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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührend, charmant und mit einer gehörigen Portion trockenen Humors geschriebener Liebesroman...
Ich habe das Buch in den letzten Tagen regelrecht verschlungen, allerdings auf Englisch. Ich gehe einfach einmal davon aus, daß die deutsche Übersetzung gut ist...!
Übrigens würde ich die Hauptperson, Major Ernest Pettigrew, durchaus nicht als verbohrten Eigenbrötler beschreiben, wie es im Kurztext von Amazon zu lesen ist. Er ist ein...
Veröffentlicht am 18. März 2012 von Kylwalda

versus
2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen gequälte Langeweile mit gekünsteltem "hohen Niveau"
Habe ich als Hörbuch versucht, aber bei Kapitel 25 aufgegeben. Mein Gott wie langweilig. Von Humor keine Spur (das wurde hier mehrfach lobend erwähnt) Über X - Kapitel wird berichtet, wie der Major versucht 2 Gewehre wieder in seinen Besitz zu nehmen. Wenn das ein Hauptthema des Buchs sein soll, dann tut es mir Leid um die Zeit.? Ob daraus wirklich noch die...
Vor 8 Monaten von K.S. veröffentlicht


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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührend, charmant und mit einer gehörigen Portion trockenen Humors geschriebener Liebesroman..., 18. März 2012
Ich habe das Buch in den letzten Tagen regelrecht verschlungen, allerdings auf Englisch. Ich gehe einfach einmal davon aus, daß die deutsche Übersetzung gut ist...!
Übrigens würde ich die Hauptperson, Major Ernest Pettigrew, durchaus nicht als verbohrten Eigenbrötler beschreiben, wie es im Kurztext von Amazon zu lesen ist. Er ist ein zurückgezogen lebender Witwer, den der plötzliche Tod seines jüngeren Bruders zunächst aus der Bahn wirft.
Mehr durch Zufall lernt er in diesem Moment die ebenfalls verwitwete Ladenbesitzerin Mrs. Ali näher kennen, die ihm eine verständnisvolle, kluge und gewitzte Freundin wird. Die Zuneigung der Beiden wird jedoch argwöhnisch beäugt von den Dorfbewohnern, den Freunden des Majors und erst recht von seiner eigenen Verwandtschaft...
Major Pettigrew, der perfekte Gentleman, muß sich fragen, was am wichtigsten ist: Familie, Konventionen, oder Liebe?
Dieses Buch über die Überwindung kultureller Unterschiede läßt einen nachdenken, aber auch lachen, denn Major Pettigrew ist ein Meister des trockenen, englischen Humors!
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben ohne Tee ist möglich, aber sinnlos!, 22. Oktober 2012
Der Major ist einsam: Frau tot, Bruder tot, der Sohn ein geistloser Banker. Wie soll da ein Gentleman alter Schule noch das Leben genießen? Wenn da nicht eines Tages Mrs. Ali vor der Tür stände. Sie ist Pakistanin, interessiert sich wie er für Literatur und besitzt den örtlichen Dorfladen. Und genau da liegt das Problem. Wie soll er eine solche Frau in die gehobene Gesellschaft einführen? Nimmt man denn eine Geschäftsfrau mit auf den feinen Ball? Ist sie nicht sowieso ein wenig zu exotisch für das ruhige, britische Leben, das er eigentlich führt?
Es geht nicht so sehr um die Liebe, als um die Frage, nach welchen Regeln wir eigentlich leben wollen. Wer den Nachbarn auf den Schlips tritt, lebt nicht mehr so unbeschwert. Aber vielleicht glücklich. Auch wenn man für dieses Glück auch mal von alten Frauen mit Stricknadeln bedroht wird...
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zauberhaft, 2. Mai 2012
per Zufall bin ich auf das Buch gestossen und ich bin verzaubert von der Sprache, dem Tiefgang und dem Witz dieser Geschichte. Mehr kann ich nicht sagen, ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entzückend!, 26. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft (Audio CD)
Dieses Hörbuch ist absolut entzückend! Die (reife, wie hier mehrfach geschrieben wurde) Liebesgeschichte zwischen Mrs. Ali und Major Pettigrew hat mich sofort gepackt, Reinhard Kuhnert "verkörpert" den Gentleman einfach perfekt.
Gegen Ende wird's noch einmal recht dramatisch, diese Wendung hätte es für mich nicht gebraucht, aber trotzdem hatte ich insgesamt sehr vergnügliche Hörstunden!
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervoll!! Einfach wundervoll!!, 2. November 2012
KLAPPENTEXT:
Seit dem Tod seiner Frau sucht Ernest Pettigrew die Ruhe und hält sich an das, was ihm im Leben immer weitergeholfen hat: Höflichkeit, Pflichterfüllung und eine richtig zubereitete Tasse Tee. Seinem aufgeblasenen Sohn, der ihm fremd geworden ist und für dessen Verhalten er sich ständig schämt, geht er, wo er nur kann, aus dem Weg. Und auch von der aufgeregten Fürsorge seiner Nachbarinnen hält er sich fern. Früher war alles besser, seufzt Ernest sich daher in den Bart. Jeder kannte seinen Platz und stellte die Ordnung nicht in Frage. Ausgerechnet die begerzte Jasmina, Besitzerin eines Lebensmittelladens, bringt die starren Ansichten des Eigenbrötlers ins Wanken. Als die beiden sich näherkommen, löst diese ungewöhnliche Leidenschaft großes Unverständnis in ihrer Umgebung aus.

AUTORIN:
(Quelle: Droemer Knaur)
Helen Simonson ist in East Sussex / England geboren und aufgewachsen. Nach dem Abschluss an der London School of Economics hat sie lange in der Werbung gearbeitet. "Mrs. Alis unpassende Leidenschaft ist ihr erster Roman, den sie in den wenigen Stunden, die ihr als Hausfrau und Mutter blieben, schrieb. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Washington D.C.

EIGENE MEINUNG:
"Mrs. Alis unpassende Leidenschaft" ist eine der schönsten und vor allem charmantesten Liebesgeschichten, die ich jemals gelesen habe.
Dafür verantwortlich ist vor allem der Protagonist des Romans: Major Pettigrew. Als Gentleman und Vertreter der alten Schule,- eingeschlossen all ihrer Höflichkeiten und Konventionen-, passt er hervorragend in das Setting des Romans: ein kleines Dorf in England, das scheinbar unberührt von neumodischen Dingen, verträumt und harmonisch vor sich hin lebt. Doch der Schein trügt, denn weder die Moderne, noch der allgemeine Drang, den eigenen Willen durch zu setzen, machen vor Edgecomb St. Mary halt. Ein Wirbelsturm von Umbrüchen, in Form eines Amerikaners und eines traditionellen Balls, der jedoch eher zu einer Maskerade auf allen Linien wird, bricht über das kleine Örtchen herein. Schnell gerät auch der Major in Angelegenheiten, von denen er sich eigentlich lieber fern gehalten hätte. Doch manchmal muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss ...
Major Pettigrew habe ich sofort in mein Herz geschlossen, auch wenn ich mir fast sicher bin, dass ich in der Realität Schwierigkeiten mit seinen eher spiesigen Ansichten hätte. Immer wieder lässt ihn Autorin Helen Simonson Erfahrungen mit der modernen Welt machen, die sie in sarkastische Geschichten und wundervoll, warmherzige Aussagen verpackt. Major Pettigrew hat einen Blick auf verschiedene Dinge, die von wunderbarer Klarheit sind und den Leser dazu bringen vielleicht selbst die Augen ein Stück weiter zu öffnen, oder sie aus einer anderen Persepktive auf Dinge oder Menschen zu richten.
"Das ersparte ihnen nicht nur ein Übermaß an Sahnesauce, sondern auch den muffigen Charme der Kellnerinnen, die allesamt aus dem Reservoir unmotivierter ortsansässiger Schulabgängerinnen stammten und sich eine aus unterdrückter Wut bestehende Grundstimmung zum Markenzeichen gemacht hatten. Viele von ihnen schienen an einer Krankheit zu leiden, die Löcher im Gesicht hinterließ. Erst nach einiger Zeit hatte der Major heruasgefunden, dass die jungen Frauen laut Clubstatuten sämtlichen Schmuck abzulegen hatten und die Löcher ihrer Zierde beraubte Piercings waren."
Ohne es zu wissen und eigentlich mit ganz ernsten Absichten, sprüht seine Figur vor Witz, weswegen er von Mitmenschen oft wegen seines trockenen Humors gelobt wird. "`Hör zu, Dad, ich wollte dir nur schnell eine aufregende Neuigkeit erzählen. Sandy und ich haben im Internet ein Cottage gefunden, das für uns in Frage kommt.Ž`Im Internet? Sei bloß vorsichtig, Roger. Ich höre ständig, dass es da nur Betrug und Pornographie gibt.Ž"
Des Majors ewige dunkle Wolke vor dem Sonnenschein seines ruhigen Lebens ist sein Sohn Roger. Arrogant, egozentrisch und völlig ungeniert, wenn es darum geht sich im Sinne seiner Karriere irgendwo anzubiedern, geht er nun auch noch eine Beziehung zu einer Amerikanerin ein, zu der er noch nicht mal den gebührenden Abstand einhält, der in der ersten Zeit des Kennenlernens angebracht ist. Die Leben und Eigenschaften der beiden Männer sind so unterschiedlich, dass es kaum zu glauben ist, dass sie zu einer Familie gehören. Doch nicht nur der Major fragt sich, wie es dazu kommen konnte. Es gefällt mir ausgesprochen gut, dass die Autorin dem Leser dort Freiraum gibt, slebst ein Urteil zu fällen, oder sich Gedanken zu machen, wie Roger wohl zu seinen Charaktereigenschaften gelangt ist. Auch mit dieser scheinbar amerikanischen Lebensweise, die Roger für sich gewählt hat, kann Pettigrew so gar nichts anfangen. " `Roger hat ein Auge für gutes DesignŽ, sagte Sandy. `Er könnte glatt als Innenarchitekt durchgehen.Ž Roger lief rot an. ` Wirklich?Ž , fragte der Major. ` Das ist aber eine schwere Anschuldigung.Ž"
Und obwohl der Major auch so seine eigenen und sehr strengen Ansichten zur Liebe hat, kann er nicht anders, als die sehr sympathische Nachbarin Mrs. Ali, Besitzerin eines kleinen Ladens, zu hofieren. Gemeinsame Lesestunden, das Interesse an Kipling und ihre guten Umgangsformen lassen sein Herz in ihrer Nähe höher schlagen. Selbst dann noch, als ihre pakistanische Familie in größte Aufruhr gerät.
" ` In Liebesdingen sind alle Menschen gleich Ž, wandte der Major ein. ` Ein kompletter Mangel an Impulskontrolle verbunden mit kompletter Kurzsichtigkeit.Ž"

FAZIT:
"Mrs. Alis unpassende Leidenschaft" ist ein wundervoller Roman, der nicht nur mit einer zarten Liebesgeschichte, sondern auch fantastisch kreierten Charakteren zu begeistern weiß. Eine Geschichte, in der es nur so von Vorurteilen und verstockten Konventionen wimmelt, die auf sehr sarkastische Art und Weise und mit Hilfe eines niveauvollen und wunderbaren Humors aufs Korn genommen werden und den Leser nicht nur zum Mitdenken anhält, sondern auch ausgesprochen vergnügliche Lesestunden bescheren.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wundervolles Buch, nur der Titel ist unpassend, 9. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft (Audio CD)
Trotz des unpassenden Titels habe ich das Hörbuch gekauft und bin begeistert. Der diskrete englische Humor ist einfach köstlich. Ein wunderbares Buch das ich nur aus vollem Herzen empfehlen kann. Hier auch ein Kompliment an den Sprecher Reinhard Kuhnert. Fabelhaft!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Britisch und zauberhaft, 17. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was den Inhalt und die Kritik am Titel der deutschen Übersetzung anbelangt, möchte ich meinen VorrezensentInnen zustimmen. Mrs. Alis Innenleben bleibt weitestgehend verborgen. Dafür kann man sich umso mehr an Mr. Pettigrews Gedanken, Gefühlen und vorallem wunderbarem Sprachwitz erfreuen.
Diese Liebesgeschichte ist für mich eine der ungewöhnlichsten und zauberhaftesten, die ich seit langem gelesen habe. Ein spannendes, unterhaltsames und einfach wunderschönes Buch, das viel zu schnell zu Ende ging und bis jetzt leider noch keine Fortsetzung hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fast nicht gekauft ...., 3. März 2014
.... aber Glück gehabt.

Ich habe kurz ins Buch geschaut und es mitgenommen, weil ich die Briten und ihre Höflichkeit sowie ihrer Angst vor gefühlsmäßigen Aufwallungen und Peinlichkeiten einfach sehr mag.

Als ich mit dem Buch begann und unter der Beschreibung der Autorin las, dass sie alles "in den wenigen Stunden, die ihr als Hausfrau und Mutter blieben, schrieb", war ich schon fast versucht, Mrs. Ali wieder wegzulegen. Inzwischen muss ich sagen, die Autorin hat ihre wenige Zeit genutzt, ich mag die Geschichte sehr.

Es hat mir gefallen, wie zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und schon älter, sich finden und sich dafür gegen ihre Mitmenschen durchsetzen müssen, obwohl ihnen gerade dieses Durchsetzen sehr schwer fällt.

Die Mitmenschen von Mrs. Ali und Major Pettigrew sind schon arg überzeichnet, aber die beiden Hauptfiguren sowie die gute Freundin, Grace, sind echt und liebenswert.

Ein wirklich schönes Buch für einen Wohlfühltag.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben ohne Tee ist möglich, aber sinnlos, 22. Dezember 2014
Seit dem Tod seiner Frau sucht Ernest Pettigrew die Ruhe und hält sich an das, was ihm im Leben schon immer weitergeholfen hat: Höflichkeit, Pflichterfüllung und eine richtig zubereitete Tasse Tee. Seinem aufgeblasenen Sohn, der ihm fremd geworden ist und für dessen Verhalten er sich ständig schämt, geht er, wo er nur kann, aus dem Weg. Und auch von der aufgeregten Fürsorge seiner Nachbarinnen hält er sich fern. Früher war alles besser, seufzt Ernest sich daher in den Bart. Jeder kannte seinen Platz und stellte die Ordnung nicht in Frage. Ausgerechnet die beherzte Jasmina, Besitzerin eines Lebensmittelladens, bringt die starren Ansichten des Eigenbrötlers ins Wanken. Als die beiden sich näherkommen, löst diese ungewöhnliche Leidenschaft großes Unverständnis in ihrer Umgebung aus. (Klappentext)

Major Ernest Pettigrew hat es nicht leicht. Zuerst stirbt seine Frau und nun auch noch sein Bruder. Neben dem Kummer muss er sich zudem mit einigen familiären Konflikten auseinandersetzen. Seine Angehörigen haben nämlich ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie sich ein Witwer seines Alters zu verhalten habe…

Ein ähnliches Schicksal teilt Mrs. Ali. Auch sie ist Witwe. Seit dem Tod ihres Mannes bemüht sie sich alleine, den kleinen Lebensmittelladen des Ortes – und damit auch sich selbst und ihren Lebensunterhalt – über die Runden zu bringen. Und auch ihre Familie ist der Ansicht, dass ihr Platz nun ganz woanders sein sollte…

Als die beiden merken, dass sie nicht nur die Liebe zu einer guten Tasse Tee und guten Büchern miteinander teilen, wird es kompliziert. Wenn man schon den größten Teil seines Lebens hinter sich gebracht hat, schleppt man so einiges an emotionalem Ballast mit sich rum. Und dann die Familie! Beide möchten ihren Angehörigen nicht vor den Kopf stoßen. Schließlich sind sie beide auch konservativ – und bestimmte Dinge waren halt schon immer so. Und andere Dinge gehören sich einfach nicht…

Aber andererseits sind da auch die eigenen Gefühle. Wünsche und Träume, die man noch hat. Und auch eine Portion Trotz: Man will sich doch nicht sein eigenes Leben von den Kindern diktieren lassen!

Beide Charaktere gefielen mir großartig! Beide haben sie Ecken und Kanten, der Major sogar eine ganze Menge. Aber das macht sie so menschlich. Die Liebesgeschichte zwischen ihnen gehört zu einer der schönsten, die ich bisher gelesen habe. Und wenn die beiden zusammen „durchbrennen“, kann es kaum noch romantischer werden.

Aber dieses Buch kann viel mehr als nur Romantik. Es regt an zum Nachdenken:

Was erwartet man von älteren Menschen, gleich welchen Kulturkreises? Hat man nicht auch gewisse Vorstellungen, wie sie sich wohl verhalten sollten?

Wie oft wurden wohl schon die neuen Partner der Eltern von den erwachsenen Kindern abgelehnt?

Wie häufig erwarten erwachsene Kinder wie selbstverständlich von den Eltern, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen, um Babysitterdienste auszuüben?

Wie oft passiert das alles nicht mal böswillig, sondern aus der festen Überzeugung der jüngeren heraus, dass es bei älteren Menschen gar keine anderen Interessen mehr geben könnte?

Und nicht nur das Verhalten älteren Menschen gegenüber sollte überdacht werden. Mrs. Ali ist eine Pakistani und hat deswegen gegen reichlich Vorurteile zu kämpfen. Daher auch noch die Frage: Wie steht es mit dem Respekt gegenüber anderen Kulturen?

„Er erträumt sich das Leben, das er nicht führen kann?“ “Genau. Wir dagegen, wir können alles machen, und trotzdem behaupten wir, unsere Träume seien nicht mit dem ganz normalen Leben vereinbar, und weigern uns, sie zu leben. Und jetzt sagen Sie mir: Wer ist mehr zu bedauern?“ (S. 424/425)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erzkonservativer englischer Major liebt Witwe mit Migrationshintergrund, 27. Oktober 2014
Durch Zufall bin ich beim Stöbern durch die Amazon-Buchangebote auf Helene Simonsons "Mrs. Alis unpassende Leidenschaft" gestoßen. Es entpuppte sich nicht nur als eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen im reiferen Lebensalter, sondern auch als eine interessante Studie der ländlichen britischen Gesellschaft.

Ernest Pettigrew ist 68 Jahre alt, Witwer, und hat die Armee als Berufsoffizier im Rang eines Majors verlassen. Wie in Großbritannien üblich, trägt er seinen Dienstgrad „Major“ mit Stolz und Würde und setzt ihn seinem Nachnamen voran, als sei es ein mühsam erworbener akademischer Doktor- oder Professorentitel. Köstlich, wie die in den USA lebenden Autorin Helene Simonson augenzwinkernd eine Situation schildert, in der Major Pettigrew einmal regelrecht beleidigt ist, als er nur mit „Ernest Pettigrew“ angekündigt wird und nicht als „Major a.D. Ernest Pettigrew, ehemals Royal Sussex Regiment“. Ich habe mich gefragt, ob nicht gerade der räumliche Abstand zwischen den USA und Großbritannien den Blick der Autorin auf die Eigenarten, Schrullen und Verschrobenheiten der britischen Gesellschaft positiv geschärft hat.

Die Witwe, in die sich der Major verliebt, ist zehn Jahre jünger als er, eine in Cambridge geborene Tochter eines Mathematik Professors. Sie ist eine aparte, schlanke und gutaussehende Frau, intelligent, humorvoll, hilfsbereit und unkompliziert. Jasmina liebt genau wie der Major Bücher und kann sich mit ihm bestens über klassische britische Schriftsteller austauschen. Nichts stünde einer Verbindung dieser beiden Menschen im Wege – wenn da nicht ihre Herkunft aus einer indisch-pakistanischen Einwandererfamilie wäre, ihr „Migrationshintergrund“, wie wir es in Deutschland so umständlich formulieren. Jasmina ist Einwanderin der 2. Generation, d.h. sie ist in England geboren und aufgewachsen und hat die Heimat ihrer Eltern nie gesehen. Gleichwohl wird sie aufgrund ihrer etwas dunkleren Hautfarbe von der dummen, überheblichen und arroganten Dorfgesellschaft gemobbt und ausgegrenzt, wo es nur geht.

Als der Major mit Jasmina den Ball seines Golfclubs besucht, ist das in Augen seiner Clubkameraden ungeheuerlich und es wird darüber nachgedacht, wie man den Major samt seiner eventuell späteren Ehefrau loswerden kann, ohne dass die rassistischen Hintergründe allzu offensichtlich werden.

Und dann ist da noch Roger, der erwachsene Sohn des Majors. Roger ist ein echtes Ekelpaket. Banker in der 2. Reihe, karrieregeil, ichbezogen, eingebildet und ohne jegliches Einfühlungsvermögen. Der Major fragt sich immer wieder, wie es nur dazu kommen konnte, dass er seinem Sohn in der Kindheit nicht mehr menschliche Werte wie Empathie, Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit beigebracht hat. Auch Jasmina hat so ein schwieriges Exemplar in ihrer Verwandtschaft, ihren Neffen Abdul Wahid. Und Jasmina hat auch eine Ahnung, wieso Abdul Wahid so wurde, er wurde nämlich als kleiner Junge ganz gewaltig verhätschelt und verzogen. Der Major erinnerte sich daran, dass auch seine verstorbene Frau damals seinem Sohn Rücksichtslosigkeiten durchgehen ließ – und er selbst hatte sich eigentlich während Rogers gesamter Kindheit und Jugend nicht wirklich um seinen Sohn gekümmert.

Nun stellt der Major schmerzlich berührt fest, dass sein Sohn menschliche Werte wie Mitleid, Trauer, Schmerz und Verständnis nur für sich selbst empfindet, nie für andere Menschen oder gar für seinen eigenen Vater. Zunächst hatte ich gedacht, der Roger leidet an einer Form von Autismus, einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung wie dem Asperger Syndrom und niemand kann etwas dafür, dass Roger keine Gefühle empfindet oder für andere Menschen aufbringen kann. Aber im Verlauf der Lektüre des Buches wurde deutlich, dass die Autorin Helene Simonson keine autistische Störung meint, sondern ihre Leser vermutlich davor warnen will, Söhne wie kleine Prinzen zu verziehen und ihnen jeden Egoismus, jede Rücksichtslosigkeit verzeihen und durchgehen zu lassen.

In diesem Buch wird alle paar Seiten intensiv Tee getrunken. Das Stichwort „Tee“ taucht in der Suchfunktion meines Kindle Readers immerhin 100 mal auf. Tee ist die sehr britische Allzweckwaffe für jegliche Wehwehchen. Helene Simonson hat ihr Erstlingswerk voller Humor in einer leichten und eleganten Erzählweise geschrieben. Sie beobachtet genau und vielleicht hat ihr Blick von außen, d.h. von den USA auf die Eigenheiten der Briten ihren Blick zusätzlich geschärft. Sie bemüht sich zudem um Objektivität und auch die Einwanderer sind nicht nur arme Opfer, sondern manchmal auch Täter.

Was mich etwas stört, ist der Buchtitel: „Mrs. Alis unpassende Leidenschaft“. Diesen Titel hat sich sicherlich der Knaur Verlag ausgedacht. Ich habe mich während der Lektüre die ganze Zeit gefragt, was denn nun die Leidenschaft der Mrs. Ali ist. Eine Liebe zur englischen Literatur konnte ich erkennen, eine liebevolle Zuneigung zu dem Major, aber Leidenschaft? Wahre Leidenschaft konnte ich eigentlich bei ihr überhaupt nicht erkennen. Auch als es schließlich um körperliche Liebe geht, da wirft die Autorin nur einen sehr britisch zurückhaltenden und sehr diskreten Blick auf die Sexualität der beiden Liebenden und der Leser erfährt nur, dass der Major nach dem ersten Sex (immerhin ist er schon 68) am nächsten Morgen hochbeglückt ist, dass die Sache gut verlaufen war. Ich habe mich gefragt, ob der ursprüngliche Titel des Buches „Major Pettigrew's Last Stand“ nicht treffender und eine witzige Anspielung gewesen wäre.

Als Fazit kann ich anmerken, dass ich lange nicht mehr ein Buch gelesen habe, über das ich so oft schmunzeln und manchmal auch laut lachen konnte. Ein sehr liebenswertes und menschliches Buch voller guter Beobachtungen der menschlichen Hintergründe. Ich bin auf das nächste Werk von Helen Simonson gespannt.
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Mrs. Alis unpassende Leidenschaft (DAISY Edition)
Mrs. Alis unpassende Leidenschaft (DAISY Edition) von Helen Simonson (Audio CD - 23. Mai 2012)
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