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65 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Forschungen Hatties haben dem Lehrer seine Würde wieder gegeben
Was ist diskutiert worden über kleinere Klassen und über offenen Unterricht. Viel Geld und Herzblut und auch politisches und pädagogisches Engagement sind geflossen in unzählige Projekte. Der Unterricht in unseren Schulen heute sieht vollkommen anders aus als noch vor etwa zwei Jahrzehnten. Und doch hat man das Gefühl, als habe sich nicht viel...
Vor 11 Monaten von Winfried Stanzick veröffentlicht

versus
90 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Man sollte das Werk genau lesen, bevor man es als neue Bibel für Lehrer abzeichnet
Als fast fertiger Referendar hielt ich es auch aufgrund des medialen Aufschreis für wichtig, dieses Werk selbst zu lesen - spätestens nach der Konfrontation mit Artikeln über eben dieses Buch im Seminar. Die gängigsten Aussagen der Artikel waren in etwa "die neue Bibel für Lehrer", "der Lehrer ist das wichtigste beim Lehren", "offener Unterricht...
Vor 8 Monaten von gender veröffentlicht


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90 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Man sollte das Werk genau lesen, bevor man es als neue Bibel für Lehrer abzeichnet, 31. Juli 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Als fast fertiger Referendar hielt ich es auch aufgrund des medialen Aufschreis für wichtig, dieses Werk selbst zu lesen - spätestens nach der Konfrontation mit Artikeln über eben dieses Buch im Seminar. Die gängigsten Aussagen der Artikel waren in etwa "die neue Bibel für Lehrer", "der Lehrer ist das wichtigste beim Lehren", "offener Unterricht und Hausaufgaben bringen nichts" um nur einige wenige Aussagen zu nennen, die sich im Übrigen auch mit den hier vorgestellten 5-Sterne-Rezensionen decken - und von dem Faktor Klassengröße einmal ganz zu schweigen.

Beim Lesen der Rezensionen überkam es mich, sodass ich es dringend für nötig hielt, selbst eine zu schreiben, denn viele scheinen das Buch nur überflogen zu haben bzw. sehen es als angebracht, einfach mal auf einer schönen Welle mitzusurfen. Zugegeben, Hatties Buch ist auch ein ganz schöner Schinken... das dauert ein Weilchen... und wer hier davon spricht, das Buch ließe sich leicht lesen, man solle es gar verschenken, da der Inhalt doch so kinderleicht (bei Kindern) anzuwenden sei, der hat dieses Buch einfach schlichtweg nicht (genau) gelesen.

Hattie gibt keine konkreten Empfehlungen in seinem Buch; und wenn, dann muss man sie zwischen den Zeilen lesen. Aber seine Intention ist es ja auch gewesen, sämtliche Metaanalysen zu einer Analyse zusammenzufassen. Bedenkt man, dass die Analysen Zusammenfassungen von anderen Zusammenfassungen sind, das außerdem sämtliche ausgewiesenen Effektstärken wiederum gemittelt sind, so sollte man doch mit Bedacht an die Aussagekraft der einzelnen Effektstärken herangehen (unabhängig davon beängstigt mich bei diesem Jonglieren von Zahlen, dass Hattie in der Originalausgabe scheinbar offensichtliche Rechenfehler gemacht hat, wie hier in einer anderen Rezension zu lesen ist). Denken wir auch alle nochmal an die altbekannte Formulierung "Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". Es geht nicht darum, irgendjemanden etwas zu unterstellen, man sollte nur als Leser sensibel für bestimmte Zahlenwerte sein und erkennen, dass die kleinste Änderung das von Hattie aufgestellte Ranking auch wieder schnell verändern könnte (dies sei nur erwähnt, da oft von den TOP5 der besten oder schlechtesten Faktoren gesprochen wird). Darum geht es Hattie aber (hoffentlich) nicht, sondern es geht um ein allgemeines Verständnis, wie Schule und Lernen und Lehren funktionieren KANN - das ist aber den meisten meiner Kollegen auch vor diesem Buch schon klar gewesen - dieses auch umzusetzen, steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt. Desto mehr kann ich mich über Möchtegern-Pädagogen aufregen, die dieses Werk als das Allheilmittel ausrufen, das wir Lehrer doch bloß lesen sollten, damit wir endlich guten Unterricht machen.

Wer also hofft, dass dieses Werk "Einzug in alle Klassenzimmer" erhält, sollte seine Ausführungen konkretisieren:
Einige Beispiele:
Der nichts bringende "Offener Unterricht":
Im Buch wird überhaupt nicht dargestellt, was mit „offenem Unterricht“ gemeint ist oder in den vermeintlichen Studien gemeint war. Ist es eine organisatorische Öffnung, eine Öffnung bezüglich des Lernmaterials oder beispielsweise der Beteiligung und Mitbestimmung am Unterricht? Lediglich am Ende wird erwähnt, dass Teamteaching oder ein offener Raum (unabhängig davon, dass nicht klar ist, was mit einem offenen Raum gemeint ist) keinen großen Effekt auf die "Outcomes" haben. Grundsätzlich wird dieser Abschnitt im Buch mit einer knappen Seite vergleichsweise stiefmütterlich behandelt. Hieraus ein Fazit zu ziehen, offener Unterricht hätte keinen außergewöhnlichen Effekt (wie es in vielen Berichten über Hatties Buch getan wird) ist geradezu lächerlich. Nebenbei bemerkt: Im späteren Verlauf wird der Faktor "Teamteaching" eigenständig betrachtet, degradiert mit einer kleinen Effektstärke und anschließend aber darauf hingewiesen, dass dieser Punkt eigentlich völlig unerforscht ist und es an aussagekräftigen Studien fehle - da frage ich mich: warum muss man dann hier dennoch eine (schlechte) Effektstärke ausweisen - vielleicht lässt man es einfach mal...
Ähnlich weitläufig verhält es sich im Übrigen mit der Klassengröße: Der Fakt an sich hat vermutlich tatsächlich eher weniger Auswirkung auf die Outcomes (Begründung: Ein Lehrer ändert seine Lehrstrategien nicht in Abhängigkeit von der Klassengröße bzw. das ist eben nicht untersucht) nur können durch bestimmte Veränderungen (z.B. der Klassengröße) wieder andere Effekte stärker sein, die wiederum auch die Outcomes beeinflussen (z.B. bessere Arbeitsbedingungen). Im Buch wird dabei von einer Reduzierung von 25 auf 15 SuS ausgegangen.
Was ist aber mit den Klassengrößen hier in Deutschland, die im Schnitt über die 30 hinaus gehen?? Hieran denkt keiner, wenn er danach schreit, er habe es doch immer gewusst, dass die Verkleinerung der Klassengröße nichts bringe.
Hattie selbst ist überrascht von seiner Effektstärke d=xyz, er räumt aber ein, dass kleine Klassen durchaus einen Effekt auf das Arbeitsverhalten besitzen können, was wiederum die "Outcomes" positiv beeinflusst..... (AHA!!!).
Ein weiteres Beispiel:
Was ist der Unterschied zwischen problemlösenden (d=0,61) und problembasierten Lernen (d=0,19)? Diese Frage lässt sich durch Hatties Buchs nicht klären, wäre aber doch bei diesem Effekt-Unterschied äußerst wichtig, da das Buch doch meine neue Bibel für guten Unterricht ist. Ggf. sind es Übersetzungsfehler; die Frage ist vor allem auch, wie diese Begriffe in den einzelnen Metaanalysen bzw. Studien definiert gewesen sind. Letztlich ist mit Bezug auf die Übersetzung und die länderspezifischen Unterschiede besondere Vorsicht zu walten, wenn es um Faktoren geht, die nicht eindeutig sind.

Im Übrigen werden diese und andere Lern/Lehrstrategien nicht im geringsten erklärt (was aber auch nicht der Wille des Buches ist).
Dieses Buch aber dennoch als "beste Lektüre" für erfolgreichen Unterricht auszupreisen, ist genauso lächerlich wie die Behauptung, "es ist für jeden etwas dabei".

Sicherlich ist dieses Werk sehr bewundernswert: Es enthält einen riesigen Pool an Erkenntnissen aus Studien... wobei auch diese im Übrigen im Schnitt 20 Jahre alt sind. Strukturen/Schüler ändern sich, gerade durch den heutigen Medienkonsum.
...dennoch möchte ich hier ganz deutlich hervorheben: Bevor man jubelnde Kommentare über eben dieses Werk verfasst, sollte man es vollständig gelesen, auf seine Sinnhaftigkeit überprüft und genauestens analysiert haben (also eine Analyse von der Analyse der Analyse -> merken Sie etwas ???).

Es ist ein gutes Werk, das jedoch mit Vorsicht gelesen und vor allem differenziert interpretiert werden sollte!!!
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65 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Forschungen Hatties haben dem Lehrer seine Würde wieder gegeben, 30. April 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Was ist diskutiert worden über kleinere Klassen und über offenen Unterricht. Viel Geld und Herzblut und auch politisches und pädagogisches Engagement sind geflossen in unzählige Projekte. Der Unterricht in unseren Schulen heute sieht vollkommen anders aus als noch vor etwa zwei Jahrzehnten. Und doch hat man das Gefühl, als habe sich nicht viel Wesentliches geändert.

Der schon seit einiger Zeit unter den Fachleuten unter der Hand gehandelte australische Bildungsforscher John Hattie hält dies alles für Humbug. Entscheidend für guten Unterricht, der auch die bildungsfernen Kinder erfolgreich erreicht, sei, so Hattie, der Lehrer und die Lehrerin. In seinem nun endlich auch auf Deutsch erschienenen Buch „Lernen sichtbar machen“ (im Original ‚visible learning’, was man eher übersetzen könnte mit ‚sichtbare Lernprozesse’) hat er versucht, die wichtigste Frage der Bildungsforschung unfassend zu beantworten. Er hat dafür sämtliche englischsprachigen Studien weltweit in einer großen Synthese der empirischen Unterrichtsforschung zusammengeführt. Aus diesen 800 Metaanalysen hat er eine Datenbasis erstellt, in die mehr als 50 000 Einzeluntersuchungen mit mehr als 250 Millionen beteiligten Schülern eingeflossen sind.

Fast 15 Jahre hat er für diese Arbeit gebraucht und seine Ergebnisse werden besonders unter Lehrern und ihren Verbänden kontrovers diskutiert werden. Hattie sagt: „Wir diskutieren leidenschaftlich über die äußeren Strukturen von Schule und Unterricht. Sie rangieren aber ganz unten in der Tabelle und sind, was das Lernen angeht, unwichtig.“ Ihm geht es um messbare Evidenz. Und alle seine Daten zeigen klar, dass sich die Unterschiede im Lernzuwachs nicht zwischen Schulen zeigen, sondern zwischen einzelnen Klassen, also zwischen einzelnen Lehrern. Was Schüler lernen, überall auf der Welt, bestimmt die einzelne Lehrperson.

Gegen alle Versuche der Politik, gegen alle Einwände der Lehrerschaft selbst: auf den guten Lehrer kommt es an und nicht auf besonders ausgefeilte Methodendebatten. Hattie ist dieser Methodenstreit zuwider. Jeder Lehrer sollte ein breit gefächertes Repertoire haben an verschiedenen Stilen und Methoden, die er je nach Klasse einsetzt und „evidenzbasiert“ auswertet und auch mal verwirft.

Die Debatte um diese Forschungsergebnisse wird bald beginnen, denn ihre Folgerungen werden vielen nicht gefallen. Die Nichtrelevanz des offenen Unterrichts kränkt die Reformpädagogen, die des Sitzenbleibens die Traditionalisten. Wichtig für die Lehrerverbände und die Ausbildung: wenn es auf gute Lehrer ankommt, muss es auch schlechte geben, die besser werden oder ihren Beruf ändern müssen.

Bei aller nötigen Kritik im Einzelnen (so sind etwa die von Hattie vernachlässigten Hausaufgaben manchmal sinnvoll): er hat nachgewiesen, dass der Lehrer/die Lehrerin wieder in den Mittelpunkt allen Redens und Entscheidens über die Schule gehört. Der Lehrer ist hauptverantwortlich dafür, was Schüler lernen. Ob die Schule besser wird, liegt an ihm.

Wer nun anfängt zu jammern über diese große Verantwortung, dem sei gesagt, dass sie seit Urzeiten zum Lehrberuf dazu gehört. In dieser Verantwortung liegt die Essenz, und nicht in der Verbeamtung. So oder so: die Forschungen Hatties haben dem Lehrer seine Würde wieder gegeben.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diskussionsgrundlage, kein Handbuch, 7. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Um eines gleich vorwegzuschicken: Bei Hatties Studie handelt es sich weder um ein Handbuch zur Unterrichtsplanung noch um einen Ratgeber zur altbekannten Frage "Was ist guter Unterricht?". Wer praxisnahe Anregungen sucht, wird das Buch wahrscheinlich rasch entnervt zur Seite legen, denn im Wesentlichen besteht es aus knapp kommentierten Statistiken. Dennoch wird dieses Buch mit hoher Wahrscheinlichkeit die Didaktik und die Bildungspoltik auf Jahre hinweg beeinflussen, und allein das sollte für jeden Interessierten ein Grund sein, die Studie zur Kenntnis zu nehmen.
Die schiere Datenmenge dieser Meta-Metaanalyse ist auf den ersten Blick erschlagend. Zugleich legt in dieser Menge auch ein großes Problem: Eine Reihe von Rechenfehlern wurde Hattie bereits nachgewiesen, auch minderwertige Studien wurden in ofenbar großer Zahl verwendet, Hatties Studie unterscheidet nur selten zwischen verschiedenen Schulformen und Alterstufen der Schüler und die überwiegende Zahl der Metaanalysen stammt aus dem anglo-amerikanschen Bereich mit einem deutlichen Übergewicht Neuseelands, was die Übertragbarkeit auf deutsche Verhältnisse erschwert. Insgesamt führt dies dazu, dass aus der Studie praxisnahe "Rezepte" kaum abgeleitet werden können, was aber auch ncht Hatties Anliegen war: Es ging vielmehr darum, die bsherige oft ideologisch geführte Diskussion über Unterricht auf eine empirsche Basis zu stellen, und dies ist Hattie zweifellos gelungen. Der Preis dieses Blicks aus der Vogelperspektive ist, dass die gewonnenen Daten sich einer leichten Herstellung von Kausalitäten weitgehend entziehen. Dies sei an einem bislang in der öffentlichen Diskussion wenig beachteten Beispiel verdeutlicht: Laut Hattie gehört die Fachkompetenz des Lehrers zu den schwächsten Faktoren für gelingendes Lernen (Platz 125 von 138). Dies wird vermutlich jeden Praktiker überraschen, zumindest war dies beim Rezensenten der Fall. Hattie ist bei der Beschreibung der Ursachen hierfür sehr vorsichtig (S.136f.), wägt verschiedene Gründe ab, weist auf die insgesamt recht schmale Datenbasis in diesem Bereich hin usw. Diese Vorsicht bei der Auswertung ist einersets ein Zeichen für Hatties wissenschaftliche Redlichkeit, macht andererseits aber auch deutlich, dass die Studie erst den Beginn und nicht den Abschluss einer Diskussion bilden kann.
Trotz des ofensichtlich geringen Praxisbezugs ist es nach Meinung des Rezensenten wichtig, dass möglich viele Lehrer das Buch gelesen haben, allein ddeshalb, weil derzeit buchstäblich jeder sich auf Hattie beruft, wobei oft fraglich ist, ob dieser überhaupt gelesen wurde. Dies kann an einigen populären Verkürzungen der Studie erläutert werden:
1. Hausaufgaben bringen nichts! (vgl. S.276)
Wer das behauptet, hat Hattie erkennbar nicht gelesen: Zwar nehmen Hausaufgaben im Ranking tatsächlich nur Platz 88 ein, doch differenziert Hattie anschließend deutlich: In Mathematik bringen Hausaugaben mehr als in anderen Fächern, insgesamt steigt die Bedeutung von Hausaufgaben mit dem Alter der Lernenden, bis sie auf High-School-Niveau sogar zu den starken ("Gewünschten") Faktoren gezählt werden können. Damit Schüler dies aber leisten können, ist ein Einüben häuslicher Arbeit auch bei jüngeren Schülern laut Hattie sinnvoll.
2. Die Klassengröße ist unwichtig! (S.102ff.)
Auch diese Schlussfolgerung ist sicherlich oberflächlich. Zwar rangiert die Klassengröße im Ranking weit hinten (Platz 106), doch ist damit auch nach Hattie nicht ausgeschlossen, dass die Verkleinerung von Klassen starke Effekte auslösen kann. Hatties Schlussfolgerung ist vielmehr, dass eine bloße Verkleinerung der Lerngruppengrößen ohne weitere Veränderungen auf Seiten des Unterrichts usw. nichts bringt. Da absehbar ist, dass Finanzpolitiker der Länder sich ausgiebig auf Hattie berufen werden, ist es vielleicht nicht ganz unwichtig, dies entsprechend kontern zu können.
3. Offene Lernformen taugen nichts! (z.B.S.105f.)
Abgesehen davon, dass bei Hattie vollkommen unklar bleibt, was dieser genau darunter versteht, ist auch diese Behauptung zumindest eine Verkürzung, denn einige der stärksten Effekte der Studie lassen sich eigentlich nur durch solche Lernformen realisieren. Hatties Credo "Auf den Lehrer kommt es an!" ist ausdrücklch nicht als Freibrief für den Lehrervortrag zu verstehen. Hattie hat vielmehr ein sehr anspruchsvolles Lehrerbild: Dieser verfügt selbstverständlich über ein breites Repertoire von Methoden, die er situationsangemessen einsetzt.

Diese Beispiele ließen sich noch nahezu beliebig ergänzen: Einfache Rezepte lassen sich aus Hattie einfach nicht ableiten. Es bleibt abzuwarten, ob die demnächst auch auf Deutsch erscheinende "Lehrerausgabe" in puncto Praxisbezug mehr bietet. Trotz dieser sicherlich vorhandenen Einschränkungen in den Bereichen Praxistauglichkeit, teilweise auch Nachvollziehbarkeit für den deutschen Lehrer sowie in bestimmten Bereichen auch die Validität der zugrundelegenden Daten ist die Hattie-Studie immer noch mehr als eine bloße Fleißarbeit und bestimmt keine "Phrasendreschmaschine". Sie wird vielmehr die Diskussion der kommenden Jahre prägen. Allein dafür scheinen dem Rezensenten fünf Sterne angemessen.
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27 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut bereichernd, 30. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Ich hatte das Glück, den Vortrag von John Hattie anlässlich dieser Veröffentlichung an der Uni Oldenburg zu hören und war davon so fasziniert, dass ich mir dieses Buch sofort kaufen musste.

Meiner Meinung nach ein absolutes Muss für alle Lehrpersonen. Hattie legt dar, welche Parameter den meisten Einfluss auf den Lernerfolg haben - woran man sich als Lehrender in seinem Handeln und Unterricht orientieren kann. Gestützt werden seine Aussagen durch die Untersuchung von 50.000 (!) Einzelstudien. Wenn das mal nicht wissenschaftlich fundiert ist...!

Das Buch ist sehr gut strukturiert und lesbar,und allemal 5 Sterne wert.
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21 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Mammut unter den (pädagogischen) Büchern, 1. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Unglaubliches Meisterwerk", kann man dieses Buch wohl nennen.
Hier werden Fakten zusammengetragen, die einen zum Weinen bringen könnten, wenn es nicht so sachlich, klar und emotionslos passieren würde.
Eine intelligente Ergänzung zu dem (zur Zeit)Nr. 1 Buch Schulinfarkt" von Jesper Juul, Gerald Hüthers Jedes Kind ist hochbegabt" und der Ansicht Prechts zur Schulrevolution". Es kann nicht sein, dass wir froh sind über Forschungen, die Krankheiten heilen - aber die Ergebnisse von Juul, Hüther, Spitzer und jetzt Hatti, außer Acht lassen.

Wer sich für Statistiken interessiert, der findet hier seine Erfüllung. Wer nicht, findet sie im geschriebenen Wort.
Für ALLE Menschen, die Verantwortung für andere Kinder übernehmen (Tagesmütter, Erzieher, Kinderpfleger, Lehrer u.s.w.), die in irgendeiner Weise beratende Funktionen ausüben, oder gar Lehrtätigkeiten, kann dieses Buch nicht nur Herausforderung sondern auch Rückenstärkung sein. Es ist nicht leicht od. schnell zu lesen. Erinnert an ein Lexikon. Für so viele wichtige Informationen sollte man sich auch Zeit lassen. Sie verstehen lernen, hinterfragen, reflektieren und das Umsetzen üben. Ein paar Seiten,(die aber täglich) würden uns in unserem Umgang mit Kindern/Jugendlichen wohl tun. Die sehr gut gegliederten Kapitel machen dieses Buch auch zu einem persönlichen Erlebnis. Es ist für jeden was dabei und nicht notwendig auf Seite 1 anzufangen. Viele, viele Überschriften mit teilweise nur einer Seite Erläuterungen machen dieses Buch für jeden zugänglich. Ich hoffe sehr, dass dieses Buch Einzug in alle Klassenzimmer hält. Und zwar schnell. Denn wer jetzt ausgebildet wird braucht dieses Wissen. Auch um Eltern anders beraten zu können. Lernen sichtbar machen" stellt uns vor neue" Aufgaben, die zu erfüllen in unserer Verantwortung liegt. Von nun an gibt es keine Ausreden mehr, man wüßte nicht "was" oder "wie" man etwas verbessern könnte.Lernen sichtbar machen" ist kein Thriller, es ist eine Pflichtlektüre, die man auch verschenken könnte...
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ich schon lange erwartet habe, 18. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Das bringt uns (Lehrer und Schulen) weiter in der Schulentwicklung. Sensibilisierung und Anregung, Indikatoren für guten erfolgreichen Unterricht zu überdenken.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Buch muss sehr genau gelesen werden, 2. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Natürlich ist es schön und wertvoll, wenn jemand sich die Mühe macht, eine große Zahl von Studien zusammen zu fassen -
ABER:
1. Es sind weitgehend Studien aus dem englischen Sprachraum, also schon auf Grund des Schulsystems nicht ohne Weiteres übertragbar.
2. Vor der Übertragung in andere Schulen muss man sich bei jedem einzelnen Item darüber verständigen, was darunter zu verstehen ist; die rein sprachliche Übersetzung reicht nicht aus.
3. Bitte nicht als Katalog verwenden, nach der Rangliste die wirksamsten Items auswählen und denken, dass jetzt der Unterricht perfekt wird - SONDERN: sorgfältig die Kommentare des Verfassers lesen und das eigene Gehirn einschalten, denn vieles steht zwischen den Zeilen.
Und dann die Übersetzung:
Ich habe beim Lesen das Gefühl, als ob ein englisches Buch fast wörtlich übersetzt wurde. Eine Angleichung an die deutsche Diktion hat weitgehend nicht statt gefunden und so darf man ganz viele Substantive lesen. Fürchterlich!
Vielleicht ist Hatties 2. Buch die bessere Wahl: Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen: Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von "Visible Learning for Teachers". Zumindest die Zusammenfassung von Dieter Höfer und Ulrich Steffens (erreichber über die Homepage visible-learning.org) lässt das hoffen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erwartungsgemäß gut, 17. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Ich kannte bereits die englischsprachige Version. Die deutschsprachige Übersetzung ist gut gelungen. Die Ergebnisse der Studie wenn auch nicht wirklich unerwartet, so doch in der Deutlichkeit überraschend.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hattie rechnet mit Schule und Lehrpersonen ab, 28. Juli 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Hatties These: «Die meisten Lehrer tun so, als würden sie den Schüler etwas beibringen, die Schüler tun dafür so, als würden sie etwas lernen.» Beiden Gruppen gefällt es, in Ruhe gelassen zu werden. Hattie stützt seine Thesen auf die Auswertung von Metaanlysen. Er glaubt, dass mit Verbesserungen des Lehrerverhaltens die Schüler zu viel höherer Lernleistung angeleitet werden könnten. Wie das genau gehen soll, bleibt aber etwas nebulös.
Die sorgfältige Übersetzung ist besser als das englische Original. Insbesondere der ca. 200 mal wiederholte Fehler bei der Berechnung des CLE (Commen language Effect, einer zentralen Messgrösse bei Hattie) wurde eliminiert. Hattie fehlt offensichtlich jegliches Verständnis für Statistik, anders kann ich mir diesen Fehler im Original nicht erklären. Aber anders hätte er wahrscheinlich auch nicht den Mut gehabt, diese wertvolle statistische Kompilation zusammenzutragen.
Einen etwas schalen Beigeschmack hinterlässt es, dass die Übersetzer, trotz der offensichtlichen Rechenschwäche von Hattie, darauf verzichteten, die anderen Grössen wenigsten Stichprobeweise nachzuprüfen.
Bei aller Begeisterung über die Offenbarung in diesem Buch darf man nicht vergessen, dass das Zusammenrechnen von fehlerhaften Studien nichts beweist. So ist mir gut bekannt, dass zum Einsatz der Informatik oder Spielen (Schach) durchaus die berechtigte Kritik angebracht wurde, dass die positiven Ergebnisse allein durch unsorgfältige Studien zustande kommen. Dabei kommt diese Kritik nicht von Leuten, die etwas gegen Informatik oder Schach im Unterricht haben, sondern von solchen wie Fernand Gobet, selbst Schachspieler und Prof. an der Brunel University oder Prof. Mendelsohn, als ich dort studierte, Leiter des Bereichs TECFA (Technik und Ausbildung) der Universität Genf. Beides Forscher, die an anderslautenden Ergebnissen eigentlich ein hohes Interesse hätten. So ist denn auch sehr auffällig, dass nicht kontroverse Faktoren wie der Einsatz von Lerntechniken hohe Faktorstärke aufweisen, kontroversere Themen, wie Hausaufgaben, um als Beispiel noch das harmloseste zu nennen, aber tiefe Werte. Hier scheinen mir sowohl Hattie als auch die Übersetzer etwas blauäugig zu sein.
Die Kompilation von Hattie ist nicht vollständig. So fehlen alle Forschungen, die nicht auf Meta-Analysen bauen, so etwa die der Hambuger Prof. Langer, Schulz v. Thun und Tausch zum Hamburger Verständlichkeitsmodell. Oder noch erstaunlicher, die im deutschen Sprachraum wenig bekannte Cognitive Load Theory von Sweller. Dieser wird aber wenigstens bei den Literaturangaben erwähnt.
Das Wertvollste am Buch, scheinen mir die Analysen von Hattie. Die Bedeutung, die er der Lehrer-Schüler-Beziehung und dem Feedback zwischen Lehrer und Schüler beimisst. Diese decken sich eigentlich weitgehend mit denjenigen von Tausch und Tausch in ihrem Standardwerk Erziehungspsychologie aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Tausch sprach damals vom Einfühlenden nicht-wertenden Verstehens des Lehrers, womit er das Verständnis der Lehrers der inneren Welt des Schülers meinte. Dies als Grundvoraussetzung, um diesen mit fördernder nicht-dirigierender Enzeltätigkeit vorwärts zu bringen. Viele der von Tausch und Tausch erwähnten Einzeltätigkeiten erscheinen bei Hattie bei den stärksten förderlichen Faktoren auf.
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14 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was soll das denn bitte sein?, 9. Juli 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lernen sichtbar machen (Broschiert)
Als praktizierender Gymnasiallehrer und Ausbildungsleiter von Referendaren/innen habe ich mich auf dieses (schon im Vorfeld angepriesene) Werk gefreut. Wie ernüchternd dann doch die Realität, als ich es in Händen hielt und zu lesen begann: Wo die NEUEN Thesen und Denkansätze? Wo die aus den vielen Statistiken gefilterten Erträge? Was um alles in der Welt soll ich mit den ganzen d = xyz Werten anfangen, wenn ich meine Referendare/innen auf den schulischen Alltag vorbereiten will? Wie gehe ich als Lehrkraft mit diesen d-Werten konkret um? Dazu übervorsichtige Texte, um ja keinem Menschen auf die Füße zu treten.

Es ist gerade diese biedere und dabei doch so gefallen-wollende Botschaft in und zwischen den Zeilen des Buches, die mich eigentlich zum Kotzen bringen müsste. Wenn ich mir vorstelle, was hier Gelder reingeflossen sind, um am Ende sinngemäß die Essenz "Der Lehrer ist wesentlich für den Unterricht" zu filtern, dann hätten die geschätzten Autoren doch nur einmal ein Gespräch mit einer/m praktizierende/n und erfahrene/n Kollegen/in führen müssen.

Das Buch rollt über meine schlichte Wenigkeit (gleichsam einer Nonsens-Gedanken-Flut), die mich von Seite zu Seite mit leeren Phrasen zu füttern versucht und einer Fülle von Informationen und Inhalten, die ich für den schulischen Alltag überhaupt nicht nutzen kann und auch nicht möchte. "Was soll das?", möchte ich hier in den Raum schreien! Zudem kommen auch keine neuen Denkansätze - da lese ich doch lieber das Werk von Precht, denn da findet sich auf nahezu jeder Seite Zündstoff, der mich auf die vollen 100 bringt - im positiven Sinne!

Fazit:
Ein hochgespieltes Pseudo-Werk, welches (meiner persönlichen Meinung nach) keine konrekte Richtung für den Alltag vorgibt, wohl aber mit schönen Phrasen und d-Werten daherkommt. Ich erkenne hier ggf. eine nette Quelle zum Zitieren für künftige Publikationen meinerseits - wenn der Kontext und vor allem der d-Wert passt - mehr aber auch nicht.
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Lernen sichtbar machen
Lernen sichtbar machen von Klaus Zierer (Broschiert - 23. April 2013)
Gebraucht & neu ab: EUR 25,20
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