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Die Landkarte des Himmels
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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 29. September 2012
Wem das Buch Die Landkarte der Zeit von Felix J. Palma gefallen hat der sollte sich unbedingt dieses Buch kaufen und lesen. Im Umkehrschluss gilt aber auch wer es nicht mochte wird auch mit "Die Landkarte des Himmels" seine liebe Mühe haben und nicht glücklich werden. Dieser Roman ist konzeptionell ähnlich aufgebaut, ist sprachlich und literarisch auf dem selben hohen Niveau und ist wahrlich ein sprühendes Feuerwerk von überbordender Phantasie und unglaublichen Abenteuern. Wer das obenerwähnte Buch nicht kennt darf natürlich mit diesem Werk beginnen, wobei es besser wäre den ersten Band der geplanten Trilogie zu kennen. Gesucht werden tapfere und furchtlose Leser/-innen für eine Expedition zum Südpol und ins viktorianische London. Der Auftrag: Suche nach dem Mittelpunkt der Erde, Bekämpfung der Invasion vom Mars und das Entflammen eines wärmenden Feuers der Liebe. Vorsicht: Extreme Kälte, unermesslicher Schrecken und permanente Gefahr. Eine Rückkehr in die Realität kann nicht garantiert werden. Lohn: Gefühlsaufruhr, ein unerklärlich aufblitzendes Lustgefühl und tiefe Zufriedenheit im Erfolgsfall.

Lieber Leser/-in, stell Dir vor, auf dem Mars gäbe es intelligentes Leben das uns in technischen Belangen weit überlegen wäre. Und stelle Dir weiterhin vor, der Mars wäre ein sterbender Planet weil seine Bewohner ihn während der langen Existenz bis zur Erschöpfung alles Ressourcen ausgebeutet haben. Die höher entwickelte Spezies steht vor dem Aussterben und die Erde bietet am ehesten die Lebensbedingungen um zu überleben. Die Marsmenschen beschliessen sie gewaltsam zu erobern! Die Erdbewohner sind den Invasoren hoffnungslos unterlegen... Ein gewisser H.G. Wells hat so einen düstern Roman im Jahr 1898 geschrieben. Dieser namhafte Autor tritt denn auch gleich zu Beginn in Erscheinung und er begleitet uns über die ganzen 900 Seiten hinweg. Sein aufsehenerregendes Werk spielt dabei eine wichtige Rolle. Wenn Du lieber Leser es schaffst die Geschichten so zu lesen als lebtest Du im Jahr 1898 dann wirst Du feststellen, dass dich von den Sternen unermesslicher Schrecken zu treffen vermag!

Gleich zu Beginn hat der Schriftsteller H.G. Wells die einzigartige Gelegenheit die geheime Wunderkammer des Naturgeschichtlichen Museums zu besichtigen und dann gehts ab ins Jahr 1829 auf eine unglücksselige Südpolexpedition. Welches Grauen hat die die Besatzung in den Eiswüsten heimgesucht? Dann gibts die einmalige Chance die Marsinvasion in Echt mitzuerleben! Ein wahrhaft danteskes endzeitliches Schauspiel! Aber was wären all die Abenteuer ohne die grosse Liebe? Nichts, denn die Liebe ist das das Einzige, was wirklich unveränderlich bleibt in den wechselnden Landschaft des Universums. Hoffentlich wird sie in keiner der endlos möglichen Welten jemals erlöschen.

Nun, unsere Weltgeschichte beweist klipp und klar das nie eine feindliche Invasion vom Mars stattgefunden hat. Wie will der der Autor Felix J. Palma wieder aus diesem apokalyptischen Strudel an Ereignissen herausfinden? Er findet tatsächlich einen Weg, aber den darf ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Der Roman ist meiner Meinung nach fantastisch geschrieben. Es gibt zahlreiche tiefgründige Passagen und literarische Perlen die mich berührt haben. Der Autor neigt zu Sätzen und Abschnitten, die würdig sind, in Stein gemeisselt zu werden. Zwischendurch hat er wie ein Troubadour aber leider den Hang zur Geschwätzigkeit was die Erzählungen etwas in die Länge zieht. Schriftsteller sind ein latent vorhandenes und unterschwelliges Thema und ihre Stellung die in weniger hohem Ansehen ist als die der Wissenschaftler, obwohl ihre Vorstellungskraft deren Erfindungen oft weit übertrifft. Ihre Arbeit ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Sie bringen die Menschen zum Träumen; auch all jene, die allein nicht träumen können. Und die Menschen brauchen Träume. Gibt es eine bedeutendere Arbeit als diese?

Ich hab den Roman gerade eben zu Ende gelesen und genau genommen bräuchte ich ein paar Stunden der Ruhe, damit das Karussell in meinem Kopf aufhört sich zu drehen und ich den Kopf soweit klar bekomme die Geschichte rational zu beurteilen. In meinem Zustand euphorischer Behaglichkeit vermischt sich die Realität mit Phantasie und der Magie die in guten Büchern zu Hause ist. Ich bin überzeugt, dass die wahre Geschichte unserer Zeit nicht von den Zeitungen oder Historikern geschrieben wird. Die wahre Geschichte ist für die meisten unsichtbar, sie verläuft wie ein unterirdischer Bach im Dunkeln und in aller Stille und nur ein paar Auserwählte kennen sie wirklich. Falls es denn nur eine kontinuierlich und nicht parallel verlaufende Zeit in den drei Dimensionen gibt...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Mai 2013
1829 sticht ein Forschungsschiff auf, um am Südpol den Eingang ins Innere der Erde zu entdecken, eine Utopie, die die Menschen dieser Zeit gleichermaßen fasziniert wie beängstigt. Doch was gefunden wird, das ist nicht der Eingang zum Erdinneren, sondern etwas ganz anderes, ungleich Bedrohlicheres: ein außerirdisches Flugobjekt ist im ewigen Eis abgestürzt. Und mit ihm ein extraterrestrisches Wesen, ein Individuum einer außerirdischen, den Menschen überlegenen Spezies auf der Suche nach einem neuen Planeten für sein durch die Galaxien vagabundierendes Volk. Und auch wenn es zuerst den Anschein hat: dieses Wesen ist nicht beim Absturz seines Flugkörpers gestorben... Eine ebenso rasante wie verwickelte, haarsträubende wie überraschende und seiten- wie inhaltsschwere Geschichte über mehrere Jahrzehnte wird angestoßen, die Félix J. Palma in seinem zweiten Landkartenroman (nach "Die Landkarte der Zeit") fulminant erzählt.

Vor der Lektüre dieses beinah 900 Seiten starken Wälzers empfiehlt es sich, den ersten Band Palmas zu lesen, treten doch einige der Hauptfiguren wieder auf und verweisen die Ereignisse an so einigen Stellen auf im Vorgängerband Geschehenes.
So treffen wir auch in diesem Band wieder auf H.G. Wells, den grandiosen Autor von "Zukunftsromanen", an dessen Ideenreichtum Félix J. Palma auch mit diesem Roman wieder eine Hommage setzt und dem er als Vorbild und Inspirationsgeber. Auch Hauptmann Shackleton aus Band 1 tritt auf, ebenso wie ein aus der Lektüre von "Die Landkarte der Zeit" nur allzu bekannter Mister Murray.

Grandios konstruiert und furios erzählt, in Worten schwelgend und in Formulierungen beinah genussvoll badend, unterhält "Die Landkarte des Himmels" ungemein - nicht nur auf sprachlicher Ebene, sondern auch mit dem inhaltlichen Ideenreichtum und der Detailpracht der Beschreibungen.
Immer wieder weiß dieses Buch zu überraschen, immer wieder kommt es zu unerwarteten Wendungen und (manchmal im ersten Moment ein wenig ennervierenden) Rückblenden und Einschüben des beinah vorwitzig zu nennenden Erzählers.

Den Leser erwartet nicht nur Science-Fiction der angenehm altertümlichen Art, sondern auch ein Expeditions- und nicht zuletzt ein Liebesroman mit schillernden Figuren, verqueren Charakteren, einem sehr eigenen und außergewöhnlichen Erzählstil und einer brillianten Konstruktion der Geschehnisse.

Das liest sich begeistert - und unterm Strich war ich auch begeistert. Einen Stern der eigentlich verdienten vollen fünf Sterne muss ich dem Roman aber aus einem für mich dann doch auch ausschlaggebenden Grund: so angenehm ich den Stil empfand, so kurios wie furios die erzählte(n) Geschichte(n), ich habe mich schwer getan, mich auf das Buch einzulassen. 7 lange Monate habe ich gebraucht, um das Buch nach der letzten Seite zu schließen. Immer und immer wieder habe ich die Lektüre unterbrochen und das Buch beiseite gelegt, ohne dass mich je am Buch oder am Stil etwas gestört hätte. Es konnte mich lange einfach nicht genügend fesseln, um am Ball zu bleiben. Woran das lag, das vermag ich nicht zu erklären. Erwähnt werden sollte es jedoch in meiner Einschätzung.

Trotzdem möchte ich dieses Buch als sehr gutes empfehlen, besticht es doch durch beinah wahnwitzige Phantasie und Fabulierkunst. Wem es gelingt, sich voll in dieses Buch zu stürzen, der wird reich belohnt mit einem Feuerwerk an kreativen Einfällen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Meine Meinung:
Nach "Die Landkarte der Zeit" ist dies nun also der zweite Band der Trilogie, die den Leser mitnimmt auf eine phantastische Reise. Dieses Mal ist es aber nicht die Zeit, die mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Mittelpunkt steht, sondern der Weltraum - Mars und Mond. Beinahe ebenso wie von der Zeit ist der Mensch schon seit je her vom Weltraum fasziniert.
H.G. Wells ist als Charakter, aber nicht als Protagonist hauptsächlich das Verbindungsglied zwischen beiden Bänden. Zusätzlich trifft man auf der "Landkarte des Himmels" noch ein paar weitere Personen, die man in Band eins kennen lernen durfte. Man muss aber dazu sagen, dass trotzdem eine unabhängige Lektüre beider Bücher möglich ist. Charmant weist der Erzähler zu Beginn der Geschichte daraufhin, dass er davon ausgeht, dass nicht alle mit auf Zeitreise waren und so wird kein Bestandteil dieser Reise direkt auf der ersten Handlung aufgebaut.
Derjenige, der sich nun aber schon zum zweiten Mal in Félix J. Palmas Welt begibt, wird sich dort sofort wieder zurecht finden, denn der aufwändige Schreibstil wird beibehalten. Es gibt Perlen der sprachlichen Gestaltung, die gerade mich als Germanistin staunen lassen. Pagemarker an Pagemarker markieren wunderschöne Sätze, die malerisch Welten, Menschen und Gefühle beschreiben. Dann treten aber auch immer wieder kürzere und längere Passagen auf, in denen sich der Autor völlig zu verlieren scheint. Die Liebe zum Detail wird eins ums andere Mal gepflegt, so dass diese Seiten das Buch nochmals um einige hundert Seiten zu verlängern scheinen. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch dies ein gewollter Kunstgriff des Autors ist. Beeindruckend, aber an manchen Punkten auch immer mal wieder anstrengend und dann auch ermüdend. Ein ständiges Auf und Ab zwischen der Lust an der Vollendung der Sprach und dem Frust das Buch zur Seite zu legen.
Leider konnte mich der erste Teil dieses Mal nicht ganz so gefangen nehmen wie Band 1. Aber auch hier hatte ich wieder das Gefühl, dass der Autor sich innerhalb des Buches steigert, das - wie schon gewohnt - wieder in drei Teile untergliedert ist. In jedem von ihm lernt der Leser neue Charaktere und neue Abenteuer kennen.
Alles in allem ist dies wieder ein atemberaubender Roman mit einer so verzwickten Geschichte, mit Ausflügen ins Weltall und mit Handlungssträngen, die nicht das sind, was sie zu sein scheinen und den Leser damit immer wieder hinters Licht führen. Und obwohl man schon befürchtet, dass der Autor irgendwann doch selbst den Überblick verloren haben muss, gibt es am Ende eine sinnige und befriedigende Auflösung.

Fazit: Wer mit dem ersten Band seinen Spaß hatte, wird auch hier sicher einige schöne Lesestunden verbringen. Gleichzeitig muss man viel Zeit und viel Aufmerksamkeit in dieses Buch investieren - wie schon aus dem Vorgänger bekannt. Mehr als einmal war ich versucht das Buch für immer zur Seite zu legen und nicht zu beenden. Ich habe es bis um Ende geschafft, aber ob ich die Kraft für den letzten Band habe, dessen Veröffentlichungsdatum noch unbekannt ist, weiß ich nicht.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Oktober 2012
Wenn es intelligentes Leben im All geben würde, wenn es schon außerirdische Besuche auf unserem blauen Planeten gegeben hätte: Würden wir es wissen wollen? Wäre unser Verstand stark genug, diese Information zu verkraften oder würden wir es als einen gut gelungenen Scherz ansehen?
Der Schriftsteller Herbert Georg Wells hat soeben seinen neuen Roman Krieg der Welten veröffentlicht, in welchem Marsbewohner die Erde angreifen und brutal unterjochen. Durch einen amerikanischen Bewunderer gelangt er in die Kellergewölbe des Britischen Museums, wo er einen toten Marsbewohner erblickt, der seine ganze Welt aus den Fugen geraten lässt. Doch warum liegt er dort, direkt unter einem Gebäude, das Tag ein und Tag aus von unzähligen Besuchern betreten wird?

Gehen wir sechzig Jahre zurück.
Bei einer Expedition in der Arktis, die sich aufmachte den Mittelpunkt der Erde zu finden, stürzt ein unbekanntes Flugobjekt vom Himmel und die Crew ist sich einer unheilvollen und bedrohlichen Macht ausgesetzt. Und plötzlich ist die Suche nach dem Eingang unter die Erde so unwichtig geworden, denn was nun zählt ist das nackte überleben. Doch wissen wir nicht alle, dass eine Invasion nie stattgefunden hat?

Es sei gesagt: Wer sich schon mit Die Landkarte der Zeit nicht anfreunden konnte, wird auch mit dem zweiten Buch wenig Freude haben. All jene, die wie ich das Werk jedoch liebten, werden seinen Nachfolger vergöttern!
Der Stil des Autors ist auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Neben spannenden Passagen finden sich auch sehr tiefgründige Passagen. Die Geschichte ist, wie schon bei Die Landkarte der Zeit in drei Teile geteilt, wobei immer wieder die Handlung und die verschiedenen Protagonisten zueinander finden, sodass am Ende ein stimmiges Gesamtbild entsteht.

Dieses Buch ist eine Perle der Literatur. Jedes Wort schmilzt in den Gedanken dahin und hinterlässt ein angenehmes Gefühl der Wonne, welches nur sehr langsam verklingt. Für mich ist des d a s Buch 2012 und jedes andere Buch, was auf Die Landkarte des Himmels folgt, ist fast schon zu leicht in seinem Inhalt und den Worten, die es heraufbeschwört.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Oktober 2013
Der zweite Band der Trilogie des Autors Felix j. Palma gelesen von Stefan Kaminski ist eine teils spannende, teils langatmige Hörbuchversion der Geschichte um H.G. Wells und seine Beziehungen zum Ausserirdischen. Spannend und wirklich gut gestaltet sind die Zeit und Ortswechsel der Geschichte. Mal in London eingereiht in die Geschichte um die Landkarte des Himmels, mal in der Kanalisation zwischen Fulham und Chelsea. Die Orte und Zeiten sind genial vermischt. Stefan Kaminskis Stimme und Timbre sind ausserordentlich angenehm. Es macht Spaß der Geschichte zu folgen.Durch seine Stimme wird die Geschichte immer wieder in das Zentrum der Konzentration geführt.
In den ersten Abschnitten der Erzählung so bis CD 4 von 9 ist es spannend, danach wird die Geschichte ein wenig schwerfällig. Brüche und fehlende Anschlüsse blockieren die Spannungsmomente der Geschichte.
Als intergalaktisches Hörabenteuer würde ich die Edition nicht bezeichnen. Eher als Hörbuch zwischen Erde und Mars.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Teil 2 von 3 - Teil 1 DIE LANDKARTE DER ZEIT ist schon erschienen, der dritte Teil steht im Moment noch in den Sternen. Die Teile sind unabhängig voneinander lesbar, ich empfehle aber trotzdem die Lektüre des ersten Teils.

Worum es geht:
Die altbekannten Charaktere aus DIE LANDKARTE DER ZEIT treffen ein weiteres Mal zusammen, um sich einer unmöglichen Begebenheit zu stellen.
Der Millionär Gilmore verliebt sich unsterblich in die schöne Emma, Enkelin eines bekannten Halunken, der die Welt einst mit einer erfundenen Geschichte in der Zeitung in helle Aufregung versetzte. Gilmore, der niemand anderes ist als Gillian Murray, unser Lieblingsschurke aus dem ersten Teil, und er beschließt Emma einen Herzenswunsch zu erfüllen - Sie will wieder träumen können, so wie ihr Großvater es einst bewerkstelligte.
Sie fordert von Murray, einen Alienangriff zu inszenieren, so wie H.G. Wells ihn in seinem Roman "Krieg der Welten" beschrieben hat. Doch als sie in England ankommt, wo sich auch schon besagter Schriftsteller einfand, läuft sie mitten in einen echten Alienangriff.
Und die Aliens sind unbarmherzig und vernichten alles und jeden, das sich ihnen in den Weg stellt. Steht das Ende der Welt bevor...

Das Buch ist ein wunderschönes Sittengemälde des Victorianischen Zeitalters und wie schon der erste Band einfach phantastisch!
Die Geschichte teilt sich wie schon der erste Band in drei Teile. Allerdings läuft es diesmal etwas anders als in DIE LANDKARTE DER ZEIT, aber ich will nicht zuviel verraten! :-)

Ich habe mich ehrlich gesagt gefragt, wie der Autor einen zweiten Band schreiben wollte, aber ich muss sagen, er hat es wirklich toll hinbekommen. Der zweite Band schließt nicht wirklich an den ersten an, ja, hat fast gar nichts mit dem ersten zu tun. Man denkt das ein oder andere mal "Das war doch gar nicht so!", aber es wird sich am Ende alles auflösen.

Der Schreibstil ist auch dieses Mal wieder sehr schwierig zu lesen, aber erfrischend und nicht frustrierend. Ich habe mir einen Duden auf den Nachttisch gelegt, man wird sich häufig über die Möglichkeit freuen, ein bisschen nachzulesen.

Besonders gut hat mir wieder das Seelenleben der Protagonisten gefallen, die sich mit vertanenen Möglichkeiten und ihren eigenen Unzulänglichkeitn auseinandersetzen müssen und die ein oder andere fatale falsche Entscheidung treffen.
Toll war die langsame Annäherung der Erzfeinde Murray und Wells.
Die Protagonisten sind wirklich einmalig und sehr, sehr lebendig und dreidimensional.

Die Auflösung des diesmaligen "Geheimnisses" verweist das Buch einmal mehr trotz der Handlungsebene in unserer Welt, in die Welt des Fantasy.

Mein Lieblingszitat:
"Wie Emma die Landkarte betrachtete, verglich sie unwillkürlich die zauberhaften Gefühle ihrer Kinderzeit beim Anschauen dieser Wunderwelt mit dem, was sie jetzt empfand: gefiltertes Erleben, gedämpft von einer Ernüchterung, die dem Verstand zuvor gekommen war. Denn der Zauber der Kindheit war ihr brüsk entrissen worden, anstatt mit den Jahren langsam zu erlöschen wie die Sonne an einem lauen Sommerabend..."

Fazit: Ich freue mich, nach DIE LANDKARTE DER ZEIT wieder an der phantastischen Welt des Autors teilhaben zu dürfen. Und ich freue mich auf den dritten Teil!!!

Ein paar Facts am Rande:
Seitenzahl: 893
Erscheinungsjahr (Original): 2012
Originalsprache: Spanisch
Originaltitel: El mapa del cielo
Weitere Bücher des Autors: DIE LANDKARTE DER ZEIT
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Wer bereits "Die Landkarte der Zeit" gelesen hat, wird vermutlich schon auf den zweiten Teil der Trilogie gewartet haben. Erneut beweist Félix J. Palma, dass sich Science Fiction, historischer Roman und Romantik nicht ausschließen. Im Mittelpunkt steht wieder der britische Schriftsteller Herbert George Wells mit seinen Literaturwerken. Wurde in der "Landkarte der Zeit" Bezug auf "Die Zeitmaschine" genommen, dominiert hier eindeutig "Der Krieg der Welten". Durch eine Unachtsamkeit erweckt Wells einen seit einigen Jahren im National Historical Museum aufbewahrten Marsmenschen. Von der Welt unbemerkt kann dieser eine Armee zusammenstellen und bringt damit die ganze Erde in Gefahr. Wells und ein paar seiner Leidgenossen, unter anderem auch wieder der patente General Shakleton, können nur mit einer List ihr Leben und das vieler anderer retten.

Mit unglaublicher Phantasie beschreibt Palma den Angriff der Marsmenschen auf die Erde und bietet gleichzeitig einen Weg, wie ein solches Unterfangen überhaupt möglich wäre. Dabei setzt er der Vorstellungskraft weder bei den Handlungen noch auf der Zeitebene Grenzen. Das Spektakel im viktorianischen London geht praktisch von der ersten bis zur letzten Seite. Hervorzuheben ist dabei auch das Spiel mit den Worten, das bei all der leichten Erzählweise einen gehobenen Anspruch hat. Der feinsinnige Humor in den Dialogen und Situationen zaubert beim Lesen ein Schmunzeln ins Gesicht. Immer wieder wendet sich der Erzähler dabei auch an den Leser und rüttelt ihn damit aus seiner Traumwelt, um eine kleine Verschnaufpause einzulegen. Fast wie nebenbei ergeben sich auch eigene Gedankengänge, wie es wäre, wenn uns tatsächlich extraterrestrisches Leben finden würde. Offen bliebe vermutlich die Frage, wohin man fliehen würde, wenn die ganze Welt im Krieg wäre. Das Überschreiten der bekannten und sonst üblichen Grenzen macht das große Plus dieses Romans aus.

Die Erwähnung der Figur Griffins lässt vermuten, dass der Schluss dieser Trilogie um den Roman "Der Unsichtbare" gesponnen wird. Wer sich auf diesen Erzählstil einlassen kann, wird bestimmt auch bei diesem Thema seinen Lesespaß haben. Es bleibt zu hoffen, dass die Wartezeit nicht allzu lange dauert.
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am 9. April 2013
Ich habe es geschafft. Ich habe Die Landkarte des Himmels beendet. Es hört sich jetzt vielleicht blöd an, wenn ich sage, ich habe es geschafft, aber so ist es nun einmal. Ich mochte es, wie Félix J. Palma die Geschichte erzählt, als allwissender Erzähler. Dies spricht er auch in der Geschichte selbst mehrmals an. Gefallen hat mir hier auch, dass der Autor mit dem Leser/der Leserin gesprochen hat. Auch die Sprache gefiel mir sehr gut, sie hebt sich doch deutlich von anderen Büchern ab. Dies ist mir schon beim Vorgängerband Die Landkarte der Zeit positiv aufgefallen. Aber manchmal empfand ich es als anstrengend, der Geschichte zu folgen. Dies mag mitunter auch an den doch zum Teil erheblichen langen Sätzen gelegen haben.

Während des Lesens habe ich nie so genau gewusst, was ich von der Geschichte halten soll. Soll ich es nun glauben oder nicht, nachdem Die Landkarte der Zeit doch ein unerwartetes Ende nahm. Ich war also vorsichtig mit dem was ich las. Als sich die Lösung anbahnte, ahnte ich schon wie sie aussah. Und wenn ich am Anfang bereits eins und eins zusammengezählt hätte, hätte mir am Ende kein Licht aufgehen können. Aber genau das mag ich an Büchern: Wenn man am Ende total überrascht wird.

Nun, zur Geschichte selbst kann ich sagen, dass mich im Allgemeinen Marsinvasionen oder ähnliches nicht groß interessieren. Félix J. Palma schaffte es dennoch, mich weitestgehend zu fesseln. Am Anfang habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, eventuell abzubrechen, aber ich hatte immer den Gedanken „Du willst doch wissen wie es ausgeht, welche Überraschung wartet am Ende auf dich“. Ich bin froh, durchgehalten zu haben.

Schlussendlich vergebe ich gute vier Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Dezember 2012
Auch „Die Landkarte des Himmels“ hat mich vollends begeistert. Die Charaktere und die Geschichte sind einfach nur gut gemacht und man weiß nie, was als nächstes passiert. Der Genre-Mix ist wirklich gut gelungen und Palma übertrifft seinen letzten Roman, der auch schon wunderbar war. Ein Buch mit soviel Fantasie findet man selten, unbedingt lesen!
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Selten habe ich mich mit einem Buch, das ich sprachlich so schön und dabei inhaltlich auch noch so originell finde, so extrem schwer getan.
Leider kann ich nicht einmal sagen, woran es lag, weil ich einfach immer mal wieder bremste und mich beim besten Willen nicht aufraffen konnte, weiter zu lesen.

Letztlich habe ich jeden Satz genossen, weil ich die Art und Weise, wie Félix J. Palma seine Sätze formuliert, einfach wunderschön finde, auch die Erzählung hat mir sehr gefallen, aber ich habe dennoch Monate gebraucht, um dieses Buch zu beenden. Warum? Keine Ahnung.

Mir gefiel die Atmosphäre, die der Autor in seinem Buch schafft, ebenso wie die verschiedenen, toll dargestellten Figuren.
Hilfreich ist es auf jeden Fall, wenn man vorher die Landkarte der Zeit gelesen hat, denke ich, da es sonst diverse kleinere Spoiler gibt und manchmal fehlt einem auch eine kleine Information.

Alles in Allem kann ich dieses Buch trotz einer Problem durchaus empfehlen, weil ich es nach wie vor sehr schön und sehr gelungen finde und es mich letztlich dann doch komplett überzeugt hat - allen monatelangen Flauten zum Trotz.
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