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am 3. November 2004
Es handelt sich um eine Mischung aus Liebesgeschichte und Science Fiction. Reine Liebesgeschichten sind mr meist zu "süß", reine Science Fiction ist mir oft zu trocken. Diese Mischung hier jedoch auch Glück, Herzschmerz, Liebe und Logik ist meines Erachtens wirklich genlungen.
Es geht um Henry, der aufgrund einer angeborenen Krankheit immer wieder Zeitreisen in seine Vergangenheit und seine Zukunft macht, während derer er seine (zukünftige) Frau trifft.

Der Leser verfolgt das Leben von Claire und Henry nach Claires chronologischem Empfinden. Das ist manchmal verwirrend, manchmal lustig und manchmal auch sehr traurig. Wer in die Zukunft reist erfährt eventuell Dinge, die seine Gegenwart beeinflussen...
Es gibt eine Regel: Henry, der Zeitreisende, kann die Vergangenheit (oder Zukunft) nicht ändern. Er kann nur beobachten und versuchen, Konsequenzen zu ziehen. Wenn es um zukünftige Liebe geht, mag das noch romantisch und schön sein. Geht es jedoch um das Wissen über den Tod, dann ist das eher dramatisch.
Ich habe schon lange nicht mehr ein so packendes Buch gelesen. Und bei den letzten Seiten konnten ich auch die Tränen nicht mehr zurückhalten, und ich dachte nach über mich und mein Empfinden der Liebe. Eines ist klar: Claire liebt Henry, eine größere Liebe ist kaum vorstellbar.
Ich habe dieses Buch auch meinem Freund zu lesen gegeben, er hat jedoch noch ca. 70 Seiten aufgegeben. "Da ist ja gar keine Action", war sein Kommentar. Ich weiß nicht, ob man deshalb schlußfolgern kann, dass es sich um ein Buch für Frauen handelt. Es ist auf jeden Fall ein Buch für Leute, die das mit Zeitreisen verbundene Gedankenspiel mögen, und für Leute, die sich gerne lesend in die Gefühle anderer vertiefen.
Elke Fehling
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am 16. September 2009
Dies ist eine reine Übersetzungskritik der deutschen Übersetzung von "The Time Traveler's Wife" und bezieht sich nicht auf den englischen Roman. Die deutsche Übersetzung ist meiner Meinung nach mangelhaft, unlogisch und schlecht recherchiert. Folgende Punkte fielen mir besonders negativ auf:

1) Im Buch erwähnte Literatur-Zitate und kulturelle Anspielungen werden von der Übersetzerin nicht erkannt und wörtlich übersetzt, sodass sie im Deutschen nicht mehr als solche wahrgenommen werden.

2) Wenn die Übersetzerin Zitate erkennt, werden sie nicht einheitlich übersetzt. Paradoxerweise bleibt die "Cheshire Cat in Alice's Adventures in Wonderland" auch im Deutschen "die Cheshire Cat in Alice im Wunderland" (anstatt von "Grinsekatze"), aber andererseits wird Blakes weltberühmtes Gedicht "Tiger, Tiger burning bright" in der deutschen Übersetzung zu "Tiger, Tiger grelle Pracht". Aufgrund solcher Uneinheitlichkeiten kann ich nicht mehr von stilistischer Freiheit ausgehen, sondern von Willkür.

3) Es fallen große Lücken in Sachen Allgemeinwissen und idiomatischer Sprachgebrauch auf. Beispiel: Beim Schachspielen verwendet man im Englischen das Verb "to take", wenn man die Figur des Gegners schlägt, wie in "She took his pawn." (wörtl. "Sie nahm seinen Bauern."; idiomatisch sinnvolles Deutsch: "Sie schlug seinen Bauern.") Dieser englische Ausdruck wurde aber 1A ins Deutsche übernommen, mehrere Seiten voll mit Formulierungen nach dem Muster "Er/sie nimmt/nahm ihre/seine Figur". Im ganzen Buch stolpert man über solche unnatürlichen Ausdrücke, was den Lesefluss immer wieder unterbricht.

4) Im englischen Original kann man am Sprachstil und der Wortwahl der Figuren die jeweilige Zeit erkennen. Denn logischerweise hat man in den 60ern anders gesprochen als in den 90ern. In der deutschen Übersetzung wurde dies jedoch konsequent ignoriert. Auch die Hauptfiguren Clare und Henry werden von frühester Kindheit an beschrieben. Der Übersetzerin ist es aber völlig egal, ob die Person gerade im Vorschul- oder Erwachsenenalter ist, die Wortwahl im Deutschen ist völlig gleich. Welches 5jährige Mädchen würde auf die Frage nach seinem Befinden mit "einigermaßen" antworten? Mögliche Gründe sind wiederum mangelndes Sprachgefühl, denn sprachliche Nuancen werden nicht erkannt und somit nicht in die Zielsprache übertragen.

5) Im Allgemeinen ist die Übersetzung ungenau, Schlüsselwörter werden ausgelassen, Satzzusammenhänge falsch verstanden und anstatt einen Satz sinnvoll zu trennen, wird er mit unzähligen Kommas zerstückelt und endet irgendwo im stilistischen Niemandsland. Selbst deutsche Fremdwörter werden falsch geschrieben.

FAZIT: Dem englischen Original gebe ich liebend gerne eine positive Bewertung, aber die deutsche Übersetzung ist so holprig und unsystematisch, dass mir persönlich jedes Lesevergnügen vergeht. Natürlich kann man nie 100% das Sprachgefühl der Ausgangssprache in die Zielsprache übertragen, aber ich habe es selten erlebt, dass der Charme des Originals praktisch ausgelöscht wird. Daher meine Empfehlung: Wer gute Englischkenntnisse besitzt, sollte sich die deutsche Version ersparen.
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am 26. Juli 2010
Einen Roman wie diesen habe ich bislang noch nie gelesen. Romantisch und herzzerreißend, manchmal unfreiwillig komisch und in jedem Fall fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Verworren und kompliziert vielleicht, doch auch so genau durchdacht, dass die Erkenntnis der Zusammenhänge dem Leser immer wieder einen leisen Schauer über den Rücken jagt.

"Die Frau des Zeitreisenden" ist eine Liebesgeschichte - aber keine, wie ich sie je gelesen habe. Sie erzählt das Leben von Henry und Clare, die durch Henrys "Krankheit", die ihn unvermittelt durch Raum und Zeit zu kapitulieren vermag, eine mehr als außergewöhnliche Beziehung führen. So kennt Clare Henry bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr, während Henry Clare zum ersten Mal begegnet, als sie zwanzig ist. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, dass er Clare in ihrer Kindheit regelmäßige Besuche abstatten wird - aus der Zukunft.

Was die Autorin hier vorlegt, ist eine komplexe Handlung voller herrlicher Paradoxa, die einem, vor allem zu Beginn, das Hirn zum Qualmen bringen. Gleichzeitig gibt es sehr ruhige Passagen, harmonische Momentaufahmen zweier Verliebter, von frühen Kindertagen bis ins hohe Alter. "Die Frau des Zeitreisenden" besticht in ihrer Komplexiität ebenso wie in ihrer Romantik, rührt Herz und Verstand und ist gewürzt mit einer kräftigen Dosis ironischem Humor, der mich auch beim Lesen in Bus und Bahn zum Schmunzeln gebracht hat.

Für gewöhnlich lese ich keine Romanzen, dieses Buch jedoch hat mich gefesselt, und es ist eines der wenigen, die ich gerne zwei- oder mehrmals lesen würde. Das liegt weniger an einem außergewöhnlichen Schreibstil oder einer anderen ausgefeilten Technik der Autorin - im Gegenteil bin ich der Meinung, dass es sich bei dem Stil um solide, aber doch eher schlichte Handwerkskunst handelt - sondern schlicht und einfach daran, dass die Handlung faszinierend ist und absolut in Atem hält.

Von mir gibt es vier Sterne mit einem dicken Novitäten-Bonus für diese erfrischende und faszinierende Idee.
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am 15. Juli 2010
Uff...endlich geschafft!
Das ist mein Empfinden nach sechs Lesetagen mit rund 820 Seiten (ich habe versehentlich die winzige HC-Ausgabe mit den hauchdünnen Seiten erwischt).
Die Geschichte von Henry, dem Zeitreisenden und Clare, dem Mädchen, das ihm schon im Alter von sechs Jahren zum ersten Mal begegnet, gefällt mir zu Beginn wirklich gut. Ich verfolge gespannt Henrys Zeitreisen, seine Begegnungen mit Clare und sich selbst und auch der Schreibstil gefällt mir zunächst recht gut. Immer wieder wechselt die Sichtweise von Henry zu Clare und durch die Angabe der jeweiligen Zeit und dem Alter der beiden weiß man auch nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, wann und wo man sich gerade befindet. Es gibt einige sehr schöne Sätze, aber auch vieles, das mir ungefähr ab dem zweiten Drittel des Buches überhaupt nicht mehr gefallen hat. Der Mittelteil strotzt nur so vor Belanglosigkeiten und es hat mich große Überwindung gekostet, das Werk doch noch zu beenden. Der absolute Höhepunkt in dieser Hinsicht ist für mich das fast 100 Seiten lange Weihnachtsfest bei Clare's Familie, mit so spannenden Sachen wie Truthahn essen, Kaffee trinken, Kirchenbesuch und Billardspiel. Das ist für mich wirklich Langeweile in Reinkultur. Im letzten Drittel komme ich dann wieder besser voran, weil auch endlich wieder etwas passiert. Die versprochene SO ANDERE, SO NEUE, SO BERÜHRENDE UND SO SEHNSÜCHTIGE Liebesgeschichte kann ich jedoch leider nicht finden.
Für den guten Anfang und das Ende der Geschichte erhält der Roman dann doch noch 3 Sterne. Weiterempfehlen kann ich ihn aber nur an Leser, die an akuten Einschlafstörungen leiden.
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am 26. Juni 2006
Dieses Buch ist ein wunderschoener Liebesroman. Ausserdem hat die Autorin die Liebesgeschichte noch mit der Idee verwoben, dass Henry, der maennliche Hauptdarsteller, durch die Zeit reisen kann - vielmehr: etwas zieht ihn immer wieder fort aus der Gegenwart, so dass er, ploetzlich, sich in Vergangenheit oder Zukunft wiederfindet und immer wieder erst spaeter in sein "Jetzt" zurueckkehrt. Dies verursacht ihm und seiner Frau Clare manche witzige, manche romantische aber auch manche tragische Situation. Beispielsweise hat Clare den aelteren Henry aus der Zukunft schon als junges Maedchen kennengelernt. Sie kennt und liebt ihn schon ihr ganzes Leben, und weiss, dass sie ihm eines Tages persoenlich begegnen wird, in einem gemeinsamen "Jetzt". Als sie dem fast gleichalten Henry als erwachsene Frau ploetzlich begegnet, wird dieser sie allerdings nicht erkennen: fuer IHN liegen die Jahre, in denen er als aelterer Mann zurueckreist, um die junge Clare kennenzulernen, noch in der Zukunft - fuer ihn ist das "noch nicht" geschehen!
In den kommenden gemeinsamen Jahren wird Henry nicht verhindern koennen, dass er Clare ein Leben lang immer wieder verlaesst. Es ist ein genetischer Fehler (so die Autorin), der Schuld darin ist, dass Henry nicht fuer lange Zeit im Jetzt bleiben kann, sondern unsteuerbar immer wieder dorthin verschwindet, wo das Schicksal es fuer ihn vorgesehen hat.

Ich stimme dem nicht zu, wie manche Leser hier, dass die Zeitparadoxien nicht vollstaendig aufgeloest wuerden oder es manchmal kompliziert sei, den Zeitstraengen zu folgen. Jeder Eigenzeitstrang ist vollstaendig und selbst die Begegnungen Henrys mit seinem juengeren Ich bleiben paradoxiefrei und schluessig aufgrund bestimmter Einschraenkungen (der Henry aus der Zukunft erzaehlt seinem juenegern Ich nie, was noch alles passieren wird, damit dieser "es selbst erleben moege" / ferner: wenn er eines Tages selbst dieser "Henry aus der Zukunft" geworden ist und zurueckreist, um sein jueneges Ich zu treffen, dann aendert er die Vergangenheit nicht: er verhaelt sich so, wie sich der aeltere Henry aus der Zukunft damals (als er selbst noch der junge Henry war) verhalten hat).
Vielleicht kann man sich fragen, warum die Autorin nicht mit Moeglichkeiten der Aenderung der Vergangenheit spielt. oder warum Henry sich nicht aufbaeumt gegen das "Schicksal". Andererseits ist aber auch gerade das ein Teil des Reizes des Buches.
Ein nettes, unterhaltsames, cleveres Buch.

Das Ende ist aber leider sehr tragisch. Ich weiss nicht, warum die Autorin das Gefuehl hatte, es so schreiben zu muessen.
Meines Erachtens sollte ein Roman dazu beitragen, vielleicht zu bilden, sicherlich zu unterhalten, und insgesamt den Menschen von seinem Alltag herauszuheben und mit einer neuen Sichtweise zu umgeben - die ihm letztlich ein interesantes oder gutes Gefuehl hinterlaesst (will man sich mit Unterhaltungslektuere auch noch mit schlechten Gefuehlen belasten?). Ich habe zum Ende dieses Buches sehr mit den Personen gelitten und heisse Traenen vergossen. Manche Leser moegen so etwas, die werden sich freuen. Mir tat es leid um das gute Gefuehl, das ich vorher beim Lesen gehabt hatte.

Insgesamt finde ich dieses Buch lesenswert und denke nach dem Lesen noch oft an die Hauptpersonen, die einem lieb geworden sind. Man lernt manch netten Gedankengang ueber die Zeit kennen und erlebt eine tragisch-fatale wunderschoen- leidenschaftlich-sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte, die nie kitschig wird.
Noch ein kleines persoenliches Minus: An manchen Stellen wird mir persoenlich die Autorin zu handgreiflich, da wird die Sexualitaet in voller Explizitaet geschildert oder es fliegen Faekalworte. Das haelt sich zwar in Grenzen, macht aber wiederrum den Roman fuer mich zu keiner Weltliteratur, sondern eben zu dem, was er vielleicht einfach ist und sein will: ein herrlich unterhaltsamer spannender und interessanter Roman, der dem Leser manche schoene Stunde und viele nette Gedanken schenken will.
Als solcher: empfehlenswert.
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am 6. Dezember 2006
Dieses Buch war dann doch etwas anders, als ich es erwartet hatte...es ist tiefsinninger, philosohischer, auch "negativer". Letzteres soll jetzt nicht vorm Lesen abschrecken. Negativer soll hier heissen, ich hätte nicht erwartet, dass auch derartige Probleme in der Geschichte auftauchen könnten. Ich hatte die Vorstellung, ich hätte ein hauptsächlich eher amüsantes Buch zum Schmunzeln und mit verschiedenen unterhaltsamen Episoden der Zusammentreffen von Henry und Clare gekauft. Aber rasch wurde ich eines Besseren belehrt. Es ist nicht einfach eine heitere Geschichte, die so vor sich hinplätschert. Wer also etwas "locker-Flockiges" erwartet, der sei hier gewarnt. Es gibt auch durchaus traurige Szenen im Buch. Zwischendurch fand ich einige Passagen auch zäh und nicht unbedingt notwendig, aber umso mehr gewöhnt man sich an die Hauptfiguren und nimmt an ihrem Leben teil. Was vielleicht auch die Intention der Autorin war.

Obwohl ich mir ein bisschen mehr davon versprochen hatte, ist alles wunderschön erzählt und man schliesst die Figuren einfach ins Herz, deshalb 4 Sterne von mir.
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am 28. Januar 2016
Henry und Clare sind irgendwie schon immer zusammen. Zumindest fühlt es sich für beide so an. Als sie sich kennenlernen ist Clare 20 und Henry 28. Doch diese tiefe Liebe muss damit klarkommen, dass Henry ein Zeitreisender ist. Immer wieder verschwindet er unvermittelt und auf ungewisse Zeit und taucht irgendwo und irgendwann in Clare's Leben wieder auf. Sie lernen sich in den verschiedenen Phasen ihres Lebens kennen und sind sich sicher das sie auf ewig zusammen sein würden.

In Ihrem Roman "Die Frau des Zeitreisenden" hat die Autorin Audrey Niffegger eine wunderschöne Liebesgeschichte auf die Beine gestellt, die Ihresgleichen sucht. Sie umschreibt einfühlsam wie auch die kleine Clare immer wieder Henry begegnet und wie die beiden Ihre Beziehung mit der erschwerenden Tatsache, das Henry Zeitreisender ist meistern.

Fazit:
Für alle die sich ein paar entspannte Lesestunden wünschen, die sich zurücklehnen und träumen möchten. Für alle die gerne romantische Liebesgeschichten lesen, die machen mit "Die Frau des Zeitreisenden" von Audrey Niffegger sicher keinen Fehlgriff.

Rezension © 2016 by Elocin Icelandiscalling für BookOla.de
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am 5. November 2006
Als ich mir dieses Buch gekauft habe, habe ich gedacht es wäre so in der Art, wie von Cecilia Ahren ( P.S Ich liebe Dich ) aber da habe ich falsch gedacht. Für mich persönlich ist dies Buch nicht romantisch in dem klasssichen Sinne, sondern eher traurig und herzzerreißend. Diese Sehnsucht die in diesem Buch beschrieben wird ist einfach riesengroß.

Wenn man sich dieses Buch kauft, darf man nicht hoffen das es ein klasssisch romantisches Buch ist, es ist eher "auf eine dunkle, traurige Art romantisch", aber wunderbar zu lesen und wunderschön.

Dieses Buch zeigt, das wahre Liebe, selbst die Zeit übersteht.
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am 13. Juli 2011
Die Grundidee des Zeitreisens hat mir sehr gut gefallen und auch in ihrer Umsetzung fiel es mir nicht schwer, den Zeitsprüngen zu folgen. Auf Grundlage dieser Idee hätte bestimmt eine gute, spannende und auch wirklich romantische Geschichte entstehen können.
Doch dem war nicht so. Die beiden Hauptfiguren sind so etwa das Unsympathischste, was mir in einem Roman je untergekommen ist und entsprechen zudem solch überholten Rollenklischees, dass es fast schon einer Karikatur gleichkommt. Ihre Liebe ist nie mehr als bloße Behauptung und wird in keinem Moment tatsächlich greifbar, stattdessen wird ihre Bindung höchstens durch Sexszenen unterstrichen, die man in solcher Form in jedem billigen "Erotikroman" vom Wühltisch findet.
Über die Zeitreisen hinaus entwickelt sich keinerlei nennenswerte Handlung, abgesehen von ausufernden Beschreibungen des Ehelebens.
Was das Ende angeht, so kann man geteilter Meinung sein, doch ich persönlich kann diesem nichts abgewinnen. Die Tatsache, dass Claire bis ins hohe Alter hinein scheinbar keinen Tag verbracht hat, ohne an den Mann zu denken, der vor Jahrzehnten gestorben ist und auf diesen zu warten, erweckt für mich nicht den Eindruck von großer Liebe sondern wirkt absolut pessimistisch- seit dem Tod ihres Mannes hat sich diese Frau nicht mehr weiterentwickelt, nicht mehr gelebt, sondern nur noch auf ein letztes Erscheinen seinerseits gewartet. Das ist nicht Liebe über den Tod hinaus, sondern sich völlig für eine andere Person aufgeben- und das für immer. Das hat für mich nichts mit Liebe und schon mal gar nichts mit Romantik zu tun. Doch es entspricht völlig der Charakterzeichnung einer Frau, die das ganze Buch hindurch nur über die Beziehung zu ihrem Mann definiert wird- sie ist, wie der Titel sagt, nichts anderes als "die Frau des Zeitreisenden"- und mehr auch nicht.
Für mich kein empfehlenswertes und vor allem ein völlig überschätztes Buch.
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am 10. September 2009
Anfangs fand ich die Idee sehr originell, dass jemand durch die Zeiten reist und dabei immer wieder auf bekannte Personen und Umgebungen trifft. Als sich abzeichnete, dass die Liebesgeschichte zwischen Henry und Clare recht langatmig von allen Seiten und aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet wird und man permanent aufpassen musste, dass man bei all den Zeitsprüngen und Lebensaltersangaben noch einigermaßen den Überblick behält, verlor ich langsam das Interesse. Dass Henry bei seinen Zeitreisen auch auf sein eigenes Selbst trifft, wurde mir dann zu viel.

Doch vor allem wunderte ich mich zunehmend über den sachlichen Schreibstil, mit dem diese eher traurige Liebesgeschichte abgehandelt wurde. Selbst Leidenschaft, Sehnsucht und Depression erscheinen wie durch einen Filter, nahezu emotionslos und nüchtern beschrieben. Mit den Hauptfiguren bin ich dadurch nicht richtig warm geworden. Als einzig interessanten Charakter, bei dem durch seine Liebe zu Clare wenigstens ein bisschen Leidenschaft erkennbar war, empfand ich Gomez.

Auch das Ende wirkte kalt, pragmatisch und irgendwie radikal - sie weiß, dass sie ihn noch einmal sehen wird, wenn sie alt ist und lebt dafür weiter. An dieser Stelle vermisste ich sehr, dass man nichts über Clares weiteres Leben erfährt.

Schade, aufgrund der originellen Grundidee hatte ich etwas anderes erwartet.
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