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am 1. Mai 2013
Ich hab mir das Buch geholt, weil mich das Thema interessiert. Es ist wahrhaftig ein echter Wälzer und ich ziehe den Hut vor der Autorin: so viel Fleißarbeit und Recherche und dann auch noch über alles den Überblick behalten- alle Achtung! Mir hats gefallen, hat sich gut lesen lassen, obwohl ich mich dabei stellenweise konzentrieren mußte, um am Ende diese vielen Namen nicht durcheinanderzubringen bzw. richtig zuzuordnen. Was mir nicht gefallen hat, ist dieses "Ebert-Typische" sehr weit Ausholen, Rückblicken, Abschweifen. Ist sicher auch nicht ganz einfach, bei diesem massenhaft gesammelten Material, sich auf das "Kernthema" zu beschränken.
Trotzdem würde ich das Buch jedem empfehlen, der sich für die Völkerschlacht interessiert. Es ist eine ganz gut gelungene Mischung von Geschichtsbuch und Roman.
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am 19. März 2013
Nachdem sich Napoleon von seinem gescheiterten Angriff auf Russland im Winter 1812 zurück zog, rekrutierte er eine neue Armee aus jungen und unerfahrenen Männern um dann gestärkt gegen die Alliierten kämpfen zu können.
In dieser Zeit musste Henriette gleich mehrere Schicksalsschläge hinnehmen. Schon früh verlor sie die Mutter, im Frühjahr 1813 starb dann auch noch der Vater an seinem Herzleiden. Zurück blieb sie mit ihrem 10 jährigen Bruder Franz. Als sie von einem französischen Artilleristen im Haus angegriffen wird, der ihr das letzte an Besitz und Brot nehmen wollte, setzt sich Henriette mit einem Schürhaken zur Wehr. In der Annahme, sie habe den Franzosen getötet, flüchtet sie gemeinsam mit ihrem Bruder zu ihrem Onkel nach Freiberg. Doch auch dort hat der Krieg keinen Halt gemacht. Henriette, die bereits in Weißenfels sich aufopferungsvoll den Verletzten widmete und sie pflegte, tat das ebenfalls in Freiberg, egal ob es sich um Preußen, Russen oder Franzosen handelte. Dort lernte sie auch den preußischen Premierleutnant Maximilian von Trepte kennen, dessen Verletzungen sie praktisch noch in letzter Minute versorgte, bevor die französische Armee in Freiberg Einzug hielt. Da der König von Sachsen dem Kaiser Napoleon wiederholt seinen Treueeid schwor, haben die Freiberger mit ansehen müssen, wie sich die napoleonische Armee in Freiberg einquartierte.
Viele, so auch die Studenten Felix und Richard, konnten sich mit dem Bündnis, das zwischen Napoleon und dem König bestand, nicht mehr einverstanden erklären und haben sich freiwillig in die Freikorps, wie den Lützowern gemeldet, um dem Vaterland zu dienen und sie von der französischen Herrschaft zu befreien.
Während im Mai 1813 nach einigen Schlachten rund um Bautzen so viele Soldaten fielen, dass Napoleon einen Waffenstillstand verkündete, begann sich in den Köpfen der Sachsen und der Alliierten für kurze Zeit eine Wandlung zu vollziehen. Als allerdings im August 1813 der vorgezogene Geburtstag des Kaisers prunkvoll gefeiert wurde, dachte kaum noch einer an das bevorstehende Ende des Waffenstillstands und so bejubelten sie Napoleon und den König von Sachsen. Nur wenige Tage später sollten die Soldaten in die alles entscheidenden Schlachten ziehen.

1813 – außer der Geschichtszahl und welches Ereignis sich dahinter verbirgt, war mir bisher nur wenig über die Völkerschlacht bei Leipzig bekannt. Spätestens nach dem Zuklappen des Buchdeckels und 928 verschlungenen Seiten sollte dies anders sein. Sabine Ebert hat in einem atemberaubenden Roman geschildert, was sich in der Zeit zwischen Mai und Oktober 1813, vor allem in Sachsen, zugetragen hat. Auf ihrer Homepage schreibt die Autorin, wie sie sich in Vorbereitung ihres Romans durch mehr als 30.000 historische Schriften und Dokumente gearbeitet hat. Mit diesem fundierten Hintergrundwissen hat Sabine Ebert ein Werk geschaffen, das Seinesgleichen sucht. Mit ihrem inzwischen 7.Roman hat sich die Autorin einem höchst denkwürdigen geschichtlichen Ereignis gewidmet, das maßgebend für die Neuaufteilung Europas Anfang des 19. Jahrhunderts war.
Sabine Ebert liefert in "1813-Kriegsfeuer" einen geschichtlichen Abriss über die Schlachten rund um Leipzig während der französischen Herrschaft, der so harmonisch in eine Romanhandlung eingebettet worden ist, dass man nichts von einem "Lehrbuchhaften" spürt.
Der Autorin ist es gelungen, die Schlachten, deren Vorbereitungen und die vielen Dialoge zwischen Generälen, Ministern, Majoren, König und Kaiser aber auch aus der Sicht des einfachen Bürgers so detailreich zu schildern, als würde man sich mitten im Geschehen befinden. Man bekommt einen beispiellosen Einblick, was sich in den Köpfen von Napoleon und seinem Gefolge abspielte, wie kriegerische Strategien geschmiedet und wieder verworfen worden sind. Man lernt den quirligen, cholerischen, machtbesessenen, ehrgeizigen und kaltherzigen Napoleon kennen, dessen Charakterzüge so gut getroffen sind, dass man sich diesen Menschen genau vorstellen kann. In Sabine Eberts Handlung wird deutlich klar, wie unersättlich Napoleon nach Ruhm gierte und wie er seiner Eroberungssucht frönte um endlich als Weltherrscher anerkannt zu werden.
In den Nebenhandlungen erfährt man immer wieder, wie sich das Leben hinter der Front zugetragen hat und zwar in der einfachen Bevölkerung, welchen Ängsten sie ausgeliefert waren und in welchen Gefahren sie sich befanden. Aber auch die Missstände, die der Krieg mit sich brachte wurden nicht außer Acht gelassen. Sie schildert die Hungersnöte und vor allem wie machtlos sich die Bürger dem Krieg und den tausenden von Kriegsopfern gegenüber sahen, denen sie weder mit Medikamenten, Verbänden, Lebensmittel oder Schlafplätzen helfen konnten.
Aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten wird der Krieg in diesem entscheidenden Jahr dargestellt, dessen Handlung vorerst mit dem 19.Oktober 1813 endet und somit viele Fragen zurück lässt. Die Antwort darauf erhält der Leser mit einem Fortsetzungsroman, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Fazit: "1813-Kriegsfeuer" ist ein rasanter, spannender und ereignisreicher Roman mit einer sehr komplexen Handlung und äußerst sympathischen Figuren, der absolut lesens- und empfehlenswert ist.
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Eigentlich war ich etwas skeptisch, als ich laß, dass die Autorin der mittelalterlichen "Hebammen-Romane" nun einen Roman über die Schlacht bei Leipzig schreibt. Doch ich muss sagen, ich bin angenehm überrascht. Sie hat offensichtlich gut recherchiert und die historischen Fakten in einen Roman eingebettet. Dass natürlich eine Liebesgeschichte nicht fehlt, ist bei der Autorin eigentlich klar. Aber - sehr zu empfehlen.
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am 9. März 2015
Sabine Ebert ist mit ihrem Roman KRIEGSFEUER aus der Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig ein sehr authentisches Abbild der Lebensumstände nicht nur der Protagonisten der Völkerschlacht sondern eben auch und vor allem der Soldaten und der Bevölkerung gelungen. Neben historischen Personen, gut recherchierten Hintergründen und historischen Zusammenhängen sind es eben auch die Romanhelden/Innen die ins Zentrum des Romans gestellt werden und der Handlung einen Roten Faden geben und das ohne dabei historische Personen, Hintergründe und Zusammenhänge aus den Augen zu verlieren. Es ist ein Verdienst Sabine Eberts, dass sie eben nicht Napoleon und Co. sondern die einfachen Menschen, das Leid der Soldaten aller kriegsführenden Parteien und vor allem das Leid und die Lebensumstände der Bevölkerung im Kriegsgebiet Sachsen in den Mittelpunkt ihres Romans stellt. Für Freunde des Historischen Romans echt empfehlenswert.

Wer unter dem Titel KRIEGSFEUER einen historischen Abenteuerroman mit möglichst viel Schlachtgetümmel erwartet wird allerdings enttäuscht werden.
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am 29. September 2013
Im Verwandtenkreis gelte ich als der einzige Napoleon-Interessierte, deshalb wurde mir von meinen Schwestern geraten, dieses Buch zu lesen. Begleitet wurde der Rat mit den Worten: „Eine Biografie von Napoleon ist es natürlich nicht, eher ein Schicksalsroman. Aber die Völkerschlacht bei Leipzig wird hier eindringlich geschildert. Lies es, es wird dir gefallen."
Trotzdem war ich zunächst ziemlich skeptisch, wusste ich doch, dass Sabine Ebert Autorin von sogenannten typischen Frauenromanen ist. (Hebammen-Zyklus).

Eingebettet in die Vorgeschichte der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Alliierten und Napoleons Streitmächten vor der Völkerschlacht als auch dann in die Wirren dieses blutigen Schlacht selbst, wird der Lebensweg der jungen Henriette in Sachsen geschildert. An dieser Stelle muss ich aber gestehen, dass mein hauptsächlichstes Interesse den geschilderten Ereignissen und Geschehnissen galt, die sich Napoleon, seinen Marschällen und den maßgeblichen Befehlshabern seiner Gegner widmeten.

Sabine Ebert versucht in diesem Roman ein Schicksal in dieser Zeit in flüssig zu lesender, jedoch hin und wieder in einer für diese Epoche unpassenden Stilistik zu gestalten. Wenn man nicht wüsste, wer der Autor des Buches ist, wird der aufmerksame Leser bald erkennen, dass es von einer Frau geschrieben wurde. Denn oft hat die Ausdrucksweise bei Henriettes Gesprächen und Monologen einen gefühlsbetonten „jungfräulichen und bisweilen mütterlich-schmalzigen" Ton (a la Hedwig Courths-Mahler).
Hauptsächlich in den anfänglichen Darstellungen von Kampfgeschehen ist zu spüren, dass aus weiblicher Sicht geschildert wird. Sie beschreibt die Streifzüge der Freiwilligenschar unter Führung des preußischen Rittmeisters Peter Colomb - dessen Gefolgsleute erfolgreich im Rücken der französischen Armee Überfälle durchführten - in nahezu kindlich-naiver Art und Weise, dass einem unwillkürlich das Kinder- und Jugendspiel „Räuber und Gendarm" (auf sächsisch: Räuber und Schammpampel) in den Sinn kommt. Sie lässt die in Wirklichkeit blutigen, sogar tödlichen Attacken von den Beteiligten als Raufereien deklarieren.
Und der Dialog zwischen Napoleon und Metternich kommt in einer derartigen burschikosen Tonart daher, dass man sich in heutige Zeiten versetzt fühlt. Napoleon beginnt dieses Gespräch wie ein rüpelhafter Türsteher aus dem 21. Jahrhundert: „Sie wollen also Krieg, hä!"

Darüber hinaus hat man das Gefühl, dass Sabine Ebert sich über ihre angelesenen und recherchierten Kenntnisse gern ausbreitet, wobei die Nennung vieler Persönlichkeiten mit all ihren Vornamen und Titeln nicht unbedingt notwendig ist. Allerdings war es sehr interessant, dass die sächsische Gräfin Kielmannsegge als Spionin im Dienste Napoleons tätig war. Sie wird in einigen Napoleon-Biografien - meiner Erinnerung nach - lediglich beiläufig erwähnt.

Und einige Schilderungen kommen doch ziemlich ermüdend und fast unfreiwillig komisch daher. Das gilt vor allem für die Darstellungen der zivilen Bevölkerung, die zwar resignierend das unendliche Leid solch kriegerischer Auseinandersetzungen hinnehmen musste, dennoch aufwendig herausgeputzt ihren Tanzleidenschaften frönen. Das wird seitenlang mit akribisch aufgeführter Bekleidungsordnung und exakt beschriebenen Tanzschritten auf einem Ball-Fest geschildert. Und Höhepunkt ihrer zuweilen schwulstig-pathetischen Ausdrucksweise ist die Liebesszene zwischen Henriette und einem jungen französischen Offizier. Bei ihrer Deflorierung empfindet Jette nicht nur Schmerzen - nein, in diesem Augenblick d e n k t! sie an: ... gewalttätige Bilder vom Schlachtfeld, Bajonette, die sich in Leiber bohren, vor Schmerz schreiende Männer.
Hallejuja, Sabine Ebert, die seliggesprochene Mutter Theresa sendet Ihnen himmlische Grüße .
Nach diesen sarkastischen Anmerkungen habe ich aber nicht etwa den Roman endgültig beiseite gelegt, sondern erwartungsvoll weiter gelesen. Wollte erleben, wie S. Ebert wohl die bis dahin größte Schlacht der Weltgeschichte beschreiben würde.

Zunächst wurden die Kampfhandlungen und Ereignisse der Schlacht um Dresden geschildert. Und diesmal beschreibt S. Ebert zu meinem größten Erstaunen ungeheuer einprägsam die schrecklichen Auswirkungen dieses Gemetzels. Sachlich, drastisch und ohne Rücksicht auf Sensibilität. Da war nichts mehr zu spüren von kindlicher Naivität, von weiblicher Verniedlichung des Geschehens, von einer Beschreibung munterer Geländespielchen und Raufereien mit einer endlosen Aufzählung beteiligter Personen.
In den anschließenden Episoden beweist sie wieder ihre ausführlichen Recherchen bei der Angabe der operierenden Einheiten, Untereinheiten, den Führern der Verbände, wobei sie Titel und vollständige Namen geradezu penibel benennt. Und bei der Schilderung Henriettes Reise nach Leipzig gelingt es S. Ebert beeindruckend, die chaotischen und schrecklichen Wirren um Leipzig in den Vortagen der großen Schlacht darzustellen. Hierbei erinnerte ich mich an Dominic Lievens Roman über Napoleon: „ ... eine riesige Armee, die das besetzte Land leer fraß...“
Das blutige und entsetzliche Schlachtgeschehen der Völkerschlacht selbst mit über 500.000 Soldaten wurde von S. Ebert anschaulich geschildert. Und auch hier vergegenwärtigt sie dem Leser die unglaublichen Belastungen der Zivilbevölkerung. Allerdings hatte ich abermals den Eindruck, als würde ich eine völlig andere Autorin erleben, sozusagen die zwei Seiten einer Medaille. Auf der einen Seite „die etwas gekünstelt wirkende Schicksalsbeschreibung“, auf der anderen Seite „mitreißende und einprägsame Kriegs- und Schlachtberichtserstattung“.

Insgesamt - trotz vieler kritischer Anmerkungen - hat mir der Roman recht gut gefallen. Auch in Anerkennung der intensiven Recherchen, denen sich Sabine Ebert in Vorbereitung des Romans mit enormen Fleiß gewidmet hat. Außerdem hebt sich der Roman nicht nur durch die eindrucksvollen Schilderungen der Gefechte - und Schlachten um Dresden und der Völkerschlacht bei Leipzig, sondern auch deren Folgeereignissen aus dem Genre „herzergreifender, historisch unterlegter Frauen-Schicksalsroman (Hebammen-Zyklus)“ deutlich hervor. Auch wenn sie den König von Sachsen, Friedrich August I., abschließend wie einen schmollenden „Heimleiter“ charakterisiert, der sich über Ungezogenheiten seiner „sächsischen Heimkinder“ beschwert.
Doch klammert man die Schilderung trivialer Randerlebnisse einmal aus, so ist der Roman nicht nur für geschichtsbewusste Sachsen und Leipziger eine interessante und lesenswerte Lektüre.
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am 2. Juli 2013
Ich lese die Romane von Frau Ebert sehr gern, denn sie sind eine gelungene Mischung aus fundierter Recherche, regionalem Bezug und einfühlsamer Gestaltung ihrer Hauptfiguren. Als ich ihren neuen Roman las, dachte ich an so mancher Stelle:"Schade". Es ging im Eiltempo weiter. Viele Nuancen, mit denen die Autorin gekonnt ihre Bücher gestaltet, Charaktere zeichnet und somit auch Aussagen vermittelt, blieben auf der Strecke. Ich verstehe, dass möglichst viele Details aus jener Zeit gezeigt werden sollten, aber der Gesamteindruck des Romans leidet darunter. Weniger (historische Fakten) wäre Mehr gewesen, wenn es bei der Komplexität des Völkerschlacht Themas auch nicht einfach ist.Dieser Roman ist sicherlich sehr anspruchsvoll, was die korrekte Vermittlung historischer Fakten betrifft, aber die Unterhaltung und Entspannung, die mir ein Roman auch bringen soll, habe ich vermisst.
Beim Band 2 werde ich wohl erst mal abwarten.
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am 10. Juni 2013
200 Jahre Völkerschlacht. Dazu lieferte Sabine Ebert das passende Buch. Das 19. Jahrhundert wird bildhaft dargestellt. Sittenbild und geistige Haltung der Menschen dieser Zeit werden beschrieben ohne das es zu patriotisch, gefühlsduselig oder gar langweilig werden würden. Ohne unötige Brutalität werden die Schlachten beschrieben und der Alltag des bis dahin verlustreichsten Krieges mitten in Europa dargestellt. Die verworrenen Wege der Politik und die Winkelzüge der Politiker und der Militärs werden vermittelt ohne das der Leser den Faden dabei verliert. Die Sorge und Nöten der kleinen Leute dieser Zeit werden greifbar. Meiner Meinung nach ein historischer Roman der Extraklasse!
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am 20. April 2015
Sabine Ebert hat hier ein wirklich tolles und atmosphärisch dichtes Werk geschaffen, was nicht nur (vermutlich - ich habe es nicht en detail nachgeprüft ;) historisch sehr gut recherchiert worden ist, sondern sich in seinem dramaturgischen Verlauf 1:1 an die geschichtlichen Ereignisse hält. Dass dabei ein auch noch wirklich fesselnder Roman herausgekommen ist, zeigt eine besondere Klasse der Autorin. Wirklich stark und ich werde wohl bald das Nachfolgewerk in die Hand nehmen.
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am 3. Januar 2014
Schade!
Leider gelingt der Spagat zwischen Roman und Geschichtsbuch zu keiner Zeit.
Zu viele Details verhindern, das eine Spannung auch nur halbwegs aufgebaut wird.
Der Wechsel der verschiedenen Perspektiven verwirrt, stört und macht es schwierig, dem Handlungsfaden zu folgen.
Mit diesem Thema hat sich die Autorin Großes vorgenommen, ist aber der Aufgabe zu keiner Zeit gerecht geworden.
Herausgekommen ist ein langweiliges und langatmiges Buch, bei dem ich froh war, als ich es zu Ende gelesen hatte.
Der 2. Stern gilt lediglich der Zeit und der Arbeit die es gemacht hat, so viele Seiten zu füllen.
Mein Fazit: Bemüht aber nicht gelungen
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am 16. Mai 2013
Der König rief, und alle, alle kamen. Nun gut, es kamen zwar nicht alle, aber überlegen Sie mal: Wie viele würden wohl heute kommen?
Nach dem Aufruf "An mein Volk" Friedrich Wilhelms des III vom 17.03.1813 (preußisch korrekt einige Tage nach der Kriegserklärung, denn Ordnung muss schließlich sein!) begannen die sogenannten Freiheits-bzw. Befreiungskriege gegen die französischen Okkupanten. Das Volk ließ die Maske fallen und griff zu den Waffen. Freiheit oder Tod -was für Worte- aber damals nicht als hohle Phrase, sondern buchstäblich todernst gemeint.Die Autorin hat bienenfleißig unzählige Dokumente gesichtet und umfangreiche Recherchen betrieben, und das Ergebnis kann sich sehen bzw. lesen lassen. Frau Ebert hat dabei nach eigenen Angaben ein großes historisches Brachland betreten und schafft es mit ihrem Buch, die wohl wichtigste Zeit für den Entstehungsgedanken an ein einiges Deutschland den Lesern nahezubringen. Keine leichte Aufgabe in einem völlig geisteskranken Land, dessen Geschichte von den politisch Korrekten auf die Zeit von 1933-1945 reduziert wird. In diesem leider im echtesten Sinne geschichts-losen Land einen solch historisch präzisen Roman zu schreiben ist eine unglaubliche Leistung. Diese Buch war lange überfällig!
Die Geschichte der Freiheitskriege wird in bester Tradition an die Hebammen-Romane erzählt, und zwar wieder aus der Sicht der einfachen Leute. Sabine Ebert ist es dabei gelungen, die Gedankenwelt der Menschen dieser Zeit neu aufleben zu lassen. Zwar ist das Buch überwiegend ein Geschichtsbuch, doch wird eben diese Geschichte erst durch die Romanfiguren mit Leben erfüllt.
Die Figur der Marthe wird in diesem Roman durch das Mädchen Henriette ausgetauscht, die allerlei gefährliche Abenteuer zu bestehen hat und wo der Leser etwas auf die Folter gespannt wird, welcher der Verehrer das Herz der Heldin am Ende erobern wird. Hier müssen wir aber noch auf den Fortsetzungsroman warten (auch wenn mir das schwerfällt!). Ich habe das Buch an einem Samstag gekauft und war am Sonntagabend damit fertig. Dieses Buch überhaupt für eine Weile aus der Hand legen zu müssen, war fast schon eine Zumutung. Das ist wahrscheinlich das größte Lob, das man einem Buch erteilen kann.
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