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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Buch mit 7 Dimensionen, 6. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Halbsichtigkeit - Ein Roman, den jeder anders verstehen kann (Taschenbuch)
Halbsichtigkeit von Corinna John ist ein wirklich unglaublich gutes Buch.
Ich habe es an einem Tag durchgelesen. Das Buch handelt von Lissa einer sehr begabten Programmiererin, die eine neue Art von Neural-Interface für die allgemeine Benutzung von Computern entwickeln will. Sie will dadurch dem Benutzer ermöglichen verschiedene Programme in insgesamt 7 Dimensionen, die einander überlappen darzustellen. - Klingt kompliziert. Doch die Autorin schafft es irgendwie durch ihren Schreibstil und ihre Beschreibungen, diese Programme und Dimensionen in der Vorstellung des Lesers entstehen zu lassen.

Es ist ein utopischer Roman. Die Computer werden nicht mehr über einen Bildschirm und Tastatur oder Maus bedient, sondern virtuell über ein Interface. Mittlerweile hat die Wissenschaft festgestellt, dass es neben einer primären Wahrnehmung auch eine sekundäre Wahrnehmung gibt. Darunter versteht man, dass ein Geruch zum Beispiel auch eine Farbe und einen Klang hat. Alle Menschen besitzen diese sekundäre Wahrnehmung und sie wird für die Bedienung der Computer benutzt.

Nun stellt Lissa fest, dass es jedoch eine kleine Gruppe von Menschen gibt, die keine sekundäre Wahrnehmung haben. Dies ist keine Krankheit sondern in etwa so wie Farbenblindheit. Der Fachbegriff dafür ist Halbsichtigkeit. Lissa möchte diesen Menschen helfen und entwickelt ein Interface, dass halbsichtigen Menschen ermöglicht die normalen Programme zu nutzen.

Der Roman entführ den Leser in eine Welt, die sich bereits sehr von der Heutigen unterscheidet. Programmierung, Hacken, Technische Entwicklungen, aber auch Dinge wie die Frage "Was ist eigentlich die Wirklichkeit? Und was unterscheidet Realität und virtuelle Welten von einander?" werden in diesem Roman behandelt.
Halbsichtigkeit - Faszinierend und kompliziert einfach.
- ein unglaublich gutes Buch.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein SciFi jenseits des Mainstreams, 5. Juli 2006
Von 
P. Arentzen "Lesen gefährdet Ihr Unwissen!" (Wörth am Rhein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Halbsichtigkeit - Ein Roman, den jeder anders verstehen kann (Taschenbuch)
Corinna John

Halbsichtigkeiten  Ein synästhetischer SciFi-Roman

Book On Demand, 232 Seiten, 13 Euro, ISBN 3-8334-3215-2

Von Gunter Arentzen

Ein Science-Fiction-Roman, der ohne Raumschlachten auskommt, ohne Endzeit und ohne sonstiges Elend. Muss ich lesen, war mein erster Gedanke. Auch wenn der Klappentext eine nicht leicht zu lesende Lektüre andeutete. Aber war dem wirklich so? Gelang es Cornna John, genug Spannung und Unterhaltung aufzubieten, um die Seiten nicht zur Qual werden zu lassen?

Immerhin legte die Autorin hier ihr Erstlingswerk vor, erschienen im Book on Demand-Verlag.

Die Zukunft.

Menschen leben nicht mehr über das gesamte Land verteilt, sondern in riesigen, komplexen Häusern, die ganzen Ländern gleichen. Der Raum zwischen den Gebäuden bleibt der Natur vorbehalten.

Gesteuert werden die Häuser über leistungsfähige Computeranlagen, die den Menschen Arbeiten abnehmen und ihnen das Leben so angenehm wie möglich machen. Arbeiten muss man nicht mehr, kann es aber, um über die garantierte Grundversorgung hinaus Luxusartikel erwerben zu können.

Eine wichtige Funktion fällt daher dem Systemtechniker zu, der für die Wartung und den Betrieb dieser Anlagen zuständig ist. Selbstverständlich werden die Computer dieser Zeit nicht mehr via Maus und Tastatur bedient, sondern über neurale Interfaces, welche die Handhabung der Maschinen bedeutend erleichtern.

Zumindest theoretisch.

Denn Praktisch gibt es noch immer Leute, die nicht mit dieser Form der Steuerung zurecht kommen. Wie etwa der Haustechniker Vonek.

Seine neu eingestellte Assistentin Lissa, die nebenbei an einer völlig neuen Form des Benutzersteuerung arbeitet, kommt einer seltenen Krankheit auf die Spur  der Halbsichtigikeit. Durch das Fehlen eines Gens sind die Betroffenen nicht in der Lage, mit den herkömmlichen Neural-Interfaces zu arbeiten, geschweige denn mit jenem von Lissa.

Bei den Recherchen zu diesem Phänomen stößt Lissa auf Cle, einem weiteren Betroffenen dieser Krankheit. Doch ist dieser weiter als Vonek, hat er doch Wege gefunden, seine Behinderung zu kompensieren.

Lissa und Cle versuchen gemeinsam, ein neues Neural-Interface zu entwickeln, um derart Behinderten den vollen Zugang zu den Computersystemen zu ermöglichen. Dabei stoßen sie einerseits an die Grenze des für das menschliche Gehirn machbare, andererseits wirken sich Fehler in der Programmierung verheerend aus. Ja, sie können lebensbedrohliche Ausmaßen annehmen 

Corinna John entwirft mit diesem Buch nicht nur ein interessantes Bild von der technischen Zukunft, sondern auch von der unserer Gesellschaft. Die Vorstellung, nicht mehr arbeiten zu müssen und dennoch eine Grundversorgung zu erhalten, könnte  sofern man sich auf diese Gedankenspiele einlässt  durchaus der Schlüssel zu einer besseren, gerechteren Zukunft sein. Gleichzeitig zeigt sie aber auch auf, dass alte Probleme der Menschheit wie Vorurteile und Diskriminierung auch in der Zukunft Nährböden finden können

Aber dies nur nebenbei.

Überwiegend geht es in dem Roman um die Technik, verknüpft mit Sinneswahrnehmungen. Die Synästhesie zum zentralen Punkt eines solchen Romans zu machen war sicherlich gewagt. Schließlich weicht dieser SciFi-Roman doch erheblich vom Mainstream ab. Dennoch gelang es der Autorin, hier einen spannenden, unterhaltsamen Roman zu schreiben, den nicht nur Technik-Freaks und Programmierer begeistern dürften. Die Suche nach der Lösung und der Kampf mit den Fehlern lässt den Leser mitfiebern. Gleichzeitig muss auch gesagt sein, dass dieser Roman sicherlich nichts für Gelegenheitsleser ist. Er liegt vom Niveau her deutlich über 08/15-SciFi und fordert vom Leser, der Handlung und den Thesen zu folgen. Mitdenken ist also angesagt. Daneben wird vom Leser anfangs Durchhaltevermögen verlangt, denn das Buch beginnt zäh. Zwar steigert es sich schließlich und weiß den Leser zu fesseln. Aber diese erste Hürde muss erst einmal genommen werden, um in den Genuss der Spannung zu kommen.

Etwas seltsam mutete in diesem Roman die Rolle der Aliens an. Diese sind vorhanden  wenn auch nur in einer Rasse vorkommend; den Namariden. Sie tragen nicht wirklich zur Handlung bei. Ein wenig wirkte dies, als habe die Autorin eine kleine Checkliste für SciFi abgehakt. Futuristische Computer  drin. Andere Gesellschaftsform  drin. Aliens  dri Aliens?

Fazit:

Ein Buch, das ungewöhnliche Wege geht und den Leser für seine anfängliche Geduld belohnt. Die Verknüpfung von Mensch und Technik nimmt dem Roman das Sterile, das anderen Technik-Romanen oft anhaftet. Gleichzeitig setzt sie das Niveau, welches der Stoff vom Leser verlangt, recht hoch an. Leser, die bereit sind sich darauf einzulassen, werden durch spannende Szenen und ein sehr interessantes Thema belohnt. Leser, die einen raschen Roman zum Zeitvertreib suchen, sind bei Halbsichtigkeit sicherlich nicht gut aufgehoben.

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass der Preis des Buches mit 13 Euro typisch für einen BoD-Roman ist. Interessant ist auch, dass dieses Buch unter einer Creative-Commons-Lizenz liegt. Ein eBook des Romans als PDF kann zudem kostenfrei bezogen werden.

Ein Hinweis zum Schluss: Dieser Roman wurde für den Deutschen Phantastik-Preis 2006 nominiert.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Endlich mal was richtig gutes Neues!, 25. Juni 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Halbsichtigkeit - Ein Roman, den jeder anders verstehen kann (Taschenbuch)
SF gibt's viel. Gute SF sehr viel weniger. Ein neues SF-Genre zu schaffen, hat absoluten Seltenheitswert. Corinna John hat das mit "Halbsichtigkeit" hinbekommen - ein Genre der "SynnFiction", indem sie die Themen Synästhesie (eine vergleichsweise seltene Form der Wahrnehmung) mit SF auf das Innigste verbindet. In diesem locker-flüssig geschriebenen Roman ist Synästhesie die typische Art der Wahrnehmung und der Nichtsynnie bildet die Ausnahme. Wie sich das im Alltag auswirken kann? Lesen! Absolut empfehlenswert für alle, die Interesse an Synästhesie, SF und Computerei haben! Doch Vorsicht: Stellenweise ist Mitdenken gefragt - und das macht die Geschichte nur umso reizvoller.
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Halbsichtigkeit - Ein Roman, den jeder anders verstehen kann
Halbsichtigkeit - Ein Roman, den jeder anders verstehen kann von Corinna John (Taschenbuch - Juni 2005)
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