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77 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei wunderbare alte Damen
Gertrud feiert ihren hundertsten Geburtstag. Dieses Fest findet auf dem Hof von "Nesthäkchen" Katty statt. Sie ist mit ihren 84 Jahren deutlich jünger und agiler als Gertrud und die 98-jährige Paula. So unterschiedlich die drei Damen sind, so unterschiedlich ist auch ihr Lebensweg.
Daher sind für mich die Kapitel, die von der Vergangenheit...
Veröffentlicht am 15. November 2012 von Lesemaus33

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Heiteres Landleben
Die deutsche Geschichte am Niederrhein wird durch die Geschwister illustriert, die jede auf ihre Weise Krieg und Nachkrieg durchstehen. Die Hauptperson mit ihrer Liebe zum CDU-Politiker, dem sie ihr Leben widmet, ohne dafür offizielle Anerkennung zu gewinnen, ist eine interessante Figur. Auch das Landleben war mir vorher nie so nahe gebracht worden.
Die Sprache...
Vor 22 Monaten von Guckerin veröffentlicht


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77 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei wunderbare alte Damen, 15. November 2012
Gertrud feiert ihren hundertsten Geburtstag. Dieses Fest findet auf dem Hof von "Nesthäkchen" Katty statt. Sie ist mit ihren 84 Jahren deutlich jünger und agiler als Gertrud und die 98-jährige Paula. So unterschiedlich die drei Damen sind, so unterschiedlich ist auch ihr Lebensweg.
Daher sind für mich die Kapitel, die von der Vergangenheit erzählen, die interessantesten. Schließlich können die Schwestern auf viele Jahrzehnte zurückblicken. Sie haben Kriege erlebt, gute sowie schlechte Zeiten, aber auch jede für sich die Liebe kennengelernt.

Aber die Schwestern haben dennoch Geheimnisse voreinander. Es läuft auch nicht alles so harmonisch ab, wie man sich das an so einem besonderen Festtag wünschen würde. Da die Damen ja schon sehr alt sind und ihnen vermutlich nicht mehr viel Zeit bleibt, müssen einige Dinge ausgesprochen werden. Und eine Versöhnung nach so langen Jahren ist gar nicht so einfach. Zum Glück ist Blut dicker als Wasser.

Dieser Roman erzählt die Geschichte von drei Frauen, die tatsächlich gelebt haben und basiert auf deren Erlebnissen. Er ist eine wunderbare Erzählung über Schicksale, Geschwisterliebe und gibt einen guten Einblick in geschichtliche Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Ein zugleich schöner, trauriger und spannender Roman mit viel Herzenswärme.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Familiengeheimnisse, 11. November 2012
Anlässlich des 100. Geburtstages von Gertrud kommen die drei Schwestern auf dem Hofgut der jüngsten Schwester Katty zusammen. Bei den Festvorbereitungen kommen bei ihnen viele Erinnerungen an Vergangenes hoch, seien sie tief verschüttet oder offen bewahrt. Sie subjektiven Erinnerungen geben dem Leser einen oberflächlichen Überblick über die Zeit vor den Weltkriegen, die Kriegszeiten und den Aufbau in der Nachkriegszeit. Gertrud wird an ihre zwei großen Lieben Franz und Karl erinnert, die sie zum einen tragischerweise durch den Ersten Weltkrieg verlor und sie zum anderen aus Rücksicht auf ihre Familie verzichtet hatte. Auch Paula, die zweitälteste Schwester, hatte keine leichte Liebe und der Leser erlebt durch sie die Moralvorstellungen der frühen Nachkriegszeit. Die jüngste Schwester Katty hat in ihrem Leben zwar die große Liebe erfahren, aber auch das Leben mit dem Verzicht darauf. Mit Katty erlebt man den Aufstieg in der Nachkriegszeit und die Entstehung der BRD. Die drei Schwestern sind in ihrem Charakter sehr unterschiedlich, jedoch vereint sie neben der Kreislaufschwäche, die mit Schnaps und extrastarkem Kaffee bekämpft wird, die große schwesterliche Zuneigung miteinander.
Die Familiengeschichte mit historischem Hintergrund wird von der Autorin Anne Gesthuysen abwechslungsreich, mit großem Einfühlungsvermögen und leisem Humor erzählt. Ihr gelingt es mühelos zwischen dem jetzt und der Vergangenheit zu springen ohne den Leser dabei im unklaren zu lassen oder zu verwirren – was nicht unbedingt jedem Autor gelingt. Die Erinnerungen werden durch Gespräche oder Gegenstände wieder ins Gedächtnis gerufen. Vieles haben die Schwestern voneinander verschwiegen, das sie nun aussprechen bevor es zu spät ist. Denn die Schwestern erkennen: (Zitat) "Ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern: Je älter du wirst, umso mehr drängt sich die Vergangenheit in dein Leben, selbst wenn sie zwischendurch vergessen war. Das wirst du auch noch feststellen, du junger Hüpfer".
Manche Begebenheiten werden nur relativ kurz angesprochen, die jedoch das Zeug zu einem Romanstoff hätten. Aber schließlich ist auch in einer realen Familiengeschichte vieles auch nur vage in der Erinnerung, weil es „nur“ mündlich und oft in einer subjektiven Sichtweise weitergegeben wird. Ein rundum gelungenes Buch von Anne Gesthuysen, die die Geschichten ihrer drei Großtanten zu einem Roman verwoben hat.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als man erwartet, tiefgründiger als man glaubt..., 10. November 2012
Von 
Janie (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Diese Buch ist mehr als ein kleines Dokument über die Widrigkeiten des letzten Jahrhunderts, es ist auch mehr als ein leichter lockerer Bericht über einen 100sten Geburtstag und die dort auftauchenden Geheimnisse alter Damen. Es berichtet über die Liebe und den Zusammenhalt zwischen drei Schwestern, die obwohl das Leben es nicht immer gut mit ihnen meinte, doch nie vergessen haben, was im Leben wichtig ist, auch wenn es hin und wieder Streit gab und man unterschiedlicher Meinung war.
Es war beeindruckend zu lesen, wie viel anders noch so vieles gehandhabt wurde und zwar vor noch nicht gar nicht allzu langer Zeit. Der Stil war mir dabei hin und wieder ein bißchen zu sperrig und obwohl ich sonst beim Lesen eine große Heulsuse bin, konnte mich dieses Buch nicht zu Tränen rühren, obwohl es durchaus Momente gab, in denen ich mir das gewünscht hätte. Dazu bleibt es jedoch zu nüchtern, zu beobachtend und der ein oder andere Dialog ist mir auch ein wenig zu aufgesetzt.
Trotzdem war das Buch ein sehr lesenswertes Stück Literatur, das mir sehr viele Anreize zum Nachdenken und Überdenken meiner eigenen Ansichten und Meinungen bot.
Für mich war es ein Buch, daß sich sehr viel mit Vergebung und Verzeihung und Toleranz beschäftigte und was mir aus diesem Grunde sehr gut gefallen hat.
Hier und da hätte man ein wenig schneller zum Punkt kommen können, aber alles in allem war es eine kurzweilige Lektüre eben mit vielen wirklich guten Sätzen und Beobachtungen.

Fazit:
Ein sehr interessantes Buch, das ich der ein oder anderen unzufriedenen Frau der heutigen Zeit als Lektüre wünschen würde.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung auf hohem sprachlichen Niveau und eine interessante und lehrreiche Geschichte des 20. Jahrhunderts, 31. Januar 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Dieser wunderbare Roman von Anne Gesthuysen über ihre drei alten Tanten ist, das sei schon zuvor gesagt, eine der unterhaltsamsten Bücher gewesen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Gute Unterhaltung auf hohem sprachlichen Niveau und gleichzeitig an den Lebensgeschichten der drei Schwestern Gertrude, Paula und Katty fest gemacht, eine interessante und lehrreiche Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Sie sind alle zusammengekommen, um den 100. Geburtstag von Gertrude würdig zu feiern und die jüngste Schwester Katty (84) hat die Planung in die Hand genommen. Zwar wollen sie zusammen feiern, doch ihre gemeinsame Vergangenheit, die schon seit Jahrzehnten immer wieder zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen führte, taucht wieder auf. In längeren Episoden gelingt es Anne Gesthuysen hervorragend und überaus spannend, dem Leser Stück für Stück zu zeigen, welche Geschichte und Konflikte die drei Schwestern bis auf den heutigen Tag verbinden.

Es sind diese Rückblenden und Erinnerungen der drei Schwestern, die den großen Reiz eines Romans ausmachen, der sich liest wie eine spannende Familiengeschichte über fast acht Jahrzehnte.

Man legt das Buch nicht mehr aus der Hand, hat man es einmal angefangen zu lesen, und es nimmt mich nicht Wunder, warum es von so vielen Menschen gerne gelesen wurde. Mein Exemplar stammt aus der fünften Auflage. Nicht vielen Romanen gelingt es in diesen Zeiten, literarischen und inhaltlichen Anspruch und kommerziellen Erfolg so zu vereinen, wie dieses Buch.

Ich kann es nur empfehlen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Heiteres Landleben, 10. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die deutsche Geschichte am Niederrhein wird durch die Geschwister illustriert, die jede auf ihre Weise Krieg und Nachkrieg durchstehen. Die Hauptperson mit ihrer Liebe zum CDU-Politiker, dem sie ihr Leben widmet, ohne dafür offizielle Anerkennung zu gewinnen, ist eine interessante Figur. Auch das Landleben war mir vorher nie so nahe gebracht worden.
Die Sprache und Gedankenführung ist allerdings nicht so gelungen. Zwar liest es sich leicht, aber die Stereotype und die Einschachtelungen von Vor- und Rückblenden wirken angestrengt.
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58 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blut ist dicker als Wasser, 10. November 2012
Von 
S. Hennig "Bücherfan" (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Anne Gesthuysen hat in "Wir sind doch Schwestern" die autobiografischen Elemente ihrer Großtanten und die Familienerzählungen verarbeitet. Als Kind hat sie ihre drei Tanten auch noch persönlich kennengelernt. Natürlich hat sie auch Fiktives und Vermutungen in diesen Roman eingearbeitet. So oder ähnlich könnte es gewesen sein. Ausgehend vom 100. Geburtstag der ältesten Schwester führt die Erzählung durch die Erinnerungen der drei Frauen in die Vergangenheit. 100 Jahre Geschichte werden anhand der Erlebnisse von drei Frauen aus einfachen Verhältnissen lebendig. Das ungewöhnliche in der Kindheit von Gertud, Paula und Katty war, dass ihr Vater immer großen Wert auf Bildung und Diskussionen gelegt hat. Das hat das Leben der Schwestern geprägt, die schon früh den Tod ihrer Mutter verkraften mussten.

Gertrud war in den jüngeren Sohn eines Gutsbesitzers verliebt, in Franz. Dessen älterer Bruder Heinrich war gegen diese "unstandesgemäße" Verbindung. Franz kämpfte kurz danach im Ersten Weltkrieg und kam dabei ums Leben. Das hat Gertrud Heinrich angelastet und bis zu ihrem 100. Geburtstag nie verziehen. Gertrud zog Katty nach dem Tod ihrer Mutter groß. Es war schlimm für sie, dass Katty ausgerechnet auf Heinrichs Gut erst als Hoftochter und später als Hauswirtschafterin arbeitete. Außerdem ist Katty Heinrich immer sehr zugetan gewesen und unterstützte ihn bei seiner politischen Karriere. Paula erlebte als einzigste der drei Schwestern Ehe und eigene Kinder. Zwischen den Festivitäten schwebt die Frage in der Luft, ob Gertrud Kattys Angebot annimmt, zu ihr zu ziehen. Ausgerechnet auf Heinrichs Hof, den Katty geerbt hat, und auf dem Katty die Geburtstagsfeier ausrichtet. Alle drei Schwestern rekapitulieren ihr Leben...

Ich fand diesen Roman wirklich sehr ansprechend. Die Charaktere wirken glaubhaft und echt. Es war sehr interessant, die krasse Entwicklung in diesem Jahrhundert in einem Buch vereinigt zu sehen. Von einer Behandlung mit Schlafläusen als Medizin angefangen bis zum Einflug eines Politikers mit einem Helikopter war es ein langer Weg. Auch die moralische Entwicklung ist interessant. Von einer Muss-Ehe wegen einer Schwangerschaft über Verteufelung der Homosexualität bis zum lockeren Zusammenleben in einer WG. Dieses Porträt von drei ungewöhnlichen Frauen ist wirklich sehr lesenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einwenig langweilig, hier und da ..., 18. April 2013
Am 8.November 2012 veröffentlichte der Kiepenheuer & Witsch Verlag, kurz KiWi, ein Buch, welches den Zusammenhalt von drei Schwestern verinnerlicht - "Wir sind doch Schwestern".
Die Autorin Anne Gesthuyen schreibt über Vergangenheit und Gegenwart, verpackt in 416 humorvollen Seiten.
Ich danke dem "Buch-Magazin” dafür, dass ich dieses Buch lesen und rezensieren durfte.

Der Tellemannshof am Niederrhein erlebt ein großes Ereignis, denn Gertrud die Älteste von drei Schwestern begeht ihr 100. Lebensjahr.
Katty und Paula erinnern sich noch gut an ihre Zeit mit ihrer großen Schwester.
Zusammen haben sie viele traurige, humorvolle und schicksalhafte Jahre hinter sich und auf diesem Fest kommt nach und nach die Vergangenheit wieder zum Vorschein …

Die Idee der Autorin Anne Gesthuyen, die Geschichte ihrer Großtanten in einem Roman zu verpacken, ist ihr gut gelungen. Von dem ersten Kapitel an habe ich vor allem Gertrud, wohl weil sie die Erzählungen vorantreibt, in mein Herz geschlossen.

Vergangenheit und Gegenwart prallen an einem bedeutenden Tag aufeinander und die drei Geschwister verarbeiten miteinander eine aufregende Zeit. Die Erzählungen der Autorin sind sehr bildhaft verpackt und sprachen mich sehr an, sie schreibt darüber hinaus auch sehr flüssig und humorvoll.
Am Anfang des Buches hatte ich erst kleine Einstiegsprobleme, da viele Gegebenheiten aus der Vergangenheit der drei Schwestern auf einmal auf einen einprasseln. Durch die gut gegliederten Kapitel wurde die Erzählweise aufgesplittet und so fand ich nach und nach in die Geschichte hinein.
Durch die Sprünge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart erfuhr ich unterschiedliche Gegebenheiten aus dem Leben der Schwestern und immer mehr und mehr setzten sich diese Geschichten zu einem großen Bild zusammen.

Gerade das Schicksal von Gertrud hat mich sehr gefesselt, denn als sie den jungen Mann Franz kennen und lieben lernt, dachte auch ich zuerst, dass sie einer schönen Zukunft entgegensieht. Dass aber der Bruder Heinrich, der den Hof der Familie führte, etwas gegen diese Verbindung hat, veränderte Gertruds Leben auf eine schicksalhafte Weise.
Sie war nicht nur die große Schwester für Katty, sondern fungierte auch als Mutterersatz und übernahm schnell die Erziehung ihrer kleinsten Schwester.
Auch noch Jahrzehnte später hat sich daran nichts geändert und so liefert sich die mittlerweile über achtzigjährige Katty mit ihrer einhundertjährigen Schwester Gertrud die komischsten Wortgefechte.
Katty ist mir nie sympathisch geworden, vielleicht lag es an ihrer naiven Art.
Da der größte Schicksalsschlag im Zweiten Weltkrieg über zahllose Familien hereinbrach, spielt auch die Ansicht in der Vergangenheit in jenem schicksalhaften Jahrzehnt.

“Wir sind doch Schwestern” ist eine Familiengeschichte, die ruhig noch mehr Inhalt und Erzählungen hätte vertragen können. Sie wird aber humorvoll und sehr liebenswert erzählt wird.

Da bei diesen Schwester genau wie bei zahllosen anderen Familien zum Teil die größten Schicksalsschläge im Zweiten Weltkrieg hereinbrachen, spielt auch ein Blick in die Vergangenheit eine große Rolle - in genau jenes schicksalhafte Jahrzehnt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 298 ereignisreiche Lebensjahre, 23. Dezember 2012
„Wir sind doch Schwestern“ wurde von Anne Gesthuysen geschrieben, die auch dadurch bekannt ist, dass sie das ARD-Morgenmagazin moderiert. Sie wurde durch ihre Großtanten zu „Wir sind doch Schwestern“ inspiriert, die mit ihren Lebensgeschichten Vorbilder für die drei Romanfiguren wurden.

Die alten Damen erreichten zusammen das beeindruckende und außergewöhnliche Alter von 298 Jahren. Zum 100. Geburtstag von Gertrud, der ältesten Schwester finden sich die Frauen bei Katty, die mit 84 Jahren die Jüngste und Fitteste der Drei ist, für die Feier auf dem Tellemannshof ein, mit dem vor allem Gertrud auch unangenehme Erinnerungen verbindet. So kommt es neben lebendigen und sehr liebevollen Schilderungen der Vorbereitung und Durchführung der großen Feier und damit verbundenen rührenden und komischen Szenen auch immer wieder zu Rückblicken in die Vergangenheit und man merkt deutlich, dass es hier noch einiges aufzuarbeiten gibt. Keine der drei Schwestern kann auf ein klassisches, geradliniges Leben zurückblicken, sodass man beim Lesen immer wieder überrascht wird. Zudem wird einem ins Bewusstsein gerufen, wie anders bestimmte Moralvorstellungen im vergangenen Jahrhundert noch waren und wie sehr diese auf das Leben eines Menschen Einfluss nehmen konnten. Man erhält in dem Buch Einblicke, welche konkreten Auswirkungen bestimmte geschichtliche Ereignisse, wie die beiden Weltkriege, der damals vorherrschende Judenhass oder das geltende Scheidungsrecht hatten, indem man mit den Beteiligten mitfühlen, mitfiebern und manche Verhaltensweisen vielleicht aus heutiger Sicht auch schwer verstehen kann. Besonders beeindruckend finde ich dabei, dass es sich hier nicht um reine Fiktion handelt, sondern dass sich dies alles wirklich innerhalb einer einzigen Familie zugetragen hat, auch wenn manches im Laufe der Jahre vielleicht etwas spektakulärer weitergegeben wurde, wie es ursprünglich einmal war, wie die Verfasserin am Ende relativiert. Vieles beruht aber tatsächlich auf handfesten Fakten. Neben den Schwestern spielt auch Heinrich Hegmann eine wichtige Rolle in dem Buch, an Hand seiner Person kann man eine Politikerkarriere mit all ihren privaten Konsequenzen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg mitverfolgen, was ich persönlich auch interessant fand. Er saß zunächst für die Zentrumspartei im preußischen Landtag und trat nach dem Krieg dann in die CDU ein, für die er dann mehrmals als Direktkanditat in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt wurde.

Mir hat die Konstruktion des Buches mit dem 100. Geburtstag als Anlass für Rückblicke in die Vergangenheit und das Ansprechen ungeklärter Konflikte zwischen den Schwestern gut gefallen. Das Buch hat mich besonders in der zweiten Hälfte in seinen Bann gezogen und mich immer wieder überrascht. Abstrakte historische Fakten wurden für mich durch die damit verbundenen persönlichen Schicksale nachvollziehbar. Auch der Schreibstil von Anne Gesthuysen hat mir gut gefallen. Er sorgt für einen guten Lesefluss und zugleich für Anschaulichkeit und Lebendigkeit. Die alten Damen wirken jede auf ihre Art sympathisch und sehr gebildet und vielseitig interessiert, auch wenn ich aus heutiger Sicht nicht alle ihre Entscheidungen nachvollziehen kann. Positiv aufgefallen sind mir auch die treffend gewählten Kapitelüberschriften, die Orientierung bieten, in welcher Zeit man sich gerade befindet und worum es ungefähr geht, die aber gleichzeitig so formuliert sind, dass sie nicht zu viel verraten. Auch der Buchtitel ist sehr gut gewählt, da das "doch" bereits aussagt, dass zwischen den Schwestern nicht immer nur "Friede, Freude, Eierkuchen" herrschte, aber sie dennoch in Notsituationen zueinander gehalten haben, wie der komplette Titel beschreibt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein berührendes Portrait dreier Schwestern, 23. November 2012
Ein hundertster Geburtstag muss ordentlich gefeiert werden – das findet zumindest Katty, die für ihre Schwester Gertrud ein großes Fest organisiert hat. Das fällt ihr zwar mit 84 Jahren nicht mehr ganz so leicht wie früher, aber für eine Schwester nimmt man doch so manches auf sich, zudem helfen starker Kaffe und immer wieder mal ein Schnäpschen, den Kreislauf in Schwung zu halten. Auch Paula, die Mittlere der drei, ist dabei und muss immer wieder zwischen den Schwestern vermitteln, denn so manche alte Geschichte sorgt immer noch für Unruhe und Streit. Aber dass in drei derart langen und ereignisreichen Lebensgeschichten auch dunkle Kapitel vorkommen, ist kaum zu vermeiden, und alle hängen mit Männern zusammen. Dabei hatten alle Schwestern kein Glück mit der Liebe. Gertrud war mit dem jüngeren Sohn eines Gutsbesitzers verlobt, doch dessen Bruder tat alles, um eine Hochzeit zu verhindern, denn die Tochter eines armen Kleinbauern galt nicht gerade als gute Partie. Bei genau diesem Bruder wurde Katty später Hauswirtschafterin und unentbehrliche Beraterin, aber trotz zunehmender Vertrautheit und Zuneigung kam eine Heirat auch da aus Standesunterschieden nicht in Frage. Paula, die mittlere der drei Schwestern, hat zwar geheiratet, aber ihren Mann an andere Männer verloren – ein Skandal zu jener Zeit. Und so müssen die Schwestern zuerst ihre Vergangenheit klären, um ihr Verhältnis zueinander neu definieren zu können und wichtige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen...

Anne Gesthuysen hat in diesem Roman die Lebensgeschichten ihrer drei Großtanten verarbeitet, die zusammen 298 Jahre alt geworden sind. Geschickt verwebt die Autorin Gegenwart und Vergangenheit zu einem bunten Bild über drei eigenwillige, starke Frauen in einem turbulenten Jahrhundert, die jede für sich schwere Entscheidungen zu treffen hatten, sich aber trotz aller Schicksalsschläge ihren Humor bewahren konnten. Etwas schade fand ich, dass dabei Katty so viel öfters im Fokus stand als ihre beiden Schwestern. Gerade von Paula hätte ich gerne mehr erfahren und über ihre Situation als geschiedene Frau mit zwei kleinen Kindern hätte es sicher genügend zu erzählen gegeben. Letztlich ist genau das der Schwachpunkt des Romans. Insgesamt fast dreihundert Lebensjahre sind eigentlich zu viel für ein einziges Buch, dazu nimmt auch die Schilderung der Geburtstagsfeier noch Raum ein, da hätte man problemlos noch mehrere hundert Seiten anhängen können. So bleibt vieles notgedrungen vage, diverse Erzählstränge laufen ins Leere. Trotz dieses kleinen Mankos ist Anne Gesthuysen ein berührendes Portrait ihrer drei Großtanten gelungen, das einen spannenden Einblick in sehr unterschiedliche Lebensläufe ermöglicht und zeigt, dass Zuneigung und Verständnis auch nach Jahrzehnten noch tiefe Gräben überbrücken können, wenn der Wille dazu da ist.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei Frauen und ein Jahrhundert, 9. Dezember 2012
Von 
Lupo (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Der Roman „Wir sind doch Schwestern“ von Anne Gesthuysen erzählt die Geschichte von den drei Schwestern Gertrude, Paula und Katty, die anlässlich des 100. Geburtstags von Gertrud zusammenkommen, um dieses Fest gemeinsam zu feiern. Allerdings kann da natürlich nicht die Vergangenheit völlig ruhen und so erfährt der Leser episodenhaft Erinnerungen aus den Leben der drei rüstigen Frauen.

Er merkt als Leser rasch, dass alle drei Frauen eine sehr bewegte Vergangenheit haben. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, um niemandem die Freude an dem Buch zu nehmen, der es vielleicht noch lesen möchte. Aber alle drei mussten einiges durchmachen und vieles davon hing auch mit dem Zweiten Weltkrieg zusammen.

Dieser Roman liest sich dank eines angenehmen Schreibstils sehr leicht und schnell. Man legt den Roman nach einiger Zeit nur noch ungern aus der Hand, weil man doch neugierig ist, was noch über die Vergangenheit enthüllt werden wird. Leider aber ist die Handlung in der Jetzt-Zeit sehr stark reduziert und de facto passiert in der Realität eigentlich auch fast nichts. Man feiert den Geburtstag, aber dabei handelt es sich auch nur um ein eher durchschnittliches Geburtstagsfest. Was den Reiz des Romans eher ausmacht, sind die Rückblenden und Erinnerungen.

So richtig fesseln und mitreißen konnte mich das Buch leider nicht. Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Ich vermute aber, dass es an der doch sehr reduzierten Handlung liegt und vielleicht hätte man die Geschichte nicht auf knapp 400 Seiten erzählen müssen, sondern sie an einigen Stellen raffen können.

Sympathisch wurden mir nur die beiden älteren Schwestern, Gertrude und Paula. Die Jüngste, Katty, ging mir nach einiger Zeit nur noch schrecklich auf die Nerven und da sie gegen Ende des Buches im Mittelpunkt steht, musste ich mich dann stellenweise zwingen weiterzulesen. Ich finde sie einfach extrem naiv, machtgierig und unsympathisch, aber mehr möchte ich hier nicht verraten, um niemandem die Spannung zu nehmen.

Fazit: „Wir sind doch Schwestern“ von Anne Gesthuysen ist ein unterhaltsamer Familienroman, den ich gerne weiterempfehle. Bei mir ist der Funke zwar nicht ganz übergesprungen, aber ich kann auch andere Leserstimmen vollkommen verstehen, die von dem Roman begeistert sind.
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Wir sind doch Schwestern
Wir sind doch Schwestern von Anne Gesthuysen (Audio CD - 15. November 2012)
EUR 19,95
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