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273 von 280 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochspannende Geschichtsstunde
Ein Action-Thriller? Ein Krimi? Literatur? Alles. Superspannend, z.T. sogar richtig witzig, an den entscheidenden Stellen aber einfühlsam und niemals mit erhobenem Zeigefinger. So bekommt der Leser ganz nebenbei die Geschichte zweier Kinder erzählt. Ein Mädchen aus der Ukraine, 1942 nach Nazi-Deutschland verschleppt, und ein Junge aus Berlin-Grunewald, Kind...
Am 6. Januar 2006 veröffentlicht

versus
15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen hausbacken
Es tut mir Leid, dass ich mich den vielen so sehr positiven Rezensionen nicht anschließen kann, aber auf mich wirkte dieser Krimi doch recht hausbacken. Die Figur des Anwalts blieb während der Lektüre leblos und ein wirkliches Mitfiebern wollte sich bei mir auch nicht einstellen. In jedem Fall lesenswert wird der Roman aber durch die gut recherchierten...
Veröffentlicht am 8. Februar 2008 von Andrea


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273 von 280 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochspannende Geschichtsstunde, 6. Januar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Gebundene Ausgabe)
Ein Action-Thriller? Ein Krimi? Literatur? Alles. Superspannend, z.T. sogar richtig witzig, an den entscheidenden Stellen aber einfühlsam und niemals mit erhobenem Zeigefinger. So bekommt der Leser ganz nebenbei die Geschichte zweier Kinder erzählt. Ein Mädchen aus der Ukraine, 1942 nach Nazi-Deutschland verschleppt, und ein Junge aus Berlin-Grunewald, Kind und Kindermädchen. Die beiden mögen sich, nicht zuletzt, weil die Mutter des Jungen sich kaum noch um ihn kümmert. Als beide in den Bombemnächten 1944 in einen Luftschutzkeller flüchten, sehen sie etwas, was sie keinesfalls hätten sehen dürfen...
Sechzig Jahre später. Der erfolgreiche Anwalt Joachim Vernau steht kurz vor der Einheirat in die noble Familie Zernikow. Da taucht in Gestalt einer alten Russin plötzlich die Vergangenheit wieder auf. Das beschämende Schweigen der Zernikows zu ihrer braunen Vergangenheit kann Vernau vielleicht tolerieren. Als die Russin aber zwei Tage später ermordet wird, setzt sich ein tödlicher Kreislauf in Gang. Was geschah damals in diesem Keller? Warum wird gelogen, vertuscht und getötet?
"Das Kindermädchen" ist ein Drei-Nächte-Buch. Über vierhundert Seiten, aber wer einmal damit anfängt, hört nicht mehr auf. Spannend bis zur letzten Seite. Bewegend. Unterhaltend. Moralisch auch, aber - wie gesagt, das so ganz nebenbei und unauffällig, dass man nach der letzten Seite das Gefühl hat, endlich mal wieder ein spannendes Buch verschlungen zu haben. Erst viel später fragt man sich, was wohl aus diesen Kindermädchen geworden ist. Und warum bis heute niemand etwas von ihnen wissen will, dass man vergessen hat, dass Zwangsarbeiter auch in Privathaushalten schuften mussten. Damit hat das Buch seinen Sinn mehr erfüllt, als es jeder Krimi könnte.
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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugend!, 28. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Bei Elisabeth Herrmann habe ich das Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt. Im Herbst las ich ihren Kriminalroman "Die siebte Stunde", in der der nicht gerade erfolgsverwöhnte Anwalt Joachim Vernau einen komplizierten Fall an einer Elite-Schule aufklärt. Dabei gab es immer wieder Rückblicke auf eine Zeit, in der eben jener Joachim Vernau einst in den feinsten Berliner Kreisen verkehrte.
In ihrem Vorgänger-Buch "Das Kindermädchen" erzählt Elisabeth Herrmann diese Geschichte:

Joachim Vernau steht kurz vor der Verlobung mit Sigrun Zernikow. Eine aufstrebende Politikerin aus alter, angesehener Berliner Familie. Seit Jahren verdient er sich die Sporen bei Sigruns Vater in dessen Kanzlei. Zwar werden ihm diese Familienbande manches Mal ein wenig eng - zumal da noch die Patriarchin und Großmutter von Sigrun ist, die ihn immer wieder daran erinnert, eigentlich nicht standesgemäß zu sein - doch im Prinzip ist er schon froh, dass er sich um schnöde Finanzen keine Gedanken mehr machen muss.
Eines Tages steht eine alte, russisch sprechende Dame im Büro von Joachim und verlangt eine Unterschrift von Utz.
Joachim hätte diesen Vorfall schnell vergessen, würde er nicht einige Tage später in der Zeitung vom Tod dieser Frau - einer ukrainischen Zwangsarbeiterin - erfahren.
Seine Nachforschungen, in die er seine alte Kollegin Marie-Louise einbindet, konfrontieren ihn mit der familiären Vergangenheit der Zernikows, die nicht nur eine Leiche im Keller zu haben scheinen.
Schnell spürt er, wie die Reihen sich vor ihm schließen und beginnt nun erst recht in diesem Sumpf herum zu stochern...

Elisabeth Herrmann schreibt absolut überzeugend!
Ihre Kriminalromane leben nicht nur durch die Ermittler wider Willen Joachim und Marie-Louise, sondern vor allem durch ihre mit Bedacht ausgewählten Handlungsstränge. Flott geschrieben entwickeln ihre Kriminalromane eine Dynamik, die dem Leser auch jeweils ein Thema nahebringen, die nicht unbedingt zum Standard-Repertoire der Kriminalliteratur gehören.
In diesem Kriminalroman verwebt sie Millieu-Studie, Geschichtsstunde und eine Reihe von lebendigen Charakteren zu einer lesenswerten und spannenden
Story!
Und sie nährt die Hoffnung auf ein literarisches Wiedersehen mit Joachim und Marie-Louise!
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68 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender Krimi um ein bewegendes Thema, 5. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Gebundene Ausgabe)
Elisabeth Herrmann hat das brisante Thema der urkrainischen Kindermädchen, die während des zweiten Weltkriegs zu Zwangsarbeit in deutschen Haushalten gezwungen wurden, in einen spannenden Krimi verpackt.
In das idyllische Leben des Anwalts Joachim Vernau, der glücklich liiert ist mit der Politikerin Sigrun (von) Zernikow, tritt plötzlich eine alte Urkrainerin. Sie fleht ihn um Hilfe an: Für ihre Freundin Natalia braucht sie die Unterschrift unter einem Dokument, das die Zwangsarbeit im Hause Zernikow als Kindermädchen für den kleinen Utz bestätigt. Doch Utz, heute Vater von Sigrun, zukünftiger Schwiegervater von Joachim, und aktuell sein Chef in einer renommierten Berliner Kanzlei, verweigert die Anerkennung. Anfangs widerwillig, später neugierig und letztlich provoziert von einer alten Freundin aus kämpferischen Studientagen, beginnt die Suche nach der Wahrheit. Vertrauen und Misstrauen lassen Fakten immer wieder in neuem Licht erscheinen. Außer der Wahrheit stehen bald auch alte und neue Ideale auf der Fahndungsliste. Woran können Menschen in den Zwängen des gesellschaftlichen und beruflichen Leben noch glauben?
Mit viel Liebe zum Detail, spritzigen Dialogen und einem humorvoll-lakonischen Stil zeichnet Elisabeth Herrmann ein bewegendes historisches Geschichtsbild, mit einer spannenden, unterhaltsamen Rahmenhandlung im modernen Berlin.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung, Witz und Geschichte- was will man mehr?!, 8. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Der Rechtsanwalt Joachim Vernau führt ein ruhiges und luxuriöses Leben an der Seite seiner zukünftigen Verlobten Sigrun Zernikow. Doch gerade als alles zum Besten steht und Joachim die Partnerschaft in der renommierten Kanzlei seines zukünftigen Schwiegervaters angeboten werden soll, tritt erst eine alte, dann eine jüngere Ukrainerin in das Leben der adeligen Familie. Beide fordern, dass die Zernikows die Zwangsarbeitszeit des früheren Kindermädchens Natalja Tscherdnitschenkowa, die während des zweiten Weltkrieges bei der angesehenen Familie gearbeitet hat, anerkennen.
Von da an steht Joachims Leben Kopf. Es geschieht ein Mord, der in direktem Zusammenhang zu Joachims angehender Familie steht; er wird erpresst, zusammengeschlagen und schließlich von seiner Verlobten und der gesamten Familie Zernikow verstoßen.
Der sonst so gewiefte Anwalt ist auf einen Schlag rat- und brotlos.
Erst als seine frühere Lebensgefährtin Marie-Luise wieder Kontakt zu ihm aufnimmt, beginnt Joachim, Nachforschungen anzustellen.
Mit der Hilfe der Anwältin Marie' Luise kann Joachim jedoch langsam Licht in die dunkle Vergangenheit der Zernikows bringen.
Schließlich glaubt er, den Schuldigen gefunden zu haben und begibt sich und alle, die Näheres wissen, für die Aufklärung des brisanten Falles in Lebensgefahr.
Doch am Ende ist nicht alles so, wie es scheint. Joachim muss die Puzzleteile genauer unter die Lupe nehmen und erneut zusammenfügen, um zur Lösung zu gelangen.

Elisabeth Herrmann schafft es mit ihrem Buch '"Das Kindermädchen'", geschichtliche Hintergründe mit Witz und Spannung zu kombinieren, so dass das Lesen Spaß macht und gleichzeitig zur kleinen Geschichtsstunde wird.
Die Hauptfigur Joachim Vernau wirkt sofort sympathisch und authentisch, ebenso wie die anderen Personen, die Elisabeth Herrmann in ihrem Buch beschreibt.
Sie alle scheinen wie aus dem Leben gegriffen; ihre Ängste und Hoffnungen, aber auch ihre Probleme bleiben bei all der Spannung, die aufkommt, dennoch weltlich und lebensnah.
Was auf den insgesamt 444 Seiten des Buches passiert, liest sich nicht nur flüssig und bringt einen dazu, Nächte durchzulesen, sondern eignet sich sogar als Filmstoff.

Fazit: Unbedingt empfehlenswert!
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niveauvoller deutscher Krimi, 31. Oktober 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Joachim Vernau, Anwalt in einer renomierten Berliner Anwaltskanzlei, mit Aussicht auf Partnerschaft in derselben und Aussicht auf Heirat mit der aufstrebenden Politikerin und Tochter des Hauses, Sigrid von Zernikow, glaubt sich am Ziel seiner Träume.Doch plötzlich bekommt die Fassade der Hochanständigkeit dieser Berliner Societyfamilie Risse,als eine ukrainische Frau die Unterschrift unter ein Dokument fordert, was bescheinigt, dass die Familie von Zernikow während des Krieges Zwangsarbeiterinnen beschäftigt hat. Als dann auch noch ein Mord geschieht, versucht Joachim Vernau hinter das Geheimnis seiner zukünftigen Familie zu kommen. Bei seiner Recherche trifft er aber nicht nur auf eine Mauer des Schweigens, sondern erfährt auch, dass noch so manch anderer der Berliner Gesellschaft eine "Leiche im Keller " hat.

Spannend,sprachlich vituos und streckenweise sehr amüsant erzählt Elisabeth Hermann ihren Roman, der mit Recht als hohe Krimikunst bezeichnet wird. Sie verknüpft ein wenig bekanntes Stück deutscher Geschichte geschickt mit einem Sittenbild der sogenannten"guten Gesellschaft" und schafft es durch ihr schriftstellerisches Können , dass der Leser der Geschichte nicht nur atemlos folgt, sondern auch traurig ist, dass das Buch zu Ende ist. Ihren Folgeroman werde ich mit Sicherheit lesen.
Absolute Kaufempfehlung!!!
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen!, 24. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Das Buch ist sehr zu empfehlen: Ich konnte es überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Ein bis dato ziemlich unbekanntes Kapitel der deutschen Geschichte wird hier zum Hauptthema - Zwangsarbeiterinnen, die in deutschen Haushalten als Kindermädchen arbeiten mussten. Die Handlung wird zügig vorangetrieben, die Charaktere sind manchmal vielleicht ein bisschen zu überzeichnet in ihren Eigenarten. Das tut dem Lesespaß aber überhaupt keinen Abbruch. Nebenbei erfährt man noch einige neue Dinge über die historischen Fakten. Wer gern Krimis liest - hier noch mit ein wenig Berliner Lokalkolorit - wird dieses Buch verschlingen!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, spannend, mit top recherchiertem Background!, 22. Januar 2009
Von 
Heike Werner (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Sehr spannender Krimi, der völlig verdient in der Krimi-WeltBestenliste gelandet ist und der zusätzlich noch interessantes Hintergrundwissen zu bieten hat.
Ein Buch, dass mich begleitet hat, damit ich auch wirklich in JEDER mal freien Minute lesen konnte ;o) - kann ich absolut empfehlen: verdiente 5 Sterne!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine spannende Krimihandlung mit Witz und schwarzen Humor, 11. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Elisabeth Herrmanns Erstlingswerk ist nicht nur ein erstklassiger Krimi mit feinem Humor, es ist auch ein Bericht über ein wenig beachtetes Kapitel deutscher Geschichte.

Während der NS-Zeit wurden viele junge Frauen aus Polen und der Ukraine zu Kindermädchen reicher Familien in Deutschland zwangsverpflichtet. Bis heute ist es für diese Frauen sehr schwierig Entschädigungen zu bekommen, da sie eine Bescheinigung ihrer ehemaligen „Arbeitgeber“ brauchen.

Die Autorin schafft es, ein ernstes Thema in eine spannende Krimihandlung zu verpacken und verzichtet dabei nicht auf Witz und schwarzen Humor. Eine Gratwanderung, die ihr bestens gelingt. Dazu ein Hauptdarsteller, der umrundet von toughen Frauenfiguren, selbst eine gute Figur macht.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brunetti in Berlin, 3. Februar 2008
Von 
Paula Jakob (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Ein wirklich umwerfendes Buch, ich kann nur schwärmen!Das Kindermädchen ist ohne Einschränkung der beste Krimi, den ich seit langem gelesen habe. Elisabeth Herrmann schreibt pointiert, bildhaft und lebendig, die Dialoge sind wunderbar, mal bissig, mal voller Gefühl, es entsteht wirklich ein Film im Kopf. Der Autorin gelingt mit diesem Buch das Kunststück, unterhaltsam, aber nicht platt, spannend, aber nicht künstlich zu erzählen, auch wenn sie hier und da mal ein wenig zu dick aufträgt. ( Eine BVG - Müggelsee- Fähre zu entführen ist ein wenig viel des Guten!) Die Geschichte um das ukrainische Kindermädchen Natalia packt einen aber trotzdem von der ersten Seite an, zieht einen hinein in die dunklen Abgründe der Nazi - Vergangenheit, beschwört Schicksale, Verbrechen und Gräuel herauf und schafft den Balanceakt, dabei weder betroffenheitstriefend noch oberlehrerhaft sondern sachlich UND menschlich zu bleiben. Bis in unsere Generation hinein reißen immer wieder Wunden auf, die in dieser finsteren Zeit geschlagen wurden und nicht dadurch verheilen, das man den Mantel des Schweigen darüber legt, was damals neben Krieg und Völkermord noch an kleinen und großen Schweinereien ablief. Elisabeth Herrmann schreibt darüber und man merkt, dass ihr das Thema ans Herz geht. Ihr Buch hätte unbedingt mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit verdient wie die zuletzt leider weitaus faderen und müderen Werke von Bestseller - Abonennten wie Donna Leon oder Elisabeth George. Und Joachim Vernau, der Rechtsanwalt und Krimiheld wider Willen ist vom Typ her ein echter Brunetti, fehlbar, leicht zu erschüttern, oft emotional überfordert und hartnäckig wie ein Terrier, wenn er sich mal verbissen hat. Vernaus Mutter und ihr Faktotum Hüthchen haben das Zeug zu Kultgestalten, die kluge, kämpferische Marie - Louise und den schnoddrigen Praktikanten Kevin schließt man auch sofort ins Leserherz. Das sind Figuren aus Fleisch und Blut, wirklich aus dem Leben abgeschrieben! Und die Kulisse ist ein Star für sich: Berlin wird von Elisabeth Herrmann wie Donna Leons Venedig beschrieben, in einem allzu heißen Sommer, atmosphärisch dicht, lebensnah und unglaublich sinnlich , völlig entschleunigt beschrieben. Wer noch nie dort war, wird hinfahren wollen, wer wie ich dort gelebt hat, bekommt Sehnsucht. Ich könnte noch seitenlang weiterschwärmen, wie klug und aufregend der Krimi aufgebaut ist, wie schlau die falschen Fährten gelegt werden, wie gut man unterhalten und doch immer wieder schockiert wird, aber im Endeffekt kann ich nur sagen, lesen Sie dieses Buch, es lohnt sich!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spurensuche in Berlin, 4. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Gebundene Ausgabe)
Ganz oben steht Anwalt Vernau auf der Karriereleiter. Fast hat er sie schon geheiratet, die erfolgreiche Bürgermeisterkandidatin aus bestem Hause. In der renommierten Anwaltskanzlei seines Fast-Schwiegervaters arbeitet er schon. Diese Hochglanz-Idylle in Berlins bester Wohnlage wird durch das Auftauchen einer alten Russin empfindlich gestört. Von Zwangsarbeit soll also in dieser hochwohlgeborenen Familie die Rede sein. Zu einer weiteren Befragung kommt es nicht, da die alte Russin tot im Landwehrkanal aufgefunden wird. Auf der Suche nach Antworten trifft sich Vernau mit einer ehemaligen Kommilitonin, die sich mit ganzem Herzen den Rechtsverhältnissen der kleinen Leute verschrieben hat. Das führt zwangsläufig zu komischen Verwicklungen, die völlig unkonventionell gelöst werden müssen. Auch seine Mutter meldet ihre Ansprüche an die Sohnespflichten an - natürlich immer zur Unzeit, wie er meint, aber auch das bekommt er auf die Reihe. Nun, so berühmt ist der Plot auch nicht gerade, könnte man meinen. Aber nicht, wenn er aus der Feder einer Elisabeth Herrmann stammt. Mit einem untrüglichen Sinn für das Komische im normalen Leben, lässt sie ihre Protagonisten agieren. Da kommt nichts platt daher. Warmherzig und äußerst intensiv beschreibt sie die Charaktere und deren Handeln in teilweise extremen Situationen, die offenbar sorgfältig recherchiert wurden. Ein Buch, das ich mir so richtig gegönnt habe und noch oft verschenken werde.
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Das Kindermädchen
Das Kindermädchen von Elisabeth Herrmann (Audio CD - 5. März 2012)
EUR 19,99
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