Kundenrezensionen


25 Rezensionen
5 Sterne:
 (19)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr anschauliche, grafikunterstützte allgemeinverständliche Erklärung der Physik im Großen bis zu den kleinsten Bestandteilen !
Autor Andreas Mücklich schafft mit dem hier vorliegenden Buch tatsächlich was er selbstbewusst auf dem Buchrücken verkündet, nämlich den Leser "mit den neuesten Forschungsergebnissen der Physik und Astronomie vertraut zu machen, und zwar ohne Bedingungen" und "ohne Vorkenntnisse". Dies ist normalerweise ein sehr hochtrabender Anspruch, da die...
Veröffentlicht am 5. Februar 2012 von Retro Kinski

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Informativ, anschaulich, aber wer zum Henker hat Korrektur gelesen?
Inhalt ist schön gegliedert und Umfasst viele Themengebiete der Physik und Astronomie.
Dabei werden immer wieder nette und anschauliche Vergleiche aus den Alltag herangezogen, um zum Beispiel das Größenverhältnis von Atomkern zu Elektronenhülle zu verdeutlichen.
Leider muss ich echt mit mir ringe, ob ich jetzt 3 oder 4 Sterne vergebe...
Vor 8 Monaten von Delirium veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr anschauliche, grafikunterstützte allgemeinverständliche Erklärung der Physik im Großen bis zu den kleinsten Bestandteilen !, 5. Februar 2012
Von 
Retro Kinski - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Autor Andreas Mücklich schafft mit dem hier vorliegenden Buch tatsächlich was er selbstbewusst auf dem Buchrücken verkündet, nämlich den Leser "mit den neuesten Forschungsergebnissen der Physik und Astronomie vertraut zu machen, und zwar ohne Bedingungen" und "ohne Vorkenntnisse". Dies ist normalerweise ein sehr hochtrabender Anspruch, da die Physik des Universums im Großen, noch mehr in der Welt der kleinsten Bestandteile im Rahmen der Quantentheorie, alles andere als einfach bzw. in großen Teilen eben auch noch nicht von der Wissenschaft selbst voll erschlossen sind.

Das Buch mit seinen rund 320 reinen Textseiten ohne Anhang besteht aus 2 Hauptteilen, zum einen ENTDECKEN und zu anderen VERSTEHEN. Diese enthalten insgesamt 39 einzelne Texte zwischen jeweils ca. 5 und 15 Seiten. Diese gehen sicherlich nicht in jede gewünschte inhaltliche Tiefe, aber das ja nicht das erklärte Ziel des Buches. Hier ein kleiner Auszug der Inhalts mit einigen exemplarischen Texttiteln:

1 ENTDECKEN (insgesamt 20 Texte)
Warum Physik ?, Zahlen, Licht, Spezielle Relativitätstheorie, Atome, Quantentheorie, Standardmodell und LHC, Sonnensystem, Schwarze Löcher usw.

2 VERSTEHEN (insgesamt 19 Texte)
Entstehung der klassischen Welt, Interpretationen der Quantentheorie, Dunkle Materie und dunkle Energie, Urknall, Zeit, Weltmodelle, Leben usw.

Im TEIL 1 geht es dem Autor darum, zu beschreiben wie die Welt vom Kleinsten bis zum Größten aufgebaut ist, woraus sie besteht und nach welchen Gesetzen sie funktioniert. Auch die neueste Forschungsfront, z.B. rund um den LHC (Large Hadron Collider - stärkster Proton-Proton-Beschleuniger) ist vertreten. Im TEIL 2 wird dieses Wissen vertieft und versucht zu erklären, was die zentralen Aussagen der Physik bedeuten und wie sie mit der von uns allen erlebten Alltagswelt zusammenhängen.

Die größte Stärke des Buch besteht in seiner umfassenden Anschaulichkeit mit vielen gut gestalteten und wirklich einfach zu verstehenden Grafiken komplexer Zusammenhänge. Diese unterstützen die beabsichtigte Wissensvermittlung extrem gut. Die meisten habe ich so in dieser einfachen, aber trotzdem korrekten Darstellung noch nicht gesehen, obwohl ich Unmengen von populärwissenschaftlichen Büchern zu diesen Themen gelesen habe. Abschließend geht es im Buch auch um allumfassende Weltmodelle und die auch schon philosophische Frage nach der Realität an sich und dem Sinn der Welt und des Lebens. Es wäre schön, wenn gerade der letzte Teil noch etwas mehr ausgebaut wäre weil für diese Interpretationen tatsächlich kein Vorwissen beim Leser notwendig ist.

Andreas Mücklich vereinfacht manche Dinge aus Gründen der Erklärbarkeit ein wenig, er verlässt aber nie den soliden Boden der Wissenschaft. Das Buch enthält seiner Mission entsprechend auch einen schönen Anhang mit einem Glossar, Größenvergleiche in der Astronomie, eine Kurzabhandlung über die beschriebenen Theorien sowie ein über mehrere Seiten sich erstreckendes Literaturverzeichnis mit Standardwerken und vertiefenden Quellen mit dem Schwerpunkt auf deutschsprachige Veröffentlichungen. Hier kann der geneigte Interessent sehr guten Lesestoff finden um seine Lieblingsthemen zu vertiefen.

Sehr stark vorgebildete Leser anspruchsvoller populärwissenschaftlicher Bücher in diesen Themenbereichen werden dem Buch vielleicht nichts wirklich Neues entnehmen. Durch die gute Anschaulichkeit von DAS VERSTÄNDLICHE UNIVERSUM besteht jedoch auch für diese Leserschaft die Möglichkeit bestimmte eigene Verständnislücken bei den vielfältigen Themen noch zu füllen. In diesem Sinne kann ich - vielleicht außer für Physiker selbst und höhere Fachsemester - das Buch vorbehaltlos empfehlen.

5/5 Sternen
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut zu empfehlen!, 13. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Zu erst dachte ich, na ja, mal wieder so eines der zahlreichen populärwissenschaftlichen Bücher über unser Universum wie man sie kennt von Blublath, Hawking etc. Ich bin selbst Physiker und immer auf der Suche nach einem allgemeinverständlichen und dennoch sachlichen Buch über moderne Physik. Also habe ich mich entschlossen, auch dieses Buch mal zu lesen, und gleich vorweg, ich habe es nicht bereut.

Im ersten Teil des Buches beschreibt der Autor sehr anschaulich und dennoch auf hohem Niveau die notwendigen Grundlagen und neusten Forschungsergebnisse der Physik, vom ganz Kleinen bis zum ganz Großen. Das kennt man aus anderen populärwissenschaftlichen Büchern auch, ist aber zusammen mit den vielen anschaulichen Graphiken erheblich besser erklärt als bei den meisten. Wer so gut erklären kann, muss es wohl selbst sehr gut verstanden haben. 5 Sterne!

So richtig interessant und anspruchsvoll wird es aber im zweiten Teil des Buches. Die Betrachtung der elementaren Bausteine des Universums als Träger von begrenzter Information und die daraus resultierenden Konsequenzen sind absolut faszinierend. Das hatte ich so bislang noch nirgends gelesen. Großartig finde ich auch die Gegenüberstellung aller gängigen Weltmodelle und deren Interpretation bis hin ins Philosophische. Der Autor bleibt dabei aber immer sachlich. 5 Sterne!

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiter empfehlen. Dem interessierten Laien wird es auf sehr verständlicher Weise die Tür zur modernen Physik öffnen. Dem Erstsemester wird es eine sehr sachliche und umfassende Vorbereitung auf die höheren Semester bieten. Dem höheren Semester wird es auf faszinierender Art und Weise die kontrovers diskutierten Theorien und ihre Grenzen näher bringen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was die Welt im Innersten zusammenhält, 25. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Man merkt schnell, dass der Autor kein Wissenschaftsjournalist ist,sondern selbst geforscht hat. Mücklich bringt viele eigene Gedanken und Theorieansätze ein, die ich so noch nirgendwo gelesen habe. Das hat mich begeistert. Oft fragte ich mich beim Lesen, ob das schon in der Fachwelt diskutiert wird und was wohl die etablierten "Gurus" dazu sagen (würden). Da wäre zum Beispiel die Theorie von der begrenzten Informationsmenge, die zur gemessenen Entstehung der dunklen Materie führt. Kein Messfehler, aber man kann das Problem auch anders erklären. Wie, das lesen Sie bei Mücklich. Wie ist der berühmte Doppelspaltversuch zu erklären? In diesem Buch nicht mit Paralleluniversen mit beliebig vielen Wirklichkeiten, die den scheinbar gleichzeitigen Aufenthalt des Photons zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Orten erklären. Mücklich führt die Wellenfunktion ins Feld. Für mich war das alles sehr spannendes Neuland, obwohl ich schon einige ähnliche Bücher gelesen habe.
Sehr gut gefallen haben mir die vielen Vergleiche: Die Sonnen innerhalb einer Galaxis haben einen relativ gesehen viel viel größeren Abstand zueinander als die Galaxien. Ob es die Anzahl von Atomen im Menschen oder andere unvorstellbare Mengen sind, Mücklich schafft es, ein vorstellbares Bild dafür zu finden, sehr originell und auch unterhaltsam.
Es ist bei der Lektüre nicht immer klar, was auf den Mist des Autors gewachsen ist und was schon allgemein anerkannter Kenntnisstand. Aber man versteht im Laufe des Buches auch gut, warum diese Trennung nicht immer so leicht ist. Es gibt eben nicht immer einen allgemein anerkanten Stand. Die Physiker sind auch nur Menschen. Über Vieles wird noch gestritten, gedacht und geforscht. Konkurrenzdenken gibt es hier wie anderswo. Mücklich gibt hier und da Einblicke in den Forschungsbetrieb. Und es wird klar: Jede Erkenntnis muss mühsam errungen werden. Nichts ist für alle Zeit gesichert, alles kann sich durch eine neue Erkenntnis fundamental wieder ändern.
Das Buch breitet das ganze Spektrum aus, vom Kleinen zum Großen. Man muss bereit sein gedanklich mitzugehen, denn der Autor geht teilweise recht tief ins Eingemachte. Fünf Sterne für das Buch. Es ist ein echter Gewinn, wenn man wissen will, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein äußerst interessantes und lesenswertes Werk, 16. Juli 2013
Von 
Lulu "Penny" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Andreas Mücklich ist promovierter Physiker, der seit etlichen Jahren in der IT-Branche arbeitet: eine ideale Kombination, um seine beiden Themen Physik und Information miteinander zu verbinden, wie mir scheint.

Mit seinem Buch "Das verständliche Universum" hat er ein Werk vorgelegt, das den allseits gefeierten populärwissenschaftlichen Publikationen prominenter Physiker wie Greene, Smolin oder Hawking weder in Orthografie, Grammatik, systematischem Aufbau, Inhalt, Aufbereitung, Verständlichkeit und Spekulationsfreudigkeit in nichts nachsteht. Glücklicherweise bewegt er sich in einem Fachgebiet, wo freies Denken und das Entwerfen von Theorien mit Weltbildcharakter offenbar noch nicht völlig tabuisiert ist, jedenfalls taucht dann nicht sogleich eine wie auch immer geartete "darwinistische Inquisition" auf, die ungelesen alles kaputtkritelt, wie es bei evolutionstheoretischen Themen gemeinhin der Fall ist. Dies erkennt man bereits an den bislang hier abgegebenen Rezensionen, die viel weniger absurd sind, als man es vielerorts zu lesen bekommt.

Das Buch gliedert sich in zwei etwa gleich umfangreiche Teile (jeweils ca. 150 Seiten):
1. Entdecken
2. Verstehen

Im Entdecken-Teil erhält man einen Kurzabriss über die wichtigsten physikalischen und kosmologischen Theorien und Zusammenhänge. Man könnte sagen: Man erfährt das aktuell allseitig akzeptierte physikalische und kosmologische Weltbild. Die verschiedenen Kapitel, die sich jeweils einem Thema widmen, sind ausreichend umfangreich, die Erläuterungen bestechend klar. Besonders gut fand ich die Erklärung, dass eine Zunahme der Entropie keineswegs gleichbedeutend ist mit einer Abnahme der Ordnung (was immer das sein mag), speziell wenn anziehende Kräfte wie die Gravitation ins Spiel kommen (ebenfalls S. 268). Andreas Mücklich macht deutlich, dass Entropie vor allem ein informationstheoretischer Begriff ist.

Im zweiten Teil stellt der Autor sein eigenes physikalisches Weltbild vor, das im Wesentlichen auf der Information beruht, die er als die eigentliche fundamentale Größe des Universums ansieht. Er ist der Auffassung, dass Information nicht der Ausdruck einer an sich existierenden Realität ist, sondern gemäß seinem eigenen Realitätsprinzip bei der Informierung die Realität erst verwirklicht. Ganz entsprechend lautet der Untertitel seines Buchs: Wie unsere Wirklichkeit entsteht.

In vieler Hinsicht handelt es sich bei seinem Buch um einen Gegenentwurf zu Stephen Hawkings Der große Entwurf: Eine neue Erklärung des Universums. Es fängt bereits beim Wesen von physikalischen Theorien an: Während Hawking einen modellabhängigen Realismus vertritt (eine physikalische Theorie ist ein Modell zur Interpretation des Beobachteten), besteht Mücklich auf seinem Realitätsprinzip: Nur das, was sich beobachten lässt, ist real. Oder noch härter: Die Wirklichkeit wird erst im Moment der Beobachtung geschaffen.

Interessant ist, dass sich sowohl Hawking als auch Mücklich maßgeblich auf die experimentellen Befunde im Rahmen der Quantentheorie berufen, insbesondere die Ergebnisse der sogenannten Doppelspalt-Experimente. Während Hawking auf deren Basis und dem Instrumentarium der Feynman-Diagramme in ein allgemeines (von Mücklich heftig kritisiertes) Multiversen-Weltbild abgleitet, macht Mücklich die Information zur Grundlage allen Seins. Sein Gedanke könnte man ganz grob wie folgt zusammenfassen: Beobachtet man Elementarteilchen in einer experimentellen Vorrichtung, dann fragt man im Grunde irgendwelche binären Register (wie in einem Computer) ab, die irgendwo im Universum (möglicherweise auf dessen Oberfläche) existieren. Doch diese Register sind begrenzt. Sie besitzen nur eine bestimmte Zahl an Bits, die abfragbar sind. Handelt es sich um kombinierte Eigenschaften wie Spin und Ort, dann teilen sie sich ein gemeinsames Register von fester Länge. Dies erklärt die Unbestimmtheitsrelation: Bestimmt man den Ort des Teilchens sehr präzise (alle Bits sind mit Ortsinformationen gefüllt), dann kann man den Impuls nicht mehr genau ermitteln, da der verfügbare Speicher des Registers bereits vollständig mit Ortsinformationen belegt ist. Zwischenlösungen (halb Ort, halb Spin) sind in diesem Szenario natürlich ebenfalls erlaubt. Wenn für eine Eigenschaft kein Platz mehr im Register zur Verfügung steht, dann wählt die Natur einen zufälligen Wert aus. Hierdurch kommt der Zufall in die Welt.

Völlig abwegig halte ich den Ansatz nicht (was ist in der Physik schon abwegig?). Dennoch ist er - wie fast alles, was die Physik in den letzten Jahrzehnten bei solcherlei Grundsatzfragen hervorgebracht hat - in höchstem Maße spekulativ. Wollte man diesen Ansatz fruchtbringend weitertreiben, dann meine ich, müsste man zunächst im Detail darstellen, wie mit ihm die beobachtbare Welt in Einklang gebracht werden kann. Nichts anderes versuchen die Stringtheoretiker oder die Vertreter der Schleifenquantengravitation schließlich auch. Und im Grunde ist es ja auch egal, ob man sich das Fundament des Universums als schwingende Saiten, ein Netzwerk aus Spins oder Registerinhalte vorstellt, am Ende zählt immer die Übereinstimmung mit den Beobachtungen.

Völlig spekulativ wird es allerdings in den letzten Abschnitten, wenn das Leben zusätzlich ins Spiel kommt. Hier sehe ich gleich mehrere Defizite. Erstens beruhen die Überlegungen nicht auf einer allgemeinen Evolutionstheorie wie die der Systemischen Evolutionstheorie, die allgemeine Lebensprozesse zu modellieren in der Lage ist, zweitens macht Mücklich keinen Unterschied zwischen syntaktischer und semantischer Information, wodurch sich auch Begriffe wie Information und Wissen verwischen, die in seinem Buch häufig synonym verwendet werden, und schließlich wird nicht einmal ansatzweise versucht, das Leben und seine Eigenschaften auf physikalische Gegebenheiten (insbesondere den 2. Hauptsatz der Thermodynamik) zurückzuführen, wie es die Systemische Evolutionstheorie immerhin tut. Am Ende steht deshalb die fast religiöse Vorstellung, dass das Universum mit dem Leben sich selbst zu erkennen versucht. Textprobe (S. 215): "Das Wissen, um das es bei den Informationen im Universum geht, ist das Wissen um sich selbst. Das Universum erlangt dadurch, dass es Einheiten in ihm gibt, die das Universum wahrnehmen und damit erfassen, Wissen über sich selbst. Diese Einheiten sind die Lebewesen, also unter anderem auch wir. Mit ihnen ist das Universum in der Lage, sich selbst zu erkennen, denn nur dieser Vorgang führt überhaupt dazu, dass es existiert. Existenz an sich gibt es in einem Universum, das nur aus Information besteht, von vornherein nicht."

In der Quintessenz bedeutet das - zumal man Vergleichbares über Bakterien und auch Saurier sicherlich noch nicht sagen könnte: Die Erde ist der Mittelpunkt des Universums und der Mensch das Mittel, mit dem sich das Universum über sich selbst bewusst zu werden versucht. Anders gesagt: Das Universum versucht via Mensch Wissen über sich selbst zu erlangen. Das stünde jedoch im krassen Widerspruch zu allen gängigen Evolutionstheorien, die bislang formuliert worden sind, egal von wem.

Ganz im Gegensatz dazu meint der Kybernetiker Valentin Braitenberg in Das Bild der Welt im Kopf: Eine Naturgeschichte des Geistes etwa, dass Information ein Begriff ist, der nur im Bereich des Lebendigen Sinn hat (84). In Bezug auf die Evolution heißt es bei ihm weiter (105f.): "Evolution hat eine Richtung, die durch den zunehmenden Einbau von Information in die Lebewesen gegeben ist. Insgesamt speichert die lebende Substanz immer mehr Wissen über die Welt und über die Möglichkeiten, in ihr zu leben. Evolution wird gesteuert durch das Prinzip des fortgesetzten Wissenserwerbs seitens einer immer größer, immer vielfältiger werdenden Menge von lebensfähigen Arten." Und (114): "Lebewesen enthalten Information, sind das Ergebnis von Information, geben Information weiter, sind fleischgewordene Information über die Bedingungen, die ihre jeweilige Nische an das Überleben in ihr stellt."

Diese Gedanken entsprechen exakt den Vorstellungen der Systemischen Evolutionstheorie: Evolution ist demnach ein Wissensverlust vermeidender Prozess. Dabei ist es völlig egal, ob das Wissen in den Genen, in Gehirnen, in Büchern oder in digitalen Medien gespeichert wird. Wesentlich ist, dass es für Lebewesen sinnhaft ist (es also auf ihre Überlebensfähigkeit hin ausgerichtet ist) und sie es zu bewahren versuchen (sie gegenüber ihrem Wissen Reproduktionsinteressen besitzen). Mit einem Versuch des Universums, sich über sich selbst bewusst zu werden, hat all das nichts zu tun. Es geht einzig um Überlebensvorteile der beteiligten Akteure, nicht um das Universum an sich, was auch immer dies sein mag.

Mit anderen Worten: Obwohl Mücklich explizit betont (S. 303), dass die diversen modernen physikalischen und kosmologischen Weltbilder das Leben übersehen und aussparen, versäumt er es, eine halbwegs belastbare Lebensdefinition bzw. -beschreibung abzuliefern, auf der alle weiteren Folgerungen hätten fußen können.

Einige Aussagen im Buch habe ich leider überhaupt nicht verstanden. Beispielsweise heißt es auf S. 331: "Aus der Endlichkeit ihrer Ausbreitungsgeschwindigkeit, die ich statt mit Lichtgeschwindigkeit oft mit Informationsgeschwindigkeit bezeichnet habe, ergibt sich erst der Ablauf der Zeit. Denn Zeit würde gar nicht vergehen, wenn diese Geschwindigkeit unendlich groß wäre." Das leuchtet mir nicht ein. Ich halte Zeit für ein Phänomen, das mit dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik in Verbindung steht und im Alltagsleben nicht unbedingt etwas mit der Informationsgeschwindigkeit zu tun hat. Sogar Sonnenuhren würden bei einer unendlich hohen Informationsgeschwindigkeit weiterhin reibungslos funktionieren.

Eine nähere Erläuterung des von Mücklich behaupteten Zusammenhangs findet sich auf den Seiten 221ff. Ich halte die Argumentation für fragwürdig. Feynman erläutert in QED: Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie recht eingehend, dass selbst für die Informationswahrnehmung fortwährend Energie aufgewendet werden muss. Aus diesem Grund filtern Lebewesen die meisten der auf sie einprasselnden Informationen notwendigerweise aus. Menschen können beispielsweise nicht einmal den Frequenzbereich wahrnehmen, zu dem Hunde in der Lage sind. Es handelt sich hierbei um energetische Einsparungen, die aus evolutionären Gründen erfolgt sind. Mücklich geht aber in seiner Argumentation implizit davon aus, dass alle Informationsempfänger zugleich über unendlich viel Energie verfügen und alle Informationen verwerten können.

Wenig überzeugt haben mich auch die Überlegungen zum Fermi-Paradoxon (S. 322). Jede intelligente außerirdische Art, die Horchposten weit ab ihrer eigenen Zivilisation platziert hätte, liefe aufgrund der Endlichkeit der Informationsgeschwindigkeit unweigerlich in ein Kommunikationsproblem. Deshalb macht es im Grunde für Außerirdische überhaupt keinen Sinn, plötzlich vor unserer Haustüre physisch aufzutauchen.

Schließlich konnte ich seinen Vorschlag zur Erklärung der zu hohen Fluchtgeschwindigkeiten von Galaxien in Galaxienhaufen und Sternen innerhalb von Galaxien (nämlich: Gravitation reicht nicht beliebig weit, da nicht genügend Bits zur Verfügung stehen, um die winzigen Werte im Informationsuniversum darzustellen) nicht nachvollziehen. Das Problem scheint doch offenkundig eher darin zu bestehen, dass insbesondere auf die Außensterne eine deutlich höhere Gravitation zu wirken scheint, als es gemäß den geschätzten Gesamtmassen von Galaxien zu erwarten war. Die von Mücklich vorgeschlagene Informationsthese (fehlende Bits) kann das Problem meiner Meinung nach nicht lösen. Ich stehe Behelfslösungen wie dunkle Energie/dunkle Materie allerdings gleichfalls skeptisch gegenüber, zumal wir deren Wirkungen - bei solch fundamentalen Wirkungen auf die Bewegungen ganzer Sonnen - eigentlich auch in unserem Sonnensystem feststellen müssten, wenn die dunkle Materie/Energie tatsächlich praktisch überall vorhanden wäre.

Trotz dieser marginalen Kritikpunkte: "Das verständliche Universum" ist ein großartiges Werk. Im Grunde müssten viel mehr Menschen versuchen, ihr gesammeltes Wissen anderen zur Verfügung zu stellen und ggf. eigene Ideen und Vorstellungen zu entfalten. Letzlich macht das den Menschen aus.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Davon bitte mehr!, 11. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
"Mücklich macht's möglich" könnte man sagen! Er beschreibt den aktuellen Stand der physikalischen Erkenntnisse auf die Art "Erklär's mir als ob ich sechs wäre" und zerlegt, ganz nebenbei und sehr sachlich die etablierten Theorien einiger "Starphysiker" bis auch der Laie die enthaltenen Absurditäten erkennt. Hier schreibt keiner, der seinen Status mit Veröffentlichungen aufbessern will (oder muss - wie leider so viele Wissenschaftler!), sondern schlicht ein Mensch, der sich in seinem Fachgebiet auskennt und erfahren hat, wie unbefriedigend der momentane Kenntnisstand ist. Begriffe wie "Multiversum" oder "zehndimensionaler Kalbi-Yau-Raum" lösen sich in Nichts auf - angesichts der von Mücklich vertretenen Ansicht "Was nicht beobachtbar ist, existiert nicht". Das ist gesunder Menschenverstand! In Mücklich`s Buch herrscht Wissensdrang und gerade nicht die oftmals arrogante Wissenshoheit weniger Etablierter. Selbst Einstein wird grundsätzlich befragt - "Ist die Allgemeine Relativitätstheorie eine heilige Kuh?". So soll Wissenschaft sein.
Sehr bereichernd und lesenswert!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grosser Wurf, 25. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Dieses Buch ist ein grosser Wurf, der mich ähnlich nachhaltig beeindruckt und belehrt hat, wie "1, 2, 3 Unendlichkeit" von George Gamow in meinen jungen Jahren. Es ist gelungen, eine Plattform zu schaffen, auf Grund derer ein Über- und Durchblick über die gegenwärtig wirklich wesentlichen Probleme und Lösungsansätze der Teilchenphysik bzw. Kosmologie möglich ist - für einen Fachfremden sonst kaum in endlicher Zeit zu bewältigen.
Sehr wesentlich scheint mir zudem, dass hier eine Darstellung vorliegt, die in keiner Weise irgendwelchen Interessen ("Schulen", Uni-, Institutsimages oder beruflichen Abhängigkeiten) verpflichtet ist.

Die zufällig am gleichen Tag von Lisa Randall erworbenen Bücher "Die Vermessung des Universums" und "Verborgene Universen" konnte ich mit stillem Vergnügen (über die Amazon Plattform) denjenigen Lesern anbieten, die nicht das Glück hatten, auf die Darstellung von A. Mücklich zu stossen.

Wolfgang Pistorius
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert!, 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Verständliche Einführung und Darstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse, insbesondere der Quantenphysik, eines u. a. am CERN promovierten Naturwissenschaftlers, der aber nicht im klassischen Wissenschaftsbetrieb tätig ist. Vermutlich deswegen gibt es auch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen dieses Betriebes. Das veranschaulicht das Ringen unterschiedlicher Theorieansätze, die aufgrund fehlender Beobachtungsmöglichkeiten bzw. noch nicht möglicher Messmethoden bzw. vorrichtungen noch nicht als verifiziert gelten. Diese Theorien werden übersichtlich gegenübergestellt. Obwohl ich mich privat intensiv mit den gängigen Physikalischen Theorien beschäftige, gab es natürlich einige Redundanzen, aber dennoch konnte ich sehr interessante neue Sichtweisen bzw. Denkansätze in diesem Buch finden! Es hat meine Vorstellung und Verständnis deutlich erweitert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Perle, 18. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Ich bin schwer beeindruckt von diesem Buch. Der Autor hat es - bis auf wenige Kapitel-Ausnahmen - wirklich verstanden, die grundlegenden Zusammenhaenge der uns umgebenden Welt zu beschreiben. Jenseits jeder formelhaften Verklausulierung. Da er auch kein "Juenger" einer bestimmten Theorie ist (z.B. der Stringtheorie) finden sich hier Darstellungen und Diskussionen, die sich in den populärwissenschaftlichen Büchern der "Schulen" seit langem nicht mehr finden. Liest man z.B. Brian Greene oder Lisa Randall, dann meint man danach (obwohl man als Laie eigentlich nix verstanden hat) dass die Physik heute eigentlich alles schon "fast" verstanden haette und eigentlich alles ganz klar sei. Liest man dann dieses Buch von Muecklich merkt man sehr schnell, dass es noch viel mehr ungeklaerte als geklaerte Fragen in der Physik gibt. Dem Autor kann man nur sagen: herzlichen Dank!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als top down Einstieg in die ganze Breite moderner Physik kaum zu überbieten, 28. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Vorweg gesagt: Ich bin kein Physiker, bin aber sehr daran interessiert, die Ergebnisse und die wesentlichen Fragestellungen moderner Theoretischer Physik wenigstens grob zu verstehen. Dies zu erreichen ist Andreas Mücklichs Buch ein sehr guter Einstieg. Das Versprechen, man benötige zu seiner Lektüre keine Vorkenntnisse, wird eingelöst. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Tragweite einiger Aussagen darin erst dem richtig klar werden wird, der schon weiß, wie sich die Quantenphysik ihrer Natur nach ganz grundsätzlich von anderen physikalischen Modellen unterscheidet. Recht spannend fand ich, dass Mücklich in der zweiten Hälfte des Buches selbst versucht, zentrale Erkenntnisse der Quantenphysik (z.B. Heisenbergs Unschärferelation) neu und weitergehend zu interpretieren. Selbst Physikern, die ihr Studium schon vor Jahren abgeschlossen haben, wird dieses Buch mit Sicherheit den einen oder anderen neuen Blickwinkel eröffnen. Angehenden Physikstudenten sei es besonders zur Lektüre empfohlen: Der große Bogen, den es spannt, wird ihnen helfen, viele Details, von denen sie im Laufe ihres Studiums hören werden, sofort richtig einzuordnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehrfach lesenswert!, 30. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht (Taschenbuch)
Das Buch hält, was es in seinem Titel verspricht. Es ist allgemein verständlich geschrieben und auch von mir als Nicht-Physiker sehr gut zu verstehen. Was mich beeindruckt und mir ausgezeichnet gefallen hat, waren die Größenvergleiche zur Darstellung von bestimmten Dimensionen und Größen.
Wer kann sich denn schon richtig vorstellen, was z.B. die Zahl 7x10E27 bedeutet. Der Vergleich, daß man mit einer solchen Anzahl von Sandkörnern die gesamte Landoberfläche der Erde mit 40m Sand bedecken kann, ist äußerst anschaulich und sehr beeindruckend.

Im zweiten Teil des Buches finde ich den Denkansatz, daß unsere Welt in letzter Konsequenz aus Bits besteht, äußerst interessant. Diese Betrachtungsweise kannte ich bisher noch nicht.
Auch hat mir die Gegenüberstellung der verschiedenen Weltmodelle, die derzeit in der Physik diskutiert werden gut gefallen. Selbstverständlich können nicht alle Details dieser Modelle aufgezeigt werden, daß war denke ich auch nicht die Absicht, dennoch gibt es einen gut verständlichen Überblick darüber.
Sehr gelungen erscheinen mir die Ausführungen in Kapitel 37 (Existenz und Wissen) und 38 (Leben).

Das Buch ist absolut gelungen und unbedingt empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht
Das verständliche Universum: Wie unsere Wirklichkeit entsteht von Andreas Mücklich (Taschenbuch - 28. Oktober 2011)
EUR 24,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen