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50 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi der Extraklasse
Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden. Eigentlich ein "ganz normaler" Mordfall, doch sie sieht der Ermittlerin Cassie Maddox so ähnlich, dass ihre Vorgesetzten beschließen, den Mord zu verschweigen. Sie beauftragen Cassie damit, im früheren Umfeld des Opfers, einer Studenten-Wohngemeinschaft zu ermitteln.
Schon der erste Blick auf das fast 800...
Veröffentlicht am 25. August 2009 von Eskalina

versus
24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiegespalten...
Tana French hat eine unheimliche Begabung zum Schreiben. Durch ihre bildhafte Sprache schafft sie es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die es ermöglicht, über einige Längen des Buches hinwegzusehen.
Nicht hinwegsehen kann ich allerdings über die etwas zu konstruierte und unglaubwürdige Geschichte: Eine Undercover-Agentin schleust sich...
Veröffentlicht am 1. Januar 2011 von Benjamin Bremer


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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach genial!, 20. April 2010
Von 
Gleich, nachdem ich "Grabesgrün" gelesen hatte, wusste ich, dass ich den nächsten Roman dieser jungen Autorin ebenfalls lesen wollte. Ihr Sprachgefühl ist großartig, ihre Charaktere sind gut durchdacht und vielschichtig und die Geschichten, die sie erzählt, fesseln den Leser ab der ersten Seite.

In "Totengleich" begegnen wir einer alten Bekannten aus Frenchs erstem Roman: Detective Cassie Maddox. Nachdem sie sich nach ihrem letzten Fall im Morddezernat ins Dezernat für häusliche Gewalt hat versetzen lassen, wundert sie sich sehr, als sie von Sam O'Neill, ihrem Freund, und Frank Mackey, ihrem früheren Chef in der Undercover-Abteilung, zu einem Leichenfund gerufen wird. Doch ihre Verwunderung weicht jähem Entsetzen, als sie in das Gesicht des Opfers blickt: es ist wie ein Blick in den Spiegel. Die Verwirrung steigert sich noch, als sie erfährt, dass diese Frau, die ihr gleicht wie ein Haar dem anderen, ihre frühere Undercover-Identität geklaut hat und unter dem Namen Lexie Madison gemeldet war. Wer war diese Frau, die so geschickt eine alte Identität angenommen und sich damit an der Uni eingeschrieben hat? Sam möchte als leitender Ermittler des Morddezernats auf die übliche Weise ermitteln, doch Franks Pläne gehen in eine ganz andere Richtung: er möchte Cassie als Lexie in deren altes Leben schleusen. Also behaupten sie, Lexie habe den Angriff überlebt und leide nur unter einer leichten Amnesie. Cassie wird einer intensiven Schulung unterzogen, um ziemlich viel über Lexies Wesen und Leben zu wissen und zieht dann als Lexie in ihr neues Zuhause ein: Whitethorn House. Dort hatte Lexie mit ihren vier besten Freunden gelebt, deren Freundschaft über das normale Maß weit hinausgeht und in ihrer Struktur mehr einer Familie gleicht. Doch was als ganz normaler Undercover-Einsatz geplant war, wird für Cassie zu einer Zerreißprobe. Sie fühlt sich viel zu wohl in diesem Haus, in dieser Gruppe und sie droht, den Grund ihres Aufenthalts in Whitethorn House aus den Augen zu verlieren. Wäre Cassie vielleicht viel lieber Lexie?

Tana French nimmt den Leser mit in ein Verwirrspiel, dessen Grenzen oft schwimmen. Cassie kämpft sich in das Leben der vier Freunde, wird ganz und gar zu Lexie und droht dabei, ihr eigenes Ich zu verlieren. Dafür nimmt sie auch in Kauf, wichtige Informationen für sich zu behalten und nicht an Frank weiterzugeben, womit sie sich in große Gefahr begibt. Sie fühlt sich wie ein Teil dieser seltsamen kleinen Familie und weniger wie die Ermittlerin, die sie sein sollte. Doch unter der Oberfläche macht sie nicht nur als Lexie eine Entwicklung durch, auch ihr Bild von Cassie erfährt Korrekturen und reift.
Tana French weiß, wie man schillernde Figuren entwickelt - keinen ihrer Helden könnte man in wenigen Worten beschreiben und genau das liebe ich an ihren Krimis, besonders an "Totengleich". Ich hoffe sehr, dass wir von dieser Autorin noch viel hören und vor allem lesen werden!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Totengleich von Tana French, 18. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Kindle Edition)
Dies war mein erster Krimi von Tana French, aber vermutlich auch der letzte, den ich gelesen habe. Als absoluter Krimi-Fan (Gerritsen, Slaughter,Elisabeth George, P. Cornwell, M. Robotham, etc.etc.) war es eines der wenigen Bücher, das ich nicht fertiggelesen habe, da mir zwar die Sprache und die Beschreibung der einzelnen Charaktere gut gefallen hat, aber einfach viel zu wenig Spannung in der Handlung ist und daher die Motivation zum Weiterlesen für mich nicht gegeben war. Wenn jemand Geduld und einen langen Atem hat, dann ist das Buch wahrscheinlich empfehlenswert. Für mich insgesamt eher enttäuschend.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen was für ein Krimi !, 14. Februar 2011
Von 
Lina M. (münchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Taschenbuch)
Gerade habe ich das Buch ausgelesen und muss sagen, es hat mich unglaublich in den Bann gezogen. Tana French versteht es wirklich Atmosphäre aufzubauen und den Hauptprotagonisten Leben einzuhauchen. Ich sah die Charaktere leibhaftig vor mir und fieberte mit.
Das Buch wird zu keiner Zeit langatmig oder gar fad, die Stimmung hält sich über das ganze Buch und es macht einfach Spaß das Buch in kurzer Zeit zu verschlingen. Und dabei kommt es ganz ohne blutrünstige Beschreibungen und Schocker aus. Endlich mal eine dichte Story, die über die "normalen" Krimis hinausgeht. Eine Geschichte, die einen fesselt, auch über das Lesen hinaus. Dabei schreibt French mitreissend und flüssig.
Mir hat die Idee sehr gut gefallen und auch die letztendliche Auflösung fand ich schlüssig.
Das ist das erste Buch von Tana French das ich las, aber mit Sicherheit nicht das letzte.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Absurdes Theater, gekonnt beschrieben, 11. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Taschenbuch)
Der Roman beruht auf zwei absurden Grundvoraussetzungen. Eine Studentin wird niedergestochen und stirbt. Die Ermittler verheimlichen ihren Tod und schicken stattdessen eine Kollegin, die ihr täuschend ähnlich sieht und ihre Identität annimmt, verdeckt in ihre WG und ihr universitäres Umfeld, ohne daß das irgendjemandem weiter auffällt. Diese schreibt sogar die Dissertation der Toten weiter! Das war schon riskant, denn könnte nicht einer der Mitbewohner der potentiele Mörder sein? Doch es kommt noch besser. Die Undercover-Agentin macht, wie die Tote, nachts Spaziergänge in der Prärie. Hallo, geht's noch? Sie wurde gerade erst niedergestochen und macht anschließend allein im Dunklen Spaziergänge, wo doch hinter jedem Busch, wie beim ersten Mal, der Mörder lauern könnte, sein "Werk" zu vollenden? Da hülfe auch keine Verkabelung etwas, da hätte höchsten ihr Chef im fernen Dublin mithören können, wie sie umgebracht wird. Die 200 Seiten dauernde Auflösung ist die dritte Absurdität, die ich hier allerdings nicht verraten darf. Und man muß auch erst einmal fertigbringen, einen Krimi zu schreiben, in welchem auf 800 Seiten nichts passiert, sondern nur geredet, gedacht und geschildert wird. Noch etwas zur Übersetzung. Den Übersetzern und ihrem Lektor sind die Wörter "hinein", "hinaus", "heraus", "herein" usw., die eine Richtung anzeigen sollen, völlig unbekannt. Stattdessen schreiben sie ungeniert so etwas wie "rausgekommen", "reingegangen", "Zimmer nach hinten raus". Sie sollten sich aber im klaren sein, daß sie auch eine gewisse Vorbildwirkung, vor allem für die Jugend, haben und nicht so schreiben, wie in bildungsfernen Schichten gesprochen wird.
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1.0 von 5 Sternen Unnötiges Geschwurbel, 12. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Kindle Edition)
Ich hatte den Krimi als Reiselektüre mitgenommen. Nun stelle ich ihn in die Bibliothek des Ferienhauses, damit er mein Rückreisegepäck nicht unnötig belastet.
Wie bereits andere Rezensenten bemängelten, tut sich auf den ersten 200 Seiten so gut wie gar nichts. Die Hauptakteurin Cassie überlegt nur, ob sie undercover in einem Mordfall arbeiten soll. Sie sieht dem Mordopfer, welch glaubwürdiger Zufall, ähnlich wie eine Zwillingsschwester. Um in das Leben dieser Frau einsteigen zu können - ohne enttarnt zu werden - lernt sie nun auf ermüdenden Seiten deren Daten und Verhaltensweisen auswendig. Und ständig plagen sie Zweifel über alles und jedes. Auch mich plagten bald Zweifel, nämlich über den Wert des Buches. Ich las dann ein wenig hinten herum. So dumm, dass die who done it? Frage ganz klar auf den letzten Seiten geklärt wird, ist das Buch allerdings nicht angelegt. Auch hinten gibt es nur Geschwurbel, wer wirklich alles bis zum Grund ausloten will, ist gezwungen, wieder weiter vorne einzusteigen. Dabei stößt man auf weitere "Glaubwürdigkeiten", z.B. dass Cassies Tarnung auch bei dem Geliebten der Toten (Vater ihres ungeborenen Babys) nicht auffliegt, ja anscheinend bringt dieser Mann die Tugend der Ermittlerin nicht mal ansatzweise ins Wanken und streicht ihr nur über die Wange. Toll, wirklich völlig logisch.
Das einzige Gute, was man über dieses Buch sagen kann, ist, dass es tatsächlich alles atmosphärisch dicht beschreibt. Wenn ich allerdings so etwas lesen will, ziehe ich die Buddenbrocks vor.
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2.0 von 5 Sternen Naja, 2. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Totengleich (Hörbestseller) (Audio CD)
Ich bin ein großer Fan der Tana-French-Romane. Diesen fand ich enttäuschend. Eine tote Doppelgängerin? "Jeder Mensch hat eben einen Doppelgänger?" Das soll alles an Erklärung sein? Und keine der Hausbewohner, die sich sooo nahe stehen, merkt etwas? Die Figuren fand ich wenig glaubwürdig und die Handlung sehr konstruiert. Und die emotionale Betroffenheit von Cassie, die immer beschrieben wurde, kam so jedenfalls bei mir nicht rüber.
Tana French kann's definitiv besser!
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4.0 von 5 Sternen Schön, 14. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Taschenbuch)
Die Bezeichnung als „Kriminalroman“ finde ich etwas übertrieben. Ich würde es als Roman mit etwas kriminologischer Handlung bezeichnen. Das Buch ist ziemlich unblutig und zu keiner Zeit besonders spannend. Das muss man wissen, bevor man das Buch liest. Wer spannende Bücher liebt, sollte um dieses Buch einen großen Bogen machen. Bei mir lag das Buch erstmal eine Zeit lang im Schrank. Inhaltlich musste ich erstmal die Hürde überwinden, dass es in diesem Buch zwei Menschen gibt, die wie eineiige Zwillinge völlig gleich aussehen, obwohl sie in keinster Weise miteinander verwandt sind. Sehr realistisch ist das nicht. Als ich mich an diesen Gedanken gewöhnt hatte, habe ich das Buch trotzdem gerne gelesen. Viel Raum gibt die Autorin der Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere (viele sind es nicht) und der Beziehungen in denen sie zueinander stehen. Wie bei Tana Fench gewohnt, ist das Ganze wunderschön geschrieben. In manche Sätze habe ich mich regelrecht verliebt. Ich finde, es ist noch schöner geschrieben als ihr erstes Buch. Ich mag einfach ihren Schreibstil. Das hat mich über die fehlende Spannung hinweggetröstet.
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5.0 von 5 Sternen Pures Kopfkino - ein Krimi ohne sinnlose Action, 30. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Taschenbuch)
Dieser Krimi lebt von seinen Charakteren; bis ins kleinste wurde hier an den Figuren gefeilt. Was dieser Roman nicht bietet ist Action. Diese wäre in der Handlung tatsächlich nur störend. Der Plot entsteht nur rund um die fünf Hauptfiguren. Die Autorin versteht es sagenhaft, den Spannungsbogen durch die Beziehungen unter den Handelnden aufzubauen.

Dazu kommt ein Storyansatz, den ich vorher noch nicht in diesem Genre erlebt habe. Eine Ermittlerin wird als Ersatzperson einer Toten in diesen Ring der Protagonisten eingeschleust, um undercover das seltsame Verhalten der Verdächtigen zu untersuchen. Was zu Anfang unglaublich und nicht vorstellbar klingt, bekommt aber im weiteren Verlauf des Geschehens immer mehr Hand und Fuß. An einigen Textstellen möchte man glauben, dass Tana French gerne das Genre "Krimi" verlassen möchte; in der Tat steht sie in einigen Passagen vor der Grenze zur Phantastik. Aber eben auch nur fast, denn so dichtgewoben die Darstellung der Psyche jedes Einzelnen der Protagonisten geschildert wird, ist es nicht leicht herauszufinden, was Realität oder Wunschdenken ist. Das Bild, was jeder in der Gruppe (einschließlich der Ermittlerin) von dem anderen hat, verklärt sich manchmal ins mystische. Und genau das macht meines Erachtens die Stimmung dieses Romans aus.

Ich bin von diesem Roman sehr positiv überrascht, für mich ist das der Beste Krimi seit langer, langer Zeit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hinter den Spiegeln, 7. Oktober 2012
Von 
R.E.R. "R.E.R." - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Totengleich: Kriminalroman (Taschenbuch)
In dem wunderbaren Film "Tanz der Vampire" von Roman Polanski, gibt es eine Stelle in der Polanski als Alfred seinem Professor Abronsius aus einer wissenschaftlichen Schrift über Vampire sinngemäß vorliest: "Man kann sie nicht, bzw. sie sich selber auch nicht, in einem Spiegel sehen." "Das würde ich gerne sehen" sagt daraufhin der Professor. Worauf Alfred, in diesem unnachahmlich einfältigen Tonfall erwidert: "Aber man sieht ja gar nichts!"

Warum ich im Zusammenhang mit Tana French's "Totengleich" auf diesen, für mich besten, Vampirfilm gekommen bin? Das Spiegelbild, bzw. die Reflektion spielt eine wichtige Rolle in diesem Kriminalroman, der eigentlich gar keiner ist. Der gewaltsame Tod einer jungen Frau ist hier nicht Selbstzweck um die Mühlen erfolgreicher Genreliteratur in Gang zu setzen. "Totengleich" ist ein, fast altmodisch anmutender, epischer Roman, ganz in der Tradition großer irischer Erzähler.

In einem verlassenen Cottage irgendwo im Niemandsland um Dublin wird die Leiche der Studentin Lexie Madison gefunden. Die Ähnlichkeit mit der Polizistin Cassie Maddox ist verblüffend. Die Tote gleicht der jungen Beamtin aufs Haar. Noch merkwürdiger allerdings ist, das Cassie vor einigen Jahren unter diesem Pseudonym verdeckt ermittelt hat. Mittlerweile sind Deckname und Einsatz aber längst ad acta gelegt. Wer also ist die Tote wirklich, die sich hinter diesem Scheinnamen verborgen hat? Des Rätsels Lösung scheint in der alten Villa zu liegen, die das Mädchen mit vier Kommilitonen bewohnte. Cassie beschließt noch einmal in die Rolle der Lexie zu schlüpfen um das Geheimnis zu lüften.

Immer wieder kommt die Autorin auf den Begriff "Spiegel" zurück. Liegt die "Schuld auf seltsam spiegelverzerrte Weise" beim Opfer selbst. Muss der Fall geklärt werden, damit "nicht ein gewaltiges spiegelkabinettartiges Chaos" über das Leben Cassies hereinbricht. Wie dem Irrgarten entkommen, der sich "wie ein höhnisch verzerrtes Spiegelbild in einem unheimlichen Vexierspiegel" ausbreitet. Für Cassie gleicht der Fall gar einem Möbiusband. In die Rolle der Toten geschlüpft, fällt ihr die Orientierung schwer. Im Innern der Villa umgeben von Menschen, die ihr ans Herz wachsen, verblasst das Außen, vereint sich mit dem Innern. Ihr Spiegelbild gleicht sich dem Fremden an. Verschmilzt. Wird eins.

Klingt verwirrend? Ist es keineswegs. French breitet die Handlung weitschweifig aus, lässt alles langsam voran schreiten. Bis Cassie als wieder auferstandene Tote in die Villa einzieht, vergehen fast 200 Seiten. Kein Problem bei einem über 700 Seiten starken Epos. Viel Zeit um sich in den Charakter und die Umstände Cassies einzufühlen, ehe aus ihr Lexie wird. Sicher ein wenig langatmig, aber dennoch gut. Gemütlich. Sätze die Bilder ausbreiten wie längst vergessene schöne Erinnerungen.

In der Villa kommt die psychologische Komponente dann noch stärker zum Tragen. Vier fesselnde Figuren warten auf Cassie/Lexie und den Leser. Daniel, der "Übervater" und Erbe des Anwesens. Abby, seine Vertraute und Fels in der Brandung. Rafe, der schöne Verführer mit dem dunklen Hang sich selbst und andere zu verletzen. Justin, das scheue Reh mit der Neigung zu Hysterie und Hypochondrie. Vier Charaktere wie aus der viktorianischen Ära, die dieses Zeitalter wiederaufleben lassen. Plauderstunden am Kamin, literarische Streitgespräche (alle vier studieren Literaturwissenschaften), Kartenspiele nach dem Abendessen, Hausarbeit und Handarbeiten. Die Villa mag geographisch außerhalb der Zivilisation liegen, kulturell ist sie ihr weit überlegen. Elektronische, mediale oder Fiskale Errungenschaften sind nicht wichtig, gelten nichts. Die Menschen treten in den Vordergrund. Weitere 500 Seiten, die der Leser wie einen Spiegel vorgehalten bekommt um sich Zeit zu nehmen das Bild darauf in allen Einzelheiten zu betrachten. Nuancen zu erkennen, Feinheiten aufzuspüren, hinter die Oberfläche zu blicken.

Cassie gelingt am Ende der Blick hinter die Spiegel. Sie löst das Rätsel, findet sich selbst wieder und hinterlässt ein Abbild dessen, was Leben sein kann, wenn es nicht totengleich ist.
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5.0 von 5 Sternen Beeindruckend - fesselnd - tiefgründig!, 27. Oktober 2010
Tana French beherrscht es perfekt, die Psyche der handelnden Personen darzustellen und den Leser zu fesseln. Die wunderschönen Wortspiele und Umschreibungen setzen dem ganzen noch die Krone auf! Das beste Buch, das ich seit Jahren gelesen habe!
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Totengleich (Hörbestseller)
Totengleich (Hörbestseller) von Tana French (Audio CD - 4. August 2010)
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