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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Mischung aus Agententhriller, Liebesgeschichte und historischem Roman
Georg Hartmann würde viel lieber wieder als Lehrer arbeiten. Aber er muss froh sein, dass sein Schwager Axel Rottländer, ein Gestapo-Mann, ihn vor einem Fronteinsatz bewahrt und ihm den Posten als Lagerleiter beschafft hat. 1943 ist kein gutes Jahr für die Erfüllung persönlicher Wünsche.
In Neheim, am Fuß der Möhnetalsperre,...
Vor 17 Monaten von Gospelsinger veröffentlicht

versus
3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen liest sich wie Konsalik
Tut mir leid, die erste nicht so gute Beurteilung abgeben zu müssen, aber ich war enttäuscht. Auch verwundert über die Leser, die hier so tolle Beurteilungen abgegeben haben. Diese Liebes-Agenten-Geschichte hat tatsächlich heutzutage noch so viele begeisterte Leser gefunden!?! Kaum zu glauben! Ich habe mich an die früheren Konsalik-Romane...
Vor 9 Monaten von Maria-Rose veröffentlicht


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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Mischung aus Agententhriller, Liebesgeschichte und historischem Roman, 11. März 2013
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
Georg Hartmann würde viel lieber wieder als Lehrer arbeiten. Aber er muss froh sein, dass sein Schwager Axel Rottländer, ein Gestapo-Mann, ihn vor einem Fronteinsatz bewahrt und ihm den Posten als Lagerleiter beschafft hat. 1943 ist kein gutes Jahr für die Erfüllung persönlicher Wünsche.
In Neheim, am Fuß der Möhnetalsperre, arbeiten ukrainische Zwangsarbeiterinnen in einer Munitionsfabrik. Georg Hartmann, der noch Skrupel und ein Gewissen besitzt, versucht, die Lage der Frauen im Lager wenigstens ein wenig zu verbessern. Er schreibt Eingaben für eine bessere Verpflegung und Krankenversorgung und versorgt die Frauen heimlich mit russischer Literatur und Zeitungen.
Das ist schon gefährlich genug, zumal schon Gerüchte kursieren, dass Georg nicht auf Parteilinie liege. Was auch stimmt. Gedanken wie „Hitlerjugend. Was passierte eigentlich, wenn Hitler einmal starb? Hieß es dann Müllerjugend, nach seinem Nachfolger?“ sind nicht gerade staatskonform.
Und dann verliebt Georg sich auch noch in die Lagerinsassin Nadjeschka, die einen Ausbruch plant. Das zwingt ihn zu folgenreichen Entscheidungen.
Die größte Gefahr allerdings droht von einer ganz anderen Seite. Die britische Luftwaffe bereitet seit zwei Jahren die Bombardierung der großen deutschen Stauseen vor, und die Möhnetalsperre ist ihr erstes Ziel.
Aber diese kriegsentscheidende Aktion ist gefährdet. Die deutsche Spionin „Nachtauge“, die der britische Geheimdienst MI5 schon seit drei Jahren vergeblich jagt, ist vor Ort und versucht, den Angriff zu sabotieren.
Ich habe dieses Buch förmlich verschlungen. Es liest sich spannend wie ein Thriller, die (wahre) Liebesgeschichte ist nicht zu dick aufgetragen, sondern fügt sich harmonisch in die Handlung ein, und die damalige Zeit ist gut eingefangen. Die Angst vor den Bombengriffen (auf beiden Seiten des Kanals), die Sorge um die Familie (auf beiden Seiten des Kanals) und die ständige Angst, von Nachbarn oder vom Blockwart denunziert zu werden, sind hervorragend beschrieben.
Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten, keiner ist nur gut oder nur böse. Die Ambivalenz zwischen dem, was die Gesellschaft verlangt, und dem eigenen Gewissen wird greifbar.
Der Roman erscheint rechtzeitig zum 100jährigen Jubiläum des Baus der Möhnetalsperre und dem 70. Jahrestag der Bombardierung. Im Anhang finden sich interessante Hintergrundinformationen.
Ich finde diese Mischung aus Agententhriller, Liebesgeschichte und historischem Roman außerordentlich gut gelungen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und bewegend, 26. Juni 2013
Von 
Nina2401 (Sankt Augustin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
Titus Müller erzählt hier ein Stück deutsche Geschichte, geschickt verpackt in einen Agententhriller und eine auf Tatsachen beruhende Liebesgeschichte.

Die Gradwanderung zwischen Realität und Fiktion gelingt ihm mit Bravour. Mit seinem Blick für die Details des Alltags macht Titus Müller seine Geschichte so lebendig und kommt mir so greifbar nah. Gerade die Kleinigkeiten haben mir so gut gefallen. Titus Müller ist ein grandioser Erzähler. Er legt so viel Herzblut in seine Bücher und man spürt seine Erzähllust zwischen jeder Zeile.

Die Kombination zwischen Tatsachenroman und Spionagethriller ist perfekt. Der Strang um die deutsche Spionin Nachtauge ist gnadenlos spannend und der Strang in Deutschland ist so tragisch, aber nicht anklagend. Gerade in so einer Geschichte, in der die Bösen von vorneherein feststehen, gibt Titus Müller mir als Leser die Gelegenheit, zu verstehen. Viele hatten ja gar keine Wahl. Das ist so bedrückend, jedes Mal aufs Neue, wenn ich Geschichten aus dieser Zeit lese und das fand ich sehr besonders an diesem Buch. Denn es gibt trotz allem kein eindeutiges „Schwarz und Weiß“.

Die jeweilige Atmosphäre hat Titus Müller so gut eingefangen. Er erzählt so lebendig. Der am Beginn beschriebene Luftangriff auf London ließ mich frösteln und im Laufe der Geschichte gab es sehr viele emotionsgeladene Situationen. Mit dem Bewusstsein, dass vieles so passiert ist, musste ich oftmals heftig schlucken, aber manchmal auch schmunzeln.

Titus Müller hat sehr vielschichtige Charaktere geschaffen, er erzählt die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und lässt viele seiner Charaktere in der 3. Person zu Wort kommen. So erstellt er für mich ein sehr komplexes Bild. Die spannende Story um die deutsche Agentin Nachtauge hat mich sehr gefesselt und die aussichtslose Liebesgeschichte zwischen Georg und Nadjeschka ging mir sehr nahe. Und es gibt bis in die kleinste Nebenrolle so viele interessante Menschen, die mir in diesem Buch über den Weg laufen. Das macht diese Geschichte so glaubhaft und beeindruckend.

Ein sehr bewegendes und nachdenklich machendes Buch, grandios mit viel Feingefühl und einem Blick für Details erzählt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Operation Chastise, 23. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
"Nachtauge" ist eine deutsche Spionin in London während des Zweiten Weltkriegs. Bisher hat sich der britische Geheimdienst an ihr die Zähne ausgebissen, doch dem jungen Agenten Eric Knowlden gelingt es schließlich, sich auf ihre Fährte zu setzen. Denn offensichtlich ist Nachtauge einer großen Sache auf der Spur, deren Weitergabe an die Deutschen eventuell kriegsentscheidend sein könnte. Eric arbeitet nicht nur gegen eine skrupellose Feindin, sondern auch gegen die Zeit!

Parallel zu der spannenden Hetzjagd in Großbritannien wird eine ungewöhnliche Liebesgeschichte in Deutschland erzählt. Georg ist ein nazikritischer ehemaliger Lehrer, der sich von seinem Schwager auf einen kriegswichtigen Posten hat setzen lassen, um der Einberufung zu entgehen und nun ein Lager voller osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen leitet. Als die hübsche und intelligente Ukrainerin Nadjeschka ins Lager kommt, fühlt er sich zu ihr hingezogen und auch sie entwickelt nach anfänglicher Skepsis Gefühle für den feinfühligen Mann. Doch eine Liebe wie ihre ist in diesen Zeiten ein Unding, Rassenschande, auf die als Strafe das Konzentrationslager oder gleich der Tod steht. Dennoch gehen die beiden, insbesondere Georg, mit einer erstaunlichen Naivität vor, bei der man als Leser schnell fürchtet, dass das kein gutes Ende nehmen kann.

Die Verbindung der beiden Handlungsstränge liegt in der Möhnetalsperre, in deren unmittelbarer Nähe sich Georgs Heimatort Neheim und das Lager befinden, und der Operation Chastise, in der die Briten im Mai 1943 die Talsperren angegriffen haben, um die deutsche Rüstungsindustrie zu schwächen.

Beide Handlungsstränge beruhen auf historischen Tatsachen und der Autor verknüpft diese Gegebenheiten äußerst geschickt mit seinen fiktiven Geschichten. Die unglaubliche Liebesgeschichte hat ein reales Vorbild, wie der Autor im Nachwort schildert, die Spionin Nachtauge entspringt hingegen seiner Phantasie.

Sehr gut beschrieben fand ich die Umstände der damaligen Zeit. Durch diverse Nebenfiguren bekommt man als Leser einen tiefen Einblick die die Gedanken der Menschen damals, sowohl der überzeugen Nationalsozialisten als auch deren Gegner. Obwohl vieles sicherlich als bekannt vorausgesetzt werden kann, waren es für mich gerade diese kleinen Einblicke, die die Geschichte so persönlich und fesselnd machen!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Buch!, 17. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
Über den Inhalt wurde hier schon genug gesagt, deshalb möchte ich mich bei meiner Rezension auf meine Empfindungen beim Lesen beschränken - und davon gab es eine Menge! Titus Müller hat es meisterhaft verstanden, das Zeitkolorit der letzten Kriegsjahre einzufangen. Seine detailreichen Beschreibungen lassen Bilder erstehen, die von so liebevoll gezeichneten Einzelheiten leben, dass man sich mitten hineinversetzt fühlt in das Geschehen. Man sieht und hört die Schrecken eines Bombenangriffs im östlichen London ebenso hautnah wie das Leid und die Ungerechtigkeit, die Zwangsarbeiterinnen in den letzten Jahren des Krieges in Deutschland erdulden mussten. Eingebettet in die nur scheinbar friedvolle Umgebung rund um die Möhnetalsperre, ist der Haupthandlungsort des Romans ein Zeitgemälde von unvergleichlicher Anziehungskraft und zugleich prall vor Leben. Die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle findet Ausdruck in einer Handlung, die der Autor mit großer erzählerischer Kraft vor dem Leser ausbreitet. Der "ganz normale" Alltag freundlicher Familien ist nur ein paar Schritte von dem Grauen entfernt, das Gestapo und Lagerleben verursachen; die zart aufkeimende Liebe blüht mitten im Entsetzen, die Hoffnung zeigt dem Tod ein trotziges Lächeln. Und gerade darin liegt das Meisterliche des Romans - Titus Müller vollführt diese Gratwanderung zwischen den Extremen so feinfühlig und mit so tiefem menschlichem Verständnis, dass es unmöglich ist, sich dem Sog des Buchs zu entziehen. Sprachlich glänzend, mit gekonnter Charakterzeichnung, packenden Thrillerelementen und herausragend dargestelltem historischen Hintergrund zieht es in die Seiten und lässt nicht mehr los. Mein bisheriges Lesehighlight in diesem Jahr - ein Roman, der lange nachwirkt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend recherchiert!, 18. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
Nachdem mir einige Bekannte dieses Buch empfohlen hatten, war ich erst doch recht skeptisch aufgrund des Titels, unter dem ich mir wirklich nicht viel vorstellen konnte, aber auch wegen dem für einen historischen Roman ungewöhnlichem Cover.
Ein historischer Roman, der nicht im Stiele von Ken Follett in hellen Brauntönen mit alten Wappen und Symbolen gehalten ist, gibt es sowas denn überhaupt noch? Stattdessen blickt man hier auf die alte Fotographie einer Dame mit 30er-Jahre Frisur.

Da ich aber selbst am Möhnesee lebe und zudem noch Geschichte studiere, stürze ich mich selbstverständlich auf jede Art von Lektüre, die in meiner Heimat spielt. Möglicherweise hat dieser Roman deshalb einen kleinen Sympathiebonus meinerseits, denn wer ließt nicht gerne die Ortschaften und Straßen seiner Heimat in einem Roman?

Die Geschichte hat kaum Längen, sie ist teils sogar rasant, sodass man geneigt ist, weiter und weiter zu lesen. Diesen Effekt erreicht der Autor, indem er, immer wenn es spannend wird, das Geschehen wieder an einen anderen Ort verlegt und aus der Perspektive einer anderen Person schildert.

Man könnte jetzt aufführen, dass man sich hier der typischen Stereotype einer Geschichte des Zweiten Weltkriegs bedient:
Da gibt es den linientreuen, vom System geblendeten Staatsdiener, der seinen Pflichten nachgeht ohne zu hinterfragen,
den Verräter oder Denunzianten, welcher die Nachbarschaft verängstigt, aber selbst keine weiße Weste hat,
den heimlichen "Andersdenker", welcher nur darauf wartet, dem System zu entfliehen und nur so tut als gehöre er dazu.
Man könnte noch mehr aufzählen, aber erstens ist dies kein Sachbuch, sondern Unterhaltungsliteratur, was also spricht dagegen? Und zweitens sind diese Figuren ja durchaus realistisch, es ist bekannt, dass es sowohl Befürworter wie auch Widerständler gegeben hat.

Dazu kommt, dass hier wirklich akribisch recherchiert wurde! Wie bereits erwähnt, lebe ich am Möhnesee und kenne viele Geschichten von Zeitzeugen und wurde schon als Kind an die Geschehnisse rund um die Zerstörung des Damms herangeführt (man wächst hier praktisch mit dieser Geschichte auf).
Die Art und Weise wie Titus Müller dies alles Schildert, lässt erkennen, dass er sich wirklich intensivst mit der Thematik auseinandergesetzt haben muss.
Er über-und untertreibt die Schilderungen definitiv nicht.
Nur ein Punkt hat mich bei der Lektüre etwas verwundert: Nach dem ersten Kapitel, in welchem es um die Spionin geht, schlägt die Geschichte erst einmal eine völlig andere Richtung ein, erst ab etwa der Hälfte erfährt man dann wieder mehr von eben jener Spionin. Trotzdem macht das Lesen Spaß, da auch die anderen Ereignisse sehr spannend sind.
Die 5 Sterne vergebe ich hier also gerne!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein neues Lieblingsbuch!, 16. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
"Nachtauge" habe ich mir für den Sommerurlaub gekauft und es ist mein neues Lieblingsbuch. Ich kannte weder Autor noch das Buch, aber fand die Beschreibung einfach spannend. Im Urlaub habe ich am Strand und nachts im Bett bei "Nachtauge" alle Zeit vergessen. Die Story ist durchgehend spannend und alles ist dabei: Krieg, Liebe, Zerissenheit, Hoffnung, Skrupellosigkeit, Geheimnisse uvm. Die Charaktäre sind toll erzählt, so dass ich mich in jeden hineinversetzen und mitfühlen konnte.

Top Buch, kann ich wirklich nur empfehlen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungener Roman, 8. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch habe ich in kurzer Zeit gelesen. T. Müller schreibt sehr spannend, breit historisch abgestützt und das ganze auf eine sehr feine Art. Die Geschichte ist sehr interessant und an verschiedenen Schauplätzen geschrieben und gibt ein gutes, neues Bild über das Leben im 2. WK - Gratulation!!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Niemand kommt durch den Krieg, ohne schuldig zu werden." Georg, Seite 139, 27. April 2013
Von 
Regenfisch - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
Titus Müller ist ein meisterhafter Erzähler. Schon nach wenigen Sätzen war ich von der Geschichte gefangen genommen, sofort konnte ich in die Zeit inmitten des 2. Weltkrieges eintauchen. Eine echte Herausforderung, wie es sich beim Lesen herausgestellt hat.
Im Vordergrund der Geschichte stehen für mich die Figuren, die der Autor aus unterschiedlichen Perspektiven beschreibt. Sie erhalten dadurch Kontur und ein Gesicht, ich konnte mich in sie hineinversetzen, was oftmals ein beklemmendes Gefühl in mir hervorgerufen hat. Während des Lesens beschäftigten mich die Fragen: Wo hätte ich mich in dieser Zeit positioniert? Auf welcher Seite hätte ich gestanden? Wie mutig oder feige oder angepasst wäre ich gewesen?

Besonders fasziniert hat mich die Geschichte von Nadjeschka und Georg.
Nadjeschka kommt als Zwangsarbeiterin in das Gefangenenlager, das Georg während des Krieges leitet. Dieser war vor Kriegsbeginn leidenschaftlicher Lehrer und sein Interesse für die Menschen um ihn herum ist ungebrochen.
Nadjeschka erweckt gleich bei ihrer Ankunft im Lager Georgs Interesse. Keineswegs scheu, wagt sie es, Fragen zu stellen und sticht somit aus der Masse heraus. Georg verliebt sich in sie und hegt die große Hoffnung, dass ihre Liebe sich einen Weg durch das Unmögliche bahnt.
Das Aufkeimen ihrer Liebe bleibt natürlich nicht unbeobachtet. Georgs Schwager Axel ist bei der Gestapo, die damit beschäftigt ist, Jagd auf einen Mann zu machen, der regimefeindliche Witze in Streichholzschachteln verpackt und unter das Volk bringt.
Auch Blockwart Hans beobachtet Georg scharf und hat seine Augen überall. Lageraufseher Plöger lässt ebenfalls keine Gelegenheit aus, die Arbeiterinnen zu demütigen und zu züchtigen.
Der zweite Handlungsstrang führt nach England. Dort wird von der britischen Luftwaffe die „Operation Chastise“ vorbereitet, deren erklärtes Ziel es ist, die Möhnetalsperre anzugreifen und somit den Munitionsnachschub der Deutschen empfindlich zu treffen.
Die Spionin „Nachtauge“ versucht mit allen Mitteln, das Vorhaben der Briten zu sabotieren. Ein spannender Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Titus Müller gelingt es in herausragender Weise, aus der jeweiligen Sicht des Protagonisten zu schreiben und den Leser durch dessen Brille schauen zu lassen. Ich konnte mich in jede Figur einfühlen und die Gedankengänge verstehen. Die Lebendigkeit der Figuren hat mich vollkommen beim Lesen gefangen genommen und ein ganzes Spektrum von unterschiedlichen Gefühlen freigesetzt.
Titus Müller lässt die sehr gegensätzlichen Figuren nebeneinander stehen und handeln und nimmt keinerlei Bewertung vor. Das zeigt auf ganz nachdrückliche Weise, wie perfide und grauenvoll das Terrorregime der Nazis funktioniert hat. Denn:
„Niemand kommt durch den Krieg, ohne schuldig zu werden.“ (S. 139)
Das ist für mich eine Kernaussage des Buches.

Mich hat das Buch fast nicht mehr losgelassen. Auch nach dem Ende der Lektüre habe ich es jetzt schon mehrfach in die Hand genommen und einzelne Passagen nachgelesen.
Ich kann das Buch nur empfehlen und wünsche ihm viele Leser.
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5.0 von 5 Sternen Nachtauge, 21. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
Nachtauge, ist eine auf historischen Zeugnissen beruhende wahre Liebesgeschichte und zugleich ein packender Spionageroman über einen Schlüsselmoment der deutschen Geschichte. Um was geht es hier ? Im Februar 1943 leitet Georg Hartmann das Lager an der Möhnetalsperre, dessen russische und ukrainische Zwangsarbeiterinnen Munition herstellen mussten. Aber er geht innerlich auf Distanz zum Nazi-Regime. Er liest heimlich >Im Westen nichts Neues <<, verteilt an die verdutzten Lagerinsassen russische Originalliteratur und Zeitungen und legt Beschwerde bei der Deutschen Arbeiterfront ein, dass die Essensportionen für die Fremdarbeiterinnen zu gering seien. Den Blockwart lässt er abblitzen, wenn dieser ihn um Spenden fürs Winterhilfswerk bittet. Jetzt lernt Georg auch noch eine der ukrainischen Frauen näher kennen und schätzen und entwickelt Gefühle, die für ihn und die Zwangsarbeiterinnen tödlich enden könnten. Denn Hartmann, der von Beruf Lehrer war, hat diesen Posten lediglich aufgrund der Fürsprache seines Schwagers, eines linientreuen Staatspolizisten, erhalten, und er ist in einem Netz aus Abhängigkeiten und faulen Kompromissen gefangen. Zur gleichen Zeit herrscht in London permanent Luftalarm. Kaum hat Eric Knowlden seine Familie mit großer Not in Sicherheit gebracht, muss er zum ehemaligen Gefängnis Wormwood Scrubs hetzen, in dem die Abteilung Spionageabwehr des britischen Geheimdiests MI 5 ihre abhörsicheren Büros hat. Eric glaubt, endlich die Spur der gefährlichsten deutschen Spionin aufnehmen zu können. Ihr Codename lautet Nachtauge, und sie steht kurz davor, einen Plan der Briten aufzudecken, dessen Realisierung für die Menschen an der Möhnetalsperre in Deutschland drastische Auswirkungen hätte. Für Nachtauge beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen ihren härtesten Verfolger. Ein durchaus lesenswerter Roman, aus dem Blessing Verlag München. Diese Mischung einer Liebesgeschichte, und eines packenden Spionageromans, haben hohen Stellenwert. Das Buchcover, ist gewaltig, ein typisches Foto aus der Kriegszeit. Der Blick von Nachtauge, besagt alles. Das Buch, kann ich nur weiterempfehlen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannender, auf Tatsachen beruhender Roman, 29. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Nachtauge (Gebundene Ausgabe)
In dem Roman geht es um die Jagd nach einer deutschen Spionin in England und um ein Arbeitslager mit ukrainischen Zwangsarbeiterinnen am Möhnesee. Geschickt verwebt der Autor diese beiden Erzählstränge.

Die Jagd nach der deutschen Spionin mit dem Decknamen „Nachtauge“ gestaltet sich für den britischen Geheimdienst schwierig und ist äußerst gefährlich. Nachtauge ist eine fähige und skrupellose Agentin, die nicht zu fassen ist. Nun will sie ein brisantes Geheimnis der britischen Luftwaffe an sich reißen und den Deutschen verraten: es werden Angriffe auf die Staumauern im Sauerland, besonders dem Möhnesee geplant, um die deutsche Industrie empfindlich zu treffen. Wird der Geheimdienst Nachtauge festsetzen können, bevor sie das Geheimnis verraten kann?

In Deutschland verliebt sich George Hartmann, der Lageraufseher einer Munitionsfabrik, in die Zwangsarbeiterin Nadjeschka. Eine gefährliche Liebe, die für beide den Tod bedeuten könnte. Der nicht immer linientreue Georg gerät schnell ins Visier seines Blockwarts und persönlichen Feindes, sowie unter die Beobachtung seines Schwagers, des ortsansässigen Kriminalinspektors und Gestapo-Mannes und dessen übereifrigen und fanatischen Assistenten. Währenddessen plant Nadjeschka ihre Flucht aus dem Lager.

Das Buch ist eine Mischung zwischen Thriller, Liebesgeschichte und historischem Roman. Das Leben um 1943 wird detailliert dargestellt. Engländer wie Deutsche leben in Angst vor den Bombenangriffen der Gegenseite und bei beiden sterben geliebte Menschen. Viele Figuren sind ideologisch verbohrt und Hitler treu und kompromisslos ergeben oder haben einfach Spaß daran, die „niederen Menschen“, also die Zwangsarbeiterinnen zu quälen und zu demütigen. Andere zeigen ein Herz, wie Georg Hartmann, der versucht, das Leben für die Insassinnen etwas erträglicher zu machen. Dafür müssen sie immer in Angst leben, bei jeder guten Tag verraten und denunziert zu werden. Vor allem bei den Protagonisten auf der deutschen Seite wird klar, wie groß mitunter der Zwiespalt zwischen Linientreue und eigenem Gewissen sein kann.

Im Anhang gibt es noch einige Zusatzinformationen über die Entstehung des Buches und den Angriff der Engländer auf die Talsperren.

Ein spannendes Buch für historisch Interessierte und Liebhaber von Agententhrillern.
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Nachtauge (ungekürzte Lesung auf 1 MP3-CD)
Nachtauge (ungekürzte Lesung auf 1 MP3-CD) von Titus Müller (MP3 CD - 13. März 2013)
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