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29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine spannende Fortsetzung von ,Emil und die Detektive�
Nicht umsonst trägt dieser Band den Untertitel ,Die zweite Geschichte von Emil und den Detektiven', denn sie ist so eine Art Fortsetzung von ,Emil und die Detektive'. Das soll aber niemanden beunruhigen, der den ersten Band noch nicht gelesen hat. An den Anfang dieses Bandes stellt Erich Kästner nämlich zwei Einleitungen. Ein Vorwort ist für die...
Am 10. Januar 2000 veröffentlicht

versus
19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch."
Dieser Satz wurde in meiner Kindheit immer als Kästner-Spruch im Klappenrext zitiert. War auch ok und ganz liebenswert. Nur wenn der Autor mit seinen älter gewordenen Figuren Probleme bekommt, wirds schwierig... denn auch Kästner-Kinder werden älter, wenn man nicht rechtzeitig "abblendet" und Fortsetzungen schreibt.
Kästner kann sich zwar...
Veröffentlicht am 11. April 2008 von KATHARINA KLAGES


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29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine spannende Fortsetzung von ,Emil und die Detektive�, 10. Januar 2000
Von Ein Kunde
Nicht umsonst trägt dieser Band den Untertitel ,Die zweite Geschichte von Emil und den Detektiven', denn sie ist so eine Art Fortsetzung von ,Emil und die Detektive'. Das soll aber niemanden beunruhigen, der den ersten Band noch nicht gelesen hat. An den Anfang dieses Bandes stellt Erich Kästner nämlich zwei Einleitungen. Ein Vorwort ist für die Laien gedacht, also Leute, die ,Emil und die Detektive' noch nicht kennen, und eines für die Fachleute, das sind die, die bereits Bekanntschaft mit Emil Tischbein geschlossen haben. Inzwischen sind mehr als zwei Jahre vergangen. Emil und seine Freunde sind zwar ein bißchen gewachsen, aber sonst haben sie sich kaum verändert. Eines Tages bekommt Emil einen Brief von Theodor Haberland, Professor genannt, einem seiner Freunde aus Berlin. Der Professor hat von seiner Tante ein Haus in Korlsbüttel an der Ostsee, irgendwo zwischen Travemünde und Zinnowitz, geerbt. Daher lädt er Emil, Pony Hütchen, die Großmutter und die Detektive ein, die Sommerferien an der Ostsee zu verbringen... Mit Illustrationen von Walter Trier. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Fortsetzung, 21. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Da ist er wieder, der Emil! Seit wir ihn zum letzten Male sahen, sind mehr als zwei Jahre vergangen. Er ist inzwischen größer geworden und einen neuen blauen Sonntagsanzug hat er auch, mit langen Hosen natürlich. Aber wenn der der Junge so schnell weiterwächst, kann er sie im nächsten Jahr als kurze Hosen auftragen. Sonst hat er sich wenig verändert. er ist noch immer der freiwillige Musterknabe von damals. Er hat seine Mutter noch genauso lieb, wie früher. Und manchmal, wenn sie beisammensitzen, sagt er: "Hoffentlich verdiene ich bald viel Geld. dann darfst du aber nicht mehr arbeiten." Und sie lacht und sagt: "Fein, dann fange ich Fliegen." Aus Kindern werden Leute und auch Emil und den Detektiven geht es nicht anders. Imneuen Emil-Band befinden sie sich sozusagen im Zeitalter der Konfirmation. schon werden sie von den Konflikten der erwachsenen Welt angerührt. Und noch versuchen sie, Konflikte mit den kindlichen Mitteln der Einfalt und der Geradheit zu lösen. Diese lustige und aufregende Feriengeschichte, die am Meer spielt, wird alle Leser mit Begeisterung erfüllen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.", 11. April 2008
Dieser Satz wurde in meiner Kindheit immer als Kästner-Spruch im Klappenrext zitiert. War auch ok und ganz liebenswert. Nur wenn der Autor mit seinen älter gewordenen Figuren Probleme bekommt, wirds schwierig... denn auch Kästner-Kinder werden älter, wenn man nicht rechtzeitig "abblendet" und Fortsetzungen schreibt.
Kästner kann sich zwar nicht komplett verleugnen: Auch diese Emil-Geschichte liest sich flüssig und besticht durch Humor und augenzwinkernden Witz. Dabei ist diese Fortsetzung Lichtjahre vom Erfolg seines ersten Emil-Buches entfernt. Zu Recht. Leider.

Dabei ist die Idee ganz sympathisch, daß die Kinder aus dem ersten Teil sich wieder begegnen - an der Ostsee in der frisch geerbten Ferienvilla des "Professors". Aber so richtig warm wird Kästner mit seinen Detektiv-Figuren nicht mehr. Die Jagd auf Herrn Grundeis hatte in ihrer Spontanität einfach eine ganz andere Dynamik als die Urlaubszeit am Ostseestrand, die dann mit einem "Selbsterfahrungsexperiment" der Jungs und einer sehr bemühten Gutmenschen-Aktion (die Errettung des verlassenen Artistenjungen Jacky) aufgepeppt werden mußte.

Stereotypen schleichen sich ein, die so im Teil eins entweder nicht nötig waren oder vielleicht auch nicht so auffielen. Gustav-mit-der-Hupe hat nun ein Moped, sein Wortschatz besteht erstrangig aus dem Satz: "Ist ja alles halb so wichtig!", und er hat immer Hunger. Zusammen mit dem kleinen Dienstag hat er sich in eine irritierende 1:1-Kopie Mathias-Uli von Simmern (aus "Das fliegende Klassenzimmer") verwandelt. Der Professor entspricht voll seinem Spitznamen, ein weitverbreitetes Klischee aus Kinderbuch-Jungsgruppen. Aus Jacky, dem Waisenjungen, winkt die Figur des Jonny Trotz aus dem "Fliegenden Klassenzimmer": Ein im Stich gelassener, aber in seiner Grundstatur stabiler Anpacker aller Lebenshürden, der sich unglaublich fix auf alles einstellt und mit dem alten Kapitän schon mal eine WG plant.

Pony Hütchen, zu Kästners offensichtlichem Kummer nun zwangsläufig auch nahe der Pubertät, überfordert den Autor sichtlich. Sie kommt zwar samt Großmutter mit ans Meer, gehört aber irgendwie nicht mehr wirklich dazu. Man merkt, daß Kästner mit größeren Mädels nichts mehr anfangen kann. "Früher war sie ein halber Junge, heute ist sie ein halber Backfisch.", beschreibt Kästner sie etwas hilflos. Also muß sie bei der Großmutter mit im Zimmer schlafen und sich in erster Linie von ihr vorführen lassen. Ponys beginnende Freude am Jungmädchendasein kommentiert die Oma mit "Laß dir Zeit, mein Kind, laß dir Zeit - eine alte Schachtel wirst du noch früh genug!" Als Ponny sich einmal nicht sicher ist, ob sie noch zu den Kindern oder schon zu den Erwachsenen zählt, muß sie "zur Strafe" im Erwachsenentaxi mitfahren. Und als die Jungs allein in der Villa bleiben dürfen, wärend die Erwachsenen einen Dänemark-Ausflug machen, reist Pony Hütchen in Großmutterns Schlepptau mit. Sie bekommt natürlich am Meer einen Sonnenbrand und heult über das stets gute Wetter, wohingegen ihre männlichen Altersgenossen keine Probleme haben und ein tolles Team sind.
Tscha, so ist das, wenn Mädchen älter werden, die seinerzeit nur als "halbe Jungen" eine literarische Daseinsberechtigung hatten...

Im Dienstmädchen Klothilde Seelenbinder vereinen sich auch alle erdenklichen Alte-Jungfern-Klischees. Schon allein durch den Namen zur Witzfigur gestempelt, ist diese Dame hemmungslos freigegeben als Zielscheibe herben Spottes für die Jungs, die Großmutter und den Autor. Obwohl sie hervorragend kocht und putzt. Aber dafür ist sie eben da. Und sie wird als Einzige seekrank, und das wird als sehr unterhaltsam dargestellt.

Die Jungs lernen die Artistenfamilie "The Byrons" kennen, einen Vater mit Zwillingsknaben, die mit ihrem Programm an Badeorten touren und ansonsten waschechte Deutsche sind. Irritiert-empört erfahren Emil & Co. vom ehemaligen Liftboy Hans, der nun im Ostseehotel arbeitet, daß der Vater einen gemeinen Plan ausgeheckt hat: Jacky, der ältere Zwilling, wird dem Vater zu groß und zu schwer. Er will den Jungen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einfach im Hotel zurücklassen und als Ersatz den kleinen Hans mitnehmen.
Letzteres wird von den Jungs verhindert, aber Papa Byron reist dennoch ohne Jacky ab: Man erfährt, daß er gar nicht der leibliche Vater der Jungen ist, und die Knaben sind noch nicht mal Geschwister. Diese Familien-Behauptung ist nur ein Werbegag. Damit ist der skrupellose Artist eigenartigerweise total aus der Verantwortung. Aber einen Geldschein können die Jungs ihm doch noch aus der Tasche quatschen, denn so sicher sind sich dann alle doch nicht, ob man halbwüchsige Jungs einfach so aussetzen darf, ob nun verwandt oder nicht...

Was nun aus dem Artisten und dem zweiten Knaben wird, ob letzterer irgendwann auch mal im Hotel vergessen wird und mit wievielen zukünftigen "Söhnen" der angebliche Byron nun weiterhin sein Geld verdienen wird, interessiert dann keinen mehr.

Hingegen setzen Emil und seine Freunde nun alle Hebel in Bewegung, um dem verlassenen Jacky eine finanzielle Basis aufzubauen: Sie setzen mal wieder auf die bewährte Kindersolidarität und verkünden Jackies Geschichte an allen benachbarten Badestränden. Damit sammeln sie richtig viel Geld... Außerdem läuft justamente zu diesem Sommer im Kino "Emil und die Detektive" an. Obwohl es den Jungs graut, bieten sie sich als "Werbeknüller" für die Vorstellungen an: Sie werden eine Woche lang live dabei sein.

Jacky hingegen kümmert sich auch um sich selbst. Nach dem ersten Schrecken nimmt er seine neue Situation verblüffend cool und ohne weitere emotionale Schwankung an. Schneller als heutzutage mancher Azubi hat der Junge einen hieb- und stichfesten Lebensentwurf für sich ersonnen. Hurra!

Dafür hat Emil eine gut verborgene emotionale Last zu schleppen: Seine Mutter hegt Heiratspläne. Hauptwachmeister Jeschke ist der hoffnungsvolle Werber. Und dabei wollte doch Emil immer für seine Mama da sein und für sie sorgen, ihr alle Liebe und Fürsorge einst zurückzahlen... In einem nach meinem Empfinden hochnotpeinlichen Gespräch mit der Großmutter erfährt Emil, daß auch seine Mutter eigentlich ihr ganzes Leben lang nur mit ihrem Sohn glücklich sein wollte. Aber sie wird nicht jünger, mit Haarewaschen kann sie bald kaum noch was verdienen, nachdem in der Nähe ein moderner Friseursalon eröffnet wurde... und Emils Ausbildung würde ja auch kosten... und Jeschke ist ja auch ein lieber Mann...
Die Großmutter redet Emil ins Gewissen - und er freundet sich nun auch mit den Heiratsgedanken an, damit die arme Mutter später nicht so allein ist. Also beißen Mama und Sohn "nur für den Anderen" in den sauren Apfel, und der ahnungslose Herr Jeschke, von keinem der beiden wirklich gewollt, hat nun einen Nebenjob als Ausbildungsfinanzierer und Altersabsicherung. Nun ja...

Diese Episode ist der mehr als fragwürdige Höhepunkt der kästnerschen Mutter-Kind-Symbiose. Ich gestehe, spätestens hier ging mir Kästners geschlechtsloses Frauenbild so richtig auf den Keks. Seine "guten Mütter" sind nie verliebt, selbst bedürfnislos, nur am arbeiten und absolut verschmolzen mit ihrem Kind. Akzeptiert werden auch schnoddrige (und selbstverständlich asexuelle) Großmütter und dicke Köchinnen wie in "Pünktchen und Anton". Andere Frauen, besonders ihrer Sexualität bewußte (z.B. Irene Gerlach im "Doppelten Lottchen") sind durch und durch schlecht oder eben Witzfiguren, wie Klothilde, oder zumindest auf dem Weg dorthin - Pony Hütchen.

Nun muß ja auch nicht alles durch die Gender-Brille beäugt werden, aber in diesem Buch kommts selbst für "So war es eben damals!"-Verhältnisse recht dicke. Und da hier auch die Geschichte schwächelt, ist dieser leider arg figurenklischierte Kästner kein Muß im Kinderbücherschrank.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Alles halb so wichtig..., 9. Februar 2007
Katharina Klages' Rezension spricht mir so sehr aus der Seele, daß es mir schwer wird, eigene Worte zu finden. Ich versuche es trotzdem mal...

Auch große Autoren hauen manchmal daneben. Erich Kästner macht da keine Ausnahme, und sein Mißgriff ist eindeutig "Emil und die drei Zwillinge". Es ist Kästners schwächstes Kinderbuch, und zwar mit Abstand.

Fortsetzungen großer Erfolge (egal, ob Bücher oder Filme) reichen meistens nicht an das Original heran. So ist es auch mit "Emil und die drei Zwillinge", der Fortsetzung des Klassikers "Emil und die Detektive". Das Buch ist 1934 erstmals erschienen, neben mir liegt eine Ausgabe des Cecilie Dressler Verlags, erschienen 1987, und hat 176 Seiten. Natürlich wird dieses Buch nach wie vor aufgelegt.

Mein Bericht enthält Spoiler, wie immer.

Worum geht es hier eigentlich? Das ist schwer zu sagen, denn diese Geschichte hat kein "festes" Thema wie etwa die Gaunerjagd aus dem Vorgängerroman oder eine Familienzusammenführung wie in "Das doppelte Lottchen".
Das sind die wichtigen Punkte:

1) Emil hat Kummer, weil seine Mutter erneut heiraten will.

2) Emil verreist - ohne seine Mutter, aber mit Oma und Cousine Pony Hütchen. Er fährt an die Ostsee und trifft seine alten Freunde, den "Professor", den kleinen Dienstag und Gustav (Gustavs Standardspruch: "Alles halb so wichtig"). Gastgeber sind die Haberlands, die Eltern des Professors, die ein Haus an der Ostsee haben.

3) Die Erwachsenen verreisen und lassen die Jungen allein, die natürlich gleich Dummheiten machen, nämlich eine verbotene Fahrt mit dem Boot des Onkels. Der Ausflug endet damit, daß sie auf einer einsamen Insel stranden.

4) Die Jungen betätigen sich als Sozialarbeiter, weil ein verantwortungsloser Artist seinen angeblichen Sohn abschieben will. Der Junge ist zu groß und schwer für akrobatische Glanzleistungen geworden, und der windige Varietekünstler will sich ohne ihn aus dem Staub machen - daher der Titel: "Die drei Zwillinge": Der Akrobat gibt die beiden Turner als Zwillingsbrüder aus, und der dritte "Zwilling" ist der, den er als Ersatz auserkoren hat.

5) Die Jungen sehen den Film "Emil und die Detektive" im Kino.

6) Emil muß sich entscheiden, ob er seinen Stiefvater akzeptieren will oder nicht.

Ganz schön viel für ein einziges Buch... Die Geschichte liest sich sonderbar zusammenhanglos, lauter aneinandergereihte Episoden, die zusammengewürfelt wirken und nicht richtig aufgelöst werden.

Das wäre nicht so schlimm - wie in sovielen Büchern kann der Stil einiges wettmachen, und auch dieses Werk ist witzig geschrieben - wie alles von Erich Kästner. 3 Sterne wären also durchaus drin, wäre da nicht - außer der verunglückten Geschichte - auch noch das Verhalten der Figuren, die vom Autor als Sympathieträger gedacht sind.

Man nehme das hier - Emils Großmutter begrüßt das Dienstmädchen der Haberlands (Klothilde Seelenbinder) so:

Klothilde: "Klothilde Seelenbinder."
Oma: "Ist das ein neuer Beruf?"
Klothilde: "Nein. Ich heiße so."
Oma: "Sie Ärmste! Gehen Sie doch mal zum Arzt. Vielleicht verschreibt der Ihnen einen neuen Namen."
Klothilde: "Ist das Ihr Ernst?"
Oma: "Nein, Sie kluges Geschöpf. Ich bin fast nie ernst."

Ist das eine Art, sich zu benehmen, wenn man zu Besuch kommt? Das Personal der Gastgeber beleidigen, gleich bei der ersten Begegnung?

Pony Hütchen gilt als Zimperliese, weil sie einen Sonnenbrand bekommt - eine sehr unfaire Beurteilung - was hat die etwaige Empfindlichkeit der Haut mit dem CHarakter zu tun?! Ein heranwachsendes Mädchen muß natürlich eine alberne Liese sein, was sonst? Es ist sehr deutlich zu sehen, daß Kästner mit einem pubertierenden Mädchen nichts anfangen kann - für ein niedliches Kind ist Pony zu alt, für eine treusorgende Mutter ist sie noch zu jung.

Es hat den Anschein, als akzeptiere Kästner nur nette kleine Mädchen oder aber mütterliche Typen, wie z. B. Emils Mutter, Antons Mutter, Lottes und Luises Mutter, die dicke Bertha oder auch Emils Oma. Eine Frau, die keinen Mann abkriegt, ist eine lächerliche Figur (wie hier die Haushälterin), und eine, die auch noch andere Bedürfnisse hat, als die Familie zu versorgen, ist böse - wie z. B. Fräulein Gerlach, Fräulein Andacht oder Frau Pogge.
Mein großes Problem mit diesem Buch ist allerdings nicht so sehr das Frauenbild oder die ungesunde Mutter-Sohn-Symbiose von Emil und Frau Tischbein - wenn die beiden auf ihre Art glücklich sind, dann sollen sie es meinetwegen sein. Bis kurz vor Schluß würde ich dem Buch wie gesagt noch 3 Sterne geben.

Das eigentliche Problem ist, wie Emil und seine Mutter mit Oberwachtmeister Jeschke verfahren. Er ist eine tragische Figur als störender Dritter in der trauten Zweisamkeit von Mutter und Sohn - der arme Mann glaubt wahrscheinlich, seine Liebe zu Emils Mutter würde erwidert, und hat keine Ahnung, wie die beiden wirklich über ihn denken. Der Ehemann als bloßer Versorger und Zahlmeister - vielleicht ist Kästners Männerbild hier noch schlimmer als seine Ideen über Frauen?! Eigentlich habe ich gar nichts gegen Vernunftehen - als Biographienleser weiß man, daß so eine Ehe nicht unbedingt unglücklich sein muß. Aber der ahnungslose Herr Jeschke wird hier einfach gnadenlos ausgenutzt.

Den Film "Emil und die Detektive", der hier erwähnt wird, gibt es übrigens wirklich. Er wurde 1931 gedreht, vom später berühmten Billy Wilder. Ich habe diesen Film einmal vor vielen Jahren im Fernsehen gesehen, und obwohl ich ihn gut fand, war ich beklommen, weil ich mich fragte, was wohl in der Nazizeit aus den kleinen Schauspielern, die Emil und seine Freunde dargestellt haben, geworden ist. Und tatsächlich - bis auf einen sind ALLE im Krieg gefallen. Tragisch!
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen An den Haaren herbeigezogen, 28. Januar 2008
Von 
margarita - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Ich weiß nicht, warum Erich Kästner nach dem Erfolgsbuch "Emil und die Detektive" noch einen Folgeroman schreiben mußte. Es gibt Geschichten, die sind als Fortsetzungsroman konzipiert, andere sind es nicht. Emil und die Detektive gehört zu den letzteren.

Etwas genauer: die ganze Story ist stark an den Haaren herbeigezogen. Da ist zunächst das Erbe des Professors, in welches er seine mit-Detektive einlädt - man hat den Eindruck, dass Herr Kästner die Herrschaften krampfhaft wieder zusammenführen mußte. Dann verbringen die Jungs die gemeinsamen Ferien mit der Großmutter im Schlepptau - für einen guten Spruch ist die alte Dame ja wirklich immer zu haben, aber rechtfertigt das ihre sonst sehr gewollte Anwesenheit? Schließlich kommen die Tage, als die Jungs alleine gelassen werden "um sich zu entwickeln" - aus meiner Sicht hat sich auch hier Herr Kästner grad mal noch was einfallen lassem, wie die Jungs mal wieder ohne Erwachsene agieren können. Die an und für sich haarsträubende Geschichte des kinderklauenden und kinderverlassenden Mr. Byron wird dagegen nur mal am Rande erwähnt und es scheint sich nicht wirklich jemand um ihn und seine Machenschaften zu scheren.

Meiner Ansicht nach ist das das schlechtest Erich Kästner Buch überhaupt und ich würde empfehlen, jedes andere Kästner-Buch vor diesem zu lesen. Selbst mein Sohn (9), der das Buch stellenweise schon ganz witzig fand, meinte generell "komisch, unglaubwürdig"..

Natürlich sind die Formulierungen und der Stil hervorragend, wie immer, daher dann doch noch drei Punkte...Sonst kann ich nur abraten
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4.0 von 5 Sternen Schönes altes Buch, 1. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Als die Zeit noch heil war", hat man das Gefühl obwohl Kästner immer Wert darauf gelegt hat zu zeigen das sie es eben nicht ist. So auch in diesem Buch. Dennoch, in seiner schönen reinen Sprache ohne "neues Deutsch" eine stilreine Annehmlichkeit zu lesen. Nichts für eilige und auch hoffentlich nie auf einem Podcast erhältlich ist es ein Schmuckstück im Regal und ein Genuss für den bewusst lesenden.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönes Buch, 10. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Meine Tochter hat in der Schule Emil und die Detektive gelesen und fand es auch trotz des veralteten Inhalts sehr gut. Deshalb hat sie jetzt noch ein anderes Buch von Erich Kästner bekommen. Auch gut.
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Emil und die drei Zwillinge: Hörspiel
Emil und die drei Zwillinge: Hörspiel von Erich Kästner (Audio CD - 1. Februar 2006)
EUR 9,95
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