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Kundenrezensionen

123
3,5 von 5 Sternen
Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
Format: Audio CDÄndern
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. April 2015
Byron hat mich berührt. Byron und seine Kindheit Anfang der 70er und Joyce's Vermögen, mit ihren geschriebenen Worten lebhafte Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen.
Wir begleiten Byron, der es immer etwas schwerer hatte als zB sein bester Freund James, in einem Leben voller ungesagter Worte und ungelebter Leben. Wir erleben seine Mutter, die eingeschüchtert durch den herrschsüchtigen Vater ihr Selbst aufgibt, die Schwester Lucy, zu klein um vieles zu verstehen und Byron, der unausgesprochen und wehmütig in kindlichem Wissen zuviel Mitbekommt und an allem zu scheitern scheint.
Und dann geschieht ein Unfall. Den nur Byron bemerkt, er aber mit dieser Last nicht leben kann und er daran zu ersticken droht, wenn er seine Mutter nicht darauf hinweist, was sie getan hat. Und das Leben nimmt seinen Lauf und verschlingt alles und jeden, wie ein gefräßiges Monster. Zwei Sekunden, die Alles und Jeden verändern werden.

"Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte" ist ein trauriges Stück Leben. Es ist schwermütig und doch nett und manchmal zum Grinsen gut geschrieben. Aber der wehmütige Unterton bleibt. Wer hier ein Stück heitere Literatur erwartet, wird enttäuscht. Wer keine Angst vor einem traurigen "slice of life" hat, wird seine Freude haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. September 2014
das buch hat mich fast auf die selbe art abgeholt und mitgenommen wie die "pilgerreise des harold fry". zuerst war ich nicht so sehr vom inhalt angtan, aber nach und nach hat mich das buch in seinen bann gezogen, gefesselt und immer mehr berührt. wie die beiden handlungsstränge zum schluss zusammengeführt werden, geht unter die haut.
rachel joyce schreibt auf ganz andere, stille art. ihre beschreibungen sind klar und punktgenau und erzeugen deutliche bilder im kopf. man sieht die personen und ihre umgebung genau vor augen. die handlung beginnt langsam, die protagonisten sind eigentlich völlig unscheinbare personen, sie agieren leise und unauffällig. aber wenn man erst mal in deren gedankenwelt geführt wird und hinter die fassade blicken kann, ist man so sehr gefesselt und fühlt so sehr mit, dass man das buch unmöglich mehr aus der hand legen kann.
langeweile? nicht eine sekunde.
leichte kost? definitiv nein.
kaufempfehlung? aus meiner sicht: ja, absolut.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Februar 2014
1972 wurden der Zeit zwei Sekunden hinzugefügt. Diese zwei Sekunden werden Byron zum Verhängnis. In diesem schicksalhaften Augenblick entscheidet sich sein ganzes Leben, als seine Mutter ein kleines Mädchen überfährt, was aber nur Byron bemerkt.

Die Geschichte ist in zwei Erzählstränge unterteilt. Auf der einen Seite erfährt man die Begebenheiten Anfang der 70er-Jahre. Der Leser begleitet den 11jährigen Byron und sieht, wie sich die Ereignisse gemächlich zuspitzen.
Auf der anderen Seite befindet man sich in der Gegenwart und kämpft sich mit dem neurotischen und psychisch labilen 50jährigen Jim durch den Alltag.

Trotz des hervorragenden Schreibstils der Autorin und die ausgefeilten Charaktere hat mich diese - wenn auch sehr rührende Geschichte - doch gelangweilt. Ungefähr ab der Mitte des Romans hätte ich mir etwas mehr Schwung gewünscht. Insgesamt hat mich die Geschichte zwar stellenweise berührt, allerdings konnte mich die durchgehend depressive Stimmung im Buch einfach nicht überzeugen.

(c) NiWa
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Juni 2015
Aufgrund zahlreicher positiver Bewertungen habe ich mir diese Buch gekauft und muss sagen, dass es mir nicht gefallen hat.
Alles ist zu verworren und nur oberflächlich angerissen, die parallel erzählten Geschichten fügen sich zwar am Ende zusammen, aber auch nicht befriedigend.
Auch die handelnden Figuren, wie z. B. der Vater sind mir zu flach dargestellt. Wo war der denn z.B. die ganze Woche und was hat er da gemacht?
Es ist von jeden ein bisschen was aber nicht richtig ausgeführt, ich hätte mir z.B. auch mehr über das Vorleben der Mutter gewünscht....
Man weiß eigentlich am Ende nicht, warum alles so gekommen ist und das finde ich schade.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Februar 2015
... aber dann hat mich das Buch gepackt. Hatte von der Autorin schon "Die unwahrscheinliche Pilgerreise" gelesen und war auf ihr neues Buch gespannt. Bin am Anfang nicht so richtig in die Geschichte reingekommen. Aber dann fand ich das Buch total fesselnd. Ich persönlich finde, dass die Autorin einen wunderbaren Schreibstil hat und ein tolles Gespür für Natur- und Menschen und deren Beschreibungen. Wer ein Buch mit Action sucht ist hier bestimmt falsch, wer sich aber gerne mit der Psyche des Menschen beschäftigt liegt goldrichtig. Absolut empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Januar 2015
England, 1972. Die zehnjährigen Schüler Byron und James sind beste Freunde. Als der wissensdurstige James erzählt, das in diesem Jahr die Zeit um 2 Sekunden zurückgestellt werden soll, um die Diskrepanz zwischen Zeitmessung und Erdrotation auszugleichen, ist Byron entsetzt über die Willkür, mit der hier auf die Zeit Einfluss genommen wird.
Und das daraus folgende Unglück lässt nicht lange auf sich warten: Seine Mutter fährt mit ihrem teuren Jaguar ein kleines Mädchen auf einem roten Fahrrad an. Eigentlich sollte sie, als Mitglied der gehobenen Mittelschicht sich gar nicht in dieser heruntergekommenen Sozialsiedlung aufhalten, aber sie nimmt trotzdem hinter dem Rücken des gestrengen Ehemanns Kontakt zu der Mutter des Kindes auf. Und wird natürlich von dieser nach Strich und Faden ausgenommen.
Byron und James entwickeln den Plan "Perfekt", um das drohende Unheil abzuwenden.
Etwa 40 Jahre später versucht der Jim, ein vom Schicksal schwer gebeutelter Mann, seine Psychosen in den Griff zu kriegen. Und findet plötzlich neue und alte Freunde.

Rachel Joyce schrieb mit ihrem Roman Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry einen Welterfolg, der in über 30 Sprachen übersetzt worden ist. Sie wohnt mit ihrem Mann und ihren 4 Kindern in Gloucestershire und wird hoffentlich noch viele, viele Bücher schreiben. Denn zusammen mit Joanne K. Rowling und Sarah Butler gehört sie für mich in die Riege der begabtesten, britischen Erzählerinnen.

Meine Meinung:

Wer sich als Erwachsener so in einen sensiblen, kleinen Jungen hineinversetzen kann, ist entweder ein bisschen Kind geblieben oder/und hat viel mit Kindern zu tun. Dabei fühlt sich die Autorin 52 Büchernicht nur in die innere Welt des viel zu ernsten Byron ein, sie schafft es auch aus einer gewissen Kinder-Erwachsenendistanz, die Gefühlslage der Mutter zu skizzieren - eine Person, von der man eigentlich gerne ein bisschen mehr erfahren möchte.
Was mir natürlich gut gefällt, ist ihr kritischer Umgang mit dem elitären Gehabe der Besserverdienenden in Großbritannien und wie armseelig und hilflos sich die kleinen und großen Menschen in dieser lieblosen Umgebung zwangsläufig entwickeln.
Dieses Missverhältnis zwischen Haben und Sein findet sich aber nicht nur bei den Briten.

Übrigens wird immer wieder mal sogenannte Schaltsekunden eingeführt, wie 1972 oder demnächst am 30. Juni 2015.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. April 2014
Irgendwie war ich mir schon nach der Leseprobe der Besonderheit und schlichten Magie dieses Buches bewusst!

Inhalt:
Byron ist 11 Jahre alt, als zwei Sekunden zur Zeit hinzugefügt werden sollen; eine Vorstellung, die ihm Angst macht! Denn wie kann etwas existieren, das eigentlich gar nicht da sein sollte?
Und während Byron die Zeiger seiner Uhr rückwärts laufen sieht, passiert der Unfall, der alles verändern wird.
Auf dem Weg zur Schule, Byron sitzt mit seiner Mutter und seiner Schwester im Auto, sieht dieser plötzlich das kleine Mädchen mit dem roten Fahrrad, das seine Mutter anfährt.
Ein Ereignis, das weite Kreise zieht und die Leben aller Beteiligten grundlegend verändert...

Cover:
"Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte" Ein Titel, der Eindruck macht, aus der Masse hervor sticht und es gar unmöglich macht, das Buch nicht zu lesen.
Im Einklang mit dem Titel steht das Cover, das zwar schlicht ist, aber dennoch meine Aufmerksamkeit erregte. Auch hier zeigt sich wieder, dass ein einfaches, passendes Cover viel schöner ist, als ein sehr buntes, das überladen ist.
Insgesamt ein sehr berührendes Cover!

Meine Meinung:
Der Anfang ist anders, herausstechend und hat mich sofort dazu veranlasst, weiterzulesen, in freudiger Erwartung, was aus daraus gemacht wird und voller Neugier!
Es ist nicht leicht, Worte für das zu finden, was das Buch transportiert, was es ausmacht.
Es erzählt so viel mehr, als auf den 430 Seiten steht, es ist ein Buch zum zwischen den Zeilen lesen...
Und ich sitze hier, überlege, wie ich deutlich machen soll, dass man das Buch eigentlich nicht zuschlagen konnte, weil man den Figuren nicht ihr Leben nehmen wollte, dass das Buch ehrlich und echt mit verschiedensten Themen umgeht, dass es mich beschäftigt hat, in meinem gesamten Körper schien alles darauf zu reagieren.
Ich gebe mein bestes und doch kann ich den gesamten Umfang nicht deutlich machen; ich versuche es in einzelnen Schritten.
Die Idee: Super! Zeit scheint für uns so selbstverständlich, aber woher wollen wir wissen, ob sie das ist? Dieser Gedanke ist philosophisch und in gewisser Weise auch wichtig für das Leben des Einzelnen.
Die Umsetzung: Einfühlsam und bezaubernd auf seine eigene Art und Weise, auf die Frage wird eine Antwort gefunden, die sich jeder individuell zurechtlegen kann. Der Schreibstil war passend und auffällig, ohne sich in den Vordergrund zu spielen.
Die Charaktere: Sie konnten einfach nicht einer Feder entsprungen sein, sie waren echt, und damit meine ich nicht perfekt und logisch strukturiert aufgebaut, damit meine ich: Ich musste mich zusammenreisen, um nicht nachzuschauen, ob sie meine Nachbarn sind, ob sie hier irgendwo wohnen...
Die verschiedenen Charaktere, die aus verschiedenen Lebensphasen und in verschiedener Weise erzählen, geben allem eine gewisse Spannung, auf eine andere Art als in einem Krimi allerdings. Es war eher eine Erwartung darauf, wie die Charaktere zusammengehören, keine unerträglich stille Spannung.
Das Ende hat die gesamte Geschichte zusammengeführt und bei mir ein unbeschreibliches Gefühl ausgelöst, unbeschreiblich und so echt. Es war fast unheimlich.

Fazit:
Was machen wir, wenn grundlegende Dinge auf einmal durcheinander geworfen werden? Wie stabil sind die Pfeiler unseres Lebens und was sind die Auswirkungen einer Veränderung?
Das Buch stellt auf seine eigene Art Dinge infrage, die wir für selbstverständlich erachten und berührt uns mit seinem einzigartigen Beispiel.
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30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. November 2013
Der Vergleich zwischen Harold Fry und Jonas Jonassons "Hundertjährigem" war für mich Grund genug, Rachel Joyce bisher gepflegt aus dem Weg zu gehen. Jetzt, wo ich “Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte” regelrecht verschlungen habe, musste ich jedoch feststellen, dass ich Mrs. Joyce unrecht getan habe. Diese wunderbare Schriftstellerin hat so viel mit Jonas Jonasson gemeinsam wie eine singende Säge mit einer Stradivari. Vielmehr steckt in ihr das sensible und phantasievolle Erzähltalent vom Format ihrer britischen Landsfrau J.K. Rowling.

1972 werden die Uhren um zwei Sekunden zurückgedreht, um Erdrotation und Zeitrechnung wieder in Einklang zu bringen. Aber was bedeutet es, wenn man an der Zeit, die doch die natürliche Ordnung der Dinge darstellt, einfach so rumschrauben kann? Diese beunruhigende Frage lässt den elfjährigen Byron nicht mehr los, nachdem sein bester Freund James ihm von der Sache erzählt hat. Byrons Welt gerät vollends aus den Fugen, als seine Mutter ausgerechnet in dem Moment, in dem die Extrasekunden hinzugefügt werden, einen Autounfall baut. Doch zu seinem Entsetzen fährt seine Mutter einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Hat er sich den Unfall nur eingebildet?

Vierzig Jahre später, am Rande einer Neubausiedlung, lebt ein stiller, einsamer Mann namens Jim in einem Wohnmobil. Sein halbes Leben hat Jim in der Psychiatrie Besley Hill verbracht. Jeden Morgen begrüßt Jim das komplette Hab und Gut in seinem Camper. Hallo Wasserhähne, hallo Rollmatratze, hallo, kleiner Kaktus, sagt er. Wenn er etwas vergisst, fängt er von vorne an. Die Objekte sind die einzigen Freunde, die Jim hat. “Seit der Schließung von Besley Hill hat er sich beides gewünscht, Freunde, Liebe, hat sich gewünscht, andere zu kennen und gekannt zu werden, aber wenn man immer ein- und aussteigt, unbelebte Gegenstände begrüßt und Öffnungen mit Isolierband verklebt, bleibt nicht viel Zeit.” Doch dann lernt Jim in dem kleinen Supermarkt-Café, in dem er die Tische abräumt, Eileen kennen. Ein Orkan von einer Frau, laut, aufbrausend, raumfüllend – Jim passiert etwas, dass er nicht mehr für möglich gehalten hat. Er verliebt sich.

Wenn man nach Zuklappen eines Romans Pipi in den Augen hat, ist das der beste Beweis, dass es ein guter Roman ist. Ich weiß gar nicht, welche Geschichte mich mehr bewegt hat – die von Byron oder Jim. Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden Erzählsträngen. Dennoch wird die Spannung um dieses Geheimnis bis zuletzt aufrechtgehalten. Überhaupt passiert in diesem Buch gar nicht so viel, aber es wird nie langweilig. Das liegt zum einen an dem Gefühl, dass jeden Moment etwas Furchtbares geschehen könnte und es zur Katastrophe kommt. Neben diesem Kloß im Hals steckt aber auch ganz viel Hoffnung und Humor zwischen den Seiten. Zum Beispiel, wenn Jim und Eileen nach imaginären Dingen auf dem Supermarkt-Parkplatz suchen, nur um sich nicht in die Augen schauen zu müssen: “So stehen sie Seite an Seite, berühren sich beinahe, aber nicht ganz, und suchen beide nach Dingen, die es vielleicht gibt, vielleicht auch nicht.”

Rachel Joyce eigentliches Geheimnis jedoch, um den Leser in ihren Bann zu ziehen und die Figuren für real zu halten, ist ihre unglaubliche Sprache. Sie ist sowohl schlicht in ihrem Satzbau, als auch verspielt in ihrem Bilderreichtum. Vor allem wirkt sie unverbraucht. Wenn sie schreibt, dass die Heide zartgelb wie Zitronensorbet leuchtet oder die Seligkeit in der Luft liegt als etwas Süßes, das man auf der Zunge schmecken und hinunterschlucken kann, dann wirkt das nicht wie klebriger Kitsch, sondern wie pure Magie. Weil es eine kindliche Welt ist, eine verzauberte Welt, in der solche Dinge möglich erscheinen.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 20. November 2013
James und Byron wachsen in den frühen 70ern als Kinder der Wohlbgüterten auf. Sie wohnen in der selben Nachbarschaft, gehen gemeinsam zur Eliteschule und sind beide SEHR phantasiebegabt. Byrons Mutter Diana wird von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt - und von einem wenig liebevollen Ehemann. Ihr Leben ist eine Fassade, und es gelingt ihr, sie aufrechtzuerhalten - bis zu dem Tag im Jahre 1972, an dem es zwei extra-Sekunden gibt. Byron hat sie gesehen, diese Zusatzsekunden - und das, was in diesen zwei verhängnisvollen Sekunden passiert.
Immer mehr gerät Dianas gutgeschmierte Lebens-Maschine aus dem Takt, und sie gerät mehr und mehr unter den Einfluss der manipulativen Beverly.

An und bei 40 Jahre später: Jim arbeitet in einem kleinen Supermarktcafé und kämpft mit einer immensen Menge an Zwängen. Er hat es offenbar nicht leicht gehabt im Leben: Aufenthalte in der örtlichen Nervenheilanstalt - bis diese endgültig schloss und Jim zwangsweise ins echte Leben entlassen wurde.
Doch es gibt auch einen Silberstreif am Horizont: der naht in Gestalt der bald-schon-wieder-Ex-Kollegin Eileen, die selbst die eine oder ander Macke hat.

Dieser Plot hätte ein richtig schönes Feel-Good-Buch werden können - aber leider hat die Autorin keine Charaktere, sondern nur Abziehbilder davon geschaffen. Und irgendwie sind alle ein bisschen zu viel: Diana ist zu hilflos, Beverly zu berechnend, Seymour zu schattenhaft, James zu zwanghaft. Und die Nachbarsgattinnen sind eh alles Drachen.
Einzig Byron wirkt einigermaßen "echt", ist aber letztendlich nur ein Spielball der Ereignisse.
Insgesammt ist die Grundstimmung dieses Buches sehr depressiv - vielleicht sollte man sich das Buch für die helleren Spätherbsttage aufheben.

Ehrlich gesagt, hatte ich keine allzugroßen Erwartungen an dieses Buch. Mir hatte der Vorgänger sehr gut gefallen, das war meine Hauptmotivation, diesem Buch eine Chance zu geben. So gesehen bin ich auch nicht allzu enttäuscht darüber.

Aber natürlich hätte ich mich über eine Überraschung an dieser Stelle gefreut...
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Rachel Joyce ist 2012 mit ihrem ersten Roman „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ ein Weltbestseller gelungen. Nur ein Jahr später legt die 1962 geborene britische Autorin den nächsten Schmöker vor: „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“. Und auch dieses Buch hat das Zeug dazu, wieder mächtig für Furore zu sorgen.

Es geht um einen kleineren Verkehrsunfall im Nebel – jene titelgebenden zwei Sekunden Unaufmerksamkeit –, der das Leben einer ganzen Familie zerstört oder komplett verändert, obwohl gar nicht viel passiert. Diana, die selbst aus zweifelhaften Familienverhältnissen stammt, ist mit ihrer Rolle als Oberschichtenmutter – mit Luxushaus und Luxuswagen – komplett überfordert. Sie muss Antidepressiva nehmen, um den Anforderungen ihres Mannes und der anderen Mütter, mit denen sie zu tun hat, gerecht zu werden. Als sie in einer Unterschichten-Straße ein Mädchen anfährt, bricht ihre mühsam aufrechterhaltene Contenance wie ein Kartenhaus zusammen.

Rachel Joyce verwebt diese Ereignisse, die im Sommer 1972 spielen, geschickt mit dem Leben eines psychisch kranken Mannes in der Gegenwart. Früh ahnt man, dass es sich bei diesem Mann entweder um Dianas Sohn Byron oder dessen Schulfreund James handeln muss, die beide 40 Jahre zuvor nicht ganz unschuldig an dem Unfall waren. Einer von beiden ist mit dieser Schuld offenbar nicht fertig geworden – und erst gegen Ende des Romans wird aufgeklärt, wer von beiden das ist.

„Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ hat vieles, was einen richtig guten Roman ausmacht und deswegen ohne Einschränkung empfehlenswert ist: Es ist vielschichtig, spannend, emotional berührend, geschickt aufgebaut und überrascht mit unerwarteten Wendungen.
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