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98 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein echter Pageturner für alle Zafón-Fans
Endlich ist es wieder soweit, alle Fans von Carlos Ruiz Zafón haben vermutlich schon ungeduldig auf seinen neuen Roman gewartet und werden wieder ihre Freude daran haben.
DER GEFANGENE DES HIMMELS knüpft wieder in altbewährter Manier an die beiden Vorgängerromane (Der Schatten des Windes und Das Spiel des Engels) an.
Auch die Handlung...
Vor 20 Monaten von Ela Flury veröffentlicht

versus
69 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lange nicht so verzwickt wie die Vorgängerbände
Seit ich gemeinsam mit Daniel und seinem Vater in "Der Schatten des Windes" das erste Mal den Friedhof der vergessenen Bücher betreten habe, war ich hin und weg von den magisch-realistischen Geschehnissen vor der Kulisse des historischen Barcelonas. Individuelle Figuren, ein spannender Handlungsverlauf, mysteriöse Ereignisse und der sehr intensive und...
Vor 20 Monaten von captain cow veröffentlicht


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69 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lange nicht so verzwickt wie die Vorgängerbände, 9. November 2012
Seit ich gemeinsam mit Daniel und seinem Vater in "Der Schatten des Windes" das erste Mal den Friedhof der vergessenen Bücher betreten habe, war ich hin und weg von den magisch-realistischen Geschehnissen vor der Kulisse des historischen Barcelonas. Individuelle Figuren, ein spannender Handlungsverlauf, mysteriöse Ereignisse und der sehr intensive und atmosphärische Schreibstil des Autors formen das Gesamtpaket, das diesen Roman - und seinen Nachfolger - so beliebt machen. Kein Wunder also, dass ich zum Erscheinungstermin des dritten Teils der Reihe, "Der Gefangene des Himmels", völlig aus dem Häuschen war. Abgesehen von einem weiteren Ausflug in die Vergangenheit stellt er nämlich eine Verknüpfung zwischen den sehr unterschiedlichen Vorgängerbänden her.

Gefangen genommen wird der Leser sogleich wieder von Zafóns typischem Stil, der manchmal etwas zu blumig und überzogen ist, insgesamt aber eine sehr authentische Kulisse aufbaut und mit ungewöhnlichen, aber nicht unbeholfenen Worten das Innenleben und die Umgebung der Figuren beschreibt. Schon gleich im ersten Kapitel geschieht etwas Merkwürdiges, das sogleich auf einen verzwickten Handlungsverlauf schließen lässt. Das Wiedersehen mit Daniel und Fermín wird dadurch aber kaum getrübt, schließlich stellen die beiden ein selten vorhandenes Duo dar. Ich war entzückt, gebannt und voller Vorfreude.

Aber dann kam der Bruch. Auf den ersten hundert Seiten häufen sich verschiedenste Hinweise, sodass man zu knobeln und raten anfängt und – möglicherweise – notdürftige Erklärungen findet. Doch dann kommt ein Sprung in die Vergangenheit. Der liefert Begründungen – aber viel zu früh! Die Spannung kommt nur immer mal wieder zustande, weil es noch viel zu wenige Fragen, dafür aber schon gleich Antworten gibt. Den Ausgang vieler Situationen kann man sich bereits denken. Die Länge dieses Zeitsprungs bewirkt, dass zum Ende des Buchs hin nur ein mickriges Finale stattfindet, das für mich eher wie ein Lückenfüller wirkte. Plötzlich scheinen viele Probleme gelöst, die Figuren sind putzmunter und alles funkioniert so, wie es soll. Für Zafóns sonst eher dramatische Plots ist das viel zu blass, zu gutmütig, zu einfach und unkompliziert.

Darüber hinaus fehlte es mir an der Liebe zur Literatur, die in den beiden Vorgängerbänden auf fast jeder Seite zu spüren war. Die Magie des Geschichtenerzählens oder -lesens wurde in "Der Gefangene des Himmels" jedoch weitestgehend außer Acht gelassen und auch der Friedhof der vergessenen Bücher kommt wesentlich zu kurz. Klar, den Buchladen von Daniel und seinem Vater gibt es noch immer und einige Autoren und Bücher werden erwähnt, doch sie sind keine zentralen Gegenstände der Handlung und werden auch nicht besonders ausgiebig und liebevoll beschrieben.

Diese beiden Punkte sorgten bei mir für große Enttäuschung. Dass Daniel wie eh und je ein angenehmer, nachdenklicher und natürlicher Protagonist ist, der eine glaubwürdige Wandlung durchgeht; dass Fermín nachwievor immer einen klugen Spruch auf den Lippen hat und eine ganz besondere Figur ist - all das ist toll und ein Beweis für Zafóns literarisches Talent. Aber meine Begeisterung für das Buch wieder anfachen, konnten sie trotzdem nicht.

Ich habe das Gefühl, dass Zafón es sich mit dem Buch leicht gemacht hat. Dass er zwei Handlungsstränge zusammen führen wollte, einen guten Weg gewählt hat, aber sich für die weitaus einfachere Variante entschieden hat. Weil aber genau das nichts ist, was man von ihm erwartet, flacht die Magie ab und entsteht nur durch den tollen Stil. "Der Gefangene des Himmels" ist ein Buch, das man als treuer Anhänger der Reihe lesen kann - aber man muss es nicht. Hinter den beiden Vorgängerbänden bleibt es weit zurück.
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98 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein echter Pageturner für alle Zafón-Fans, 25. Oktober 2012
Von 
Ela Flury (Rastatt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Endlich ist es wieder soweit, alle Fans von Carlos Ruiz Zafón haben vermutlich schon ungeduldig auf seinen neuen Roman gewartet und werden wieder ihre Freude daran haben.
DER GEFANGENE DES HIMMELS knüpft wieder in altbewährter Manier an die beiden Vorgängerromane (Der Schatten des Windes und Das Spiel des Engels) an.
Auch die Handlung spielt wieder in Barcelona, wir nehmen erneut Teil an Daniel Semperes Leben, durch den wir ja schon in den beiden ersten Romanen den wunderbar beschriebenen Friedhof der vergessenen Bücher kennen gelernt haben und der auf magische Art jedes Leseherz höher schlagen lässt.
Wieder gelingt es Zafón sich eine Geschichte auszudenken, die es ermöglicht, sein besonderes Talent, ich nenne es für mich immer das Edgar- Allan- Poe-Talent, zum Einsatz zu bringen.
Vielleicht ist es in erster Linie das, was viele Leser fasziniert, dass hier ein Meister am Werk ist, wenn es darum geht Unheimliches, Geheimnisvolles, Übernatürliches, aber auch Angst Einflößendes darzustellen?

In der Figur des Mauricio Valls hat Zafón wieder einmal einen Teufel in Menschengestalt erschaffen, dessen Gier nach Geld, Macht und Anerkennung alle Menschlichkeit in ihm getilgt hat. Er ist Direktor im Gefängnis von Barcelona, wo Menschen zum Teil willkürlich eingekerkert wurden, und deren Leben kaum noch als solches bezeichnet werden kann.
Zitat: "Die Fahrzeuge der politischen Polizei fuhren über die alte Straße auf den Montjuic, und manch einer erzählte, sowie er auf dem Hügel die Umrisse des Kastells vor den schwarzen, vom Meer heraufkriechenden Wolken gesehen habe, sei ihm klargeworden, dass er nie wieder lebend von da wegkommen werde."
Mauricio Valls, der sich als verkannter Literat sieht, benützt die Gefangenen, wie es ihm gerade passt. Er nützt sie rücksichtslos und menschenverachtend aus, nur immer sein Ziel im Auge behaltend, einst berühmt, reich und mächtig zu werden.
Da kommt es ihm sehr gelegen, unter den Gefangenen einen Dichter zu haben, den er für sein Projekt verwenden kann.

Zafón verquickt das Leben von Daniel Sempere und dessen Freund Firmín raffiniert in zwei Zeitebenen, wodurch man Schreckliches aus deren Vergangenheit erfährt, was bis in deren Gegenwart hineinreicht.

Der Anfang des Romans wirkt zunächst etwas unspektakulär, das ändert sich aber sehr schnell als eine für Zafón typische Furcht einflößende Gestalt in Semperes Buchladen auftritt.
Mit dieser Figur wird der Leser wieder unentrinnbar in die Geschichte hineingezogen und gefesselt.

Wüsste man nichts vom dunklen Kapitel der spanischen Geschichte, würde man die im Roman beschriebenen Grausamkeiten als Fiktion abtun, man hätte Mühe zu glauben, dass so viel Unmenschlichkeit möglich ist, aber gerade das ist es, was mich als Leser erschauern lässt, die Vorstellung, dass zumindest Ähnliches tatsächlich geschehen sein könnte.
Während Zafóns erste beiden Roman um den Friedhof der vergessenen Bücher noch mehr im Bereich der Fantasy angesiedelt waren, bietet sein neuer mehr Möglichkeiten, sich die spanische Geschichte, vielleicht aber auch die anderer faschistischer Staaten, ins Gedächtnis zu rufen und wieder einmal kritisch zu hinterfragen.

Alles in allem war auch dieser Roman wieder ein reines Lesevergnügen (vorausgesetzt man ist nicht zu zart besaitet), ich gebe es zu: Ich habe das Buch mit nur einer kleinen Pause durchgelesen, ein echter Pageturner eben!

Schön für die, die es noch vor sich haben. Ich wünsche jedenfalls ganz viel Spaß dabei!
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Im Strudel des Erfolgs, 6. Februar 2013
Er hat es also gewagt: Für den Fortsetzungsroman seines Zyklus um den "Friedhof der vergessenen Bücher" hat sich Bestsellergarant Carlos Ruiz Zafón an der direkten Weitererzählung seines Smashhits "Der Schatten des Windes" versucht. Zugegeben, als diese Information durchsickerte, bekam ich ein ziemlich flaues Gefühl in der Magengegend, zählt der Roman doch zu meinen absoluten Lieblingen, und Fortsetzungen sind nun wirklich nicht immer ein Segen - das lehrt sowohl die Literatur- wie auch die Filmgeschichte. "Der Schatten des Windes", seiner Zeit der Auftakt zu Ruiz Zafóns düsterer Saga um die katalonische Hauptstadt Barcelona im letzten Jahrhundert, die Wirren, die Leiden und die Geheimnisse einer vom Krieg zerrütteten Metropole, war nicht ohne Grund ein absoluter Welterfolg. Die Gefahr nun, mit "Der Gefangene des Himmels", am eigenen Denkmal zu sägen, ist dementsprechend groß. Wie dem auch sei, nach "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" macht sich Ruiz Zafón also auf, seine, auf vier Teile angelegte Geschichte von Dunkelheit, Liebe und Gewalt weiterzuerzählen.

Die Handlung soll genau dort ansetzen, wo der berühmte Vorgänger einst schloss. Ob dies nun wünschenswert oder gar notwendig war, bleibt natürlich jedem selbst überlassen - und führt mitunter zu der ewigen Frage danach, wem denn eine Geschichte wirklich gehöre; dem Autor oder seinen Lesern.

Erzähler der Geschichte bleibt zwar der Antiquarssohn Daniel Sempere, der eigentliche Fokus soll jedoch auf dessen Freund, Fermín, liegen, den wir ebenfalls in "Der Schatten des Windes" kennengelernt haben. Neben der bevorstehenden Heirat Fermíns, beleuchtet Ruiz Zafón vor allem dessen grausige Vergangenheit: ein Martyrium in den Fängen des sagenumwobenen Gefängnisses im Castell de Montjuïc, das während des Franco-Regimes unter anderem für die Inhaftierung politischer Gegner genutzt wurde. Neben den grauenvollen Haftbedingungen setzt Fermín und seinen Mitgefangenen, unter denen sich auch ein gewisser David Martín, seines Zeichens Protagonist aus Ruiz Zafóns "Spiel des Engels" und enger Freund der Mutter des Helden, Daniel Sempere, befindet, vor allem der skrupellose Gefängnisdirektor, Mauricio Valls, zu. Erneut spielt sich die Handlung also in Vergangenheit und Gegenwart ab.

Fermín, der diese dunkle Epoche seines Lebens inzwischen hinter sich zu wissen glaubt, würd jedoch aus dem Nichts, kurz vor seiner Hochzeit, von ihr heimgesucht, als plötzlich ein mysteriöser Fremder in der Buchhandlung der Semperes erscheint und ihm ein Geschenk hinterlässt: ein Exemplar des "Grafen von Monte Christo", dem Epos aller Gefängnisausbrecher - und aller Rächer.

Wieder einmal verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit: Die Ereignisse der dunklen Kriegsjahre scheinen dunkle Schatten auf die selige Ruhe der Gegenwart zu werfen, und nicht nur Konsequenzen für Fermín zu haben, sondern auch für Daniel, seinen besten Freund. Und steckt hinter all dem vielleicht doch so etwas wie ein großer Strippenzieher?

Kommen wir nun zu dem Teil, der mir wirklich nicht leicht fällt, und um den ich mich seit einer ganzen Weile zu drücken versucht habe, fühlt es sich doch so an, als müsste man einem sehr guten Freund, eine schmerzliche Wahrheit offenbaren: Carlos Ruiz Zafón, Sie haben ein mittelmäßiges, ja, ein selbstgefälliges Buch geschrieben, das seinem berühmten und gerühmten Vorgänger nicht einmal im Ansatz gerecht zu werden vermag. Sicher, man hat sich paratextuell große Mühe gegeben, das Ganze ein wenig auszustaffieren; so erscheint "Der Gefangene des Himmels" nicht nur mit einer "stylischen" Karte des alten Barcelona auf den Innenseiten des Buchrückens, nein, es wirkt außerdem augenscheinlich wie das dickste und umfangreichste Werk der Serie, und das, obwohl es mit gut zweihundert Seiten weniger im Gepäck kommt, als es noch die anderen Romane um den "Friedhof der vergessenen Bücher" taten. Neu ist auch, dass es ein Vorwort gibt, welches dem Leser erklärt, dass er jeden Roman des Zyklus unabhängig voneinander und gar in beliebiger Reihenfolge lesen könne. Bei "Der Schatten des Windes" und dem fantasygeschwängerten "Spiel des Engels" mag dies noch zugetroffen haben, für "Der Gefangene des Himmels" darf es jedoch nicht gelten, denn ohne die Bezugspunkte aus den anderen Büchern, würde einen die ohnehin dünne Handlung noch weit weniger mitreißen.

Was ich vorher an Ruiz Zafón immer geliebt habe, wirkt jetzt automatisiert und herunter gespult: all die große Mystik, die fantasievollen Beschreibungen der düsteren Atmosphäre, die Verstrickungen der einzelnen Handlungsstränge sind nun nicht viel mehr, als ein bloßes Mittel zum Zweck. Drei Jahre, für nicht mehr als eine plakative Hommage an Alexandre Dumas und ein paar neue Erkenntnisse zur eigentlichen Geschichte? Das ist mir zu wenig, Señor.

Natürlich ist "Der Gefangene des Himmels" noch immer besser, als vieles, was der Literaturbetrieb so an Land spült - auf der Höhe seiner Möglichkeiten ist Ruiz Zafón hier jedoch bei Weitem nicht.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschung, 21. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was für eine Enttäuschung!! Nach "Der Schatten des Windes" und insbesondere dem Meisterwerk " Das Spiel des Engels" ist der "Gefangene des Himmels" nur ein müder Abklatsch mit einer lustlos erzählten Geschichte, die vorhersehbar ist und in keinem Moment die schillernden Persönlichkeiten,subtilen Beschreibungen von Menschen und Barcelona, dramatischen Spannungsmomente und raffinerten Verschachtelungen der Vorgängerwerke besitzt und einen, insbsondere mit dem platten, enttäuschenden Ende ( wenigstens hier hatte man noch auf einen genialen Einfall gehofft) eher annehmen lässt, dass hier nochmal schnell ein bisschen Geld verdient werden sollte, damit man dann noch eine Fortsetzung hinterherschieben kann. Keine der Figuren erreicht auch nur annährend die Plastizität, die Greifbarkeit und gleichzeitg auch das Geheimnisvolle und Unnahbare,die die Hauptfiguren der anderen Werke auszeichnete. Wer nach dem "Spiel des Engels" noch tagelang nachgedacht und immer wieder einzelne Szenen rekapituliert hat, wer hierbei fast zum Teil der Geschichte wurde, der legt den " Gefangenen des Himmels" nach dem Lesen weg und das war es, mehr bleibt da nicht. Da bleibt nichts zum Grübeln, nichts Nachdenkliches. Was bleibt ist ein ganz nett zu lesendes Buch, wie es Tausende gibt, das jedoch einem Meister, wie es Ruiz Zafon nach seinen vorhergehenden Werken sein muss, nicht zur Ehre gereicht.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schreiben kann er ja!, 7. November 2012
Ja, schreiben kann Carlos Ruiz Zafon! Und natürlich freute ich mich nach den vorangegangen sehr guten Erfahrungen auf ein erneutes Lesevergnügen. Und bis zu den letzten 10 oder 15 Seiten stand dem auch wenig im Wege. Nur verließ Zafon dann leider die Kraft, seine Geschichte abrundenderweise zu Ende zu bringen oder der Trilogie soll ein vierter (!) Band folgen. Der Fischer Verlag wird wissen was er an seinem Autor hat...
Zafon unterlässt es in "Gefangenen des Himmels" seine Geschichte zu beenden, lose Erzählstränge führen zu einem "Lesus Interruptus", zu einem schlichtweg unbefriedigenden Gefühl, seine Abende vertan zu haben. Einige Fährten werden nur angerissen, um dann als weitere lose Fäden im Raum zu wabern. Und die anderen verlieren sich im offenen Ende.
Ich wünschte mir, Zafon hätte sich mehr Zeit gelassen (oder nehmen dürfen), um wie in seinen anderen Werken eine Geschichte zu Ende zu erzählen. Vielleicht hätte er es dann auch auf tatsächliche 400 Seiten gebracht und nicht auf diese künstlich aufgeblähten!
Alles in allem bin ich enttäuscht! Und das ist sehr, sehr schade, weil ich bis dato Zafon einfach für großartig hielt!
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Fortsetzung in der Reihe "Friedhof der vergessenen Bücher", 25. Oktober 2012
Carlos Ruiz Zafón - Der Gefangene des Himmels / El Prisionero del cielo
Der Gefangene des Himmels ist das dritte Buch aus der Reihe, die sich um den "Friedhof der vergessenen Bücher" dreht. Obwohl der Autor in seinem kurzen Vorwort meint, dass die einzelnen Bücher in sich geschlossene Einheiten darstellen und unabhängig voneinander (und daher auch in beliebiger Reihenfolge) gelesen werden können, meine ich, dass es sich empfiehlt, dieses Buch als dritten Teil zu verstehen, es also erst zu lesen, nachdem man "Den Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" gelesen hat. Die Geschichten sind eng miteinander verwoben und zum großen Teil hat man es mit den gleichen Personen und gleichen Schauplätzen in Barcelona zu tun.
Im Vergleich zu den ersten beiden Teilen fällt auf, dass "Der Gefangene des Himmels" nicht nur im Hinblick auf die Seitenzahl kürzer, sondern auch inhaltlich deutlich weniger komplex ist. Es gibt nur zwei Zeitebenen und zwei verschiedene Erzähler.
Der erzählerische Rahmen umfasst den Zeitraum zwischen Dezember 1957 und Februar 1958. Im Mittelpunkt steht hier der Ich-Erzähler Daniel Sempere, der mit seiner Frau Beatríz und dem gemeinsamen Kind in einer kleinen Wohnung über dem Buchladen seines Vaters lebt. Die auf dieser Ebene erzählte Rahmengeschichte ist ziemlich einfach gehalten, weist aber gegen Ende in einem kurzen, als Cliffhanger angelegten Epilog, der im Jahr 1960 spielt, über das Buch hinaus und deutet an, worum es im nächsten Buch der Reihe gehen wird.
Komplexer und geheimnisvoller ist dagegen die zweite Zeitebene. Dabei erzählt Fermín Romero de Torres seinem Freund und Buchhändler-Kollegen Daniel von seinem Schicksal zwischen 1939 bis 1940, also kurz nach dem spanischen Bürgerkrieg. Ohne die genauen Gründe zu erfahren, gerät Fermín in das berüchtigte Gefängnis für politische Gefangene von Montjuic, einer alten Burg auf einer Anhöhe außerhalb Barcelonas. In diesem Gefängnis herrscht der von Selbstmitleid und Ehrgeiz zerfressene Direktor Mauricio Valls wie Gott und Teufel in einer Person über die Wächter und Gefangenen. Für den Direktor ist der Gefängnisposten nur ein Einstieg in eine erhoffte politische und literarische Karriere; seine Herrschaftsposition nutzt er aus, um sich die Fähigkeiten und Kenntnisse seiner politischen Gefangenen anzueignen, mit dem Ziel, reich, berühmt und einflussreich zu werden. Wie zu erwarten ist, geht es in diesem Kapitel sehr grausam zu. Manche Beschreibungen spielen sich deutlich jenseits der Ekelgrenze ab. Das Schlimmste ist dabei die Vorstellung, dass solche Dinge wahrscheinlich wirklich passiert sind. Im Gefängnis befindet sich auch ein ehemals berühmter Schriftsteller, David Martín, Hauptdarsteller des zweiten Bandes "Das Spiel des Engels", mit dem sich Fermín anfreundet. Wie sich herausstellt, wurde der Schriftsteller auf Wunsch des Gefängnisdirektors verhaftet und in einem üblen Schauprozess auf der Grundlage meineidiger Zeugen verurteilt. Die meisten dieser willfährigen Lügner sind erfolglose Schriftsteller, die die Chance wittern, den aufgrund seines Ruhmes verhassten Konkurrenten zu beseitigen.
Bei der Beschreibung dieses Gerichtsverfahrens hört man deutlich die Stimme des Autors Ruiz Zafón heraus, der sich damit gegen die Anfeindungen stellt, die ihm in Spanien aufgrund seines enormen Erfolgs mit Wucht entgegen prallten. Während der Autor international wie ein Star gefeiert wird, gab es in Spanien eine eifrige Debatte darüber, ob die Bücher von Ruiz Zafón überhaupt als Literatur bezeichnet werden dürfen. Der Hauptvorwurf lautet, dass Ruiz Zafón gezielt den Massengeschmack bediene, um sich wirtschaftlich zu bereichern. Angesichts der Komplexität der Geschichten, der großartigen Sprache, des Witzes und des Einfallsreichtums erscheint der Vorwurf, Ruiz Zafón produziere Trivialliteratur zwar absurd, doch handelt es sich wohl um ein menschliches Urbedürfnis, den Erfolgreichen den Ruhm herzlich zu missgönnen.
Das Buch stellt gleichzeitig auch einen Beitrag für die in Spanien längst nicht abgeschlossene Debatte über die Kriegsverbrechen im spanischen Bürgerkrieg und das Duckmäusertum in der Nachkriegsära dar. Der Umstand, dass der grausame Diktator Franco als alter Mann im Bett starb, während um ihn herum Kardinäle, Klageweiber und Schulkinder um sein Seelenheil beteten, nagt sehr am spanischen Nationalstolz. Zwar gerieten in den Zwanziger und Dreißiger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts auch andere europäische Länder in die Fänge von Diktatoren, doch haben sich andere Länder - wenn auch mit Hilfe der Alliierten - viel schneller von diesen Diktatoren befreien können: Hitler richtete sich in auswegloser Situation selbst, Mussolini baumelte aufgeknüpft von einer Straßenlaterne, nur Franco starb an Alterschwäche im Pyjama. In der Szene, in der Daniel Sempere seinem Vater vorwirft, sich nicht für den politisch motivierten Mord an seiner Mutter gerächt zu haben, kommt der ganze Ärger der jüngeren Generation gegenüber den Mitläufern im Franco-Regime zum Ausdruck. In bewegenden Worten erklärt ihm der vom Leben gezeichnete Vater, warum seine Generation nach dem Bürgerkrieg still gehalten hat: Man wollte das Grauen vergessen, nach vorne schauen und vor allem den Kindern eine Zukunft ohne weiteres Blutvergießen und Gewalt geben.
Ich habe das Buch (im spanischen Originaltext) in zwei Tagen durchgelesen. Die Schilderung des Grauens in den Gefängnisszenen mag manchmal abstoßend sein, doch ist sie zur Darstellung des historischen Gesamtbilds traurigerweise inhaltlich legitimiert. Ansonsten liest sich das Buch leicht und anstrengungslos. Vor allem der mit allen Wassern gewaschene Fermín Romero de Torres bringt immer wieder Witz und Fahrt in die Geschichte. Wer die ersten beiden Bücher aus der Reihe "Friedhof der vergessenen Bücher" gelesen und gemocht hat, wird auch "Den Gefangenen des Himmels" gerne lesen und sich mit mir schon jetzt auf den vierten Band freuen.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein "Trailer" Buch, 27. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe den Schatten des Windes und auch das Spiel des Engels mehrmals gelesen und war begeistert.
Viele sympathische Charaktere die einem ans Herz wachsen, sehr spannende Geschichten und viele Wendungen sind in diesen beiden Büchern zu finden.
So war ich sehr erfreut als ich sah dass endlich die Fortsetzung kommt. Leider ist es keine Fortsetzung geworden sondern lediglich ein Intermezzo um den nächsten Teil einzuleiten. Da wurde auch noch schnell eine langweile Geschichte à la Graf von Monte Christo eingebaut die aber auch in ein paar Seiten abgehandelt ist.
Der Anfang des Buches verspricht mehr, als es am Ende ist. Wirklich schade! Vor allem bei dem Preis!
Dass es im Gegensatz zu den anderen beiden Büchern so kurz ist mag am Anfang ärgerlich erscheinen, aber ich war am Ende froh, mich nicht noch mehr langweilen zu müssen.
Ich hoffe das nächste Buch wird besser und wieder wie du anderen beiden Teile, sonst werde ich Zafon in Zukunft von meiner Einkaufsliste streichen...
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32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zafon disqualifiziert sich mittlerweile selbst...., 24. Dezember 2012
Dieses Buch ist bestensfalls ein Lückenfüller bis zum vierten Band und schlimmstenfalls total überflüssig.

Der Gefangene des Himmels profitiert ausschließlich von seinem berühmten Vor-Vorgänger "Der Schatten des Windes". Hätte Zafon mit dem "Schatten" kein derartiges Meisterwerk abgeliefert, wären seine anderen Werke ohne großes Aufsehen zu erregen schnell und heimlich in Vergessenheit geraten. Das trifft sowohl für seine Jugendbücher, für Marina aber vor alle für "Der Gefangene des Himmels" zu. Leider. Versprach doch sein Meisterwerk weitere vergleichbare Achtungserfolge.

Konnte Zafon mit "Das Spiel des Engels" noch ein recht hohes schriftstellerisches Niveau präsentieren, fällt "Der Gefangene..." vollends unten durch. Das Buch ist schlichtweg plump, belanglos und ideenlos. Es kommt unfertig daher, so als wäre Zafon gezwungen worden, sein unüberarbeitetes Manuskript zu veröffentlichen. Besonders einer der Haupt-Spannungsbögen verpufft zum Schluss einfach so in Wohlgefallen. Statt dessen schließt Zafon die Geschichte mit einer familiären "Annekdote", die schriftstellerisch im Vergleich zum "Schatten" äußerst fragwürdig daher kommt und läßt mit seinem finalen Satz soviel Offenheit entstehen, dass nur noch der Hinweis auf die Erstveröffentlichung des Nachfolgebuches fehlt.

Es ist schon fast so, als hätte Zafon Urlaub gemacht und ein unmotivierter B-Klasse Ghostwriter hätte dieses Buch verfasst. Wirklich schade, aber eine derart schriftstellerisch minderwertige Weiterführung hat "Der Schatten des Windes" nicht verdient.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Trailer, 31. Januar 2013
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Im dritten Roman der Tetralogie steht Fermin Romero de Torres, der Gehilfe der Buchhandlung Sempere und Sohn im Zentrum des Geheimnisses. Ein Unbekannter, hinkender, dem an einer Hand einige Finger fehlen, kommt in die Buchhandlung um ein sehr teures Exemplar Dumas "Der Graf von Monte Christo" zu erwerben. Doch er nimmt das Buch nicht mit, sondern widmet es Fermin. Der geheimnisumwobene Fremde taucht im Barcelona des Jahres 1957 wieder unter. Doch Daniel Sempere fordert Fermin zum Gespräch und dieser erzählt ihm die Geschichte seiner Vergangenheit - die Geschichte seiner Gefangenschaft auf Montjuic von 1939 und jene vom Tod seiner Mutter - Isabella Sempere!

Etwa zwei Drittel des Romans sind packend zu lesen. Die Geschichte der Gefangenschaft frischt alte Bekanntschaften wieder auf, so zum Beispiel jene mit dem Schriftsteller David Martin, der als Mitgefangener erneut eine zentrale Figur belegt. Doch bereits die Anlehnung an Monte Christo zu Beginn macht kein großes Geheimnis daraus, wie Fermin seiner Zelle Nr.13 entkommt - hmpfffffffffffffffffffff und gähn!

Bevor sich die Geschichte zu einem Höhepunkt entwickeln kann, ist sie auch schon wieder aus und es bleibt die verblüffte Frage: War das jetzt schon die Story? Weder bemerkenswerte Verstrickungen noch eine grandiose Auflösung wurde hier aufgetischt. Doch der Autor treibt sein Tun auf die Spitze und schwafelt weitere hundertfünfzig Seiten über die Hochzeitsvorbereitungen Fermins mit der schönen Bernarda. Das Ende lässt vermuten, dass der wahre Kern des dritten Bandes wohl das Schüren der Rache am Mord Daniels Mutter ist - naja, damit sprechen wir dem vierte Teil auch noch seine Berechtigung zu (!?!)

Dieser inhaltlose Auswuchs eines Romans wurde meinen Ansprüchen an Zafon's Friedhof der vergessenen Bücher in keiner Weise gerecht. Natürlich spreche ich dem Autor sein Talent nicht ab, mit spielerischer Leichtigkeit Spannung und einen besonderen Sog zu erzeugen! Das zeichnet ihn schließlich aus!
Dennoch, als Leser und Konsument fühle ich mich von diese Roman, seinem Autor und dem Verlag zum Narren gehalten!

Denn, dieser Band ist nicht mehr als ein Trailer für Band vier!
Meine Hochachtung!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zum Ersten, zum Zweiten, zum Letzten., 4. Januar 2013
Von 
Susanne Preusker "SP" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Im Allgemeinen erachte ich es als problematisch, das neue Werk eines Autoren an der Qualität der Vorgänger zu messen und damit sozusagen ein "Höher! Schneller! Weiter!" einzufordern. Andererseits kann allerdings erwartet werden, dass ein Schriftsteller sein Niveau im Großen und Ganzen hält beziehungsweise in seiner künstlerischen Leistung nicht allzu sehr nachlässt, was insbesondere gilt, wenn sich die einzelnen Geschichten im gleichen Rahmen bewegen, es sich also um ein in sich geschlossenes Gesamtwerk handelt. "Schatten des Windes" und "Spiel des Engels" habe ich mit großer Freude gelesen und frage mich nun, was Zafón bewogen haben könnte, einen Nachfolgeroman vorzulegen, der jede Magie, jeden Zauber, jedes subtile Spiel mit Phantasie und Reallität vermissen lässt. Einen Roman, der auf mich leidenschaftslos, emotionslos, ohne Herzblut hingepinselt wirkt. Einen Roman, dessen logische Ungereimtheiten jeden Charme vermissen lassen, dessen Sprache hölzern reproduziert, seltsam beliebig daherkommt. Einen Roman, der sich wie Dutzendware bequem mal eben herunterlesen lässt. Das besondere erzählerische Talent, die Liebe zum Detail, der Wille, den Leser auf eine nachhaltige Reise zu schicken, fehlen. "Er weiß, dass die Geschichte, seine Geschichte, noch nicht zu Ende ist. Sie hat eben erst angefangen" - mit diesen Worten entlässt Zafón mich aus dem Buch. Meine Geschichte mit Zafón ist hiermit jedoch zu Ende, soviel steht fest.
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Der Gefangene des Himmels
Der Gefangene des Himmels von Carlos Ruiz Zafón (Audio CD - 25. Oktober 2012)
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