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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert!
Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen freue ich mich sehr darüber, dass es Menschen wie Mark Scheppert gibt, die es scheinbar ganz gut in der DDR hatten und eine (fast) normale Kindheit erleben durften. Aber aus meiner Familie her kenne ich auch andere Biografien, die nicht so rosig aussahen. Nichtsdestotrotz habe ich mich bei diesem Buch köstlich...
Vor 9 Monaten von Romy Fischer veröffentlicht

versus
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwierig, schwierig
Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch einen Eintrag aus dem Spiegel-Online "EinesTages"-Forum. Die dort hinterlegte Geschichte war schnell, spannend und humorvoll, gut geschrieben, gab das Lebensgefühl der Jahrgänge 1970 aufwärts gut wieder. Schnell wurde das dazugehörige Buch bestellt und gelesen.
Ich wollte dem Buchrücken glauben...
Veröffentlicht am 21. September 2011 von Jörg R.


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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwierig, schwierig, 21. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR (Broschiert)
Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch einen Eintrag aus dem Spiegel-Online "EinesTages"-Forum. Die dort hinterlegte Geschichte war schnell, spannend und humorvoll, gut geschrieben, gab das Lebensgefühl der Jahrgänge 1970 aufwärts gut wieder. Schnell wurde das dazugehörige Buch bestellt und gelesen.
Ich wollte dem Buchrücken glauben schenken, wo "Als Mark Scheppert diese Geschichten 2008 zu schreiben begann, hatte er sich vorgenommen, stellvertretend für seine Generation etwas Neues und Einzigartiges über die DDR zu schreiben." draufstand. Das war ein Grund dieses Buch zu lesen. Zuviel schlechtes, verherrlichendes und banales habe ich über die letzten 20 Jahre der DDR gelesen.
Gleich die ersten Geschichten hatten mich gefangen. Leichte Geschichten, welche ich genauso erlebt haben könnte. (Ich war sogar wie Herr Scheppert am Tag des einzigen Depeche Mode-Konzertes an der W.Seelenbinder-Halle, nur leider davor und nicht drin). Mit der Geschichte der "Stalinallee" konnte ich mich sehr gut identifizieren, die ich mit ähnlichen Partyerlebnissen und westsozialisierten Teilnehmern verbinde.

Aber in vielen weiteren Geschichten konnte ich zunehmend weniger lachen oder schmunzeln. Zuviel wurde dort getrunken, gefeiert und auf andere Leute Scherze gemacht. Ok, Herr Scheppert kam aus einer gediegenden und bevorzugten Familie, dann noch aus Berlin (der Nabel der DDR, wo es alles gab und wo alles an Waren hingefahren wurde), aber sowas geht nun gar nicht. Ok, vielleicht war ich in der Provinz ca. 120 Km südöstlich von Berlin großgeworden, aber viele Dinge haben sich so nicht in der DDR abgespielt. Oder nur in der Rest-DDR und in Berlin sah es eben anders aus. Ärgerlich ist auch, dass Herr Scheppert scheinbar in der heutigen Zeit auch nicht glücklich ist und der alten Zeit dann doch nachtrauert. Ich bin glücklich die "alte" Zeit miterlebt zu haben, aber genauso überglücklich, dass es vorbei war und es heute so ist wie es ist. Etwas Melancholie sei erlaubt, aber man muss nach vorne schauen!

Das Buch ist also mit einigen Geschichten empfehlenswert, man sollte es aber nicht für bare Münze nehmen, dass der DDR-Alltag so aussah , wie bei Herrn Scheppert.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Stück deutsche Geschichte, 21. Januar 2011
Von 
Sarah F. (Norddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR (Broschiert)
Als 83er Jahrgang habe ich noch einige Erinnerungen an die getrennte Zeit und die Zeit nach der Wende. Durch Familie und Freunde, welche aus den neuen Bundesländern kommen, bin ich zudem mit dem Leben in der ehemaligen DDR vertraut. Ich war echt gespannt, wie diese alltäglichen Geschichten von Mark Scheppert geworden sind. Gerade bei eigenen Geschichten, hatte ich Bedenken, dass der Autor ins Jammernde verfällt. Gerade 20 Jahre nach der Wende hört man schließlich oft, wie viele ehemalige Ostdeutsche entweder noch jammern, wie schwer sie es im Vergleich hatten oder wie viel besser es noch war, als die Mauer vorhanden war.

In 30 Geschichten erzählt der Autor aus seiner Kindheit in der DDR. Alltag, Schule, sportliche Aktivitäten, Urlaube, Ferienlager, Konzerte, Familie und vieles mehr wird von ihm aufgegriffen. In einer hübschen Übersicht am Anfang des Buches konnte ich genau sehen, welche witzigen Themen mich während des Buches erwarten.

Wie jede Leseratte habe auch ich Bereiche, die ich gerne lese und welche die ich nicht so gerne lese. Biographien liebe ich, Kurzgeschichten können mich jedoch nur schwerlich erwärmen. Dieses Buch ist eine interessante Kombination dieser beiden Kategorien.

Gleich zu Beginn fällt der lockere Stil von Mark Scheppert auf. Freundlich, offen und modern fängt er mit seinem ersten Erlebnis an. Es geht um eine Bahnfahrt zum Kleingarten und wie diese Bahnfahrt verkürzt wurde. Ich selbst habe als Kind auch Dinge während der Bahnfahrt gezählt, aber Wachhunde fand ich an dieser Stelle traurig, aber auch witzig. Diese Geschichte beinhaltete ein Erlebnis, welches erzählt wurde. Diese Umsetzung finde ich sehr gelungen. Ich habe einen Eindruck von der Situation, der Person, aber auch der Gefühlswelt bekommen. Leider behält der Autor diesen Aufbau nicht bei.
Zum Beispiel sucht er sich ein Thema wie Konzerte, die ersten Brüste, FKK-Strand oder Ferienlager als Oberbegriff. Mark Scheppert erzählt nun eine kleine Anekdote zum Beispiel über sein erstes Mal im Ferienlager. Wenige Sätze später ist er schon deutlich älter und so geht es bis zum letzten Ferienlager durch. Da sämtliche Sprünge durch Absätze gekennzeichnet werden, kam ich zwar nie durcheinander, aber ich konnte kaum eine Verbindung zu ihm und den Situationen aufbauen. Sein Erzählungen kratzen in meinen Augen sehr an der Oberfläche. Zwar lernte ich ihn und auch die DDR damit kennen, aber irgendwie fehlte der Tiefgang. Kaum ein Erlebnis wird farbenfroh und detailliert geschildert. Genauso wurden Fakten der DDR, wie zum Beispiel das Einkaufen nur in ein zwei Wörtern, wie zum Beispiel Einheitspreis, beschrieben. Klar, dass ich als 'Wessi' mehr über die damalige Zeit erfahren wollte. Hier wäre es einfach besser gewesen, wenn er sich wirklich nur auf ein prägendes Erlebnis konzentriert hätte und dieses lebendiger geschildert hätte. So erfahre ich zwar sehr viel, aber manchmal ist weniger besser.

Zudem wiederholt sich der Autor in verschiedenen Kapiteln wieder. Man merkt, wie stolz er ist, dass sein Vater sozusagen Jan Ullrich und Franzi entdeckt hat, aber eine einmalige Erwähnung hätte in meinen Augen gereicht. Das Problem ist einfach, dass er sich schon von Anfang an als Feigling, Schwächling und Sohn mit besonderen Beziehungen. Dadurch wirkt er stellenweise unsympathisch. Es sind dann solche Kapitel, wo er zum Beispiel an Konzertkarten kommt, die auf dem Schwarzmarkt 800DM wert wären, was zeigt, wie gut schon seine Kontakte sind. Aber auf der anderen Seite, wenn er etwas über seine Familie erzählt, wirkt er wieder als lieber Sohn, dass ich ihn sympathisch finde.

Trotz dieser Sprünge und der gemischten Gefühle beim Lesen, konnte ich dieses Buch an einem Stück durchlesen. Wenn die oberflächlichen DDR-Aspekte mal nicht berücksichtigt würden, wäre es eine ganz normale Biographie über alltägliche Dinge, einer Kindheit,wie es weltweit sein könnte. Die ersten Erfahrungen mit Alkohol, Zigaretten, Mädchen, Schulalltag, Familiengeschichten, Aufbesserung des Taschengeldes und vieles mehr. Es ist nett zu lesen, unterhaltsam, aber kein Bestseller. Die DDR-Aspekte sind wie gesagt, leider sehr oberflächlich. Er geht auf Kontaktsperre, Diplomatenstatus, Öffnung der Grenzen, Raritäten der DDR, Jobsituation, Schule und vieles ein. Darüber schwebt aber stets der Status der Eltern. Neubausiedlung, TV, Trabbi, bessere Jobs und Geld.

Nachdem ich diese Lektüre aus der Hand gelegt hatte, war ich echt lange darüber am Nachdenken. Ich kenne durch Verwandte live die abgenutzten Plattenbausiedlungen, weiß wie schwer es Leute ohne Status hatten. Diese Aspekte werden zwar angesprochen, aber manchmal klingt es abfällig, wie zum Beispiel die Ferien bei seiner Oma. Plattenbau, Plumpsklo und gleich ist es schlecht. Für viele war dies jedoch normal. Aber ist es jetzt wegen dieser Argumente ein schlechtes Buch? Definitiv nein. Es ist eben sein Leben und mit jeder Zeile merkt der Leser, dass Mark Scheppert so mit seiner Kindheit und Jugend in der DDR auffrischen, aber irgendwie auch abschließen will. Genauso ist der Vorteil an diesem Werk, dass es an dem eingangs erwähnten Gejammer mangelt. Für mich ein klarer Pluspunkt. Deswegen kann ich das Buch auch empfehlen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert!, 11. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR (Broschiert)
Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen freue ich mich sehr darüber, dass es Menschen wie Mark Scheppert gibt, die es scheinbar ganz gut in der DDR hatten und eine (fast) normale Kindheit erleben durften. Aber aus meiner Familie her kenne ich auch andere Biografien, die nicht so rosig aussahen. Nichtsdestotrotz habe ich mich bei diesem Buch köstlich amüsiert. Ich habe oft geschmunzelt und musste auch manchmal laut loslachen, manche Kapitel stimmten mich nachdenklich. Obwohl ich im Westen geboren und aufgewachsen bin, habe ich durch einen großen Teil meiner Familie, der "drüben" wohnte, einen Bezug zur DDR. Und deshalb kam mir so manches auch bekannt vor. Und gerade WEIL ein Teil meiner Familie aus Dresden kam, musste ich so lachen (weil ich den Spruch schon aus meiner Kindheit kannte) bei dem Spruch: "Wie kommt man am schnellsten von Berlin nach Dresden? Da steckst du einfach den Finger in den Arsch und dresden:" Wenn ich z.B. von solchen Sprüchen damals hier im Westen erzählte, wurde ich einfach nur mit dicken Augen und stumm angestarrt, mehr jedoch nicht. Jahrelang bin ich Erinnerungen solcher Art nicht mehr begegnet, weil alles verschwommen und verschwunden ist. Diverse Lebensmittel, Orte, Verhaltensweisen, Aussprüche. Ich war gerade einmal 8 Jahre alt, als die Mauer fiel. Meine Familie hat mir die bitteren Schattenseiten der DDR bis zu meinem Erwachsenenleben erspart, so dass ich die DDR mit meinen kindlichen Augen genauso betrachten konnte, wie Mark Scheppert es in seinem Buch beschreibt. Es muss zwar auch weiterhin Aufklärungsarbeit bzw. Aufarbeitung des brutalen Systems und den ganzen Folgen betrieben werden - das will ich gar nicht schön reden - trotzdem ist es einfach schön, zwischendurch auch mal wieder von angenehmen Zeiten zu lesen, wie sie es in der DDR auch hin und wieder gab.

Mein Fazit:

5 von 5 Sternen. Ein Buch mit Herzblut und Humor. Ein Stück Zeitgeschichte, das nicht in Vergessenheit geraten sollte.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER Nachwenderoman, 23. Mai 2011
Von 
Jörg Pochert (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR (Broschiert)
"So ist es nicht gewesen", war in einigen Rezensionen über Mark Schepperts Erstwerk "Mauergewinner" zu lesen. Als ich zwanzigeinhalb Jahre nach der Wiedervereinigung dieses Buch in die Hände bekam, war ich deshalb zunächst etwas skeptisch, wenn auch offen. Scheppert beschreibt in seiner Paperback-Veröffentlichung auf etwa 220 Seiten in 30 miteinander verwobenen Kurzgeschichten die letzten Jahre der DDR aus der Sicht eines Ostberliner Heranwachsenden. Und schnell wird eins klar: All denen, die ich ganz am Anfang der Rezension zitiert habe, kann ich ein lautes und deutliches "Doch, so war es. Ganz genau so!!!" entgegen schleudern - "zumindest bei mir". Dass meine eigene Biografie zahlreiche Berührungspunkte mit der des Autoren hat, begünstigt diese Einschätzung natürlich. Hier werden längst vergangene Erinnerungen wieder wach, wie beispielsweise an die allgegenwärtige Teilung der Hauptstadt, Kaufhausklauereien, die erste Liebe, Oberligafußball, Schulsportfeste , Trabanten und Wartburgs, Ferienlager oder Westmusik im Ostjugendclub. Hier wird die DDR nicht idealisiert, hier wird aber auch nicht versucht, beschämend zu erklären oder gar zu entschuldigen. Es wird aus dem ganz normalen Leben eines Ostberliner Jugendlichen erzählt, oft aber auch ein Schlenker in die Gegenwart gemacht. Ins Berlin des neuen Jahrtausends, in die Gegenwart unserer heutigen Gesellschaft und auch der Persönlichkeit des Autoren. Doch was sich hier befremdlich liest, passt an jeder Stelle. Es findet z.B. eine interessante Unterhaltung mit einem Hannoveraner statt, der auf einer Party den Weltmann gibt, über die Entwicklung der Stalinallee erzählt und im Verlaufe des Gesprächs feststellen muss, dass sein Wissen aus Büchern und Zeitschriften eben doch nicht die ganze Wahrheit ist, weil das Erlebte und die "Geschichten hinter der Geschichte" schlichtweg fehlen. Hier gibt es aber auch immer wieder eine heutige Betrachtungsweise auf die geschilderten Ereignisse von damals, ohne das versucht wird zu relativieren. Wie bereits erwähnt, zahlreiche Leser werden sich aufgrund unterschiedlichster Biografien nicht unbedingt wieder finden. Zu verschieden waren die einzelnen Lebensentwürfe auch in der DDR, und nicht wenigen Leuten mag auch das künstlich Romantische und Verklärende fehlen, das die Nachwendeliteratur besonders in den ersten Jahren bestimmte. Ja, selbst ob man in einer Stadt oder auf dem Dorf bzw. in den 70ern oder 80ern aufgewachsen ist, wird hinsichtlich der Identifikation mit Mark Schepperts "Mauergewinner" eine große Rolle spielen. So wird beispielsweise ein Erzgebirgler des Jahrgangs 1962 womöglich kaum Parallelen zu seiner eigenen Jugend finden. Ein Berliner des Jahrgangs 1976 beispielsweise, wie ich es bin, dagegen ist Scheppert einfach nur dankbar für die zahlreichen Aha-Erlebnisse und die Erinnerung daran, dass man den Altersgenossen aus Sachsen oder Thüringen schon immer überlegen war. Nicht nur aufgrund seiner großen Schnauze, sondern auch wegen der hier erhältlichen Bananen, H-Milch und echten Jeans. Und wenn man zu genau dieser Gruppe gehört, hat man nach zahlreichen zweifelsohne guten Veröffentlichungen auch endlich den Nachwenderoman gefunden, der urst einfetzt, stets durch einen gesunden Humor besticht und mit dem man sich wirklich identifzieren kann. Was es damit zum besten Buch dieses Themas überhaupt macht...
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14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen DDR - so ein Buch - sehr gerne!, 23. Februar 2010
Von 
Binea - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR (Broschiert)
Schon wieder ein DDR-Buch? Mauergewinner? Nun gut, kann man bei Gelegenheit, bei Mangel an guten Büchern mal beginnen.

STOP

Falsch gedacht, denn einmal reingeblättert und reingeblättert und reingeblättert, ist man auch schon mitten drin und lebt mit Mark Scheppert in seiner Kindheit, seiner Jugend und in seinem Erwachsenenleben.

Er erzählt frei von der Leber weg, wie er die DDR damals wahrgenommen hat, schildert seine Eindrücke, erzählt über sein Umfeld und vor allem über sich selbst.

Dieses Buch ist kein Buch, was die DDR in den Himmel hebt, kein Buch, was die DDR schlecht macht, es ist kein Buch über die DDR, sondern über ein Leben in der DDR.

Hier steht keine Flucht in den Westen zur Debatte, sondern hier geht es um Sommerferien, um die Schulzeit, die Pionierzeit, die Zeit in der NVA, über das alltägliche Leben mit seinen Sonnen- und Schattenseiten in der DDR.
In einem Redeschwall so flüssig und schnell wie das Wasser, wenn es aus einem Eimer gekippt wird, wird über damalige Lebensschwerpunkte wie über den Jugendclub, die Disko, Fußball, Freundinnen, Diebstähle, Abenteuer und über die Familie erzählt.

Ein Wiedererkennen, wenn man damals in der DDR gelebt hat, aber auch ein Wiedererkennen von vielen bekannten Gewohnheiten und Begebenheiten aus Erzählungen von Eltern und Großeltern, findet man als Leser vor. Auch für neugierige Westdeutsche ein absolutes Muss, denn so war es und so sah damals das Leben auf der anderen Seite der Mauer aus.

"DDR gut, UDSSR sehr gut, BRD böse, USA sehr böse."

Geschüttelt von Lachkrämpfen musst ich das Buch immer mal zur Seite legen, einfach herrlich, was Mark Scheppert erlebt hat, vieles kann ich einfach nur bestätigen, denn einiges ist einfach noch heute so und das ist gut so, weil es eben ist, wie es ist. Erlebnisse mit Freunden und vor allem die Rivalitäten im Fußball, zwischen den Bundesländern und vor allem die Dialekte und Späße untereinander.

Irgendwann ist dann die Mauer offen, Deutschland ein Ganzes und wir alle haben nicht nur mehr Land zum Reisen dazu gewonnen, sondern noch viel, viel mehr.

"Unsere Kerze, die wir zwei Tage zuvor an der Kirche angezündet hatten, war also hilfreich gewesen, und knapp einen Monat später wurden auch wir in unsere vermeintliche Freiheit entlassen."
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14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Naja, 29. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR (Broschiert)
Der Autor hätte das Buch auch: "30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag eines privilegierten, bornierten, rücksichtslosen und feigen Ostberliners" betiteln können.

Leider haben mich seine Äußerungen und der versteckt gelebte Hass über manche Mitmenschen teilweise sehr geärgert. Gut, er war Kind und ihm wurde von seinen Eltern und seinem Umfeld vorgelebt, wie man sich verhalten soll, um immer besser als andere da zu stehen.

Er durfte Abitur machen... warum wohl...pah. Lächerlich, was er daraus gemacht hat.
Er wuchs in einem Elternhaus auf, wo man warscheinlich nie politikkonträr zur SED diskutiert hat und wie soll dann ein selbstdenkender frei handelnder Erwachsener aus ihm werden?
Ich kann ihm einfach seine Selbstkritik an manchen Stellen im Buch nicht ernsthaft abnehmen, tut mir leid.

Gut sind die Geschichten, wenn es um das Leben allgemein im schulischen oder sportlichen Alltag ging, da kamen schon einige Erinnerungen hoch, die man so längst verdrängt hat. Auch, wie er den Mauerfall erlebt hat... da kommt schon etwas Schadenfreude bei mir auf.

Herr Scheppert hat ein Buch geschrieben über seine Kindheit, seine Erlebnisse. Ob man alles so glaubt, ist Jedem freigestellt. Manche Sachen zweifel ich einfach an.;)

Zu meiner Person: ca. 5 Jahre älter als Herr Scheppert und in Leipzig geboren und aufgewachsen. Ich hatte eine schöne Kindheit und auch Jugend, bin aber jetzt viel lieber BRD-Bürger, wo jeder Etwas erreichen könnte.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ..auf den Punkt gebracht!, 27. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muss gestehen, ich bin nur durch Zufall auf dieses Buch gestoßen. Eigentlich habe ich keine Lust auf Literatur, welche das Leben in der DDR darstellt. Es fällt einfach schwer sich als Ossi mit solchen Büchern zu identifizieren. Doch nach einer kurzen Leseprobe dieses Werkes erkannte ich aber, dass hier jemand etwas aufgeschrieben hat, was ich in meiner Kindheit genau so auch erlebt hatte.
Ich bin im selben Jahrgang wie der Autor und wohnte als Kind sogar 2 Jahre lang fast im selben Kiez (Mollstr/Hans Beimler Str.).

Seit vielen Jahren lebe ich wie der Autor glücklich im "Westen" und sehe meine alte Heimat DDR eher kritisch. Doch an eine traurige Kindheit kann auch ich mich nicht erinnern. Im Gegenteil, es gab viel zu lachen, gerade weil das vorbestimmte angepasste Leben viel Raum für Zynismus und Sarkasmus bot. Genau das beschreibt der Autor hier vortrefflich im typischen zotigen Stil, man kann ihn durch die hochdeutschen Wörter quasi "Berlinern" hören. Da musste ich mir beim Lesen hier und da sogar eine Freunden-Träne verdrücken, da er das in Vergessenheit geratene Alltagsleben im Osten, genau auf den Punkt und vor allen Dingen sehr ehrlich beschreibt. Von den witzigen Geschichten die er erzählt, könnte ich noch 30 draufpacken. Es sind die Geschichten, welche meine Freunde hier im Westen über ihre Kindheit nicht erzählen können, weil sie in einer unbeschränkten Welt aufgewachsen sind.

Der Autor beantwortet die häufig gestellte Frage "Wie fühlte sich deine Kindheit in der DDR an?" bisher am ehrlichsten, von allen was ich über dieses Thema gelesen habe.
Den Kritikern des Buches, welche sich daran stören, dass der Autor in einem privilegierten Umfeld aufgewachsen ist und angeblich nicht die eigentliche Realität widerspiegelt sei gesagt, dem ist nicht so. Meine Eltern waren normale Arbeiter und ich habe die DDR genau so erlebt, wie sie in dem Buch beschrieben ist. Das Einzigste was man als Privileg ansehen könnte ist die Tatsache, dass der Autor in Berlin lebte. In Dresden, Halle oder Chemnitz wären einige Passagen sicherlich anders geschrieben worden, doch der zynische schwarze Humor dieser Storys wäre der selbe.

Ich kann nur sagen, großen Dank dem Autor über die schönen Stunden, die ich beim Lesen des Buches erleben durfte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super!, 29. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin kein großer Leser. Aber dieses Buch hat echt Spaß gemacht!
Einige Sachen erinnern mich doch sehr an meine Jugend. Und viele typische "Verhaltensweisen" gibt es heute noch. Ich kann das Buch nur empfehlen.
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11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So war's wirklich!, 21. Februar 2010
Von 
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(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR (Broschiert)
Endlich mal ein Buch, das sich unterhaltsam liest und unser alltägliches Leben in der DDR
sehr realistisch widerspiegelt.
Das Buch bietet sich hervorragend an, wenn ein junger Mensch wissen möchte, wie das in der DDR so war.
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleiner, aber feiner und lustiger DDR-Rückblick ..., 21. Januar 2010
Von 
FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR (Broschiert)
"Man kann sich leicht eine Sprache vorstellen, die nur aus Befehlen und Meldungen in der Schlacht besteht, oder eine Sprache, die nur aus Fragen besteht und einem Ausdruck der Bejahung und Verneinung. Und unzählige andere. Eine Sprache vorstellen heißt, sich eine Lebensform vorstellen..." schrieb der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951). Ein auffälliges Phänomen bezüglich der zusammen wachsenden Teile Deutschlands (für Sprachphilosophen) ist das Abdriften der Beschreibungssysteme in kuriose Gewässer mit Untiefen. Von den Selbstbeweihräucherungen des Kanzlers der Einheit und den Parolen auf den Straßen in Leipzig 1989, von den Merkel'schen Tricks, "Deutungshoheit" zu erlangen bis zu den Tandem-Tänzen von Gysi und Lafontaine, vom Lamentieren der "Zonenkinder" bis hin zur Kaltschnäuzigkeit der Ex-Treuhand-Chefin: mancher Leser (und Denker) muss sich (Ideologie-argwöhnisch) fragen, wo denn eigentlich die Wirklichkeit nun festzumachen sei. Mark Scheppert demonstriert mit seinem Buch MAUERGEWINNER eine Eulenspiegelhafte Variante dieses scheinbar närrischen deutsch-deutschen Wetteiferns. Im Horizont der von ihm beschriebenen 18 Jahre VOR dem Mauerfall kommt wenig Schorlemmerei vor, schon gar nicht ein sich im Westen abmühender Udo Lindenberg (Sonderzug nach Pankow), nicht einmal Willy Brandt - allerdings Schalck-Golodkowsky, Jan Ullrich, Franziska von Almsick: Zwischen Alexanderplatz und Frankfurter Tor aufgewachsen, beschreibt Mark Scheppert Kindheits- und Jugend-Erlebnisse, wie ich sie, parallel im Westen aufgewachsen, auch berichten könnte: Ärger über die Beschränktheiten der eigenen Familie, klammheimliche Schadenfreude beim Erinnern manch jugendlicher Risikobereitschaft, Ernüchtertsein beim Beschreiben bestimmter, trauriger Berufssituationen: die besondere Leistung: Den Autor verlässt in allen seinen 30 Anekdoten, Glossen, Possen-Spielchen niemals der Grundton fröhlichen Spotts. Keiner, der mit dem Kopf blindlings durch die Mauer hätte rennen wollen! Eher einer, der einen riesigen Ost-Berliner Bären aus einem Warenhaus klaut und ihn spöttisch in einen S-Bahn-Zug Richtung Westen setzt, damit er mal was erleben kann - oder der jenen Todesstreifen-Überquerungs-Möwen einen Zettel an den Flügel hakt mit der Aufschrift: "Ich bin aus Ost-Berlin. Bitte helfen Sie mir!" Das wussten die Philosophen von Sokrates über Kierkegaard bis Adorno allerdings auch immer schon: Ironie ist eine sehr ertragreiche Methode - und bei allen Machthabern, egal in welcher Partei, immer höchst verdächtig...
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