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5.0 von 5 Sternen Die Mutter im Himmelreich
Ein Erinnerungsbuch das in die 50 er Jahre in Ungarn führt. Peter Esterhazy hatte nach dem Buch über den Tod seiner Mutter, in der Erinnerung, in seinen Reflektionen plötzlich das Gefühl, dass sie gar nicht gestorben ist, in seinem Herzen weiterlebt. So schreibt er in "Keine Kunst" eine rührende Hommage an seine geliebte Mutter, in die er...
Veröffentlicht am 2. April 2009 von Carl-heinrich Bock

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Absurdität einer Mutter
"Keine Kunst" - der neue Roman Péter Esterházys - ist alles andere als keine Kunst, sondern - im Gegenteil - allerhöchste literarische Kunstfertigkeit mit hohem Anspruch an den Leser.
Dabei hat Esterházy ein ziemlich plebejisches Thema - den Fußball - mit der vornehmen Aristokratie seiner ehemals gräflichen Adelsfamilie und dem...
Veröffentlicht am 13. Juli 2009 von Heike G.


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Absurdität einer Mutter, 13. Juli 2009
Von 
Heike G. (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Keine Kunst: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Keine Kunst" - der neue Roman Péter Esterházys - ist alles andere als keine Kunst, sondern - im Gegenteil - allerhöchste literarische Kunstfertigkeit mit hohem Anspruch an den Leser.
Dabei hat Esterházy ein ziemlich plebejisches Thema - den Fußball - mit der vornehmen Aristokratie seiner ehemals gräflichen Adelsfamilie und dem Aushängeschild derselbigen - seiner Mutter Lili - verknüpft und dies vor dem Hintergrund des kommunistischen Ungarn der Nachkriegszeit angesiedelt. Kunstvoll verwebt er diese so ganz und gar nicht zueinander passenden Bereiche und generiert Lili Esterházy als autokratisches Verbindungsglied zwischen derber Vorstadtkickerei und stilvollem Anspruch, zusätzlich freundschaftlich verschränkt durch die Gestalt des ungarischen Fußball-Mythos Ferenc Puskás aus der Wunderelf von Bern.

Esterházy treibt dieses Spiel soweit, dass er seiner Mutter ebendiese Fußballliebe als einzig wahre infiltriert. Und an dieser Leidenschaft entlang rankt er vielerlei ungarische Fußball-Legenden, aber auch allerhand politische Kalauer und Partei-Anekdoten aus der Zeit des Rákosi- und des Kádár-Kommunismus. Alles in allem geht es um das Leben und Sterben der Mutter, aber auch des Vaters und dessen Gefoltertwerden in der Nachkriegszeit. Der Autor berichtet von der politischen Enge, Unfreiheit und Angst der Ungarn in den 50ern und der "einzigen" Freiheit durch das Spiel mit dem 21,5 cm (Durchmesser) runden Lederball.

Doch keine stringente Handlung führt zielsicher zu einer Pointe bzw. zum kulminierenden Höhepunkt, sondern Esterházy verlangt von seinem Leser Intellekt und vor allem hochgradige Geistesgegenwart, um seinen einfallsreichen, kreativen, schillernden, delphischen, mitunter seitenlangen, durch Klammereinschübe noch zusätzlich irreführenden Schachtelsätzen zu folgen und sie in ihrer Gesamtheit überhaupt zu erfassen und zu verinnerlichen. Nicht nur paralleles Wahrnehmen wird hier vorausgesetzt, sondern eine Triade oder gar vierspuriges Denken sind von Vorteil, um sich nicht im Gewirr der Sätze und Gedanken zu verlieren. Von einer entspannenden Nachmittags- oder Abendlektüre kann also bei Weitem nicht ausgegangen werden, sondern es gehört eine gehörige Portion Aktionismus und Willen dazu, sich aus diesem Wirrwarr zu befreien und die Bedeutung der Sprache, die über der der Handlung liegt, herauszuschälen.

Zwei Sätze aus dem Buch, in denen Esterházy seine Mutter bzw. seinen Vater charakterisiert, können gleichfalls auf den gesamten Duktus des Romans übertragen werden: "Meine Mutter verfügte über die seltene Gabe, die auch mit dem Alter kaum blasser wurde, mal unerwartet, Verhüllungen herunterreißend, mal ausdauernd und leise steigernd aufdeckend, ununterbrochen: den Reichtum der Dinge aufzuzeigen.« Der Vater: "Er klebte alles mit Worten voll. Nach dem Muster der Sexbesessenheit wurde er von der Wut des Benennens erfasst, streute die auf ihre Benennung wartenden Dinge mit Synonymen voll, er redete und redete."

Fazit:
Ein postmodernes, fragmentarisches Puzzle, einen komplizierten Patchworkteppich voller bizarrer Muster, die allesamt Gedanken und Geschichten enthalten, die in den 50er Jahren des kommunistischen Ungarns angesiedelt sind, ein rastloses, multiples, schwindelerregendes Erinnern und Reflektieren ohne Struktur breitet Péter Esterházy in seinem neuen Roman vor dem Leser aus. "Keine Kunst" ist zweifelsohne höchst kunstvoll. Dessen vertrackte Wortspiele hat Terézia Mora phantasievoll und kühn ins Deutsche übersetzt. Ob man jedoch die zahlreichen kleinen Perlen unter der "Kompliziertheit" findet oder besser genießen kann, bleibt fraglich. Vielleicht beim zweiten oder dritten Lesen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Mutter im Himmelreich, 2. April 2009
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Keine Kunst: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Erinnerungsbuch das in die 50 er Jahre in Ungarn führt. Peter Esterhazy hatte nach dem Buch über den Tod seiner Mutter, in der Erinnerung, in seinen Reflektionen plötzlich das Gefühl, dass sie gar nicht gestorben ist, in seinem Herzen weiterlebt. So schreibt er in "Keine Kunst" eine rührende Hommage an seine geliebte Mutter, in die er Erinnerungen und Fragmente der Realität ebenso miteinander verbindet, wie die Einstellung seiner Mutter zum Fußball und ihre Verbindung zu den Fußballidolen der Mannschaft von Bern. In seiner Reflektion verwebt der Autor viele Mitglieder seiner Familie und Herzstücke deren Lebensgeschichten in den Roman ein.

Hochintelligent, ein wahres Lesevergnügen das unterschiedliche Leseinteressen bedient.
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Keine Kunst: Roman
Keine Kunst: Roman von Péter Esterházy (Taschenbuch - 22. Mai 2010)
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