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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brauchbares Buch für die Bewehrung von Standardsituationen am Bau mit Mängeln bei den Erläuterungen, 7. Juli 2013
Von 
Dr. Priesnitz - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2): Tabellen und Beispiele für Bauzeichner und Konstrukteure (Taschenbuch)
Mit der Überarbeitung der DIN 1045 anhand des Eurocode - Konzepts, welche in die DIN 1045 - 1 gemündet ist, wurde die Welt der Bemessung und damit auch der Bewehrung komplexer, allerdings für die "Nicht-Erbsenzähler" nicht unbedingt genauer. Wer schon einmal Vergleichsrechnungen angestellt hat, könnte auch zu der Feststellung gelangt sein, dass der Planer z.B. bei Decken gegenüber der alten DIN 1045 oftmals nur zu mehr Bauteildicke bei Reduzierung der Bewehrung gelangt. In den Studiengängen des Ingenieurbaus wird dieses Thema der Bewehrungsführung oftmals recht stiefmütterlich behandelt und auch einige Professoren gelangen hier schnell einmal an ihre Grenzen, wenn das bauliche System komplexer wird. So zählt der Ingenieurbauzeichner mittlerweile zu einer aussterbenden Art. In den großen namhaften Ingenieurbüros werden vermehrt studierte Bauingenieure als Konstrukteure beschäftigt, von denen dann die Betreiber erwarten, dass sich diese vertieft mit den Vorschriften in fachlicher Hinsicht auseinandersetzen können. In Unternehmen, die Fließbandarbeit fertigen (z.B. Fertigteilwerke) oder in den kleineren Büros, die sich vorwiegend mit der Planung gewöhnlicher Einfamilien-, Mehrfamilien und Geschäftshäuser beschäftigen, ist der Ingenieurbauzeichner auch heute oftmals noch gefragt. Nach Durchblättern und Kurzstudium der Inhalte dieses Buchs würde ich sagen, dass die zuletzt genannten Zeichner auch die Zielgruppe des Autors sind. Im Untertitel dieses Buchs heißt es: Tabellen und Beispiele für Bauzeichner und Konstrukteure. Wir haben unsere Zeichner, meist Studenten des einschlägigen Fachgebiets oder ausgebildete Jungingenieure vorwiegend mit den Bewehrungserläuterungen gemäß dem Standardwerk des Stahlbetonbaus "Wommelsdorf" unterwiesen. Da im Wommelsdorf aber Berechnungen stets mit zeichnerischen Anwendungen gemischt werden und es manchmal auch an verständlichen Beispielen z.B. im Hinblick auf Aufbiegungen am Auflagerende oder der Berechnung von Verankerungslängen fehlt, kann (muss aber nicht) dieses Buch von Herrn Dipl.-Ing. Beer für mehr Klarheit bei Bauzeichnern sorgen, zumindest seit Einführung der DIN 1045-1.

Das Buch ist an sich schlüssig gemäß Grundlagenwissen und nach Bauteilen gegliedert, wobei am Ende des Buchs wichtige Formeln und Tabellen gelistet werden. Das Buch ist gefüllt mit zahlreichen Bewehrungsbeispielen. In der Regel besteht ein Bewehrungsbeispiel aus einem erläuternden Text auf der linken Seite und einer zeichnerischen Ausführung mit Stahlauszug auf der rechten Seite, allerdings ohne abschließende Stahlliste.

Das Buch ist nach folgenden übergeordneten Kapiteln eingeteilt worden:

1. Baustoffe (Beton, Betonstahl)

2. Allgemeines (Formelzeichen, Expositionsklassen, etc.)

3. Verankerung von Betonstahl (Grundmaß der Verankerungslänge, Zugkraftdeckungslinie, Übergreifungslängen, ....)

4. Betonstahlmatten (.., Lagermatten, Listenmatten, Abstandhalter, usw.)

5. Gründung (Gründungsarten, ..., Einzelfundament, Streifenfundament, Blockfundament, Köcherfundament, achteckiges Einzelfundament, Durchstanzbewehrung, Fundamentplattenbewehrung, Bewehrung einer Stützwand mit Fundament, Flachgründung, Bohrpfahlwand, Berliner Verbau, Bewehrung einer Bohrpfahlwand mit Kopfbalken, usw.)

6. Bodenplatten (Bodenplattenversprünge, Bewehrungsführung in elastisch gebetteten Bodenplatten mit Anschlussbewehrung an Außen- bzw. Innenwänden, Rissbreitenbewehrung, Anschlusspunktdetails, Bodenplattenbewehrung - auch mit Versprüngen, usw.)

7. Die Weiße Wanne (nur eine Doppelseite zur Darstellung des Fugenbands mit Erläuterung)

8. Stützen (Bewehrungsquerschnitte bei unterschiedlichen Abmessungen, Übergreifungslängen, Bewehrungsführung der Stütze im Vertikal- und Horizontalschnitt und Eisenauszug, Bewehrung einer Stütze mit Anschluss, Bewehrung einer Stütze 20/70cm, Bewehrung einer runden Stütze, Bewehrung einer hochbewehrten Stütze, Bewehrung der Stützenanschlüsse, Querschnitte von Verbundstützen, Konsolbewehrung von Stützen, Wendelberechnung, Bewehrung einer Stütze über zwei Geschosse, ...)

9. Unterzüge (Bewehrung der Querschnitte von Unterzügen, Betonbalkenbewehrung, Bewehrung im Unterzug, Überzugsbewehrung, Bewehrung eines Zweifeldbalkens, am Auflager ausgeklinkter Balken, gebogener Balken, Bewehrungsführung eines indirekten Unterzugauflagers, Deckengleicher Balken, Bewehrung von Unterzügen mit Öffnungen, Bewehrung von breiten Balken bei verhältnismäßig geringer Höhe, ..)

10. Rahmen (Rahmenecke, Rahmenecke und Mittelriegel, Rahmenecke mit Zug innen, Bewehrung der Rahmeninnenknoten, ...)

11. Betonwände (Bewehrungsführung allg. der Betonwand, Bewehrung einer Betonwand mit Stütze, Bewehrung einer Betonwand mit Rissbreite, Betonwand mit Erddruck und Rissbreitenbewehrung, Bewehrung von Wandkonsolen, Bewehrung einer Betonwand auf zwei Stützen, Bewehrung einer Betonwand mit eingehängter Last, Bewehrung einer Betonwand mit Kragarm, Bewehrung einer Wand über ein mehrfaches Auflager, Bewehrung einer nachträglich eingebauten Wand, Bewehrung einer Betonwand mit mehrfachem Auflager, ...)

12. Decken (Ermittlung der Stablängen, Bewehrungsführung allg. von Decken, Durchlaufplatte, Bewehrungsführung einer vierseitig gestützten Platte, Bewehrung der dreiseitig gestützten Platte, Bewehrung einer Flachdecke)

13. Durchstanzbewehrung

14. Treppen (Ortbetontreppe, Fertigteiltreppe gewendelt)
15. Schachtbewehrung

16. Sonderbauteile (Spaltzugbewehrung, Fertigteildeckenplatten, Decke mit Schubbereichen, Fertigteilstütze, ,...)

17. Formeln (z.B. Verankerungslänge, Expositionsklassen, Mindestbetondeckung, Tabellen für Übergreifungslängen, Biegerollendurchmesser, Mattenprogramme, Mindestbewehrung, usw.)

Die Auflistung der Hauptinhalte dieses Buchs macht sicher schon deutlich, dass der Autor sehr viel Mühe in die Auflistung der Standardfälle des Ingenieurbaus gesteckt hat. So sollte es auch niemanden verwundern, dass selbst die Universitätsbibl. mehrere Exemplare dieses Werks im Regal stehen haben. Trotzdem möchte ich noch ein wenig Kritik an diesem Buch üben. Mir hätte es besser gefallen, wenn der Autor beispielsweise die statische Bemessung beigefügt hätte. Die Situation stellt er stattdessen meist in einem durchaus nützlichen Text dar, wodurch das Ganze aber für den Schnellleser an Übersichtlichkeit verliert. Im Kapitel 9 stellt der Autor recht umfassend die Bewehrung des Stahlbetonbalkens dar, also mit und ohne Schubaufbiegung. Er zeichnet zwar gemäß der bereits in den 1960er Jahren formulierten These eines Prof. Dr. Ing. Fritz Leonhardt die Bügel am Auflager enger, zeigt aber nicht die Berechnungsgrundlage dafür. Moderne Programme geben heutzutage den Zeichnern allerdings die Bereiche an, wobei allerdings zu beachten ist, dass das statische System kürzer als das reale System ist. Wenn man allerdings an den Auflagerenden hohe Auflagerkräfte hat, kann das dazu führen, dass zusätzliche Aufbiegungen eingeplant werden müssen, die dann wiederum mit horizontalen Haken gesichert werden müssen. Solche Situationen sind nicht selten, fehlen aber scheinbar im Buch. Wie man das kalkuliert, findet man dann aber wiederum im Wommelsdorf. Aus meiner Sicht würde es einem Bauzeichner nicht schaden, einmal in seinem Leben einen Stahlbetonbalken als Einfeld- und Zweifeldbalken bemessen und auch eine Zugkraftdeckungslinie dazu angefertigt zu haben. Dazu zählt auch z.B. eine über Strahlensatz zu ermittelnde Lage der Momentennullpunkte aus der Querkarftlinie, von denen man aus die Verankerungslänge exakter bestimmen könnte. Bemessung ist ein komplexes Thema, könnte aber vereinfacht z.B. anhand von didaktisch reduzierten Formeln für einen C20/25 mit Gleichlast gemäß Prof. Dr. Ing. Frings (Vgl. Fachbuch "Kleine Baustatik") und Schneider- bzw. Wendehorsttabellen durchgeführt werden. Irgendwie fehlt es mir insgesamt an übersichtlichen Berechnungen z.B. zu den Verankerungslängen, die dann manchmal an den Zeichnungen beigefügt sind oder sich im erläuternden Text verbergen. Im Praxistest haben diese Erläuterungen des Autors sogar bei Studierenden mit Fachhochschulreife oder Vollabitur versagt. Von daher sollte der Autor bei einer Neuauflage des Buchs hier mehr Übersichtlichkeit schaffen und für mehr Verständnis über mehr Ausführlichkeit sorgen. Bezüglich der Erläuterungen zu Berechnungen für Verankerungslängen gefällt mir persönlich derzeit am Besten das Buch "Beispiele zur Bemessung nach DIN 1045-1: Band 1: Hochbau" vom Deutschen Betonverein. Das Buch des Betonvereins umfasst allerdings komplexere Rechen- und Bemessungsbeispiele und ist an sich an Ingenieure oder fortgeschrittene Studenten gerichtet, die sich mit der neuen DIN expliziter auseinandersetzen möchten.

Es fehlt aber auch eine typische Standardsituation des Einfamilienwohnhauses: Eine Decke, deren Spannrichtung orthogonal zur Spanrichtung einer anderen Decke verläuft, die ihr als Auflager dient und damit in sie statisch gesehen z.B. mit 45% eingespannt ist. Über diesen Fall hüllt sich aber auch der Wommelsdorf in Schweigen, ebenso wie alle anderen Professoren, die Literatur zum Thema verfasst haben.

Bei der elastisch gebetteten Bodenplatte hätte ich mir mehr Bewehrungsbeispiele gewünscht. Wenn Mauerwerk mit sehr viel Gewicht und hohen Kräften auf den Rand so einer evtl. 50cm dicken Platte wirkt, sollte man in der Regel die Randeinfassungen fast bügelförmig mit Schubaufbiegung ausführen. Im Buch sehe ich nur einfache U-Eisen. Bei den Treppen fehlt mir z.B. eine freitragende gewendelte Treppe, die heute auch nicht mehr selten anzutreffen ist, wird aber heute oftmals weniger mit den Näherungsformeln nach Fuchssteiner (Vgl. Betonkalender), sondern eher mit finiten Elementberechnungen bestimmt. Das Ausführungsbeispiel gemäß Seite 209 (Auflage 2 des Buchs) für eine gewendelte Fertigteiltreppe hätte ich anders dargestellt. Wir hätten hier Antritt und Austritt plus zwei oder drei Stufen dargestellt und die notwendige Längsbewehrung im Stahlauszug mit einem Zuschlag in laufende Meter angegeben. Es stellt sich hier die Frage, ob der Autor die Bemessungssituation im "Schnitt der Lauflinie" dargestellt hat. Daraus würde sich aber keine exakte Stahlliste erstellen lassen.

Bei einer Neuauflage dieses Buchs würde ich mir auch wünschen, dass evtl. ein FEM Netz in einen Bewehrungsplan übertragen würde und auch die vernachlässigbaren Spannungsspitzen z.B. in Ecken für die Zeichner oder Konstrukteure erläutert würden.

Fazit: Da es zu diesem Buch scheinbar keine Alternative gibt und zum Thema durchaus ein fachspezifisches Interesse besteht, gilt dieses Buch trotz einiger Mängel derzeit als Standardwerk. Studenten des Fachgebiets seien zusätzlich die Bücher Stahlbetonbau I und II von Prof. Dr. Ing. Wommelsdorf und die beiden Bände vom Deutschen Betonverein mit dem Titel "Beispiele zur Bemessung nach DIN 1045-1" empfohlen. Interessant könnten für Leser dieses Buchs auch noch die mittlerweile durch fortschreitende Normentwicklung veraltete Bücher von Richard Goldau seien, die unter Titeln wie "Bewehrung der Stahlbeton - Konstruktionen: Bewehrung nach Normen und Richtlinien (Bauverlag)" vermarktet wurden. Dort finden Sie teilweise auch Komplexbeispiele, wie z.B. einen Faulbehälter einer Kläranlage, etc.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausführlich und leicht verständlich!, 3. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2): Tabellen und Beispiele für Bauzeichner und Konstrukteure (Taschenbuch)
Dieses Buch umfasst sehr viele Bewehrungsregeln. Alle Grundlagen werden deutlich, ohne Fachchinesisch sowohl in leicht verständlicher Textform, als auch mit vielen Grafiken gut erläutert. Dieses Buch ist für Anfänger, aber auch für fortgeschrittene sehr zu empfehlen und ist mehr Wert, als so mach teures. Preisleistung super!
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5.0 von 5 Sternen Das Beste!!!!!!!!!!!!!!!!!!, 27. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2): Tabellen und Beispiele für Bauzeichner und Konstrukteure (Taschenbuch)
Ganz kurz, besser kann man solch ein Fachbuch nicht schreiben!
Genau das was ich gesucht habe.
Mischung aus Erklärendem Text und Beispielaufgaben und Zeichnungen!
Ganz klar Daumen hoch!!!
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