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Beckmann
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TOP 500 REZENSENTam 21. Oktober 2014
EIN SELBST ZU WERDEN
»Was bist Du? — Was bin ich? — Das sind Fragen, die mìch unaufhörlich verfolgen und quãlen, aber vielleicht auch zu meiner künstlerischen Arbeit beìtragen... Denn das Ich ist das größte und verschleiertste Geheimnis der Welt«
So beginnt der Kunsthistoriker und Museumsdirektor Reinhard Spieler seine Einführung in Leben und Werk des großen Expressionisten Max Beckmann. Es sei ihm um die Grundbedingungen menschlicher Existenz, um die tragische Verstrickung des Menschen in Abhängigkeit von Göttern, Geschlechterbeziehung und Gesellschaft gegangen. Das eigene »Ich« sei Beckmann zum Medium geworden, an dem er menschliches Sein thematisiert. Erkenntnis führe daher für ihn, wie schon in der griechischen Philosophie, nur über das "Erkenne dich selbst": »Ein Selbst zu werden ist immer der Drang aller noch wesenlosen Seelen. - Dieses Selbst suche ich im Leben - und in meiner Malerei«, erklärte Beckmann in seiner Londoner Rede 1938 anläßlich der Austellung "Twentieth Century German Art" in London. "Kunst dient der Erkenntnis, nicht der Unterhaltung - der Verklärung - oder dem Spiel". Diese Programmatik entnimmt der Autor Mein Leben mit Max Beckmann von Mathilde Q. Beckmann.

KRIEGSINSPIRIERT
Beckmann hatte sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zum Sanitätsdienst gemeldet. Spieler bewertet Beckmanns Verhältnis zwischen seinen Kriegserlebnissen und seinem kùnstlerischen Schaffen als recht zwiespältig. Der Künstler schreibt in einem Brief:
»Mein Lebenswillen ist augenblicklich stärker als je, trotzdem ich schon furchtbare Sachen miterlebt habe und selbst schon einigemale mitgestorben bin. Aber je öfter man stirbt, um so intensiver lebt man.« Manchmal klinge in den Briefen die makabre Einstellung des Krieges als Stoff- und Empfindungslieferant für seine Malerei durch, wenn Beckmann darlegt: »Fabelhafte Sachen sah ich. In dem halbdunklen Unterstand halbentkleidete, blutüberströmte Männer, denen die weißen Verbände angelegt wurden. Groß und schmerzlich im Ausdruck. Neue Vorstellungen von Geißelung Christi.« Spieler erklärt, daß sich Beckmann des Wahnsinns dieser Einstellung durchaus bewußt gewesen sei.

DIE FORM DES TRIPTYCHONS
Von zentraler Bedeutung bei Beckmann sind die Triptychen, die sich - wie Spieler erläutert - als eigene Gattung wie ein roter Faden durch sein Werk ziehen. Sie sind als ein nachchristliches Altarwerk zu verstehen, das im christlichen Kultgeschehen mit der Heilsidee der Erlösung verknüpft ist. Sie bedeuten bei Beckmann:
• Anspruch auf Öffentlichkeit (kurz vor seiner Verbannung aus dem öffentlichen Raum durch die Nazis)
• Anspruch auf Erlösung nunmehr durch die Kunst mit dem Künstler als neuem Priester (Beckmann 1927: »Der Künstler im neueren Sinne der Zeit ist der bewußte Former der transzendenten Idee«).
Rein formal gesehen weise die Dreiteilung eine spezifische Disposition auf: "Sie eignet sich besonders für ein dialektisches Weltbild, das, philosophisch gesprochen, aus Gegensätzen und Widersprüchen, aus These, Antithese und Synthese besteht. Dem komplexen Anspruch eines »Welt-Bildes« kann das Triptychon daher eher gerecht werden als ein einzelnes Bild." In all seinen Triptychen habe Beckmann die empirische Logik und die klassische Einheit von Zeit und Raum zugunsten einer Bildwelt aufgelöst, die nach rein künstlerischen Gesetzmäßigkeiten funktioniere. "Mythos und Zeitgeschichte, Imagination und Realität bestehen gleichzeitig nebeneinander, werden miteinander konfrontiert und vermischt."

FAZIT
Spieler beschreibt den herausragenden Rang Beckmanns in der Kunst der klassischen Moderne mit der "unauflöslichen Verbindung dieses unbedingten Erkenntniswillens mit einer »furchtbaren Wut der Sinnlichkeít«, einem kompromißlosen Bekenntnis für das Bild und dessen Kraft von Form und Farbe". Außer einer Zustimmung in Form einer 5-Sterne Bewertung ist dem nichts hinzufügen.
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am 6. Januar 2014
Buch entspricht meinen Erwartungen.
Das Buch ist neu. Daher habe ich keine weiteren Anmerkungen hinsichtlich der Bewertung.
Buch ist perfekt.
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