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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grisham auf halbem Weg zu Sam Shepard's Niveau
Kurzgeschichten sind kurz! Deshalb muss die Geschichte dicht erzählt, die Dialoge pointiert und die Charaktere mit wenigen Sätzen treffend beschrieben werden. Sam Shepard ist ein Meister dieses Fachs, wie er es zum Beispiel mit "Der große Himmel" beweist, in dem er auf 156 Seiten 18 "short stories" präsentiert, die das Leben schreibt. Es sind...
Veröffentlicht am 27. Oktober 2010 von Christian Bleis

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen kein Grisham
Als Liebhaber seiner Bücher ist das Buch für mich kein Grisham - keiner der mir Gefällt, mich Fesselt. Mein erster war Der Klient und ich war bei ihm. Wenn dieses mein Erster gewesen wäre würde ich Grisham nicht kennen ...
Veröffentlicht am 29. Juli 2012 von Flodorfboy


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grisham auf halbem Weg zu Sam Shepard's Niveau, 27. Oktober 2010
Von 
Christian Bleis (Hannover, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Gebundene Ausgabe)
Kurzgeschichten sind kurz! Deshalb muss die Geschichte dicht erzählt, die Dialoge pointiert und die Charaktere mit wenigen Sätzen treffend beschrieben werden. Sam Shepard ist ein Meister dieses Fachs, wie er es zum Beispiel mit "Der große Himmel" beweist, in dem er auf 156 Seiten 18 "short stories" präsentiert, die das Leben schreibt. Es sind Geschichten gefüllt mit Trauer, Liebe und Grausamkeit. Sam Shepard schreibt große Literatur in kleinen Geschichten. Er hat Weltformat.

Grishams "Stories" sind nicht ganz so kurz, nicht ganz so prägnant und die Dialoge nicht ganz so geschliffen. Grisham lässt sich mehr Zeit, seine Figuren und die Situation, in der sie sich befinden, zu beschreiben. Insgesamt sind ihm diese "Stories" sehr gut gelungen, was man vor allem daran erkennt, dass man das Buch schlecht aus der Hand legen kann, hat man erst mal eine Kurzgeschichte angefangen und das einem die Akteure und ihr Schicksal noch lange in Erinnerung bleiben.

Jede der insgesamt sieben Geschichten umfasst circa 60 Seiten. Der Schreibstil ist etwas langsam und träge. Die Geschichten spielen alle in "Ford County" und ranken sich um das Thema, das Grisham am besten zu beschreiben beherrscht - das Gesetz und die Akteure, die in seinen Bannkreis gelangen. So begleitet man eine auf der harten Seite des Lebens lebende Familie, die den jüngsten Sprössling im Todestrakt kurz vor der Hinrichtung besucht, folgt den Schritten eines "undercover"-Pflegers, der auf der Suche nach schadensersatzpflichtigen Verletzungen der Fürsorgepflicht in Seniorenheimen arbeitet oder räumt zusammen mit einem von-der-Hand-in-den-Mund lebenden Rechtsanwalt sein privates und berufliches Leben auf, um eine sich plötzlich bietende Chance beim Schopfe zu packen und auf einem eher illegalen Weg einen gut gepolsterten neuen Anfang zu versuchen. Alle Geschichten sind gut geschrieben und fesseln den Leser. Einzig die erste Geschichte "Blutsbrüder" fällt da etwas ab.

Grisham ist kein Sam Shepard. Das Niveau erreicht er nicht. Doch sind seine "Stories" fesselnd geschrieben und bieten einen abwechslungsreichen Blick in einige Aspekte der amerikanischen Rechtspraxis. Obendrein sind die darin beschriebenen Menschen, die auf die eine oder andere Art mit dem Gesetz zusammenstoßen, gut gezeichnet und stehen einem mit fortschreitendem Lesen näher als "Das Gesetz".

"Das Gesetz" ist ein etwas anderer Grisham, komprimierter aber sehr lesenswert.
Empfehlenswert!
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ford County - auch das ist ein Stück US-Amerika, 4. September 2010
Von 
Peter Kensok "Globalscout" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Gebundene Ausgabe)
Schade eigentlich, dass der Originaltitel nicht beibehalten wurde: "Ford County". So dachte ich zunächst, es ginge John Grisham in "Das Gesetz" vor allem um Kurzgeschichten rund um den juristischen Kanon der Vereinigten Staaten. Stimmt aber nur am Rande. Grisham erzählt mit einer bewegenden literarischen Dichte über Menschen, die auf die eine oder andere Art mit dem Gesetz zusammenstoßen und sich manchmal hilflos, manchmal sehr kreativ diesem Konflikt stellen. Dabei stehen einem die fein gezeichneten Menschen näher als Recht und Ordnung oder "Das Gesetz", wie das Buch im Deutschen heißt. Grisham liebe den Süden der USA, so heißt es. Dazu gehört eben Ford County, ein Bezirk im Bundesstaat Mississippi, in dem alles ein wenig langsamer vor sich geht. Grisham schwingt seine Leser auf das Tempo dieser Region ein und führt uns in die Heime der Helden seiner sieben Geschichten.

So fiebern wir mit, wenn es Mack Stafford gelingt, aus seinem langweiligen Leben als erfolgloser Anwalt auszusteigen, als ein Konzern längst vernachlässigte Schadensfälle endlich vom Tisch haben will. "Die Fischakten" sind genau so dicht erzählt wie der "Ort zum Sterben" des Adrian Keanes. Der AIDS-Kranke wird von der betagten Farbigen Emporia in seinen letzten Wochen gepflegt wird. Und sie nimmt dabei mit der christlichen Pflicht sogar in Kauf, dass die Stadt und ihre Kirchengemeinde sich schmählich von ihr abwenden.

Nein, ich finde John Grishams Geschichten nicht wirklich komisch, nachdenklich vielleicht und traurig. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass es Grisham gelungen ist, uns ein paar der Menschen vorn Ford County menschlich näher zu bringen. Das fühlt sich bei aller Tragik gut an, wie ein besonderes Stück Amerika, das in den Ballerkinos so eher am Rand stattfindet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sieben Ford County Geschichten von amüsant bis traurig, 7. September 2014
Von 
fictionmaster (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Kindle Edition)
Ich kenne von John Grisham nahezu sämtliche Romane. Als ich erfuhr, dass er eine Geschichtensammlung namens „Ford County - Stories“ veröffentlicht hat, konnte ich nicht anders, als mir dieses in Deutschland unter dem Namen „Das Gesetz“ erschiene Buch zu besorgen. Schließlich geht es um eben jenen Landkreis, in dem viele von Grishams Romane spielen. Einige der Geschichten drehen sich sogar direkt um die Kleinstadt Clanton. Abgesehen von einem Gastauftritt des Anwalts Harry Rex Vonner tauchen in den Stories allerdings keine bekannten Figuren auf. Zumindest sind mir keine aufgefallen. Nichtdestotrotz sind es sieben höchst lesenswerte, zum Teil amüsante, zum Teil unter die Haut gehende Geschichten:

BLUTSBRÜDER: Eine amüsant-absurde Geschichte über drei Kumpel, die sich mit dem Auto auf den Weg nach Memphis machen, um für einen verunglückten Bekannten Blut spenden zu wollen. Doch auf der Fahrt dorthin geht es drunter und drüber. Meiner Meinung nach bloß eine durchschnittliche Story, die aber einen schnellen Einstieg ins Buch bietet.

RAYMONDS HEIMKEHR: Eine tragikomische Geschichte über eine Mutter von drei Brüdern, die mit den beiden älteren Söhnen ins Gefängnis fährt, in dem der jüngste Sohn am Abend in der Gaskammer hingerichtet werden soll. Die Geschichte erzählt die letzten Stunden, die die Familie zusammen verbringt. Meiner Meinung nach eine der besten, wenn nicht sogar die beste Story im ganzen Band.

DIE FISCHAKTEN: Anwalt Mack Stafford hat die Nase voll von seinem Beruf und seiner Familie. Als ihm eine New Yorker Kanzlei ein unerwartetes Angebot macht, wittert er seine Chance auf einem Ausstieg aus seinem bisherigen Leben. Eine bitterböse und höchst sarkastische Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe.

DAS CASINO: Sidney ist ein langweiliger Sachbearbeiter von Lebensversicherungen. Als ihn seine Frau verlässt, ist er zunächst zu Tode betrübt, schöpft aber neuen Lebensmut in dem frisch in Clanton eröffneten Casino des Geschäftsmanns Bobby Carl Leach. Wie sich herausstellt, ist der seit neustem auch mit Sidneys Frau zusammen. Ebenfalls eine bitterböse, höchst sarkastisch und noch dazu rasant schnell erzählte Geschichte einer anderen Art von Rache.

MICHAEL: Eine düstere Geschichte über einen Anwalt, der das Gesetz so sehr beugte, dass ein medikamentenabhängiger Arzt trotz zahlreicher Fehleinschätzungen schuldfrei davon kam. Acht Jahre später wird der Anwalt von der Familie der Gegenseite entführt und bekommt die Tragweite seiner Taten vor Augen geführt. Die Fakten von all dem Unrecht gingen mir unter die Haut, nur das Ende hätte ich mir etwas bissiger vorgestellt.

ALTE FREUNDE: Gill McGriffin ist ein Halunke der besonderen Art. Er reist von einem Altenheim zum nächsten, arbeitet dort ein paar Monate und deckt für einen befreundeten Anwalt die verklagbare Missstände auf. Nebenbei freundet er sich mit den reichen Bewohnern an und versucht so, sich in ihr Testament zu mogeln. Obwohl die Handlung wenige Überraschungen bot, habe ich diese aus der Ich-Perspektive verfasste Geschichte besonders gern gelesen. Sie ist rasant geschrieben und weiß einen von Anfang bis Ende gut zu unterhalten.

EIN ORT ZUM STERBEN: Ein sehr düstere Abschluss für die Storysammlung. Ende der Achtziger kehrt der an Aids erkrankte Adrian Keane in seine Heimatstadt Clanton zurück und wird von seiner Familie in ein Haus im Armenviertel verfrachtet. Die dortige Bewohnerin Emporia erklärt sich bereit, den Todkranken zu pflegen und freundet sich mit ihm an. Auch diese Geschichte bietet wenige Überraschungen, trifft mit seiner schonungslosen Schilderung der Bigotterie aber einen Nerv. Nichtdestotrotz hätte man aus der Kurzgeschichte noch einiges mehr machen können.

Fazit: Alles in allem war es eine recht gute Geschichtensammlung, die ein breites Spektrum von amüsant bis traurig abdeckt. Jede Story war gut geschrieben und bewies, dass John Grisham auch in kürzeren Texten etwas zu erzählen hat. Lediglich ein paar mehr Insider-Jokes und/oder Gastauftritte bereits bekannter Charaktere hätte ich mir gewünscht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen kein Grisham, 29. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Taschenbuch)
Als Liebhaber seiner Bücher ist das Buch für mich kein Grisham - keiner der mir Gefällt, mich Fesselt. Mein erster war Der Klient und ich war bei ihm. Wenn dieses mein Erster gewesen wäre würde ich Grisham nicht kennen ...
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4.0 von 5 Sternen Kurzweiliges Vergnügen, 26. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Gebundene Ausgabe)
Für seine Justizthriller hat John Grisham viel Geld bekommen, aber auch viel Kritik. Nun versuchte er sich am höchsten literarischen Gut: der Short Story. Sieben davon sind in »Das Gesetz« abgedruckt.

Ich hör' sie schon wieder schreien, die etablierte Riege der Buchkritiker, die mit John Grisham und dessen Justiz-Thrillern auf Kriegsfuß stehen. Von wegen: einfache Sprache, schlichte Story und überhaupt immer diese schnöden Klischees. Und jetzt versucht sich dieser verflixte Grisham auch noch an dem höchsten, literarischen Gut: die Short Story. Sakrileg!

Tatsächlich?

Nun, das Schreiben einer guten Kurzgeschichte ist tatsächlich echte Kunst. Nur die wenigsten Schriftsteller beherrschen dieses Spiel der wenigen Worte und der überraschenden Pointen, erst recht wenn sie ihre Story im Krimi- oder Thrillergenre ansiedeln.

Letzteres ist bei Grisham gar nicht der Fall. Darüber hinaus glaube ich auch nicht, dass er mit seinen Storys, die in dem jüngst veröffentlichten Buch »Das Gesetz« gesammelt erschienen sind, hohe, literarische Meriten anstrebte. Und überhaupt sei die Frage erlaubt: Wie zum Henker kommt der deutsche Verlag dazu, dem Storyband diesen hanebüchenen Titel zu verpassen. Denn mit Justiz und mit Richtern und Anwälten, so wie man es üblicherweise von Grisham gewohnt ist, haben die Kurzgeschichten meist gar nichts zu tun. Aber vermutlich haben findige Verlagslektoren mal wieder gedacht, deutsche Leser erwarten nun mal Recht & Ordnung von Grisham, also kriegen sie »Das Gesetz« von Grisham.

Im Original heißt das Buch stattdessen »Ford County - Stories«, und das trifft es auf den Punkt. Denn verbindendes Glied aller sieben Geschichten ist eben dieser fiktive Ort in Mississippi, den der Grisham-erprobte Leser bereits aus dessen Debüt Die Jury: Roman kennt. Und wie man sich das Leben in Mississippi so vorstellt, gestaltet Grisham auch seine Stories, manchmal gemütlich, oft behäbig, meist irgendwie unspektakulär: ein in Ödnis erstarrter Mann, der zum ersten Mal im Leben über sich hinauswächst, nachdem seine Frau sich von ihm getrennt hat. Ein an Aids erkrankter Schwuler, der zum Sterben in seine Heimatstadt zurückkehrt, aber dort auf blankes Entsetzen stößt. Eine Familie, die zum letzten Mal ihren zum Tod verurteilten Sohn und Bruder im Knast besucht, der bis kurz vor der Hinrichtung an seine Begnadigung glaubt - bevor sie ihn im Sarg mit heimnehmen und begraben.

Wie gesagt: Ein Meisterwerk, wie es der Klappentext verheißt, ist das alles nicht. Aber gerade weil die Geschichten von den Erlebnissen kleiner Leute in einem kleinen Ort erzählen, und zwischen den Zeilen immer wieder ein stiller Humor durchscheint - ein Humor, der keineswegs bösartig ist; eher eine Art Humor, mit dem sich die Widrigkeiten des Lebens in der Einöde Amerikas leichter ertragen lassen - bietet »Das Gesetz« ein kurzweiliges Vergnügen für ein verregnetes Wochenende im Herbst. Das ist doch schon mal was!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spitze!, 17. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Taschenbuch)
Keiner kann so Krimis schreiben wie John Grisham! Eine Geschichte - ein Schicksal - das unter die Haut geht. Ergreifend, rührend und wundervoll geschrieben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kurzweilig, humorvoll, brillant, 3. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Taschenbuch)
Diese sieben Kurzgeschichten von John Grisham sind einfach Spitze!

Alle Stories sind in der Südstaaten-Kleinstadt Clanton, 10.000 Einwohner oder in ihrer Umgebung angesiedelt. Jeweils auf den ersten zwei, drei Seiten zieht Grisham den Leser mit wenigen Sätzen gekonnt in ein interessantes, skurriles oder spannendes neues Setting hinein; oft dauert es eine Weile, bis man merkt, worum es eigentlich geht.

So dachte ich in "Blutsbrüder" zunächst, dass es tatsächlich um die Rettung eines verletzten Bauarbeiters gehen würde. In Wirklichkeit aber erleben wir die sehr humorvolle Tour dreier Jungs vom Lande in die große Stadt Memphis, die dort nicht wie geplant mit einer Blutspende für den Verletzten endet, sondern in eine Strip-Bar, in eine Schlägerei, ins Gefängnis und auf einen einjährigen Selbstfindungstrip führt. Wie John Grisham dieses Roadmovie in allen Einzelheiten höchst anschaulich und lebendig erzählt, das ist einfach brillant, und allein für diese erste Geschichte lohnt es sich schon, das Buch zu kaufen. Es folgt dann aber eine Geschichte, die ich für die beste dieses Buches halte,"Raymonds Heimkehr", eine sehr traurige, zu Herzen gehende Geschichte ohne Happy End, die in einem ganz anderen Tonfall als die Eingangsgeschichte ebenso zu fesseln und zu begeistern vermag. Auch hier wird man als Leser zunächst in die Irre geführt: Drei Leute machen sich auf einen Weg mit einem Möbeltransporter. Man fragt sich, wo sie hinfahren und was sie transportieren wollen. Erst allmählich wird dann klar, dass es zu einer Hinrichtung geht, und dass in dem Möbeltransporter nachher ein Sarg und eine Leiche transportiert werden sollen ...
Weitere eher humorvolle Stories sind "Das Casino" und vor allem "Alte Freunde". Sehr berührend fand ich dann am Ende die Geschichte "Ein Ort zum Sterben". Die irrationalen Ansteckungsängste und das Unwissen in Sachen AIDS Ende der 80er Jahre in einer typischen amerikanischen Kleinstadt werden hier drastisch und aufrüttelnd geschildert. Aber eine alte 75jährige Afroamerikanerin macht mit dem Kranken ihren Frieden, pflegt ihn und findet durch ihn sogar einiges über sich selbst und ihren Glauben und ihre lieben Mitmenschen heraus.

Ich gebe es zu, als ich das Buch geschenkt erhielt, dachte ich: Nun auch noch Kurzgeschichten von John Grisham. Er schreibt gute, lange Romane - aber ob er ein anderes Genre ebenso beherrscht? Nach der Lektüre kann ich nur sagen: Hut ab. Ein tolles Buch. Die Geschichten sind kurzweilig, humorvoll, spannend, ergreifend, höchst lesenswert. Ein gutes Buch für Einsteiger, um die Welt von John Grisham überhaupt erst einmal kennenzulernen. Ein gutes Buch für Grisham Fans, weil alle sieben Stories Inhalt, Biss und das gewisse Etwas haben. Deshalb fünf Sterne!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen kurz und gut, 10. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Taschenbuch)
In "Das Gesetz" entführt John Grisham den Leser mit sieben Kurzgeschichten in die fiktive Kleinstadt Clanton, Verwaltungssitz des ebenfalls fiktiven Ford County, Mississippi, und deren Umgebung. Grisham stellt dabei das Leben der dortigen Bewohner in den Vordergrund seiner Erzählungen und fast alle haben sie einen, zumindest entfernten, juristischen Bezug. Ansonsten weisen sie jedoch nur sehr wenige Ähnlichkeiten auf. Sei es eine missglückte Tour von drei Männern nach Memphis, die letzten Stunden eines Todeskandidaten mit seiner Familie, das windige Treiben von Kleinstadtanwälten oder der langsame Abschied eines Sterbenskranken vom Leben; jede der Kurzgeschichten ist auf die ihr jeweils eigene Art lesenswert. Zum Nachdenken anregend und stets mit einem leicht melancholischen Unterton bieten sie dem Leser eine gehaltvolle Lektüre.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grisham Lesestoff, 6. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Gebundene Ausgabe)
Ich kann kaum den einen Grisham mit einem anderen Grisham vergleichen. Grisham ist immer gut, sehr geeignet für den nächsten Urlaub.
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19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht wirklich überzeugend, 6. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz: Stories (Gebundene Ausgabe)
Die letzten Jahre des John Grisham waren, was seine Neuveröffentlichungen angeht, eher mäßig. Schatten hat eindeutig überwogen, weil eher uninspirierte Langeweile überwogen haben. Sein letzter Roman "Der Anwalt" hatr allerdings Hoffnung gemacht und - trotz ziemlich verpatztem Ende - an seine Erfolge wie "Die Firma", "Die Jury" und co angeknüpft.

Nun hat Grisham mit "Das Gesetz" einen Story-Band, also eine Sammlung von - eher längeren - Kurzgeschichten publiziert, die sich alle rund um das titelgebende Thema drehen. Und, um das Fazit gleich vorweg zu nehmen, er hat mich als Leser sehr enttäuscht, denn von seiner Genialität, seinem fesselnden Schreibstil blitzt nur ab und an etwas auf - der Rest ist dahinplätschernde Seichtigkeit und Langeweile. Die Storys enden meist ohne Pointe, sondern plätschern einfach aus und hinterlassen das Gefühl eines vergessenen Endes.

Dabei sind die Storys vom Thema an sich sehr abwechslungsreich - ob jetzt der Besuch der Familie bei einem Hinrichtungskandidaten, die erschreckend aufgefrischte Erinnerung eines skrupellosen Anwalts an einen schon fast vergessenen Fall, der undurchsichtige Pfleger in einem Altenheim, der vom Ausstieg träumende Erfolgsanwalt oder der frustrierte und von seiner Frau verlassene Ehemann, der sein Glück im Black Jack findet. Es sind alles von der Grundidee skurille und neugierig machende Plots, die Grisham in seinen Storys erzählt, doch es springt kaum Funke über und irgendwie kommen die Storys dahererzählt, geplaudert rüber.

Schade, sehr schade, denn dass grisham ein glänzender Erzähler und Storyschreiber sein kann, hat er oft genug bewiesen. Anscheindend ist nun doch das Feuer etwas erloschen.
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Das Gesetz: Stories
Das Gesetz: Stories von John Grisham (Audio CD - 30. August 2010)
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