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am 8. November 2009
Unverkennbar William Boyd's Genius - doch diesmal "thrilling" - auf höchstem Niveau!

Nicht wie einen modernen Robinson Crusoe der Londoner Unterwelt setzt er seinen Protagonisten in Szene, sondern als zufälliges Bauernopfer in einem herausragend spannenden Thriller rund um die Bahn brechenden Entwicklungen eines Pharmakonzerns.

Adam Kindred - Klimatologe aus den USA (jedoch gebürtiger Brite) - ordnet sein Leben neu, landet dabei in London, um sich hier einem neuen Job zu widmen und findet sich kurzerhand in einem Italienischen Restaurant in Chelsea wieder, wo er Bekanntschaft mit dem Immunologen Philip Wang schließt, der kurz danach erstochen aufgefunden wird, Kindreds Fingerabdrücke auf der Tatwaffe etc. Die Chancen stehen sehr ungünstig für Adam - nicht nur die Polizei ist ihm auf den Fersen, sondern auch der Mörder, dessen Handwerk er gestört hatte. Was ihm der Zufall beschert und in einer schieren Verzweiflung, nahe dem Abgrund beginnt, bringt rasch Hilfe, wirft neue Ideen und Möglichkeiten auf. So sichert sich Adam das Überleben im Untergrund, erklimmt die Treppe des sozialen Aufstiegs von einem anderen, ihm bisher unbekannten Standpunkt - jenem ganz unten.

Rasch wechselt Boyd die unterschiedlichen Beteiligungsebenen von Kindred, seinem Verfolger, einer Polizistin oder dem Vorstandsvorsitzenden des börsennotierten Pharmaunternehmens und erzeugt damit ein überaus intensives Spannungsniveau. Die Charaktere sind wie üblich bei Boyd überaus präzise ausgearbeitet - im Detail gezeichnet, um dem Betrachter aus jeder Perspektive ausreichend Umriss zu sichern (das erzeugt soviel Nähe, selbst zu solchen, die diese weniger verdienen). Auch hier entwickelt Boyd keine unfehlbaren Überhelden, sondern solche mit Ecken, Kanten und ausgeprägten Charakterschwächen.

Das Londonbild, das er zur Schau stellt, scheint sehr gut recherchiert, ein neuer Roman als Thriller war für mich unerwartet - aber auch dieses Genre liegt dem großen Meister ausgesprochen gut - zumal in Boyd üblichem Sprachton komponiert und manchmal unweigerlich, unweigerlich komisch!

Der unaufhörliche Schwall eines wahrhaftigen Lesegenusses!
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Adam Kindred ist ein vor kurzem geschiedener Klimatologe, der aufgrund eines Verhältnisses mit einer seiner Studentinnen, das ihn seine Ehe und seine Dozentenstelle an einer renommierten amerikanischen Universität kostete, zurück nach England gekommen ist, um sich am Londoner Imperial College als Research Fellow zu bewerben. Nach seinem Vorstellungsgespräch geht er in einem italienischen Restaurant in Chelsea essen und begegnet kurz dem Immunologen Dr. Philip Wang, der versehentlich eine Akte vergisst, die Adam ihm daraufhin in Wangs Londoner Wohnung bringen will. Doch in Wangs Wohnung findet Adam selbigen mit einem Messer im Körper sterbend vor. Auf Wangs Bitten entfernt Adam das Messer und nimmt die Akte an sich.

Da alle Indizien auf Kindred als Mörder deuten, flieht er mit der Mappe und versteckt sich fortan in einem Gebüsch an der Chelseabrücke am Themseufer. Die Polizei sucht ihn, und offenbar ist noch jemand anderes hinter ihm her. Adam beschließt, in den Untergrund gehen, zerschneidet seine Karten und alles das ihn identifizieren könnte. Schon bald führt das Leben eines Tramps, sucht in Mülltonnen nach Nahrung und wagt sich nur nachts aus seinem Versteck. In der Zwischenzeit beschließt er, aus der Akte herauszufinden, warum Wang ermordet wurde und ob es irgendeine Verbindung zu Calenture-Deutz, dem Pharmaunternehmen für das Wang arbeitete, gibt.

Calenture-Deutz ist ein Unternehmen, das von Ingram Fryzer, dem anderen Protagonisten des Romans geleitet wird. Ingram ist verheiratet, hat drei Kinder und ist im Begriff, große Gewinne aus der Einführung eines neuen Anti-Asthma-Medikaments, Zembla-4, dessen klinische Studien von Dr. Wang betreut wurden, zu erwirtschaften. Doch Ingram Fryzers Leben nimmt nicht mehr den von ihm gewünschten Verlauf. seine erwachsenen Kinder entfernen sich von ihm, seine Ehe ist zur Routine erstarrt und bei Calenture-Deutz hat sich der großspurige südamerikanische Pharma-Entrepreneur Alfredo Rilke eingekauft. Dessen Truppe macht sich Sorgen wegen verschwundener Akten. Fryzer wird immer mehr in die Enge getrieben, die Markteinführung von Zembla-4 von Seiten Rilkes stark forciert, Entscheidungen werden über Fryzers Kopf hinweg getroffen. Schließlich muss er einsehen, dass er die Kontrolle über viele Bereiche verloren hat. Außerdem beginnt ihn ein körperliches Problem zu plagen, er hat Sprachaussetzer und Konzentrationsschwächen.

Der Irak-Veteran Jonjo Case war damit beauftragt, Philip Wang zu ermorden und ist jetzt hinter Kindred und den Akten her. Mit der Verbissenheit eines Söldners gibt er niemals auf und kommt Adam mehrmals gefährlich nahe, nur der Zufall verhindert den Erfolg. Schließlich wird er völlig überraschend und für ihn enttäuschend von seinem Kontrakt entbunden, was ihn allerdings nicht hindert, weiter an der Verfolgung zu bleiben.

Die Polizistin Rita Nashe, die soeben zur Wasserschutzpolizei versetzt wurde und mit ihrem Vater auf dem Themse-Hausboot Bellerophon lebt, wird mehrfach die Wege Kindreds kreuzen, sie wird ihm unwissentlich das Leben retten und später mit ihm eine leidenschaftliche Affäre anfangen.

Adam durchläuft als Verfolgter und Flüchtling mehrere Phasen. Während er sich zunächst nur versteckt, beginnt er 'nachdem ihm das Geld ausgegangen ist erfolgreich zu betteln. Im weiteren Verlauf findet er Anschluss an die Sekte der Church of John Christ um den selbsternannten Bischof Yemis, auf die er durch die Prostituierte Mhouse hingewiesen wurde, für die und ihren Sohn Ly-on er eine gewisse Zuneigung entwickelt und zeitweise in deren Sozialwohnung wohnt. Später zieht Adam mit Primo Belem, den er ebenfalls in der genannten Sekte kennen gelernt hat, in eine einfache Wohnung. Als dieser unvermittelt stirbt, nimmt Adam Kindred dessen Identität an und beginnt eine Arbeit als Pflegehelfer im St.-Botolph-Krankenhaus, um gut getarnt weiter an seiner Rehabilitierung zu arbeiten.

Mit 'Einfache Gewitter' unternimmt William Boyd eine rasante Verfolgungsjagd durch Londons Großstadtdschungel. In gewohnt präziser Sprache offenbart sich dem Leser ein detailliertes Bild der englischen Metropole und ein ebenso erschreckendes Bild des Zerfalls einer menschlichen Identität durch die Zufälligkeit der Ereignisse.
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am 18. Dezember 2009
Wiiliam Boyd hat mehrfach bewiesen, welche Qualitäten er als Romancier hat. Als Beweis hierfür gelten Bücher wie EINES MENSCHEN HERZ, RUHELOS oder UNSER MANN IN AFRIKA. Er sprüht geradezu von Kreativität und unerschöpflicher Phantasie.
Auch in dem vorliegenden Roman beweist er wieder sein erzählerisches Talent, das so flüssig daher kommt wie in seinen besten Büchern. Nur die Geschichte um Adam Kindred ist völlig überkonstruiert, was besonders zu Beginn geradezu peinlich wirkt und endet wie eine schlimme Schnulze. Was ist bloss in Boyd gefahren, dass er sich zu so einem trivialen Buch hinreissen lässt. Ist es der Druck vom Verlag, viel zu produzieren und das in kürzester Zeit? Man muss es fast vermuten, denn das ist nicht mehr der grosse Erzähler mit viel Sinn für sehr plausibele Geschichten. Hier verrennt er sich in eine hahnebüchende Geschichte, die zwar sicher ein Publikum findet, doch nicht mehr das, was ihn früher einmal vereehrt hat. Schade um dieses Talent, denn erzählen kann er nach wie vor. Doch er verfällt den Klischees auf billigste Weise und das schmerzt den Leser, der ihn auch anders kennt.
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am 7. Dezember 2009
Ich kann mich der allgemeinen Euphorie zu dem Buch nicht anschließen. Die Grundidee ist in der Tat ziemlich stark, aber sie wird ja leider nicht wirklich ausgereizt. Eine Möwe verspeisen, im Busch schlafen, mit einer Bettelmasche Geld verdienen - so extrem vielschichtig und überzeugend fand ich das Sujet "Mittelschichtsmann muss sich plötzlich außerhalb der Zivilisation völlig neu zurechtfinden" nicht umgesetzt. Letztlich triumphiert er doch, weil ihm der Zufall die entscheidenden Bälle zuspielt, und nicht, weil er so unglaublich raffiniert sein Schicksal meistert. Es bleibt auch unklar, warum er seinem ersten Impuls, zur Polizei zu gehen, und auszusagen, nicht folgt. Denn er hat ja aufgrund der Sachlage nicht wirklich etwas zu befürchten. Schließlich finde ich auch diesen hartnäckigen Hass seines mordlüsternen Widersachers eher aufgesetzt. Was ist denn so hassenswert daran, dass ein Mann sich nicht friedlich umlegen lässt, sondern versucht, seinen Häschern zu entkommen? Und die ständigen Perspektivwechsel sind auch nicht so mein Ding, dauernd wird man wieder mit irgendwelchen Pharma-Heinis und deren Obsessionen oder Krankheiten behelligt, die eigentlich nichts zur Story beitragen. Den Pharma-Skandal ahnt der Leser sehr sehr früh, er kann dann eigentlich rasch getrost vergessen werden. Auch meine ich, dass das Werk nicht gut (vielleicht zu schnell?) übersetzt worden ist. Von "einfachen Gewittern" habe ich jedenfalls noch nie was gehört, gemeint sind wohl "leichte Gewitter". Im original heißt es "ordinary". Der eher nachlässige Umgang mit der Sprache zieht sich durch das ganze Buch.

Trotzdem gibt es Passagen, die auch richtig Spaß machen. Überzeugend gezeichnete Charaktere und Milieus, in die man normalerweise keine so intimen Einblicke erhält. Insgesamt schon noch ein Buch, das man gerne liest, aber keines, das wirklich in Erinnerung bleiben wird.
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am 20. Januar 2011
Iris Radisch trifft mit Ihrem Buchdeckel- Kommentar
den Nagel auf den Kopf:

-Das Buch raubt einem den Schlaf, da man es nicht mehr loslassen kann.
-Es ist eine meisterhaft und intelligent konstruierte Geschichte.

Boyd zeichnet seine Protagonisten liebevoll und detailreich.
Man geht daher gerne mit den Figuren, versteht sie und fühlt mit.
Folglich leidet man auch mit Ihnen.Das macht den Reiz aus.
Und welcher Roman schafft es, einen permanent durch alle Gefühlsbäder zu schicken?
Dazu schafft es Boyd immer wieder in den dramatischsten Momenten
herrliche Situationskomik einzuflechten.
Hier handelt es sich um einen Thriller erster Güte, der trotzdem viele Informationen
über London, Pharmaindustrie, das Leben der untersten und obersten Schichten mitgibt.
Mehr als in einem "normalen" Ermittler Roman, bekommt man hier feinste Sozialkritik,
Erkenntnisgewinn und Psychologie mitgeliefert.
Wer London nicht kennt könnte sich bei mancher detailierten Beschreibung langweilen.
Auch wenn Fachwissen hier und da zu ausgiebig dargelegt wird.
Boyd schreibt eher für den niveauvollen Leser, mit Hintergrundwissen.

Überkonstruiert empfinde ich den Roman keineswegs.
Der Autor erschafft "unerhörte" Situationen.
Treibt dadurch die Dramaturgie zu immer neuen Höhepunkten .
Wie bei Shakespeares Theaterstücken.
Jenem würde man auch nicht vorwerfen unrealistisch oder überkonstruiert zu schreiben.
Zumal Boyd an ganz aktuellen realen gesellschaftlichen Missständen rüttelt.
Ähnlich wie Stieg Larsson übrigens auch.
Dessen Leserschaft sei das Buch empfohlen.
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am 30. Mai 2010
Ein für mich spannend geschriebener Roman, der sich mit den Themen des Identitätsverlustes, dem Außenseiterdasein, dem gesellschaftlichen Ausschluss und mit Machtverschiebungen beschäftigt. Die Figuren überzeugen durch ihre gute Ausarbeitung, sie haben einen deutlichen Wiedererkennungseffekt, ein Gesicht und eine Geschichte und ihre eigene Sprache. Der Roman wird aus verschiedenen Sichtweisen zusammengesetzt und verknüpft. Das ganze wird nach London verortet und spielt sich auch im Wesentlichen dort ab. Aus einem Mord entwickelt sich eine Verfolgungsjagd mit zermürbenden Momenten. Ein Pharmakonzern hat seine Finger im Spiel, weil er mit einem umstrittenen Medikament seinen Gewinn maximieren will. Doch mit Adam hatte niemand gerechnet und sollte auch niemand mehr rechnen können, wenn alles nach Plan gelaufen wäre. Das Ende ist romantisch aber ungewiss. Ich hätte sogar noch etwas Kitsch obendrauf gesetzt, nach dem ganzen Schlamassel, mehr als verdient. Ich wäre sogar enttäuscht gewesen, wenn die depressive Stimmung, die sich durch das Buch zieht, auch das Ende besetzt hätte. Witzig fand ich die Church of John Christus und deren Mitglieder. Einzig der Ausrutscher mit der Studentin hat so gar nicht zu Adam gepasst, dann doch eher eine Neuorientierung seiner Exfrau, weil er so ehrgeizig und zielorientiert gearbeitet hat, das wäre logischer gewesen, dann hätte aber einiges umgeschrieben werden müssen.
Mir hat das Buch auch so gefallen. Es lässt sich gut lesen, weil vor dem inneren Auge ein spannender Film abläuft mit einer hochkarätigen Besetzung.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Februar 2012
Inhalt:
Der Klimatologe Adam Kindred kommt eben von einem Bewerbungsgespräch zurück, als sich sein Leben von einer Sekunde auf die andere radikal ändert: in einem italienischen Restaurant trifft er auf den Immunologen Dr. Philip Wang, der schließlich seine Mappe vergisst. Adam bringt ihm diese in seinem Apartment vorbei und findet Dr. Wang blutend auf seinem Bett, mit einem Brotmesser in der linken Seite. Adam entfernt das Messer, Dr. Wang stirbt, und Adam realisiert, dass er überall seine Fingerabdrücke und beim Portier sogar seinen Namen und seine Anschrift hinterlassen hat. Kurz überlegt er, ob er sich stellen soll, doch dann entscheidet er sich dafür, sein bisheriges Leben aufzugeben und in den Untergrund zu gehen.

Mein Eindruck:
William Boyd hat mit 'Einfache Gewitter' einen unglaublich spannenden und fesselnden Roman geschrieben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Der Autor schildert sehr glaubhaft und überzeugend, wie das Leben von einem Moment auf den anderen durcheinander geraten kann, wie sich plötzlich alles ändert, was man vorher kannte und schätzte, wie man auf einmal ein ganz anderes Leben lebt. Die Protagonisten sind dabei sehr gut charakterisiert und wirken lebensnah. Auch sprachlich ist 'Einfache Gewitter' gelungen, liest sich flüssig und ist dennoch anspruchsvoll.

Mein einziger Kritikpunkt ist die unbefriedigende Recherche bei der Beschreibung von körperlichen Symptomen und bei prognostischen Angaben gegen Ende des Buches.

Mein Resümee:
Beängstigend, spannend, aufwühlend. Sehr empfehlenswert!
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am 2. Dezember 2010
Auf den Autor William Boyd kann ich mich immer verlassen. Der Autor hat einen Spannungsbogen, dem man sich nicht entziehen kann. In der Story "Einfache Gewitter" fällt ein Mensch durch widrige Umstände durch das soziale Netz, ihm wird durch eine einzige Begegnung mit einem Fremden der Boden unter den Füßen weggezogen. Und wie er sich dann mit der Situation von ganz oben bis ganz unten "arrangiert" - das ist unglaublich aber auch nachvollziehbar. Letztendlich hat man das Gefühl, dass dieser Mensch ohne sein altes, gewohntes soziales Umfeld und nunmehr ohne materiellen Besitz in eine archaische "Zufriedenheit" findet und seine Wertvorstellung über das (Zusammen-) Leben und Existenz sich verändern - und er sie neu definiert - und zwar konsequent. Das heißt: dieser Mensch hat kein Interesse mehr daran, in seine vorherige soziale Existenz zurückzukehren. Liebe, Nächstenliebe und das Dasein - entsteht neu und voller Leben bei dem Protagonisten. Lesenswert!
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am 8. Juli 2010
Eine Zusammenfassung des Inhalts erübrigt sich, da dies schon einige andere Rezensenten übernommen haben. Es sei nur erwähnt, dass der Roman tatsächlich überkonstruiert ist, die Story sich aber nicht am Schema F orientiert und sich gut hören lässt.
Letzteres ist zu einem großen Teil dem Sprecher David Nathan zu verdanken, der einer Geschichte Leben einhauchen kann und die verschiedenen Charaktere unterschiedlich darstellt, so dass sie sich gut voneinander unterscheiden lassen. Manche Sprecher, darunter auch professionelle Schauspieler, erzählen so monoton und langweilig, dass einem auch der beste Roman verleidet wird. David Nathan aber, der als Synchronsprecher z.B. für Johnny Depp oder Christian Bale seine Stimme zur Verfügung gestellt hat, legt Leidenschaft in seine Darbietung und gibt sich darüber hinaus, im Gegensatz zu manchem Kollegen, Mühe, ausländische (hier: englische) Orts- und Eigennamen korrekt auszusprechen. Von David Nathan gelesene Bücher sind immer ein Genuss!
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am 10. August 2010
Die Prämisse dieser Geschichte ist nicht besonders originell und der Verlauf mit all seinen Zufällen nicht gerade glaubwürdig. Wenn es ein konventioneller Krimi wäre, müsste das Urteil also lauten: Schwach. Doch das hier ist gar kein richtiger Krimi. Boyd nutzt den Thriller-Plot vielmehr für eine lakonische, bösartig-melancholische Farce über das Leben an sich, über Großstadtzivilisation, Menschlichkeit und Lebensplanung. In seinen allerbsten Momenten erinnert das ein wenig an den großen T.C. Boyle. Etwa in der Passage, in der wir erfahren, dass der schwerreiche Vorstandsvorsitzende an manchen Tagen unter seinem teuren Maßanzug keine Unterwäsche trägt und dann gern mit "dem einfachen Volk" in der U-Bahn fährt, weil es ihn erregt. Des Kaisers neue Kleider. "Einfach Gewitter" ist voll solch kurioser Randnotizen - und die summieren sich zu einem lesenswerten Buch.
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