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5.0 von 5 Sternen Eine feine Leistung
Der junge Autor hat hier ganze Arbeit geleistet. Die Welt aus der Sicht des Protagonisten ist utopisch, voll und ganz, und gleichzeitig eine in fantastischer Verzerrung wiedererkennbare hippe Großstadt (ein amerikanisch geputztes Berlin?) am Meer, oh wundersam, oh wunderschön. Die Seelen aber, die Coby County bevölkern, sind durch die metaphysische...
Vor 12 Monaten von Sprachtalent veröffentlicht

versus
31 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lahme Ente
Bin durch seinen diesjährigen Auftritt in Klagenfurt auf Leif Randt aufmerksam geworden und dachte: Von dem musst du einen Roman lesen! Aber wie so häufig stellen sich die hochgepriesenen Namen in der neuesten deutschen Literatur ziemlich fix als lahme Enten heraus.
Der erste Teil des Buchs liest sich wie eine Mischung aus Erlebnisaufsatz und Geo-Reportage,...
Veröffentlicht am 13. November 2011 von Sascha Schmidt


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine feine Leistung, 7. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der junge Autor hat hier ganze Arbeit geleistet. Die Welt aus der Sicht des Protagonisten ist utopisch, voll und ganz, und gleichzeitig eine in fantastischer Verzerrung wiedererkennbare hippe Großstadt (ein amerikanisch geputztes Berlin?) am Meer, oh wundersam, oh wunderschön. Die Seelen aber, die Coby County bevölkern, sind durch die metaphysische Wüste gespensternde Hülsen. Der Autor begreift das Lebensgefühl des Großstadthipsters sehr viel (selbst-?)ironischer als im Vorgängerwerk, das schlecht geschrieben ist. Der Großstadthipster ist nämlich eine lächerliche Figur, die grelle Alternative zum Spießer, und doch irgendwie so hermetisch gegen Außen- und Anderswelten abgeriegelt wie dieselben. Stuttgart, meine neue Heimatstadt, ist ein trauriges Beispiel für diese zwei Menschenarten: Unter der gebildeten Klasse gibt es eigentlich - zumindest hier - nur diese zwei Arten, und dann setze ich mich gerne neben den Penner in der Stadtbahn, denn der ist dann kein Hipster und kein Spießer (auch wenn er vielleicht vorzöge, einer von beiden zu sein). Ich kenne keinen anderen Autor, der diesen Hipster so wohlig wie Wilde den "décadent" aus der Innenperspektive heraus darstellen kann. Was aber besonders - und wirklich, wirklich toll besonders ist - ist Leifs (!) zart eingestreute Poesie. Und dann immer wieder seine knackigen, gewitzten Beobachtungen, z.B.:

"Als Kind ist man ja in der Lage, die Welt als eine Ansammlung von Fakten zu sehen, das ist eine dieser Fähigkeiten, die man manchmal gerne zurückgewinnen würde, aber meistens dann doch lieber nicht."

"Wenn ich vor der Toilette knie und würge, weil ich in der Nacht zuvor viel zu viel getrunken habe, dan erdet mich das auf plakative Weise, dann bin ich irgendwie ganz bei mir und maximal ehrlich zu mir selbst."

"Ich verliebe mich, wenn ich ehrlich bin, nur in einen bestimmten Typ von Frauen: in die mädchenhaften, schmalen, hellhäutigen, die gut angezogen sind und irgendwie wohlhabend aussehen. Und das, obwohl uns schon die Lehrer auf der Primary School geraten haben, dass wir nicht Äußerlichkeiten verfallen sollen, sondern realen Charakteren, unabhängig von class und race und gender."

Das ist ganz großes Kino! Auch wenn die Erzählung irgendwann etwas vor sich hin zu dümpeln beginnt (deutsche Literaturkrankheit), bleibt doch Leifs scharfer Sinn und unverbrüchliche Bindung an die literarische Kunst, die sich in diesen Buch zeigt und die Herrn Randt wahrscheinlich selber eine Last geworden ist, schließlich kriegt man als deutscher Autor ja nix außer Hartz IV (hätte der Junge doch nur was Ordentliches studiert!). Schade das, und melancholisch, und darum ist dieses Buch auch melancholischer als der Vorgängerroman, so darüber schwebend mein' ich, wie ein Nebel, wie ein Dunst, wie der Dunst über CobyCounty.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Maximale Gelassenheit, bitterer Geschmack, 27. Oktober 2011
Von 
Leif Randt schlägt mit seinem zweiten Roman eine neue Sprache in der deutschsprachigen jungen Literatur an. Er streift den Sound von Christian Kracht, beschreibt jedoch mit maximaler Gelassenheit den sterilen Alltag eines jungen Erwachsenen in einer Wellness-Stadt, angelehnt an die aalglatte Welt amerikanischer Fernsehserien.
Was zunächst belanglos klingt, entpuppt sich bald als faustdicker Schlag ins selige Gemüt der lässigen und urbanen Apple-Nutzer und Coldplay-Fans.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist wahre Literatur!, 4. Dezember 2011
Nur wenige Romane erzählen von der Gegenwart und zwar in einer Weise, in der sie sofort erkennbar, doch auf eine wundersame Art anders ist. Die meisten Romane scheinen heute eher Ausgeburten des innerlichen Unfriedens des Autoren zu sein oder die Gelüste von Pubertierenden sowie nie aus der Pubertät herausgekommener Erwachsener wecken zu wollen. Leif Randt hält dieser Gesellschaft einen Spiegel vor und das in so leisen Tönen, dass der Leser viel Sinn für das Lesen zwischen den Zeilen braucht, um die Satire hinter dieser friedlichen Atmosphäre des Buches zu entlarven. Coby County ist eine Seifenoper-Oase, die die Wut gegen die egomanischen Möchtegern-Künstler schürt. Ganz leise natürlich.

Leif Randt hat mit seinem Roman "Schimmernder Dunst über Coby County" ein kleines literarisches Meisterwerk geschaffen. Keinem Zweiten gelingt es so gut, unsere von ökonomischen Prinzipien und individueller Selbstdarstellungssucht durchwebte Gesellschaft darzustellen. Vor allem der Drang der Menschen, ein Künstler sein zu dürfen, nach Vorbild des leidenden Fin de siècle-Künstlers, ohne wirklich einer zu sein, ist im Unterton sehr deutlich herauszuhören. Randt dagegen nimmt die Position des Künstlers deutlich ein, er hält der Gesellschaft einen Spiegel vor und zeigt die perfekte Welt, die in ihrer rosaroten Wolle wie ein Alptraum wirkt, in der eigentlich nichts Aufregendes passiert und nichts wirklich wichtig ist.

Das ist wahre Literatur!

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31 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lahme Ente, 13. November 2011
Bin durch seinen diesjährigen Auftritt in Klagenfurt auf Leif Randt aufmerksam geworden und dachte: Von dem musst du einen Roman lesen! Aber wie so häufig stellen sich die hochgepriesenen Namen in der neuesten deutschen Literatur ziemlich fix als lahme Enten heraus.
Der erste Teil des Buchs liest sich wie eine Mischung aus Erlebnisaufsatz und Geo-Reportage, die nicht auf den Punkt kommt. Das Leben in einem zu reichen und zu sonnenverwöhnten Touri-Kaff am Meer, in dem immer die Sonne scheint und gutgebräunte schöne und zu reiche Menschen aka Twenty-Somethings unterwegs sind, die Liebe und Erwerbsleben spielen.
Die Hauptfigur Wim ist befreundet mit einem Wesley und hat Sex mit einer Carla, die irgendwann im Buch durch eine andere Carla ausgetauscht wird, denn austauschbar, will uns der Autor wohl sagen, ist alles: Menschen, Biographien, Fortbewegungsmittel, Gefühle, Gedanken, Einstellungen. Als Wesley das schicke Städtchen verlässt, ist Wim mäßig beunruhigt, weil seinem Leben und ganz CobyCounty eine Wende zum Schrecklichen bevorsteht, die den zweiten Teil des Buchs markiert, dann allerdings ausbleibt und mich endgültig ratlos zurück gelassen hat.
Für das Buch spricht das sarkastisch komponierte Modell des Handlungsorts, ein Überall und Nirgendwo in einer fürchterlich kalifornischen Schönheitswelt, und sein ausgesprochen gefälliger Einband (jaja, never judge a book by its cover). Ansonsten ist es spracharm, die Abwesenheit von markanten Stilelementen verweist auf die Ausbildung des Autors an der Uni Hildesheim. Herr Ortheil sorgt schon dafür, dass eine ganze Generation Jungautorinnen und Jungautoren nicht besser schreibt als ihr Doyen.
Zwei kleine Beispiele gefällig?
>>Ich glaube, ich versuche eine Art Stereotyp in dir zu erkennen. Ein Stereotyp, das mir irgendwie gefällt. - Ich weiß. Und das ist doch super. Dann sitzt er lächelnd da. Einerseits bin ich total überrascht von seiner Antwort, andererseits überhaupt nicht: Mattis ist ein schlauer Kopf.<<
>>Dass ich mich am Morgen dann doch nicht übergeben muss, irritiert mich kurz, aber wenn einem nicht übel ist, dann ist einem eben nicht übel.<<
Sätze für die Ewigkeit!
Ja, wahrscheinlich ist das ein ganz tolles Buch mit ganz tollem Anspruch, das die Gefühlsverödung meiner Generation zeigen soll, ihre Totalerfassung durch die Konsumwelt und ihre Oberflächensucht. Mir hat es aber nur gezeigt, dass, wenn ein Buch sich anfühlt wie Plastikfolie, auch schmeckt wie Plastikfolie. Und wer kaut schon gern 200 Seiten (also wenigstens vier Stunden lang) auf Plastikfolie herum?!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter Null, 24. Juni 2013
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vor fast dreißig Jahren, nämlich 1985, hat Bret Easton Ellis, Autor des berüchtigten "American Psycho", seinen ersten Roman veröffentlicht: "Unter Null". Der Titel bezog sich auf die erschütternde Emotionslosigkeit der jungen Hauptfiguren, die zwischen Drogen, Sex und Markenartikeln keinen Platz für eigene Gefühlsregungen fanden - aber auch nie suchten.

Wim Endersson, 26 Jahre alt, Absolvent der "School of Arts and Economics", ist bereits sieben Monate nach dem Abschluss Mitarbeiter einer großen Literaturagentur, zuständig für, wie er sie nennt, "Teeny-Autoren", die das Lebensgefühl von CobyCounty auflagenstark in die Welt tragen. Dieses Lebensgefühl zieht in jedem Frühling Heerscharen von Touristen an, höchst attraktive Touristen, zumeist Freiberufler, also selbst Künstler, wie fast jeder in CobyCounty. Die fiktive Kulturstadt mit dem angenehmen Klima produziert erfolgreiche Musik, Bücher und Filme, aber auch das Leben dort verläuft wie eine Inszenierung, selbst im Frühling, wenn die Touristenscharen zum Feiern kommen. Das Dasein in CC ist vorhersehbar, mit großer Kontinuität ausgestattet, nahezu frei von Katastrophen, stylisch und bildschön - wie ein beliebiges Franchise-Produkt.

Leif Randt setzt diese merkwürdige, ernüchternde und auf amüsante Weise deprimierende Utopie, die zugleich als Kritik auf jene Parallelwelt verstanden werden kann, die sich "Unterhaltungsindustrie" nennt, in perfektem Duktus und sehr eigenartigem, aber äußerst lesbarem Stil um. Wim Endersson, der als Ich-Erzähler auftritt, ist ein präziser Beobachter, der sich selbst nicht als Gegenstand der Beobachtung ausnimmt, aber die Wahrnehmung - auch des eigenen Selbst - ist strikt auf die Oberfläche fokussiert: Während zwar jede Geste, jede Änderung der Mimik, jeder Halbsatz eines Gesprächspartners analysiert und bewertet wird, geschieht dies ebenso frei von jedem Tiefgang wie die Beobachtung selbst. Emotionen gibt es in diesem Buch nicht, sondern dramaturgische Zwänge, folgerichtige Handlungsverläufe und präzise gesetzte Plotpoints. Es ist, als wäre die Handlung dieses Romans die Handlung eines weiteren Romans. Das aber ist so verblüffend und großartig umgesetzt, so eigenwillig und ausdrucksstark, dass ein unvergleichlicher Lesesog entsteht.

Wim Enderssons vorhersehbare Welt gerät ins Straucheln, als der Langzeitkumpel Wesley plötzlich die Stadt verlässt und Enderssons Gefährtin - natürlich per Kurznachricht - die Beziehung beendet. Der junge Held versucht, auch dieser Krise mit dem ihm bekannten Instrumentarium zu begegnen, das aber hierfür völlig ungeeignet ist. Womit dieser Wim Endersson plötzlich für eine große Gruppe junger Menschen steht, die sich bei der Selbstdefinition völlig kritiklos auf das Marktgefüge einlässt, in das sie eingebettet ist, ohne zu erkennen, wie unilateral diese Beziehung ist.

Ein origineller, spannender, unterhaltsamer, pfiffiger und starker Roman, der nicht grundlos von der Presse gefeiert und mit Literaturpreisen überhäuft wurde. Großartig!
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5.0 von 5 Sternen Abgedrehte, 19. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Abgedrehte Story, die locker-flockig beginnt, dann aber ins Bodenlose umschlägt. Ich habe das Buch verschenkt und selbst nur die Rezensionen gelesen, aber das Feedback zu dem geschenkten Buch war sehr gut.
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14 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich und lesenswert, 22. September 2011
Die zumeist sehr positiven Rezensionen (FAZ, SZ, Züricher, etc.) für die beiden bisher erschienen Romane Leif Randts und die Tatsache, dass der Autor dieses Jahr beim Ingeborg-Bachmann-Preis ganz vorne mit dabei war, lässt ihn geradezu als Liebling der Kritiker erscheinen. Dies wird besonders deutlich, wenn "Die Welt" sich empört, dass Randt dieses Jahr nicht für den Deutschen Buchpreis nominiert ist (ok, nicht Liebling ALLER Kritiker), oder wenn die FAZ das neuste Buch "einen fast epochalen Generationenroman" nennt.
Ich muss leider zugeben, dass mich das erste, ähnlich gefeierte Buch Randts ("Leuchtspielhaus") nicht im erhofften Maße begeistert hat, muss aber zugleich gestehen, dass der Roman weniger an sich selbst, als doch an meinem persönlichen Geschmack gescheitert ist. Also kein Grund, nicht eine zweite Chance zu gewähren.
Und diese hat sich "Schimmernder Dunst über Coby County" mehr als verdient. Es ist ein Roman wie aus einem Guss. Inhalt und Sprache verschränken sich gekonnt und es blitzt immer wieder Humoriges durch, ohne dabei anbiedernd oder gekünstelt zu wirken. Und das Spannendste: Es passiert eigentlich nichts. Das soll nicht bedeuten, dass keine Handlung stattfindet. Die Welt von Coby County ist im Laufe der Romanhandlung gar von großen Katastrophen und anderen scheinbar(!) wichtigen Ereignissen betroffen. Für einen Roman völlig ungewöhnlich ist jedoch: Weder die Lebenswelt noch die Befindlichkeit des Protagonisten scheint von den Ereignissen betroffen oder verändert. Gerade das ist bezeichnend und eine der Hauptaussagen, die ich dem Roman in Bezug auf unsere Zeit entnehme.
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5.0 von 5 Sternen Ein Stück Literatur, 26. Februar 2015
Von 
Jules Barrois (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schimmernder Dunst über CobyCounty: Roman (Taschenbuch)
Leif Randt hält unserer Gesellschaft in leisen Tönen einen Spiegel vor. Der Leser sollte zwischen den Zeilen lesen. Dann erkennt er die Satire. Ein literarisches Meisterwerk.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sprachlicher Stern über einem Microkosmus, 24. Januar 2012
Von 
Frank Esper "Viva" (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Die in voluminöse, sprachgewaltige Formulierungen gebetteten Lobeshymnen namhafter Kritiker kann ich schwerlich nachvollziehen. Was sich dem Leser hier offenbart, ist nicht mehr, als ein kleiner Ausschnitt im Leben des Protagonisten in einer fiktiven Kleinstadt. Der Leser taucht für ein Augenzwinkern im Leben des Hauptdarstellers in die Gedanken- und Erlebniswelt eines Mittzwanzigers ein. Nicht mehr und nicht weniger.
Sprachlich sicherlich sehr ansprechend, aber das alleine macht dieses Buch nicht zu einer Entdeckung.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen HappyPlace, 19. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine fiktive Stadt irgendwo im nirgendwo, in der alles formvollendet und schön ist und die Bewohner Spaß haben am treiben in CobyCounty teilzunehmen. Wim ist einer dieser Bewohner, und dennoch recht melancholisch gestimmt, der mit seinem besten Freund Wesley das pulsierende Leben in der Schönwetterstadt genießt und auf den Frühling wartet. Doch Wim weiß nicht so recht ob er diese Art zu leben auch wirklich will, ob ihn dieser möglicherweise hedonistische Lebensstil behagt. Fortan versucht Wim herauszufinden, welche Möglichkeiten die Existenz in einer solchen Welt noch für ihn offenbart.

Man findet sehr schnell in das Buch hinnein. Manchmal tauchen aber Sätze auf bei denen man nicht genau weiß, ob man sie richtig verstanden hat. Das vorwiegend wohl auch daran liegt, dass der Autor gerne mal ein paar Oxymorone einbaut und man erstmal etwas stutzt. Doch genau solche Mittel tragen zum fulminanten Schreibstil bei. Leif Randt schafft es eine ganz eigene Stimmung aufzubauen, der den Leser in die Gefühlswelt von CobyCounty einlullt, und auf die Story kommt es dabei gar nicht an. Zum Beispiel hat so gut wie jeder Satz am Ende eines jeden Kapitels, einen gewissen Charakter, eine gewisse Kraft in der Schriftsprache, die ich gar nicht zu beschreiben vermag.
Allerdings musste ich bei dem Buch oft an Musik denken. Viele Stücke bei denen die Stille nach dem letzten Ton einsätzt, hat man dieses Gefühl der Vollkommenheit, dass die Musik erst so richtig interessant macht. Solch ein Gefühl stellt sich auch im Text ein. Manchmal musste ich auch an Synkopen denken, doch das wäre jetzt zu weit hergeholt.
Ausserdem sind viele Sätze kurz gehalten, das für mich auf irgend eine Weise an der Form eines Tagebuchs erinnert.

Die Stadt CobyCounty ist Fiktion und man erfährt auch nicht in welcher Region sie liegen könnte und in welcher Beziehung der Ort zu anderen Gebieten steht. Aber den Bewohnern geht es gut und alle sind bester Laune. Dabei erinnert mich CobyCounty etwas an Ogygia, dort wurde Odysseus von bestimmten Pflanzen betört und hat die Umgebung als unglaublich bezaubernd wahrgenommen (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).

Nicht nur der Inhalt ist eine Wonne, auch das Design und die gestalterische und drucktechnische Umsetzung ist makellos und überzeugend. Gänzlich in weiß und silber gehalten, wobei das Silber in die Vertiefung der Prägung gedruckt wurde. Allein wegen dieses haptischen Genusses ist der Kauf des Buches, gerade für Sammler, wünschenswert. Eine weitere Finesse bietet das Papier an sich, denn das hat eine attraktive Eigenschaft, die irgendwie das Gefühl von Feuchtigkeit in den Fingern weckt.

Auch wenn die kraftvolle Konstruktion der Sprache, zum Ende des Adolenszenzromans, etwas nachlässt, bleibt die Lektüre angenehm glänzend. Leif Randt versteht es zu schreiben, auch wenn manch einer behaupten könnte, dass der Lesestoff etwas oberflächlich ist.

Wenn ich dem Buch ein Musiktitel zuordnen sollte, würde ich spontan 'The Gaudy Side Of Town' von den Gayngs wählen, denn das schwirrte mir ständig im Kopf herum.

Für mich bleibt das Buch ein MUST HAVE bzw. MUST READ! Daumen hoch.

(Hier noch ein tolles kleines Interview mit Leif Randt: [...])
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Schimmernder Dunst über CobyCounty: Roman
Schimmernder Dunst über CobyCounty: Roman von Leif Randt (Taschenbuch - 12. November 2012)
EUR 9,99
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