Autorin kann gut mit Sprache umgehen, weiss zu unterhalten, hat sicher auch eine gute Allgemeinbildung und noch viele andere Talente, die ihr bei einer solchen Reise dienlich sind und einen Erfahrungsbericht in dieser Form möglich machen. Dass dies kein klassisches Reisehandbuch sein soll, sondern ein sehr persönliches Buch über das Unterwegssein im weitesten Sinne, war mir von Beginn weg klar und stellt auch den Reiz des Geschriebenen dar. Trotzdem hat sich bei mir bei fortschreitender Lektüre ein Eindruck breit gemacht, der das anfängliche Angetansein zunehmend mit leichter Gereiztheit angereichert hat: Hier schreibt jemand, der hin und wieder ein wenig zu selbstgefällig scheint, der ein wenig zu dick aufträgt, wie intensiv er zu Leben versteht, ungeheuer viele interessante Bekannte und Freunde hat und weiter in diesem Sinne. Ich konnte mich oftmals des Gefühls nicht erwehren, dass ein bisschen was Manisches, Getriebenes in dieser Reisenden mitschwingt. Auch die vielen Weisheiten, für sich genommen ansprechend und überzeugend, werden irgendwann ein wenig zu üppig eingestreut, was in ihrem Brief an ihr jüngeres Selbst besonders stark rüberkommt, bis hin zum Künstlichen, Gespreizten.
Kommt dazu, dass es sicher richtig ist: Wir haben im Leben mehr Möglichkeiten zu wählen, als uns vorderhand scheint. Vor vielen neuen und spannenden Erfahrungen hält uns oft nur die Vorstellung ab, unser Leben sei nun mal so oder so. Jedoch hat die Autorin, neben einem ihr bestimmt nicht abzusprechenden Lebenshunger und Tatendrang, auch Mittel und Möglichkeiten, die der Mehrheit nicht zur Verfügung stehen.
Alles in allem ist dieser Reisebericht sicher unterhaltsam, in Teilen lebensklug und anregend, hat aber auch seine kleinen "Ärgerlichkeiten". Je nachdem, welches der Elemente mehr Wirkung entfaltet, macht das Lesen verständlicherweise mehr oder weniger Spass.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider zu sehr Selbsthilfebuch, 13. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich war jetzt selbst erst 3 Monate auf Reisen durch die Staaten, Vietnam und Kambodscha, weshalb mir dieses Buch für meine Kindlesammlung nahegelegt wurde. Der Buchrücken hat‘s ja auch ordentlich in sich und verspricht tolle Einsichten.

Leider lesen sich viele der Briefe, in welchen das Geschehen in den einzelnen Städten zusammengefasst wird, mehr wie eine Selbsttherapie: gefühlt jeder 5. Satz beginnt mit "Du kennst mich ja, ich bin so toll in X/Du weißt ja, ich mache Y so gut/Man sagt ja nicht umsonst über mich eine ganz tolle Z zu sein". Wer sich so viel selbstbeweihräuchern muss kann nun wirklich nicht innerlich so zufrieden sein wie sich die Autorin nahezu krampfhaft versucht darzustellen.

Zu oft kam mir dabei ein englisches Wort in den Kopf, von deren Gebrauch die Autorin auch häufig Gebrauch macht: "pretentious".

Nichtsdestoweniger:
Spannend ist das Buch mit Sicherheit für diejenigen (und das sind nun mal die meisten), die nicht die Möglichkeit oder Cojones haben die Welt auf eigene Faust zu erkunden.
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Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr
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