Kundenrezensionen

42
4,3 von 5 Sternen
Erwin, Mord & Ente (Erwin Düsedieker, Band 1)
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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Oktober 2013
Inhalt:
Erwin Düsedieker lebt mit seiner Laufente Lothar im idyllischen Bramschebeck. Er ist geistig zurückgeblieben, spaziert mit der Dienstmütze seines Vaters, des ehemaligen Dorfpolizisten, durch den Ort und wird nicht wirklich ernst genommen. Als jedoch eines Tages Überreste einer Frau gefunden werden, kann er zeigen, dass in ihm und seiner Ermittlungsente Lothar mehr steckt, als so manchem lieb sein dürfte.

Setting und Stil:
Thomas Krüger nutzt den fiktiven Ort Bramschebeck samt Umgebung perfekt für sich. Ostwestfalen und seine Einwohner erwachen mit allen ihren Macken, dialektischen Eigenheiten und Weltsichten zum Leben und man fühlt sich sofort dazugehörig.
Diese sehr bildliche und detailreiche Sprache ist durchgängig vorhanden. Thomas Krüger erlaubt es sich, seine Charaktere und die Handlung langsam, dem Gemüt der Einwohner angepasst, zu entwickeln. Ein Stil, der dem Leser liegen muss, da er ansonsten unter Umständen schnell die Geduld mit dem Buch verlieren könnte.

Charaktere:
Erwin ist ein sehr eigener Charakter, den man im Verlauf des Krimis immer mehr kennen und schätzen lernt. Er hat eine Tiefe, die man nicht erwartet und die einen erfrischend zum Nachdenken und Philosophieren bringt. Anfangs weiß man wenig über ihn und selbst am Ende ist noch vieles im Dunklen.
Erwins Schwächen werden durch seine Laufente Lothar ausgeglichen. Diese stürmt zielstrebig voran, sieht Spuren, wie nur Laufenten sie sehen können und ist an Mut kaum zu übertreffen. Definitiv die heimliche Hauptperson, die jedem ans Herz wachsen wird.
Die restlichen Dorfbewohner sind schön schräge und unterschiedlich, so wie man sie sich durchaus in einem Dorf vorstellt. Die Bösen kristallisieren sich erst mit der Zeit heraus, weisen einiges an Überraschungen auf und stellen für Erwin eine angemessene Herausforderung dar.

Geschichte:
Eine skurrile Geschichte, die den Leser hier erwartet. Ermittelt wird nicht durch die Polizei, sondern durch den Mann mit der Polizeimütze seines Vaters. Der Mord, der vielleicht gar keiner ist, liegt lange zurück und bei der Lösung ist definitiv der Weg das Ziel. Man erlebt Erwin und seine Sicht auf die Welt, wie andere mit ihm umgehen, was sie von ihm halten. Er nutzt seine Situation so gut er kann, wird unterschätzt und hat den besten Partner, den man sich wünschen kann. Überraschend, unvorhersehbar, amüsant und nie langweilig.

Fazit:
Dieser etwas andere Kriminalroman ist definitiv nicht für jeden etwas. Als Leser sollte man Liebe zur deutschen Sprache besitzen, Zitate und Anspielungen mögen und sich auf eine Sichtweise einlassen, die man sonst selten in Büchern findet. Sind diese Voraussetzungen zumindest zum Teil vorhanden, so kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Es bringt von Anfang bis Ende Spaß, sich in Erwins Welt entführen zu lassen. Ein Buch zum Zurücklehnen und Genießen, dessen Fortsetzung zum Glück schon geschrieben wird.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 19. Oktober 2013
Nein, es gibt die volle Punktzahl nicht, weil es in Ostwestfalen spielt.
Nein, es gibt die volle Punktzahl nicht, weil das Cover so schön grün ist.
Nein, es gibt die volle Punktzahl nicht, weil...
Es gibt die volle Punktzahl, weil das Gesamtpaket stimmt.

Zwar hatte ich am Anfang Schwierigkeiten, in den Text zu finden, denn dieser erwies sich als unerwartet wohlgeformt und ausgefeilt, doch nach einigen Seiten gab sich das völlig und auch die Protagonisten erschienen mir irgendwann sehr plastisch. Sogar die Ente, wie gerne würde ich jetzt spoilern, wuchs mir ans Herz. Ja, es sind schon Typen in der Welt unterwegs, und ich meine jetzt nicht den 'Mörder'.
Denn zugegebenermaßen bekam ich etwa in der Mitte des Buches einen gewaltigen Schreck, ahnte ich doch, wohin die Spur führen könnte und so etwas macht mich immer kribbelig. Denn wie schnell kann das ins Auge gehen?
Aber Thomas Krüger hat das souverän gelöst und auch wenn ein schaler Beigeschmack bleibt, es gibt Autoren, die es können. Und das liegt auch am Stil.

Erwin ist das Paradebeispiel für einen Menschen, der ständig unterschätzt wird, genau wie die Ente Lothar. Und auch das bewerkstelligt Thomas Krüger souverän und öffnet damit nicht nur den engsten Freunden die Augen, sondern auch dem Leser.

Und außerdem ist es auch noch unglaublich spannend, ich jedenfalls konnte es irgendwann nicht mehr aus der Hand legen. Was ein bisschen blöd war, da ich es in einer Leserunde gelesen habe.

Es gibt übrigens noch einige Extras, dank der Klappbroschur möglich, und zwar eine Landkarte mit den Häusern der Menschen mit den seltsamen Namen (ich finde sie nicht seltsam, ich kenne das) und ein Sonett, was einen nachhaltig auf Lothar einstimmt. Es ist schon ein kleines Überraschungspaket ;)

Und ja, ich liebe dieses Buch, nicht weil... ihr wisst schon.
Und ja, ich überlege ernsthaft, mir das Hörbuch zuzulegen, allein schon deswegen, um es noch mal zu genießen.

Fazit?
Wann kommt der nächste Teil?
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Im Internet konnte man lesen, daß Thomas Krüger sein Debüt in sechs Wochen geschrieben hätte. Vielen Verlagen sei das Werk zu verschroben gewesen, doch der Heyne-Verlag griff zu. Womöglich hat der Verlag damit eine gute Entscheidung getroffen.

Es geht um den Dorftrottel Erwin Düsedieker, der mit seiner Ente Lothar noch immer im Elternhaus wohnt. Gleichwohl sind Vater und Mutter längst tot.
Da sein Vater einmal Polizist war, ermittelt Erwin nun privat mit dessen Dienstmütze und seiner eigenen Laufente. Schließlich wurden im Wald Knochen gefunden, und mit ihnen auch Handschellen sowie Fragmente eines Buches.
Erwin, der offenbar von Sozialhilfe lebt, untersucht die Fundsachen heimlich und wühlt im Archiv seines Vaters, das im Dachstuhl vor sich hin gammelt und von der Polizei vergessen wurde. Langsam arbeitet er sich von Fragment zu Fragment und stellt die abenteuerlichsten Vermutungen an. Das Buch "Die Sturmhöhe" spielt eine Rolle. Abwechslung bietet dem in Bildern denkenden Bücherfreund das tägliche Wannenbad. Aber dabei wird er immer wieder von Arno gestört, der, was Sprachfähigkeit angeht, mit Erwin auf gleicher Höhe steht:
"Is ja'n Ding."
"Jau."

Anfang und Ende des Buches sind sehr gelungen. Als Entenfan konnte ich oft schmunzeln, Lothar ist einfach eine Freundschaft wert! Daß Erwin seiner Ente das richtige Futter gibt, sei hier nur am Rande positiv erwähnt.
Zudem beschreibt Thomas Krüger die langsame Denkweise der Menschen sehr gut - und zum Schluß hin nimmt das Buch so stark an Fahrt auf, daß man es in einem Stück zu Ende lesen möchte. Viele Formulierungen treffen auch genau den Punkt, nicht zuletzt, weil an den richtigen Stellen die Absätze gesetzt sind.

Doch warum hält sich der Autor mit seitenlangen, vollständigen und vor allem langweiligen Wiedergaben von Aktennotizen und Buchauszügen auf? Hätte der Verlag das nicht kürzen müssen? Große Teile des Buches ermüden, weshalb man überlegt, ob es ein Krimi oder doch eher eine Dokumentation sein möchte. Oft ertappte ich mich dabei, das Buch en(t)dgültig weglegen zu wollen. Doch dann kam das spannende, wenngleich auch überspitzte Ende, das den Krimis von Sebastian Fitzek in nichts nachsteht. Ob es nun unbedingt Alt-Nazis sein müssen, gegen die Erwin kämpft, sei dahingestellt.

Erwähnt sei noch, daß vorne im Buch eine Landkarte zu sehen ist und am Schluß ein wunderbares Enten-Gedicht folgt.
In meinem Fall war es also die Ente, die mich bei der Stange hielt ... weshalb es auch den vierten Stern gibt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Dezember 2013
Prima Grund-Idee, mal einen etwas anderen Ermittler zu haben! Es macht großen Spaß sich in Erwins etwas langsamere Denkwelt hineinzulesen, dem wilden Dialekt geradezu zu hören und der famosen Laufente Lothar zu folgen ... ein wirklich tolles setting!
Aber leider wird diese gut erdachte Geschichte vollkommen unnötig durch den schrecklich übertriebenen und absolut absurden Schluss vermasselt - echt schade!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. November 2013
Meinung:
Der geistig zurückgebliebene Erwin Düsedieker lebt mit seiner Laufente Lothar in einem kleinen idyllischen Dorf in Ostwestfalen. Er gestaltet sich seine Tage, indem er quer durch die Wälder spaziert, immer ausgestattet mit seinem alten Parka, Gummistiefeln und der Polizeimütze seines verstorbenen Vaters Friedhelm, der der Dorfpolizist war. Keiner im Ort nimmt Erwin wirklich ernst, seine einzigen Bezugspersonen sind Anni Twassbrake, die den örtlichen Tante Emma-Laden führt und Arno, ein ebenfalls etwas zurückgebliebener Aushilfsarbeiter.

Alles könnte so idyllisch sein, doch dann werden plötzlich auf einem Acker menschliche Knochen gefunden und Erwin, der eigentlich nie Polizist sein wollte, sieht sich unversehends mitten in den Ermittlungen, die tatkräftig von Lothar, seiner über alles geliebten Laufente, unterstützt werden. Die beiden geraten in einen wahren Strudel aus alten Geheimnissen, gefährlicher Kumpanei und merken bald, dass im Dorf doch nicht alles so idyllisch zugeht wie angenommen...

Ich habe Erwin, Mord & Ente zufällig bei den skoobe-Neuerscheinungen entdeckt, und als ich die Kurzbeschreibung las, wusste ich sofort, dass das ein Buch für mich sein könnte. Und ich wurde belohnt! Wie auf dem Cover bereits zu erkennen, sagt der Schauspieler Dietmar Bär dazu: "Ein fantastisch verrücktes Buch!" Ich kann mich seiner Meinung nur anschließen.

Zwar hatte ich anfangs ein bisschen Schwierigkeiten, Erwins Gedankengängen zu folgen, doch entwickelte sich dieser recht infantile Mann zu einem wahren Helden dieser Geschichte und zeigte sich viel schlauer, als alle Dorfbewohner (inklusive mir als Leser) dachten. Unterstützt wird er von seiner Laufente Lothar, die sich sehr mutig zeigt und gerne überall die Nase vornean hat. Ein wirklich erfrischendes Duo, was sich Thomas Krüger da erdacht hat!

Natürlich sind auch massig Nebencharaktere in Form der Dorfbewohner vorhanden, die nicht nur mit skurrilen Namen aufwarten, sondern auch von ihrer Art her dieser Skurrilität in nichts nachstehen. Diese alle auseinanderzuhalten war am Beginn etwas kompliziert, legte sich aber schnell.

Die Handlung selbst schreitet recht gemächlich voran, passend zur Lebensart von Erwin und den anderen Bewohnern, und somit sollte der Leser hier mitnichten einen Krimi erwarten, der vor Action oder Spannung nur so trieft. Ich möchte ihn eher mit dem englischen Pendant vergleichen: Wer z.B. die "Inspector Barnaby"-Reihe kennt und mag, der wird auch mit Erwin, Mord & Ente seine wahre Freude haben, denn die Charaktere sind allesamt etwas schrullig, sprechen oftmals in einem recht einfachen Dialekt, aber wuchsen mir sofort ans Herz, da sie so eine gewisse Ruhe und Unerschütterlichkeit in ihrer kleinen eigenen Welt ausstrahlen.

Die Lösung des Falles konnte mich überraschen und war definitiv schlüssig. Leider war mir das Buch nur viel zu kurz, und ich hoffe, dass sich daraus eine Reihe etablieren wird. Erwin & Lothar haben es wirklich verdient, noch ein paar weitere Fälle auf ihre ganz eigene Art zu ermitteln und ich könnte mir hierfür sogar eine TV-Verfilmung vorstellen. Dietmar Bär als Erwin - das wär's!!!

Fazit:
Erwin & Lothar - ein Ermittlerduo der ganz eigenen Art, das mir viel Lesespaß bereiten konnte! Ich hoffe, dass Thomas Krüger für die beiden recht bald einen neuen Fall parat hat.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wenn man sich das Cover dieses Buchs anschaut, dann dürfte klar sein, dass ich daran nicht vorbeikam. Die Ente in der Wanne ist ja so niedlich! Auch die Tatsache, dass der Krimi in Westfalen spielt, machte mich neugierig. Westfälin, die ich bin.
“Erwin, Mord & Ente” ist für mich ein besonderer Krimi. Erstens wegen Erwin, der alles andere als ein typischer Ermittler ist. Nicht nur, dass er gar kein Polizist ist, aber trotzdem mit der Polizeimütze seines Vaters herumläuft, er ist zudem von eher schlichtem Gemüt und ziemlich naiv. Bei den meisten Einwohnern seines Orts Versloh-Bramschebeck gilt er gar als beschränkt! Zweitens ist er meist in Begleitung seiner Laufente Lothar (mein Liebling, na klar!) unterwegs. Auch das ist in Krimis sicher nichts Alltägliches! Trotzdem mochte ich dieses ungewöhnliche Gespann sofort. Auf Erwin und sein Denken muss man sich aber einlassen können. Das fiel mir anfangs etwas schwer, später war es dann gar kein Problem mehr. Da merkt man erst, wie kompliziert man selber oft denkt!
Als im Dorf Knochen gefunden werden, ist Erwins Neugier geweckt. Was ist dort geschehen? Woher kommen die Knochen? Steckt ein Verbrechen dahinter? Er macht sich daran, Nachforschungen anzustellen. Auf die ihm eigene, oft naive, aber doch sehr gründliche Art. Ich muss sagen, ich war einige Male wirklich beeindruckt! Denn Erwin hat natürlich von solch modernen und fortschrittlichen Dingen wie zB dem Internet keine Ahnung. Er zieht stattdessen Bücher zu Rate, verlässt sich bei Beobachtungen ganz auf sein Gedächtnis und untersucht Papierfetzen mit einer Lupe. Das hat etwas von einem altmodischen, sehr klassischen Krimi, und genau deshalb war es für mich etwas Beosnderes. Wegen Erwins Vorliebe für Bücher auch etwas besonders Schönes! Und spannend geht es allemale zu! Da muss Erwin sich mit seinen altmodischen Ermittlungsmethoden nicht hinter den modernen Kollegen verstecken.
Der Fall um die Knochen selber ist Geschmackssache. Ich persönlich habe für Krimis, deren Auflösung in eine gewisse deutsche Vergangenheit führen, wenig bis gar nichts übrig. Für mich ging es deshalb hier nur in Ordnung. Wenn die Wurzeln eines Falles in der deutschen Vergangenheit liegen sollen, kommt man an dieser Zeit wohl nur schlecht vorbei. Wen solche Hintergründe nicht stören, der wird sich daran sicher nicht stoßen. Besonders getröstet hat mich ein gruseliges bis ekliges Element am Ende. Sowas mag ich dann wieder ausgesprochen gerne! Und man kann bis zum Schluss prima mitknobeln, was hinter dem Knochenfund steckt. Auch sowas finde ich immer toll!
Die Geschichte spielt in einem kleinen westfälischen Dorf. Ich habe ein großes Faible für Regionalkrimis, aber Regiokrimis aus Westfalen konnten mich bislang nicht begeistern. Dann kamen Erwin und Lothar, und schon war bewiesen: solche Krimis funktionieren auch hier! Ja, hier gibt es solch einsame Kaffs! Und ja, der Westfale ist mitunter eigebrötlerisch und stur! Und ja, wir reden hier so! Ältere Leute mehr, die jüngeren weniger. Aber auch ich habe viele Ausdrücke wiedergefunden, die zu meinem Sprachgebrauch gehören. Es gehört für mich zu solchen Krimis, dass solche Eigeschaften deutlich aufgezeigt werden. Das verleiht ihnen einen eigenen Charakter und oft kann man darüber gut schmunzeln. Ich habe einige Male wirklich lachen müssen und hatte dabei nie das Gefühl, dass die Westfalen hier irgendwie vorgeführt oder schlecht gemacht werden.

Ich habe unerwartet lange für das Buch. Das liegt vor allem an Thomas Krügers ungewöhnlichen und auch gewöhnungsbedürftigem Schreibstil. Der liest sich nicht gerade flott weg. Er passt aber gut zu Erwin und sein Denken, in das man sich auch erst einfinden muss. So naiv wie Erwin wirkt, er ist auf seine Art durchaus zu komplexen Denkvorgängen in der Lage. Die müssen wir aber erst für uns auf die Reihe kriegen, denn wir denken ja doch anders. Uns kommen sie oft sogar seltsam vor. Somit konnte sich die Geschichte einfach nicht lesen wie jeder 0815-Krimi sonst.

Ich bin ganz verliebt in Lothar! Und die Wanne spielt im Buch ebenfalls eine wichtige Rolle. Damit passt das Covermotiv wirklich gut zum Buch. Und ein Hingucker ist es durch Lothar auf jeden Fall! Im vorderen Deckel findet man eine Karte der Gegend, in der der Krimi spielt. Und im rückwärtigen Deckel…hach! ;)

Fazit: “Erwin, Mord & Ente” ist kein Krimi von der Stange! Erwin ist durch sein schlichtes Wesen ein Ermittler, wie ich ihn noch in keinem Krimi erlebt habe. An ihn und sein Denken muss man sich gewöhnen, dafür mag man ihn von der ersten Seite an. Lothar ist das Salz in der Suppe, mein Liebling und obendrein eine fähige Ermittlungsente. So gesehen ist die Geschichte ganz schön schräg, aber Erwins erster Fall hat es trotzdem in sich und kann leicht mit anderen Krimis mithalten. Ein feiner Blick auf westfälische Dörfer und ihre Bewohner laden zum Schmunzeln und hier und da zum an-die-eigene-Nase-fassen ein. Mir hat der Krimi viel Spass gemacht!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Oktober 2013
Dieses Buch ist etwas Besonderes.
An alle fanatischen Krimifans: Es ist absolut nicht so spannend, wie es in den letzten Jahren üblich ist: ein Ermordeter nach dem anderen und alle mindestens gevierteilt.
Nein - dieses Buch hat leise angenehme Töne und es hat einen wunderbaren Schreibstil.
Die Romanfiguren sind wunderbar profiliert.
Es ist äusserst intensiv auf einen Menschen, der "etwas anders ist" ausgerichtet.
Ein wirklich intelligenter Roman. Es gibt auch viele heitere Szenen.
Jedoch kommt die Spannung keineswegs zu kurz.
Man könnte sich vorstellen, daß es immer noch solche irren Ausnahmegruppen gibt, wie in diesem Roman beschrieben.
Ich würde das Buch sehr gerne weiter empfehlen. Hat mir sehr gut gefallen.
Anfang - Mitte - Schluß: Jeder Teil super.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. November 2013
THOMAS KRÜGERs erster Krimi ist der Auftakt zu einer vielversprechenden komisch-kauzigen Krimi-Reihe.

DIE STORY:

Versloh-Bramschebeck – ein „Hauptdarsteller“ dieser neuen Reihe – ist ein verschlafenes kleines ostwestfälisch-lippisches Kaff. Wenn hier von „farmazeutisch“ die Rede ist, ist das auf jeden Fall „ackertechnisch“ gemeint. Eines Morgens gibt es Aufregung in dem beschaulichen Dorf. Arno Wimmelböcker schellt an der Tür seines Freundes Erwin Düsedieker und platzt mit der Neuigkeit ins Haus: „Bei Jasper. Da issn Toter!“ „'n Toter? Bei Jasper?!“ „Jau. So Knochen und so!“ „So Knochen und so?!“ „Jau.“ - damit war Erwins Neugier geweckt. Erwin, der meistens mit Gummistiefeln, Jogginghose und Polizeimütze bekleidet das Haus verläßt, macht sich also auf den Weg. Begleitet wird er von seiner treuen“Ermittlungsente“Lothar. Angekommen am „Fundort“ kann die ermittelnde Polizei nichts mit Erwin und umgekehrt Erwin nichts mit der ermittelnden Polizei anfangen. Die „Ermittlungsente“ Lothar hingegen findet Papierfragmente, die Erwin in die Finger bekommt. Und Erwin – der Dorftrottel und belächelte „Dorfpolizist“ - beginnt mit den Ermittlungen, die ihn und seine geliebte „Ermittlungsente“ Lothar dann doch noch in ärgste Bedrängnis bringen...

FAZIT:

Ein gelungenes – Neugier auf mehr weckendes – Krimidebüt von THOMAS KRÜGER. Keine Angst ERWIN, MORD & ENTE ist kein (x-facher) neuer Regionalkrimi. Zwar spielt die Geschichte irgendwo im Ostwestfälischen, THOMAS KRÜGER hat sich indes nicht für einen realen Schauplatz, sondern für ein fiktives miefiges Kaff entschieden, ohne auf den „Zug der Regionalkrimis“ aufzuspringen; gut so! Die Stärke der Geschichte liegt einerseits in den skurrilen Charakteren (einschließlich der Laufente LOTHAR), bei denen THOMAS KRÜGER auch bei den „Randfiguren“ nicht spart. Es macht Spaß in dieses kleine Versloh-Bramschebecksche-Universum „einzutauchen“. Andererseits ist die schöne Sprache mit den vielfachen „Mundart-Dialogen“ hervorzuheben, mit denen der Autor glücklicherweise nicht zu sparsam umgeht, obwohl ich mir da auch noch ein büschen mehr vorstellen könnte. THOMAS KRÜGER gelingt es mit seinen wirklich sehr guten Formulierungen die Geschichte glaubhaft und nicht zu trivial herüberzubringen, auch wenn es vielleicht die ersten beiden Kapitel beansprucht, um sich richtig 'reinzulesen … aber dann kann man einfach nicht mehr aufhören zu lesen. So sehr wachsen einem der „trottelige“ ERWIN (der es eigentlich „faustdick“ hinter den Ohren hat!) und sein treuer Begleiter, die Laufente LOTHAR ans Herz. Man fiebert mit ihnen mit und muß einfach wissen, wie es weitergeht. Mir hat zudem die Distanz, die THOMAS KRÜGER zwischen ERWIN und LOTHAR und zwischen dem Leser und LOTHAR wahrt, ausgesprochen gut gefallen. Es gibt keine (weder innere noch äußere) Dialoge mit der Ente, was das Ganze davor bewahrt auch nur ansatzweise kitschig oder aufgesetzt zu wirken. Die spärliche Kommunikation zwischen Mensch und Tier erfolgt überwiegend über Gesten, Ansprachen ERWINs oder über tierische Instinkthandlungen; das ist dem Autor sehr gut gelungen! Gleichzeitig wird von THOMAS KRÜGER die Ostwestfälische Mentalität wunderbar und scharf gezeichnet 'rübergebracht; eine gelungene Persiflage (einschließlich Mundart und der typischen Orts- und Familiennamen!) - kein Wunder, wurde der Autor doch selbst in Löhne in Ostwestfalen geboren. Erstaunlich ist zudem die aufwendige Ausstattung, die der Verlag diesem Krimidebüt gewidmet hat. So ist das Cover teilweise in hervorgehobenem Hochglanz gedruckt. Der Buchumschlag ist vorne und hinten eingeklappt. Die Buchumschlaginnenseite vorne ziert ein Umgebungs-/und Ortsplan, der nach einer Vorlage des Autors von Ina Hattenhauer umgesetzt worden ist. In der Buchumschlaginnenseite hinten findet sich zudem eine „Laufenten-Sonette“ von THOMAS KRÜGER. Alles in allem ein rundum gelungenes Krimidebüt, bei dem man sich schon auf eine Fortsetzung freut. Dem Vernehmen nach, wird sie nächstes Jahr erscheinen und angeblich soll LOTHAR dann weibliche Gesellschaft bekommen; man darf gespannt sein...

Also viel Spaß mit diesem schönen Krimdidebüt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Dezember 2013
Außergewöhnliche Formulierungen und ungewöhnliche Sprachgewandheit geben diesem mit Westfalenhumor gewürzten Krimi den besonderen Charakter . Lesegenuss pur! Das fulminante Ende der Geschichte ist vielleicht ein wenig zu "amerikanisch " ausgefallen. Fazit: sehr empfehlenswert für Leser mit Vorliebe für sprachliche Feinheiten
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Februar 2015
Wenn es denn möglich wäre!
5 Sterne für Handlung, Figuren, von Äääwiin bis Lothar, für die Schilderung von Landschaft und Menschen, für die durchgehend flüssige Handlung.

Der 6. Stern ist für die Kindle Version, die es einem ermöglicht nahtlos zwischen Buch und Hörbuch hin und her zu switchen. Was für ein neues Lese- und Hörgefühl! Je nach Situation muss man nicht auf das Weiterlesen verzichten, sondern kann einfach weiterhören - oder eben umgekehrt.
Man landet immer an der richtigen Stelle, Dietmar Bär wie immer als wunderbare Stimme im Ohr.

Bei jeder Schnecke könnte man ab jetzt an Lothar denken - von mir also 6 Sterne!
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