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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich, fesselnd, mystisch
Jedes Jahr am 01. November findet auf der Insel Thisby das große Skorpio-Rennen statt. Wenige Wochen vorher betreten die Capaill Uisce das Land. Diese mystischen Wasserpferde sind nicht nur viel größer als normale Pferde, sondern auch weitaus gefährlicher. Nur die mutigsten Männer wagen es, auf ihnen zu reiten und am Rennen teilzunehmen. Doch...
Vor 23 Monaten von fantasticbooks veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen mal etwas ganz anderes.....
Kurzbeschreibung
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei...
Vor 1 Monat von steffis-und-heikes-lesezauber ... veröffentlicht


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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich, fesselnd, mystisch, 24. November 2012
Von 
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(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Gebundene Ausgabe)
Jedes Jahr am 01. November findet auf der Insel Thisby das große Skorpio-Rennen statt. Wenige Wochen vorher betreten die Capaill Uisce das Land. Diese mystischen Wasserpferde sind nicht nur viel größer als normale Pferde, sondern auch weitaus gefährlicher. Nur die mutigsten Männer wagen es, auf ihnen zu reiten und am Rennen teilzunehmen. Doch bereits auf dem Weg dahin, verlieren viele von ihnen beim Training das Leben.

Umso verwunderter sind die Teilnehmer, als sie feststellen, dass mit der jungen Kate Connolly, die allen nur als Puck bekannt ist, zum ersten Mal eine Frau antreten will. Puck lebt mit ihren beiden Brüdern auf der Insel und hat letztes Jahr beide Elternteile durch einen Angriff der Wasserpferde verloren. Gemeinsam halten sie sich mehr schlecht als recht über Wasser. Als sie erfährt, dass ihr ältester Bruder Gabe sie und und ihren jüngeren Bruder Finn verlassen und ans Festland gehen will, hat sie sich in ihrer Verzweiflung für das Rennen angemeldet.

Dabei lernt sie Sean Kendrick kennen, einen jungen Mann, der bereits als Kind eine besondere Beziehung zu den Capaill Uisce hat und das, obwohl sie für den Tod seines Vaters verantwortlich sind. Aufgewachsen ist er in kargen Verhältnissen und in den Diensten des reichsten Mannes der Insel, für den er auch seit vielen Jahren regelmäßig an den Rennen teilnimmt und gewinnt. Niemand sonst auf der Insel ist so versiert im Umgang mit den blutrünstigen Wasserpferden wie Sean und diese Fähigkeit hat ihm bei den meisten Inselbewohnern sehr viel Achtung eingebracht - sehr zum Leidwesen seines ewigen Konkurrenten Mutt, dem ungehobelten Sohn seines Arbeitgebers. Im Laufe des gefährlichen Trainings lernen Puck und Sean sich näher kennen und die Tatsache, dass für beide der Sieg in diesem Rennen von unschätzbarer Wichtigkeit ist, ist der ständige Begleiter ihrer aufkeimenden Freundschaft. Wer wird das Rennen gewinnen? Und gibt es eine Chance, dass aus Sean und Puck mehr wird als nur Freunde?

"Rot wie das Meer" hat ein wunderschön aufbereitetes Cover, dass mit seinen blutrot abgebildeten Wellen nicht nur den Titel, sondern auch den Romaninhalt unterstützt. Es ist genau wie die Geschichte einzigartig und schreit geradezu danach, dass ich es in die Hand nehmen soll.

Maggie Stiefvater hat einen einmaligen und unverkennbaren Schreibstil. Ruhig und flüssig leitet sie mich damit durch ihre Geschichte und baut dabei langsam und kostant Spannung auf. Schon bald war ich nicht mehr in der Lage, das Buch zur Seite zu legen. Die Charaktere Puck und Sean, aus deren Sicht der Roman abwechselnd geschrieben ist, sind so detailliert beschrieben, dass ich gemeinsam mit ihnen diese kurze Zeit verbracht habe. Beide sind vom Typ her etwas schwierig, da sie vom Leben nicht verwöhnt worden sind und versucht haben, sich den oftmals kargen Bedingungen anzupassen. Dabei wirken sie jedoch stets authentisch. Von der Insel Thisby erzählt die Autorin so bildhaft, dass ich fast überzeugt bin, ich war da. Ich sehe den Strand vor mir, das rauhe Klima, das Haus der Connollys und auch den kleinen Ort. Ich bin mit dabei, wenn das Fest beginnt und stehe Puck bei im Kampf gegen Vorurteile und Boshaftigkeit.

Besonders faszinierend fand ich die Beschreibung der Capaill Uisce, die gleichzeitig wunderschön und bedrohlich wirkten. Trotz der Gefahr, die von ihnen ausgeht, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Es finden sich jedes Jahr immer wieder genug Männer, die wagemutig sind und am Rennen teilnehmen. Ihren drohenden Tod scheinen sie gekonnt zu verdrängen und sitzen sie erst im Sattel ihres Wasserpferdes droht die von ihnen ausgehende Magie, die Männer ins Verderben zu führen. Denn das Meer ruft ständig nach diesen unbeschreiblichen Wesen und gerät ihr Reiter erst einmal in ihren mystischen Bann, ist er nicht mehr in der Lage, sein Tier zu lenken, sondern rennt in sein Unglück.

Mit dem im script5 Verlag erschienenen Roman "Rot wie das Meer" hat Maggie Stiefvater eine außergewöhnliche Idee in dem ihr eigenen Stil umgesetzt, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte. Ich fühlte mich gefesselt von dem Geschehen und seinen bildhaften Beschreibungen, immer mit dabei in Seans und Pucks Kampf um Alles oder Nichts. Der Autorin gelingt es immer wieder, mich in ihren Bann zu ziehen und ich bin schon sehr gespannt, welches Projekt sie als nächstes in Angriff nimmt.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewöhnlicher Fantasy-Roman, der mit einer frischen Romanidee aufwartet..., 21. November 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Gebundene Ausgabe)
INHALT:
Alljährlich am 1. November wird die kleine Insel Thisby Schauplatz eines einzigartigen Spektakels: Im Skorpio-Rennen treten die Capaill Uisce -sehr gefährliche und schnelle Meereswesen in der Gestalt wunderschöner Pferde- mit ihren mutigen Reitern gegeneinander an. Auch Sean Kendrick, der viermalige Gewinner des Rennens und Favorit, fiebert dem November wieder entgegen. Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn erstmalig hat es die junge Puck Connolly gewagt, sich bei diesem tückischen Pferderennen anzumelden, bei dem schon viele Reiter ihr Leben verloren haben, auch wenn die Chancen auf einen Gewinn für das temperamentvolle Connolly-Mädchen nicht allzu gut stehen. Doch dadurch gewinnt sie die Anerkennung von Sean, der Puck beim Training hilft, obwohl sie eigentlich seine Rivalin ist...

MEINE MEINUNG:
"Rot wie das Meer" heißt das neueste, wunderschön aufgemachte Werk von Maggie Stiefvater, in dem sich alles um die Insel Thisby und die gefährlichen Wasserpferde dreht, die mit dem Blut ihrer Opfer das Meer rot färben. Der Prolog berichtet, was 9 Jahre zuvor geschehen ist, die eigentliche Geschichte beginnt in der Gegenwart im Oktober und endet einige Wochen später, am 1. November. Den Schauplatz hat die Autorin auf die karge Insel Thisby verlegt. Die Orts- und Schauplatzbeschreibungen sind so bildhaft und lebendig ausgearbeitet, dass man die kleine Insel förmlich vor sich sieht.

Der 19-jährige Sean Kendrick wohnt seit dem Tod seiner Eltern auf dem Malvern-Hof und verdient sich dort seinen Lebensunterhalt als Pferdetrainer, denn "Pferdeflüsterer" Sean versteht es besonders gut, mit den Capaill Uisce umzugehen. Gemeinsam mit seinem Lieblingshengst Corr hat er bereits vier Mal das Skorpio-Rennen gewonnen und will auch das bevorstehende Rennen am 1. November wieder für sich entscheiden. Doch in diesem Jahr bekommt er einen nicht zu unterschätzenden Gegegner: Denn erstmalig meldet sich eine junge Frau bei dem Skorpio-Rennen an, das jährlich einige Menschenleben fordert. Puck Connolly, die eigentlich Kate heißt, lebt mit ihren zwei Brüdern ebenfalls auf der Insel Thisby. Um den Hof der Familie zu erhalten, will die rothaarige, mutige Vollwaise, gemeinsam mit ihrer Stute Dove, unbedingt das grausame Rennen gewinnen - doch Puck ahnt nicht, worauf sie sich da einlässt...

Mit Sean und Puck hat Maggie Stiefvater zwei interessante, problembehaftete Protagonisten mit vielen Facetten, Ecken & Kanten erschaffen, wobei es bei Sean einige Zeit gedauert hat, bis ich ihn ins Herz geschlossen habe; Puck/Kate dagegen mochte ich dagegen von Anfang an. Und obwohl die beiden Gegner im wohl gefährlichsten Pferderennen sind, lernen sie sich während des Trainings besser kennen und mögen. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Puck und Sean wurde faszinierend dargestellt und auch die mitwirkenden Nebenfiguren sind reizvolle Personen.

In Maggie Stiefvaters Werwölfe habe ich mich verliebt, dagegen kann ich mit den wilden Wasserpferden weniger anfangen, obwohl ich die Romanidee rund um die Legenden dieser Geschöpfe aus der keltischen Mythologie originell und frisch finde. Vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass ich mit Pferden überhaupt nichts am Hut habe und nicht mal als junges Mädchen in diese Vierbeiner vernarrt war. Allerdings haben Capaill Uisce (gesprochen: Kappl Ischke) mit "normalen" Pferden nichts gemeinsam, denn die mythischen Gestalten aus alten Legenden sind überaus gefährliche Wesen, die sich angeblich von Blut ernähren, vom Salz der See angezogen werden und an Land kommen, um ihre Beute in das tiefe Wasser zu entführen.

Und so fließt im Handlungsverlauf viel Blut, was stellenweise ein bisschen an einen Horrorfilm erinnert. Außerdem kommt es immer wieder zu grausamer Tierquälerei, was ich persönlich (auch in einer erfundenen Geschichte) nicht gutheiße. "Rot wie das Meer" behandelt das alljährlich stattfindende Rennen der Capaill Uisce auf Thisby, das mit viel Blut und Gewalt verbunden ist, denn diese ungewöhnlichen Wesen in Pferdegestalt sind alles andere als harmlos... Interessant ist auch die Tatsache, dass das Skorpio-Rennen eine reine Männerdomäne ist, in die nun Puck/Kate eindringt und mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten, mich in die ungewöhnliche Welt der Capaill Uisce einzufinden. Aber nach einer Weile nimmt die abenteuerliche Story auch Leute, die (wie ich) nichts mit Pferden nichts anfangen können, gefangen und zieht sie in ihren Bann. Obwohl die Geschichte sehr detailliert beschrieben wird und mich einige Stellen nicht überzeugt haben, übt "Rot wie das Meer" eine besondere Faszination aus, der man sich als Leser unmöglich entziehen kann. Gerne hätte ich noch mehr von Sean & Puck, über die Wasserpferde bzw. deren Herkunft sowie über das Zusammenleben von Mensch und Capaill Uisce erfahren.

Erzählt werden die rasanten Geschehnisse abwechselnd aus der Sicht von Puck und Sean (in der 3. Person), die den Lesern einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle gewähren. Allerdings kann ich mich nicht 100%ig mit den Protagonisten identifizieren bzw. nicht alle ihrer Handlungen und Taten nachvollziehen. Dank der ausdrucksstarken, mitreißenden Schreibweise von Maggie Stiefvater, der Kapitel in angenehmer Länge sowie der oftmals unterhaltsamen Dialoge lassen sich die 400 Seiten sehr schnell und flüssig lesen.

FAZIT:
"Rot wie das Meer" ist ein reizvolles Buch, das meiner Meinung nach allerdings nicht mit der "Die Wölfe von Mercy Falls"-Trilogie mithalten bzw. auch nicht damit verglichen werden kann. Trotz der außergewöhnlichen Romanidee samt gelungener Umsetzung, interessanten Geschöpfen aus der Mythologie, reizvollen Charakteren und einem flüssigen Schreibstil hat es "Rot wie das Meer" nicht ganz geschafft, mich vollkommen zu überzeugen. Das hat mit meinem Desinteresse an Pferden, den ausführlich beschriebenen Gewaltszenen sowie den manchmal recht schwierigen Hauptpersonen zu tun. Dennoch hat mich "Rot wie das Meer" erstaunlich gut unterhalten, weshalb ich bescheidene 4 STERNE vergebe.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rot wie die Liebe zu den Capall Uisce, 11. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Gebundene Ausgabe)
Jedes Jahr im November, wenn die See stürmischer wird, die Nächte früher hereinbrechen und die Kälte heraneilt, wird die Insel Thisby von ebenso faszinierenden wie gefährlichen Meeresgeschöpfen heimgesucht, den Capaill Uisce, den legendären Wasserpferden, die der nordischen Mythologie entsprungen sind.
Sie sind schnell wie der Wind und tückisch und gefährlich wie die See, doch schon immer ziehen sie die Menschen der Insel in ihren Bann. Und genau deshalb wird jedes Jahr im Herbst das Skorpio- Rennen auf der Insel veranstaltet, sobald die Capaill Uisce den ersten Huf an Land setzen.
Ein Pferderennen um Leben und Tod, in dem die Männer der Insel auf den prächtigsten und schnellsten Wasserpferden ihren Mut unter Beweis stellen und ihren Stolz aufpolieren können.

Und so ist der junge Sean Kendrick nicht nur einer von vielen Pferdebegeisterten der Insel, er ist der erfolgreichste Wasserpferdreiter und dazu noch ein beachteter wie auch belächelter Pferdeflüsterer mit einigen sanften Tricks und Kniffen in der Hosentasche.
Doch dieses Jahr wird einiges anders werden, und nicht nur weil sich Sean vom erhofften Preisgeld seinen einzigen Lebenstraum erfüllen will, sondern auch weil sich zum ersten Mal eine junge Frau zum Rennen angemeldet hat.
Kate Connolly, genannt Puck.
Zusammen mit ihrem dicklichen, aber tapferen Inselpony Dove will das Waisenmädchen in der rauen und gefährlichen Männerwelt mitmischen, aber genauso auch mit dem möglichen Gewinn des Preisgeldes ihre Existenz und die ihrer Brüder Finn und Gabriel sichern.

Kate und Sean teilen sich die Liebe zu den Pferden und ihrer Heimat.
Jeder von ihnen kämpft für seine eigenen Träume.
Zusammen oder jeder für sich?

Die Capaill Uisce (ausgesprochen: Kapall Ischke) entstammen der nordischen Mythologie.
Äußerlich ähneln sie unseren Landpferden, aber innerlich sind sie keine Fluchttiere, sondern durch und durch Raubtiere.
Sie gieren nach Blut und Fleisch, sind immer auf der Jagd nach Mensch und Tier, ihre Sehnsucht und Treue gehört alleine dem Meer, weshalb sie schwer zu bändigen und zu reiten geschweige denn zu zähmen sind. Selbst Seans Pferd Corr hört das Rufen des Meeres und das seiner Artgenossen, spürt ihr Sehnen in jeder Faser seines Körpers, will seiner Natur bei jedem unachtsamen Moment Seans nachgeben.
Diese wilden und ursprünglichen wie auch faszinierenden Geschöpfe des Meeres lassen nicht nur die jungen und mutigen Männer der Insel für einige Tage im Jahr ihrem Alltagstrott entfliehen und locken reiche Touristen vom Festland an, sondern ziehen auch den Leser in ihren tödlichen Bann, sind sie doch ein Garant für Gänsehaut, und verströmen pure dunkle Magie.

Von der ersten Zeile an befindet man sich als Leser an den schönen wie auch gefährlichen Stränden von Thisby und sieht die Capall Uisce, wie sie dem Meer entsteigen, spürt das vibrierende Donnern ihrer Hufe, wenn sie beim Training an den Klippen entlang galoppieren, fast kann man die Blutspritzer auf den eigenen Händen sehen und riechen, wenn sie ihre Zähne in Leben und Fleisch graben.
Und manches Mal fühlt man sich um Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte zurückversetzt, wenn man den kalten Wind spürt, der durch undichte Fenster kriecht oder man wie Puck ein schlechtes Gewissen bekommt, weil man die frische Orange nicht brüderlich geteilt hat.

Und auch Maggie Stiefvaters Figuren wirken so lebendig, als ob sie vor einem stehen würden.
Angefangen bei der mürrischen und dickköpfigen Puck, die wirkt, als ob sie in Essig eingelegt worden wäre, dem ruhigen und unzugänglichen, aber gleichzeitig auch wilden und ungezähmten Sean, seinem machtbesessenen Chef Benjamin Malvern oder dessen durchtriebenen und neidischen Sohn Mutt bis hin zum undurchsichtigen, aber dennoch sympathischen Millionär George Holly.
Maggie Stiefvater hat ungewöhnliche, authentische und interessante Charaktere erschaffen, die eindm aber sehr schnell ans Herz wachsen, weil sie einfach eine eigene Geschichte, ein ergreifendes Schicksal erzählen.

Doch manches Mal hätte es "Rot wie das Meer" auch gut getan, wenn Maggie Stiefvater ihrer Geschichte auch mal die Sporen gegeben und die Zügel straffer genommen hätte, denn oftmals tänzelt die Story auf der Stelle oder steht einfach nur ruhig in der Box herum anstatt voraus zu galoppieren oder im exaltierten Trab davon zu schweben.
Stattdessen wird man meistens in einem ruhigen und rhythmischen Takt mitgenommen und auf sachten Hufen davon getragen. Nur zwischendurch springt die Geschichte aufgeregt zur Seite oder legt einen kurzen, aber knackigen Galopp ein.
Meistens erschöpft sich Maggie Stiefvater jedoch in der Beschreibung der Atmosphäre oder den Beschreibungen der einfachen Leute auf der kargen Insel Thisby. Und so muss man dann zum zigsten Mal über die Armut und den Hunger und die Verzweiflung der Connolly- Geschwister lesen.
Aber vielleicht macht auch gerade dies "Rot wie das Meer" aus:
Maggie Stiefvater hat eine ruhige, langsame, poetische, einfühlsame Geschichte erschaffen, die über die Liebe und den Respekt zu Pferden und die Liebe zur eigenen Heimat zu erzählen weiß, und wie aus dieser Liebe eine Freundschaft und vielleicht sogar eine zarte Liebe entstehen kann. Aber auch eine Geschichte über den Zerfall einer Familie und über schwierige Lebenswege, und nur hintergründig eine Geschichte über ein rasantes Rennen, gefährliche mystische Kreaturen, Intrigen, Vorurteile und falschen Ehrgeiz.

Und dennoch wartet man gespannt darauf, wann das Scorpio- Race endlich starten wird und wie sich Puck und ihr tapferes Pony schlagen und sie sich in dieser Männerdomäne durchsetzen werden und ob Pucks und Seans zarte und irgendwie widerwillige Freundschaft das Rennen überdauern wird, da sie doch beide für ihre eigenen Träume antreten.
Man fiebert mit Kate und Sean mit, weil sie beide alles verlieren und alles gewinnen können, nämlich, dass was sie ausmacht, was sie zu den Menschen hat reifen lassen, die sie nun sind.
Sie würden bei einer Niederlage nicht nur ihre Existenz verlieren, sondern ihr gesamtes Leben.
Für Kate und Sean geht es um mehr als um Leben und Tod.

Eine gewaltsame wie auch gewaltige, eine spannende wie auch ruhige, eine fantastische und magische wie auch realistische und einfühlsame Geschichte für Jugendliche und Erwachsene - und sicherlich nicht nur für Pferdeliebhaber, weil das Thema Pferde und Reiten nicht immer im Vordergrund steht.

Aber irgendetwas in mir (etwas, dass ich nicht einmal genau benennen kann, weil mich doch gerade eine schöne und einfühlsame Pferdegeschichte mit Haut und Haar ansprechen müsste) wehrt sich, mich bei dem Jugendroman "Rot wie das Meer" gänzlich wohlzufühlen, mich in sein warmes Fell zu schmiegen und mich von dem Roman mit ganzem Herzen davon tragen zu lassen.
Für mich war das Lesen wie auf einer Pferdeauktion zu sein:
Die Zossen werden vorgeführt, Exterieur und Interieur stimmen, auch die Abstammung und die bisher erzielten Preisgelder bei Pferderennen, man sieht das Potenzial für die Zukunft, aber der Funke mag erst überspringen, kurz bevor der Auktionshammer zum dritten Mal hinunterschnellt. Sodass ich leider erst spät in Feuer und Flamme aufgegangen bin und mich von den Wellen der Begeisterung habe davon tragen lassen und in einem kleinen See aus Tränen zerflossen bin.

4 von 5 Sternchen!
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5.0 von 5 Sternen Ein herbstlicher Sturm Abenteuer!, 23. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Gebundene Ausgabe)
Worum geht’s?

Puck Connolly ist die erste Frau, die am Pferderennen auf der Insel Thisby teilnehmen möchte, um ihre Familie mit dem Preisgeld zu retten. Aber das Pferderennen ist kein normales Rennen. Ganz im Gegenteil - Einmal im Jahr kommen die Capaill Uisce an Land, wunderschöne, aber gefährliche Wasserpferde. Die Reiter fangen sie ein und züchten sie, um mit ihnen am Rennen teilzunehmen, doch bereits vor dem Startpfiff färben sich die Wellen rot von ihrem Blut. Niemand möchte eine Frau dabei haben. Gemeinsam mit Sean Kendrick schafft Puck es schließlich am Rennen teilzunehmen. Doch wird sie überleben?

Schreibstil

Maggie Stiefvater hat ein unglaubliches Talent, mich mit ihren Worten gefangen zu nehmen. Rot wie das Meer war mein erstes Buch von ihr, aber ich hab es nicht nur wegen dem Plot so schnell verschlungen, sondern besonders, weil die Worte einfach nur fließen. Einem solchen Sprudeln kann man unschwer entgehen.

Meine Meinung

Es ist schon etwas länger her, dass ich Rot wie das Meer gelesen habe, deswegen bekommt ihr dieses Mal nur eine kurze Rezension.

Besonders klasse fand ich die Idee, die hinter dem Buch steckt. Ich bin eigentlich kein Pferde-Fan und doch konnten mich die Capaill Uisce mit ihrer Schönheit und Wildheit genauso sehr in den Bann ziehen, wie sie es mit den beiden Protagonisten Puck und Sean gemacht haben. Die Geschichte wird im Wechsel aus ihren Perspektiven erzählt und bietet vielmehr als eine Faszination für diese phantastischen Tiere.

Gerade auf Pucks Seite erfährt der Leser viel über Familie und Zusammenhalt, er sieht, wie schwer es für Teenager ist, wenn die Eltern von jetzt auf gleich nicht mehr da sind und wenn der älteste Bruder sich jeglicher Verantwortung entzieht und die Familie verlassen möchte. Ist die Familie dann überhaupt noch eine Familie? Wie kann man das, was noch da ist, retten?

Auch Sean hat mit Existenzängsten zu kämpfen. Er arbeitet für den Pferdehändler der Insel, er liebt sein Pferd über alles und doch gehört es nicht ihm. Seine größte Angst ist, dass er sein Pferd irgendwann verliert, dass er es weggenommen bekommt und damit womöglich auch den Sinn seines Lebens, seine Berufung. Denn er reitet schon Capaill Uisce seit sein Vater in einem der Rennen gestorben ist. Er ist der Pferdeflüsterer der Insel, der Mann, den alle holen, wenn sie ein Problem haben.

Die Gefahr, die die Zähmung eines Capaill Uisce mit sich bringt, war immer präsent. Ständig sind Leute gestorben oder verletzt worden, ständig überschätzen junge Männer ihre Fähigkeiten und bringen andere dadurch in Gefahr. Kurz gesagt: Das Buch war ständig spannend. Wobei ich manchmal eine leise Stimme im Hinterkopf hatte, die gefragt hat: Wie können die Leute bei so vielen Toten und Verletzten überhaupt noch so ein Rennen veranstalten? Wieso trauen die sich das noch? Wieso gibt es überhaupt noch welche, die da mitreiten können?

Eine zufriedenstellende Antwort habe ich auf diese Fragen leider nicht bekommen, aber dafür habe ich so viel bekommen, dass ich da leicht drüber hinwegsehen kann.

Fazit

Gemeinsam meistern Puck und Sean das Abenteuer Leben, sie können sich in einer schweren Zeit Halt geben und entwickeln dabei rasch Gefühle zueinander, die einem herbstlichem Sturm gleichkommen. Das ist es auch, was mir am allermeisten in Erinnerung geblieben ist. Dieses Gefühl nach Sturm und Herbst und Leidenschaft, nach Spannung, Kerzen und Regen, nach Salz auf der Haut und Sand im Haar und peitschendem Wind, während man über die Klippen reitet. Ich liebe es, wenn mir Bücher solche Gefühle vermitteln können und das ist Rot wie das Meer sehr gut gelungen.
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3.0 von 5 Sternen mal etwas ganz anderes....., 13. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Gebundene Ausgabe)
Kurzbeschreibung
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …

Meinung
Das wunderschöne Cover und die Tatsache, das Maggie Stiefvater mit zu meinen Lieblingsautoren gehört, waren Grund dafür, dieses Buch zu lesen.

Anfangs hatte ich dann doch etwas Schwierigkeiten, Pferde, naja, nicht so mein Gebiet, trotzdem fand ich mich schnell in der Geschichte und war sehr beeindruckt von dem Plot, da ich so etwas noch nicht wirklich gelesen habe. Es dauert zwar etwas bis ich zum eigentlichen Teil, dem Rennen, kommt, aber trotzdem ist es interessant und auch etwas spannend geschrieben.

Die einzelnen Charakteren wurden von der Autorin sehr gut und detailgerecht beschrieben und waren gut ausgearbeitet. Ich konnte mich in sie hineinversetzten und mir waren eigentlich alle ziemlich sympathisch. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten entwickelt sich langsam, es ist nicht kitschig oder aufdringlich. Wer also auf eine romantische Liebesgeschichte hofft, wartet hier lange. Aber auch lebt dieses Buch von den Nebencharakteren. Diese binden sich perfekt in die Handlung ein und wurden auch sehr detailgerecht und echt dargestellt. Also ein Buch das mehr von den Charakteren lebt.

Zur Geschichte kann ich sagen, am Anfang etwas langwierig, dann interessant und das Ende kam viel zu schnell und ließ bei mir auch einige Fragen offen. Die Handlung wurde in der Ich-Perspektive aus Sicht von Sean und Puck abwechselnd beschrieben. Diese Sprünge machen nichts aus, ganz im Gegenteil, es lockert auf und ich konnte trotzdem alles sehr gut verstehen.

Der Schreibstil von Frau Stiefvater ist leicht und flüssig. Das Buch ließ sich schnell lesen und die Kapitel wurden ziemlich kurz gehalten. Schriftgröße war auch ok. Die Altersempfehlung ab 16 Jahren finde ich gerechtfertigt, da doch einige nicht so schöne, teilweise auch blutige Szenen im Buch vorkommen.

Ganz gut hat mir zum Schluß auch noch das informative Nachwort gefallen. Dort erklärt die Autorin, wie sie zu dieser mystischen Geschichte gekommen ist.

Cover
Das Cover ist wunderschön und der absolute Hingucker. Rot ist die dominierende Farbe und die Wellen sind etwas erhöht aufgedruckt. Mir gefällt am Besten die geschwungene Schrift in der Mitte.

Fazit
„Rot wie das Meer“ ist ein Buch, welches ich in dieser Form noch nicht gelesen hatte. Die Grundidee ist sehr gut und auch gut umgesetzt, trotzdem fehlte mir irgendetwas. Es bekommt von mir 3,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.
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5.0 von 5 Sternen Eine tolle Romanidee, die wunderbar umgesetzt wurde!, 7. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Kindle Edition)
Rot wie das Meer – Maggie Stiefvater
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann.
Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben.
Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel.
Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan vom Schreibstil der Autorin. Wunderschön und einmalig mit Wiedererkennungswert! Mit leisen Tönen wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Puck und Sean erzählt und die Spannung somit immer weiter aufgebaut. Die Charaktere sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen und nach kürzester Zeit wollte und konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Von der Idee rund um die wilden Wasserpferde, die zugleich faszinierend und bedrohend wirkten, war ich gefesselt und begeistert. Einfach ein geniales Buch! Das war nicht das letzte Mal, dass ich dieses Buch gelesen habe bzw ein Buch dieser Autorin!

Fazit:
Eine tolle Romanidee, die wunderbar umgesetzt wurde! Ich bin begeistert! Ein MUSS für Fans von Maggie Stiefvater und alle die es werden wollen ;-) !
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rot wie das Meer oder fantasievoll wie Maggie Stiefvater, 20. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Audio CD)
DIESE REZENSION BEZIEHT SICH AUF DAS HÖRBUCH

In der Bücherhalle bin ich über dieses Hörbuch gestolpert und da das Cover mir sofort ins Auge sprang und ich die Geschichten von Maggie Stiefvater liebe habe ich es einfach mal mitgenommen.

Das Cover ist wirklich schön. Es passt zur Geschichte rote Wellen wie im Buch beschrieben schäumen und toben über das Cover. Die Geschichte ist wirklich nichts für zarte Gemüter und ob es ein Jugendbuch ist weiß ich auch nciht so wirklich. Es ist schon sehr brutal und es fließt da eben so viel Blut wie es tote gibt. denn noch muss ich sagen, das es nicht reißerisch war oder übertrieben. Es passte immer in die szenerie und diente der Story.

Wenn wir von Frau Steifvater auf diese kleine raue Insel verschleppt oder mitgerissen werden erlebt man als erstes wie rau und hart das Leben abseits des Festlandes für die Inselbewohner ist. Doch entweder man lebt mit der Insel oder man geht auf's Festland. Das jährliche Rennen lockt immer viele Touristen auf die Insel und wirkt dadurch auf den ersten Blick harmlos. Bis es beginnt und zur Sache geht.

Ich mochte Puck auf anhieb. Was auch sicherlich an der Erzählstimme lag. Die war nämlich wirklich gut gewählt dieses mal. Puck ( oder wie sie wirklich heißt Kate ) ist stark und unerschrocken. Sie sagt was sie will und kämpft auch dafür.

Sean ist das Mysterium der Insel. Keiner weiß so recht etwas mit ihm anzufangen. Jeder respektiert ihn, da er der Einzige zu sein scheint der mit den Wasserpferden umgehen und arbeiten kann. Er wird beschrieben mit einem Bein im Wasser und einem Bein am Land und diese Beschriebung finde ich für ihn sehr passend. Er sit ruhig und undurchsichtig und er ist fastziniert von Puck.

Wer eine wirklich schöne Fantasy Geschichte lesen ( oder wie ich hören ) möchte, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Aber wie schon eingehend gesagt, es ist nicht so wie die Trilogie " Nach dem Sommer - Ruht das Licht- In deinen Augen". Es geht hier viel mehr zur Sache und auch die zarten Bande zwischen Puck und Sean werden nur angerissen und nicht vertieft. Eine wirklich große Liebesgeschichte wird hier nicht beschrieben.

Einzig der Schuss hat mich ein wenig entäuscht, nicht von der Story sondern von der Kürze. Aber das fand ich in der Trilogie von ihr auch schon. Plötzlich ist der Schluss da und es bleibt noch so viele Fragen offen und noch so viel Spielraum für mehr...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Insel voll wunderschöner Absonderlichkeiten, 2. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Gebundene Ausgabe)
"Das Rennen ist eine Schlacht. Ein Gewirr aus Pferden und Männern und Blut. [...] Gischt in deinem Gesicht, die tödliche Magie des Novembers auf deiner Haut, Skorpio-Trommeln anstelle deines Herzschlags [...] Es ist das Leben und der Tod oder beides auf einmal und nichts ist damit vergleichbar."

["Rot wie das Meer"|Maggie Stiefvater|Seite 381]

****
... und nichts ist damit vergleichbar. Das triff es wohl exakt auf den Punkt. "Rot wie das Meer" entführte mich an einen Ort, der so skurril wie besonders, schaurig wie schön zugleich ist. Ein Ort, der sich mit rein gar nichts zu vergleichen lassen scheint.

An eben diesen Ort, Thisby genannt, lockt Maggie Stiefvater vom Beginn des ersten Satzes an ihren Leser mit geradezu betörend schönen Worten: Als wahre Künstlerin und Meisterin spielt sie mit Worten mit einer so scheinbar großen Leichtigkeit, als wäre es ein Kinderspiel, lebendige und sprühende Bilder vor das innere Auge des Lesers zu zaubern. Ihr Schreibstil strotzt in einem Moment regelrecht vor ungehaltener, sprudelnder Lebendigkeit, nur um im nächsten in eine stille, ruhevolle Melancholie zu verfallen. Es scheint fast so, als hätte Maggie Stiefvater ihren Schreibstil der Unberechenbarkeit des Meeres angepasst: Aufbrausende, brechende Wellen folgen auf gleitende, ruhegrtränkte Wogen.

Doch nicht nur das - Die von ihr geschaffene Geschichte wirkte mit einem ebenso meeresähnlichem Sog auf mich ein. So vieles trifft in "Rot wie das Meer" zusammen und kreiert ein wundervolles, farbenfrohes Meer voller verschiedenfarbiger Nuancen: Bestialische, tödliche Wasserpferde, eine kleine, bescheidene und altertümliche Insel, Leben in Tradition, Leben mit Konventionen, Heimatliebe, Abschied, jegliche Art von Verlust, Trauer, Eifersucht, Loyalität, Misstrauen und Hass und Liebe in all ihren nur erdenklichen Schattierungen.

Auf knapp 430 Seiten lässt Maggie Stiefvater einen absolut unbekannten Mythos aufleben, packt sämtliche zwischenmenschliche Beziehungen hinein und erzählt hingebungsvoll vom Leben und (Nicht-) Leben -lassen auf der beschaulichen kleinen Insel Thisby. Beim ersten "Betreten" dieser Insel erscheint Thisby mit all seinen seltsamen Bewohnern noch ziemlich befremdlich. Eigenartig erscheinen diese ungewöhnlichen Kreaturen, die Capaill Uisce (ausgesprochen: Kappl Ischke) genannt werden, und jedem außer dem Leser selbst ein Begriff zu sein scheinen.

Auch nach dem zweiten Schritt auf Thisbys Boden ist man nicht sicher, was man von dieser durch und durch absonderlichen Insel halten soll, bis... Es um einen geschieht. Bis Maggie Stiefvater dem Leser ihre literarische Hand reicht, in die Ställe des Malvern Hofes, an Thisbys Strand und in das kleine Café von Dory Maud entführt. Bis man den ersten Ritt auf einem Capaill Uisce erlebt, die Abenteuerlust einen gefangen hat und man mit Bangen, Hoffen und Zagen zugleich dem bevorstehendem Skorpio-Rennen entgegenblickt. Bis man dieser Geschichte und seinem Sog mit Haut und Haaren verfallen ist.

Mich holte an keiner - wirklich an überhaupt keiner - Stelle die Langeweile oder eine Vorstufe der Langeweile ein. Trotzdem werden auch ruhigere Töne angeschlagen, wobei sich Situationen oder Beziehungen niemals überstürzt oder unnachvollziehbar schnell entwickeln. Noch dazu zagt Stiefvater nicht mit ausführlichen, bildhaften Umschreibungen, die mich dazu veranlassten, ununterbrochen das Gefühl zu haben, ebenfalls eine Besucherin auf Thisby zu sein und aufmerksam mit gespitzten Ohren Pucks und Seans Geschichte zu lauschen, in deren Rollen Maggie Stiefvater mittels der Ich-Perspektive abwechselnd schlüpft.

Dabei werden nicht nur erwähnte beiden Protagonisten authentisch dargestellt - auch die nervigsten, boshaftesten, unnahbarsten und eigenartigsten Bewohner dieser Insel erscheinen allesamt so lebensecht, als gäbe es alle der Thisby Bewohner tatsächlich, sodass es mich schon beinahe schmerzte, von diesen am Ende des Buches Abschied nehmen zu müssen. Glücklicherweise geschieht dies jedoch nicht mit einer schlagenden Wucht, der Leser wird nicht unsaft aus dem Geschehen dieses abgeschlossenen Einzelbandes herauskatapultiert - Vielmehr endete "Rot wie das Meer" relativ offengehalten mit einem sanftem Wellenschlag, bevor ich Thisby lächelnd und weinend und bedauernd zugleich verließ.

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FAZIT:
Von knapp 430 Seiten brauchte es höchstens 150, um mich in diese Geschichte mit all seinen Schrecklichkeiten und vor Schönheit strotzenden Abenteuern zugleich verliebt zu machen. Jeder, der mit pochendem Herzen den Strand Thisbys erkunden, Novemberkuchen essen und das Schlagen der Hufen eines Capaill Uisce hören möchte, sollte sich schleunigst auf den Weg nach Thisby machen, eine unvergleichliche Insel voller lebensechter Charaktere und sowohl schaurigen als auch ungeheuer schönen Absonderlichkeiten zugleich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Heute ist der erste November und das bedeutet, heute wird jemand sterben.", 12. März 2013
Von 
Hanna91 - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Gebundene Ausgabe)
Jedes Jahr im Oktober wird die kleine Insel Thisby von gefährlichen Wasserpferden heimgesucht, den sogenannten Capall Uisce. Für die Menschen auf Thisby beginnt dann die turbulenteste Zeit des Jahres, denn am 1. November findet das berühmte Skorpio-Rennen statt, zu dem zahlreiche Gäste vom Festland erwartet werden. Das Preisgeld für den Gewinner ist hoch. Und so finden sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Freiwillige, die das Rennen mit gefangenen Wasserpferden bestreiten werden. Nicht jeder von ihnen wird das Training und das Rennen unverletzt und vor allem lebendig überstehen. Und vor allem eine Neuigkeit sorgt in diesem Jahr für Aufsehen: Es nimmt zum ersten Mal eine Frau teil. Die Waise Puck Connolly möchte mit dem Preisgeld ihren Hof retten und die Familie zusammenhalten. Mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit weckt sie vor allem das Interesse des großen Favoriten, Sean Kendrick. Doch auch er muss in diesem Jahr unbedingt den Sieg holen…

Das Cover des Buches fällt mit seinen kräftigen Farben sofort ins Auge. Rote Wellen umschließen den Titel des Buches. Hiermit wird auf das Blut angespielt, das während des Skorpio-Rennens fließen wird. Denn die Capall Uisce sind nur schwer in Zaum zu halten, und mit seiner Teilnahme setzt jeder sein Leben aufs Spiel. So besticht das Cover durch seine Schönheit, weist aber auch auf die Grausamkeit des Rennens hin.

Die Handlung des Buches erstreckt sich über eine recht kurze Zeitspanne. Sie beschreibt die Ereignisse vom ersten Auftauchen der Capall Uisce im Oktober bis zum Rennen und seinen Folgen im November. Dabei ist es abwechselnd aus der sich von Puck Connolly und Sean Kendrick geschrieben.

Puck betritt mit ihrer Teilnahme am Rennen absolutes Neuland. Ihr Entschluss zur Teilnahme erscheint zunächst überstürzt und unüberlegt. Während der Rennvorbereitungen werden ihre Motive jedoch deutlicher und stärker. Sie entwickelt eine beeindruckende Entschlossenheit, sich in dieser von Männern dominierten Welt einen Platz zu erkämpfen. Wird ihr wagemutiger Entschluss belohnt werden?

Sean Kendrick hingegen ist im Renngeschäft ein alter Hase. Sechsmal hat er teilgenommen und davon viermal gewonnen. Trotzdem ist er nicht reich, denn wie Puck ist auch er Waise und arbeitet als Pferdetrainer für Benjamin Malvern, dem reichsten Mann der Insel. Dieser streicht einen Großteil des Preisgeldes ein und hat Sean an sich gebunden, denn ihm gehört das Wasserpferd Corr, das Sean so sehr liebt. Ob Sean auch in diesem Jahr wieder siegt?

Die Figuren sind authentisch und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Die Geschichten von Puck und Sean ist zur Beginn unabhängig voneinander, doch in den Vorbereitungen auf das große Rennen lernen sich die beiden immer besser kennen. Schön war es zu beobachten, wie sich die Beziehung der beiden allmählich verändert.

„Rot wie das Meer“ beleuchtet die Schicksale zweier Jugendlicher in den Vorbereitungen auf das große Skorpio-Rennen, bei dem jährlich Reiter ihr Leben verlieren. Die Wildheit der Wasserpferde ließ mich um das Leben der beiden und ihrer Freunde bangen. Auch wenn auf Einzelheiten verzichtet wird, ist die Handlung stellenweise recht blutig und grausam, weshalb das Buch für erst für ältere Jugendliche und Erwachsene geeignet ist. Die Idee eines Rennens mit gefährlichen Wasserpferden hat mir sehr gut gefallen und wurde gelungen umgesetzt, weshalb ich das Buch fantasybegeisterten Lesern gerne weiterempfehle.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Fantasy, ein Muss für Pferdefans, 3. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Rot wie das Meer (Audio CD)
Und eine Empfehlung für alle Pferdefreunde, Reiter und Fantasy-Begeisterte.
Ein echter Hörgenuß, mit einer außerordentlich dichten Atmosphäre.
Man hört die Gischt des Atlantiks auf den nebeligen Strand der kleinen Insel klatschen.

Maggie Stiefvater hat aus sonst gutmütigen Pferden eine neue und gefährliche Spezie entwickelt - Wasserpferde, sogenannte Capaill Uisce.
Man kann sich die noch hübscheren und kraftvolleren Tiere sehr gut vorstellen.
Aus dieser Idee, eine Mischung mit der kleinen Insel Thisby, der Faszination zum Meer und den Capaill Uisce ist ihre eine vor Ideenreichtum strotzende Geschichte gelungen.

Wieder, wie schon in ihrer Werwolf-Triologie rund um Mercy Falls, wechselt die Ich-Erzählperspektive zwischen der weiblichen und der männlichen Hauptrolle. Beide starten mit ihren Reittieren im Skorpio-Rennen, dem jährlich stattfindenden Ereignis auf Thisby.

Als erste Frau traut sich die junge Puck Conolly mit einem ganz normalen Pferd mitzureiten. Das bedeutet für die blutrünstigen Wasserpferde eigentlich nur Futter, keinen ernstzunehmenden Gegner.
Sean Kendrick ist schon das fünfte Mal mit seinem roten Capaill Uisce Hengst dabei. Die anderen vier Rennen hat er jedes Mal gewonnen.
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Rot wie das Meer
Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater (Gebundene Ausgabe - 12. November 2012)
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